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Dienstag, 18. August 2026

Was passiert gerade mit unserem Wetter und was kommt auf uns zu? Mit Quellen und Literaturangaben zum Weiterlesen

(c) Stefan Vieregg, mit KI generiert

Deutschland und Mitteleuropa bekommen zunehmend ein wärmeres, trockenheitsanfälligeres Sommerklima, während Starkregen, Gewitter und einzelne sehr nasse Perioden keineswegs verschwinden. Der entscheidende Wandel lautet daher nicht schlicht „weniger Regen“, sondern mehr Hitze + höhere Verdunstung + längere Trockenphasen + anschließend häufiger extreme Niederschläge.

Und gerade die neuesten Beobachtungen von 2026 machen diese Entwicklung ausgesprochen anschaulich.

1. Der wichtigste Irrtum: „Afrikaklima“ ist zu einfach

Deutschland wird nicht einfach zu einer europäischen Sahara. Dafür ist unsere geografische Lage zu nördlich, und die Westwindzone, der Atlantik, die Nordsee und die dynamische Wetterlage Europas bleiben wichtige Einflussfaktoren. Auch künftig kann es in Deutschland sehr nasse Sommer geben.

Aber: Die Ausgangstemperatur steigt. Dadurch verändert sich die Wasserbilanz.

Ein Sommer mit beispielsweise 600 mm Niederschlag ist bei 20 °C etwas völlig anderes als ein Sommer mit denselben 600 mm bei 23 °C. Die Atmosphäre kann mehr Wasserdampf aufnehmen, Böden trocknen schneller aus und Pflanzen verlieren mehr Wasser. Genau diese Kombination wird von den Klimaforschern als besonders gefährlich angesehen. Der IPCC stellt mit hoher Sicherheit fest, dass die atmosphärische Wasseraufnahme bzw. Verdunstungsnachfrage mit steigender Temperatur zunimmt und dadurch die Bodenfeuchte abnimmt. Für den Mittelmeerraum ist die Entwicklung besonders eindeutig; für West- und Mitteleuropa ist sie regional differenzierter. (IPCC)

2. Europa erwärmt sich besonders schnell

Europa ist kein durchschnittlicher Ausschnitt des Weltklimas. Der Kontinent erwärmt sich schneller als der globale Mittelwert. Und 2026 erleben wir gerade ein außergewöhnliches Beispiel dafür. Die Weltorganisation für Meteorologie beschreibt die europäischen Hitzewellen dieses Jahres als häufiger, intensiver und länger andauernd. Hoher Luftdruck, ungewöhnlich warme Meere und bereits ausgetrocknete Böden verstärken einander. (Reuters)

Besonders interessant ist dabei der sogenannte Bodenfeuchte-Rückkopplungseffekt:

trockener Boden → weniger Verdunstung → mehr Energie für die Erwärmung der Luft → höhere Temperaturen → noch stärkere Verdunstung.

Das ist eine Art meteorologischer Teufelskreis. Eine aktuelle Attributionsstudie zur europäischen Dürre 2026 kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Die hitzebedingte Verdunstung, die die Dürre verschärft, ist heute in Westeuropa etwa 80-mal wahrscheinlicher und in Osteuropa etwa 40-mal wahrscheinlicher als unter vorindustriellen Bedingungen. Landwirtschaftliche Bodendürre sei durch den Klimawandel in Westeuropa etwa fünfmal und in Osteuropa etwa elfmal wahrscheinlicher geworden. (Reuters) Das ist wissenschaftlich wesentlich interessanter als die Aussage „es wird heißer“.

3. Was bedeutet das konkret für Deutschland?

Der Deutsche Wetterdienst arbeitet mit regionalen Klimamodellen und verschiedenen Emissionsszenarien. Die Spannbreite ist erheblich, aber die Richtung bei der Temperatur ist eindeutig.

Im hohen Emissionsszenario RCP8.5 wird für Deutschland für 2071–2100 gegenüber 1971–2000 eine Erwärmung von ungefähr 3,1 bis 4,7 °C projiziert. Beim Jahresniederschlag ist die Bandbreite dagegen viel unsicherer: Die Modelle reichen von etwa −1 bis +15 Prozent. (Deutscher Wetterdienst)

Das klingt zunächst widersprüchlich: +4 °C, aber möglicherweise nicht weniger Jahresniederschlag?

Genau hier liegt der Knackpunkt. Der Klimawandel verändert vor allem die Verteilung des Wassers über das Jahr. Tendenziell:

Winter:
mehr Niederschlag bzw. häufiger Regen statt Schnee

Frühjahr:
frühere Vegetationsperiode, höhere Verdunstung

Sommer:
höhere Temperaturen, höhere Verdunstung, zunehmendes Risiko längerer Trockenphasen

Gewitterlagen:
mehr Wasser kann in kurzer Zeit herunterkommen

Herbst/Winter:
höhere Wahrscheinlichkeit für sehr niederschlagsreiche Ereignisse

Das bedeutet:

Der Jahresniederschlag kann ähnlich bleiben, während die Landschaft trotzdem trockener wird.

Das ist einer der wichtigsten Punkte der gesamten Klimaforschung.

4. Und genau das erleben wir bereits

Der Sommer 2025 in Deutschland war dafür fast ein Lehrbuchbeispiel. Der DWD registrierte 18,3 °C im bundesweiten Sommermittel, 0,7 °C mehr als im Referenzzeitraum 1991–2020.

Aber noch interessanter: Der Sommer war gleichzeitig von langen Trockenphasen und einer ausgesprochen nassen Juli-Phase geprägt. Deutschland bekam also nicht einfach „keinen Regen“. Es bekam:

Hitze → Trockenheit → Starkregen/nasser Monat → erneut Trockenheit.

Der Juli verhinderte Schlimmeres. Insgesamt lagen die Niederschläge des Sommers nur etwa 6 Prozent unter dem Mittel 1991–2020. Trotzdem gab es regional erhebliche Trockenheit. (Deutscher Wetterdienst)

Das ist wahrscheinlich näher an unserer klimatischen Zukunft als die Vorstellung einer endlosen mediterranen Schönwetterperiode.

5. Die Hitze wird zum eigentlichen Problem

Besonders eindrucksvoll ist eine DWD-Attributionsstudie zum 2. Juli 2025. Damals erreichte das Deutschlandmittel der Höchsttemperatur 35,5 °C. An 435 von 453 Messstationen wurde mindestens ein „heißer Tag“ mit ≥30 °C registriert; an 285 Stationen wurden ≥35 °C erreicht. (Deutscher Wetterdienst)

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Ein solches Ereignis hätte im heutigen Klima eine Wiederkehrzeit von etwa 3,9 Jahren. Vor dem stärkeren menschengemachten Erwärmungseinfluss wäre eine vergleichbare Hitze praktisch ein außergewöhnliches Ereignis gewesen. Der DWD kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass die Wiederkehrzeit eines vergleichbaren oder stärkeren Ereignisses in Zukunft auf etwa 2,0 bis 3,2 Jahre sinken könnte. (Deutscher Wetterdienst)

Mit anderen Worten: Was früher ein Ausnahme-Sommer war, wird zunehmend Bestandteil des normalen statistischen Spektrums.

6. Werden die Sommer tatsächlich „afrikanischer“?

Wenn man unter „Afrikaklima“ versteht

  • dauerhaft 35–40 °C,
  • monatelang kein Regen,
  • Wüstenboden,
  • kaum Vegetation,

dann lautet die Antwort: Nein.

Wenn man darunter aber versteht:

  • deutlich höhere Sommertemperaturen,
  • häufigere Hitzewellen,
  • längere Vegetations- und Hitzeperioden,
  • stärkere Verdunstung,
  • häufiger ausgetrocknete Böden,
  • Waldbrandgefahr,
  • Wasserstress,
  • zunehmende Verschiebung der Vegetationszonen,

dann lautet die Antwort: Teilweise ja – und diese Entwicklung ist bereits sichtbar. Allerdings wird sie regional sehr unterschiedlich sein.

7. Süddeutschland wird nicht zur Sahara – aber der Mittelmeerraum kommt näher

Das IPCC erwartet für Europa eine deutliche Verschiebung der klimatischen Lebensbedingungen. Besonders stark betroffen ist der Mittelmeerraum. Dort nehmen Hitze, Trockenheit und Feuerwetter deutlich zu. Ab etwa 2 °C globaler Erwärmung werden zunehmende Aridität sowie landwirtschaftliche und hydrologische Dürren mit hoher Sicherheit erwartet. (IPCC)

Der südliche Teil Europas ist deshalb der eigentliche Vorläufer dessen, was weiter nördlich teilweise ankommt. Man könnte vereinfacht eine klimatische Wanderung nach Norden beschreiben:

Nordafrika → Südspanien → Mittelmeerraum → Südfrankreich/Norditalien → Süddeutschland → Mitteleuropa

Aber diese Verschiebung ist keine exakte Kopie der Klimazonen. Atlantische Einflüsse bleiben in Deutschland wesentlich.

