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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 6. Januar 2021

Kunst: Das Erdreich als Mutter Natur mit menschlicher Vagina in Brasilien

Mal wieder eine Vagina-Skulptur! Nachdem in Versailles über die Skulptur des britischen Künstlers Anish Kapoor "Vagina der Königin" gemeckert wurde, mittlerweile eine rostige Röhre, die auch eine Vaginaöffnung darstellen könnte, und in England ein Vagina-Museum mit geteilter Meinung eingerichtet wurde, hat nun im Nordosten Brasiliens ein Kulturkrieg zwischen Liberalen und Konservativen – einschließlich der Verbündeten des rechtsextremen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro – begonnen.

Das gute Stück heißt „Diva“, ist 33 Meter lang, aus Beton und Harz. Die Künstlerin Juliana Notari hat sie in 11 Monaten mit 20 schwarzen Handwerkern geschaffen, Feminismus, Antirassismus, alles dabei.

Sie steht im Bundesstaat Pernambuco auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckermühle, die mittlerweile ein Freilichtmuseum ist. Laut Notari bei Facebook soll die scharlachrote Vulva „die Beziehung zwischen Natur und Kultur in unserer phallozentrischen und anthropozentrischen westlichen Gesellschaft in Frage stellen“ und eine Debatte über die „Problematisierung des Geschlechts“ provozieren. Das ist auch sofort passiert, allein bei Facebook soll es zu 25.000 kontroversen Kommentaren gekommen sein. 


Dienstag, 14. Mai 2019

Welche Museen in Deutschland sind beliebt?


(statista/mbrandt) Mehr als 100 Millionen Museumsbesuche hat das Institut für Museumsforschung für das Jahr 2017 gezählt - Tendenz steigend. Die meisten BesucherInnen ziehen demnach historische und archäologische Museen, Kunstmuseen sowie naturwissenschaftliche und technische Museen an. Gemessen an der Zahl der Museen selbst liegen Volks- und Heimatkundemuseen und kulturgeschichtliche Spezialmuseen vorne, die zusammen fast 60 Prozent aller Museen in Deutschland stellen. Eine gute Gelegenheit mal wieder, ins Museum zu gehen, bietet der am 18. Mai stattfindende International Museums Day, der dieses Jahr unter dem Motto "Museums as Cultural Hubs: The Future of Tradition" stattfindet.


Infografik: Nur Kunst und Geschichte sind populärer als Technik | Statista 

Montag, 2. November 2015

Wie war's bei KUNST von Yasmina Reza in Frankfurt?

Sascha Nathan (Yvan), Wolfgang Michael (Marc),
Martin Rentzsch (Serge)

(c) Birgit Hupfeld
Ja, Männerfreundschaften sind schon etwas Eigenes. Es gibt natürlich solche und solche. Von der Zweckgemeinschaft beim Sport entstanden über Versöhnungen und Freundschaften nach heftigsten Auseinandersetzungen bis zum homosexuellen Liebespaar. Eins ist allen gemeinsam, Männer kippeln sich immer gern, sie pieksen, provozieren, locken, verletzen und lauern, sind burschikos, rau, aber es können halt auch die besten Freunde sein, Vertrauen, Zusammenhalt, Bereicherung, Hilfe. Gibt es einen elementaren Unterschied zu Frauenfreundschaften bis auf den weniger zärtlichen Umgang? Nein, es dreht sich immer alles um die Pole positiv, negativ, Yin und Yang, männlich, weiblich. Noch die gesellschaftlichen Gepflogenheiten dazu und unseren archetypischen Basisdiskurs, und schon haben wir Muster, nach denen es ganz oft abläuft, bis auf die rühmlichen Ausnahmen.

Die drei Freunde Serge, Marc und Yvan aus Frankreich kennen sich und ihre Spleens in Yasmina Rezas "Komödie" aus den 90er-Jahren schon 15 Jahre. Man trifft sich, geht ins Kino oder essen, trinkt ein paar Gläser und plaudert. Aber da bewegt sich ja schon mehr unter der Oberfläche, es sind ja Individuen, Persönlichkeiten mit prägenden eigenen Erlebnissen und der immergleichen Angst, gar nicht ernst genommen zu werden. Es entwickelt sich zwangsläufig ein Gerangel um anerkannt, weniger anerkannt, dominant und weniger dominant, wissend und unwissend, intelligent und weniger intelligent, stärker und weniger stark, aufwerten und abwerten, paktieren und isolieren usw. Nach so langer Zeit geht man sich häufig auch auf die Nerven ...

