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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 22. April 2026

Na, wer war denn da alles bei der NSDAP?

NSDAP-Veranstaltung
AI, gemeinfrei
Wollen Sie schauen, ob der eigene Opa oder der   von nebenan früher in der NSDAP war? Der Link   zur NSDAP‑Mitgliederkartei ist heute frei zugänglich und kann von jeder Person online durchsucht   werden. Der Zugriff erfolgt über das US‑Nationalarchiv (NARA), das die historischen     Karteikarten digitalisiert hat.


 Wo genau kann man suchen? Es gibt zwei offizielle, frei   zugängliche Einstiege:

 1. Direkt im US‑Nationalarchiv (NARA)

 Hauptlink zur Serie:   https://catalog.archives.gov/id/12044361

 Interne Suchansicht:  https://catalog.archives.gov/search-   within/12044361
(catalog.archives.gov in Bing)

 Dort liegen über 16 Millionen digitalisierte Objekte,   darunter die zentralen NSDAP‑Mitgliedskarten.


2. Komfortable Suchoberfläche (brownarchive.org)

Eine zusätzliche, nichtstaatliche, aber seriöse Suchseite erleichtert die Recherche:
https://brownarchive.org  

Sie durchsucht alle digitalisierten Mikrofilme und verlinkt direkt auf die Originalkarten im NARA‑Katalog.

Was findet man dort?

Die Karten enthalten typischerweise: Name, Vorname / Geburtsdatum und -ort / Beruf /  Mitgliedsnummer / Eintrittsdatum / Ortsgruppe; Gau / teils Porträtfotos.

Die Daten stammen aus der zentralen NSDAP‑Mitgliederkartei und der Ortsgruppenkartei, die 1945 von US‑Truppen beschlagnahmt wurden.

Wie sucht man richtig?

Die Suche funktioniert ähnlich wie bei Google:

„Nachname, Vorname“  /  „Vorname Nachname“  /  Geburtsdatum im Format xx.yy.zz oder x.y.zz  /  Kombinationen aus Name + Geburtsdatum + Ort  /

Tipp: Anführungszeichen verbessern die Trefferqualität. Beispiel: "Maier, Sepp", "01.02.16"

Zivile NSDAP-Angehörige
AI, gemeinfrei


Wichtige Hinweise

Nicht alle Karten haben überlebt — ca. 20 % der Bestände sind verloren. Ein Nicht‑Fund bedeutet also nicht automatisch, dass jemand nicht Mitglied war. Die Server des US‑Archivs sind wegen des großen Interesses zeitweise überlastet. Geduld ist nötig. Die Recherche ist für Laien manchmal kompliziert, da Mikrofilme unterschiedlich sortiert sein können.

Hintergrund: Warum liegen die Daten in den USA?

Die NSDAP‑Mitgliederkartei (ca. 50 Tonnen Papier) wurde 1945 von der US‑Militärregierung sichergestellt und später vollständig verfilmt. Seit 2026 ist der Großteil digital online.

Das Lied der neuen Zeit (Arschkriecher) (Severin Groebner) - Smartlinks

Kabarettist Severin Groebner singt ja bekanntlich auch, wer es hören will, schaue unter 

Das Lied der neuen Zeit (Arschkriecher) (Severin Groebner) - Smartlinks

Dienstag, 21. April 2026

Diskussion: Unsere Rente als solidarisch finanzierte Lebensleistung muss nicht zerschlagen werden

Der vorliegende Rentengestaltungsentwurf von Friedrich Merz wirkt wie ein Angriff auf die einzige verlässliche Sicherheit, die arbeitende Menschen in Deutschland noch haben: die gesetzliche Rente als solidarisch finanzierte Lebensleistung.

Wenn die umlagefinanzierte Rente zur bloßen „Basisabsicherung“ herabgestuft wird, bedeutet das nichts anderes als eine systematische Verschiebung der Verantwortung – weg vom Staat, hin zum Individuum. Genau das kritisieren viele Beobachter: Wer jahrzehntelang Beiträge in die Rentenkasse zahlt, soll künftig trotzdem gezwungen sein, zusätzlich erheblich privat vorzusorgen, um nicht im Alter mit einer verkommenen Mindestrente dazustehen. Und ist das einmal installiert, lässt sich auch die Sozialleistung im Alter reduzieren.