8. Die Vegetation wird sich verändern

Hier wird es besonders interessant. Die Frage lautet nämlich nicht: „Wächst überhaupt noch etwas?“
Natürlich wächst weiterhin sehr viel. Die Frage lautet: Welche Pflanzen können mit dem neuen Klima noch dauerhaft zurechtkommen? Die Europäische Umweltagentur berichtet bereits über messbare Auswirkungen von Dürren auf die Vegetation.

2024 waren rund 600.000 km² EU-Fläche von unterdurchschnittlicher Bodenfeuchte betroffen. Auf fast 160.000 km² in Südosteuropa und dem Mittelmeerraum erholte sich die Vegetationsproduktivität nicht auf das Niveau des Referenzzeitraums 2000–2020. Auch Wälder und Graslandschaften waren betroffen. (Europäische Umweltagentur)

Das ist noch kein „Absterben Europas“. Aber es zeigt einen wichtigen Mechanismus: 
Dürre → geringere Photosynthese → geringeres Wachstum → weniger Kohlenstoffaufnahme → geschwächte Pflanzen → höhere Anfälligkeit für Hitze, Schädlinge und Feuer.
Und irgendwann verändert sich die Zusammensetzung des Ökosystems.

Der IPCC erwartet deshalb eine zunehmende Verschiebung der Lebensräume und eine Ausbreitung feuergefährdeter Gebiete in Europa. (IPCC)

9. Der deutsche Wald ist deshalb ein Frühwarnsystem

Die große Frage lautet nicht nur: „Wie heiß wird es?“, sondern: „Kann unser Wald das neue Klima verkraften?“ Die Fichte beispielsweise ist in vielen tieferen Lagen Deutschlands bereits unter erheblichen klimatischen Druck geraten. Das Problem ist nicht nur Hitze. Es ist:

Hitze + Trockenheit + Borkenkäfer + Stürme + Waldbrände.

Eine einzelne Belastung kann ein Waldökosystem verkraften. Mehrere gleichzeitig können einen Kipppunkt erzeugen. Deshalb wird Deutschland langfristig wahrscheinlich einen stärkeren Anteil trockenheits- und hitzetoleranter Baumarten benötigen.

10. Gleichzeitig wird es mehr Starkregen geben

Das ist die scheinbare Paradoxie des zukünftigen deutschen Klimas. Wir können gleichzeitig bekommen: mehr Dürre und mehr Überschwemmungen. Denn warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Wenn sich diese feuchte Luft anschließend in einer Gewitter- oder Starkregenlage entlädt, können innerhalb weniger Stunden enorme Wassermengen fallen. Das Wasser kommt dann nur leider nicht unbedingt dort und dann herunter, wo Landwirtschaft, Wälder und Grundwasser es benötigen. Der Klimawandel verändert deshalb zunehmend den Wasserhaushalt, nicht einfach nur die Regenmenge.

11. Die wirklich interessante Zukunft: „Grün und trocken“

Wahrscheinlich ist ein anderes Bild viel wahrscheinlicher als eine Wüste. Deutschland könnte teilweise zu einer Landschaft werden, die auf den ersten Blick weiterhin grün aussieht – aber wesentlich stärker unter Wasserstress steht. Das ist gefährlicher, weil man die Veränderung nicht sofort erkennt. Ein Rasen kann nach einem warmen Frühling saftig grün sein. Dann kommen:

30 Tage Hitze → Bodenfeuchte sinkt → Grundwasser wird weniger → Pflanzen schließen ihre Spaltöffnungen → Wachstum stoppt → Blätter vertrocknen.

Ein heftiges Gewitter bringt anschließend 50 mm Regen. Aber: Ein Teil läuft oberirdisch ab. Ein Teil verdunstet. Ein Teil erreicht wegen der trockenen bzw. hydrophoben Bodenschichten nicht die tieferen Bodenschichten. Und zwei Wochen später beginnt alles wieder von vorne.

12. Besonders interessant: 2026 ist möglicherweise ein Vorgeschmack

Das aktuelle Jahr 2026 sollte man allerdings nicht einfach als Beweis für die Zukunft nehmen. Einzelne Jahre bleiben Wetterereignisse. Aber die Kombination ist auffällig. Europa erlebt 2026 eine  außergewöhnliche Hitze, Trockenheit und Waldbrände. Die Reuters-Berichterstattung unter Berufung auf meteorologische Experten beschreibt bereits mehr als 576.000 Hektar verbrannte Fläche in Europa im laufenden Jahr und eine Serie extremer Hitzeperioden. (Reuters) Gleichzeitig sind wichtige Flüsse wie Rhein und Donau außergewöhnlich niedrig; die Folgen reichen von Landwirtschaft über Schifffahrt bis zur Energieversorgung. (Financial Times)  Das Interessante ist also nicht: „2026 ist heiß.“ Sondern: 

Hitze + Trockenheit + Waldbrand + Niedrigwasser + Landwirtschaft + Energie + Gesundheit treten gleichzeitig auf.

Das ist genau die Art von Kaskadenrisiko, vor der die europäische Klimarisikoforschung warnt. Die Europäische Umweltagentur identifiziert insgesamt 36 wesentliche Klimarisiken für Europa, unter anderem für Wasser, Ernährung, Gesundheit, Infrastruktur, Ökosysteme und Energie. (Europäische Umweltagentur)

13. Was passiert bis 2050?

Hier kann man drei Szenarien unterscheiden.

EntwicklungDeutschland um 2050
starker Klimaschutz                    deutlich wärmer, aber noch relativ gut beherrschbar
mittlere Entwicklung        häufigere Hitzewellen, zunehmender Wasserstress, größere Waldprobleme
hohe Emissionen       sehr heiße Sommer, erheblicher Wasserstress, massive Anpassungsprobleme

Der DWD stellt deshalb nicht nur eine einzige Zukunftsprognose bereit, sondern arbeitet mit Ensembles verschiedener Klimamodelle und Szenarien. Dadurch wird deutlich: Die genaue Temperatur können wir nicht auf das Zehntelgrad für einen bestimmten Landkreis vorhersagen – die Richtung und viele Veränderungen der Extremereignisse sind dagegen ausgesprochen robust. (Deutscher Wetterdienst)

14. Und bis 2100?

Hier wird es wirklich drastisch. Unter einem hohen Emissionspfad können die deutschen Jahresmitteltemperaturen nach DWD-Projektionen gegenüber 1971–2000 um ungefähr 3,1 bis 4,7 °C steigen. (Deutscher Wetterdienst) Das bedeutet nicht, dass jeder Sommer 4 °C heißer wird. Es bedeutet vielmehr: Die gesamte statistische Verteilung verschiebt sich. Sommer, die heute außergewöhnlich heiß sind, werden häufiger. Sommer, die heute extrem sind, können dann zur neuen oberen Normalität werden. Und völlig neue Extreme werden möglich.

Fazit

Die Vorstellung „Deutschland wird zur Wüste“ ist wissenschaftlich falsch. Die Vorstellung „Deutschland bekommt einfach etwas wärmere Sommer“ ist aber ebenso falsch.

Die wahrscheinlichere Zukunft lautet: Deutschland bekommt ein wärmeres, hydrologisch unberechenbareres Klima. Mit mehr Hitze, mehr Verdunstung, häufigeren und länger dauernden Trockenperioden, mehr Wasserstress, häufigerem Niedrigwasser, höherem Waldbrandrisiko, veränderten Vegetationszonen, mehr Hitzestress für Menschen und Tiere und gleichzeitig heftigeren Starkregenereignissen.

Der entscheidende Wandel könnte deshalb darin liegen, dass wir eine Art neues europäisches Übergangsklima bekommen: Der Süden Europas wird zunehmend mediterran bis semiarid, während Mitteleuropa Teile dieser Eigenschaften übernimmt – ohne seine atlantischen und nordeuropäischen Wettermechanismen zu verlieren.

Und das vielleicht Beunruhigendste ist: Wir müssen nicht auf 2050 oder 2100 warten. Die statistische Verschiebung ist bereits messbar. Der DWD zeigt beispielsweise, dass ein deutschlandweit außergewöhnliches Hitzeereignis von 35 °C im Mittel, das vor wenigen Jahrzehnten praktisch nicht vorkam, heute bereits ein Ereignis von ungefähr vierjähriger Wiederkehr ist. (Deutscher Wetterdienst)

Der Klimawandel kommt daher nicht als großer Schalter, der eines Tages auf „Afrika“ gestellt wird. Er kommt eher wie ein Thermostat, der jedes Jahrzehnt ein kleines Stück höher gedreht wird – während gleichzeitig die Wasserverteilung unzuverlässiger wird. Und genau diese Kombination dürfte für Deutschland die größere Herausforderung sein.



Literatur und Quellen zum Weiterlesen

Empfehlenswerte Reihenfolge: 1  Copernicus – European State of the Climate 2025 → Was passiert gerade?  2   DWD – Deutscher Klimaatlas → Was bedeutet das für Deutschland?  3   EEA – European Climate Risk Assessment → Welche Folgen ergeben sich daraus?   IPCC AR6 WG I  → Was sagt die physikalische Klimaforschung?  5   IPCC AR6 WG II – Europe  → Was bedeutet das für Gesellschaft und Ökosysteme? 6   EURO-CORDEX → Wie sehen die regionalen Modellierungen aus?