Yasmina Reza führt in ihrem witzigen Theaterstück über einen geschickten Kunstgriff in die Tiefen der Freundschaft und spiegelt alle Beteiligten in der Kunst, ohne in langwierige Kunstdiskurse überzugehen. Vielmehr schuf sie Dialoge, wie man sie in ihrer doch aus anderen Streitigkeiten bekannten Verbohrtheit, Absurdität und Sinnlosigkeit nur belachen kann. Jeder der Beteiligten hat zu Hause ein dominantes Bild hängen. Marc, der intelligente betagte Nörgler, ein Ingenieur der Aeronautik, Tendenz zum unerbittlichen Bildungsbürger, eine Landschaft gesehen von der Touristenattraktion und vom Weltkulturerbe Festung Carcasonne. Yvan, der Verkäufer, jetzt durch Heirat von Catherine in das Papierwarengeschäft des Onkels aufgenommen und vom Textilienverkauf zu Papier wechselnd, ein psychisch aktiver und interessierter Psychotherapeutenbesucher und problematisierender als die anderen, schmückt sein Wohnzimmer mit einem Blumenbild in Öl von seinem Vater. Und Serge, der Mediziner und Dermatologe, der die Kunst liebt, ja, der bringt den Stein des Anstoßes ins Geschehen: Er kauft ein Bild von Antreos, einem unbekannten Maler, aus dem Jahr 1970, ganz in Weiß, lediglich Pinselstrukturen machen Unterschiede. Es steht offensichtlich in der Tradition der scheinbaren Aussagelosigkeit des abstrakten Expressionismus, und vor allem wird es zum Ausgangspunkt einer Dekonstruktion und Rekonstruktion der Freundschaften, weil es sage und schreibe 100.000 gekostet hat. Der Galerist Hendington, ein geschickter Verkäufer, würde es für 120.000 zurücknehmen, sollte Serge es wieder loswerden wollen.

Marc, der wohl am meisten entsetzt darüber ist, dass er nicht gefragt wurde, denn er sieht sich, wie es rauskommt, als Mentor und Lebensberater von Serge, im Grunde auch von Yvan, und Kontrolleur der Aktivitäten der anderen: "Man muss seine Freunde überwachen, sonst entgleisen sie einem", er sei derjenige, der die anderen forme müsse, beginnt das Werk zu zerpflücken, es als "Scheiße" zu bezeichnen, was eine Streitdynamik in Gang setzt, die sich erst am Ende überraschend wieder legt, weil Serge klein beigibt. Für Serge ist dieses Urteil, der Verriss des Gemäldes, von dem Marc sich in seiner Ruhe gestört sieht, ein Affront. Marc wird ihm zum pseudoliebenswürdigen "absterbenden" und "hämischen" Menschen, dessen Meinung ihm scheißegal ist. Er entwickelt einen Zorn auf Marc, der seinerseits sich in seinen Verriss steigert, und weiß, dass schon damals, als Serge das Wort "Dekonstruktion" in den Raum stellte, die Wahrheit klar war.

Yvan sieht das toleranter, nur der Preis bringt ihn zu Lachsalven. Er besucht Serge und möchte, 
Martin Rentzsch, Wolfgang Michael, Sascha Nathan
(c) Birgit Hupfeld
dass er selbst über seine Dummheit lacht, was auch die bessere Strategie ist, aber Serge liebt das Bild. Er gibt zwar zu, dass es verrückt sei, das Geld auszugeben, aber es sei so sinnfällig, magnetisch, horizontöffnend, beherberge eine spürbare Vibration. Marc demontiert weiter, der Künstler nichts wert, aber Serge tue, als ob der Künstler "eine Entität" sei. Die hätten doch gar nichts zu sagen.

Für Serge, der viel mehr hineininterpretieren kann als die anderen, ist es objektiv kein Weiß, vielleicht eine Blässe, es seien definitiv andere Farben zu sehen, ein deutliches Rot. Rot sind allerdings nur Marcs Socken, der trotzdem nichts sieht außer Weiß. Yvan gesteht seinem Freund den Spleen zu und möchte sich nicht in den Verriss einmischen. Nachdem er von der bevorstehenden Hochzeit, bei der die Freunde Trauzeugen sein sollen, und den Problemen mit seiner Mutter und seiner Schwiegermutter erzählt, die nicht gemeinsam auf der Einladung stehen wollen, wird seine Hütte auch angesteckt.

"Was du immer mit deinen Weibern hast!", stichelt Marc und beschimpft Yvan wegen seiner Zustimmung zum Bild als "servilen Speichellecker". Der entflieht dem Gespräch wutentbrannt, kehrt aber als geschulter Psychotherapiepatient zurück, um Marc zu helfen, statt ihn zu schlagen. Der hinterfragt auch diese Beziehung. Yvan empfiehlt allen seinen Psychiater Finkelson und weiter geht's.

Nun sind die Ehefrauen dran. Serge beleidigt Marcs Paula "jenseits des Runzligen" als negative Frau mit herablassendem Naturell. Beide zusammen ein "Fossilienpaar". Serge deklariert das Ende der Freundschaft, es kommt zu einer Schlägerei. Natürlich beleidigt Marc auch Yvans Catherine als "Rabenaas von Frau". Mit Serge will er das Absagen der Hochzeit. Durch einen Heulkrampf entspannt Yvan die Situation, bezichtigt sich als armen Menschen, der nicht mal die seelischen Verletzungen der anderen habe, er, ein Luftikus und Irrwisch aus dem Sumpf.

