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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 27. Februar 2019

Saarland: Michael Marx im März

Liebe Freunde,
im März gibt es wieder einige Konzerte im Saarland:

Do.,7.3., Michael Marx "Spätlese" in Saarlouis, Theater am Ring,kleiner Saal, 20:00 Uhr.
             Tickets: kultur@sbs-ev.de oder 06831/125845

Do.,14.3. Nino Deda Piano-Solo in Neunkirchen, Bücher König, 19:30 Uhr
              06821/12921

Fr., 15.3., Michael Marx "Spätlese" in Bubach-Calmesweiler, Schloss Buseck, 20:00 Uhr
              06881/962628

Sa.,16.3.  Helmut Eisel & JEM "Klez Fiesta" in Blieskastel, Bliesgaufesthalle, 19:00 Uhr
              www.ticket-regional.de 

So.,17.3. "Irlands wilder Westen", Multivisionsshow von Thomas Reinhardt mit Live-Musik von Nino Deda & Michael Marx
              Bous, Thalia-Kino, 11:00 Uhr
              Tickets: www.kino-bous.de 
             

Ich freue mich auf euch!

Liebe Grüße
Michael Marx

Dienstag, 26. Februar 2019

Wie war es bei WARTEN AUF GODOT im Frankfurter Schauspiel?

Estragon am Baum          (c) Birgit Hupfeld


"Warten auf Godot" ist heute ein stehender Begriff für ein gesetztes Theaterspiel. Zwar von absurder und humorvoller Güte weiß man dennoch mittlerweile was passiert. Nicht jeder natürlich, denn die Zahl der Theaterbegeisterten ist zwar konstant, aber nicht unbedingt so hoch wie bei Pop-, Rock- und sonstwas-Bands. Waren von Samuel Beckett ursprünglich zwei schrullige Typen namens Estragon und Wladimir mit einer statischen Ausgestaltung vorgesehen, sind es in der neuen Inszenierung von Robert Borgmann im Frankfurter Schauspiel zwei flippige, umtriebige Figuren, die eher gehetzt und verunsichert, aber auch amüsiert ihr Dasein gestalten. 

Estragon (reichlich spleenig Samuel Simon) ist ein sensibel-verspielter Strich in der Landschaft, der statt die Wände einen Baum hochgeht, zumindest ein paar Meter, bis es nicht mehr geht. Wie Wladimir (sehr überzeugend Isaak Dentler) springt er von Zeit zu Zeit auf ein aufblasbares Riesenkissen, um die Zeit etwas unterhaltsamer zu gestalten. Wie die Kinder...? Freuen Sie sich über den ganzen Unsinn und die ganze Sinnleere? Jedenfalls wird zu dieser Frage auch die Illusionsschwelle überschritten und die Zuschauer direkt befragt, ob das alles gut genug war, man etwas anders machen müsste und welche Vorschläge es sonst noch gäbe. Wladimir beruhigt seinen Freund mehr als umgekehrt, er scheint der ruhende Pol. 

Estragon hat zu Beginn die Aufgabe, die Schriftzüge an der Wand zu illuminieren, als ob er einen postmodernen Festsaal im Nirgendwo illuminieren müsste. Na ja, Godot soll ja kommen, der ominöse. Der Herr kommt aber bekanntlich nicht, er ist noch nie gekommen. Dafür taucht Pozzo (herrisch, manchmal auch direkt versöhnlich Heiko Raulin) auf, ein Beauftragter, der vertrösten soll. Er bringt ein echtes Unikum mit, Lucky den Sklaven zwischen Ägypten, Rom und Science Fiction, beeindruckend dargeboten von Max Mayer. Er ist ein Leibeigener und Tanzbär, ein Halbautomat-Mensch, der auf Knopfdruck / Befehl laut Schwachsinniges nachdenkt und ausführt. Eine Art Roboter, wie der R2-D2 aus "Star Wars". Mit ihm kann Pozzo die Zeit bis zum Abgang füllen und Anwesende unterhalten. Es ist alles nur eine Karikatur von etwas, von einer Rede, einem Kunststück, einer akrobatischen Leistung ... 


Lucky, Pozzo, Wladimir, Estragon
(c) Birgit Hupfeld
Pozzo pflegt eine Hass-Liebe zu ihm, will ihn loswerden, kann ihn aber nicht loslassen. Die Bindung im dauernden Wiederholen ist doch stark eingeschliffen. Alle zusammen inklusive einem kleinen Jungen, der mit seinem Bruder bei Godot lebt und verköstigt wird, machen nichts. Es gibt keine Handlung, nur leeres Agieren, damit was los ist auf der Bühne. Klassische Theatereffekte gibt es auch genug, Schreien, Scheppern, Umwerfen, Farbe wie Blut verschmiert und wie Pech. Die Philosophie Becketts, das Nihilistische und Überkritische lässt nicht viel Gutes an den Dingen. 