Damit kann man sich vom beobachteten Wetter → zum deutschen Klima → zu den europäischen Risiken → zur globalen Physik → zu den regionalen Zukunftsszenarien vorarbeiten.

Der DWD bietet dafür bereits regionale Modellensembles und Szenarien an. (Deutscher Wetterdienst)

1. Die wichtigste Grundlage: IPCC

IPCC (2021): Climate Change 2021: The Physical Science Basis.
Contribution of Working Group I to the Sixth Assessment Report of the IPCC. Cambridge University Press.

Das ist die wissenschaftliche Grundlage für nahezu alles, was heute über die physikalischen Grundlagen des Klimawandels gesagt werden kann. Besonders interessant sind:

  • Chapter 10: Linking Global to Regional Climate Change
  • Chapter 11: Weather and Climate Extreme Events
  • Chapter 12: Climate Change Information for Regional Impact and for Risk Assessment
  • Technical Summary

Für die Frage nach Europa besonders wichtig: Hitzeextreme, Bodenfeuchte, Dürren, Starkniederschläge und regionale Unterschiede.

IPCC – AR6 Working Group I


2. IPCC: Was bedeutet das für Europa und unsere Ökosysteme?

IPCC (2022): Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability.
Working Group II.

Hier wird es für die von dir angesprochene Frage besonders spannend. Das Buch untersucht nicht mehr primär: „Wie verändert sich die Temperatur?“, sondern: „Was macht diese Veränderung mit Wäldern, Landwirtschaft, Wasser, Städten, Gesundheit und Ökosystemen?“

Besonders lesenswert ist Chapter 13: Europe.

IPCC – AR6 Working Group II


3. Der wichtigste Bericht speziell für Europa

European Environment Agency (EEA): European Climate Risk Assessment – EUCRA, EEA Report 01/2024.

Das ist für deine ursprüngliche Frage wahrscheinlich einer der interessantesten Berichte überhaupt. Die EEA identifiziert 36 wesentliche Klimarisiken für Europa – unter anderem für:

  • Wasser
  • Ernährung
  • Landwirtschaft
  • Wälder
  • Ökosysteme
  • Gesundheit
  • Energie
  • Infrastruktur
  • Finanzen

Die EEA kommt zu dem Schluss, dass zahlreiche Risiken bereits kritische Ausmaße erreicht haben und ohne Anpassung weiter zunehmen. (Europäische Umweltagentur)

European Climate Risk Assessment – vollständiger Bericht


4. Besonders aktuell: European State of the Climate 2025

Copernicus Climate Change Service & World Meteorological Organization (2026): European State of the Climate 2025.

Die Aussage ist ziemlich deutlich: Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent. Für 2025 wurden europaweit außergewöhnliche Hitzewellen registriert; gleichzeitig nehmen die Tage mit Hitzestress zu und die Tage mit Kältestress ab. (Copernicus Climate Change Service)

European State of the Climate 2025 – Copernicus


5. Deutschland: Deutscher Klimaatlas des DWD

Deutscher Wetterdienst: Deutscher Klimaatlas

Der große Vorteil: Man kann nicht nur Deutschland insgesamt betrachten, sondern beispielsweise:

Baden-Württemberg → Sommer → Temperatur → 2050 oder Rheinland-Pfalz → Niederschlag → Sommer → 2100 oder  Deutschland → heiße Tage → verschiedene Szenarien.

Der DWD arbeitet dabei mit Ensembles von bis zu 21 regionalen Klimamodellen und zeigt nicht nur einen einzigen Modellwert, sondern Bandbreiten. (Deutscher Wetterdienst)  Deutscher Klimaatlas – DWD. Das ist wahrscheinlich die beste frei zugängliche Quelle für Deutschland.


6. DWD: Klimaprojektionen für Deutschland

Deutscher Wetterdienst: Klimaprojektionen für Deutschland.

Hier findet man die eigentlichen wissenschaftlichen Grundlagen hinter dem Klimaatlas.

Besonders interessant ist, dass der DWD verschiedene Szenarien und Modellgenerationen unterscheidet und ausdrücklich auf die Unsicherheiten hinweist. Die Projektionen werden unter anderem für Temperatur, Niederschlag, Wind, Feuchte und verschiedene abgeleitete Klimaindikatoren erstellt. (Deutscher Wetterdienst)

Klimaprojektionen für Deutschland – DWD


7. Besonders wichtig für die „Afrikaklima“-Frage: Dürre und Ökosysteme

European Environment Agency: Drought impact on ecosystems in Europe.

Hier geht es um einen Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion häufig untergeht: Es reicht nicht, den Niederschlag zu betrachten. Man muss fragen: Wie viel Wasser bleibt nach Niederschlag und Verdunstung tatsächlich im Boden? Die EEA betrachtet deshalb Bodenfeuchte, Vegetationsproduktivität, Wälder und andere Ökosysteme.

EEA – Drought impact on ecosystems in Europe

Für deine ursprüngliche Frage nach einer möglichen „Versteppung“ Deutschlands ist das wesentlich aussagekräftiger als reine Temperaturdiagramme.


8. Für wissenschaftlich Interessierte: EURO-CORDEX

EURO-CORDEX – Coordinated Downscaling Experiment – European Domain

Wer richtig tief einsteigen möchte, kommt irgendwann an EURO-CORDEX nicht vorbei.  Hier werden globale Klimamodelle auf Europa regionalisiert. Das ist wichtig, weil ein globales Klimamodell beispielsweise nicht unmittelbar beantworten kann: Wie verändert sich die Zahl der Hitzetage im Oberrheingraben? Dafür braucht man regionale Klimamodelle.

EURO-CORDEX – Regional Climate Projections for Europe


9. Für die nächste Stufe: Klimaforschung und Extremereignisse

Seneviratne et al.: Weather and Climate Extreme Events in a Changing Climate. IPCC AR6 WG1, Chapter 11.

Das ist besonders für deine Frage nach den langen heißen Sommern interessant. Denn die entscheidende Entwicklung ist nicht nur: +1 °C → +2 °C → +3 °C, sondern: Wie verändern sich die Extreme?

Also:

  • maximale Temperaturen
  • Dauer von Hitzewellen
  • Häufigkeit von Hitzewellen
  • Tropennächte
  • Starkregen
  • Dürren
  • Feuerwetter

IPCC – Extremereignisse, Chapter 11


10. Ein sehr gutes deutschsprachiges Buch

Stefan Rahmstorf & Hans Joachim Schellnhuber:
Der Klimawandel – Diagnose, Prognose, Therapie.

Das Buch ist nicht ganz neu und sollte deshalb nicht als aktueller Forschungsbericht gelesen werden. Es eignet sich aber hervorragend, um die physikalischen Zusammenhänge zu verstehen. Für jemanden, der sich fragt: „Wie kann man überhaupt aus heutigen Messungen auf das Klima von 2050 oder 2100 schließen?“ ist es ein guter Einstieg.


11. Ein Klassiker zur Klimageschichte

Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas – Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung.

Sehr interessant als Ergänzung, weil das Buch eine historische Perspektive eröffnet.

Es zeigt, dass Gesellschaften immer auf Klimaschwankungen reagieren mussten – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied zu heute:

Die gegenwärtige Erwärmung erfolgt wesentlich schneller als viele natürliche Klimaveränderungen, die historische Gesellschaften erlebt haben.

Das hilft, die Diskussion über „früher war es auch schon warm“ historisch einzuordnen.


12. Ein hervorragender aktueller Überblick: WMO

World Meteorological Organization: State of the Global Climate.

Die WMO ist besonders interessant für die jährliche Aktualisierung. Sie verbindet:

  • Temperaturmessungen
  • Ozeanerwärmung
  • Gletscher
  • Meeresspiegel
  • Extremwetter
  • Treibhausgase
  • Klimafolgen.

World Meteorological Organization – State of the Global Climate




Montag, 17. August 2026

Sachsen-Anhalt: Wie eine AfD-Mehrheit zur Regierungsfrage wird


Es gibt politische Situationen, in denen eine Partei nicht unbedingt eine Regierung bilden muss, um das politische Klima eines ganzen Landes zu bestimmen. Sie muss nur groß genug werden, dass ohne sie kaum noch etwas geht.
Genau hier liegt das verzwickte Nadelöhr von Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Die AfD muss nämlich keineswegs 50 Prozent erreichen, um die anderen Parteien vor ein erhebliches Problem zu stellen. Es genügt, wenn sie so stark wird, dass die rechnerischen Alternativen aus CDU, SPD, Grünen, Linken und gegebenenfalls BSW nicht mehr ohne komplizierte Konstruktionen eine Mehrheit ergeben.
Das ist parlamentarische Mathematik. Und Mathematik ist bekanntlich ausgesprochen humorlos.