Und hier wird eine Reproduktion der klassischen Familienkonstellation klar, die drei haben sich auf Rollen geeinigt, Marc der Vater, Serge der Sohn und Yvan quasi die Mutter, das Weibliche, die durch ihre Schwäche den Ärger entmachtet. Yvan ist depressiv, weint auch über die Aussage, dass ihre Freundschaft eine "Versuchsperiode" gewesen sein soll. Wie Marc sagt, kann er nicht mit dem rationalen Diskurs, aber "nichts, was wichtig ist, ist aus einem rationalen Diskurs entstanden".


Serge entspannt mit einem Ruck die Lage, indem er Marc auffordert das Bild mit Sinn zu füllen, damit es bei den anderen ankäme. Und zwar in einer großzügigen Unterwerfung und Missachtung des Kaufpreises des Bildes: Mittels Filzschreiber soll er was reinzeichnen. Und Marc macht das mit Ernst. Ein Skifahrer bei der Abfahrt ... Das reicht für eine Versöhnung und ein Bier zusammen.

Und so endet das Stück wie es angefangen hat, nur mit neuem zweiten Teil der Aussage. Marc tritt als Kommentator, wie die anderen auch im Laufe des Stücks, nach vorne und spricht: 

"Mein Freund Serge hat sich ein Bild gekauft, 1,60 x 1,20 m, mit einem Mann, der auf Skiern einen Raum durchquert und dann verschwindet." Damit ist der Eklat vom Tisch, das Bild hat eine Aussage und wenn sie noch so nichtig ist.

Wolfgang Michael als kauzig-nörgelnder, machtbesessen-cholerischer Marc ist ein völliges Unikum, er trägt ganz viel von diesem Stück, Martin Rentzsch (Serge) überzeugt als etwas verrückter, in die Kunst verliebter Yuppie-Doktor und Sascha Nathan (Yvan), der auch den Biberkopf zurzeit spielt, hat starke Clownsqualitäten - zwischen Clownerie und Dick & Doof ist er die zweite wichtige Stütze in diesem sehenswerten Stück.

Video

Montag, 7. September 2015

Wie war's bei TRANSFORMING ACTS und MISSES UND MYSTERIEN im Frankfurter Mousonturm?

(c) Stefan Vieregg
Wer sich letzten Freitag und Samstag ganz auf die Erinnerungen und Impulse aus allen Richtungen des Emotionalen und Kognitiven rund um den Tanz einlassen wollte, konnte im Frankfurter Mousonhaus einmal stundenlang die Videoinstallation "Transforming Acts - ein dynamisches Archiv" von Penelope Wehrli (CH) und Detlev Schneider (DE), auch das Kennenlernen der Künstler in einem Künstlergespräch, auf sich wirken lassen und am Abend die Choreografie, das Hörspiel, die Performance "Misses und Mysterien" von Antonia Baehr (DE) und Valérie Castan (FR). 
(c) Revital Topiol

Werden in den Acts die (Tanz-)Erinnerungen wie Schichten aus den Archiven nach oben transformiert und ausagiert, sitzen die Kreateure des Tanzes wie Pina Bausch, Laurent Chétouane, Jo Fabian, Jan Fabre, Johann Kresnik, Thomas Lehmen, Heiner Müller, Einar Schleef, Meg Stuart, Robert Wilson, VA Wölfl, The Wooster Group/ Elizabeth LeCompte als Beobachter und Anschauungsobjekte zwischen den Videotanzszenen aus dem historischen Urgrund und tönen ihre Statements und Empfindungen zwischen allem hin zu einem zweidimensional-sensitiven Erlebnis. Die Installation wird unter anderem auch in Dresden, Basel und Köln zu sehen sein. 

In der Theaterperformance wurden entlang der audiodeskriptiven Methode ein Bühnenraum voller sinnloser Taten, ungewisser Figuren und einem zentralen Coming Out von William Wheeler, der in unweiblichen Kleidern eine Frau spielt, als logische Folge eines schöpferischen Aktes der Autorin bzw. der fiktiven Eltern von William im Puppenhaus als wichtiger Verweis auf die Kindheit zelebriert. Alles Geschehen war auch mit geschlossenen Augen oder für Blinde erlebbar. Wobei bei der Zunahme der Handlungen natürlich auch das Bild des Schauspielers und seiner Taten Informationen vermittelte. Das Groteske und Absurde des Bühnendaseins, das Sinn- und Nutzlose wird in einigen Minuten zu einer zentralen Botschaft anhand eines Kindheitserlebnisses, bekommt einen Grund in der Vergangenheit und endet mit einer Gewissheit, die eigentlich keine ist. Eine hervorragende Sprecherin Anna Schmidt (deutsche Version), ein witzig wirkender Performance-Künstler William Wheeler und die eigenwillige Musik von Andrea Neumann am elektronischen Harfen-Innenklavier und Mischpult begleitete das sinnlose Ritual mit Beichte eindrucksvoll. Das Stück könnte durchaus als eine Persiflage auf die vielen Coming Outs in den jungen Theaterstücken verstanden werden, die alle das Gelingen einer solchen Beziehung als völlig verblüffend zelebrieren.

