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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Freitag, 10. Juli 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #108: No Witz in the Hitz


 









Vor lauter Freud’, wechsel I die Farb’ ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


No Witz in the Hitz

Jetzt muss ich den Neuen Glossenhauer schon wieder mit einer Entschuldigung anfangen.
Die Pause war jetzt echt schon zu lang. Viel zu lang. Es war quasi eine Sommerpause vor dem Sommer. Andererseits war da auch dieser Sommer vor dem Sommer mit Temperaturen um die 40 Grad.

Und während dessen bin ich draufgekommen, warum die Spanier immer so dunkle Wohnungen haben.
Und warum die Leute in Süditalien von 12h bis 17h gar nichts tun.
Oder wie schnell Wäsche trocknen geht.
Oder welche Emotion hinter der Bezeichnung „die gelbe Sau“ für unser aller Lieblingsfixstern steckt.
Oder dass ich nicht in meinem Kühlschrank schlafen kann.

Und was ich noch draufgekommen bin: Ich mag das nicht.
Und ich kann auch bei solchen Temperaturen nur sehr schlecht schreiben. Und lustig sein.
„Humor“ kommt bekanntlich von dem französischen Wort für Körperflüssigkeiten und wenn man soviel schwitzt, also bereits soviel Flüssigkeit abgibt, bleibt für den Spaß, den Witz, den Schmäh nichts mehr übrig.

Dabei ist gerade soviel Spaß in der Welt.
Donald „the Joker“ Trump hat etwa kürzlich zum gezählten 40. Mal erklärt, dass er (ich weiß nicht, ob die USA oder nicht doch er ganz alleine) den Krieg gegen den Iran gewonnen hätte.
Zum 40. Mal innerhalb eines Jahres, das gerade mal im Juli angekommen ist.
Dann sagt er, der Iran möchte dringend ein Abkommen. Und damit der Iran das auch weiß, wird er von den USA bombardiert.
Das ist ja die alte diplomatische Regel, wenn jemand nicht verhandeln will, hau ihm eine auf den Schädel.
Lernt man auf der Neandertaler-Akademie.
Und dass Trump die besucht hat, steht außer Zweifel.
Denn: Welche andere hätte er sonst besucht haben sollen?

Die Fussball-Akademie sicher nicht, da er sonst wüsste, was eine rote Karte bedeutet.
Aber mit seinem Unwissen ist er nicht allein.
Der FIFA-Präsident Intriganto… nein… Infamino…auch nicht… Infantino - so heißt die Glatze zum Spesenkonto - der weiß ja auch nichts.
Gar nichts. Egal was man ihn fragt (Geldflüsse, Telefongespräche, Auswahlverfahren, o.ä.), der hat keinen blassen Schimmer.

Aber da schweige ich auch lieber, schließlich kenn ich mich beim Fußball so gut aus, wie eine Ente beim Klavierspielen.
Hab da selbst nur rudimentäres Wissen. Ich weiß nur, dass es um Geld geht.
(Apropos Geld: Diesen Newsletter kann man auch sehr gut unterstützen, Infos unten)
Aber nicht sehr viel Geld.
Sondern sehr sehr sehr viel Geld. Vielleicht sogar sehr sehr sehr sehr sehr viel.
Währenddessen rennen ein paar Millionäre einem Ball hinterher und am Ende schreit einer: „Bist. Du. Deppert.“
Aber nur in Österreich.
In Deutschland ist das anders, da sind am Schluss alle sauer, bis es plötzlich „Klopp!“ macht.
Und in der Schweiz… passiert gar nichts, denn: die spielen noch. Streber.
Die wissen auch nicht, wann Zeit ist zu gehen.

Dafür müssen sie jetzt gegen Argentinien antreten. Und das passt ja auch irgendwie.
Die einen haben nach 1945 die ganzen alten Nazis aufgenommen, die anderen das Gold von den alten Nazis.
Das nennt der Engländer: A perfect Match.
Und zwar während er gegen Norwegen spielt.

Das letzte große Match von diesen beiden wiederum ist ja keine 960 Jahre her.
1066 hatten die beiden Teams unter ihren Trainern Harald (dem Zweiten) und Harald (Hardråde) an der Stamford Bridge ja ihre letzte „Begegnung“. Gewonnen hat damals übrigens England.
Kurz darauf aber gegen Frankreich unter Guillaume (dem Eroberer) verloren.
Klingt wie eine Prognose, aber: Es ist ja nur ein Spiel.

Auch wenn viele dafür brennen. So richtig.
Also brennen wie Öl-Raffinerien in Russland. Oder Wohnhäuser in der Ukraine. Oder Wälder in Südwesteuropa. Oder der Nahe Osten.
Und all diese Brände hängen ja auf die eine oder andere Art mit der Erdölindustrie zusammen.
Jetzt weiß man auch, warum es „Petro-Dollar“ heißt, weil - neben der Zukunft - hier auch sehr viel Geld verbrannt wird.

Kein Witz.
Würde ich mich nicht trauen.
Dafür ist die Lage viel zu… heiß.

——

groebner live:
Wo ich aber dann doch witzig bin, ist mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“.
Und das sag nicht nur ich, sondern die Jury des
„Österreichischen Kabarettpreis’“ , weshalb die Leute auch so freundlich waren, mir diese Auszeichnung für das Jahr 2026 angedeihen zu lassen. Was mich sehr freut.
Aber ich freu mich natürlich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man
hier lesen.

groebner gesehen:
Das Bayerische Fernsehen hat sogar einen Bericht über mich in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“?

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum Nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man
echte Freunde finden kann, wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte oder was passiert, wenn die Mächtigen dieser Welt zu Satirikern werden.
All das erfährt man.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Donnerstag, 9. Juli 2026

Sind 10 Jahre Haft für die tödlich endende Körperverletzung bei Zugbegleiter Serkan genug?

Es ist das Kernproblem unseres Strafrechts: Wo hört die rohe Gewalt auf und wo fängt der Vernichtungswille an? Im Fall des in Landstuhl zu Tode geprügelten Zugbegleiters Serkan Ç. hat das Landgericht Zweibrücken die Grenze zugunsten des Täters gezogen. Zehn Jahre wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Das Urteil mag juristisch sauber begründet sein; menschlich und logisch führt es zu Entsetzen bei den Hinterbliebenen – und ist ein fatales Signal an die Öffentlichkeit.

Das Gericht argumentiert, ein Tötungsvorsatz sei nicht zweifelsfrei nachweisbar gewesen, da der Täter „nur“ die Fäuste einsetzte. Verkennt diese Sichtweise nicht die Dynamik brutaler Gewalt? Der Kopf ist keine Knautschzone. Wer mit massiver, gezielter Wucht wieder und wieder auf die Schläfen und das Gesicht eines am Boden liegenden oder wehrlosen Menschen einprügelt, der führt im juristischen Sinne vielleicht keine Schusswaffe – er funktioniert seine eigenen Hände aber zu einer lebensgefährlichen Waffe um.

In der Rechtswissenschaft gibt es den Begriff des bedingten Vorsatzes: Wer eine Handlung begeht, deren tödlichen Ausgang er als möglich erkennt und sich damit abfindet, handelt vorsätzlich. Es braucht kein geschriebenes Manifest des Täters, um Tötungsabsichten zu belegen. Die Brutalität der Tatausführung spricht oft eine klarere Sprache als jedes spätere, taktische Geständnis vor Gericht. Wer den Kopf als primäres Ziel wählt, nimmt den Tod nicht nur billigend in Kauf – er fordert ihn heraus, will ihn erreichen. Da geht es nicht um Knockout, sondern um Tod.

