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Sonntag, 1. April 2012

Candida C. Stapf: Filigrane Papierschnittkunst, bunte Buddhas und Urnen im Kleinen Kunstbahnhof, St.Julian-Eschenau


Candida C. Stapf aus Stuttgart ist eine ungewöhnliche Künstlerin. Nicht der Pinsel, die Leinwand und Farbe beschäftigen sie, sondern Papiere aller Art und Qualität sowie die Schere. Mit sehr sicherer Hand schneidet sie filigrane Formen heraus, klebt Details aus anderen Papieren auf und fügt in der Art der erzählerischen Bricolage äußerst interessante Motive zusammen. Einerseits der tanzende Einzelmensch andererseits tanzende Paare in gegenseitiger Anziehung oder bei der Vereinigung sowie Tiermenschen. Daneben gibt es eine Reihe mit kulinarischen Schnittbildern (à table) und Buddha-Schnittbildern, wo sie offensichtlich ihre kleinen Zöglinge, die bunten und sehr asiatisch anmutenden Buddhas aus Kartonagenmaterial, etwa 30 cm hoch, wieder aufgreift. 
Eine besondere Sparte in ihrem Schaffen ist das Herstellen von künstlerischen Urnen, jede ein Unikat. Die Urnen sind ebenfalls aus Kartonagenmaterial hergestellt, das innerhalb von 6 Monaten im Erdreich zerfällt. Kein tristes Sterben mehr, sondern farbenfroh. In diesen Kurzzeitbehausungen zu Grabe gebracht scheint der Schmerz gemildert. Das Papierdesign und die Farben sind nach Absprache mit der Künstlerin bestellbar. Das gilt auch für die Papierschnittbilder. 


Candida C. Stapf wurde 1962 in München geboren. Sie arbeitet als Urnendesignerin, bildende Künstlerin und Setdesignerin für Film- und Fernsehproduktionen. Daneben ist sie auch Krimiautorin und ist bereits bei ihrem vierten Roman angelangt. Sie lebt in Stuttgart und Südtirol.



Am 25.03.2012 eröffnete Candida C. Stapf ihre Ausstellung im kleinen Kunstbahnhof in St.Julian-Eschenau - nach der Laudatio in der speziellen Art von D.E. Hofmann-Leitmeritz -  mit einer Lesung aus ihrem letzten Kriminalroman "Mordshunger". Unbekümmert und zielgerichtet geht sie ans Werk und ordnet den Alltag ihrer Erzählfiguren, ohne Rücksicht auf Leichen ... Kein Wunder, dass sie einen Faible für schöne Urnen hat, so lassen sich viele Figuren wunderbar und geschmackvoll entsorgen ... :-) Was keine Aufforderung sein soll, um Himmels Willen, nein. Mein Vorschlag: Symbolisch den bösen Chef, den Politiker, die verachtete Person eben mal beerdigen, das kann eine sehr gute psychologisch wirkungsvolle Kartharsishandlung sein. Veranstalten Sie einen künstlerischen Bestattungsevent. Laden Sie ein, feiern Sie und verbannen Sie diese Person, diese Dinge, diese Schreiben, diesen Ärger aus der Welt! Erde oder Feuer - bestimmen Sie selbst!


Zurück zum Roman. Der Inhalt: Maria Begovic ist Bestatterin. Leichen und Friedhöfe, Särge und Urnen, Trost, Beistand und Friedhofsbürokratie – das ist die Welt, in der sie lebt. Irgendwann reicht ihr das nicht mehr. Sie bewirbt sich als Kandidatin bei einer der vielen Koch-Shows. Was für Maria als harmloses Abenteuer beginnt, entwickelt sich bald zur Besessenheit. Um den Ruhm und die Anerkennung zu gewinnen, die ihr - wie sie glaubt - zustehen, muss sie immer mehr Hindernisse aus dem Weg räumen.
Das erste ist ihre eigene Mutter. Mit unauffälligen Giftgaben aus der Natur vollendet sie ihren Plan. Danach kann sie sich beruhigt den Kochwettbewerben, dem Leben, und weiteren Opfern zuwenden.


Im vorausgegangenen Krimi "Rauchzeichen", der die spannende Fortsetzung des Kriminalromans "Die Gesellschafterin" mit Claire Möller darstellt, thematisierte sie, wie Nikotinentzug die Psyche von Rauchern negativ verändern kann. Nicht ohne Ironie beschreibt die fachkundige Autorin die Menschen vor und hinter der Kamera.



Worum geht es in "Rauchzeichen"? Um sich wenigstens einen gewissen Lebensstandard zu sichern, kehrt die Gesellschafterin Claire Möller in ihren alten Beruf zurück: Als Maskenbildnerin bei der ersten Telenovela nach lateinamerikanischen Vorbild, die in Stuttgart produziert wird. Sie merkt sehr schnell, dass sie einen Fehler gemacht hat. Die Stimmung im Team ist miserabel, die Zeitvorgaben sind fast nicht zu schaffen, der Druck von der Produktionsleitung ist unerträglich.  Das absolute Rauchverbot, auf dem Gelände der Funylights-Filmproduktion zwingt die Crew zu einem kollektiven Nikotinentzug, der nicht ohne gravierende Folgen bleibt ... Mitten im Stress der Drehtage gerät Claire zudem in einen Strudel von undurchsichtigen Ereignissen: Die Familie ihrer letzten Klientin als Gesellschafterin wird von einer Serie seltsamer Todesfälle heimgesucht; alle scheinbar natürlich, aber in ihrer Häufung äußerst beunruhigend. Claire stößt auf ein düsteres Familiengeheimnis und gerät in den Sog eines Rachefeldzugs, der zurück bis ins 19. Jahrhundert führt, zum vergessenen Drama der schwäbischen Missionsbräute.

Candia C. Stapf lässt sich nicht nur als sehr geschickte und erstklassige Schnittbildkünstlerin entdecken, sondern auch als kurzweilig schreibende Krimiautorin, klar und knapp in der Sprache. Schauen Sie mal rein.