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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Freitag, 15. Januar 2021

Buch: SIEGERIN von Yishai Sarid


Yishai Sarid

Siegerin

Roman


Original: Menatzachat
Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama

Hardcover, 256 Seiten
Format: 11,6 × 18,5 cm
ISBN: 978-3-0369-5840-8
 

»Yishai Sarids großartiger Roman ›Monster‹ erinnert daran, dass der Widerspruch zwischen Abstraktion und Genauigkeit von Anfang an zum Umgang mit der Schoah gehört hat.« Süddeutsche Zeitung

»Mehr kann man von Literatur nicht erhoffen und erwarten.«
Das Literarische Quartett über Monster

Siegerin von Yishai Sarid erscheint am 16. Februar bei Kein & Aber.
 
Abigail ist Expertin für die Psychologie des Tötens. Im Auftrag des israelischen Militärs hilft sie Soldaten, den Feind zu besiegen und selbst am Leben zu bleiben – möglichst ohne bleibende Traumata. Auch privat scheut sie keine Kampfgebiete: Ihr Vater, ebenfalls Psychologe, kritisiert ihre Arbeit heftig, und ihre Liebschaften scheinen allesamt ehemalige Patienten zu sein. Doch dann wird ihr Sohn Schauli zum Militär eingezogen, und plötzlich sieht sie ihren Beruf aus einer neuen Perspektive: Während es ihr bisher stets um den Sieg ihres Landes ging, geht es plötzlich um das blanke Überleben ihres einzigen Sohns.



YISHAI SARID
© Katarina Ivanisevic 
 wurde 1965 in Tel Aviv geboren, wo er bis heute lebt. Nachdem er als Nachrichtenoffizier in der israelischen Armee tätig war, studierte er in Jerusalem und Harvard und arbeitete später als Staatsanwalt. Heute ist er als Rechtsanwalt tätig und veröffentlicht Artikel in diversen Zeitungen. Bei Kein & Aber erschienen bislang seine Romane 
LimassolAlles andere als ein Kinderspiel und zuletzt Monster, der 2019 auf der Shortlist für den Internationalen Literaturpreis stand.

RUTH ACHLAMA ist die Übersetzerin von Autor*innen wie Ayelet Gundar-Goshen, Amos Oz oder Meir Shalev. Sie wurde mit dem Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis und dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet. 2019 wurde ihr zudem das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Mittwoch, 25. März 2015

Buch: ZUR ZEIT. Welche Themen bewegen unsere namhaften Autoren?

Zur Zeit


Herausgegeben von Florian Höllerer und Tim Schleider. Mit einem Vorwort der Herausgeber
245 S., geb., Schutzumschlag, 12 x 20 cm

ISBN: 978-3-8353-0632-5 (2010)

21 namhafte Autoren des deutschen Sprachraums gehen dieser Frage nach und beantworten sie höchst abwechslungsreich in einem anregenden Wallstein-Bändchen. Die Autoren lasen bzw. sprachen im Stuttgarter Literaturhaus über ihr Thema. Die Texte sind teilweise überarbeitete Fassungen des bereits Gedruckten. 

Das Themenspektrum reicht vom Nachdenken über das »vierzigste Jahr« (Kuckart) und das Altern (Härtling) über Mosebachs »Beschreibung der marokkanischen Stadt Fes als literarischer Struktur«, Herta Müllers Bild des Vaters, die Erinnerungsbilder im Hirn (Bleutge), den Umgang mit Flohmarktfotos (Geiger) bis zum Erzählen über »die vier dichterischen Sätze« (Genazino) und vom Ende der Welt (Streeruwitz). José Oliver spricht über den Flamenco im Schwarzwald, Jirgl über Paradoxe Typen und Charakterdefizite. Trojanow warnt vor den Risiken des Sicherheitsstaats und Bärfuss vor der Selbstgefälligkeit des Essayschreibers und Lesers. Jan-Peter Tripp setzt das Rauchen in Relation zu anderen Todsünden, Zaimoglu die Glaubenskrieger ins Verhältnis zu Gott, während Sibylle Lewitscharoff über Erlösung nachdenkt und das ABC das Menschenalphabets buchstabiert: von Aasmensch bis Zahlmensch; aber gleich trägt ihr der Wind neue Silben zu von Aspirations- bis Zartmensch.


Die Autoren:
Lukas Bärfuss + Nico Bleutge Arno Geiger Wilhelm Genazino Peter Härtling Thomas Hettche Reinhard Jirgl Steffen Kopetzky Ursula Krechel Judith Kuckart Sibylle Lewitscharoff Martin Mosebach Herta Müller José F. A. Oliver Heinrich Steinfest Ulf Stolterfoht Marlene Streeruwitz Antje Ràvic Strubel Jan-Peter Tripp Ilija Trojanow Feridun Zaimoglu


Montag, 15. September 2014

Buch: Wie die Industrialisierung unsere Zivilisation veränderte

Klaus-Jürgen Bremm:
Das Zeitalter der Industrialisierung
Nichts hat das Gesicht unserer Zivilisation wohl so sehr verändert, wie die Industrialisierung.
Ausgehend von Großbritannien im Jahre 1780 trat sie ihren Siegeszug rund um den Globus an. Ob in Europa, den Vereinigten Staaten oder Japan: Überall waren es fortan die Maschinen, die unermüdlich den Takt der Arbeit vorgaben. Die auf diese Entwicklung folgenden Umwälzungen in Ökonomie und Gesellschaft, sind bis heute bestimmend für Wirtschaft, Politik und Alltag. In einem neuen Buch »Das Zeitalter der Industrialisierung« zeichnet der Historiker Klaus-Jürgen Bremm ein kritisches Porträt zu dieser spannenden Epoche.

England: Mutterland der Industrialisierung

Ende des 18. Jahrhunderts nimmt in Großbritannien eine der wohl bedeutendsten Zäsuren der Weltgeschichte ihren Ausgang: Die industrielle Revolution. Technische Innovationen wie die Erfindung von Spinn- und Dampfmaschinen treiben die wirtschaftliche Produktivität des Landes voran: In Manchester, Birmingham oder Sheffield beginnen Fabrikmetropolen zu wuchern und immer mehr Landbevölkerung zieht es in die urbanen Zentren. Mit der Konstruktion der Eisenbahn erschließen sich neue Transportwege und es kommt zu vielfachen Synergien zwischen verschiedenen Industriezweigen. Vorangetrieben wird das Zeitalter der Maschinen von einem Heer von Technikern und Tüftlern, die sowohl privat als auch staatlicherseits massiv gefördert werden. Doch warum fiel der Startschuss zur Industrialisierung, die bald darauf auch das europäische Festland erfassen sollte, gerade hier und welche Folgen sollte dies alles mit sich bringen?

