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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 26. Juli 2023

NTM Mannheim: Heute erster Podcast und später Live-Mitschnitt im "Haymatministerium"

Die Gesprächs- und Lesereihe »Das Haymatministerium« am Nationaltheater Mannheim gibt es ab sofort auch als Podcast. Am Mittwoch, 26. Juli geht die erste Folge auf der Website des Nationaltheaters unter
ALICE HASTERS
Foto: Paula Winkler
www.nationaltheater.de
online. Es handelt sich dabei um einen Live-Mitschnitt der Ausgabe vom 28. Juni während den 22. Internationalen Schillertagen. Die Buchautor*in, Journalist*in und Moderator*in Şeyda Kurt stellt im Gespräch mit der Autorin, Moderatorin und Speakerin Alice Hasters ihr neues Buch »Hass – Von der Macht eines widerständigen Gefühls« vor. Schonungslos, launig und jenseits selbstgerechter Entrüstung erkundet Şeyda Kurt den Hass vor allem in seinem widerständigen Potenzial und von seiner schöpferischen Seite: als Kategorie der Ermächtigung und als nützliches Gefühl, das uns hilft, in der Welt zurechtzukommen.




»Das Haymatministerium« bringt alle zwei Monate (post-) migrantische, diverse und kritische Stimmen aus Kunst, Kultur und Politik ans Nationaltheater Mannheim. Die Folgen werden zukünftig kurz nach den Live-Ausgaben auch als Podcast zur Verfügung gestellt. Die nächste Live-Ausgabe am 13. Oktober beschäftigt sich mit dem »Ende der Ehe« als patriarchalische Institution anhand des gleichnamigen Buches der französischen Politologin, Sachbuchautorin und Aktivistin Emilia Roig, die im Studio Werkhaus zu Gast sein und auch aus ihrem Buch lesen wird. Das Gespräch wird moderiert von der Literaturwissenschaftlerin und Autorin Elisa Diallo. Den Live-Mitschnitt als Podcast gibt es dann in der Folgewoche.


 

Samstag, 22. Juli 2023

Wie war's in DIE ERSTEN MENSCHEN von Rainer Stephan (Worms) in der Oper Frankfurt?

Ambur Braid (Chawa) und Ian Koziara (Chabel)
Bildnachweis: Matthias Baus


Die Oper  "Die Ersten Menschen" von Rainer Stephan (1887-1915) aus Worms erzählt die Geschichte des ersten menschlichen Paares, das aus dem Paradies vertrieben wurde, und ihrer beiden Söhne. Es wurde von Kritikern als wegweisendes Werk der modernen Musik angesehen. Stephan komponierte die Oper in den Jahren 1911 bis 1914 und hätte 1915 im Winter in der Oper Frankfurt uraufführen dürfen. Der Komponist fiel bereits am 29. September 1915 im Ersten Weltkrieg in der Westukraine (Galizien) bei Tarnopol kurz nach dem Einberufungsbefehl im Alter von 28 Jahren. Ein Kritiker schrieb 1912 über Stephans Musik: „Hier hat sich eine eigene, neuartige Tonsprache von überraschender klanglicher Ausgiebigkeit herangebildet, deren Absonderlichkeiten auch da, wo sie zunächst befremden, den Stempel des Gemussten, nicht des Ertüftelten tragen.“ Die Uraufführung fand schließlich posthum am 1. Juli 1920 in der Oper Frankfurt unter der Leitung von Ludwig Rottenberg statt.

Der Text und Titel stammt von Otto Borngräber, der ein Drama gleichen Namens geschrieben hatte. Borngräbers "Erotisches Mysterium" von 1908 wurde bei seiner Münchener Uraufführung 1912 zu einem Skandal - anschließend für das gesamte Königreich Bayern verboten. Der Grund ist schlichtweg das sehr ungewöhnliche und kaum als Liebesgeschichte, mehr als Triebabfuhr zu wertende Inzestverhältnis von Eva (Chawa) und Sohn Abel (Chabel). Borngräber starb 1916 in Lugano ebenfalls jung mit 42 Jahren. Eine illustre Biografie, ein kritischer Geist. Aber auch ein schwärmerischer und krass expressionistisch verzerrter Text mit dem Grundkonflikt Religiösität und Atheismus, Fortpflanzung um jeden Preis oder nicht? 

Kaum nachvollziehbare emotionale Übersteigerungen, ekstatische Gottes- und
Religionserlebnisse, eine Rückkehr zu ursprünglichen altestamentarischen, heidnischen Handlungsweisen mit Tieropfer und die sexuelle Anziehung durch die Mutter der beiden Söhne. Ein doppeltes ödipales Geschehen so stark wie ein doppelter Campari pur. In Wagners "Walküre" ebenfalls ein großes Thema. Ob sich hier der Ödipus des Dramatikers austoben musste oder bewusst zur Provokation eingesetzt wurde? Ich glaube, Letzteres trifft zu. Das Entsetzen der bayrischen Sittenwächter zeigt die Reaktion.

Das Bühnenbild der beiden Aufzüge wurde bewusst kontrastiv gehalten. Rainer Sellmeier hat die sehr gelungene Umsetzung übernommen und liefert immer detaillierte Welten ab. Zunächst eine normale Wohnung aus dem Süden Deutschlands, Baden-Württemberg, Bayern, wer weiß das schon. Ein unterirdisches Idyll im Bunker, Pseudoaussichten, Helligkeit mit Generator, fleischloses Lebensmittellager und eine Leiter nach oben. Im zweiten Aufzug das "Oben", eine völlig verwüstete Stadtlandschaft mit ausgebranntem Autowrack. Hier fand eine riesige Zerstörung statt, die Bewohner benötigen Schutzanzüge und Atemmaske.  