Wenn die Justiz bei derart exzessiver Gewaltanwendung im öffentlichen Raum regelmäßig auf den milderen Tatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge ausweicht, verliert das Recht seine Schutzfunktion für diejenigen, die täglich im Dienst für die Gesellschaft ihren Kopf hinhalten müssen. Ein Zugbegleiter, der für die Durchsetzung von Regeln mit dem Leben bezahlt, hat ein Anrecht darauf, dass die Justiz Gewalt nicht künstlich seziert, sondern sie in ihrer vollen, tödlichen Konsequenz bewertet. Zehn Jahre für ein ausgelöschtes Leben und eine traumatisierte Familie sind hier kein gerechter Ausgleich, vielmehr eine gestiegene Akzeptanz gegenüber der Realität stumpfer Gewalt. Vielleicht bestehen auch Befürchtungen, dass wütende Anhänger des Täters Ähnliches wiederholen, falls die Strafe zu hoch ausfällt. Wir haben dieses Problem vermehrt durch kulturelle und Bildungsunterschiede bereits in der Schule. Nicht alle Eingewanderten schätzen unsere Zivilisation.

Staatsoper unter den Linden: Oper meets Comedy von Bülent Ceylan in „Die Entführung aus dem Serail“

https://www.berlin.de/tickets/oper/die-entfuehrung-aus-dem-serail-40679e38-5d1a-4a4c-8efc-cf746079ad01/?custom=suggest-goto-event


Die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ an der Berliner Staatsoper Unter den Linden (Premiere am 27. Juni 2026) ist eines der am heißesten diskutierten Opernereignisse der jüngsten Zeit.

Die Regisseurin Andrea Moses bricht hierbei radikal mit klassischen Sehgewohnheiten und verwandelt das traditionelle Singspiel in eine moderne, hochpolitische Multimedia-Show. Ihr Inszenierungskonzept "Hochkultur trifft Comedy" sorgte für vielfältige Reaktionen.

Die wohl überraschendste Personalie der Produktion ist die Besetzung des Bassa Selim mit dem bekannten Comedian Bülent Ceylan. Da es sich bei dieser Rolle um eine reine Sprechrolle handelt, funktioniert dieser Kniff auf eine ganz eigene Art:  Ceylan spielt nicht nur den Herrscher des Serails, sondern fungiert gleichzeitig als eine Art Kommentator der gesamten Aufführung. Er übernimmt große Teile der Sprechtexte – auch die der singenden Protagonisten, um sprachliche Hürden charmant zu überbrücken. Er bricht regelmäßig die „vierte Wand“, löst die Bühnenillusion auf, bindet das Publikum ein und fängt spontane Reaktionen ab. Sogar vermeintliche politische Korrektheiten im Libretto greift er humorvoll auf und hinterfragt sie direkt auf der Bühne.

Das Bühnenbild von Raimund Bauer teilt die Szenerie horizontal: Oben befindet sich ein edler Salon für Konstanze, unten die kargen Räume für das Personal (Blonde und Pedrillo). Flankiert wird die Bühne von zwei riesigen Großbildschirmen, auf denen während der Vorstellung Live-Kamerabilder und Videoprojektionen übertragen werden, was der Aufführung das Flair einer modernen TV- oder Sitcom-Show verleiht. 

Während die szenische Umsetzung stark polarisiert, wird die musikalische Qualität der Aufführung von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Allen voran glänzt die Sopranistin Adela Zaharia als Konstanze. Sie meistert die mörderisch schweren Koloraturarien (wie „Martern aller Arten“) mit einer glasklaren, kraftvollen Stimme und emotionaler Tiefe. An ihrer Seite überzeugen Siyabonga Maqungo als Belmonte und David Steffens, der den Osmin mit allen Facetten eines machohaften, aber stimmgewaltigen Aufsehers ausfüllt.  Der junge Dirigent Thomas Guggeis, vielen bekannt als Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt a.M. leitet die Staatskapelle Berlin. Er wählt sehr rasche, dynamische Tempi, die wunderbar mit dem rasanten, showartigen Tempo auf der Bühne harmonieren, ohne dabei die filigrane Struktur von Mozarts Musik zu vernachlässigen. 

Die Produktion zeigt exemplarisch, wie modernes Regietheater die Geister scheiden kann. Die Reaktionen könnten kaum gegensätzlicher sein. Puristen und traditionelle Operngänger zeigten sich teilweise tief enttäuscht. In Fachforen und Rezensionen war von „Sitcom-Niveau“ und einer „Klamotte“ die Rede, die den eigentlichen Geist Mozarts vermissen lasse. Auf der anderen Seite wird die Produktion dafür gelobt, dass sie frischen Wind in die Opernwelt bringt. Gerade Menschen, die sonst selten eine Oper besuchen, zeigten sich begeistert von der Leichtigkeit, dem Humor und der Zugänglichkeit der Inszenierung.  

Nach der ersten Serie im Sommer 2026 wird die Produktion im Januar und Februar 2027 für eine Reihe weiterer Vorstellungen an die Staatsoper Unter den Linden zurückkehren.

Fiktive KI-Szenen-Nachbildung zur Illustration:
Bassa Selim (Bülent Ceylan) greift ein

Szene: Belmonte hat sich gerade ins Serail geschlichen. Er singt voller Pathos seine Arie „O wie ängstlich, o wie feurig“. Auf den riesigen Bildschirmen links und rechts sieht man sein schweißnasses Gesicht in extremer Nahaufnahme. Als der letzte Ton verklingt, friert das Orchester mitten im Akkord ein. Das Licht auf Belmonte wird fahl. Ein Scheinwerfer geht im Zuschauerraum an.

Bülent Ceylan als Bassa Selim im modernen, eleganten Designer-Anzug – blickt von den Rängen oder dem Bühnenrand direkt ins Publikum.

Bassa Selim: (schüttelt schmunzelnd den Kopf, spricht mit leichtem Kurpfälzer Einschlag - Monemer!-ins Headset-Mikrofon) „Hört ihr das? ‚O wie feurig, o wie ängstlich.‘ Der Bub zittert wie ein Espenlaub. Schatz, du willst deine Konstanze befreien, aber schleichst hier rum wie ein Einbrecher, der vergessen hat, wo er sein Auto geparkt hat!“

(Er geht ein paar Schritte auf die Bühne, klopft dem eingefrorenen Belmonte epische-theatralisch auf die Schulter)

„Weißt du, im Originaltext von 1782 müsste ich jetzt eigentlich der große, böse, mächtige Herrscher sein, der dich in Ketten legt und foltern lässt. Die Leute im Parkett...“ (zeigt in die ersten Reihen) „...die warten ja quasi drauf. ‚Wann wird er endlich grausam?‘ Aber ganz ehrlich: Guck dir den Jungen doch an. Der hat den ganzen Weg von Spanien hierher geschafft, schifft sich ein, singt sich die Seele aus dem Leib – und dann soll ich den Bösewicht spielen?“

(Er dreht sich zum Dirigenten Thomas Guggeis im Graben um)