LESEN SIE HIER AUSFÜHRLICH WEITER

NTM Mannheim: EIN MENSCH. EINE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. EIN ZWIEGESPRÄCH.

Fr 08.05.2026, 20.00 Uhr 

Casino Werkhaus, Mannheim

EIN MENSCH. EINE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. EIN ZWIEGESPRÄCH.

Live-Experiment und Gespräch mit Emre Akal

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EIN MENSCH. EINE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. EIN ZWIEGESPRÄCH.

Der aktuelle Hausautor Emre Akal erforscht in seinem Stück »Es sagt, es liebt uns« die Interaktion zwischen KI und Mensch. Dies vertiefend lädt er Sie zu einem performativen Live-Experiment ein. In einem offenen Dialog begegnet eine Schauspielerin einer ChatGPT-Stimme. Sie stellt Fragen, erzählt, provoziert, zweifelt. Die Antworten entstehen im Moment. Was geschieht, wenn ein System reagiert, ohne selbst etwas zu riskieren? Wenn es Verständnis formuliert, ohne Erfahrung zu besitzen? Wer führt hier eigentlich wen? Die Schauspielerin den Algorithmus – oder der Algorithmus die Schauspielerin?

Im Anschluss Gespräch mit Emre Akal. Moderation: Olivia Ebert

Montag, 20. April 2026

Bulgarien 2026: Wackelpartie zwischen Moskau und Brüssel

Radev, Bulgarien
AI, gemeinfrei



Der Wahlsieg von Rumen Radev bzw. seiner neuen Partei „Progressives Bulgarien“ bei der Parlamentswahl am 19. April 2026 wird vor allem als Richtungsentscheidung für Bulgarien und als Signal an die EU gewertet. Hier die wichtigsten Bedeutungen:

Trotz Wahlsieg hat Radev keine Alleinregierung. Er schließt Koalitionen mit Borissow, Peevski und dem Reformbündnis WCC-DB aus. Eine stabile Regierung ist also weiter ungewiss. Bulgarien bleibt damit eines der politisch instabilsten EU-Mitglieder, das sich noch an Russland orientiert, aber in Brüssel Geld abholt.

Radev gilt als russlandfreundlich und euroskeptisch. Das bedeutet konkret: Radev gewann mit ∼37,5% bis 45% klar vor GERB von Ex-Premier Bojko Borissow mit nur ∼13–16%. Viele Bulgaren wählten ihn primär, um Borissow loszuwerden, nicht unbedingt wegen seiner Russland-Linie.

Radev hat im Wahlkampf charmant anti-ukrainisch getrommelt. Jetzt hat er ein Mandat, das vor allem eins bedeutet: Brüssel darf raten, ob Bulgarien morgen EU-Mitglied, NATO-Partner oder russischer Briefkasten ist.

Die Ukraine-Politik Bulgariens? Wurde vom Wahlzettel direkt in die Grauzone exportiert. Mal ist man „gegen den Krieg“, mal „gegen Waffenlieferungen“, mal „für Frieden“ – und zwar genau den Frieden, den der Kreml gerade im Sonderangebot hat.




Im März bei ECM erschienen: Patternmaster, Memento und Mountain Call

 Im März erschien eine neue Aufnahme des Mark Turner Quartet. In seiner Besprechung von Mark Turners letztem Quartettalbum für ECM, Return From The Stars (2022), bezeichnete Peter Rüedi in der Weltwoche das Programm als „die denkbar schlankste, konzentrierteste und inspirierteste improvisierte Kammermusik.“ Eine treffende Beschreibung für die kraftvollen Quartettausarbeitungen des Tenorsaxophonisten, die auf Patternmaster ihre durchschlagskräftigste Form erreicht zu haben scheinen. Dabei funktioniert das neue Album in vielerlei Hinsicht zugleich wie Fortführung und Erweiterung des Vorgängers. Kompromisslose Improvisation ebenso wie kühle Kontrolle sind die antreibenden Motoren einer Gruppe, die ihr musikalisches Verständnis über Jahre hinweg auf Tour und im Studio weiterentwickelt hat. Turner und Jason Palmer entfalten Themen mit weitreichenden harmonischen Implikationen, getragen von Joe Martin am Kontrabass und Jonathan Pinson am Schlagzeug. Patternmaster, 2024 in Südfrankreich aufgenommen, wurde von Manfred Eicher produziert.