Die Genesis ist eigentlich schon seit Ewigkeiten passiert, die Schöpfung, Evolution bzw. der Sündenfall passiert und abgeschlossen. Der Regisseur setzt eine weitere Entwicklungsstufe auf dem Alten auf. Nach einem atomaren Krieg bleibt eine Kernfamilie übrig, während drumherum kein Mensch mehr zu leben scheint. Das gleißende weiße Licht der Bombenzündung und der Urknall mit irrwitziger Galaxienkraft scheinen hier auf einer Stufe die Ursprünge und das Ende der Menschheit zu verbinden. Der Urknall kann sich wiederholen, was er nicht schafft, produziert der Mensch selbst. Von Hiroshima bis Tschernobyl lauert der Atomtod, dennoch schwingt ein Optimismus mit, dass die Menschheit sich immer wieder von vorne erfinden kann.

v.l.n.r. Ambur Braid (Chawa; im Auto), Kampf zwischen
Ian Koziara (Chabel; hinten) und Iain MacNeil (Kajin; vorne)
Bildnachweis: Matthias Baus
Kain (Kajin) ist Pragmatiker, Rebell, Atheist. Wozu Tieropfer, wenn genug andere Lebensmittel
da sind? Es ist wohl ein seltenes Ereignis im Freien, ein Schaf gefunden zu haben, es ist ja alles kaputt. Expressionistisch übersteigert entwickelt sich die Diskussion um Gott, Opferungen, Glaube, Gehorsam, Geschlechterunterschiede zu einem eindringlichen Disput. Abel (Chabel) ist gottesfürchtig und besessen, seine Opferschlachtung das Gegenteil - brutal zerschneidet er das Schaf, seine Mutter langt auch kräftig zu. Extrem künstlich wirkt dieser Glaube, der keiner ist. Dazwischen die Eheproblematik Adahm und Chawas. Es gibt kein Begehren mehr, Chawa vermisst Sexualität. Ihre beiden Söhne geraten ins Visier, sie fühlt sich ebenso angezogen von ihnen wie die Söhne von ihr - Männer- und Frauenmangel, eine Notsituation. Kajin ringt mit sich, kann sich noch mehr kontrollieren als Abel, der blind verliebt in ihre Arme taumelt. Als Chawa sich nach oben bewegt, trifft sie Chabel und die Moral ist dahin. Sie stürzen sich aufeinander und verkehren sexuell. Die Mutter-Sohn-Beziehung rutscht in Notfortpflanzung [der letzten oder ersten (?) Menschen] und Inzest ab, aus lauter Liebeshunger, kaum zu glauben, dass eine Frau so stark in Versagungsnöten sein soll. Wie hätte die Menschheitsgeschichte ablaufen müssen, hätte die Urfamilie keine Frau für die Söhne gefunden? Mit Inzest? Sehr wahrscheinlich. War das der Anfang der Menschheitsgeschichte? Diese äußerst seltene Fragestellung mag auch den Dramatiker und dessen Zuschauer 1912 beschäftigt haben. Es ist vergleichbar mit der ebenfalls krassen Frage, ob Menschen, wenn es nichts mehr zu essen gibt oder in Extremsituationen, beginnen sich gegenseitig zu töten und zu essen. Kajin beobachtet die beiden und geht wutentbrannt dazwischen, tötet seinen Bruder aus Eifersucht und Wut, schließlich kastriert er sich sehr brutal bei lebendigem Leib aus Entsetzen über sich selbst, er stirbt ebenfalls. Alles, alles ganz weit weg von Religiosität trotz anhaltender und fortlaufender Lobpreisungen. Der schöne Schein kann sich nicht halten. Chawa und Adahm finden wieder zueinander, aber die betagten Eltern sollen noch Kinder bekommen? Oder ist Chawa schwanger von Chabel? Der Anfang der Menschheit tatsächlich durch Inzest und durch Krieg und Tote in der Urfamilie?

Der Komponist nutzt in diesem Werk innovative Kompositionstechniken und schafft eine klangliche Darstellung der Entstehung bzw. Entwicklung der Menschheit, die keine gewöhnliche ist. Die Premiere "Die Ersten Menschen" im Juli 2023 in Frankfurt war eine beeindruckende Darbietung. Sie zeigte die Fähigkeiten und das Engagement der Beteiligten, von der musikalischen Leitung des scheidenden Generalmusikdirektors Sebastian Weigle über die Solisten bis zur sorgfältigen Inszenierung von Tobias Kratzer. Das Publikum erlebte ein expressionistisches Opernwerk, das sowohl in seiner musikalischen Ausführung als auch in seiner Ausgestaltung einen tiefen Eindruck hinterlässt.

Ein herausragendes Merkmal des Werkes ist die Verwendung von ungewöhnlichen Instrumenten und Klängen, um die Entwicklung der Menschheit darzustellen. Stephan nutzt beispielsweise primitive Trommeln, um die Anfänge der menschlichen Zivilisation zu repräsentieren. Diese unkonventionelle Instrumentierung verleiht dem Werk eine einzigartige Atmosphäre und zeigt Stephans kreative Herangehensweise an die Musik. Ein weiteres Highlight ist die Verwendung von Dissonanzen und atonaler Musik, um die Konflikte und Herausforderungen der Menschheit darzustellen. Stephan stellt musikalisch die Spannung zwischen Fortschritt und Rückschritt dar und spiegelt damit die menschliche Erfahrung wider. Diese Dissonanzen können als kritische Reflexion auf die Gesellschaft und ihren Zustand nach 1900 verstanden werden, in der das Werk entstanden ist, sowie übergeordnet ein menschliches Problem beschreiben. "Die Ersten Menschen" ist ein bedeutendes Werk in der Musikgeschichte, das einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der modernen Musik geleistet hat.