„Thomas, sag mal, hast du das Libretto gelesen? Das ist doch heute kein Mensch mehr so! Wir sind hier in Berlin Unter den Linden, nicht im Märchenwald. Wenn ich den jetzt einsperre, krieg ich morgen auf Social Media einen Shitstorm, das glaubst du gar nicht. ‚Bassa Selim blockiert die wahre Liebe‘ – Hashtag #CancelSelim. Nee, das machen wir anders.“

(Ceylan wendet sich wieder an Belmonte, der langsam aus der Starre erwacht und ihn irritiert ansieht)

„Pass auf, Belmonte. Ich geb dir und deiner Konstanze eine Chance. Aber nicht, weil ich Angst vor deinem Papa habe. Sondern weil deine Koloraturen echt stabil waren. Respekt dafür. Aber jetzt setz dich erst mal hin, trink ’nen Tee und komm runter. Und ihr...“ (blickt ins Publikum) „...atmet mal tief durch. Gleich kommt der Osmin, und der hat heute richtig schlechte Laune. Thomas, spiel weiter, mach ein bisschen Dampf!“

Ceylan zwinkert dem Publikum zu, geht lässig ab. Das Orchester setzt mit einem Schlag wieder ein, das Bühnenlicht wechselt schlagartig zurück ins Serail-Szenario, und die Oper läuft in ihrem rasanten Tempo weiter.

Dienstag, 7. Juli 2026

Die Fußfessel oder Frankreich stellt die Machtfrage (ein Sketch)

 

Ein politischer Sketch in einer Szene

Personen:
Die Präsidentschaftskandidatin
Der Richter
Der Regierungssprecher
Der EU-Kommissar für alles und nichts
Der Fernsehexperte
Die Fußfessel (eine Stimme aus dem Off)
Ein Elektriker
Bürger 1 und 2


Das Licht geht an.

Ein Rednerpult. Daneben eine riesige Steckdose. Aus dem Off ein freundliches Piepen, dann:

Fußfessel: Akku: 98 Prozent.  Demokratie: 37 Prozent.

Elektriker: Der Akku hält schon eine  Weile. Danach ...

Kandidatin: Ich fordere mein Recht, meine Freiheit! Ich kandidiere für das höchste Amt!

Bürger 1: Warum steht dann ein Elektriker neben der Nationalflagge?

Regierungssprecher: Reine Vorsorge.

Richter: Selbstverständlich. Nur bitte innerhalb des zulässigen Bewegungsradius. Sie dürfen das Haus nicht verlassen. Ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung müssen vermieden werden.

Kandidatin: Sie wollen mich aufhalten? Unsere Regierung wird die beste sein für das Land! Sie wissen, wer alles hinter mir steht? Das könnte ein Problem für Sie werden.

Richter: Nein. (Pause.) Ich möchte Sie nur anhalten. Wir wollen Ihre Manipulationen der Wahrheit nicht. Ich habe keine Angst vor Ihnen, Sie aber sollten welche vor mir haben!


Regierungssprecher: Frankreich ist und bleibt handlungsfähig. Auch wenn die teilweise sehr beliebte Kandidatin weitgehende Beziehungen hat, ein nicht unbedeutender Teil des Volks sie als Präsidentin möchte, werden wir dieser niederen Gesinnung und ihren Zielen eine Absage erteilen.   


Ein Mann mit EU-Ordnern stürzt herein.

EU-Kommissar: Großartige Nachrichten! Wir gründen eine Expertengruppe und bekommen ganz viele ambitionierte Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern, kosten uns nichts.

Bürger 1: Wofür?

EU-Kommissar: Für die Definition der Aussage „präsidentielle Freiheit und Steckdosen“.

Bürger 2: Gab es dazu ein Problem?

EU-Kommissar: Bis gerade eben nicht. Jetzt aber sollten wir gewappnet sein.


Ein Fernsehexperte springt ins Bild.

Fernsehexperte: Ich erkläre Ihnen die Lage. Sie ist hochkomplex. Sie hat historische Dimensionen. Sie verändert Europa. Sie ...

Bürger 2: ...wissen nichts, oder? Sie Ignorant! Wie können Sie so etwas verherrlichen?

Fernsehexperte: Ich bin Experte. Ich wurde mit der politischen Überzeugung ihres Vaters ausgebildet ...


Fußfessel: Akku: 81 Prozent. Demokratie: 33 Prozent.
Rechtsradikale Demo: noch drei Stunden. Was passiert danach?


Die Kandidatin hebt die Arme.

Kandidatin: Das Volk wird entscheiden! Das Recht und die Wut ist auf unserer Seite.

Richter: Das darf es. Aber es werden nicht mehr, Sie werden es sehen.

Kandidatin: Und wenn es mich wählt?

Richter: Dann habe ich mich geirrt. Ich könnte Ihnen gratulieren.

Kandidatin: Und die Fußfessel?

Richter: Die bekommt einen neuen Akku und gratuliert Ihnen ebenfalls, falls Sie es schaffen ...

Piepen.


Der EU-Kommissar holt ein Mikrofon und ein fünf Meter langes Mikrofonkabel herein.

EU-Kommissar: Europa verbindet... Im wahrsten Sinne des Wortes. Das brauchen wir noch für die Rede.


Fußfessel: Warnung! Akku niedrig. Politische Empörung französischer Wutbürger maximal, übertönt die Demokratie auf der Straße. Keiner versteht noch ein Wort. Logik nicht gefunden.

Elektriker: Ich hole neue Akkus (hoffentlich sind sie geladen) und eine Ersatzfessel. Sie darf nicht mehr aus dem Haus, die Leute werden kopflos.


Plötzlich beginnen alle durcheinander zu reden.

Kandidatin: Justiz! Verrat! Aufstand!

Richter: Rechtsstaat! Demokratie! Vorsichtsmaßnahme!

Regierungssprecher: Verantwortung betonen! Demokratisches Bewusstsein, keine Hetze!

EU-Kommissar: Förderprogramm! Europaweit! Durchsetzung der Wut!

Fernsehexperte: Exklusiv! Neue Entwicklungen! Putschversuch!

Bürger 1: Hat eigentlich jemand Brot, Fromage, Wasser und Vin Rouge gekauft? Was, wenn wir hier nicht mehr rauskommen?

Stille. Alle schauen den Bürger an, als hätte er etwas Unanständiges gesagt.


Fußfessel: Systemfehler. Teile der Bevölkerung skandieren Unsinn in den Straßen. Sie wollen den Strom abschalten. Politik schimpft über Politik. Die ersten Ausländer werden zusammengetrieben.

Elektriker: Hier neue Akkus, angeblich extrastark. Es geht hoffentlich gleich wieder...


Das Licht flackert. Die Bühne wird teilweise dunkel. Nur das Piepen bleibt. Der Elektriker hantiert.

Fußfessel: Schnell! Akku 1 Prozent, Republik ebenfalls! SOS! Ja, jetzt, neuer Akku! 99 Prozent ... 

Ende.

(Alle Rechte liegen bei Stefan Vieregg)

Montag, 6. Juli 2026

Region Pfalz, Baden: Literarisches im Juli 2026

02.07., 11 Uhr     Bücherklatsch in Speyer
Adresse: Stadtbibliothek, Villa Ecarius, Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer

Info: Unter Leitung der GemeindeschwesterPlus, Alexandra Mally, besteht die
Möglichkeit zum unkomplizierten Austausch über Bücher. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.