Im zweiten Teil des Stücks dann einen kaum spürbaren Schritt nach vorne, Zeit ist vergangen, Pozzo und Lucky sind älter, grauer geworden... und Pozzo blind, Lucky taub und stumm. Der eine wird Godot nie mehr sehen, der andere wird nichts mehr über ihn oder von ihm hören, kann auch nichts mehr sagen, nur ihn eventuell sehen, aber nicht beschreiben. Damit sind ihnen alle Hände gebunden. Eine völlig groteske leerdrehende Beauftragung ... 
Estragon und Wladimir scheinen von der "Entwicklung" nicht betroffen zu sein: Sie kultivieren ihren Alltag durch Wiederholung, zumeist mit Widerwille und Protest, dabei mit Wonne Farbe an die Wände schmierend.
Becketts meisterliche Metapher für die Leere der Zeit, die tatsächliche Wahrnehmung von dauerhafter Immergleichheit, obwohl so viel passiert auf der Welt. Aber es ist zu viel Gleiches! Der Mensch scheint einfach unreif zu sein für den langen Atem des Universums, der leicht Jahrhunderte und Jahrtausende zu einem Universumsmoment zusammenfließen lassen kann. Wie ein Kind will er dieses oder jenes sofort, was am wenigsten geht. Sobald er aufgegeben hat, macht sich eine Leere breit, die nur durch den Tod beendet werden kann. Es gibt schlicht und einfach keine andere Lösung. Das Stück ist auch eine politische Metapher: Der Mensch in einem System, das nie freilässt, vom Leistungsgedanken lebt und ihn propagiert, den Bürger immer an die Stange zwingt, bis er freiwillig gehen will oder eben muss.

Sonntag, 24. Februar 2019

Bild des Monats im mpk: Chinesische Landschaftsmalerei - Qiu Shihuas Gemälde „o.T.“



Aktuelle chinesische Kunst: Gemälde von Qiu Shihua „o.T.“ von 2005
(Privatsammlung Berlin, Foto: Eric Jobs, Hattingen, © Qiu Shihuha)



Qiu Shihuas Gemälde „o.T.“ von 2005 steht beim „Bild des Monats“ am Samstag, 2. März, um 15 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, im Mittelpunkt der Kunstbetrachtung mit Dr. Claudia Gross. Qiu Shihua wurde 1940 in Zizhong in der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas geboren. Er zählt mit seinen seit den frühen 1970er Jahren bis heute entstandenen Werken zu den herausragenden Positionen aktueller chinesischer Kunst im Allgemeinen und zeitgenössischer Landschaftsmalerei im Besonderen. Der Künstler befragt mit äußerst feinen Bildfindungen auf eindrucksvolle Weise die Sichtbarkeit in der Malerei. Er verbindet ostasiatische Vorstellungen mit westlichen Einflüssen und lädt zu außergewöhnlichen Seherlebnissen ein.

Auf den ersten Blick scheint das Gemälde „o.T.“ nahezu weiß zu sein. Bei längerer, intensiver Betrachtung wird jedoch eine weite Landschaft, ruhig und menschenleer in zarten Farbnuancen sichtbar. Erahntes verdichtet sich, Details werden sichtbar, doch schon im nächsten Augenblick kann sich der eben gewonnene Eindruck wieder ins Immaterielle verflüchtigen. Das gemalte Licht übt eine geradezu magische Anziehungskraft auf den Betrachter aus. Stimmungen entstehen, die an einen Traumzustand erinnern. Der Künstler bereiste Europa und stellte hier vereinzelt auch aus. Diese Erfahrungen sowie seine Hinwendung zum Taoismus trugen zur Entwicklung seines heutigen Werkes bei. Qiu Shihua lebt und arbeitet in der Wirtschaftsmetropole Shenzhen. Nach der Kunstbetrachtung laden die Freunde des mpk zu Kaffee und Kuchen ein. Bei einmaliger Aussicht auf die Stadt kann so weiterdiskutiert werden. Eintritt, Kaffee und Kuchen sind frei.