Originalfassung des Dramas von 1908





Wie war's in LE VIN HERBÉ von Frank Martin in der OPER FRANKFURT?

v.l.n.r. Juanita Lascarro (Iseut, die Blonde), Jarrett Porter (Herzog Hoël),   
Theo Lebow (Kaherdin) und Rodrigo Porras Garulo (Tristan)
Bildnachweis: Barbara Aumüller

"Le Vin herbé" ist eine Kammeroper in zwölf Szenen und basiert auf der tragischen Liebesgeschichte von Tristan und Isolde. Der Text der Oper wurde von Joseph Bédier verfasst und basiert auf dessen Roman "Roman de Tristan et Iseut". Frank Martin komponierte das Werk zwischen 1938 und 1940. In einer Zeit, die Wagners Tristan und Isolde feierte und ideologisch vereinnahmte, komponierte Frank Martin einen neutralen Tristan, nahe an den literarischen Überlieferungen der Tristan-Saga und quasi als Herausforderung von Richard Wagners Pomp und seinen Interpreten. Martin stellte in seinem Oratorium Solostimmen, ein Vokalensemble, sechs solistische Streicher und Klavier gegen die wagnerische orchestrale Vollbesetzung, vor allem auch mit dessen  Blasinstrumenten (Fagott mit tiefem A, eine Altoboe, eine Bassklarinette, Trompete in C). 

Juanita Lascarro (Iseut, die Blonde; liegend) und
Rodrigo Porras Garulo (Tristan; hockend)

In Frankfurt a.M. wegen Corona erst am 07. Juli 2023 von Tilmann Köhler zur Premiere gebracht, erwartete uns ein großes etwa 10 m hohes und 20 m breites "Regal" in stumpfem Winkel auf der Bühne, in dessen 32 Fächern die Solisten und Chorstimmen agierten, den Platz wechselten und so eine Präsentationsform im Sinne einer dynamisch-vividen Ausstellung verwirklichten. Das Bühnenbild stammt von Karoly Risz, Kostüme von Susanne Uhl. 

Die musikalische Komposition in „Le Vin herbé“ zeigt Frank Martins Meisterschaft in Harmonie und Tonalität, die vom Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Takeshi Moriuchi, Tokyo, jetzt Frankfurt, sehr adäquat umgesetzt wurde. Der Einsatz reicher Harmonien und Chromatik erzeugt in der gesamten Oper ein Gefühl emotionaler Tiefe und Komplexität. In der Eröffnungsszene beispielsweise spiegeln die dissonanten Akkorde und aufgelösten Harmonien den inneren Aufruhr der Charaktere wider. Diese musikalische Sprache wird durch Martins Wahl der Tonalität noch verstärkt, mit häufigen Modulationen und Tonartenwechseln, die ein Gefühl von Spannung und Vorfreude erzeugen. Neben den harmonischen Elementen tragen auch die melodischen Muster und Motive von „Le Vin herbé“ (Kräutertrank) zu seiner musikalischen Schönheit bei. Martin verwebt gekonnt wiederkehrende melodische Themen durch die Oper und schafft so ein Gefühl der Einheit und des Zusammenhalts. Beispielsweise wird das betörend schöne Liebesthema, das erstmals im Duett zwischen Tristan Rodrigo Porras Garulo (Tristan) und Juanita Lascarro (Iseult, die Blonde) vorgestellt wurde, später in verschiedenen Formen wieder aufgenommen und stellt die dauerhafte Liebe zwischen den beiden Figuren dar. Dieses melodische Motiv dient als roter Faden, der die Oper zusammenhält.

Das Libretto von „Le Vin herbé“ basiert auf der Legende von Tristan und Iseult, einer zeitlosen Geschichte über verbotene Liebe und tragisches Schicksal. Der Librettist Joseph Bédier adaptiert die Geschichte gekonnt für die Oper und fängt die Essenz der Charaktere und ihre komplexen Beziehungen ein. Die emotionale Reise von Tristan und Iseult wird mit Tiefe und Nuancen dargestellt und ermöglicht es dem Publikum, sich in ihre Kämpfe und Konflikte hineinzuversetzen. Besonders hervorzuheben ist die Charakterentwicklung in „Le Vin herbé“. Tristan und Iseult werden als sich verändernde Charaktere dargestellt, jeder mit seinen eigenen Stärken und Schwachstellen. Der sehr überzeugende Tenor Garulo und die reizvolle Sopranistin Lascarro stellen dies ganz hervorragend dar. Durch ihre Interaktionen und Soli werden wir Zeuge ihres Wachstums und ihrer Transformation, während sie die Komplexität ihrer Liebe inmitten gesellschaftlicher Normen, Grenzen und moralischer Dilemmata bewältigen.

Der Kräutertrank, der auch ein Zaubertrank und Gift ist bestimmt das Leben der Menschen, die ihn zusammen trinken. Er ermöglicht unglaublich tiefe Liebe und verheißt auch, dass beide zusammen sterben werden. Was im ersten Akt aufblitzt nach dem ungeplanten Genuss des Getränks, das ursprünglich von Iseults Mutter für ihre Tochter als Braut des Königs Marc (herrschender Bassbariton Kihwan Sim) und den König gedacht war, ist Tristans Vision, dass aus seinem Herz ein Brombeerstrauch wachsen würde, der beide miteinander verbinden würde. Am Ende schließt sich der Kreis. Die Liebenden werden getrennt, Marc heiratet Iseut, Tristan entführt sie, und beide entkommen dem Tod, weil Marc die Reinheit der Liebe zwischen dem schlafenden Paar erkennt und sie verschont. Jahre später hat Tristan seine Iseult 2 (die Weißhändige, konkurrierend die aparte Mezzosopranistin Cecilia Hall) geheiratet, die ihn auch liebt, er aber sinnt nach seiner wirklich Geliebten. In einem Krieg, den er mit und für seinen Freund Kaherdin (Tenor Theo Lebow) führt, wird er von einer vergifteten Lanze getroffen. Er hofft auf die Rückkehr seiner Geliebten, er weiß, dass sie kommen wird, weil er sie hatte rufen lassen, stirbt aber nach der Lüge seiner zweiten Frau, dass Iseut, die Blonde, nicht auf dem Weg sei. Diese kommt aber doch, umarmt den vergifteten Mann und stirbt ebenfalls. König Marc lässt die beiden an der Küste der Normandie begraben. Aus dem Grab Tristans wächst ein Brombeerstrauch über beide Gräber. 