02.07., 19 Uhr     Lesung und Gespräch in Karlsruhe
Adresse: PrinzMaxPalais, Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe

Info: Im Begleitprogramm der Ausstellung INGEBORG BACHMANN: „ICH EXISTIERE NUR, WENN ICH SCHREIBE" , mit Dr. Andrea Stoll: »Zwei Menschen sind in mir«. Die Biografie zum 100. Geburtstag der Dichterin. Eintritt frei.


04.07., 16.00 Uhr     Lesung mit Thomas Mayr in Speyer
Adresse: Bücherei St. Joseph, Gilgenstraße 17, 67346 Speyer

Info:  Der Vorsitzende des Donnersberger Literaturvereins (Träger u.a. der "Donnersberger Literaturtage" in Kirchheimbolanden) Dr. Thomas Mayr, liest Prosatexte und Gedichte. Eine Veranstaltung der Sektion Speyer im Rahmen der Reihe "Schreiben - Lesen – Hören".


06.07., 20 Uhr     Lisa Krusche liest aus "Unsere anarchistischen Herzen" in Karlsruhe
Adresse: KOHI Kulturraum, Werderstr. 47, 76137 Karlsruhe

Info: Unsere anarchistischen Herzen (2021) ist ein mutiger Coming-of-Age-Roman und ein vielbeachtetes Debüt. Eintritt 15 Euro.


11.07., 11 Uhr     Musikalische Buchvorstellung mit Ursula Klein in Kaiserslautern
Adresse: Pfalzbibliothek, Bismarckstraße 17, 67657 Kaiserslautern

Info: Der Debütroman „Mittagsleuchten“ der Autorin Ursula Klein führt in die Westpfalz der 1950er Jahre und erzählt von den Herausforderungen eines bäuerlichen Familienbetriebs. Mit Musik von Michaela Stemmler (Querflöte), Simon Stemmler (Piano) und Stefan Dils (Flügelhorn). Eintritt frei.


11.07., 15 Uhr     Sommersymposium der Literaturoffensive Heidelberg mit Lothar Seidler u.a.
Adresse: Leimer Straße 12, 69126 Heidelberg

Info: Wer mag, kann etwas Leibliches dazu beitragen, um Voranmeldung wird gebeten.


14.07., 14 Uhr     Auf ein Buch! Lesetreff in Kaiserslautern
Adresse: Pfalzbibliothek, Bismarckstraße 17, 67655 Kaiserslautern

Info: Unter dem Motto "Meerblick" werden Bücher vorgestellt und besprochen. Eintritt frei.


18.07, 14 Uhr     Literarische Radtour in Mannheim
Treffpunkt: Buchladen Lindenhof, Meerfeldstraße 38, 68164 Mannheim

Info: An vier Leseorten im Waldpark lesen Autorinnen und Autoren aus der Region aus ihren Werken. Dauer der literarischen Radtour: etwa zwei Stunden. Teilnahmegebühr für Gäste 9,50 EUR inkl. Getränk. Bitte reservieren unter 0621/18068718 oder buero@buchladen-lindenhof.de


19.07., 11 Uhr     Matthias Zech liest in Schifferstadt
Adresse: Schreiwer-Hais’l, Liliengasse 5, 67105 Schifferstadt

Info: Der Autor liest aus seinem Buch „Mol widder dehääm“. Infos und Karten unter 0157 35 74 45 02.


19.07., 12-17 Uhr     100. Geburtstag der GEDOK
Adresse: Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg

Info: Unter dem Motto „Kunst erleben – Zeit genießen – Mode träumen“ mit dem Kurpfälzischen Museum Heidelberg, von 12 bis 17 Uhr, es liest u.a. Ingrid Samel. Eintritt frei.


20.07., 18 Uhr     Wolfgang Vater liest in Mannheim
Adresse: Alte Sternwarte, A4 6 im Erdgeschoss, 68159 Mannheim

Info: Der Autor liest aus seinem Roman "Prinz Ruprecht, ein Pfälzer in englischen Diensten", im Rahmen der Reihe LeseZeichen. Eintritt 8 €.


25.07., 18 Uhr     Poetry Slam auf dem "Fest" in Karlsruhe
Adresse: Kulturbühne, Günther-Klotz-Anlage, Südweststadt, 76135 Karlsruhe

Info: Marvin Suckut (Poetry Slam-Meister des Landes Baden-Württemberg 2025, Schweizer Poetry Slam-Team-Meister 2025), Lena Stokoff (Halbfinalistin der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften 2025), Jonas Neuhäuser (Poetry Slam-Rhein-Neckar-Meister 2023) und Natalie Friedrich (U20-PoetrySlam-Meisterin des Landes Baden-Württemberg von 2019) treten auf. Moderation: Matthias Walz. Eintritt frei.


30.07., 19 Uhr     Lesung mit Musik in Hainfeld
Adresse: Mittelmühle, Hummelaue, 76835 Hainfeld

Info: Autorin Stephanie Hanel nimmt uns mit auf Streifzüge durch ‚ihr‘ Viertel in Brooklyn, zu literarischen und künstlerischen Entdeckungen in Manhattan und blickt aus Sicht der Stadttiere auf die Großstadtwelt. Gitarrist Max Sanderson spielt eigens zu den Texten komponierte Musik und Improvisationen. Eintritt frei. 

Literarischer Verein Kirchheimbolanden: Patenschaft für zwei iranische AutorInnen (plus weitere Adressen)

Die Nachrichten, die Dr. Thomas M. Mayr aus Kirchheimbolanden und uns in den letzten Monaten seit Januar 2026 verstärkt erreichen, sind furchtbar. Das iranische Volk ruft nach Freiheit und wird brutal misshandelt. Festnahmen, Hinrichtungen, Haftstrafen für Gegner des islamischen Regimes, das nur noch mit Marionetten agiert. Reza Pachlevi, der gleichnamige Sohn des letzten Schahs, der im Dezember 1978 / Januar 1979 gestürzt wurde, rief zu Widerstand und Freiheit auf, ohne tatsächlich Unterstützung bieten zu können. Trumps und Israels Angriffe auf den Iran konnten ebenfalls nicht helfen, die Zivil- und Militärstrukturen sind zu fest verankert. Zehntausende kamen zu Tode bei Demonstrationen, weitere Zehntausende wurden verhaftet. Der Freiheitsmarsch wurde zum Todesmarsch.   

Auf die Frage danach, was der Donnersberger Literaturverein tun könne, hat er sich entschlossen, die Patenschaft für eine iranische Autorin (Golrokh Iraee) und einen iranischen Autor (Peyman Farahavar) zu übernehmen. Farahavar erwartet die Todesstrafe für sein Schreiben und Eintreten für die Umwelt, Iraee sitzt ein, weil sie sich seit vielen Jahren gegen die Todesstrafe, für Frauenrechte und für Meinungsfreiheit einsetzt.

Wenn Sie die Sorge um die beiden Schriftsteller teilen und sich einbringen möchten, so finden Sie auf unseren Webseiten https://www.dlverein.de/dlv-patenschaft-pf und https://www.dlverein.de/dlv-patenschaft-gi weitere Informationen sowie Adressen, an die Sie schreiben können. Es gibt Beispielbriefe, die Sie gerne nutzen können.


Denken Sie auch an die großen iranischen Organisationen in Deutschland:

Zu den wichtigsten gehören:

Iranische Liberale Frauen e.V.