Samstag, 23. Februar 2019

Fantasien zur Nacht (Video): DIANAS TÖCHTER




Diane

Woodstock als Rockmusical in Kusel und Saarlouis


Woodstock



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Woodstock

 

Woodstock the Story - Das Rockmusical

50th Anniversary Tour

 

50 Jahre Woodstock: Das legendärste Festival aller Zeiten feiert 2019 großes Jubiläum. Heute, ein halbes Jahrhundert später, lädt „WOODSTOCK THE STORY – DAS ROCKMUSICAL“ alle Blumenkinder auf ihrer Deutschlandtournee dazu ein, den Spirit des unsterblichen Sommers 1969 noch einmal live zu erleben. In einer mitreißenden Show wird das ...
mehr Infos


22.03.2019
Freitag, 20:00
Lingen
Theater an der Wilhelmshöhe, Willy-Brandt-Ring 44
Details

23.03.2019
Samstag, 20:00
Kusel
Fritz-Wunderlich Halle, Am Rossberg
Details

24.03.2019
Sonntag, 18:00
Buchen
Stadthalle Buchen, Schützenstrasse 1
Details

26.03.2019
Dienstag, 20:00
Bremen
Die Glocke, Domsheide 4/5
Details

27.03.2019
Mittwoch, 20:00
Alsdorf
Stadthalle, Annastraße 2 - 6
Details

28.03.2019
Donnerstag, 20:00
Saarlouis
Theater am Ring, Lothringer Straße
Details


Freitag, 22. Februar 2019

Fantasien zur Nacht (Video): Diamantentraum





Classic Diamond Jewellers (Divine Commercial 2017)

Am 24.02.19 Premiere in Frankfurt: DALIBOR - Oper von Smetana

Aleš Briscein (Dalibor; in der Mitte stehend in weißem Oberteil
sowie links auf dem Bildschirm) und Ensemble

(c) Monika Rittershaus


Premiere
DALIBOR
Oper in drei Akten von Bedřich Smetana
Text von Josef Wenzig
Deutsche Fassung von Kurt Honolka
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln


Musikalische Leitung: Stefan Soltesz
Inszenierung: Florentine Klepper
Bühnenbild: Boris Kudlička
Kostüme: Adriane Westerbarkey
Video: Anna Henckel-Donnersmarck
Licht: Jan Hartmann
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Norbert Abels



Vladislav: Gordon Bintner
Dalibor: Aleš Briscein
Budivoj: Simon Bailey
Beneš: Thomas Faulkner
Vítek: Theo Lebow
Milada: Izabela Matuła
Jitka: Angela Vallone
 
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester


Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper


Am 16. Mai 1868 wurde Dalibor, die dritte Oper des tschechischen Komponisten Bedřich Smetana (1824-1884), im Neustädter Theater in Prag uraufgeführt. Das als Nationaloper gedachte, großangelegte Bühnenwerk in drei Akten wurde 1870 in seiner zweiten Fassung ebenfalls in Prag dargeboten. Das Libretto von 1865 stammt aus der Feder von Josef Wenzig und basiert auf der Volkssage um den spätmittelalterlichen tschechischen Ritter Dalibor von Kozojedy. Dieser Heimatbezug setzt sich auch in Smetanas wenige Jahre später entstandenem Zyklus sinfonischer Dichtungen fort, der mit Die Moldau (Vltava) sein wohl berühmtestes Werk beinhaltet.

Zum Inhalt: Der Ritter Dalibor wird für die Ermordung des Burggrafen von Ploschkowitz und eine gegen König Vladislav ausgesprochene Drohung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Milada, die Schwester des ermordeten Burggrafen, verliebt sich in Dalibor und plant dessen Befreiung. Es gelingt ihr, den Kerkermeister Beneš zu überlisten und so zu ihrem Geliebten zu gelangen. Der Kommandant der königlichen Burgwache Budivoj kommt den Fluchtplänen jedoch auf die Spur und bewegt den König zur Hinrichtung des hintergangenen Kerkermeisters sowie zur Verkündung des Todesurteils gegen Dalibor. Als das vereinbarte Signal nicht erklingt, stellen Dalibors Verbündete fest, dass sie verraten wurden und die Flucht ihres Anführers fehlgeschlagen ist. Milada begibt sich dennoch in den Kampf und wird tödlich verwundet. Auch Dalibor findet an der Seite der Sterbenden den Tod.
 

Die musikalische Leitung liegt bei Stefan Soltesz, der regelmäßig in Frankfurt zu Gast ist; so zuletzt 2017 für Verdis Les Vêpres siciliennes. Der österreichische Dirigent ungarischer Herkunft war von 1997 bis 2013 Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Theaters. Regisseurin Florentine Klepper stellte sich in Frankfurt 2012 mit Arnulf Herrmanns Wasser im Frankfurt LAB vor. Zuletzt war sie hier 2015 für Martinůs Julietta zu Gast. An der Oper Graz inszenierte sie kürzlich Strauss’ Salome, Bizets Carmen wird sie im Frühjahr 2019 an die Operá de Dijon führen. Der tschechische Tenor Aleš Briscein (Dalibor) zählt Prokofjews L’amour des trois oranges am Prager Nationaltheater zu seinen zukünftigen Plänen. Bassbariton Simon Bailey (Budivoj), der von 2002 bis 2015 dem Ensemble der Oper Frankfurt angehörte, war hier im Dezember 2018 erneut als Vater in Humperdincks Hänsel und Gretel zu erleben. Die aus Polen stammende Sopranistin Izabela Matuła gibt als Milada ihr Frankfurt-Debüt. Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni führt das Ensemblemitglied des Theaters Krefeld und Mönchengladbach demnächst an die Oper Bonn. Angeführt von Gordon Bintner (Vladislav) sind die übrigen Partien mit Ensemblemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt.