Sonntag, 18. August 2013

Regentag-Museumstag - heute in Heidelberg: Die Asmat

Kunst und materielle Kultur der Asmat in Irian Jaya (West-Papua, Neuguinea, Indonesien)

Heute, 11 - 18 Uhr

Völkerkundemuseum, Hauptstraße 235, 69117 Heidelberg


Asmat
Foto/Copyright (© Milan Chlumsky)
Die Ausstellung gibt mit aufwändig präsentierten Exponaten weit gefächerte Einblicke in die Kunst, Weltsicht und Rituale sowie in das Alltagsleben der Asmat. Die Asmat leben in dem zu Indonesien gehörenden westlichen Teil der Insel Neuguinea (Provinz Papua, früher Irian Jaya) 

Sonntag, 28. Juli 2013

Blick ins Atelier: NEUBEGINN von Carmen Olivar



bild 2: „neubeginn“ 40 x 35, acryl,
auf holzbrett mit leinwand überzogen, 249 €
raus aus der depression, hinein ins licht,
ins leben, neubeginn pur, …
nach dem zu-lassen der erschöpfung,
ist wieder freude erlaubt! 
ja! erfreut euch des lebens!




Carmen Olivar, 1961 in der Theaterstadt Meiningen/Rhön geboren, Uhrmacherin im Uhren- und Maschinen-Kombinat Ruhla, zivilbeschäftigte Sekretärin bei der NVA (im Küchenbereich/ Kalkulation) in Fürstenwalde/Spree und danach in verschiedenen Betrieben in Frankfurt (Oder)Sekretärin, erhielt 1988 die Diagnose neurale Muskeldystrophie. Seit 1990 lebt sie in Frührente, seit 2005 sitzt sie im Rollstuhl. Sie hat zwei erwachsene Söhne.
Der Malerei widmet sie sich seit 2010 und der Dichtkunst seit 1994. Auslöser hierfür war der Beginn ihrer Psychoanalyse, in der sie ihre streng politisch und missbrauchte Kindheit (täglich politische 
Gehirnwäsche seitens des Stasi-Stiefvaters) bearbeitet. Im Jahre 2008 legt sie den Familienamen des ungeliebten Stiefvaters ab und nennt sich nun „Olivar“. Seither ist sie mit sich im Reinen.

Sonntag, 23. Juni 2013

Ausstellung in Ludwigshafen a. Rh.: Stef Heidhues - Trespassers Only

Foto: Railing, Wallpiece (Grate) 01, 2012, Stahl, glasierte Keramik, Latexband, Fahrradschlauch, Aluminiumguss / steel, glazed ceramics, latex tape, bicycle tube, cast aluminum, 460 x 85 x 60 cm, 42 x 34 x 5 cm, Edition 02 / 03 + 1AP (Wallpiece), Installationsansicht / installation view: Yes Sir No Sir, Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen, 2012, Foto: Hans-Jürgen Wege, Railing: Courtesy Stef Heidhues, Wallpiece (Grate): Courtesy Stef Heidhues, und / and Marion Scharmann, Köln

27.04.2013 bis 14.07.2013    I    Rudolf-Scharpf-Galerie, Ludwigshafen a.Rh.

Stef Heidhues - Trespassers Only


Madonna, 2007
Fahrradketten / bicycle chains, 25 x 120 x 14 cm,
Edition 02 / 03 + 1AP
Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland
Courtesy Stef Heidhues
Der Titel der Ausstellung Trespassers Only bedeutet auf Deutsch etwa "Nur für Unbefugte" (wörtlich: Überschreiter) und führt mitten hinein in die Themen, mit denen sich die in Berlin lebende Künstlerin Stef Heidhues (*1975 in Washington D.C.) beschäftigt. In Heidhues‘ Werk geht es um Grenzen und ihre Überschreitungen, um Markierungen und deren Missachtung sowie um Zuschreibung und Umschreibung. Dabei spielt der ungewöhnliche Einsatz des jeweiligen Materials eine besondere Rolle: aus Fahrradketten werden Flaggen, Keramik wird zu Motorradhelmen, Stahl, Treibholz, Latexband, Stoff und Pappe bilden Zäune, Schranken und Barrikaden.