Dampfmaschinen, Eisenbahnen und Co.

Obgleich Dampfmaschinen und Eisenbahnen ohne Frage zu den Zugpferden der industriellen Revolution gehören, waren es nicht primär Erfindungen, die Großbritannien zum Vorreiter der Industrialisierung machten. Nach Bremm lag der Nährboden für diese Entwicklung vielmehr in einzigartigen politischen, gesetzlichen und sozialen Gegebenheiten: So versammelte sich in der zweiten Kammer des Parlaments bereits Ende des 17. Jahrhunderts eine selbstbewusste Schicht aus Landbesitzern und Geschäftsleuten, die in ihrem eigenen Interesse gegenüber den Monarchen mehr Rechtssicherheit schufen und ein neues Steuersystem für private Investitionen begünstigten. Auch dauerhaft niedrige Kredite sowie der massive Ausbau der Infrastruktur zu Land und zu Wasser führten laut Bremm dazu, dass sich England bald zu einem homogenen Wirtschaftsraum ausformte. Das Wirtschaftswachstum im Lande wurde lediglich durch eines ausgebremst: Dem notorischen Mangel an Arbeitskräften.

Der unaufhaltsame Fortschritt der Technik und seine Folgen bis heute

In dem Buch zeigt Bremm, wie durch die industrielle Revolution in England vor über 200 Jahren ein autonomer globaler Prozess in Gang gesetzt wurde, der zu tiefgreifenden Transformationen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geführt hat: War es zunächst ein Mangel an Arbeitskräften sowie eine hohe Kaufkraft der Lohnarbeiter gewesen, die den Prozess der Industrialisierung ursprünglich begünstigt hatten, so führte der Einsatz von Maschinen schnell zu einer Verkehrung der Situation. Lohndumping, Arbeitslosigkeit und Überproduktion waren und sind bis heute die Folgen. Bremm diskutiert, wie sich durch die Industrialisierung nach und nach Reichtum und Macht zu verquicken begannen. Als in ganz Europa die Souveräne begannen die neue Klasse der Unternehmer und der Fabrikanten zu hofieren, verschafften sie diesen zunehmenden politischen Einfluss – mit weitreichenden Folgen für die Innen- und Außenpolitik. Eine besonders bedenkliche Entwicklung markiert nach Bremm der Erste Weltkrieg, als die Industrialisierung ihren historischen Höhepunkt erreichte: Es wurde nicht nur maschinell und effektiv in Massen produziert, sondern auch getötet und gestorben.

Doch die Industrialisierung brachte auch gewaltige Chancen mit sich: Ein aufsteigendes Bürgertum mit dem Verlangen nach politischer Beteiligung und damit die Festigung einer aktiven Zivilgesellschaft, die Verlagerung der Interessenvertretung in Parteien sowie die Durchsetzung einer Sozialgesetzgebung zählen laut dem Autor zu den besonderen Errungenschaften dieser Epoche. Bremms‘ Buch präsentiert die vielen Konfliktlinien der Industrialisierung sowie ihre Licht- und Schattenseiten.


Klaus-Jürgen Bremm hat über »Militär und Eisenbahnen in Preußen« promoviert, war 2005 - 2011 Militärhistoriker an der Universität Osnabrück und ist spezialisiert auf Militär- und Technikgeschichte. 2013 erschien von ihm das Buch »Propaganda im Ersten Weltkrieg«.

Buch: Die Eroberung Persiens - Wie Alexander der Große mit seinen Feldzügen Weltgeschichte schrieb


Steffen Unger: Der König von Asien
Bis heute gibt es kaum eine Persönlichkeit der Weltgeschichte der so große Wirkungsmacht zugesprochen wird, wie Alexander dem Großen.
Er eroberte das persische Weltreich, das die altorientalischen Reiche in sich vereinte, und marschierte bis nach Indien – mit weitreichenden Folgen für ganze drei Kontinente. In einem neuen Buch mit dem Titel »Der König von Asien. Alexander der Große erobert Asien« schildert der Historiker Steffen Unger, wie Alexander der Große es vermochte sämtliche Grenzen zu sprengen und mit seinem Eroberungsfeldzug die Welt in neue Bahnen zu lenken.

Wie der Vater, so der Sohn

Als Alexander im Herbst 336 v. Chr. den Thron seines Vaters Philipp II. von Makedonien erbte, trat er auch die Nachfolge eines großen Feldherren: Mit der Rechtfertigung, die in Kleinasien ansässigen Griechen vor den Übergriffen der Persier schützen und für die während der Persierkriege begangenen Gräuel Rache üben zu wollen, hatte sein Vater ein hochgerüstetes Heer auf den Kampf zwischen Griechen gegen Perser eingeschworen – der griechische Adel war kampfbereit. In Alexander, dem väterlicherseits eine Abstammung vom berühmten Helden der Antike Herakles und mütterlicherseits von Achilleus nachgesagt wurde, setzte man hohe Erwartungen, doch was daraus folgen sollte, übertraf selbst die kühnsten Vorstellungen…


Ein Feldzug, der Geschichte schreibt

Als Alexander 334 v. Chr. den Feldzug seines Vaters gegen die Perser fortsetzte, ahnte noch niemand dass dieser junger Herrscher Weltgeschichte schreiben sollte. Autor Steffen Unger beschreibt die Eroberung Persiens als ein größenwahnsinniges Unterfangen, in dem es Alexander mit einer Mischung aus menschenverachtender Aggression, militärischem Geschick, Einfühlungs- und Organisationsvermögen sowie dank der professionellen Armee seines Vaters und zahlreichen Zufällen gelang ein Reich zu errichten, das „ganz Asien“ umspannte. Mit erheblichen politischen, wirtschaftlichen und ethnischen Auswirkungen auf das Morgen- und Abendland: So kam es zu einem regen Personen-, Güter-, Kultur- und Wissensausstausch zwischen Europa, Asien und Afrika, von dem sowohl der Orient als auch der Okzident profitierten. Diese Epoche, in der sich die griechische Kultur durchsetzte und dabei mit orientalischen Bräuchen vermischte, bezeichnet man heute als Hellenismus. Als Alexander ohne geregelte Nachfolge starb, entstanden in dem riesigen Reich schnell neue Machträume. Zahlreiche Teilkönigreiche bildeten sich, die in einen Dauerkonflikt mit den bestehenden Polis gerieten bis sich schließlich das Königtum als Herrschaftsform durchsetzte. Dieser Vorgang sollte die europäische Geschichte zwei Jahrtausende lang prägen.