Die Produktion wird vom Hessischen Rundfunk in Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet. Der Hessische Rundfunk überträgt auf hr2-kultur am Samstag, dem 9. März 2019, um 20.04 Uhr, Deutschlandfunk Kultur folgt am Samstag, dem 27. April 2019, um 19.05 Uhr.

Premiere: Sonntag, 24. Februar 2019, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 2., 8., 16., 22., 24. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 30. März 2019


Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Sonntag, 17. Februar 2019

Kaiserslautern im Mai: Pleite, Pech und Pannen von den Lautrern Laienspielern - ein Gedicht


"Pleite, Pech und Pannen"


Die Proben toben,
es wird an- und ausgezogen,
die Stühle verschoben,
es gibt manchen Lacher,
hier und da einen Kracher.
Bei der Erotik gibt's viel Erkenntnis
und manches Unverständnis.
Vier Damen sind pleite,
drum planen sie ganz gescheite
einen Überfall der Bank.
Schnell liegen da die Nerven blank.
Sie bekommen Hilfe. Ist das nicht cool?
Vom Modedesigner, und der ist schwul.
Die wilde Hilde bringt's auf den Punkt,
ihre Erkenntnis von Erotik ist gesund.
Manch Hindernis gibt's zu überwinden,
und zum Schluss stellt sich die Frage,
wie konnte das Geld überhaupt verschwinden?
Tante Hedwig hat zwar Alzheimer oje'
doch bringt sie alle auf die entscheidende Idee.
... Money makes the world go round ...
Wir freuen uns schon, Euch bei uns zu sehen,
um zu verfolgen dies turbulente Geschehen,
und sagen Tschüss und Bis bald, auf Wiedersehen.

(Text von Lydia Hartmann)


In zurzeit geplanten vier Aufführungen am 4., 10., 18. und 24. Mai 2019, jeweils 19:30 Uhr oder 20 Uhr im Lautrer Bahnheim wird Pleite, Pech und Pannen zu sehen sein.


Karten können Sie unter Tel: 0631-31199321 oder 0631-3503199 bestellen sowie per E-Mail an Lautrer_Laienspieler@web.de


Samstag, 16. Februar 2019

Liebesspuren in ganz Europa

Haben Sie schon einmal daran gedacht der Spuren der Liebe in Europa zu folgen, sich in Abenteuer zu werfen, und dabei eine berühmte Oper zu besuchen? Es gibt so viel zu erleben, fangen Sie an. Shakespeares Tragödie Romeo und Julia inspirierte Sergej Prokofjew zur Komposition des gleichnamigen Balletts. Jedermann kennt die Romanze der jungen Liebenden aus zwei verfeindeten Familien, die sich schlussendlich aus Verzweiflung das Leben nehmen. Es gäbe wohl kaum einen passenderen Rahmen für das Stück, choreografiert von Sir Kenneth MacMillan, als die Bühne des Royal Opera House London mit seiner fantastischen Ballettkompanie.

Das Musikdrama Tristan und Isolde aus der Feder von Richard Wagner wird bei den Bayreuther Festspielen seit 2015 in einer düsteren und provokativen Inszenierung von Katharina Wagner gegeben. Die unglückliche Dreiecksbeziehung von Tristan, Isolde und Marke steht unter der Leitung von Christian Thielemann, der seit seinem Bayreuth-Debüt neue musikalische Maßstäbe setzt.

Eine der am häufigsten inszenierten Opern und ein echter Klassiker in Dresden ist Die Zauberflöte von Mozart. Zwei Termine aus der Spielzeit 2019/2020 sind bereits bekannt, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten! Erleben Sie in der Semperoper, wie Papageno endlich seine Papagena findet und die Liebe Taminos und Paminas allen Prüfungen standhält.

Gaetano Donizettis musikalische Liebeskomödie L'elixir d'amore spielt mit einem uralten Mythos, einem Gebräu mit magischen Kräften, das Herzen schneller schlagen lässt. Der verzweifelte Nemorino ersteht einen vermeintlichen Liebestrank, mit dem er versucht, die Zuneigung seiner Angebeteten zu gewinnen. René Barbera und Vittorio Grigolo teilen sich in der Mailänder Scala die Rolle des unglücklich Verliebten, der es dann doch noch schafft, seine Herzdame zu erobern. 