Dienstag, 11. Juni 2013

Buchtipp: Die gesammelten Peinlichkeiten unserer Eltern in der Reihenfolge ihrer Erstaufführung

Kevin Wilson begann mit dem Schreiben, weil er einsam war und glaubte, sobald er gute Geschichten schrieb, würde er unwiderstehlich werden. Heute lebt er mit seiner Frau Leigh Anne Couch und ihrem gemeinsamen Sohn Griff in Tennessee, wo Wilson geboren und aufgewachsen ist. Er unterrichtet Kreatives Schreiben an der University of the South. Seine Erzählungen wie sein Roman „Die gesammelten Peinlichkeiten unserer Eltern in der Reihenfolge ihrer Erstaufführung“ wurden von Kritikern wie Lesern begeistert aufgenommen. Wenn Kevin Wilson seine Frau heute fragt, ob es an seinen Erzählungen lag, dass sie ihn küssen wollte, antwortet sie, sie seien vielleicht der zweite oder dritte Grund gewesen. Er ist mit dieser Antwort mehr als zufrieden.

Eine ziemlich verrückte Familie - ein herrlich verrücktes Buch.

Ungewöhnliche Eltern zu haben kann ziemlich charmant sein. Aber auch ganz schön hart. Besonders wenn sich die Eltern mit Vorliebe verrückt und peinlich benehmen - und das zumal in aller Öffentlichkeit. Da kann man schon einen Schlag fürs Leben mitbekommen. Oder etwa nicht? Sie lassen sich beim Klauen erwischen, heiraten unter falschem Namen, durchschreiten ein brennendes Haus – alles im Namen der Kunst und mit den Kindern. Und zwar nur für lebendige Kunst! Performances, Chaos ist Kunst, die Galerien und Museen nicht.

Annie und Buster (Kind A und Kind B) sind mittlerweile erwachsen und machen selbst Kunst: Annie ist Schauspielerin, Buster ist Schriftsteller, zur Enttäuschung ihrer Eltern. 

Was muss bei dem Journalisten Buster eigentlich schon in der Kindheit alles schiefgelaufen sein, dass er sich ausgerechnet beim Männermagazin Potent verdingen muss, um dort Artikel über Fallschirmspringer, Schinkenfestivals und den größten »Gangbang« der Welt zu verfassen? Und an welchen familiären Altlasten trägt seine Schwester Annie wohl, dass sie sich als mittelklassige Schauspielerin mit halbseidenen Fernsehserien über Wasser halten muss? Erfolg sieht anders aus. Und Glück auch. Aber wahrscheinlich musste es so kommen, sind Annie und Buster doch Kinder des Performancekünstler-Ehepaars Fang, die keine Gnade mit den beiden kannten, wenn es darum ging, einen abgefahrenen Auftritt hinzulegen. Und die Geschwister immer mittendrin, so peinlich ihnen die schrillen elterlichen Happenings auch jedes Mal waren. Irgendwann später haben sie dann den Absprung geschafft. Doch dann verschlägt sie das Schicksal zurück zu ihren Eltern. Und die sind nachgerade entzückt, denn endlich können sie wieder die ganze Familie in ihre berüchtigten Auftritte einbinden ...

REINLESEN

Sonntag, 2. Juni 2013

Ausschreibung "Kunst auf der Landesgartenschau Landau 2014" noch bis 2. Sept. 2013

Ausschreibung "Kunst auf der Landesgartenschau Landau 2014"

Künstlerinnen und Künstler aus Rheinland-Pfalz oder dem PAMINA-Raum [Südpfalz (PA), mittlerer Oberrhein (MI) und nördliches Elsass (NA)] können sich ab sofort mit ihren Arbeiten für die Landesgartenschau Landau 2014 bewerben.

Informationen gibt es auf der Internetseite www.lgs-landau.de/ausschreibung.

Das künstlerische Konzept umreißt Prof. Tina Stolt von der Universität Landau: „Grundsätzlich im Freien, eventuell begehbar, vielleicht überraschend, bunt oder auch leise, beeindruckend in Größe oder Material, aber auch natürlich, organisch, gewachsen, bewegt, leuchtend oder sogar interaktiv. Auf ein Leitmotto wurde bewusst verzichtet. Die Kunst soll auf den individuellen Ort eingehen und sich mit der konkreten Umgebung auseinandersetzen."

Bis zum 2. September 2013 können Künstlerinnen und Künstler, die in Rheinland-Pfalz und der PAMINA-Region ihren Wohnsitz und/oder ihren Arbeitsmittelpunkt haben und/oder dort geboren sind, ihre Idee einreichen. Die Arbeiten werden anschließend von einer unabhängigen Jury aus hochkarätigen Kunstsachverständigen ausgewählt. Mitglieder der Jury sind Dr. Ariane Fellbach-Stein (Referentin für Bildende Kunst, Film und neue Medien, Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz), Johan Holten (Direktor der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden), Hans-Dieter Schlimmer (Oberbürgermeister der Stadt Landau), Dr. Christoph Schneider (Leiter Kunstmagazin Artline, Berater von Pro Helvetia), Prof. Dr. Norbert Schneider (Emeritus Institut für Kunstgeschichte, KIT Karlsruhe), Prof. Gunther Stilling (Bildhauer) und Prof. Dr. Christoph Zuschlag (Institut für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst, Universität Landau). 