Steffen Unger ist Historiker und Germanist. Er arbeitet u.a. als freier Autor und Lektor und veröffentlicht seit Jahren Beiträge zur Alten Geschichte und deutschen Literaturgeschichte.




Montag, 25. Juni 2012

Dichterhain: WORTE AUS SEIDE von Birgit Heid



Worte aus Seide


Ein Kleid
aus Seide
hatte sie genäht
und zeichnete darauf
eine offene Türe


sie schrieb die Gedanken
in ihr Stoffbuch
ein Baum
wuchs aus dem Grab
und Vögel flogen hindurch


nähte Handschuhe
aneinander
Uniformen wurden eins
alles hängt zusammen
sagte sie

(c) Birgit Heid 

Mittwoch, 23. November 2011

Matinee am 27.11., um 11 Uhr in Bad Kreuznach: Buch und Illustration


Am 27.11.2011, 11 Uhr, 
findet in der Stadtbibliothek Bad Kreuznach,
Kreuzstraße 69 

eine Matinee von Walter Brusius und
anderen Künstlern
rund um das Thema Buch und Illustration statt.



Illustration von Lothar Reinhardt
zur Geschichte
DAS PAZIFIKABENTEUER 
Walter Brusius arbeitet und lebt seit 1982 in Bad Kreuznach als freischaffender Maler und unterhält dort ein Atelier. Er hat in Köln studiert. Vor etwa zehn Jahren begann er parallel zur Malerei Geschichten zu schreiben. Im Eigenverlag sind bisher einige kleine Bücher erschienen und seit zwei Jahren seine Atelierhefte. Er verkauft sie im Atelier an einen kleinen interessierten Kreis und in einer dortigen Buchhandlung. Sie sind auch abonnierbar.
Neben seinen Ausstellungen veranstaltet er regelmäßig Lesungen. Ziel ist, die Atelierhefte nicht selbst zu illustrieren, sondern andere Künstler in Form einer Koproduktion dazu einzuladen.
Die Bad Kreuznacher Ausstellung zeigt erstmals ein paar Beispiele von Illustratoren, die aus
Bad Kreuznach, Trier, Münster (Westfalen), Biebelsheim und aktuell aus Hamburg kommen.


Interview mit Walter Brusius
 


Sonntag, 31. Juli 2011

Trenn die Spreu vom Weizen - das antiquarische und wertvolle Buch

Bücher rund ums Meer

Robinson Crusoe von Daniel Defoe
Robinson Crusoe
Daniel Defoe
Der Schimmelreiter von Theodor Storm
Der Schimmelreiter
Theodor Storm
Sigismund Rüstig von Kapitän Marryat
Sigismund Rüstig
Kapitän Marryat
Homers Odyssee
Odyssee
Homer
Moby Dick von Herman Melville
Moby Dick
Herman Melville
Meuterei auf der Bounty von William Bligh
Meuterei auf der Bounty
William Bligh
Der Seewolf von Jack London
Der Seewolf
Jack London
Die Schatzinsel von Robert Louis Stevenson
Die Schatzinsel
Robert Louis Stevenson
Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway
Der alte Mann und das Meer
Ernest Hemingway

Das Totenschiff von B. Traven
Das Totenschiff
B. Traven
Billy Budd von Herman Melville
Billy Budd
Herman Melville
Die Abenteuer des Röde Orm von Frans Gunnar Bengtsson
Die Abenteuer des Röde Orm
Frans Gunnar Bengtsson
Der weisse Hai von Peter Benchley
Der weisse Hai
Peter Benchley
Südsee-Romanze von William Somerset Maugham
Südsee-Romanze
William Somerset Maugham
Taifun von Joseph Conrad
Taifun
Joseph Conrad
Das Boot von Lothar-Günther Buchheim
Das Boot
Lothar-Günther Buchheim

Nautisches von Jules Verne

Herr der Welt von Jules Verne
Herr der Welt
Jules Verne
Der Archipel in Flammen von Jules Verne
Der Archipel in Flammen
Jules Verne

Dienstag, 19. Juli 2011

Trenn die Spreu vom Weizen - das antiquarische und wertvolle Buch - Top 10 Juni 2011

1. Dune von Frank Herbert5.176 €
Von Herbert signierte Erstausgabe im Schutzumschlag, noch mit dem Preisschild für 5,59 $.
2. Choix de poesies von Paul Verlaine4.514 €
Die Erstausgabe von Verlaines 1891 veröffentlichten gesammelten Gedichten, eines von 30 Exemplaren einer auf Holland-Papier gedruckten Sonderausgabe.
3. Lisboa: Cidade triste e alegre von Victor Palla und Costa Martins3.545 €
Diese Ausgabe enthält 152 Fotografien der bekannten Fotografen.
4. Cantigas de Santa Maria von Alfonso X el Sabio3.525 €
Eine 1989 veröffentlichte Faksimile-Ausgabe der Lieder aus dem 13. Jahrhundert, autorisiert von König Alfons X. dem Weisen.
The Complete Alphabet Murder Series von Sue Grafton
The Complete Alphabet Murder Series
Sue Grafton
5. Rosas: Roses Real and Imaginary von Susan Allix3.485 €
2009 veröffentlicht, enthält dieses Werk 14 unnummerierte Blätter in mehrfarbiges Leder gebunden und gestaltet von Allix. Mit neun unterschiedlichen Illustrationen in verschiedenen Medien, welche alle Rosen darstellen, einer Doppelseite und einem Original-Aquarell nur für dieses Exemplar. Hierbei handelt es sich um eine von zehn von Allix signierten Ausgaben.
6. Buckskin Brigade von Giuseppe L. Ron Hubbard3.451 €
Echte Erstausgabe des Erstlings von Science Fiction-Autor Hubbard. Die 1937 veröffentlichte Ausgabe ist in gutem Zustand und umfasst einen Schutzumschlag.
7. The American Gardener von John Gardiner and David Hepburn 3.451 €
Diese 1804 veröffentlichte, in Leder gebundene Erstausgabe ist das erste Buch über amerikanische Landwirtschaft verfasst von einem amerikanischen Landwirt.
8. The Complete Alphabet Murder Series von Sue Grafton3.434 €
Dieses Set von Graftons bekannter Serie ist vollständig von A bis U, beginnend mit A is for Alibi im Jahr 1982. Jeder Band ist in schönem Schutzumschlag signiert, alle sind Erstausgaben und amerikanische Erstdrucke. Insgesamt sind es 22 Bände, da noch eine zweite Ausgabe von O is for Outlaw als limitierte britische Edition dazugehört.
9. The Circus of Dr. Lao von Charles G. Finney3.106 €
Diese Ausgabe von 1984 der Janus Press mit Reliefzeichnungen von Claire Van Vliet war auf 150 nummerierte Exemplare (hier #43) limitiert, gedruckt auf handgemachtem Barcham Green-Papier und von Charles G. Finney und Claire Van Vliet signiert.
10. La militia romana di Polibio, Tito Livio, e di Dionigi Alicarnasso von Francesco Patrizi3.033 €
Das römische Militär ist eine große Studie des italienischen Philosophen Francesco Patrizi über die römische Armee, basierend auf der Lektüre von Polybius, Livius und Dionysius von Halikarnassus, herausgegeben im Jahr 1583.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Mrs. oder Mr. 100.000 war da!

