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Freitag, 16. Oktober 2026

Severin Groebners Neuer Gossenhauer #114 - Taubenweiße Einsichten

 
















Farbenfroh, damit wenigstens die Kolorierung gute Laune hat.
©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Taubenweiße Einsichten

Kennt Ihr schon diesen Witz?

Treffen sich zwei Satiriker. Sagt der eine: „Mir fällt nichts mehr ein.“
Darauf der andere: „Aber geh, wie wärs, mach doch was mit dem amerikanischen Präsidenten, der geht immer.“
Wieder der erste: „Und was?“
Der Zweite: „Na ja, sagen wir, er kauft Diesel beim russischen Präsidenten, damit er die Verbraucherpreise in seinem eigenen Land runter kriegt, die er mit seinem Krieg gegen den erdölexportierenden Iran erst in die Höhe getrieben hat.“
Der erste beginnt langsam Feuer zu fangen: „Und dass, obwohl er im Wahlkampf das Ende der Kriege und niedrige Lebenshaltungskosten versprochen hat.“
Der zweite: „Und weil er… jetzt pass auf! Das wird geil!… weil er in Venezuela den Staatschef entführen hat lassen und den Krieg gegen den Iran angezettelt hat, erwartet er jetzt… was zu bekommen?“
Der Erste: „Eine Gratismitgliedschaft in der OPEC?“
Der Zweite: „Nein, den Friedensnobelpreis!“
Der Erste: „Jajajajaja.. genau! Den kriegt dafür aber eine …. sagen wir….äh… eine Richterin vom Internationalen Strafgerichtshof. Weswegen die USA daraufhin den Gerichtshof verklagen!“
Zweite: "Einen Gerichtshof verklagen?! Sehr super!! Aber damit nicht ist noch nicht Schluss. Der russische Präsident kauft mit dem Geld von den Amerikanern auch noch neue Drohnen für seinen Krieg gegen die Ukraine - und zwar von… na?“
Der Erste: „China?“
Der Zweite: „Nein, besser: dem Iran! So, dass die USA mit dem Kauf vom Diesel indirekt ihren eigenen Kriegsgegner finanzieren.“
Der Erste: „Hahahahahaha! Genau! Und dann sagt der amerikanische Präsident auch noch: ‚Die Ukraine bräuchte einen neuen Präsidenten!‘“
Der Zweite: „
Das kannst nicht machen. Das ist zu hart….hahaha!“

Dann greifen die beiden gut gelaunt zu ihren Smartphones und sehen, dass alles, was sie sich gerade Verrücktes ausgedacht haben, Realität geworden ist. Daraufhin heben sie die Blicke von ihren Telefonen, schauen einander an, stehen wortlos auf und… springen aus dem Fenster.

Landen aber - wie einst die kaiserlichen Beamten von der Prager Burg - nur auf einem Misthaufen. Genauer gesagt: Elektroschrott. Kullern davon gemütlich hinunter, überschlagen sich mehrmals und landen schließlich in einer Hüpfburg. Und zwar kurz vor dem Zeitpunkt als eine Gruppe französischer Schüler, die sich von den anstrengenden Protesten erholen wollen, sich auf die andere Seite der Hüpfburg wirft. Die beiden Satiriker werden dadurch soweit in die Luft geschleudert, dass sie kurz an der Stratosphäre kratzen und sogar einen schönen Blick über das Hurrikan- & Wettergeschehen im Golf von Mexiko… äh… Amerika…äh… Golf von Kuba haben.