Freitag, 15. Februar 2019

Fantasien zur Nacht ( Video): Aquaman 2018




AQUAMAN 2018

Die schlimmsten Geschenke zum Valentinstag


(statista/hnier) Die einen lieben ihn und legen großen Wert darauf, zu feiern, die anderen halten ihn für Kommerz – den Valentinstag. Hierzulande geben in einer Umfrage der Onlineplattform Picodi 49 Prozent an, den Valentinstag zu feiern. Männer planen 55 Euro auszugeben, Frauen 77 Euro. Im Ländervergleich ist Deutschland damit das einzige Land, in dem Frauen höhere Ausgaben planen als Männer.

Wie die Grafik von Statista zeigt, sollte man allerdings aufpassen, was man von dem Geld kauft. Für Frauen ist der größte Abturner ein Haushaltsgerät, gefolgt von Plüschtieren und elektronischen Geräten. Bei Männern macht man mit Plüschtier, Blumenstrauß und Valentinskarte vieles nicht richtig.





Infografik: Die schlimmsten Geschenke zum Valentinstag | Statista




Donnerstag, 14. Februar 2019

Jacques Stotzem im Februar 2019 (Süddeutschland)




Hallo an alle,

ich freue mich ab nächster Woche wieder in Süddeutschland unterwegs zu sein. Hier die Termine :

Fr.  15.02. Aschaffenburg, Guitar-Place
Sa. 16.02. Bühl, Schütte-Keller
Do. 21.02. Karlsruhe, Jubez (Doppelkonzert mit Joscho Stephan Trio)
Fr.  22.02. Ruppertsberg, Traminerkeller

Alle Infos auf www.stotzem.com/tour-dates


Bis bald und alles Gute,
Jacques

Statistisches zu viereggtext.blogspot.de


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Mittwoch, 13. Februar 2019

Wie war's in DER RISS von Vanek Preuß in Mannheim?

Im Eintanzhaus Mannheim gab es letztes Wochenende am 08. und 09.02.2019 Vanek Preuss' DER RISS - eine Tanzperfomance - zu sehen. Von der ersten aktiven Minute an war klar, dass die Perspektive hier einmal massiv gedreht war.

Die drei Darsteller Dwayne Holliday (Louisiana/Köln), Guido Preuß (Freiburg, Köln, Bonn, Leipzig, Essen), Karel Vanek (Litvinov/CZ, Prag, erfahrener und prämierter Tänzer, Programmleiter Tanz in der Brotfabrik Bonn) lagen mit dem Kopf zum Publikum im gelben Scheinwerferlicht, was die Körper ganz eigen ausleuchtete. Die ersten Aktionen, den Kopf einmal so aufzustellen, dass die Tänzer alles auf dem Kopf stehend sehen, kündigten die weiteren Metamophosen der Körper an. Vanek Preuß beschlossen die Körper- und Kopfhaltung einmal herumzudrehen, so dass aus einem Rundkreuz und natürlichen Nachhintenblicken des hängenden Kopfes ein Rundbauch (Brücke) und ein ungewöhnliches Überkopfnachhintenblicken und Beibehalten der gedrehten Perspektive ergab. Das Gesicht der Tänzer nimmt in dieser Beleuchtung fast die Formen eines länglichen Gesichts in passender Oben-Unten-Relation ein, sodass die Tänzer später ungewöhnliche Vierbeiner schufen, die wie aus anderen Welten kommend Alien-/Fantasycharakter hatten. Guido Preuß wirkte darin wie ein Ameisenbär aufgrund des langen Halses und haarlosen Kopfes. Aber auch die beiden anderen erinnerten an Mitbringsel des Raumschiffs Enterprise.  


Hier liegt für mich auch ein Ansatzpunkt der Deutung, ein sichtbarer Riss in der Körper-Normalität, der alle dargestellten Körperformen erfasste. Mit dabei war das Thema Behinderung, das gleich zu Beginn in einer Glanzübung die Extremitäten kraftvoll einsetzte, um ein Bein auszuschalten. Dieser Part von Dwayne Holliday thematisierte die Schwierigkeit, mit welch extremer Anstrengung Fortbewegung und Tanz bei Einbeinigkeit sichergestellt werden müssen. Eine Sequenz zeigte die Umdeutung der rechten Schulter zum Beinersatz, fast wie eine Prothese. 

Auch Muskelpartien im Gelblicht erschienen ganz anders. Mit der Kunst die Muskeln "abrollen" und vibrieren zu lassen bekamen die Rückenmuskeln den Charakter von morphologischen Gesteins- bzw. Magmabewegungen. Ein Abändern der Fantasywesen zu einer Art Wildschwein lässt an die Aufgreifung der Bedeutung Riss in der Jagd denken. Die "Schweine" bewegten sich recht lebendig hin und her, bevor sie eventuell Beute der Jagdhunde hätten werden können.