Heute in der Mittagszeit wurde die Schallmauer zur sechsstelligen Besucherzahl durchbrochen, wofür ich meinen Lesern herzlich danke! Selbstverständlich danke ich auch allen, die sich in qualifizierter Weise beteiligen, so etwa Ute und Anke. Ich wünsche weiterhin viele interessante Funde in meinem Blog und freue mich sehr über Tipps oder Hinweise, Besprechungen und andere Beteiligungen. Wer Textredaktionen/Lektorate vergeben will sollte nicht zögern mich anzusprechen.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Buchvorstellung: Stationary Design Now! [oder Corporate Identity]

Julius Wiedemann
Stationery Design Now!
Köln 2010, Hardcover, 16.8 x 22.6 cm, 384 Seiten,
€ 29.99, TASCHEN Verlag
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Eleganz und Kultiviertheit kommunizieren

Wer gerade sein eigenes Unternehmen gründet oder lediglich versucht, sich in der Geschäftswelt zu behaupten – drei Elemente sind für jede Firma unentbehrlich: Briefpapier, Kuvert und Visitenkarte. Gemeinsam mit dem Firmenlogo verkörpern diese drei Dinge die Grundsäulen einer wohl definierten Corporate Identity. Trotz ihrer scheinbaren Kurzlebigkeit kann man die unterschwellige Wirkung einer eleganten Geschäftsausstattung gar nicht hoch genug einschätzen. Gutes Briefpapier ist wie ein fleißiger Mitarbeiter, der hart für Sie arbeitet, Ihr Image als Firma oder Freiberufler direkt ausdrückt und Ihre Werte und Ziele konkret vermittelt. Viele der weltweit erfolgreichsten Unternehmen, egal ob groß oder klein, legen seit jeher großen Wert auf prägnante Geschäftsdrucksachen. Egal, in welcher Branche Sie arbeiten: Diese drei Elemente der Corporate Identity sind für jeden Geschäftserfolg unerlässlich.

Das Buch präsentiert mehr als 200 herausragende Beispiele für Geschäftsdrucksachen von Unternehmen aus der ganzen Welt. Jay Rutherford, Professor für Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar, leitet das Buch mit einem Essay über die historischen und technischen Hintergründe ein. Stationery Design Now! ist ein gutes Referenzwerk für jeden, der über neue Geschäftsdrucksachen oder auch nur eine Auffrischung nachdenkt.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Buchvorstellung: Architecture Now! 7






Architecture Now! 7
Philip Jodidio
Flexicover, 19.6 x 24.9 cm, 480 Seiten
€ 29.99
ISBN: 978-3-8365-1736-2
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Durchblättern!
Nach dem Fall – Architektur in einem neuen wirtschaftlichen Klima

TASCHEN's Architecture Now! 7 bietet einen breit angelegten Überblick über die Architektur unserer Zeit, von modernen Klassikern bis hin zu radikal avantgardistischen Entwürfen. Wie schon die Vorgängerbände dieser Reihe, präsentiert Architecture Now! 7 ein breites Spektrum verschiedenster Projekte aus aller Welt. Hinzu kommen ausgewählte Kunstprojekte mit direktem Architekturbezug, darunter Arbeiten von Giacomo Costa oder Shinro Ohtake. Schließlich setzt sich der vorliegende Band mit den Folgen der jüngsten Wirtschaftskrise auseinander, etwa der sinkenden Anzahl von Großprojekten, jedoch auch der gesteigerten Kreativität, die Architekten trotz finanzieller Einschränkungen innovativ arbeiten lässt. Zu den in diesem Band gezeigten baulichen Großprojekten zählen der futuristisch anmutende CCTV Tower in Peking (OMA) oder der Burj Khalifa (SOM), das bisher höchste Gebäude der Welt und zugleich Herzstück des prestigeträchtigsten Stadtentwicklungsprojekts der Golfregion.

Für alle, die sich für geistige Strömungen und architektonische Tendenzen im 21. Jahrhundert interessieren, ist Architecture Now! 7 ein grundlegendes Nachschlagewerk. Übersichtliche, alphabetisch geordnete Einträge präsentieren aktuelle und unlängst realisierte Projekte sowie Biografien, Kontaktdaten und Webseiten der Architekten und Künstler.

Vorgestellte Architekten, Künstler und Firmen: 
Ambasz, Aravena, Architektur und Landschaft, Asymptote, Atelier-Den/Inahara, Balmond, Barclay, Barkow Leibinger, Baumschlager Eberle, BIG, Boeri, Byoung-soo Cho, Calatrava, Costa, Elliott, Endo, France-Lanord, François, Fujimori, Fujimoto, Gustafson Porter, Hadid, Herreros, Herzog & de Meuron, HHF, Holl, Information Based Architecture, International Polar Foundation, IROJE KHM, Ishigami, Ito, James Corner Field Operations/DS+R, Jensen & Skodvin, Kalhöfer-Korschildgen, KHR, LAAC, López Mónica Rivera, Greg Lynn FORM, Made in Sàrl, Maki, Morphosis, Moss, Nobis, NOX, Ohtake, OMA*AMO, Paredes Pedrosa, Perrault, Piano, Plasma Studio, Ricciotti, Rich Rotor, Sambuichi, SANAA, del Sol, SOM, Splitterwerk, Sugimoto, Supersudaka, Takasaki, Tokujin, de vylder vinck taillieu 

Montag, 29. November 2010

Empfehlen Sie mich weiter!