Daraufhin verlieren sie wieder an Höhe. Und noch mehr. Und mehr. Und mehr.
Die Erde hat sich unter ihnen weiter gedreht und sie landen - Plumps! Plumps! - direkt auf zwei Drohnen.
Auf denen steht „From Russia with Love“, und sie steuern direkt auf das ohnehin schon brennende Kyiv zu. Man sieht wie Menschen verzweifelt davon rennen. Die Satiriker schauen einander an. Da fragt der erste den zweiten:
„Liegt das an uns? Oder an den Drohnen?“
Darauf der zweite: „Vielleicht ist es einfach Comedy-Publikum?“

Doch kurz bevor sie einschlagen, werden sie von einem Vogel gepackt und weg vom Kriegsgeschehen gen Westen getragen.
Sagt der erste Satiriker zum Vogel: „Wer bist denn Du?“
Darauf der Zweite: „Das siehst Du doch, das ist der heilige Geist!“
Der Erste: „Der heilige Geist ist eine weiße Taube, die in Rom wohnt. Dieses Federvieh aber ist…“
„…kohlrabenschwarz!“, sagt darauf der Vogel.
„Aha!“, sagt darauf der Zweite, „Wahrscheinlich eine Taube aus einem dieser extrem umweltfreundlichen Kohlekraftwerke!“
„Vielleicht“, meint der erste „ist es aber auch ein schwarzer Schwan, der nach diesem extrem trockenen Sommer auf der verzweifelter Suche nach Nahrung ist!“
„Oder es ist ein Papagei aus einem CO2-Speicher. Deshalb ist er so schwarz.“
„Ich bin ein Rabe!“ sagt darauf der Vogel.
„Wie hätten wir denn darauf kommen sollen?“, sagt der eine der beiden Satiriker.
„Genau! Zu naheliegend.“, darauf der andere.
„Oder sogar zu nahe-fliegend!“, sagt der andere und kichert über diesen sehr guten Wortwitz.
„Obwohl das hier schon eine Fernflugreise ist. Hihihi!“
„Aber keine Gern-Flug-Reise! Höhöhö!“
Die Satiriker haben sichtlich ihre gute Laune
wie im Flug wieder gefunden.

„Ruhe!“, sagt der Rabe plötzlich scharf „wir fliegen jetzt nach Deutschland und dort stimmt ihr zwei für den ‚Vogel des Jahres‘ beim NABU ab… und zwar für mich. Sonst gewinnt wieder wer anderer.“
„Wer denn?“
„Der Trauerschnäpper vielleicht“, versetzt der Rabe mit Melancholie in der Stimme.
„Ist der in der CDU?“, meint einer der beiden Satiriker ironisch.
„Oder die Mehlschwalbe!“, krächzt der Vogel verächtlich.
„Bei den steigenden Getreidepreisen? Könnte sein.“, witzelt der andere.
„Vielleicht sogar die Wasseramsel!“, flucht der Rabe mehr als er spricht.
„Ist das so eine kleine Dürre?“ - „Der war gut! Hühühü!“
„Oder am Ende…“, der Rabe fliegt ein steile Kurve nach unten, „der Kranich, diese Trottellumme!“
„Ist der nicht bei der Lufthansa?“ - „Nein, der arbeitet für einen gewissen Ibikus!“ - „So oder so: Eine schillernde Existenz!“ - „Wow, das ist aber die ganz spitze… Feder!“ - „Hehehehehe!“ - „Harharhar!“
Zwischen den Satirikern fliegen die Pointen nur so hin und her.

„Ruhe!“, faucht der Rabe scharf, „ich gewinne den Vogel des Jahres! Ich bin nominiert, und ich hab es verdient. Nach Jahrhunderten des schlechten Leumunds fordere ich jetzt mal Gerechtigkeit!“
„Vielleicht sogar“, flüstert der eine Satiriker dem anderen ins Ohr, „GerechtICHkeit.“
Der Rabe hat das aber nicht gehört und fährt fort:
„Schluss mit ‚Rabenvater‘ und ‚Rabenmutter‘! Ich kümmere mich sehr liebevoll um meinen Nachwuchs! Ich will nichts mehr hören vom ‚Aasfresser‘, wer lässt denn die ganzen Kadaver herumliegen? Obendrein bin ich intelligent und kann sprechen…“
„Naja. Die Kombination ist nicht immer von Vorteil in dieser Welt.“, sagt der eine Satiriker.
„Und noch dazu in Zeiten von anwachsendem Rassismus… dieses schwarze Federkleid… sagen wir mal: ungünstig“, darauf der andere.
„Für Deine Chancen seh’ ich - ehrlich gesagt - schwarz… kohlrabenschwarz.“
„Ja, Du bist einfach ein Unglücksrabe!“
Die beiden lachen voll Begeisterung über ihre Pointen.

