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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Donnerstag, 11. November 2010

Für Sie besucht: Almut Martiny, noch bis 16.12.2010 im Kleinen Kunstbahnhof St. Julian-Eschenau


Wie schon angekündigt findet zurzeit eine Ausstellung der Frankfurter Künstlerin Almut Martiny im Kleinen Kunstbahnhof St. Julian-Eschenau statt.
Bei der gemütlichen Vernissage, untermalt vom Walerian Galuszka Trio mit recht rockigen, teils sanften Tönen und Blues-Passagen mit passender Harp, erklärte die Künstlerin sehr detailliert und engagiert, welche Intentionen sie verfolgt, wie sie die Werke komponiert und was ihr ein wichtiges Anliegen in der Aussage ist. Ich hatte dieses Mal Glück und habe ein reizendes kleines Martiny-Acrylgemälde bei der Verlosung gewonnen. Das einzige Acrylbild übrigens in dieser Ausstellung, alle anderen sind mit Öllasurfarben gemalt bzw. getupft. Denn Almut Martiny arbeitet sehr viel mit Tupfen der Öllasurfarben mittels Tüchern. Und das sehr, sehr schön und ästhetisch im jeweiligen Farbverlauf.


Almut Martiny, "Wandelbar", Fotografie trifft Öllasurmalerei, 
weitere Bilder in winner's cool blog


Die Bilder in St. Julian-Eschenau sind der Jahreszeit angepasst, sie haben herbstliche Töne. Nur wenige zeigen etwas mehr Farbe. Was nicht charakteristisch für Ihre Werke ist, denn wie man beim Besuch Ihrer Website sieht, sind sehr farbintensive Bilder dabei. Hier dominiert dagegen Rost, ohne dass echter Rost beim Malen eingesetzt wird, die Künstlerin mischt alles passend und ruft durch die hohe Treffgenauigkeit die Rostassoziation hervor.
Rost an sich ist ihr jedoch ein in ihre künstlerische Aussage passendes Material, denn Kern dieser Aussage ist die Unendlichkeit der Entwicklung. Die Natur, die Stofflichkeit der Dinge, der Mensch, das Leben, die Erde enden nicht wirklich, sie werden nur in einen andern Zustand übergeführt und erblühen, existieren anders, neu weiter. In diesem globalen Wiederkehrprozess oder fließend verlaufendem Werden und Vergehen ist der Zerfall von Eisen, die Entwicklung von Rost, die allmähliche Erodierung, der unaufhaltsame Zerfall hin zum Neuentstehen in einer beliebigen modifizierten Form.
Anfahrtsplan,  DKK an der B 420
Almut Martinys Kombination mit Fotos in den Bildern weist in dieselbe Richtung. In einem täuschend gemalt und plastisch wirkenden, nach Implantation eines Stückes Natur ausschauenden Zentrum des Bildes befindet sich eine Fotografie eines gemalten Werkes, die perfekt in ein dann von dort aus entstehendes Gemälde integriert ist. Sie kann sogar unmerklich einen Großteil des Bildes ausmachen. Die Ränder werden mit Farben verfugt und stellen eine nur schwach erkennbare Bruchstelle von geborgter und doch künstlerischer Wirklichkeit mit dem restlichen Kunstwerk dar. Die sozusagen entliehene, weil abgelichtete Parzelle eines Ursprungskunstwerkes wird in den Prozess der Neuentstehung eines weiteren Kunstwerkes integriert. Insofern verstehe ich alle Bilder von Almut Martiny als Metaphern für ein nie endendes Werden und Vergehen ohne Bruch mit einem Vorzustand, das Alte im Neuen oder das Kommende wird das Gewesene sein und gleichzeitig wieder Neubeginn des Kommenden. Diese Haltung zeugt von einem sehr hohen Reifegrad der künstlerischen Philosophie, wie auch die Bilder eine fließende Sanftmut und Beruhigung, etwas Meditatives, Zerfließendes wie aus einer fernöstlichen Weisheitslehre verkörpern.


KÜNSTLERWEBSITE


Der Kleine Kunstbahnhof bei viereggtext
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