Dienstag, 20. November 2012

Heute Abend in Ramstein: MARILYN - Menschen, die bewegen

Ab 19:00 Uhr heute Abend findet die Vernissage zu Rainer Magolds Ausstellung: "MARILYN - Menschen, die bewegen" im Haus des Bürgers in Ramstein statt.
Die Ausstellung ist bis 31.12.2012 zu sehen.

Der Künstler:
In Karlsruhe geboren, ist Rainer Magold in einer Welt der modernen Malerei aufgewachsen. Sein Vater (Maler der Akademie der Bildenden Künste/München und Gründer der Südpfälzischen Kunstgilde) gab ihm vieles weiter, insbesondere das Talent, Emotionen, Lyrik und Meditation expressiv und abstrakt zu malen. Er ermöglichte es ihm vielen Künstlern in Deutschland und Frankreich zu begegnen. Schon früh begeisterte Magold sich auf Ausstellungen in Straßburg und Paris für Turner, Picasso, Jean Arp. Dem folgten mit 17 Jahren Studienreisen nach München, Venedig und Rom. Einer ersten eigenen Ausstellung in London (1970) folgten Studienaufenthalte oder Ausstellungen in Italien, Marokko/Algerien/Tunesien, Sao Paulo/ Brasilien, Dänemark/Schweden, Frankreich/Holland/Belgien, China, Hongkong, Jugoslawien, Israel, Schweiz, Barcelona/Madrid, Österreich, Sri Lanka; zuletzt 2009 in Mannheim und Berlin.


Prof. Joseph Beuys bestärkte Rainer Magold in der„Freien internationalen Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung e. V“ konsequent seinen eigenen unabhängigen Weg zu gehen. Er hat mit vielen international bekannten Designern und Künstlern gearbeitet; 2009 z.B. mit Elvira Bach, Prof. Thomas Hornemann (Berlin), Prof. Fritz Dickgiesser (Kunstakademie Düsseldorf) und Prof. Markus Lüpertz.


Dienstag, 6. November 2012

Dienstag, 16. Oktober 2012

Walter's Kurzfilmtipps: Les Trois Inventeurs (1980)



Les Trois Inventeurs (1980) by Michel Ocelot 

Eine superfeine Papierschneidekunst animiert und zum Film gewandelt.

 

Neu eingeführt wird ab heute die Reihe WALTER'S KURZFILMTIPPS. Walter Brusius aus Bad Kreuznach, dessen monatliche Atelierhefte schon eine Lesefundgrube mit immer neuen Zeichnern sind und sich für Abonnements anbieten, hat in unermüdlicher Sucharbeit wahre Kleinode des Kurz- oder Trickfilms erstöbert, die er auch meinen Lesern nicht vorenthalten will.

Aus diesem Grund ist ab heute jeweils dienstags, 17 Uhr, Kurzfilmtag bei mir.

Der Künstler ist außerdem regelmäßig mit seinen dadaistisch-grotesken Texten und Collagen in meinem DICHTERHAIN vertreten. Wenn Sie sich eine Übersicht über die Veröffentlichungen verschaffen wollen, geben Sie oben links in der Suchleiste den Namen ein, und schon sehen Sie, was es alles von ihm bei mir gibt.

Zum KÜNSTLERPORTRÄT.

Sonntag, 19. August 2012

Gastbeitrag aus Arnsberg: Gartenmöbel selbst bauen von Marita Gerwin

Möbelobjekte aus Stammholz im Kunstsommer von Marita Gerwin

Hier ist Muskelkraft gefragt! (Foto: Marita Gerwin)


Gelernt ist gelernt
Gelernt ist gelernt (Foto: Marita Gerwin)
Ela und Frank Feldmann aus Neheim suchen und finden im Arnsberger Kunstsommer etwas Neues, was sie im Urlaub gemeinsam ausprobieren können. Sie besuchen den Workshop „Möbelobjekte aus Stammholz“ unter der Leitung von Franz Schröger.