Freitag, 21. Juli 2023

Mit Witz, Comedy und Kabarett gegen die destruktiven Kräfte von Aggression, kriegerischen Auseinandersetzungen und Dauerkrieg

Reality-Game zur Meinungsänderung

In Zeiten des Krieges und der Konflikte suchen die Menschen nach Möglichkeiten, mit der äußerst belastenden und schwierigen Realität umzugehen. Eine unkonventionelle Methode, die sich als hilfreich erwiesen hat, ist der Einsatz von Witzen, Comedy und Kabarett. In diesem Blogbeitrag werden wir fragen und beantworten, warum und wie diese Formen der Unterhaltung den Menschen in solchen Zeiten helfen können.

Die Kraft des Lachens
Das Lachen hat eine erstaunliche Kraft, um den Geist zu erheben und Stress abzubauen. In schwierigen Zeiten kann Humor eine willkommene Ablenkung bieten und die Menschen dazu bringen, ihre Sorgen für einen Moment zu vergessen. Witze, Comedy und Kabarett können eine positive Stimmung erzeugen und sogar eine therapeutische Wirkung haben. 

Die Bewältigung von Traumata
Der Krieg hinterlässt oft tiefe emotionale Wunden. Witze, Comedy und Kabarett können dazu beitragen, diese Wunden zu heilen und den Menschen zu helfen, ihre Traumata zu bewältigen. Durch den humorvollen Umgang mit dem Thema Krieg können die Menschen eine gewisse Distanz zu ihren eigenen Erfahrungen gewinnen und so den Heilungsprozess unterstützen. 

Gesellschaftskritik und politische Satire
Witze, Comedy und Kabarett über den Krieg bieten eine Möglichkeit, gesellschaftliche Missstände und politische Probleme anzusprechen. Durch satirische Darstellungen können die Künstler auf humorvolle Weise auf die Fehler und Ungerechtigkeiten hinweisen, die mit dem Krieg einhergehen. Dies kann dazu beitragen, das Bewusstsein für diese Probleme zu schärfen und den Wunsch nach Veränderung zu wecken. 

Einheit und Solidarität
In schwierigen Zeiten kann Humor Menschen zusammenbringen und eine Atmosphäre der Einheit und Solidarität schaffen. Witze, Comedy und Kabarett über den Krieg können dazu beitragen, dass sich die Menschen verbunden fühlen und gemeinsam über die Widrigkeiten lachen. Dies stärkt den Zusammenhalt in der Gesellschaft und gibt den Menschen das Gefühl, dass sie nicht allein sind.

Witze, Comedy und Kabarett sind nicht dazu gedacht, den Krieg zu veralbern oder das Leiden der Menschen zu ignorieren. Sie dienen vielmehr als Mittel, um mit den Herausforderungen umzugehen und einen positiven Ausblick auf die Zukunft zu bewahren. 

Lassen Sie uns einmal hypothetisch darüber nachdenken, wie man auf humorvolle Weise mit den Themen "Putin verliert den Krieg" und "Wir überzeugen seine Verbündeten, dies auch zu verstehen" umgehen kann.

Stellen Sie sich vor, wir könnten eine riesige Party organisieren, bei der Putin-Treue, -Verbündete und -Anhänger eingeladen sind. Aber anstatt politischer Diskussionen und Auseinandersetzungen servieren wir ihnen eine ordentliche Portion Humor. Komiker aus der ganzen Welt treten auf und bringen die Politiker und ihre Begleitung zum Lachen. Durch den Humor könnten wir möglicherweise die starren Ansichten einiger Anhänger aufbrechen und die Bedeutung von Toleranz und Dialog im Gegensatz zum primitiven Kriegführen betonen.

Eine andere Idee wäre es, eine Reality-TV-Show namens "Putins Verbündete im Rampenlicht" zu schaffen. In dieser Show würden wir Putins Anhänger in absurde und humorvolle Situationen vielleicht auch in Kriegssettings indoor und outdoor bringen, die ihre Sichtweisen herausfordern. Durch witzige Challenges und ironische Kommentare könnten wir einen unterhaltsamen Weg finden, um die Wichtigkeit von Vielfalt und Meinungsfreiheit und Sinnlosigkeit von Krieg zu vermitteln.

In der ernsten Realität können wir mit mehr Fakten und Informationen dazu beitragen, ein breiteres Verständnis für politische Fragen zu schaffen, und die Notwendigkeit eines offenen Dialogs betonen. Wir sollten politische Differenzen auf friedliche und demokratische Weise angehen und uns für Toleranz und Verständnis einsetzen. In einer Welt, in der wir mit Humor über Dialog nachdenken, können wir vielleicht in einigen Fällen einen Weg finden, politische Differenzen zu überwinden und eine friedlichere Zukunft zu gestalten. 

Montag, 17. Juli 2023

MAK Frankfurt a.M.: "Prometheus Unbound" von Meiro Koizumi, Yokohama (VR-/AR-Reality)

Fotos: Stefan Vieregg


Eine ungewöhnliche Installation von Warten und Träumen mit literarischen Strecken und ritualhafter Wiederholung des Gesprochenen und der Handlung ist das VR- und AR-Reality-Arrangement von Meiro Koizumi im Rahmen von THEATER DER WELT 2023 (29.06.-16.07.2023) im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt a.M. Die Anwesenheit der Besucher und Techniker führt zu einer Durchmischung von echten und unechten Figuren (Avatare von existierenden oder AI-Menschen), verschmilzt echte Realität und künstliche Realität/Projektionen. Auch andere Künstler greifen darauf zurück oder zeigen ganz andere Kunst mit Videosequenzen.