Der Verein setzt sich für Frauenrechte und Menschenrechte im Iran ein. Er dokumentiert Menschenrechtsverletzungen und macht regelmäßig auf das Schicksal politischer Gefangener aufmerksam.

Lion and Sun e.V.

Ein gemeinnütziger deutsch-iranischer Verein, der sich für Demokratie, Säkularität und Menschenrechte engagiert. Er organisiert Informationsveranstaltungen und Solidaritätskampagnen für Inhaftierte.

HÁWAR.help

Obwohl die Organisation ursprünglich aus der jesidischen Menschenrechtsarbeit hervorging, betreibt sie inzwischen ausdrücklich ein Projekt zur Unterstützung politischer Gefangener im Iran. Dazu gehören Patenschaften, Öffentlichkeitsarbeit und Spendensammlungen.

The Munich Circle

Eine deutsch-iranische Initiative aus München, die durch Veranstaltungen, Kulturprojekte und politische Diskussionen auf Menschenrechtsverletzungen im Iran aufmerksam macht und Solidarität mit politischen Gefangenen zeigt.

Hope Association

Eine Hamburger Initiative iranischer Fachkräfte, die über die Lage im Iran informiert, Gedenkveranstaltungen organisiert und sich mit unterdrückten Aktivisten solidarisiert.

Hamgarayi Frankfurt am Main

Ein Zusammenschluss iranischer Exilanten, der den demokratischen Wandel im Iran unterstützt und regelmäßig Solidaritätsveranstaltungen für politische Gefangene organisiert.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) – Politische Gefangene im Iran

Die IGFM betreibt seit vielen Jahren ein Patenschaftsprogramm für politische Gefangene im Iran. Abgeordnete, Prominente und Privatpersonen übernehmen Patenschaften, schreiben Briefe und machen Einzelschicksale öffentlich.

Amnesty International (deutsche Sektion)

Amnesty dokumentiert regelmäßig Hinrichtungen, Folter und politische Verfolgung im Iran, organisiert Eilaktionen und ruft zur Unterstützung einzelner Gefangener auf.

Sonntag, 5. Juli 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #107: Waffen? Ruhe!

 


Braun in rostigen Zeiten © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Waffen? Ruhe!

Wer wissen will, was im 21. Jahrhundert der Begriff „brüchige Waffenruhe“ bedeutet, der möge einen Blick in den Nahen Osten werfen. Da bombardiert man sich gegenseitig die Schädel, Häuser, Infrastruktur und Zivilbevölkerung weg und wenn sich die Rauchschwaden verzogen haben, tauchen die Damen und Herren von der internationalen, medialen Korrespondenz auf und berichten vor zusammenbrechenden Gebäuden, explodierenden Gasleitungen und weinenden Menschen von einer „brüchigen Waffenruhe“.

Naja, so ist das eben wenn religiöse Faschisten aus dem Iran mit religiösen Faschisten aus dem Libanon gegen religiöse Faschisten in der israelischen Regierung in Zusammenarbeit mit religiösen Faschisten in der US-Administration Krieg führen.
Oder umgekehrt.
Was letztlich egal ist, denn Faschisten können auf den Seiten bekanntlich nichts anderes als Krieg und Gewalt verbreiten.
Und das Alleinstellungsmerkmal von Religion wiederum ist der Besitz der absoluten Wahrheit.
Eine großartige Kombination.
Deshalb sind auch Verhandlungen von religiösen Faschisten mit religiösen Faschisten stets von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt und von Friedenswillen getragen.

Gottseidank hat das alles keine Auswirkung auf unsere Wirtschaft.
Wobei ich nie genau weiß, wo das „unsere“ in der Wirtschaft liegt. Ein Blick auf die deutsche Wirtschaftsministerin Reiche und ihren Nachnamen lässt einen ja schon ahnen, für wen hier Politik gemacht wird. Und wenn sich dann Ende Mai auf Einladung der Hayek-Gesellschaft Wirtschaftsweisen der deutschen Bundesregierung mit rechts-rechten Schlechtmenschen von diesseits und jenseits des Atlantik treffen, dann fällt einem doch der alte Spruch ein: Wes Brot ich esse, des Lied ich sing.
Und was singen sie? Genau: Wirtschaftsweisen.

Da fühl ich mich - zusammen mit mindestens 90 Prozent der Bevölkerung - wirtschaftlich nicht repräsentiert.
Ausgestoßen. Weggelegt. Wir sind quasi die Wirtschaftswaisen.
(Apropos: Man kann diesen Newsletter auch unterstützen… wirtschaftlich. Details unten)
Und das alles nur, weil wir keine so tolle Lobby haben.
Erstens weil wir keine Hotelbesitzer sind und zweitens nicht im internationalen Fußball mitmischen.

Fußball? Wer es nicht kennt - und es ist ja auch ziemlich unkenntlich geworden - Fußball, das ist eine Korruptionsvermarktungsmaschine, die früher mal eine Sportart war. Ja, wo einst mal „gekickt“ wurde, werden heute TV-Rechte verscherbelt und „Friedenspreise“ vergeben? An wen? Am liebsten an religiöse Faschisten. Das sind einfach sehr gute Geschäftspartner.

Sieht man ja auch daran, wo die letzten Fußball-Weltmeisterschaften der Herren stattgefunden haben:
Katar - Monarchie ohne Pressefreiheit, aber mit Klimaanlagen.
Davor: Russland - Diktatur ohne freie Oppositionelle, aber mit Spezialoperationen.

Wer nicht weiß, was Spezialoperationen sind: Das ist das russische Wort für „brüchige Waffenruhe“.
Oder sagen wir so: Die Spezialoperation hat mit Frieden soviel zu tun, wie die WM mit Sport.
Bei beiden steht das wirtschaftliche Interesse im Zentrum des Handelns.

Wie genau das abläuft ist zwar unterschiedlich, aber der Österreicher Friedrich August von Hayek hätte das sicherlich gut erklären können. Immerhin war der Mann gut Freund mit Margaret Thatcher, Ronald Reagan und Auguste Pinochet (alles sehr, sehr friedliche Menschen), und hatte die spanische Grippe überlebt. Im Gegensatz zu z.B. Egon Schiele.
Womit klar wäre, dass auch Viren manchmal nur dumme Sackgesichter sind, die gerne mal die falschen verschonen.

Das große Problem mit Spezialoperationen aber - wie auch mit den brüchigen Waffenruhen - ist ja nicht wie man sie beginnt (nein, das kann jeder religiöse Faschist im Handumdrehen), sondern wie man sie beendet.

Dazu braucht man nämlich nicht nur Verständnis für die Sinnlosigkeit der Fortsetzung (was schon schwierig genug herzustellen ist, schließlich hätte man ja schon von Anfang an Verständnis für die Sinnlosigkeit des Beginns der ganzen Aktion haben können… aber wir reden ja von religiösen Faschisten und die können gut Krieg machen und Recht haben. Gut Verständnis haben gehört eher nicht zu deren Portfolio.), sondern - ja, ja dieser Satz ist noch nicht zu Ende, da geht sich noch Einschub im Nebensatz aus, der den Lesefluss strapaziert wie eine See-Blockade die Weltwirtschaft - man braucht ja auch für die Beendigung ihrer speziellen waffenoperativen Brüchigkeit Gespräche.