Honorieren Sie meinen unermüdlichen Einsatz für Ihre Produkte, die qualifizierte Vorstellung und Besprechung von Büchern, DVDs, CDs, Hörbüchern, Kunstwerken und Kunstevents mit einer Weiterempfehlung oder Beauftragung. Gerne plane ich mit Ihnen redaktionelle oder Lektoratsaufträge für die nächsten Monate. Ob Verlag, anderes Unternehmen oder Privatperson: Wenn Sie eine Textbearbeitung, Korrektur oder Schlussredaktion planen, setzen Sie sich mit mir in Verbindung und besprechen Sie die Modalitäten. Ich freue mich über Ihren Kontakt. (Aus Spamgründen bitte an IhrServicebuero@aol.com)

Wer bereits mit mir zusammen gearbeitet hat, der weiß, dass ihn Stilsicherheit, Beherrschung der aktuellen Rechtschreibung, klare Gestaltungsfähigkeit entlang des Buchplans, des Layouts oder der Verlagswünsche und Abklärungskompetenz mit den Autoren erwarten.
Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen viereggtext.

Sonntag, 7. November 2010

Nachlese: Verlagsmarketing oder der Verlust der Individualität

André Schiffrin
Verlage ohne Verleger
Über die Zukunft der Bücher
Mit einem Nachwort von Klaus Wagenbach
Berlin 2000, 125 Seiten, Paperback,
8,90 €, Wagenbach

Der Autor, ein wichtiger Vertreter des internationalen Verlagswesens, dessen Eltern schon in schwierigen Zeiten dieses Business betrieben, wurde in Paris geboren und lebt heute in New York. Er leitete lange den Pantheon Verlag, heute The New Press und verschwor sich nie der Krankheit des modernen Verlags- und Buchhandelswesens, die nichts anderes als eine Krankheit zum Tod der Individualität bedeutet, wären da nicht die tapferen und selbstbewussten Versuche jener Verlage, die sich der Individualität, Presse- und Meinungsfreiheit und Denkweisen von Andersdenkenden annehmen. Würden Kafka, Brecht, Tucholsky, Alfred Adler, C.G. Jung usw. heute noch verlegt? Das ist die entscheidende Frage. Kafkas erstes Buch erschien mit 800 Exemplaren, Brechts Werke und die der anderen kamen anfangs auch nicht über diese Hürde. Autoren dieser Individualität nehmen sich heute nur noch die unabhängigen Verlage an - so lange sie es (noch) können.
Das Dilemma und die Krankheit der Verlagswelt heißen heute Großkonzerne und überzogene Gewinnerwartungen. Bereits in den 70er-Jahren hat diese Entwicklung in den USA begonnen und ergriff spätestens in den 90er-Jahren die deutsche Verlagswelt. Wichtiger Änderungspunkt: die Übernahme von Random House durch den Bertelsmannkonzern 1998, der gleich darauf auch noch Barnes & Nobles, den Riesenbuchversender nach Amazon, kaufte. Nach 2000 machte sich die Aufkaufbewegung rasant durch weitere Übernahmen deutscher Verlage unter dem Hauptlabel Random House deutlich bemerkbar. Dutzende Verlage verloren ihre Eigenständigkeit.
Random House selbst wurde vor dem Verkauf an Bertelsmann von einem Jahresumsatz von 60 Millionen $ in 15 Jahren durch Gewinnerwartungen von 15 bis 30 % und systematische Zukäufe auf einen Umsatzwert von 1 Milliarde $ hochgezwungen, wobei Legionen von interessanten und seltenen Büchern, Vielfalt, ganze Abteilungen, Verlage und unzählige Lektoren auf der Strecke blieben. Die Gewinnberechnungen und -erwartungen werden einfach von gut gehenden Industrieprodukten (z.B. Pkw) auf die Buchwelt übertragen. Da der neue Einheitstyp "Erfolgsmodell nach Lesererwartung" kaum noch Bearbeiter erfordert, sondern ein reines Reißbrettprojekt mit Planung durch Marketingfachleute und anschließender Herstellungsbetreuung ist, beliebig kopier- und veränderbar, mit immergleichem zielgruppenangepasstem Inhalt (!), bedeutet dies eine Veränderung der Pluralität ins Immergleiche. Folge dieser Entwicklung: Das jahrzehntealte Programm mit wichtigen Werken, von Anhängern der Literaturgeschichte und von Literaturliebhabern gefragten Titeln, verändert sich hin zu Aktualität. Seltenes, Grundlegendes, nur für manche Wichtiges verschwindet aus dem Verzeichnis der lieferbaren Bücher. Vielleicht noch auf dem Markt der gebrauchten Bücher zu finden, eher aber untergegangen. Bei Ratgebern, Sachbüchern und anderen Büchern, die von der Aktualität leben, ist das dagegen Natur der Sache. Diese Verlage haben jedoch wieder gegen die Geschwindigkeit der Information im Netz anzukämpfen.
Der Sog und die Kreisbewegung der unerbittlichen Gewinnmaximierung zerdeppert auch das Jahrhunderte gewachsene Gefüge der Buchlandschaft, die zwar nicht weltbewegend viel im Vergleich zu BP und Co. erwirtschaftete, immerhin jedoch 3 bis 5 % Gewinn pro Jahr, aber mit dieser Erwartung plus Buchpreisbindung stabil wachsend operieren konnte! Die Masseneinheitsprodukte überlagerten in den letzten Jahrzehnten alles, wurden häufiger gekauft, weil preiswert und wegen des Imitationscharakters: "Jeder hat so was, ich brauch das auch". Erfolgreiche Verkaufspychologie des "Me too". Massenprodukte führen jedoch lediglich zur McDonald- und Coca-Colaisierung, Qualitätsverlust und langfristiger Versteppung und Verödung des Geistes. Erosion ganz im Sinne der Erfinder? Klar, die Zielgruppe kauft immer wieder dasselbe!
Der Wettbewerb wird immer unerbittlicher, das 250. Buch zur Wellness-Therapie zu Hause mit noch mehr Farbfotos, noch ansprechenderen Models, noch ungewöhnlicheren Anwendungen, das 20. Buch zum gekonnten Ändern der individuellen Lebensbestellungen beim Universum (mit Musterformularen auf CD zum Ausdrucken) ... Der Lyriker mit ansprechenden Gedichten verhungert noch mehr als früher, glückliche Hartzbezieher  ... Die Romane vom Experimentator von einer Handvoll Lesern gelesen ... Das Karussell dreht sich schneller und schneller ... und braucht fast keine Mitarbeiter mehr ... Lounge-, House- und Technoeinerlei aus dem Computer forever! Total postmodern der eilige und unaufhaltsame Übergang zum Geklonten (siehe hierzu auch "Das Lachen der Pandora").