Ihre Mitbesucher werden zu fast transparenten Figuren in der VR-/AR-Brillen-Darstellung. Bewegten sie sich als Tänzer, künstlerisch, wie schwebend, wären sie fast vollständig in der visuellen Projektion integriert. So bleibt die Trennung klar, aber eben nicht sehr hart im Kontrast. Es schweben größere schwarze Würfel durch die Luft, durch einen durch. Man sieht immer wieder neue Besucher, die von Technikern ausstaffiert werden.

Höhepunkt der VR-Projektion ist ein Traum, der genau von einer Stimme beschrieben auch sichtbar wird. Eine Todeserfahrung im Traum, unbewusste Angst und Verarbeitung der Covid-19-Pandemie generiert ein Zerstückelungserlebnis des Träumenden. Er fühlt sich nach einem Bedrohungserlebnis in zwei Teile geteilt, und begegnet anderen Toten, selbst seinen Familienmitgliedern, anwesende, schwebende Personen, nicht ansprechbar, teilweise ebenfalls nur durch Augenpaare in Form von IP-Cams angedeutet.

Der Brillenbetrachter sieht sie schweben, sitzen, gruppiert im Gespräch, alleine, hintereinander laufend oder unbeweglich schwebend. Sie kommen auf den "Träumer" zu, laufen je nach Sitzposition vorbei oder durch ihn durch. Der Hintergrund wird gleißend hell, und die Szenerie ändert sich, zunächst denkt man eine Wand, eine Mauer, aber schaut man nach oben, zeigen sich Wolkenkratzer der Japan- bzw. China- oder Singapore-Klasse, genauso nach unten, über hunderte Meter nach oben und nach unten Wolkenkratzer. Irgendwo in der Mitte der Betrachter. Die Familenangehörigen und andere tagen sitzend in der Luft, weiter unten. Minutenlang also ein Mitschweben des Betrachters, fern von Höhenangst, wenn man sitzt.

Und wieder ändert sich der Ablauf: Ein großer schwarzer Körper schiebt sich in der Mitte von oben nach unten. Eine Art Skelett-Skulptur erscheint, sie zerfällt in Einzelteile, die sich im Kreis drehen und zur Mitte zurückkehren. Zerstückelung und Ganzheit im Wechsel. Dies soll symbolisieren, dass aus allen Mitwirkenden, Elementen, Traumfiguren ein einziges, zusammenfassendes Gefüge aus Knochen u.a. wird, vereint in demselben Schicksal, zerfällt und sich regeneriert, bis der Traum endet. Der Träumer erwacht, die Performance am Ende.  


Naturkatastrophen und ihre Ausmaße: Türkei/Syrien und Ahrtal

Anfang Februar wurden der Südosten der Türkei sowie Teile Syriens von mehreren verheerenden Erdbeben getroffen. Es gab Zehntausende Todesopfer, Millionen von Menschen wurden obdachlos. Häuser, Schulden oder Krankenhäuser müssen nun wiederaufgebaut werden. Hunderte Milliarden EUR kostet der Wiederaufbau und wird sicher nicht vollständig passieren.

Das Ausmaß an Zerstörung der Infrastruktur nach den Erdbeben ist enorm groß, der Wiederaufbau wird über ein Jahrzehnt dauern. Die Türkei braucht Unterstützung, deswegen auch der aufflammende Wunsch als etwaiges EU-Mitglied aus dem Topf entnehmen zu können. Das DIHK (Dt. Industrie- u. Handelskammer) und Partner sucht Wege zum Aufbau und Beschäftigung von Menschen im Katastrophengebiet.


Deutsche Katastrophenbaustelle (von mehreren): Ahrtal

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 verändert sich das Leben von 42.000 Betroffenen schlagartig. Es starben in Rheinland-Pfalz mindestens 136 Menschen., mehr als 9.000 Gebäude wurden zerstört. Die Schäden etliche Milliarden EUR.

Wie sieht es heute aus?

28 Brücken in Rheinland-Pfalz wurden zerstört oder stark beschädigt. Sechs davon sind wiederhergestellt, zwölf befinden sich im Bau oder Planung, Zehn sind noch unbearbeitet.

29 Schulen beschädigt, zehn sind repariert. 19 warten noch.

55 Kirchen zerstört oder beschädigt, darunter 26 Kirchen und Kapellen und 15 Pfarrheime. Keine Angaben, wie weit die Wiederherstellung ist.

55 Bundes-, Landes- und Kreisstraßen beschädigt, 29 endgültig wiederhergestellt.

Rund 600 Kilometer Schiene in NRW und RLP, 50 Brücken, 40 Stellwerke, 180 Bahnübergänge und mehr als 100 Bahnhöfe beschädigt oder zerstört.  90 Prozent der Bahnstrecken wieder befahrbar, 10 Prozent müssen noch wieder hergestellt werden, 

Von 174 Sportstätten 69 zerstört oder beschädigt worden. Mit Stand Anfang 2023 befinden sich davon mindestens 38 im Wiederaufbau.

Fünf Krankenhäuser und zwei Rehakliniken wurden beschädigt. Ein Krankenhaus und eine Rehaklinik wieder in Betrieb.