Das Ende war ein harmonischer Ausklang mit kunstvollem Tanz von Dwayne Holliday und einer Art Glücksperspektive auf dem Weg ins Off. Sicher einer der größten Risse zwischen Leben und Tod.


Eine Glanzleistung der fast nackten Tänzer in der recht frischen Trinitatis-Kirche, ästhetisch, geheimnisvoll und akrobatisch.






Dienstag, 12. Februar 2019

Zurzeit im Schauspiel Frankfurt: Warten auf Godot

Foto: Birgit Hupfeld


Wladimir und Estragon warten vergeblich – aneinander geklammert und doch fundamental allein. Sie sind gefangen im leeren Raum; zwischen Anfang und Ende, unfähig, sich dem einen oder anderen zuzuwenden. In ihrer clownesken Art vertreiben sich die Protagonisten die Zeit. Alles geschieht in Erwartung des ominösen Godot, der ihnen als Erlösung aus dem unangenehmen Zustand des Wartens gilt. Die endlosen Wiederholungen, aus denen das Leben der beiden besteht, verwischen die Spuren ihrer Erinnerungen bis zu dem Punkt, wo alles ins Wanken gerät und ihnen nichts mehr als gesicherte Erkenntnis erscheint. – Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs waren allgegenwärtig, als Samuel Beckett 1948 sein absurdes Theaterstück schrieb und darin die existenzialistische Frage nach dem Sinn des Seins aufwarf. Robert Borgmann inszeniert Becketts Werk als eine Spurensuche nach dem Godot unserer Tage, die von Ungewissheiten und den Sensationsmeldungen des 24-Stunden-Nachrichtenzyklus bestimmt werden.

Montag, 11. Februar 2019

Wie war's in der Oper La Forza del Destino/Die Macht des Schicksals von Verdi?

Auf der Bühne v.l.n.r. Franz-Josef Selig (Marchese von Calatrava), Michelle Bradley (Donna Leonora)
und Hovhannes Ayvazyan (Don Alvaro) sowie im Film Thesele Kemane (Don Alvaro)

In der Frankfurter Oper bietet sich zurzeit mit 
La Forza del Destino/Die Macht des Schicksals ein interessanter Verdi, moderner, politischer und gehaltvoller kaum zu haben. Regisseur Tobias Kratzer arbeitet auf verschiedenen medialen, chronologischen und gesellschaftspolitischen Ebenen. Der Zuschauer darf entdecken, wird überrascht und erlebt eine Abwechslung, wie sie so interpretiert kaum auf der Bühne zu sehen ist. Aus einem homogenen Illusionsrahmen mit zeitlich und örtlich zwar offener Struktur, aber traditionellem historischem Bezug, wird ein Zeitensprung, der von Verdis 7 Jahren auf über 150 Jahre ausgedehnt wird. Er schafft das durch einen Abgleich der Verdi-Handlung mit dem US-amerikanischen Hauptproblem Rassismus, das nicht nur die Indianerverfolgung und deren Ende in einem Genozid, sondern auch die Sklaverei, Unterdrückung der schwarzen Hautfarbe bis in die Jetztzeit kennt.


Michelle Bradley (Donna Leonora;
ohne Hut auf der Treppe stehend)
 sowie Chor und Extrachor der Oper Frankfurt
Diese Spiegelung wird noch einmal klarer durch einen verstärkenden Videofilm, der dieselbe Handlung bringt wie das Bühnengeschehen, allerdings ist der Film-Alvaro (Thesele Kemane) tatsächlich ein Schwarzer, der Bühnen-Alvarao (Hovhannes Ayvazan) ein Weißer. Auch ein Chiasmus bei der Geliebten und Liebenden Leonora: im Film weiß (Laura Teshina), auf der Bühne schwarz (Michelle Bradley). Natürlich! Jeden kann das Schicksal des Alvaro und der Leonora treffen, unabhängig von der Hautfarbe, eine radikale, unterentwickelte politische Haltung gegenüber Andersdenkenden ist immer und überall bei schlechter Politik möglich. Zudem steht ja die Erschießung des Vaters von Eleonora, des Marcheses von Calatrava, als Tat im Raum, wobei es ein Schuss war, der durch die Sklavenpeitsche des Marchese ausgelöst wurde. Aber niemals hätte es einen gerechten Prozess gegeben.

Außerdem gibt es über Video Bildkommentare und Hinweise, wie die Hinrichtung eines Schwarzen durch Erhängen gleich zu Beginn. Das Schul-, entweder verdrängt oder oft erst durch TV vermittelte mediale Wissen springt hier bereits an. "Roots", ein Publikumsmagnet aus den 70er-/80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, wie "Fackeln im Sturm" (1985) oder unzählige kritische oder auch unkritisch-rassistische Fernseh- und Kinofilme über Rassismus, Sklaverei, Menschenraub, Gewalt und Sadismus usw. 100 Jahre später im Vietnamkrieg, die typischen "Platoon"-Signale, US-Kampfhubschrauber und Sondereinheiten auf unermüdlicher deliröser Vietkong-Jagd, ein Film von Oliver Stone, der in einer erschreckenden Direktheit den Blutrausch der Amerikaner zeigt, die diesen Krieg nie gewinnen konnten.