Thüringen zeigt bereits, wie es funktioniert

Der Thüringer Landtag hat 88 Sitze. Die AfD verfügt seit der Wahl 2024 über 32 Sitze und ist damit stärkste Fraktion. Die CDU kommt auf 23, das BSW auf 15, die Linke auf 12 und die SPD auf 6 Sitze.
Die gegenwärtige CDU-BSW-SPD-Regierung unter Ministerpräsident Mario Voigt besitzt damit keine eigene parlamentarische Mehrheit. Sie ist auf zusätzliche Stimmen beziehungsweise Unterstützung angewiesen. Genau das macht die Situation politisch empfindlich.
Die AfD kann daraus Kapital schlagen, ohne einen einzigen Ministerposten zu besitzen.
Ihr wichtigstes Instrument lautet nicht Regierungsbeteiligung, sondern Mehrheitsdruck.
Sie kann bei jeder wichtigen Abstimmung fragen: "Wenn ihr uns nicht wollt – wie wollt ihr dann überhaupt regieren?" Das ist eine unangenehme Frage. Aber sie ist demokratisch legitim. Und hier sollte man sehr genau unterscheiden.

Eine Partei hat Anspruch auf parlamentarische Beteiligung entsprechend ihrer Stärke. Sie hat aber keinen automatischen Anspruch auf Regierungsämter.

Stärkste Fraktion zu sein bedeutet nicht, automatisch den Ministerpräsidenten zu stellen.
Das ist ein wichtiger Punkt, denn sonst würde aus Demokratie schnell ein merkwürdiges Punktesystem: Wer die meisten Stimmen bekommt, erhält den Schlüssel zum Staatskanzlei-Büro. Demokratie funktioniert aber nicht wie ein Fußballturnier.

Wie könnte die AfD eine Regierungsbeteiligung erzwingen?

„Erzwingen“ kann sie eine Regierungsbeteiligung rechtlich nicht.
Politisch kann sie aber den Druck so weit erhöhen, dass die übrigen Parteien irgendwann vor drei unangenehmen Möglichkeiten stehen:

Erstens: eine Regierung gegen die AfD bilden.
Zweitens: eine Minderheitsregierung bilden.
Drittens: Neuwahlen beziehungsweise eine neue Regierungsbildung riskieren.

Und genau zwischen diesen drei Möglichkeiten entsteht das Nadelöhr. Besonders interessant ist dabei die Wahl des Ministerpräsidenten. In Thüringen benötigt ein Kandidat zunächst die Mehrheit der Mitglieder des Landtags. Scheitern die entsprechenden Wahlgänge, greifen die weiteren verfassungsrechtlichen Mechanismen; die AfD hat bereits 2026 ein konstruktives Misstrauensvotum versucht. Dafür wären 45 Stimmen erforderlich gewesen.

Das zeigt: Die AfD kann einen Ministerpräsidenten nicht allein aus eigener Kraft einsetzen, solange sie keine entsprechende Mehrheit besitzt. Sie kann aber andere Parteien dazu bringen, sich zu entscheiden.
Und Entscheidungen sind manchmal politisch unangenehmer als Wahlergebnisse.

Sachsen-Anhalt könnte noch schwieriger werden

Sachsen-Anhalt ist das größere politische Experiment. Der neue Landtag soll 87 Abgeordnete haben. Für eine absolute Mehrheit braucht eine Fraktion 42 Sitze. Aktuelle Umfragen sehen die AfD bei ungefähr 41 bis 42 Prozent und damit weit vor der CDU. Die Zahlen sind selbstverständlich keine Wahlergebnisse; sie zeigen aber, wie dramatisch sich die Mehrheitsverhältnisse verschieben könnten.

Nehmen wir einmal den politisch besonders schwierigen Fall an: Die AfD wird mit Abstand stärkste Kraft, erreicht aber knapp keine absolute Mehrheit. Dann besitzt sie möglicherweise nicht genügend Sitze für eine eigene Regierung. Aber die anderen Parteien besitzen möglicherweise ebenfalls keine gemeinsame Mehrheit. Und plötzlich sitzt die stärkste Fraktion am Tisch und sagt: „Wir haben gewonnen. Ihr wollt uns nicht. Schön. Dann zeigt uns jetzt eure Mehrheit.“ Das ist kein Verfassungsbruch. Das ist parlamentarische Realität.

Der entscheidende Trick heißt: Enthaltung

Hier wird es besonders interessant. Eine Regierung kann nicht nur durch Ja-Stimmen entstehen. Unter bestimmten verfassungsrechtlichen Bedingungen kann auch die Enthaltung anderer Parteien entscheidend sein. In Sachsen-Anhalt sieht die Landesverfassung für die Wahl des Ministerpräsidenten nach erfolglosen ersten Wahlgängen einen weiteren Wahlgang vor, in dem die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügt. Der Landtag selbst beschreibt dieses Verfahren ausdrücklich.

Das bedeutet theoretisch: Eine AfD muss nicht zwingend 44 oder 45 Abgeordnete hinter sich versammeln. Wenn ihre Kandidatin oder ihr Kandidat im entscheidenden Wahlgang mehr Ja-Stimmen erhält als jeder Gegenkandidat und andere Fraktionen sich enthalten, kann eine Wahl möglich werden.

Das ist der Moment, an dem aus der „Brandmauer“ plötzlich eine Statikfrage wird. Denn eine Brandmauer funktioniert nur, wenn auf der anderen Seite niemand eine Tür offenlässt. Und Enthaltung ist politisch manchmal eine ziemlich große Tür.

Die AfD muss also nicht unbedingt koalieren

Das ist der entscheidende strategische Punkt. Die AfD könnte sagen: Wir brauchen keine Koalition. Ihr könnt uns nicht ignorieren. Sie könnte eine Minderheitsregierung anstreben. Sie könnte einen eigenen Ministerpräsidenten präsentieren. Sie könnte bei jeder Sachfrage wechselnde Mehrheiten anbieten. Oder sie könnte anderen Parteien den schwarzen Peter zuschieben: „Wenn ihr unsere Anträge ablehnt, stimmt ihr gegen die Mehrheit der Wähler.“ Das wäre politisch zugespitzt, aber kommunikativ durchaus wirkungsvoll.

Denn eine Partei mit 40 Prozent Stimmenanteil kann sich sehr leicht als „eigentliche Volksvertretung“ inszenieren, obwohl sie parlamentarisch nur eine Minderheit besitzt. Hier beginnt die eigentliche demokratische Auseinandersetzung.

Was die anderen Parteien nicht tun sollten

Der größte Fehler wäre, die AfD einfach als parlamentarische Nichtexistenz zu behandeln. Das funktioniert nicht. Wer 30, 40 oder gar mehr Prozent der Wähler erreicht, verschwindet nicht dadurch, dass die anderen Parteien ihre Mikrofone ausschalten.

Ebenso falsch wäre allerdings das Gegenteil: Aus Angst vor der AfD ihr politisches Programm zu übernehmen. Dann würde die AfD nicht regieren, aber sie würde die Regierungspolitik bestimmen.

Das wäre die eleganteste Form einer indirekten Regierungsbeteiligung. Die demokratischen Parteien sollten deshalb drei Dinge strikt auseinanderhalten:

Parlamentarische Rechte:                           ja

Sachliche Auseinandersetzung:                  selbstverständlich

Koalition und politische Abhängigkeit:     eine andere Frage

Was wäre also die vernünftige Strategie?

Die demokratischen Parteien müssen sich zunächst selbst regierungsfähig machen. Das klingt banal, ist aber der entscheidende Punkt. Wenn CDU, SPD, Grüne, Linke oder BSW nur noch erklären: „Mit der AfD machen wir nichts“, ist das noch keine Regierungspolitik. Die eigentliche Antwort muss lauten:  „Und deshalb machen wir stattdessen Folgendes.“

Dann braucht es einen klaren Regierungsvertrag – gegebenenfalls auch einen Minderheitsvertrag. Ein solches Modell könnte fünf Regeln enthalten:

1. Keine Koalition mit der AfD. Nicht aus parlamentarischer Arroganz, sondern weil eine Regierung politische Verantwortung und ein gemeinsames Programm benötigt.
2. AfD-Anträge werden normal behandelt. Sie kommen in Ausschüsse, werden diskutiert, geprüft und gegebenenfalls abgelehnt. Keine künstliche Unsichtbarkeit.
3. Sachliche Zustimmung bleibt möglich. Wenn die AfD einem Antrag zustimmt, der beispielsweise eine Brücke repariert, muss niemand anschließend die Brücke wieder abreißen, um seine politische Reinheit zu beweisen. Das wäre Demokratie mit Waschzwang. Entscheidend ist vielmehr, wer den Antrag eingebracht hat, welches Ziel er verfolgt und ob er verfassungs- und sachgerecht ist.
4. Keine geheimen Deals. Keine informellen Absprachen: „Ihr stimmt hier zu und wir lassen euch dort gewähren.“ Genau solche Konstruktionen würden die AfD in die Rolle des heimlichen Mehrheitsbeschaffers bringen.
5. Jede Regierung muss ihre eigene Mehrheit organisieren. Wenn eine Regierung bei jedem Haushalt, jedem Ministerposten und jeder wichtigen Gesetzesvorlage auf AfD-Stimmen angewiesen ist, entsteht faktisch eine politische Abhängigkeit. Dann ist die Brandmauer zwar auf dem Papier intakt. Im Maschinenraum sitzt aber jemand mit dem Schraubenschlüssel.

Und wenn die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit erreicht?