Donnerstag, 13. Juli 2023

Oper Frankfurt a.M.: DIE ERSTEN MENSCHEN Oper in zwei Aufzügen von Rudi Stephan noch am 15., 17., 20. Juli 2023

 v.l.n.r. Ambur Braid (Chawa) und Iain MacNeil (Kajin; stehend) 
sowie Ian Koziara (Chabel; nicht sichtbar auf dem Boden liegend)

Noch weitere Vorstellungen am 15., 17., 20. Juli 2023 


Premiere 

DIE ERSTEN MENSCHEN
Oper in zwei Aufzügen von Rudi Stephan 

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln 

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Inszenierung: Tobias Kratzer
Mitwirkende: Andreas Bauer Kanabas (Adahm), Ambur Braid (Chawa),
Iain MacNeil (Kajin), Ian Koziara (Chabel)

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr. 

Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) 

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper 

Rudi Stephan (1887-1915) vollendete seine Oper Die ersten Menschen 1914. Die Uraufführung fand jedoch erst 1920 in Frankfurt statt; bereits fünf Jahre zuvor war der Komponist als Soldat an der Front gefallen. Eine eigenwillige Stimme war verstummt, noch ehe sich ganz entfalten konnte, was bereits wenige Werke versprachen. 

Die ersten Menschen sind aus dem Paradies vertrieben worden. Sie suchen ihren Weg in einer neuen Welt, in der sie von nun an leben müssen: Chawa erinnert sich sehnsüchtig daran, wie Adahm sie einst, im Frühling ihrer Liebe, begehrt hatte. Doch Adahm ist müde geworden und vollauf mit dem Ringen um das nackte Dasein beschäftigt. Sein Sohn Kajin verweigert sich diesem Ringen „im Schweiße des Angesichts“; stattdessen gibt er seinem inneren Drang nach und streift durch die Wildnis auf der Suche nach einer Frau. Chabel wiederum sucht das „Heil“ in der Anbetung eines gütigen Gottvaters, dem er ein Opfer darbringt. Beide begehren ihre Mutter auf unterschiedliche Weise. Als Kajin Chawa und Chabel nachts in ekstatischer Vereinigung überrascht, erschlägt er den Bruder. In einer Vision sieht er die Zukunft voraus: Ihr Kennzeichen ist „kommendes Blut kommender Menschheit“. 

Mit dieser Neuproduktion beschließt Sebastian Weigle seine 15jährige Amtszeit als Generalmusikdirektor an der Oper Frankfurt, während der für ihn die Werke von Richard Strauss und Richard Wagner im Zentrum standen. Kürzlich dirigierte er in Frankfurt eine Neuproduktion von Elektra und gastierte mit Tannhäuser am Royal Opera House Covent Garden in London sowie an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. 



Mittwoch, 12. Juli 2023

Sehenswerte Filme - Forrest Gump, Rain Man ...

 Im Fernsehen:



Forrest Gump
16.07.2023, 22:55, Sat1
COMMUNITY 8.2
Mad Max: Fury Road
16.07.2023, 22:00, ProSieben
COMMUNITY 7.7


Mad Max: Fury Road
17.07.2023, 02:15, ProSieben
COMMUNITY 7.7
Rain Man
16.07.2023, 20:15, ARTE
COMMUNITY 7.6



Im Kino:

Mission: Impossible 7 - Dead Reckoning Teil Eins
KINOSTART 13.07.2023
COMMUNITY 7.7
Mit Liebe und Entschlossenheit
KINOSTART 13.07.2023
COMMUNITY 5.9

Mittwoch, 5. Juli 2023

Oper Frankfurt: 7. Juli 2023 // LE VIN HERBÉ (DER ZAUBERTRANK) // Frankfurter szenische Erstaufführung

 Freitag, 7. Juli 2023, um 19.30 Uhr im Opernhaus 

Neueinstudierung nach coronabedingter Premierenabsage 2020/21 

Le Vin herbé - Tristan und Iseut
Bildnachweis: Barbara Aumüller


Frankfurter szenische Erstaufführung 

LE VIN HERBÉ (DER ZAUBERTRANK) 

Weltliches Oratorium (1938/1941) von Frank Martin 

In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln 

Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi; Regie: Tilmann Köhler 

Mitwirkende: Juanita Lascarro (Iseut, die Blonde), Cecelia Hall (Iseut, die Weißhändige), 

AJ Glueckert (Tristan), Clara Kim (Branghien), Kihwan Sim (König Marc), Theo Lebow (Kaherdin), Cláudia Ribas (Die Mutter von Iseut der Blonden), Jarrett Porter (Herzog Hoël) u.a. 

Weitere Vorstellungen: 10. (19.30 Uhr), 14. (19.30 Uhr), 16. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 16. (19.30 Uhr) Juli 2023 

Preise: € 16 bis 155 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) 

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper 

Eigenwillig und durchaus mutig war das Vorhaben des Schweizer Komponisten Frank Martin (1890-1974), die Tristan-Sage sechzig Jahre nach Richard Wagner in einer grundlegend neuen Form zu vertonen. Ein anderer Tristan entstand, dessen Gattungsbezeichnung als weltliches Oratorium wie ein klar gesetztes kompositorisches „Gegenprogramm“ zu Wagners Musikdrama wirkt. Im Gegensatz zum übermächtigen, musikdramatischen Vorbild beschränkte sich Martin in seiner Partitur auf Solostimmen, ein Vokalensemble – dessen Part in dieser Produktion ausnahmsweise vom Chor der Oper Frankfurt übernommen wird –, sechs solistische Streicher*innen und Klavier. Auch bei der Wahl der Vorlage unterscheidet sich Martin von Wagner, indem er sich nicht auf Gottfried von Straßburg, sondern auf Le Roman de Tristan et Iseut des französischen Mittelalterforschers Joseph Bédier von 1900 bezieht. Daraus kreierte der Komponist eine objektivierte Erzählweise, in der die Handlung vom Vokalensemble erzählt und kommentiert wird und einzelne Protagonisten, wie Tristan, Iseut oder König Marc, solistisch hervortreten. 