Auf der Bühne v.l.n.r. Hovhannes Ayvazyan (Don Alvaro),
Christopher Maltman (Don Carlo di Vargas; liegend)
und Michelle Bradley (Donna Leonora) sowie
im Film Thesele Kemane (Don Alvaro)
Das Ende ein US-Krimi mit klassischem Film-Show-Down und dem Wink auf die Korruptheit und Skrupellosigkeit rechtsradikaler Polizisten, die Schwarze als Bauernopfer vorschieben und zum Mörder in Vertretung machen, serienweise bei den Schwarzenaufständen in den 60er-Jahren in den USA passiert, auch bekannt als gängiges Mafiamord-Setting. Alvaro und Bruder Carlo, Verfolger und Bruder Leonoras, treffen im Appartement der Leonora aufeinander, Alvaro erschießt den Widersacher in Notwehr und die Cops töten Alvaro, um ihn gleich als Mörder hingerichtet am Tatort zurücklassen zu können.


Franz-Josef Selig (Padre Guardiano; links mit rotem Umhang)
und Michelle Bradley (Donna Leonora) sowie
Herrenchor und Herrenextrachor der Oper Frankfurt


Hervorragend die Musik unter der Leitung von Jader Bignaminis, das Bühnenbild und die Kostüme von Robert Sellmeier, der in Bild 2 eine so krasse Gegenwelt durch Schauspieler mit recht karikierenden und an die Augsburger Puppenkiste erinnernden Puppenmasken schafft, dass alle staunen. Auch Bild 3 eine Herausforderung! Nächster optischer und Zeitensprung: Das Kloster, in dem Leonora (Michelle Bradley) Schutz finden soll, entpuppt sich als eine amerikanische Falle (Es wird von KuKuxKlan-Mitgliedern betrieben: Nichts mit der großen Freiheit!). In Bild 4 der nutzlose, verlustreiche und im Drogendelirium geführte Vietnamkrieg mit allen Amerikanitäten wie Gogo-Bunnies im knappen Stars-and-Stripes-Stretchbody und wahlloses Erschießen, Foltern, Vergewaltigen von VietnamesInnen.
Tanja Ariane Baumgartner (Preziosilla; rechts stehend)
sowie Chor, Extrachor und Statisterie der Oper Frankfurt

Die lange, einprägsame und herrlich aktualisierte, kontrastreiche und hervorragende Oper, die (lauten) Geister bei der Premiere in Bravo und (wohl den Vietnamkrieg und seine Ausgestaltung meinend) Buh spaltend, bietet einen langen 210-minütigen Abend mit viel Opernerleben, attraktiven und gewichtigen Stimmen.

Sonntag, 10. Februar 2019

So groß ist die Finanzierungslücke bei der Rente


(statista/mjanson) Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die Renten von Geringverdienern aufstocken. Diese Maßnahme würde Milliarden kosten und die ohnehin schon belastete Rentenkasse noch tiefer in die roten Zahlen bewegen. Wie die Infografik von Statista auf Basis von Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigt, ist die Lücke zwischen eingenommenen Rentenbeiträgen und den Rentenausgaben über die Jahre größer geworden. 1992 lag der Anteil der Rentenausgaben, der durch Beiträge gedeckt ist, bei 92,2 Prozent – 2017 lag er lediglich bei rund 84 Prozent.

Medienberichten zufolge sollen Personen, die immer nur Einnahmen in Höhe des Mindestlohns hatten, die höchste Rentenaufwertung erhalten: ihr monatliches Plus läge bei 447 Euro. Von der geplanten Rentenerhöhung des Arbeitsministers würden drei bis vier Millionen Rentner profitieren, der größte Teil davon wären Frauen.

Kommentar: Warum wird die Rente nicht zu einem Muss mit höchster Priorität deklariert? Wieso müssen Leute, die Jahrzehnte gearbeitet haben, solche Abschläge und Verarmungen im Alter hinnehmen? Eine Aufstockung bei Geringverdienern ist gerechtfertigt im Fall all jener, die nachweislich lange gearbeitet haben und alles dafür getan haben, Arbeit zu bekommen und zu behalten, dann aber doch fast leer dastehen. Sicher ist alles eine Frage der Schul- und Ausbildung, aber die Zahl jener Nachkommen, die keine Orientierung mehr haben und nur noch durchkommen wollen, steigt ja nachweislich. Aber auch andere Rentenbezieher wollen einen ordentlichen Betrag fürs Alter kalkulieren können, der ihnen doch noch einen schönen Ruhestand vor Lebensende ermöglicht.