Der Rabe jedoch seufzt nur:
„Ihr seid einfach zwei Idioten.“, öffnet seine Krallen und lässt die beiden Spieß… äh… Spaßgesellen fallen.

Und so stürzen die beiden zu Boden und landen - Platsch! Platsch! - in der Donau. Bei Wien.
Dort schwimmen sie ans Ufer, und gerade als sie dieses erreichen, sagt der eine Satiriker zum anderen:
„Weißt Du, was mir gerade eingefallen ist? Der US-Präsident könnte doch noch einen Ozean nach sich benennen wollen.“
„Ja! Hahaha!“, sagt der andere „Das ist wirklich gut! Das ist völlig gaga.“

„Ich muss Euch enttäuschen…“, sage ich zu den beiden Kollegen, während ich sie aus dem Wasser ziehe und unergründlich mit grünem Veltliner und Sachertorte trocken reibe, „das hat er tatsächlich gerade vorgeschlagen.“
Dann herrscht Stille.
Danach der erste: „Ich sag ja: Mir fällt nichts mehr ein.“
Dann der zweite: „Ich stimme… für den Raben.“

——

groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal.
Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem
„Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Zum Beispiel:

23.10.
Oberhaching Bibliotheksaal
24.10.
München Schlachthof
25.10.
Merkendorf Steingruberhaus

3.-5.11.
Wien Theater Drachengasse
6.11.
Kaisheim Kleinkunstbrauerei Thaddäus
7.11. F
rankfurt/Heddernheim Habel-Elf
10.11.
Linz Posthof
13.& 14.11.
München Lach&Schiess im TamS
19.11.
Wolkersdorf BaBü

Und meinen Jahresrückblick gibt es auch wieder:
27.11. in Offenbach im Filmklubb

Und mein neues Buch stelle ich auch vor. Es heißt wie das Programm „ICH BIN DAS VOLK!“
Denn das ist ja ein Manifest, also muss man das auch in der Hand halten können, sonst wäre es Maniflux (kleiner Witz für Lateiner)

Und das Werk wird  am 21.10. in Wien in der
Buchhandlung Analog das Licht der Welt erblicken
Die Wiedergeburt folgt dann am 30.10. in Frankfurt. Natürlich im
Buch&Wein

Da freu ich mich schon sehr.
Was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man und Frau und mensch übrigens
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich
hier anhören.

Auch zu hören:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“.

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was das Gletschereis alles so beherbergt. Oder eben nicht mehr.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #81 - Statt eines Titels: Oktober-Notizen

 


















So vielfarbige wie der graue Herbst © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Statt eines Titels: Oktober-Notizen

Notiz 1

Ich lese: Geert Wilders sagt einen Wahlkampfauftritt wegen Gefährdung ab. Da dank ich mir:
„Na, endlich sieht das der Mann ein, dass seine Wahlkampfauftritte sowie eigentlich sein gesamtes politisches Wirken das friedliche Zusammenleben in den Niederlanden gefährdet! Das wurde aber auch Zeit!“
Es ist aber leider anders, als ich das verstanden habe.


Notiz 2

Putin gibt zu, dass die russische Luftabwehr vor ein paar Monaten ein aserbaidschanisches Flugzeug in Kasachstan abgeschossen hat.
Das ist sehr freundlich von ihm. Macht aber freilich keins der Todesopfer wieder lebendig.
Und doch lässt es hoffen:
Irgendwann - so in 20 oder 30 Jahren - wird Russland auch zugeben, dass es ohne Grund die Ukraine überfallen hat, Kriegsverbrechen begangen, Kinder verschleppt und ein Terrorregime in der Ostukraine errichtet hat.
Aber das dauert noch.
Der kleine Mann lernt ja gerade überhaupt erst, dass man Fehler auch eingestehen kann.