Und für die Gespräche braucht man Vermittler.
Und wer redet schon gerne mit religiösen Faschisten?
Die zertreten das Mikrofon, wenn man ihnen nachweist, dass sie unrecht haben - wie der Amerikaner - oder bauen über Jahre und Jahrzehnte ein Terrorsystem auf - wie der Russe - mit einem einzigen Ziel: Dass Ihnen niemand mehr widerspricht.

Und dann soll man plötzlich mit denen reden?
Unangenehmer Job.

Dazu eignen sich natürlich extrem senile deutsche Exkanzler. Erstens weil die gar nichts mehr checken, zweitens weil sie Geld von russischen religiösen Faschisten bekommen (singen also sehr schön Wirtschaftsweisen) und drittens weil sie aus Niedersachsen kommen, das eines jener deutschen Bundesländer ist, das  landschaftlich gut auch in Westsibirien liegen könnte.

Aber gäbe es nicht bessere Kandidaten?
Eine deutsche Exkanzlerin etwa? Die könnte ja wenigstens russisch. Was ja angeblich nicht so schlecht sein soll, wenn man mit Russen verhandeln muss.
Oder Udo Lindenberg? Der Mann hat gerade mühsam seinen 80er überstanden (Geburtstagsgrüße und Genesungswünsche gehen hiermit raus), hat aber schon Erfahrungen mit halsstarrigen Diktatoren in den 80ern (nicht seinen, sondern in denen des letzten Jahrhunderts) gesammelt (gell, Erich?).
Oder Helene Fischer? Die würde die Vorteile der beiden vorigen vereinigen.
Trägt eine sowjetische Kindheit mit sich rum, kann sogar russische Lieder singen und besitzt durch die Jahre im Showgeschäft vermutlich Durchhaltevermögen bei langen nächtlichen Verhandlungen (Stichwort: „Atemlos durch die Nacht“).

Fehlt nur noch die Einsicht auf russischer Seite, dass man überhaupt verhandeln sollte.

Und im Nahen Osten, also mittleren Osten, wie man auch sagt, also in Vorderasien, genauer gesagt Südwestasien, um das mal wertfrei auszudrücken, bräuchte man natürlich auch noch wen.
Denn da geht es nicht nur um Krieg, sondern auch noch vielmehr um Wirtschaft.
Wer könnte hier vermitteln? Wer kann gut mit Diktatoren? Wer spricht ihre Sprache? Wer weiß, wie sie ticken? Wer könnte das sein? Nur einer: Gianni Infantino.

Warum der? Weil für den die Welt ein Fußball ist, auf den man drauf treten kann, damit Geld raus kommt.
Und natürlich weil Friedrich August von Hayek schon tot ist.
Der ruht in Frieden. Anders als die Waffen.


Alle Termine gibt es hier.

Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man
hier lesen.
Auch die jüngste Empfehlung der Wiener Stadtzeitung
Falter etwa.

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, etwa wo man
echte Freunde finden kann, wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte oder was passiert, wenn die Mächtigen dieser Welt zu Satirikern werden.*
All das erfährt man.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Die russische Tragödie: Warum Putin sein eigenes Ende verwirklicht


Wir können ziemlich klar begründen, warum der Full-Scale-Krieg gegen die Ukraine seit 2022 (und schon länger seit 2014) sehr wahrscheinlich auch Putins eigenes Ende markiert. Er führt in eine strategische Sackgasse.

Militärisch: Die Blitzkriegsfantasie ist gescheitert. Die Ukraine steht, die Front ist festgefahren, Russland verschleißt Material und Menschen im großen Stil, zerstört Kulturgut, tötet und verletzt Menschen ohne Ende.
Politisch: Jeder weitere Kriegsmonat macht Russland abhängiger von immer weniger Partnern (China, Iran) und isoliert es vom Rest der Welt.
Symbolisch: Aus der „Großmachtoperation“ ist ein Abnutzungskrieg geworden – das zerstört Putins Image als starker, kontrollierender Führer.

Ökonomische und demografische Selbstzerstörung
Sanktionen treffen nicht nur Oligarchen, sondern die gesamte Industrie, Technologie, Forschung. Der Treibstoff wird durch gestiegene Angriffe der Ukraine zum massiven Problem. Ölförderung und Raffinerien sind stark beeinträchtigt.
Abwanderung - Hunderttausende gut ausgebildete Russen haben das Land verlassen – ein irreversibler Verlust.
Kriegskosten - Der Staatshaushalt wird immer stärker vom Militär gefressen, während soziale und zivile Bereiche verfallen. 

Das ist kein „normaler“ Krieg, das ist ein Langzeit-Selbstmordprogramm für den russischen Staat in seiner jetzigen Form. Innenpolitische Erosion löst Russland auf.

Angst funktioniert nicht ewig: Je länger der Krieg dauert, desto mehr Menschen kennen persönlich Gefallene, Verletzte, Vermisste.
Elitenrisiko: Wenn der Krieg nicht gewonnen werden kann, wird er irgendwann zur Gefahr für jene, die ihn mittragen – Militär, Geheimdienste, Oligarchen.
Legitimitätsverlust: Putins zentrale Erzählung war „Stabilität und Stärke“. Der Krieg liefert Instabilität und Schwäche. Früher oder später kippt so ein System nicht, weil die Masse plötzlich aufsteht, sondern weil Teile der Elite beschließen, dass der Preis zu hoch geworden ist. 

Geopolitische Gegenbewegungen wie die NATO-Erweiterung, Stärkung der EU, massive Aufrüstung in Europa – alles sind direkte Folgen von Putins Krieg. Er wollte den Westen schwächen und die Ukraine „heimholen“ – erreicht hat er das Gegenteil: Die Ukraine ist politisch fester im Westen verankert als je zuvor. Der Westen hat seine sicherheitspolitische Bedeutung wiederentdeckt. Damit wird der Krieg zu einem historischen Wendepunkt – aber nicht zu Putins Gunsten. 

Kurz gesagt: Dieser Krieg ist kein Weg zu Putins Triumph, sondern eine langsame, brutale Selbstentmachtung. Ob sein Ende spektakulär (Putsch, Palastrevolte) oder leise (krank, abgelöst, „Rückzug ins Private“) ausfällt – der Krieg hat bereits die Grundlagen seiner Macht erodiert. Russische Verluste im Ukraine-Krieg

Russische Verluste im Ukraine-Krieg

Stand: Anfang Juli 2026 · zwei unterschiedliche Quellenarten, nicht direkt vergleichbar

Personal, gesamt (getötet + verwundet)

>1,4 Mio.

Quelle: ukr. Generalstab, Stand 1.7.2026

Juni 2026 allein

26.000

höchster Monatswert seit Kriegsbeginn

Kampfpanzer, visuell bestätigt

~3.200

Quelle: Oryx, Stand 2024/25 – heute vermutlich höher

zerstört beschädigt zurückgelassen erbeutet
Kampfpanzer: 2167 zerstört, 158 beschädigt, 354 zurückgelassen, 518 erbeutet. Schützenpanzer: rund 6000 zerstört oder beschädigt.