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Dienstag, 28. September 2010

Nachlese zum 90. Geburtstag in 2010: Marcel Reich-Ranicki - Mein Leben und Samuel Kassow - Ringelblums Vermächtnis

Marcel Reich-Ranicki
Mein Leben
München 2003/2009, 566 S.,
Paperback, 9,90 €, dtv

Warum noch mehr über Marcel Reich-Ranicki schreiben, es ist schon so viel veröffentlicht worden? Weil es sich immer rentieren wird, ein Gewinn sein wird, sich mit ihm und seiner Geschichte, seiner Biografie zu beschäftigen. Wir erleben auf Hunderten von Seiten ein Leben dicht gefüllt mit Literatur, Kultur Deutschlands, Polens und Englands, gewissermaßen der ganzen europäischen Staaten, wir müssen uns erneut mit der Geschichte Nazideutschlands auseinandersetzen, erleben alles aus der sehr genauen Sicht eines prominenten Betroffenen, der uns hier klar macht, wie barbarisch dieser Feldzug gegen das Judentum und die scheinbaren Feinde im Osten war. Gerade in diesen Septembertagen fand das Überrollen und Bombardieren des kaum gerüsteten und unterlegenen Polens statt und begann in der Folge die menschenverachtende Installation der Vernichtungsmaschinerie.
Mit einer erschreckenden Klarheit durch die Brille des beliebtesten Kritikerentertainers Deutschlands gesehen und wiedererzählt im persönlichen Gespräch, so begegnet uns dieses spannende Buch, das man nicht aus der Hand legen will, bevor es zu Ende ist. Das "Literarische Quartett", zuvor das "Literarische Kaffeehaus" die geistreichen Dialoge der Rezensenten und Feuilletonisten mit Marcel R.-R. und dann dieses chaotische und bedrohliche Leben bis 1959, mehrfach vom Tod, der Verhaftung bedroht, sogar von den Nachkriegskommunisten ins Gefängnis verfrachtet, erlebte der Autor die Diktaturen der Rechtsextremen und der Linksextremen als ein und dieselbe bedrohliche Angelegenheit, wobei der Vernichtungswille der Nazis über allem residierte.
Seine Biographie, die sich bis jetzt 1,2 Mio Mal verkauft hat, wurde 2008 auch als Film gedreht, allerdings nur bis zu seinem 38. Lebensjahr und mit dem Kunstgriff, dass Reich-Ranicki sein Leben in einem Verhör durch den polnischen Geheimdienst erzählt. Er war zwar in Verhören, nie hat er dort jedoch so ausführlich und prosaisch über sein Leben berichtet. Das ist aber auch völlig sekundär, der Film war gut und ansprechend, das Buch ist es auch.
Marcel Reich-Ranicki wurde 1920 im polnischen Wloclawek geboren, sein Ursprungsname ist nur Reich. Den Namen Ranicki musste er später nach dem Krieg in London als Diplomat in polnischen Diensten dazunehmen, um wie in seinem ganzen Leben, seine Identität, dieses Mal als Deutscher, zu verschleiern. Mit dieser als Kainsmal empfundenen Herkunft als Jude hängt auch ein Leidensweg zusammen, der in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts begann und sich erst in der Nachkriegszeit auflöste. Als 9-Jähriger kam er nach Berlin, der Hauptstadt des "Landes der Kultur", wie seine Lehrerin in Polen sagte, und musste dort als ein tolerierter Außenseiter im Schulbetrieb leben. Dennoch, trotz all der deutlicher werdenden Bedrohung konnte er 1938 noch sein Abitur machen, bevor er in Abschiebehaft genommen und schließlich nach Warschau deportiert wurde. Hier lebte er bis 1943, zunächst noch frei, dann ab September 1939 auf der Flucht vor den Nazitruppen und schließlich interniert im Warschauer Ghetto. Wie durch eine Fügung musste er später nicht wie seine Eltern auf die Todeseite bei der Separation durch SS-Offiziere treten, sondern musste und konnte von der Lebensseite aus beobachten, wie seine Eltern vor der Reitpeitsche fliehend in ihre Todesbestimmung laufen mussten. Sie wurden in Treblinka vergast. Dieser so ganz krass entwürdigende und entmenschlichte Abschied hat er sein Leben lang nicht vergessen.
Im Ghetto arbeitete er als Übersetzer im Ältestenrat/Judenrat, den die Nazis zur Selbstverwaltung einrichteten. Er erlebte alles aus unmittelbarer Nähe mit bis zum Abtransport Zehntausender, Hunderttausender von Menschen, dem Selbstmord von Adam Czerniaków, der als eingesetzter Vorsitzender der Warschauer jüdischen Gemeinde (zu diesem Zeitpunkt der zweitgrößten auf der Welt nach New York) die Auflösung des Warschauer Ghettos durch die SS unterschreiben musste. Marcel R.-R. konnte sich beim Sammeln für den Abtransport in einer gewagten Flucht mit seiner heutigen Frau Tosia retten. Erst im Juli 1944 erhoben sich Zehntausende Polen zum letzten Widerstand gegen die Deutschen, 160.000 gingen unter, ohne dass die Russen  eingriffen. Versteckt bei einem polnischen Schriftsetzer überlebten die Reich-Ranickis, er hatte Tosia als 20-Jähriger bereits im Ghetto zur Vermeidung eines Abtransportes spontan geheiratet. Ende 1944 trat er beim polnischen Geheimdienst als Hauptmann ein und war später für Polens Nachrichtendienst in London, wo er auch Vize-Konsul wurde. Nach seinem Rückruf nach einigen Jahren kam die Absetzung durch die Kommunisten, Gefängnis, Ausgeschlossener ein zweites Mal, so aus dem Schriftstellerverband und zeitweise von Arbeit. Erst ein Jahr vor seiner Flucht aus Polen wurde es besser und endgültig danach. Er blieb 1958 einfach in Deutschland, kehrte nicht zurück und baute sich hier mit Frau und Kind ein neues Leben auf, ein sehr gutes.
All diese ganzen Strapazen, den Dauerstress in den Diktaturen, den Überlebenskampf im Ghetto, das Stigmatisiertsein als Jude verarbeitete er mit einer ungeheuren Liebe und einem starken Interesse an deutscher Literatur und Kultur, obwohl er jahrelang das Gegenteil, den Ausnahmezustand erleben musste. Aber all die fiktive Realität ermöglichte ihm, über den Dingen zu stehen, und so ist seine Biografie gleichzeitig ein Dokument der Literatur- und Geistesgeschichte.
Wir lernen das Berlin der 30er-Jahre kennen mit Gustav Gründgens, dem Spielverbot im Theater und dem Erfindungsreichtum der Theatermacher, dennoch Kritik zu üben. Die Wichtigkeit von Kästner in dieser Zeit und anderer Literatur für Marcel R.-R, Franz Werfel zum Beispiel, die Versuche Kulturleben im Warschauer Ghetto durch ein Orchester und Konzerte aufrecht zu erhalten, die bizarr-nekrophile Verwendung der Wagnerschen Musik im Zusammenhang mit Todesurteilen und -vollstreckungen bei den Nazis. Wie lebenserhaltend es sein kann, durch Erzählungen über Literatur andere zu unterhalten, so Bolek, der die Reichs versteckte. Und schließlich die ganze Nachkriegsliteraturgeschichte von Brecht, Seghers, Heinrich Böll, Günter Grass über die Gruppe 47, Hans Werner Richter und seine schulisch-autoritäre Führung, bis hin zu Walter Jens, Elias Canetti, Theodor W. Adorno, Thomas Bernhard, Max Frisch und Martin Walser.