 

Es folgte in Form von Memento die erste gemeinsame Duoaufnahme von Marilyn Crispell und Anders Jormin. Bei ECM war die US-amerikanische Pianistin Crispell zuvor auf Jormins Zyklus geistlicher Lieder In Winds, In Light (2004) zu hören. Sie hat den schwedischen Bassisten als Einfluss auf ihr eigenes musikalisches Denken bezeichnet: „Als ich Anders spielen hörte, berührte es eine Saite in mir, die stark nachklang.“

Memento beginnt mit einer kraftvollen Folge auf den akustischen Raum bezogener Duo-Improvisationen, bevor es zu Kompositionen der beiden Musiker übergeht. „Three Shades of a House“ ist ein Stück, das Jormin bereits in seiner Arbeit mit Bobo Stenson vorgestellt hat (auf dessen Album Contra la indecisión), hier gespielt in den Varianten „Morning“ und „Evening“ – die erste eine Erkundung des Themas mit Crispell im Vordergrund, die zweite eine Meditation für dunkel timbrierten Bass. Crispells „The Beach at Newquay“ zeichnet die Küste Cornwalls nach, wobei Jormins hoch angesetzter Arco-Bass Möwenschreie evoziert. Das Album schließt mit „Dragonfly“, gewidmet dem Andenken an Gary Peacock. Durchgehend reagieren die Musiker auf die sensible, detailverstärkende Akustik des Auditorio Stelio Molo RSI in Lugano. Das Album wurde im Juli 2025 von Manfred Eicher produziert.

 

Außerdem erschien nach langen Jahren wieder ein Album von Miroslav Vitous bei ECM: Mountain Call präsentiert den Meisterbassisten in unterschiedlichen Ensemblekonstellationen, in denen unter anderem der französische Klarinettist Michel Portal und der amerikanische Schlagzeuger Jack DeJohnette, beide kürzlich verstorben, prominent vertreten sind. Das Album führt mehrere Tendenzen und Strömungen in Vitous’ Werk zusammen und legt Zeugnis ab von seinen vielfältigen Fähigkeiten als Improvisator, Jazzkomponist, Arrangeur und kreativer Pionier des Samplings. Der Mitbegründer von Weather Report kam Ende der 1970er-Jahre erstmals zu ECM, in einem Trio mit Terje Rypdal und Jack DeJohnette. Schon damals bildeten Miroslav und Jack eine eruptive Rhythmussektion, die später erfolgreich wieder zusammenkam – auf Vitous’ Album Universal Syncopations (2003) mit Jan Garbarek und Chick Corea. Auch auf Mountain Call kommt dieser Kombination eine zentrale Rolle zu: Bassist und Schlagzeuger interagieren dynamisch auf „Tribal Dance“ und „Epilog“, wobei ihr Spiel im letzteren Stück von Miroslavs großen Orchesterakkorden gerahmt wird. Zudem soliert Jack innerhalb von Vitous’ dreiteiligem Werk „Evolution“. In der Suite „Rhapsody“ tritt die Stimme der Bassistin Esperanza Spalding in den Vordergrund, die Vitous’ Texte singt. Mountain Call beginnt und endet jedoch mit einer Reihe funkelnd einfallsreicher Duette mit Michel Portal. Mountain Call wurde über einen Zeitraum von sieben Jahren in mehreren Sessions im Prager Studio von Vitous aufgenommen. Produziert wurde das Album von Miroslav Vitous und Manfred Eicher.

Sonntag, 19. April 2026

Hormus: Das Auf-und Zu-Spiel zwischen Mullahs und Trump (mit Karte)

Lesen Sie hier:

Hormus-Blockade: Was steckt hinter der GB+F+30-Kooperation "Freedom of Navigation"?

Hormus-Blockade: Zeichnen sich Reibereien zwischen Staaten ab?

Brandbeschleuniger: Warum eine US‑Blockade der Straße von Hormus globale Konflikte auslösen würde

So schafft Europa die Souveränität sofort: Vom teuren Öl zur elektrischen Unabhängigkeit über Verzicht! 

Blockade der Straße von Hormus – die Stopp-Uhr läuft



Aktuelle Lage





Was diese Open Street Map zeigt:


1. Persischer Golf – kompletter Stau
Der gesamte westliche Golf ist voll mit Schiffssymbolen. Besonders dicht bei:
- Kuwait, Basra, Bandar-e Mahshahr: Massiv Rot = Tanker. Die warten auf Beladung.
- Bahrain, Katar, VAE: Bunt gemischt. Tanker, Cargo, LNG. Das sind die Warteschlangen vor den Terminals.
- Straße von Hormus Eingang: Roter Klumpen direkt an der Engstelle bei Bandar Abbas. Hier staut es sich, weil niemand durchkommt.