Personalzahlen: unabhängig nicht überprüfbare Angaben einer Kriegspartei (ukrainischer Generalstab).
Ausrüstungszahlen: nur fotografisch/videografisch belegte Fälle (Oryx) – die tatsächliche Zahl liegt laut Oryx selbst „deutlich höher". Die Schützenpanzer-Aufschlüsselung ist eine grobe Näherung aus der Gesamtsumme von rund 6.000 dokumentierten Fällen; für Panzer sind die Zahlen präzise.
Aktuellste laufend aktualisierte Zählung: oryxspioenkop.com






Freitag, 3. Juli 2026

Viel, viel Geld sparen mit Bürokratieabbau!

Bürokratieabbau Bild: ChatGPT

Deutschland leistet sich jedes Jahr ein Bürokratiemonster, das fast 160 Milliarden Euro verschlingt. Ein Betrag, mit dem man ganze Städte neu bauen, Schulen vergolden oder jedem Bürger einen persönlichen Verwaltungsengel finanzieren könnte. Stattdessen stopfen wir Formulare in Ordner, die in Regalen stehen, die in Gebäuden stehen, die wir mit Steuergeld heizen, damit Akten nicht frieren.

Und nun die eigentliche Pointe: Alle wissen es. Niemand handelt.

Die Politik diskutiert lieber über Centbeträge beim Elterngeld, während im Maschinenraum der Verwaltung Milliarden verpuffen wie Druckerpapier im Dauerbetrieb. Jede Reform scheitert zuverlässig an der deutschen Lieblingssportart: „Das haben wir schon immer so gemacht.“

Dabei wäre Bürokratieabbau der seltene politische Glücksfall: Er kostet nichts, bringt sofort etwas und tut niemandem weh – außer vielleicht ein paar Formularfetischisten, die ihre Stempel vermissen würden.

Warum also setzt niemand hier an? Ganz einfach: Bürokratieabbau hat keinen Glamourfaktor. Man kann damit keine Wahlplakate schmücken, keine Empörung erzeugen, keine Talkshow sprengen. Es ist die unspektakuläre, aber hochwirksame Medizin, die niemand verschreibt, weil sie nicht nach Reform riecht, sondern nach Arbeit.

Und so bleibt Deutschland weiter Weltmeister im Formularweitwurf, während 160 Milliarden Euro brav jedes Jahr in den Papierkorb der Geschichte wandern.

Aber halt – könnten wir nicht sinnvollere Errungenschaften behalten? Hauptsache, der Stempel sitzt gerade, oder?

Ein sofort beginnender Bürokratieabbau würde z.B. Frankfurt kurzfristig 120–180 Mio. €, mittelfristig 300–600 Mio. €, langfristig bis zu 700–900 Mio. € ersparen.

Das ist realistisch, datenbasiert und kommunalpolitisch umsetzbar. Kommunen könnten sofort 30–45 Mrd. €/Jahr sparen. Das umfasst Personalkosten, die durch Prozessverkürzung sinken, Sachkosten, weil Papier, Porto, Archivierung wegfallen, IT‑Kosten, weil Insellösungen verschwinden, Zeitkosten, weil Bürger und Unternehmen weniger Aufwand haben, Wirtschaftliche Folgekosten, weil Genehmigungen schneller erfolgen. Warum „sofort beginnend“ besonders wirksam ist Die Studien zeigen klar, dass Bürokratieabbau sofort wirkt, weil Prozesse verkürzt werden. Digitalisierung verstärkt den Effekt zusätzlich. Kommunen profitieren überproportional, weil sie die meisten Bürgerkontakte haben. Kommunale Einsparung nach 12 Monaten Wenn Kommunen nur 10 % ihrer Bürokratie abbauen: 3–4 Mrd. €/Jahr. Wenn Kommunen 20 % abbauen (realistisch bei konsequentem Vorgehen): 6–9 Mrd. €/Jahr. Wenn Kommunen 30 % abbauen (ambitioniert, aber machbar):10–13 Mrd. €/Jahr.

Hilfsmittel gegen sexuelle Belästigung

ChatGPT-Bild: Sexuelle Belästigung



Viele Frauen in Deutschland haben bereits (sexuelle) Belästigung erlebt, und in solchen Situationen kann es schwierig sein, um Hilfe zu bitten. Diskrete Handzeichen und Codewörter können jedoch dabei helfen, Aufmerksamkeit zu erregen und Hilfe zu suchen. Es ist wichtig, dass jeder diese geheimen Codes kennt. Die Socialmedianutzer haben sie schon öfter gesehen, auch Möglichkeiten, wie die Reaktionen ausfallen sollten. 

Betroffene können diese unauffälligen Handzeichen und Codewörter nutzen, um in gefährlichen Situationen Hilfe zu suchen, sei es in einer Partnerschaft, auf der Straße oder in einem Club. Während der COVID-19-Pandemie hat die Kanadische Stiftung für Frauen das sogenannte "Hilfezeichen" (#SignalforHelp) eingeführt, das ursprünglich zur Bekämpfung häuslicher Gewalt entwickelt wurde. Das Zeichen verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und hat bereits mehreren Frauen und Mädchen aus gefährlichen Situationen geholfen. Im August 2022 teilte die Polizei Ludwigshafen beispielsweise mit, dass ein 14-jähriges Mädchen aus der Gewalt eines mutmaßlichen Vergewaltigers gerettet werden konnte, weil sie Passanten das Handzeichen gezeigt hatte.

Mit der Ein-Hand-Geste können Betroffene unauffällig signalisieren, dass sie sich bedroht fühlen und Hilfe benötigen. Die Handfläche wird dabei nach außen gestreckt und der Daumen eingeklappt, dann werden die restlichen Finger über dem Daumen zur Faust geschlossen. Codewort "Ist Luisa hier?" Hat man die Möglichkeit, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, hilft "Ist Luisa hier?" Die Frage fungiert als Code, um bei Belästigung, Bedrohung oder Angst vor Übergriffen ohne weitere Erklärung Hilfe zu erhalten. So können sich Betroffene etwa diskret Hilfe beim Servicepersonal suchen, wenn sie in Bars, Clubs oder Restaurants belästigt oder bedrängt werden. Das sollte dann umgehend das Sicherheitspersonal verständigen oder den Notruf wählen.

Codewort "Maske 19"
Die Union deutscher Zonta Clubs hat zudem die Initiative "Maske 19" ins Leben gerufen: Mit dem Codewort "Maske 19" können sich Betroffene an medizinisches Personal wenden und erhalten umgehend Notrufhilfe. Es genügt, beim Betreten einer Apotheke, Arztpraxis oder Klinik das Codewort zu nennen. Anschließend soll der Polizeinotruf verständigt werden.

 "Notfall SOS"-Trick auf dem iPhone und Hilfetelefon
Wer sich in einer akuten Gefahrensituation befindet und weit weg von anderen Menschen ist, kann sich telefonisch Hilfe suchen. Eine Option ist das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen", das rund um die Uhr unter der Telefonnummer 08000 116 016 erreichbar ist. Wer ein iPhone hat, kann zudem mit der Funktion "Notfall SOS" unbemerkt und schnell einen Notruf inklusive aktuellem Standort an Rettungskräfte und vorher eingestellte Notfall-Kontakte senden - und zwar ganz, ohne dabei auf den Bildschirm gucken zu müssen. Die Funktion aktiviert man in den Einstellungen unter dem Menüpunkt "Notruf SOS". Um den Notruf in einer Gefahrensituation abzusetzen, drückt man fünfmal schnell hintereinander auf den Power-Button des Geräts.