Marcel Reich-Ranicki, Professor, Dr. h. c. mult., geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel, ist in Berlin aufgewachsen. Er war von 1960 bis 1973 ständiger Literaturkritiker der Wochenzeitung ›Die Zeit‹ und leitete von 1973 bis 1988 in der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹ die Redaktion für Literatur und literarisches Leben. 1968/69 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 bis 1975 war er Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten Stockholm und Uppsala, seit 1974 Honorarprofessor in Tübingen, 1991/92 Heinrich Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Von 1988 bis 2001 leitete er das ›Literarische Quartett‹. Ehrendoktor der Universitäten in Uppsala, Augsburg, Bamberg, Düsseldorf, Utrecht und München. Goethepreis des Jahres 2002  





Samuel Kassow
Ringelblums Vermächtnis: Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos
Hamburg 2010, 752 Seiten, Hardcover,
39,95 €, Rowohlt



Samuel Kassow dokumentiert darin erstmalig das Archiv des Warschauer Ghettos, das der Historiker Emanuel Ringelblum aufgebaut hat. Marcel Reich-Ranicki kannte Ringelblum, hatte ihn kurz kennen gelernt und wusste um die Verstecke der Aufzeichnungen.
Kassow stellt ausführlich den Hintergrund des Ghettoarchivs dar, beschreibt die Lebensgeschichte Ringelblums und die verschiedenen jüdischen politischen Gruppierungen. Die Darstellung der Arbeit im Untergrundarchiv ist eng verquickt mit der Ghettogeschichte und ermöglicht einen denkbar breiten Einblick in das Schicksal der Verfolgten in ganz Polen.

Freitag, 10. September 2010

Nachlese: Kehlmann - Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
Reinbek 2005, 304 Seiten, Taschenbuch,
9,95 €, Rowohlt (rororo)

„Warum er traurig war? ... Weil die Welt sich so enttäuschend ausnahm, sobald man erkannte, wie dünn ihr Gewebe war, wie grob gestrickt die Illusion, wie laienhaft vernäht ihre Rückseite. Weil nur Geheimnis und Vergessen es erträglich machten. Weil man es ohne Schlaf, der einen täglich aus der Wirklichkeit riß, nicht aushielt.“

(Leipzig/UA) Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche auf, um die Welt zu vermessen. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, erprobt Gifte im Selbstversuch, zählt Kopfläuse von Eingeborenen, kriecht in Erdlöcher, Höhlen und Stollen, besteigt Vulkane, begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern, belädt mit Leichen sein Boot, lässt sich an den Bug von Segelschiffen binden und gefährdet mehr als einmal das Leben des ihn ständig begleitenden Botanikers Bonpland und eines ihm treu ergebenen Hundes.

„Nach einigen Stunden entdeckte Humboldt, daß sich Flöhe in die Haut seiner Zehen gegraben hatten. Sie mußten die Fahrt unterbrechen; Bonpland ordnete Pflanzen, Humboldt saß im Klappstuhl, die Füße in einer Essigwanne, und zeichnete Karten des Stromverlaufs. Pulex penetrans, der gewöhnliche Sandfloh. Er werde ihn beschreiben, aber nicht einmal im Tagebuch werde er andeuten, daß er selbst von ihm befallen worden sei. Daran sei doch nichts Schlimmes, sagte Bonpland. Er habe, sagte Humboldt, viel über die Regeln des Ruhmes nachgedacht. Einen Mann, von dem bekannt sei, daß unter seinen Zehennägeln Flöhe gelebt hätten, nehme keiner mehr ernst. Ganz gleich, was er sonst geleistet habe. ...Manchmal bezweifle er, sagte Bonpland, ob er je heimkommen werde. Das sei nur realistisch, antwortete Humboldt und überprüfte, ob die Uhren beschädigt waren.“


Der andere der beiden, Mathematiker und Astronom, Carl Friedrich Gauß, der sein Leben mit Zahnschmerzen verbringen muss und mit Frauen verbringen will, springt dann sogar noch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett, um eine Formel zu notieren. Er beweist im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt.