In 18 Bildern mit einem Prolog und einem Epilog gestaltete Martin die Geschichte von Tristan und Isolde von der Überfahrt nach Cornwall, wo Isolde gegen ihren Willen König Marke heiraten soll, bis zu beider Tod. Das Werk wurde am 26. März 1942 konzertant auf Französisch in der Tonhalle Zürich uraufgeführt, die erste szenische Präsentation erfolgte am 15. August 1948 in deutscher Sprache bei den Salzburger Festspielen. In Frankfurt ist Martins weltliches Oratorium erst jetzt in einer Neueinstudierung nach coronabedingter Premierenabsage 2020/21 in szenischer Erstaufführung zu erleben. 

Die musikalische Leitung übernimmt Takeshi Moriuchi, der seit 2018/19 als Studienleiter an der Oper Frankfurt engagiert ist. Im Dezember 2022 sprang er in der Alten Oper äußerst kurzfristig als Dirigent des 4. Sinfoniekonzerts des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters ein. Der ursprünglich vom Schauspiel kommende Regisseur Tilmann Köhler ist ein gern gesehener Gast in Frankfurt, wo er bisher mit verschiedenen Barockopern auch Arbeiten für das Musiktheater vorlegte. Die Besetzung stammt vollständig aus Ensemble und Opernstudio der Oper Frankfurt: Juanita Lascarro (Iseut, die Blonde), Cecelia Hall (Iseut, die Weißhändige), AJ Glueckert (Tristan), Clara Kim (Branghien), Kihwan Sim (König Marc), Theo Lebow (Kaherdin), Cláudia Ribas (Die Mutter von Iseut der Blonden) und Jarrett Porter (Herzog Hoël). 


Dienstag, 4. Juli 2023

Künstlerhaus Edenkoben // Poesie der Nachbarn - LITAUEN // 09.07.2023

 

Sonntag, 09. Juli 2023, 11 Uhr


Poesie der Nachbarn

Dichter übersetzen Dichter
Poetai verčia poetus

                    LITAUEN

Zweisprachige Lesung mit Gedichten von Simonas BernotasNerijus Cibulskas, Vaiva Grainytė, Birutė Grašytė-Black, Tautvyda Marcinkevičiūtė und 
Donatas Petrošius übersetzt von Uwe Kolbe, Dagmara Kraus, Thomas Kunst, Marcus Roloff, Lara Rüter und Sonja vom Brocke.


Vom 04.07. bis 10.07.2023 findet im Künstlerhaus Edenkoben zum fünfunddreißigsten Mal die Übersetzer-Werkstatt „Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“ statt. Dabei treffen in Edenkoben sechs deutschsprachige auf sechs litauische Lyriker und Lyrikerinnen, um deren Gedichte ins Deutsche zu übertragen. Zum Abschluss werden die Ergebnisse von den Autoren in zweisprachigen Lesungen vorgestellt.                                                 

Philologische Begleitung
:     Dr. Rūta Eidukevičienė
Projektleitung:                  
Hans Thill
Musik im Künstlerhaus:       
Delia Stegarescu

Ziel des Projekts „Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“ ist es, sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden, um die Lyrik anderer Länder im deutschen Sprachraum bekannt zu machen. Dazu leihen deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker ihren Kollegen und Kolleginnen aus dem jeweiligen Gastland ihre Stimme. Der Weg führt dabei von durch einen Philologen erstellten Interlinearversionen über Gespräche und Diskussionen hin zu Nachdichtungen. Gleichzeitig entstehen grenzüberschreitende Dichterfreundschaften und nachhaltige Netzwerke. Die zweisprachigen, öffentlichen Lesungen gewähren einen Einblick in die Übersetzungsarbeit und bieten dem Publikum die Möglichkeit, Bekanntschaft mit den Autoren zu schließen.

In den vergangenen vierunddreißig Jahren konnte so Lyrik aus Dänemark, Ungarn, Spanien, Island, den Niederlanden, Bulgarien, Italien, Frankreich, Norwegen, Irland, Estland, Rumänien, Portugal, Finnland, Griechenland, Russland, England, der Ukraine, der Schweiz, Slowenien, Schweden, Kroatien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, der Türkei, Polen, der Slowakei, Lettland, Serbien, Syrien, nochmals Italien, Schottland, Israel und nochmals Spanien ins Deutsche geholt werden. Die literarische Reihe „Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“, die im Verlag 
Das Wunderhorn (bis 2003 Edition die horen) erscheint, dokumentiert die Ergebnisse. Von Gregor Laschen begründet, wird sie heute von Hans Thill geleitet.

Künstlerhaus Edenkoben
Klosterstr. 181
67480 Edenkoben
Tel.: 06323-2325

buero@kuenstlerhaus-edenkoben.de
www.kuenstlerhaus-edenkoben.de

Julibrief 2023 vom Literarischen Verein der Pfalz

-Der Schreibwettbewerb im Juli 2023: Diesmal geht es wieder um GEDICHTE, um GEREIMTES, UNGEREIMTES, BALLADEN, oder auch LIEDER.

Einsendeschluss ist Montag, 31. 7. 2023. Format: ca. 1 DIN A-4 Seite, Arial 12. Die Texte werden anonymisiert, dann den beteiligten Autoren zur Beurteilung zugeschickt. Die Texte werden mit 1 oder 2 Punkten beurteilt (außer den eigenen natürlich). Offizielle Auswertung erfolgt ca. in der ersten Woche des Folgemonats. Bitte schickt Euer Votum bis Freitag, 4. August 2023 an krausmargit1@gmail.com.

Die Gewinnertexte sollen für eine spätere Anthologie gesammelt und dann veröffentlicht werden.