Notiz 3

Es gibt ein tolles neues Wort im politischen Diskurs: „Postkolonial“.
Der Begriff wabert ja schon seit einiger Zeit herum und wenn ich ihn richtig verstehe, ist „postkolonial“ ein Projekt der mehrheitlich weißen europäischen und US-amerikanischen Bildungselite, die dem Rest der Welt beibringen möchte, sich von der europäischen und US-amerikanischen Dominanz zu befreien.
Das ist gute Tradition.
Schon seit längerem finden weiße Menschen ihren Lebenszweck gerne darin vermeintlich „andersfarbige“ Bevölkerungen auf der Welt zu „befreien“. So wurde ja auch vor 300 Jahren der „zivilisatorische Auftrag“ begründet, in die Welt hinaus zu segeln, die Menschen woanders von ihrer Rückständigkeit zu befreien, um dort dann … naja… äh… Kolonien zu errichten.
Tja, die innere Dekolonisierung ist manchmal das allerschwierigste.

Ich aber wusste schon früh, dass an der Kolonisierung was faul ist.
Das liegt daran, dass ich in Wien im Gemeindebau aufgewachsen bin, und der Platz, wo alle Mülltonnen versammelt waren, hieß: Kolonia-Raum.
Das hatte damals schon einen… Geruch.


Notiz 4

Trump kriegt keinen Nobelpreis.
Das hat ihn angeblich sehr geärgert. Logisch, die Preisträgerin aus Venezuela, Maria Corina Machado, ist erstens eine Latina, zweitens eine Frau und drittens setzt sie sich für Demokratie ein.  Gleich drei Dinge, die Trump nicht mag.
Ich glaube, Trump kriegt aber doch einen Nobelpreis. Vielleicht nicht dieses Jahr, aber nächstes, spätestens übernächstes: Den Wirtschaftsnobelpreis.
Gut, der ist eigentlich kein Nobelpreis, aber das weiß doch der Trump nicht.

Aber der Mann verdient einen Preis: für seine Zollpolitik.
Denn wie der Mann den guten, alten Protektionismus wieder Salon… nein… saloonfähig gemacht hat. Das ist absolut preisverdächtig.
Auch weil die Verbraucherpreise in den USA deswegen ständig steigen.

Und ich persönlich verstehe auch seinen Gram über den nicht-bekommenen Friedensnobelpreis.
Das kenn ich. Ich hab auch dieses Jahr schon wieder nicht den Literaturnobelpreis bekommen.
Obwohl ich brav (naja… sagen wir: häufig) Newsletter schreibe.
Ich hab auch keinen Kleingärtnerpreis gekriegt. Obwohl ich Schnittlauch am Fensterbrett anbaue.
Oder den Milchpreis. Den krieg ich nicht nur nicht, nein, den zahl ich sogar.
(Apropos Geld: Man kann diesen Newsletter auch unterstützen, siehe unten)
Kriegen tun den immer nur die Milchbauern. Und auch die zu wenig davon, wenn man ihnen glauben darf.
Und ich glaub Ihnen, weil ich mein Joghurt mag.

Aber so ist das Leben.
Vielleicht hat aber Trump auch Glück und am Ende bekommt er die höchste Auszeichnung, die ein  Herrscher nur bekommen kann.
Er kriegt: ein Musical.
Nach „Elisabeth“, „König Ludwig“, „Evita“, „Jesus Christus Superstar“ und „König der Löwen“ fehlt eigentlich nur noch ein zweistündiges Herumgekreische mit Bodengymnastik rund um „Donald - Not the Duck“.

Dann kriegt er den Eintrittspreis. Und den Applaus.
Das müsste ihm doch gefallen.
Und es gefällt dann sogar auch allen, die Trump nicht so mögen.
Schließlich kriegt man so ein Musical immer erst nach dem Ableben.