Infografik: So groß ist die Finanzierungslücke bei der Rente | Statista 

Freitag, 8. Februar 2019

Fantasien zur Nacht (Video): Alisa Tiser




Alisa Tiser 

Fantasien zur Nacht (Video): Li


Li 

No end of Pink Floyd: Comfortably Numb by David Gilmour in 2016






David Gilmour returns to Pompeii after 45 years. Chuck Leavell co-lead, Roger Waters' parts back up vocals.
1971 was the great blow up!

Heute und morgen, 20 Uhr in Mannheim: DER RISS, Tanzwerke Vanek Preuss

Freitag, 08. und Samstag, 09.02.2019 - EinTanzHaus, Mannheim, G4, 18!

Tanztheater
Der Riss
TANZWERKE VANEK PREUSS
20:00 UHR 
EINLASS 19.30 UHR


Angenommen Sie sehen einen Riss in einer Kaffeetasse - was tun Sie? Wegschmeißen oder abwarten bis sie zerbricht? Angenommen sie ist bereits zerbrochen ... schmeißen Sie die Scherben weg oder reparieren Sie die Tasse und verzieren die Risse mit Goldlack? Angenommen die Gesellschaft wäre eine Kaffeetasse? Und Ihr Körper wäre eine Tasse, aus der Sie das Leben in kleinen Schlückchen trinken: Was tun Sie, wenn Sie Risse bemerken? Angenommen unsere Innenwelt bestünde aus Kontinenten, die sich entlang von Rissen gegeneinander verschieben, die durch Berge, Täler und Meere gehen ...

Tanz & Performance Dwayne Holliday, Guido Preuß, Karel Vanek Regie & Choreografie Karel Vanek Kostüm Melanie Riester Licht Markus Becker Konzept & Dramaturgie Guido Preuß Produktion Tanzwerke Vanek Preuß, Brotfabrik Bühne Bonn Förderer Kulturamt der Bundesstadt Bonn, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Donnerstag, 7. Februar 2019

Kunstszene will sich formieren: MANNHEIMER ERKLÄRUNG DER VIELEN


Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt

Dieser Aufruf richtet sich an Mannheimer Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen und Aktive der Mannheimer Kulturszene

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen.

Heute begreifen wir die Kunst und ihre Einrichtungen, die Museen, Theater, Ateliers, Clubs und urbanen Orte als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteure dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Künstler*innen, mit allen Andersdenkenden und Anderslebenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der Mannheimer Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.

Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.

Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Erklärung der Vielen – Selbstverpflichtung


  • Als Unterzeichner*innen sind Kultureinrichtungen, Kunstinstitutionen, Theater, Museen und Einzelpersonen der Kultur angefragt.
  • Die Unterzeichnenden erklären sich bereit, den Text der Erklärung innerhalb der eigenen Organisation unter Mitarbeiter*innen, Ensemblemitgliedern, Kurator*innen, Publikum und Besucher*innen bekannt zu machen und zur Diskussion zu stellen.
  • Die Erklärung wird auf der Internetseite, im Programmheft, als Aushang im Foyer uvm. veröffentlicht.
  • Die golden–glitzernde Rettungsdecke, das Symbol der Vielen, soll je nach Corporate Design der Einrichtung Anwendung im Zusammenhang mit der Erklärung finden – ob als Fahne, Layout-Hintergrund, als Icon oder golden-glänzend hinterlegte Schrift (Tool-Kit wird bereitgestellt).
  • Die unterzeichnenden Kultureinrichtungen werden auf einer zentralen Webseite sichtbar gemacht.
  • Die Unterzeichnenden bereiten Informationsveranstaltungen, Gespräche und Aktivitäten im Sinne der Erklärung vor, die Termine werden gemeinsam über eine zentrale Webseite kommuniziert.
  • Im Rahmen der eigenen Pressearbeit und einer zentralen Pressekonferenz werden die Erklärung und die Kampagne veröffentlicht.
  • Die Kampagne zur Erklärung der Vielen hat einen regionalen Charakter und wird in die Region und das Bundesland vernetzt.
  • Die Unterzeichnenden Einrichtungen beteiligen sich aktiv an einer bundesweiten Kampagne mit Aktionstagen, Dialogforen und der Mobilisierung zu einer „Glänzenden Demonstration der Kunst und Kultur – Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!“ in Berlin zum 18. Mai 2019.
  • Die Unterzeichnenden verpflichten sich zu gegenseitiger Solidarität mit Kultureinrichtungen und Akteur*innen der Künste, die durch Hetze und Schmähungen unter Druck gesetzt werden.


DIE VIELEN MANNHEIM, der Initiativkreis, Dezember 2018

Der Mannheimer Erklärung beitreten