Dann ist die Sache viel einfacher – und zugleich viel ernster. Hat eine Partei tatsächlich die absolute Mehrheit der Sitze, kann keine andere Partei sie durch parlamentarische Tricks von der Regierungsbildung abhalten. Dann lautet die demokratische Antwort nicht: „Das Wahlergebnis gilt nicht.“ Sondern: „Das Wahlergebnis gilt. Jetzt regiert die Mehrheit – innerhalb der Verfassung.“

Parlamentarische Mehrheit bedeutet nämlich nicht Verfassungsmehrheit. Auch eine absolute Mehrheit darf keine Grundrechte abschaffen, keine Gerichte nach Belieben beseitigen, keine Opposition verbieten und keine rechtsstaatlichen Bindungen ignorieren. Die Demokratie besteht nicht nur aus dem Wahlsonntag. Sie besteht aus dem gesamten Verfassungsstaat.

Die Versuchung ist groß, die AfD entweder zu dämonisieren oder zu unterschätzen. Beides ist falsch. Wer ihre Wähler pauschal als Extremisten behandelt, treibt möglicherweise noch mehr Menschen in ihre Arme. Wer dagegen behauptet, die Partei sei lediglich eine normale konservative Alternative, ignoriert die erheblichen rechtsextremistischen Einstufungen und politischen Konflikte, die insbesondere in Thüringen eine Rolle spielen. Die Debatte über eine mögliche Regierungsbeteiligung ist deshalb keine bloße Koalitionsfrage, sondern auch eine Frage des Umgangs mit demokratischen Institutionen und Verfassungsprinzipien.

Die richtige Antwort lautet deshalb weder: „Alle gegen die AfD!“ noch: „Die AfD hat gewonnen, also muss sie regieren!“ Sondern: „Die AfD bekommt alle parlamentarischen Rechte. Regieren darf aber nur, wer eine tragfähige Mehrheit für ein verfassungsgemäßes Regierungsprogramm zustande bringt.“ Das ist ein erheblicher Unterschied.

Das eigentliche Nadelöhr

Thüringen hat bereits gezeigt, dass eine stärkste AfD-Fraktion nicht automatisch eine AfD-Regierung bedeutet. Sachsen-Anhalt könnte nun zeigen, wie lange dieses Modell funktioniert, wenn die AfD nicht bei 32 Prozent, sondern möglicherweise bei über 40 Prozent liegt. Und dann wird es politisch wirklich interessant. Denn irgendwann reicht es nicht mehr, auf die Brandmauer zu zeigen. Man muss eine funktionierende Regierung bauen. Mit vernünftiger Wirtschafts-, Bildungs- und Infrastrukturpolitik. Mit konsequenter innerer Sicherheit. Mit einer glaubwürdigen Migrationspolitik. Mit einem funktionierenden Staat. Und vor allem mit einer Politik, die Menschen nicht permanent erklärt, warum ihre Sorgen eigentlich gar nicht existieren.

Das ist vermutlich die härteste, aber auch die demokratischste Antwort auf eine starke AfD: nicht ihre Wähler beschimpfen, nicht ihre Existenz leugnen, nicht ihre Anträge automatisch blockieren – sondern bessere Politik machen. Denn wenn die demokratischen Parteien ihre Probleme lösen, schrumpft der politische Sauerstoff der AfD. Wenn sie die Probleme nicht lösen, kann die AfD ihnen irgendwann den Sauerstoffhahn zudrehen. 

Samstag, 15. August 2026

Fantasien zur Nacht: Short 4

(c) Stefan Vieregg, mit KI generiert

Die Luft stand. So eine schwere, warme Luft kurz vor Sonnenuntergang, die nach Salz, Sonnencreme und kaltem Limettensaft riecht. Kai saß am Tresen aus Treibholz. Das Holz gab noch Wärme ab vom Tag. Vor ihm ein eiskalter Mojito, Limetten, Minze, Crushed Ice. Hinter ihm das Meer, das langsam seine Farbe wechselte – von Türkis zu Silber. Die Bar war recht voll. Da war die Frau mit dem schwarzen Bikini und dem Leinenhemd darüber, das im Wind wehte. Sie saß nicht da, um gesehen zu werden. Sie saß da, weil sie nach dem ganzen Tag im Wasser endlich ruhig sitzen konnte. Die Träger des Bikinis hatten helle Streifen auf ihrer gebräunten Haut hinterlassen. Sie hatte ein Notizbuch aufgeschlagen und schrieb. Kein Handy. Nur sie, der Stift und die Wärme, die aus dem Sand stieg.

Zwei Hocker weiter die Taucherin. Blond, der nasse Zopf noch vom Nachmittag, der bunte Bikini unter einem lockeren Kleid. Man sah ihr an, dass sie den ganzen Tag gelacht hatte. Sie hatte diese Art von Müdigkeit, die nur von Sonne und Meer kommt. Eine schöne Müdigkeit. Sie bestellte etwas auf Thailändisch und der Barkeeper lachte.

Kai beobachtete sie alle. Und zum ersten Mal fiel ihm auf, dass keine von ihnen wartete. Früher hatte er gedacht, eine Frau, die allein in einer Strandbar sitzt, wartet darauf, angesprochen zu werden. Jetzt sah er: Sie genossen es, nicht angesprochen zu werden und nicht ansprechen zu müssen. Sie waren total im Urlaub.

Die Frau mit dem Notizbuch blickte auf. Ihr Blick traf seinen, kurz. Kein Auffordern, kein Wegschauen. Nur ein ruhiges Anerkennen. Als würde sie sagen: Ja, schöner Abend, nicht wahr? "Was schreibst du?", fragte er, und staunte über sich selbst, wie leise er es sagte. "Was mir auffällt, wenn endlich mal keiner was von mir will", sagte sie und lächelte. Ihre Stimme war sehr angenehm, ein bisschen heiser von der Sonne.

Es knisterte nicht so, wie Kai es aus Filmen erwartete. Es war ein anderes Knistern. Dieses hier war echt, er erlebte es gerade. Das Knistern der Eiswürfel im Glas. Das Knistern der Haut, die sich nach einem Sonnentag spannt. Das leise Knistern in der Luft, wenn Menschen nicht reden müssen, sondern können, wenn sie wollen. 

Sie setzte sich einen Hocker näher. Das Leinenhemd rutschte ein Stück. Darunter das Schwarz des Bikinis. "Ich bin übrigens wegen der Ruhe hierher gekommen", sagte sie. "Komisch, jetzt rede ich doch."

"Die beste Art von Ruhe", sagte Kai, "ist die, die man teilen kann." Draußen schob sich die Sonne ins Meer wie in einen Schlitz. Und die Bar, die eben noch einfach nur ein ruhiger Treffpunkt gewesen war, wurde auf einmal magisch lebendig.

                                                                       (c) Stefan Vieregg

Freitag, 14. August 2026

Fantasien zur Nacht: Short 3

(c) Stefan Vieregg - mit KI generiert 

Alexander sitzt auf dem alten Steg, die Füße im Sand. Sonnenuntergang, Traumstrand - was will man mehr, aber seine Gedanken sind trotzdem im Labor. Der Job läuft. Mehr als das. Zukunftsplaner, sagt er selbst gern. Sein Projekt gerade: Methanol aus der Luft mittels CO2. Einfach CO2 aus der Atmosphäre ziehen und daraus einen Brennstoff machen, der die bestehende Welt weiter nutzen kann - Tankstellen, Pipelines, Motoren. Kein Abriss, sondern Weiterdenken. Eine Idee, die auch sein großes Vorbild Jean Pütz immer gepredigt hat. Methanol verbrennt mit sehr hoher Oktanzahl, extrem sauber und fast rußfrei, und das dabei freiwerdende CO2 ist genau jenes, das vorher aus der Luft geholt wurde,  - damit bleibt die gesamte bestehende Tankstellen- und Motoren-Infrastruktur nutzbar. Na ja, zugegeben, es enthält nur etwa halb so viel Energie wie Benzin, man braucht doppelt so große Tanks, zündet bei Kälte schlecht und greift normale Dichtungen und Leitungen an, weshalb Tank und Motor dafür umgerüstet werden müssen, aber das ist zu schaffen. Wird es aus grünem Strom hergestellt plus Wasserstoff aus Wasser-Elektrolyse plus CO2 direkt aus der Luft - verbrennt man im Motor nur das CO2, das vorher aus der Luft geholt wurde. Möglich ist eine Reduktion im Ausstoß von 80 bis 95%. Das ist phänomenal!  

Der Preis dafür: Keine Freizeit. Spät heim, am Wochenende die Forschungsreihen checken, dazwischen mal einen kurzen Treff mit Freunden. Für die Freundin auch nur wenig Zeit. Die letzte Beziehung ist daran zerbrochen. Ihr Satz hängt noch nach: "Lieber suche ich mir einen anderen, als schon so früh auf meinen Freund zu warten." Sie hatte nicht ganz unrecht. Manches muss aber eben mal vorgehen. In solchen Zeiten muss jeder schauen, wie er sich verwirklicht und was er erreichen will.