Die Gewinnerin im Monat Mai ist Ursula Dörler aus Stelzenberg mit dem Gedicht:


Miteinander allein

zwei

miteinander allein

getrennt zusammen

nicht richtig

auseinander

nicht richtig

beieinander



eigene Wege gehen

allein selbstverliebt

fremdeln

aneinandergeraten

auseinandersetzen



einander nähern

einander verlangen

quantisiert berühren

aufeinander übereinander

richtig durcheinander

zu zweit



Aus Birkenau-Hornbach:

-Lilo Beil nimmt an der Endausscheidung/Finale! in der Kategorie Prosa-Text beim 36. Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe in Dannstadt- Schauernheim teil. Im Zentrum Alte Schule (=ZAS) in der Hauptstr. 139-141 in 67125 Dannstadt-Schauernheim.

Eintritt frei.

Aus Edenkoben/Künstlerhaus Edenkoben:

-Vom 4. 7. 2023 bis einschließlich. 10. 7. 2023 findet im Künstlerhaus Edenkoben die 35igste Übersetzerwerkstatt „Dichter übersetzen Dichter“ statt.

-Am Sonntag, 9. 7. 2023 um 11 Uhr findet im Rahmen der Reihe „Poesie der Nachbarn“ eine zweisprachige Lesung mit Gedichten von Simona Bernotas, Nerijus Cibulkas, Vaiva Grainyte, Biruté, Grasyté-Black, Tantvyda, Marcinkeviciuté und Donatas Petrosius, übersetzt jeweils von Uwe Kolbe, Dagmara Kraus, Thomas Kunst, Marcus Roloff, Lara Rüter und Sonja vom Brocke statt.

Aus Kaiserslautern:

-Wie der Bezirksverband mitteilt, findet am Samstag, 15. 7. 2023 in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern ,Bismarckstr. 17, von 11 bis 16 Uhr das jährliche Hoffest statt. U. a. mit einem Vortrag von Eva Hofmann über moderne Garten- und Balkongestaltung. Danach wird einiges Kulinarische angeboten (u. a.) Saumagenburger, Flammkuchen, Kaffee und Kuchen.

Eine große Auswahl an antiquarischen Büchern steht auch bereit.

-Gruppentreffen der Lauterer Autor*innen:

Am Montag, 17. 7. 2023 um 18 Uhr findet das nächste Treffen der Autoren/Autorinnen der Lauterer Autorengruppe statt, wieder im Belleville.

Aus Kirchheimbolanden:

-DLV: Am Samstag, 1. 7. 2023 ab 19 Uhr findet im Weiherhof/Bolanden im Blauen Haus, Parkallee, ein Poetry Slam statt. Veranstalter: Der Donnersberger Literaturverein.

Moderator: Markus Becherer

Eintritt: 6 Euro.

Aus Landau:

-Ein Workshop trifft sich am Donnerstag, 6. 7. 2023 ab 19 Uhr in Landau-Godramstein in der Plöck 15 a bei Birgit Heid. Besprochen werden die vier folgenden anstehenden Veranstaltungen:

Sommertexte für den 6. 8. 23 15 Uhr in Gleisweiler, die Kultursommer-Vorbesprechung am 17. 8. 2023 zum Thema „Wein“. Anlass: der 750igste Stadtgeburtstag im Jahre 2024, die Kulturnacht des Vereins „Leben und Kultur“ am 29. 9. 2023, sodann um 20 Uhr im Landauer Zentrum.

Aus Ludwigshafen:

-Am Freitag, 7. 7. 2023 um 19 Uhr findet im Zentrum Alte Schule in 67125 Dannstadt-Schauernheim in der Hauptstr. 139-141 die Austragung des 36. Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe statt. Edith Brünnler liest im Finale! Eintritt frei.

-Am Sonntag, 9. 7. 2023 beginnt um 10 Uhr ein Gottesdienst „uff Pälzisch“ mit Dekan i. R. Friedhelm Jakob in der Gedächtniskirche in 67346 Speyer. Am Bartholomäus-Weltz-Platz in Speyer. (Für die Navi: „Schwerdtstraße“!) Während des Gottesdienstes liest Edith Brünnler einen Mundart-Text. Um Spenden wird gebeten.

Aus Marnheim bei Kaiserslautern:

-Am Freitag, 7. 7. 2023 findet um 18 Uhr im Haus Frank in der Bolanderstr. 6 in Marnnheim eine Mundartlesung der pfälzischen Mundart-Dichterin Regine Pfanger statt.(Donnersberger Literaturtage).

Aus Speyer:

Am Donnerstag, 27. 7. 2023 um 18.30 Uhr ist das nächste Treffen der Speyerer Sektion Spira in der Bücherei der St. Josephskirche.


-Ausschreibungen/Stipendien:

-Über das Portal „autorenwelt“ 18/2023, und dort wiederum unter “Förderungen“ können Sie sich gerne an vier neu ausgeschriebenen Wettbewerben und zwei Stipendien beteiligen. Mit dem Einsendeschluss jeweils Ende Juli 23/Anfang August 2023.

-Interessante Ausschreibungen gibt es für Sie auch über den Link:

https://geest-verlag.de/ausschreibungen


-Vorausschau:

-Am Sonntag, 13. 8. 2023 ab 11 Uhr findet im „Schreiwerhaisl“ Schifferstadt, Lillengasse 5 eine Mundartlesung erster Güte statt. Mitwirkende: Edith Brünnler, Anette Butzmann, Lothar Seidler und Birgit Heid (Lothar Seidler und Birgit Heid sind mit ostfränkischen Texten vertreten.)

-Am Samstag. 16. 9. 2023 Uhr findet in Landau-Godramstein von 14 bis 20 Uhr das diesjährigePoetenfeststatt. Das Motto dieses Jahr: „Der Herbst ist gut.“. Gefragt sind Prosa- und Lyriktexte.

[Anmeldung, wenn Sie möchten, gerne ab sofort bei: birgit-heid@t-online.de]