——

groebner live:
Alle Termine gibt es hier.

groebner gehört:
Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“
„Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek, wo ich über 
Kaffeesatz nachdenke, die richtigen Worte zum Abschied, über den Herbst und seine Superlative oder über das Verhältnis von Wahrheit & Wurst.

Einen ganz neuen Song (ist die Zugabe vom neuen Programm, aber psst!) kann man direkt 
auf der Homepage hören.

groebner gesehen:
Auftritt im 
Schlachthof (BR) und in der Anstalt (ZDF)

groebner gefolgt:
Videos auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung, wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Montag, 11. Juni 2012

Aung San Suu Kyi nimmt 21 Jahre nach der Verleihung den Friedensnobelpreis persönlich in Oslo entgegen

THE LADY - Ein geteiltes Herz

mit Michelle Yeoh, David Thewlis u.a.
Regie: Luc Besson

Szenenbild


Seit 05. April 2012 im Kino!
Die birmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi wird am 16. Juni 2012 endlich den Friedensnobelpreis persönlich entgegennehmen, der ihr im Jahr 1991 verliehen wurde. Die Verleihung konnte sie vielleicht vor dem Schlimmsten bewahren; nun ist sie am Ziel angekommen. Damals in ihrer Heimatstadt Rangun unter Hausarrest gesetzt, konnte sie die Zeremonie, bei der ihr Sohn die Dankesrede hielt, nur im Radio verfolgen. Für drei Tage wird Aung San Suu Kyi im Juni die norwegische Hauptstadt besuchen und kann nun im Rathaus selbst ihre Nobelpreisrede halten.
THE LADY, Luc Bessons bewegende Verfilmung von Suu Kyis Leben, wird aus diesem Anlass von vielen Kinos wieder in das aktuelle Programm aufgenommen.

Mittwoch, 16. November 2011

Ankes Fundstücke: Die Sehnsucht nach dem Wunderbaren

Die Sehnsucht nach dem Wunderbaren
Jugend ist nicht ein Lebensabschnitt,
sie ist ein Geisteszustand.
Sie ist Schwung des Willens,
Regsamkeit der Fantasie, Stärke der Gefühle,
Sieg des Mutes über die Feigheit,
Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit.

Niemand wird alt,
weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat.
Man wird nur alt,
wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt.
Mit den Jahren runzelt die Haut,
mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele.

Sorgen, Zweifel, Mangel an Selbstvertrauen,
Angst und Hoffnungslosigkeit,
das sind die langen, langen Jahre,
die das Haupt zur Erde ziehen
und den aufrechten Gang in den Staub beugen.
Ob siebzig oder siebzehn,
im Herzen eines jeden Menschen
wohnt die Sehbsucht nach dem Wunderbaren.

Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel.
So jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit.
Solange die Botschaften der Schönheit,
Freude, Kühnheit, Größe, Macht von der Erde,
den Menschen und dem Unendlichen
dein Herz erreichen, solange bist du jung.

Erst wenn die Flügel nach unten hängen
und das Innere deines Herzens
vom Schnee des Pessimismus
und vom Eis des Zynismus bedeckt ist,
dann erst bist du wahrhaft alt geworden.


Albert Schweitzer*
[(* 14. Januar 1875 in Kaysersberg im Oberelsass bei Colmar; † 4. September 1965 in Lambaréné, Gabun) war ein evangelischer Theologe, Organist, Philosoph und Arzt. Albert Schweitzer war ein sehr berühmter Arzt, der in Afrika einen sehr erfolgreichen Kampf gegen die schreckliche Lepra-Krankheit geführt hat. Er gründete ein Krankenhaus in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun, veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, Arbeiten zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, sowie autobiographische Schriften in zahlreichen und vielbeachteten Werken. 1953 wurde ihm der Friedensnobelpreis für das Jahr 1952 zuerkannt, den er dann 1954 entgegennahm. Bis zu seinem Tod im Jahr 1965 konnte Albert Schweitzer sich seinen größten Wunsch erfüllen: Den Menschen zu helfen und ihre Krankheiten zu lindern.]
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Freitag, 18. März 2011