Ela mit pinkfarbenen Ohrringen, die langen blonden Haare dekorativ zu einem Pferdeschwanz gebunden, betrachtet selbstkritisch ihr Werkstück. Auf die Frage, warum sie sich ausgerechnet für diesen kräftezehrenden Workshop entschieden hat, antwortet sie völlig entspannt und gut gelaunt: „Ich habe eine ganz besondere Affinität zum Werkstoff Holz. Nach meiner Ausbildung zur Tischlerin habe ich mich einige Jahre mit der Möbel-Restauration beschäftigt. Die Schweißperlen fließen, aber wir sind beide happy!“, schwärmt Ela. Sie zwinkert Ihrem Mann ein Auge zu. Er lacht. Anschließend wendet sie sich wieder konzentriert ihrem Werkstück zu. Ele Feldmann lässt sich in ihrem kreativen Schaffensprozess nicht stören. Ihr Mann Frank, ist ebenfalls voller Tatendrang. Er ist mit einem weißem Muskelshirt, einer Cargo-Hose und derben Schnürschuhen bekleidet. Seine Nase ziert eine fesche Sonnenbrille. Er hackt und hackt und hackt. Seine kräftigen Axthiebe prasseln auf das Werkstück ein. Die Konturen der Skulptur, ein mächtiger Garten-Stuhl mit einer hohen Rückenlehne, hat Frank Feldmann bereits fein säuberlich herausgearbeitet. Die Holzstücke fliegen durch die Luft. Er strahlt eine innere Zufriedenheit aus. Mit seinen Händen und den wenigen ursprünglichen Werkzeugen, wie die Axt und die Bügelsage, hat er dieses kunstvolle Möbelobjekt aus einem Stammholz geschaffen. Frank Feldmann spricht es nicht aus. Aber man denkt, er sagt: „Dich bezwinge ich mit meiner Muskelkraft. Wart's nur ab!“. Er scheint einen inneren Dialog mit seinem Kunstwerk zu führen. Er strahlt eine körperliche Fitness aus, die beeindruckt.

Josef Feldmann, Elas Vater, besucht heute seine erwachsenen Kinder auf der Festwiese. Seine Begeisterung spricht Bände. Stolz ist er auf die Leistungen seiner Kinder. Sie fachsimpeln über verschiedene Bearbeitungstechniken, über Kniffe und Tricks, wie man kräftesparend das Stammholz bezwingen kann. Es scheint so, als jucke es ihm in den Fingern. Man hat das Gefühl, zu gern würde er selbst Hand anlegen und die Axt und Säge schwinge. Als Frank Feldmann für einen Moment eine kurze Verschnaufpause einlegt, greift Josef Feldmann zum Stechbeitel und zum Holzklöppel und langt kräftig hin. Klack, klack, klack, so dass die Fetzten fliegen. Das Werkstück ächst unter seinen kraftvollen Schlägen. Frank Feldmann dreht sich blitzschnell um und ruft ihm zu: „Lass mir auch noch was!".  Er sagt es nicht, doch man denkt sich den Satz dazu „Das ist meins und bleibt meins“. Mit einem Augenzwinkern legt Josef Feldman die Werkzeuge zurück, nimmt seine Tochter in den Arm und strahlt übers ganze Gesicht. 

Das Magazin zur Veranstaltung auf http://kunstsommer.blogspot.de

Freitag, 10. August 2012

Vernissage MODERNE MALEREI in Thüringen

Zur Vernissage der Sonderausstellung 

MODERNE MALEREI in ALTEN MAUERN


laden wir, Museumsleiterin Kerstin Schneider und Georgette Hagedorn (Malerin), Sie und Ihre Freunde herzlich in den Festsaal des
Museums „Schloss Glücksburg" ein. Zu jedem Bild gibt es ein Gedicht von Heidi Huber.

Die Vernissage findet am 17. August 2012 um 19.00 Uhr statt.

Begrüßung und einführende Worte:        Kerstin Schneider, Museumsleiterin
Laudatio:       Heidi Huber, Lyrikerin
Musikalische Umrahmung:    Musikschule „Carl-Maria von Weber",
Hildburghausen

                     Ausstellungsdauer vom 18. August bis 31. Oktober 2012                    

Mittwoch, 9. Mai 2012

Buchbesprechung: MAL DEINE WÜNSCHE IN DEN HIMMEL

CHRISTINE KNÖDLER (HRSG.)
Mal deine Wünsche in den Himmel
Kunst und Gedichte für Kinder und Erwachsene
Ab 6 Jahren
München 2012, 160 Seiten, gebundenes Buch, Pappband, 70 farbige Abbildungen, 19,99 € [D], Prestel Verlag
Lesarten der Kunst und Poesie
Gedichte und Kunst quer durch alle Jahrhunderte: Moderne Lyrik sowie Klassiker der Weltliteratur von Joachim Ringelnatz, Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe stehen bekannten Werken von Albrecht Dürer, Pablo Picasso, Gabriele Münter und vielen anderen Künstlern gegenüber. Paar für Paar werden Themen wie Freundschaft, Glück und Familie aufgegriffen. Sie wecken die Freude am Klang der Sprache und eröffnen Bilderwelten. Das Buch ist eine schöne Einladung, Lyrik und Kunst kennen und lieben zu lernen.
Mit vielen Abbildungen, aufgelöster Schriftsatzform und pastell-buntem Eindruck kommt das Buch lustig, aber ein bisschen altbacken daher. Es bietet genug Entdeckungspotenzial für Kinder, aber erreicht nicht die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die das Bunte, Schrille, Hippige aus dem Massenmedien oder Videokanälen gewöhnt ist. Das Rückwärtsgewandte kann jedoch der Käuferschicht wiederum am besten gefallen. Vielleicht auch nur so altbacken, weil die Abbildungen zumeist lizenz-, also kostenfrei für den Verlag sind ...?
Christine Knödler wurde 1967 geboren, studierte Theaterwissenschaften, deutsche und französische Literaturwissenschaften in München und Paris. Sie arbeitet als freie Journalistin, Lektorin und Herausgeberin. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in der Nähe von München.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Sabine Schuhmachers Ausstellung "Achtsamkeit" eröffnet