Und jetzt sitzt er hier. Alleine im Paradies. Genau wie früher: Alleine im Urlaub. Natürlich hat keiner Zeit, wenn er mal Zeit hat. Billig ist dieser Urlaub ja auch nicht. Er seufzt, will aufstehen - und bleibt mit den Augen hängen. Drüben an der Beach-Bar. Sie! Genau sein Typ. Nicht aufgetakelt, sondern sonnengebräunt, natürlich, mit diesem offenen, freundlichen Lachen, das gar nicht zu einer allein sitzenden Frau im Paradies passt.

Alexander, der verkopfte Tüftler, der Erfinder, der für jede CO2-Bilanz eine Formel hat, hat für genau diese Situation keine. Er weiß nur: Das wird kein leichter Flirt. Das wird eher abenteuerlich. Er wird vielleicht stammeln, sie wird lachen, er wird einen komischen Spruch über Limetten bringen. Und wer weiß, was dabei herauskommt. Vielleicht ja der erste Urlaub, in dem er einen anderen Flug zurück nimmt.

                                                  (c) Stefan Vieregg


Donnerstag, 13. August 2026

HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM AUGUST UND SEPTEMBER 2026

Petr Sokolov (Bariton / Mazeppa;
Bildnachweis: Oles Paritskiy)



Sonntag, 13. September 2026, um 18 Uhr im Opernhaus

Premiere / Frankfurter Erstaufführung

MAZEPPA

Oper in drei Akten und sechs Bildern von Peter I. Tschaikowski

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Karsten Januschke; Inszenierung: Matthew Wild
Mitwirkende: Petr Sokolov (Mazeppa), Nombulelo Yende (Maria), Alexander Roslavets / Alex Birkus (Kotschubej), Mikhail Pirogov (Andrej), Karolina Makuła (Ljubow), Jarrett Porter (Orlik), Jihun Hong (Iskra), Kudaibergen Abildin (Betrunkener Kosak)

Weitere Vorstellungen: 18., 20., 26. September, 1., 4. (15.30 Uhr), 10., 15. Oktober 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.
Preise: € 16 bis 198 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl
Mit freundlicher Unterstützung des Patronatsvereins – Sektion Oper


Mazeppa
ist wohl die düsterste und pessimistische Oper des erfolgreichen Komponisten Peter I. Tschaikowski (1840–1893). Das Werk, das 1881 bis 1883 entstand, basiert wie seine Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame auf einer Vorlage von Alexander Puschkin. Tschaikowskis Partitur entfaltet eine enorme theatrale Wirkung: Sie verbindet martialische und grelle Klangfarben, die bereits auf Komponisten wie Schostakowitsch vorausweisen, mit Momenten betörender lyrischer Schönheit. Die Musik nutzt dabei volksmusikalische Quellen ukrainischen und russischen Ursprungs, um die emotionale Tiefe der ambivalent gezeichneten Charaktere auszuloten. In der Inszenierung von Regisseur Matthew Wild, die nach der Premierenserie in Erl 2024 nun in Frankfurt zu sehen ist, wird das Stück zu einer zeitlosen politischen Parabel über eine Elite, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Der Bayerische Rundfunk bewertete Wilds Inszenierung bei der Premiere in Erl als „beklemmend aktuell und unbedingt sehenswert“.

Maria, die Tochter des reichen Kotschubej, liebt den deutlich älteren General Mazeppa. Gegen den Willen ihres Vaters gehen die beiden eine Verbindung ein, woraufhin Kotschubej Mazeppa wegen Hochverrats beim Zaren anzeigt. Doch die Intrige scheitert: Der Zar glaubt Mazeppa und lässt Kotschubej hinrichten. Getrieben von unstillbarer Machtgier greift Mazeppa schließlich selbst nach der Krone und stürzt das Land in einen blutigen Bürgerkrieg. Während um sie herum die menschliche Zerstörungswut grassiert, verliert Maria zunehmend den Verstand… 

Dirigent Karsten Januschke leitet die Frankfurter Erstaufführung von Tschaikowskis Oper musikalisch. Bis 2015 war er der Oper als Kapellmeister verbunden. In der vergangenen Spielzeit dirigierte er Jacques Offenbachs Operette Die Banditen. In Frankfurt erarbeitete er sich in seiner Zeit als Kapellmeister ein breit gefächertes Repertoire über sämtliche Epochen. Regisseur Matthew Wild inszenierte an der Oper Frankfurt zuletzt erfolgreich Tannhäuser von Richard Wagner. Eine Produktion, die im Januar 2027 wieder aufgenommen wird. Im Januar 2026 inszenierte er Rossinis Klassiker Der Barbier von Sevilla in Bonn, im Mai folgte seine Lesart von Le nozze di Figaro an der Oper in Oslo. Wie auch bei der Premierenserie in Erl singt Petr Sokolov Mazeppa. Nombulelo Yende verkörpert die Partie der Maria. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie Teil des Ensembles der Oper Frankfurt, vorher war sie im Opernstudio. In der nun anstehenden Spielzeit ist sie auch solistisch im Museumskonzert, sowie bei den Opernproduktionen La fiamma und Aida zu erleben. Die Salzburger Nachrichten lobten die Titelpartien bei der Premiere in Erl: „Petr Sokolov brilliert als tragischer Held mit sicher geführter Stimme. Nombulelo Yende verleiht Maria auch in tiefster Tristesse vokale Flügel.“ Alexander Roslavets und Alex Birkus präsentieren im Wechsel die Partie des Kotschubej, Mikhail Pirogov singt Andrej. In weiteren Partien sind Ensemble- und Opernstudiomitglieder der Oper Frankfurt besetzt.


Mittwoch, 30. September 2026, um 19 Uhr im Bockenheimer Depot

Karolina Bengtsson (Sopran / Zaide;
Bildnachweis: Barbara Aumüller)

Premiere

ZAIDE

Deutsches Singspiel in zwei Akten und ein Fragment (1779/80) von Wolfgang Amadeus Mozart
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: George Petrou; Inszenierung: David Hermann
Mitwirkende: Karolina Bengtsson (Zaide), Michael Porter (Gomatz), Peter Marsh (Soliman), Aleksander Myrling (Allazim), Pete Thanapat (Osmin)

Weitere Vorstellungen: 3., 7., 9., 11. (15.30 Uhr), 14., 16., 18. (18 Uhr) Oktober 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr.
Preise: € 25 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Mit freundlicher Unterstützung des Patronatsvereins – Sektion Oper


Wolfgang Amadeus Mozart
(1756–1791) befand sich in einer Phase des radikalen Umbruchs, als er 1779 die Arbeit an seinem Singspiel Zaide aufnahm. Das Werk ist weit mehr als eine bloße Vorstudie zur späteren Entführung aus dem Serail. Es markiert einen wichtigen Punkt auf Mozarts persönlichem Weg aus den einengenden Salzburger Verhältnissen und seinen Aufbruch in eine künstlerische Selbstständigkeit. In diesem „ernsten deutschen Singspiel“ verbindet Mozart die damals populäre, so bezeichnete „türkische“ Thematik mit einer psychologisch feinsinnigen Betrachtung der menschlichen Seele im Geiste der Aufklärung. Da das Stück als Fragment überliefert wurde, ohne Ouvertüre und nach dem gescheiterten Fluchtversuch der Protagonisten jäh abbrechend, bietet es eine besondere Offenheit für neue Deutungen. Die Frankfurter Inszenierung von David Hermann schärft die dunklen Facetten, indem sie das Fragment mit Ausschnitten aus Mozarts Schauspielmusik zu Thamos, König in Ägypten kombiniert und so eine beklemmende Nähe zu den Zwängen unserer eigenen Gegenwart schafft.

In der grausamen Gefangenschaft des Sultans Soliman finden die Sklavin Zaide und der junge Gomatz zueinander. Gemeinsam mit dem Mithäftling Allazim wagen sie den Ausbruch in die Freiheit, werden jedoch gestellt und zurück vor den zornigen Despoten gebracht. Während ihnen die Todesstrafe droht, fleht Allazim um Gnade für das Paar. An diesem kritischen Wendepunkt endet Mozarts Manuskript und lässt die existentielle Frage offen: Wird Soliman dem Pfad der Rache folgen oder die Größe zur Vergebung finden?