Buchbesprechung: Der Freiheit geopfert (Friedensnobelpreis an Liu Xiaobo)

Bei Ling
Der Freiheit geopfert
Die Biografie des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo von Bei Ling. 
München 2010, 364 S., Hardcover mit Schutzumschlag,
19,95 Euro, riva Verlag 

„Gerade weil dieses Buch viel erklärt, aber auch immer wieder zu Fragen anregt, ist es Pflichtlektüre“, schreibt Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek über die am 10. Dezember im riva Verlag erschienene Biografie.

Der chinesische Dissident und Kämpfer für Menschenrechte, Liu Xiaobo, erhielt 2010 den Friedensnobelpreis. Er wurde geehrt für seinen "langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte in China", wo "die Freiheitsrechte weiter eindeutig eingeschränkt seien", erklärte das Komitee. Nur ein Foto von Liu Xiaobo und ein leerer Stuhl waren am 10. Dezember 2010 bei der Friedensnobelpreisverleihung in Oslo zu sehen. Er sitzt in einem Gefängnis 500 Kilometer von seinem Zuhause in Peking entfernt. Der chinesische Dissident und Präsident des PEN-Clubs unabhängiger Schriftsteller in China wurde zu elf Jahren Haft verurteilt. Der Vorwurf: Untergrabung der Staatsgewalt. Am 28. Dezember 2010 wurde der chinesische Menschenrechtler und Mitinitiator der „Charta 08“ 55 Jahre alt. Über das literarische Werk und das Leben Liu Xiaobos findet man bislang nur wenige Informationen.
Sein langjähriger Freund, der Schriftsteller und Dissident Bei Ling, hat die ganz persönliche Biografie seines Freundes und Wegbegleiters geschrieben. Es ist die Geschichte zweier couragierter Menschen und deren gemeinsamer Kampf für mehr Menschenrechte in der übermächtigen Volksrepublik China.
Das Buch erzählt von seinen Jugendjahren bis zu seiner heutigen Situation im Gefängnis. Bei Ling zeichnet ein persönliches Bild mit vielen Facetten, wie es nur ein Freund kann. Es geht um Manifeste, Unterschriftenaktionen, politische Handlungen, aber auch um Selbstzweifel und Schuldgefühle, Sturheit und Ehrgeiz.
Der Schriftsteller Liu Xiaobo steht seit mehr als zwei Jahrzehnten für den gewaltfreien Kampf chinesischer Intellektueller gegen die Unterdrückung des Volkes und für mehr Menschenrechte in China. Seinen Einsatz für mehr geistige und gesellschaftliche Unabhängigkeit in der Volksrepublik hat Liu Xiaobo mit seiner Freiheit bezahlt.

Der Autor
Bei Ling, 1959 in Peking geboten, ist ein chinesischer Schriftsteller, Poet, Essayist und Dissident. Er wurde 2000 von chinesischen Sicherheitsbehörden verhaftet, nachdem er zuvor regimekritische Literatur veröffentlicht hatte. Bei Ling wurde jedoch relativ schnell wieder freigelassen, da sich sowohl namhafte Schriftstellerkollegen wie Susan Sontag und Günter Grass als auch die amerikanische Regierung für seine Freilassung stark machten. Im Jahr 2009 rückte Bei Ling im Rahmen der Frankfurter Buchmesse in das Interesse der deutschen Medien. Dort war es zu einem Konflikt bezüglich seiner Teilnahme an einem Symposium gekommen, zu dessen Teilnehmerkreis auch chinesische Regierungsvertreter gehört hatten. Zusammen mit Liu Xiaobo gründete er den PEN-Club in China. Er lebt in den USA und in Taiwan.