Gestern Abend lud Sabine Schuhmacher, Edelsteingraveurmeisterin und Kursleiterin in Tai Chi Chuan und Qi Gong, zu ihrer Vernissage und Ausstellung "Achtsamkeit" in die Stadtverwaltung Idar-Oberstein ein. Im Foyer des ehemaligen Göttenbach-Gymnasiums aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts in der Georg-Maus-Straße (Georg Maus war ein von den Nazis wegen einer Lappalie inhaftierter und später auf dem Transport ins KZ Dachau gestorbener Lehrer in dieser Schule) stellt sie ihre Gemälde und Zeichnungen sowie Kalligraphien bis einschließlich 26. April 2012 aus.
Nach der Begrüßung und Einführung durch Oberbürgermeister Bruno Zimmer und meiner anschließenden Laudatio wandte sich Sabine Schuhmacher noch einmal direkt an das zahlreich erschienene Publikum, um ihre Botschaft "Achtsamkeit" auch selbst zu erläutern. Achtsamkeit ist eine besondere Art und Weise, bewusst durchs Leben zu gehen. Im Buddhismus hat Achtsamkeit einen wichtigen Stellenwert. Das Malen der Kalligraphien mit Tusche (Innenraumvitrine) ist für sie ein Akt der und Symbol für Meditation, Achtsamkeit und Kunstausübung in asiatischer Tradition. Durch Meditation lässt sich Achtsamkeit üben. Sie ist eine das ganze Leben prägende und durchdringende Geisteshaltung.

Ein eigens gemaltes Banner mit den japanischen Schriftzeichen für "Achtsamkeit" wurde auch direkt im Blickfeld der Zuschauer platziert. Es bedeutet übersetzt "Der Geist im Jetzt". Und so soll auch der Augenblick, das ästhetische Erleben von Natur im genauen Betrachten festgehalten werden. Der Abend wurde von zwei Musikschülern mit zwei Altsaxophonen und einigen Jazz-Titeln begleitet, die noch ganz wenig Auftrittserfahrung mitbrachten. Auch dies eine Achtsamkeits-, Konzentrations- und Selbstbeherrschungsübung für die Interpreten auf dem Weg zur Meisterschaft. Ich hätte auch eine kleine Bewegungssequenz aus dem Tai Chi oder Qi Gong sehr schön gefunden, aber schließlich wollte ja das Bildbetrachten und nicht die Meditation im Vordergrund stehen.

Mit etwa 50 Exponaten kann der Betrachter diesen Geist im Jetzt entlang der Flure und in drei Vitrinen erleben. Wunderschöne aufgeblühte Löwenzahn-Studien, festgehalten mit Pastellkreide in Farbe oder klassisch in Schwarzweiß, grazile und filigrane Lilien, dabei die Fackellilien sehr opulent, reizvolle und farbenprächtige Orchideen erwarten den Besucher, aber auch mal eine Roggenähre, eine Mohnkapsel, Ausschnitte aus einem Pfifferling (Vitrine 2) oder der Frucht des Mahagonibaumes.


Ihr Meisterstück - eine Osterluzei aus Bergkristall -
kann in Vitrine 1 bewundert werden. Beim Betrachten der Bilder wird der Bürger, der für Amtsgänge gekommen ist, schnell vergessen, was er eigentlich wollte ... Wie mitten in einer Traumlandschaft fühlt sich der Betrachter und schaut doch nichts anderes an als ein Stück, einen Ausschnitt einer wunderbar gebauten Pflanze.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Heidis Gedichtetipps: Goethe

(Ohne Titel)

Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
Und haben sich, eh' man es denkt' gefunden;
Der Widerwille ist auch mir verschwunden,
Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.

Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst in abgemeßnen Stunden
Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,
Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.

So ists mit aller Bildung auch beschaffen:
Vergebens werden ungebundne Geister
Nach der Vollendung reiner Höhe streben.

Wer Großes will, muss sich zusammenraffen;
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.

                            Johann Wolfgang von Goethe (um 1800)

Montag, 28. November 2011

Antonia Fournier
mit Atelier in Oberdreis, Westerwald

Ausstellungseröffnung am Freitag, den 2. Dezember 2011, um 19 Uhr,
in der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen/Westerwald