Musikalisch geleitet wird die erste Opernproduktion der neuen Saison im Bockenheimer Depot von George Petrou. Im November 2024 debütierte der griechische Dirigent an der Oper Frankfurt mit Georg Friedrich Händels Partenope. Petrou ist Künstlerischer Leiter der Internationalen Händel Festspiele Göttingen und des renommierten Armonia Atenea Orchester aus Athen. Von 2020 bis 2022 war er Generalmusikdirektor des Greek Radio Symphony Orchestra. Als Dirigent erlangte er schnell internationale Aufmerksamkeit. Zahlreiche Auszeichnungen (u.a. ein Echo Klassik in der Kategorie Operneinspielung des Jahres für Händels Tamerlano) und Nominierungen (bei den Grammys 2018 für Händels Ottone) sowie preisgekrönte Aufnahmen für die weltweit führenden Plattenfirmen (Deutsche Gramophon, DECCA, MDG etc.) zeugen von seinem Erfolg. Zuletzt leitete er unter anderem die Premierenserie von Tancredi an der Oper Köln und brachte bei den Händel-Festspielen in Halle die Oper Deidamia zur Aufführung.
Inszeniert wird Mozarts Singspiel von David Hermann. Er setzte zuletzt eindrucksstark Alberic Magnards Oper
Guercœur an der Oper Frankfurt in Szene. Bühnenbildner Jo Schramm wurde bei den Oper!-Awards 2026 auch wegen dieser Produktion als „Bester Bühnenbildner“ ausgezeichnet. Nun nehmen sich beide gemeinsam mit Sibylle Wallum (Kostüme), Joachim Klein (Licht) und Mareike Wink (Dramaturgie) dem Mozart-Stoff an.
Die zweite Premiere der Spielzeit ist ausschließlich mit Mitgliedern des
Ensembles der Oper Frankfurt besetzt. Die schwedische Sopranistin Karolina Bengtsson ist in der Titelpartie Zaide zu erleben. Seither gestaltete sie zahlreiche Partien wie Fiordiligi (Così fan tutte), Anna (Blühen), Sophie (Werther), Pamina / Papagena (Die Zauberflöte) und Silvia (Ascanio in Alba). Als Clotilde (Norma), die sie auch in Frankfurt sang, gastierte sie an der Bayerischen Staatsoper München. Michael Porter übernimmt die Partie des Gomatz, Peter Marsh singt die Partie des Soliman. Porter ist in dieser Saison auch in Turandot, Tannhäuser, Alcina, sowie bei der Premierenserie von Bohuslav Martinůs The Greek Passion zu erleben. Marsh, wie Porter ein langjähriges Ensemblemitglied, singt u.a. abermals die Knusperhexe in Hänsel und Gretel. Aleksander Myrling (Allazim) ist seit vergangenem Jahr Mitglied des Frankfurter Ensembles. Der norwegische Bassbariton stellte sich als Cesare Angelotti (Tosca) dem Publikum am Main vor. Pete Thanapat (Osmin) komplettiert die Premierenserie von Mozarts Singspiel Zaide.


Samstag, 22. August 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus

Erste Wiederaufnahme

TURANDOT

Dramma lirico in drei Akten von Giacomo Puccini

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Simone Di Felice; Inszenierung: Andrea Breth
Mitwirkende: Elza van den Heever / Olesya Golovneva (Turandot), Alfred Kim (Calaf),
Julia Stuart (Liù), Liviu Holender (Ping), Sven Hjörleifsson (Pang), Michael Porter (Pong), Thomas Faulkner (Timur), Michael McCown (Altoum), Erik van Heyningen (Ein Mandarin) usw.

Weitere Vorstellungen: 29. August, 6. (18 Uhr), 12., 25. September, 3. Oktober 2026 (18 Uhr) Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 138 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Turandot
von Giacomo Puccini (1858–1924) ist ein Werk voller dramatischer Intensität und moderner Klänge. Puccinis Musik, reich an orchestralen Farben und Kontrasten, entfaltet eine überwältigende emotionale Kraft, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die Partitur verbindet neben lyrischem Belcanto und buffonesken Witz auch beißende Dissonanzen, rhythmische Überlagerungen und Chorsätze, in denen sich die Brutalität der politischen Massenbewegungen aus den 1920er Jahren widerspiegeln. Unvollendet nach Puccinis Tod 1924, betont die Frankfurter Fassung den Fragment-Charakter des Werkes und verzichtet auf posthume Vervollständigungen. Vorangestellt ist ein Prolog von Lucia Ronchetti (*1963) für Chor und Kinderchor, der das Vorgefühl einer Katastrophe weckt und nahtlos in Puccinis erste Takte übergeht. Regisseurin Andrea Breth zeigt Turandot als rücksichtlose Herrscherin über einen Terrorstaat. Die Rhein-Zeitung konstatierte angesichts der Premiere im April 2026: „So gibt die Oper Frankfurt zum 100-jährigen Jubiläum des Werks eine in musikalischer Hinsicht hochklassige, gedanklich konsequente Deutung, die das zentrale Problem von Turandot sichtbar macht – ohne sich eine Haltung zur ewigen Wunde des Stückes, seiner Leerstelle am Schluss, anzumaßen.“

Entgegen dem Wunsch ihres Vaters weigert sich Prinzessin Turandot zu heiraten. Wer sie zur Frau haben will, muss drei Rätsel lösen. Wer daran jedoch scheitert, wird öffentlich hingerichtet. Als Prinz Calaf die Prüfung meistert, ist Turandot in ihren Grundfesten zutiefst erschüttert. Ein Machtkampf bricht aus, der schließlich auch unschuldige Opfer fordert …

Musikalisch geleitet wird die erste Wiederaufnahme von
Simone Di Felice. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er der Oper Frankfurt als Kapellmeister verbunden. In der kommenden Spielzeit leitet er auch Vorstellungen von Un ballo in maschera und La fiamma. Weitere Engagements führten ihn im Laufe seiner Karriere bislang unter anderem an die Opéra national de Paris, sowie zu den Tiroler Festspielen in Erl. In der Hauptpartie der Turandot ist wie in der Premierenserie Elza van den Heever zu erleben. Die südafrikanische Sopranistin war von 2008 bis 2013 Mitglied des Ensembles am Haus und gastiert mittlerweile international: Engagements führten sie unter anderem erneut an die Mailänder Scala, zu den Bayreuther Festspielen, nach San Francisco und an die Wiener Staatsoper. An zwei Abenden tritt Oleysa Golovneva als Prinzessin Turandot auf. Für ihre Leistungen als Anna Bolena und Luisa Miller wurde sie jeweils ausgezeichnet. Für ihre Interpretation der Rusalka in Köln wurde sie für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert. Als Calaf ist Alfred Kim zu erleben, Opernstudio-Mitglied Julia Stuart debütiert als Liù. Die amerikanische Sopranistin ist Absolventin der renommierten Juilliard School in New York. Nach erfolgreichen Auftritten in Peter Grimes (Second Niece), Die Passagierin (Katja) und Macbeth (Kammerfrau der Lady), übernimmt sie in dieser Spielzeit die Partie der Gerhilde in Richard Wagners Die Walküre. Die drei Minister Liviu Holender (Ping), Sven Hjörleifsson (Pang) und Michael Porter (Pong) kommentieren die Grausamkeit von Turandots Rätselproben. Alle drei Künstler verbindet eine ausgeprägte interpretatorische Vielseitigkeit, die sie bereits auf bedeutenden Konzert- und Opernbühnen unter Beweis gestellt haben. In weiteren Partien sind Thomas Faulkner (Timur), sowie Michael McCown (Altoum) und Erik van Heyningen (Ein Mandarin) besetzt.  


Sonntag, 23. August 2026, um 18 Uhr im Opernhaus

Erste Wiederaufnahme

COSÌ FAN TUTTE

Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi / Alden Gatt; Inszenierung: Mariame Clément Mitwirkende: Karolina Bengtsson (Fiordiligi), Kelsey Lauritano / Karolina Makuła (Dorabella), Taehan Kim / Finn Sagal (Guglielmo), Matteo Ivan Rašić / Andrew Kim (Ferrando),

Elizabeth Reiter / Bianca Tognocchi (Despina), Sebastian Geyer / Liviu Holender (Don Alfonso) Weitere Vorstellungen: 28., 30. August (18 Uhr), 5. (18 Uhr), 9. September, 30. Dezember 2026,

2. (18 Uhr), 8., 10. (15.30 Uhr), 16. (18 Uhr), 21. Januar 2027
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 127 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Mit freundlicher Unterstützung der DZ-Bank

Così fan tutte ist nach Le nozze di Figaro und Don Giovanni die letzte der drei Opern von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), die in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte entstanden. Nach Mozarts Tod fiel das Werk bald in Ungnade: Zu frivol sei die Geschichte, zu konstruiert die Handlung. Aber vielleicht war die Lehre, die in der „Schule der Liebenden“ unterrichtet wird, für das 19. Jahrhundert einfach zu hart? Erst Richard Strauss und Gustav Mahler gewannen die Oper wieder als Kernstück fürs Repertoire zurück.

Così fan tutte – So machen’s alle, ist das nüchterne Fazit einer Wette, welche die Offiziere Guglielmo und Ferrando mit dem Philosophen Don Alfonso abschließen. Um den von diesem propagierten Wankelmut aller Frauen, dem die Freunde die unverbrüchliche Treue ihrer Bräute Fiordiligi und Dorabella entgegenhalten, auf die Probe zu stellen, fassen die Herren einen Plan: Als Türken verkleidet erscheinen die Offiziere – kurz zuvor noch tränenreich in einen fiktiven Krieg verabschiedet – bei den Geliebten und bieten alle Verführungskünste auf, um die Damen zu erobern. Nicht zuletzt durch den Einfluss der in Liebesdingen versierten Zofe Despina kann anfänglicher Widerstand der Umworbenen schließlich gebrochen werden. Bevor es jedoch zu einer Hochzeit der beiden „über Kreuz“ verbundenen Paare kommt, wird das Verwirrspiel aufgedeckt. Doch damit sind noch längst nicht alle Fragen geklärt ...