Donnerstag, 25. Juni 2026

Lebensenergie durch Angélique Letizia: "Keep Shining: A Journey from Dark to Light"

Angélique Letitzia


Eine Einladung, das eigene Licht wiederzufinden

Es gibt Bücher, die liest man, um dem Alltag zu entfliehen, und es gibt Bücher, die man aufschlägt, um sich selbst wiederzufinden. "Keep Shining: A Journey from Dark to Light" von Angélique Letizia gehört unverkennbar zu Letzteren. Bei Amazon kann man das Buch auch nach Deutschland schicken lassen. In diesem zutiefst einfühlsamen und klugen Werk teilt die Autorin und Filmemacherin nicht nur eine theoretische Anleitung zur Selbsthilfe, sondern öffnet auf mutige Weise ihr eigenes Herz. Geprägt von persönlichen Erfahrungen mit Missbrauch, Verrat und lähmenden Panikattacken, nimmt Letizia ihre Leser an die Hand und führt sie behutsam durch die Landschaften des menschlichen Schmerzes – nicht, um darin zu verharren, sondern um einen Weg zurück ins Licht zu finden. Sie zeigt uns, worauf es ankommt, Hindernisse zu überwinden und danach stärker dazustehen als zuvor.

Was dieses Buch so besonders macht, ist der Verzicht auf jede Form von unechter Positivität. Angélique Letizia verlangt von ihren Lesern nicht, die Dunkelheit einfach wegzulächeln oder mit oberflächlichen Floskeln zu überspielen. Stattdessen erkennt sie den Schmerz als real an und verwandelt ihn in das Fundament für echte, tiefgreifende Heilung. Das Werk ist dabei wie ein ruhiger, schützender Raum gestaltet: Aufgeteilt in poetische Essays und meditative Texte lädt es dazu ein, die Kapitel langsam und intuitiv zu lesen – vielleicht als stärkendes Ritual am Morgen oder als tröstenden Begleiter am Abend, wenn die Last des Tages schwer auf den Schultern liegt. Angélique Letizia zeigt uns, wie wir aus tiefsten Mangelzuständen wieder zu Stärke gelangen.

Besonders faszinierend ist die Brücke, die die Autorin zu ihrer Arbeit als Filmemacherin schlägt. Im zweiten Teil des Buches entschlüsselt sie die verborgene Sprache unserer eigenen Lebensgeschichten. Sie zeigt auf, wie oft wir unbewusst nach den alten, schmerzhaften Drehbüchern unserer Vergangenheit leben, die uns von anderen oder durch Traumata auferlegt wurden. Mit großer Empathie ermutigt sie dazu, diese energetischen Schleifen zu durchbrechen und die Feder selbst in die Hand zu nehmen, um das nächste Kapitel des eigenen Lebens als aktive Gestalter neu zu schreiben. "Keep Shining" ist somit weit mehr als ein Ratgeber; es ist ein sanfter, aber bestimmter Weckruf für die Seele und ein zutiefst berührendes Versprechen, dass niemand in der Dunkelheit verloren gehen muss.

Auch ihre Podcasts sind sehr empfehlenswert. Lernen Sie Angélique Letizia als sehr überzeugende und authentische Autorin kennen.

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Der Abend, an dem die Bahn stillstand ...

(KI-generiert)


Es ist der 23. Juni 2026, mitten im Abendverkehr. Auf den digitalen Anzeigetafeln der deutschen Bahnhöfe springen die Minutenanzeigen gleichzeitig um, bevor sie ganz erlöschen. In den Cockpits Hunderter Züge bricht schlagartig die Verbindung ab. Das digitale Bahnfunksystem, das unsichtbare Nervensystem, das den gesamten Schienenverkehr steuert und absichert, ist tot. Binnen Minuten steht ein ganzes Land still.

Was wie der Auftakt zu einem koordinierten Hybrid-Angriff wirkt, ist in Wahrheit die Folge eines banalen Vorgangs: Ein einzelner Austauschbaustein versagt während einer routinemäßigen Wartung. Doch die eigentliche Sprengkraft dieser Stunden liegt nicht in der Ursache – sie liegt in der beängstigenden Erkenntnis, wie leicht sich eine hochentwickelte Industrienation lähmen lässt.

Deutschland erlebte einen Moment, der sich wie ein Stromausfall im Nervensystem einer hochkomplexen Maschine anfühlte. Ein technischer Fehler im digitalen Bahnfunksystem – ein einzelner Austauschbaustein, ein unscheinbares Stück Infrastruktur – genügte, um das gesamte Schienennetz lahmzulegen. Passagier- und Güterzüge blieben stehen, Bahnhöfe verwandelten sich in Wartesäle der Ratlosigkeit, und Millionen Menschen spürten plötzlich, wie dünn die Schicht aus Verlässlichkeit ist, auf der unser Alltag ruht.

Es war kein Terroranschlag, kein Cyberkrieg, kein Naturereignis. Es war ein interner Fehler, ein banaler Vorgang im Wartungsplan. Und doch reichte er aus, um ein Land für Stunden aus dem Takt zu bringen. Genau darin liegt die eigentliche Geschichte dieses Abends: Nicht der Fehler selbst ist spektakulär, sondern die Fragilität, die er sichtbar machte.

Deutschland versteht sich gern als Land der Ingenieure, der Redundanzen, der Sicherheitsnetze. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Viele unserer kritischen Systeme – Verkehr, Energie, Verwaltung, Kommunikation – sind monolithisch, zentralisiert und anfällig. Sie funktionieren hervorragend, solange alles funktioniert. Aber wenn ein Knotenpunkt versagt, reißt er ganze Strukturen mit sich.

Der Bahn-Blackout war ein Lehrstück dafür, wie engmaschig und gleichzeitig wie brüchig unsere moderne Infrastruktur geworden ist. Ein Funksystem, das ausfällt, bedeutet nicht nur, dass Züge stehen bleiben. Es bedeutet, dass Notfallkommunikation stockt, dass Fahrdienstleiter blind werden, dass Sicherheitsprotokolle greifen müssen, die auf Stillstand statt auf Flexibilität ausgelegt sind. Es bedeutet, dass ein Land, das sich auf Mobilität verlässt, plötzlich bewegungsunfähig wird.

Und es wirft eine unbequeme Frage auf: Wie viele solcher Schwachstellen existieren noch – unentdeckt, ungetestet, ungesichert?

Wir leben in einer Zeit, in der äußere Bedrohungen – geopolitische Spannungen, Cyberangriffe, Energiekrisen – ständig präsent sind. Doch der 23. Juni zeigte, dass die gefährlichsten Risiken oft im Inneren lauern: in veralteten Systemen, in fehlender Redundanz, in Strukturen, die nie für die Komplexität der Gegenwart gebaut wurden.

Vielleicht war dieser Abend ein Warnsignal. Vielleicht war er ein Glücksfall im Unglück, weil er uns ohne Katastrophe vor Augen führte, wie dringend wir unsere kritische Infrastruktur neu denken müssen. Nicht als Flickenteppich aus Einzelprojekten, sondern als lebendiges, widerstandsfähiges Gesamtsystem.

Denn eines wurde an diesem Abend klar: Ein Land ist nur so stabil wie seine unscheinbarsten Verbindungen. Und wenn diese reißen, steht nicht nur die Bahn still – dann steht das Vertrauen still, das wir in die Funktionsfähigkeit unseres Staates setzen.