„Sie krachten in das Holzgestell eines Heustapels, ein Seil riß, der Korb kippte, Gauß rollte in eine Lehmpfütze, Pilatre fiel unglücklich, verstauchte sich den Arm und stieß, als er den Riß in der Pergamenthaut sah, so unselige Flüche aus, daß der von seinem Haus herbeilaufende Bauer stehenblieb und drohend seinen Spaten aufhob. Atemlos kamen die Assistenten und falteten den zerknitterten Ballon zusammen. Pilatre hielt sich den Arm und gab Gauß einen schmerzhaft festen Klaps.
Er wisse es jetzt, sagte Gauß.
Na, was denn?
Daß alle parallelen Linien einander berührten.
Fein, sagte Pilatres.
Sein Herz raste. Er überlegte, ob er dem Mann erklären sollte, daß er nur ein geschwungenes Ruder am Korb anbringen mußte, um den Luftstrom umzulenken und den Ballon in eine bestimmte Richtung zu zwingen. Aber dann schwieg er. Er war nicht gefragt worden, und es war nicht höflich, den Leuten Ideen aufzudrängen. Es lag so nahe, daß es bald einem anderen einfallen würde. Jetzt aber wollte der Mann ein dankbares Kind sehen. Mit Mühe brachte Gauß ein Lächeln auf sein Gesicht, breitete die Arme aus und verneigte sich...“


Alt, berühmt und schon ein wenig sonderlich geworden, treffen sich Humboldt und Gauß 1828 in Berlin und stellen fest, daß sie gar nicht so unterschiedlich in ihren Gedanken und Lebensweisen sind, auch wenn der Erste die Welt bereiste und der Zweite kaum seine Heimatstadt verließ.
Doch kaum sitzt Gauß in der Kutsche, in die er nur widerwillig einstieg, sind beide Wissenschaftler plötzlich tief verstrickt in die politischen Wirren Deutschlands nach dem Sturz Napoleons.
Mit hintergründigem Humor, den es zwischen den Zeilen zu entdecken gilt, beschreibt Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies, ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg, die Zeit, in die sie geboren wurden und die Zukunft, die sie vorausdachten.
Dem Autor gelang ein Roman, aus dem der Leser viel lernen kann und der gleichzeitig auf köstliche Art und Weise unterhält.

Daniel Kehlmann wurde 1975 in München geboren und lebt in Wien. Für seine Romane und Erzählungen, die in viele Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Candide-Preis 2005. Sein Roman „Ich und Kaminski“ wurde international zu einem großen Erfolg.
Zu seinen früheren Veröffentlichungen zählen: „Beerholms Vorstellung“ (1997), „Unter der Sonne“ (1998), „Mahlers Zeit“ (1999), „Der fernste Ort“ (2001), „Ich und Kaminski“ (2003), „Wo ist Carlos Montufar“ (2005).


Mittwoch, 8. September 2010

Ausstellungshinweise von TASCHEN, Brüssel


Bob Willoughby
Audrey Hepburn Photographs 1953–1966 
11. September bis zum 10. Oktober 2010 
in der TASCHEN-Galerie in Brüssel zu sehen, jener Stadt, in der Audrey Hepburn geboren wurde. 
Leider starb Bob Willoughby Ende 2009, aber sein Sohn Christopher und seine Witwe Dorothy werden bei der Eröffnung anwesend sein, um die Arbeit des Vaters bzw. Mannes zu ehren.


Das Buch


Die folgenden zwei Ausstellungen zeigen Fotografien von Steve Schapiro (mit Bildern sowohl vom "Taxichauffeur" als auch vom "Paten") und George Quaintance.

Location: 
TASCHEN Gallery/Store Brussels
Place du Sablon, rue Lebeaustraat 18, 1000 Brussels
+32 (0)2 513 80 23
Store-Brussels@taschen.com


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Buchvorstellung: Audrey Hepburn. Photographs 1953-1966


Bob Willoughby
Audrey Hepburn. Photographs 1953–1966
Köln 2010,  
Hardcover in einer Schlagkassette, 31 x 38.8 cm, 282 Seiten, 350 €, TASCHEN Verlag
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Subskriptionspreis gültig bis 30. September!

Danach wird der Verkaufspreis bei € 500 | $ 700 | £ 450 liegen.



Die Tiffany-Prinzessin im kleinen Schwarzen


Ein Buch ohnegleichen über eine Frau, die im 20. Jahrhundert als ein Traumbild der Schönheit galt, betrachtet durch die Linse eines der größten Studiofotografen Hollywoods. Diese Collector's Edition ist auf 1.000 Exemplare limitiert und von Bob Willoughby signiert.

In seiner bemerkenswerten Karriere als Studiofotograf in Hollywood machte Bob Willoughby Aufnahmen von Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor und Jane Fonda, die Kultstatus erreichten – doch an seinem Lieblingsmotiv ließ er nie einen Zweifel: Audrey Kathleen Ruston, zeitweilig Edda van Heemstra Hepburn-Ruston, am bekanntesten jedoch als Audrey Hepburn. Eines Morgens, kurz nachdem sie 1953 in Hollywood angekommen war, bestellte man Willoughby, um Aufnahmen von dem neuen Filmsternchen zu machen. Für den Porträtkünstler, dem man nachsagt, er habe das fotojournalistische Kino-Standfoto zur Vollendung gebracht, war es ein Auftrag wie jeder andere, doch als er die aus Belgien gebürtige Schönheit kennenlernte, war er hingerissen von ihr. "Sie nahm meine Hand wie … nun, wie eine Prinzessin, und sie blendete mich mit diesem Lächeln, das Gott geschaffen hatte, um die Herzen sterblicher Männer schmelzen zu lassen", erinnerte er sich später.

Mit Audrey Hepburns steilem Aufstieg nach ihrem ersten amerikanischen Film, Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday), für den sie einen Oscar erhielt, wurde Willoughby zu einem Freund und Vertrauten, der ihr Leben zu Hause und bei der Arbeit begleitete und ablichtete. Seine geschichtsträchtigen, perfektionistischen, zärtlichen Fotografien zeigen die vielen unterschiedlichen Facetten von Hepburns Schönheit und Eleganz, ihre Weiterentwicklung von ihrem Filmdebüt in den USA über ihre Kultrolle als Holly Golightly in Frühstück bei Tiffany (Breakfast at Tiffany’s) – im Original des "kleinen Schwarzen" von Hubert de Givenchy – bis zum Höhepunkt ihrer Karriere als My Fair Lady (1964). Willoughbys Studien, die Hepburn bei den Dreharbeiten zeigen, bei den Vorbereitungen für eine Szene, beim Umgang mit Kollegen und Regisseuren sowie bei der Rückkehr ins Privatleben, sind nicht nur
das Abbild einer der großen platonischen Liebesaffären in der Geschichte der Fotografie, sondern auch ein einzigartiges Andenken an eine Frau, deren Schönheit für das 20. Jahrhundert Maßstäbe setzte. 




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