Studienleiter Takeshi Moriuchi übernimmt das Dirigat der Wiederaufnahmeserie von Così fan tutte alternierend mit Kapellmeister Alden Gatt. Moriuchi ist der Oper Frankfurt seit 2018 verbunden, als Dirigent und Liedbegleiter tritt er seither immer wieder auch für das Publikum in Erscheinung. Gatt dirigierte in Frankfurt bereits Die Zauberflöte, Ascanio in Alba und Le nozze di Figaro von Mozart. Die Partie der Fiordiligi singt Karolina Bengtsson. Die Sopranistin ist seit der Spielzeit 2023/24 ein Teil des Ensembles und überzeugte am Haus schon in diversen Partien. 2025 sang sie beim Festival d’Aix-en-Provence Camille (Louise) und bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik Dori (Iphigénie en Tauride). Bengtsson ist mehrfach preisgekrönt u.a. beim Internationalen Haydn-Wettbewerb für Klassisches Lied und Arie, sowie beim Internationalen Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“. Kelsey Lauritano und Karolina Makuła alternieren als Dorabella.

Neben ihrer Partie in Così fan tutte wird Lauritano in dieser Spielzeit auch in Händels Flavio und in der Premierenserie von Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen auftreten. Eine Besonderheit ihrer Saison wird der Liederabend im großen Haus gemeinsam mit Kapellmeister Alden Gatt sein. Auch Makuła ist an zahlreichen Produktionen beteiligt, unter anderem auch bei den Wiederaufnahmen von Richard Wagners Das Rheingold und Die Walküre. Taehan Kim und das neue Opernstudio-Mitglied Finn Sagal alternieren in der Partie des Guglielmo. Kim wurde zur Spielzeit 2025/26 in das Ensemble der Oper Frankfurt aufgenommen und gab mit der Partie des Guglielmo seinen Einstand. Zuvor war der südkoreanische Bariton Mitglied des Internationalen Opernstudios der Berliner Staatsoper. Sagal ist seit dieser Spielzeit Mitglied des Frankfurter Opernstudios und wird nun ebenfalls seinen Einstand hier am Haus als Guglielmo feiern. Matteo Ivan Rašić als Gast und das neue Ensemble-Mitglied Andrew Kim alternieren in der Partie des Ferrando. Kim verstärkte in den Jahren 2023 bis 2025 das Opernstudio der Oper Frankfurt und war im Anschluss eine Saison freischaffend tätig. In dieser Zeit gab er u.a. sein Debüt als Edgardo in Lucia di Lammermoor. Als Despina wechseln sich, wie auch schon in der Premierenserie, die Ensemblesängerinnen Elizabeth Reiter und Bianca Tognocchi ab. Liviu Holender und Sebastian Geyer verkörpern alternierend die Partie des Don Alfonso. So zeigt auch die zweite Wiederaufnahme der Saison die Bandbreite des Ensembles der Oper Frankfurt.


Samstag, 19. September 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus

Erste Wiederaufnahme

WARTEN AUF HEUTE

Von heute auf morgen
Oper in einem Akt von Arnold Schönberg Begleitmusik zu einer Lichtspielszene
von Arnold Schönberg

Sechs Monologe aus „Jedermann“
Liederzyklus für Bariton und Orchester von Frank Martin 

Erwartung
Monodram in einem Akt von Arnold Schönberg

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln


Musikalische Leitung: Tim Anderson; Inszenierung: David Hermann

Mitwirkende
Von heute auf morgen: Elizabeth Reiter (Ehefrau), Sebastian Geyer (Ehemann), Juanita Lascarro (Freundin), Theo Lebow (Sänger)

Mitwirkende Begleitmusik zu einer Lichtspielszene: Frankfurter Opern- und Museumsorchester Mitwirkender Sechs Monologe aus „Jedermann“: Simon Neal (Jedermann)

Mitwirkende Erwartung: Anna Gabler (Eine Frau)

Weitere Vorstellungen: 27. September (18 Uhr), 2. 17. Oktober 2026
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 16 bis 114 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Unter dem Titel Warten auf Heute präsentiert die Oper Frankfurt abermals den Abend, der drei Werke von Arnold Schönberg (1874-1951) mit einem Liederzyklus von Frank Martin (1890-1974) kombiniert: Das Libretto zu Schönbergs Einakter Von heute auf morgen verfasste dessen Ehefrau Gertrud unter dem Pseudonym Max Blonda. 1930 wurde das dritte musiktheatralische Werk Schönbergs, des Gründers der Zweiten Wiener Schule, im Frankfurter Opernhaus uraufgeführt. Dieser in Zwölftontechnik komponierten Zeitoper schließt sich die vom Magdeburger Heinrichshofen’s Verlag in Auftrag gegebene Filmmusik an, die im selben Jahr an der Berliner Krolloper Premiere feierte. Der Tonsetzer folgt keinen weiteren Vorgaben als lediglich den drei Schlagworten „Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe“, die als Untertitel das Programm seiner expressiven Begleitmusik zu einer Lichtspielszene anzeigen. Der Text des 1949 erstmals in der Orchesterfassung in Venedig aufgeführten Liederzyklus Sechs Monologe aus „Jedermann“ des Schweizer Komponisten Frank Martin geht auf das Stück Hugo von Hofmannsthals zurück. Schönbergs einaktiges Monodram Erwartung, dessen Libretto die angehende Wiener Dermatologin Marie Pappenheim innerhalb von drei Wochen zu Papier brachte, beschließt diesen Abend. Unter dem Dirigat Alexander Zemlinskys fand 1924 – fünfzehn Jahre nach Vollendung der Komposition – die Uraufführung von Schönbergs Bühnenwerk am Deutschen Theater Prag statt.

Zum Handlungsfaden der Inszenierung: Ihr Eheleben mit Kind ist eingefahren, verläuft alltäglich und ohne große Überraschungen. Die Rollen sind klar verteilt. Als das Paar von einer Abendveranstaltung nach Hause kommt, beginnt die Gleichförmigkeit zu bröckeln: Während der Mann seiner Faszination für eine Freundin seiner Frau nachhängt, beginnt die Frau, für einen Tenor zu schwärmen. Sie will ihren Mann eifersüchtig machen und verliert sich in einem Rollenspiel, das ihr bürgerliches Eheleben in Frage stellt. Kurz darauf kommt es zum Bruch der Ehe. Der Mann bleibt im gemeinsamen Haus zurück. Die Jahre vergehen und zwei Menschen, die einst einen gemeinsamen Weg gegangen sind, beginnen zu altern – jeder für sich.

Dirigent
Tim Anderson verfolgt eine aktive internationale Karriere und widmet sich einem vielfältigen Opern- und Konzertrepertoire. Er ist an zahlreichen bedeutenden europäischen Opernhäusern tätig und hat sich vor allem einen exzellenten Ruf für seine Interpretationen von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts erworben. Nun debütiert er an der Oper Frankfurt. Die Ensemblemitglieder Elizabeth Reiter, Sebastian Geyer, Juanita Lascarro und Theo Lebow besetzen die Partien in Schönbergs Einakter Von heute auf morgen. Für die Sechs Monologe aus dem „Jedermann“ kehrt Simon Neal an die Oper Frankfurt zurück. In Frankfurt sang er unter anderem bereits Kurwenal in Tristan und Isolde, sowie die Titelpartie in Oedipe, das von Hans Neuenfels inszeniert wurde und im Dezember 2013 Premiere feierte. Die Sopranistin Anna Gabler gestaltet das Monodram Erwartung. In der abgelaufenen Spielzeit 2025/26 sang sie unter anderem als Ariadne in Richard Strauss‘ Oper Ariadne auf Naxos und die Partie der Frau in Erwartung an der Canadian Opera in Toronto.


Dienstag, 8. September 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus

Liederabend

LOUISE ALDER, Sopran und MAURO PETER, Tenor

JOSEPH MIDDLETON, Klavier

Italienisches Liederbuch
von Hugo Wolf

Preise: € 16 bis 114 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Von der Oper Frankfurt aus startete die britische Sopranistin Louise Alder eine große internationale Karriere: Von 2014 bis 2019 war sie Ensemblemitglied und sang führende Partien wie Gilda (Rigoletto), Susanna (Le nozze di Figaro), Sophie (Der Rosenkavalier), Atalanta (Xerxes) und Cleopatra (Giulio Cesare in Egitto). Mit Dankbarkeit erinnert sie sich noch heute an diese Zeit, in der sie sich wie in einer Familie gefühlt hat. Alder führten Gastengagements seitdem in Metropolen der Opernwelt, unter anderem an die Wiener Staatsoper, ans Theater an der Wien, ans Opernhaus Zürich, ans Royal Opera House Covent Garden in London, an die Bayerische Staatsoper und zum Glyndebourne Festival. 2019 und 2025 gab Louise Alder bereits zwei faszinierende Liederabende an der Oper Frankfurt. Mit ihrem Kollegen Mauro Peter, der sich ebenso intensiv dem Liedgesang widmet, kehrt sie nun als Interpretin von Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch an die Oper Frankfurt zurück. Der Schweizer Tenor gastiert seit 2012 an den führenden Konzert- und Opernhäusern auf der ganzen Welt. Mit seinen Programmen gastierte er unter anderem bereits in Wien, Berlin, Köln, München und Hamburg.


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 - 212 49 49 4 erhältlich.