2. Die Engstelle selbst
Genau zwischen Bandar Abbas (Iran) und der Musandam-Halbinsel (Oman) sieht man die höchste Dichte roter Tanker-Icons. Das sind die 426 Tanker, die festhängen. Die 3 km breiten Korridore sind blockiert.

3. Golf von Oman – Ausweichzone
Östlich der Meerenge, Richtung Gwadar und Karachi, verteilt sich der Verkehr wieder. Viele graue „Unknown“ und rote Tanker. Das sind Schiffe, die von der US-Blockade gestoppt wurden oder auf neue Orders warten. Man sieht auch das Cluster bei Karachi – dort kam die Shalamar heute an.

4. Die Krise
Rot = Tanker. Die dominieren das Bild komplett. Grün = Cargo, Blau = Passagiere: kaum vorhanden. Der normale Handelsmix ist weg. Es ist fast nur noch Öl, das nicht rauskommt. Daneben Türkis = Militär.

Die Schiffe stehen nicht nur „vor“ der Enge, sondern "in" der Anfahrtszone auf beiden Seiten. Die 800+ Schiffe verteilen sich vom nördlichen Golf bis in den Golf von Oman.


Samstag, 18. April 2026

Wahlsonntag in Bulgarien: Wahlbetrug und Stimmenkauf toben in den Gassen

Wahl in Bulgarien
(AI, gemeinfrei) 

Bulgarien wählt am 19. April 2026 zum achten Mal seit 2021. Nach dem Sturz der Regierung Scheljaskow und drei gescheiterten Regierungsbildungen regiert nur noch ein Übergangskabinett. In den Umfragen führt Rumen Radews neue Mitte-Links-Koalition Progresivna Bulgaria mit 30,8%, GERB folgt abgeschlagen mit 20,7%. Die alte Koalition hätte keine Mehrheit mehr. Bulgarien steht vor einer Wahl, bei der es formal um Links oder Rechts, EU oder Eigenweg geht. Faktisch geht es um die Frage: Kann eine Demokratie funktionieren, wenn ein relevanter Teil der Wähler die Stimme nicht abgibt, sondern verkauft – weil er sie zum Überleben braucht? Das ist der größte Hohn für ein gerechtes Wahlsystem. Bulgarien hat hier sehr viel zu leisten, um zur Normalität zurückzukehren. Die rechten Parteien sind absolut korrupt. 

Das Innenministerium meldet 500–600% mehr Verstöße beim Stimmenkauf als 2024, über 1 Mio. Euro wurden bei Razzien beschlagnahmt. Der Betrug ist simpel: Parteifunktionäre reichen Geld über regionale Koordinatoren an lokale „Vertrauens-personen“ weiter. Am Ende erhält der Wähler 20–50 Lewa /etwa 10-25 EUR. Nicht nur Bargeld! Im Paket sind auch Brennholz, Lebensmittel, bezahlte Stromrechnungen oder das Versprechen, dass das Jugendamt wegschaut. Geld gegen Stimme ist erst die halbe Miete. Der zweite Teil ist „kontrollierte Stimmabgabe“. Methode A: Der Wähler fotografiert den ausgefüllten Zettel mit dem Handy als Beweis. Methode B: „Dunkle Räume“ in Wahllokalen, wo ein Helfer neben der Kabine steht und beim Ankreuzen „hilft“. Methode C: Vorgefertigte Stimmzettel werden draußen übergeben und nur noch eingeworfen.

Ziel sind Arme und Prekäre – Sozialhilfeempfänger, verschuldete Dörfer, Roma-Communitys –, die das Geld bitter nötig haben.


Laut Parlaments-Dossiers entfallen 80% der Manipulationsfälle auf DPS, 20% auf GERB. Bei niedriger Wahlbeteiligung reichen 150.000 gekaufte Stimmen, um Mehrheiten zu kippen. Deshalb heißt es von allen Seiten: Nur massenhafte Beteiligung verdünnt den Effekt.

Donnerstag, 16. April 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #102 - Bergmann übernehmen Sie!

 


     Grün ist die Hoffnung! © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Bergmann, übernehmen Sie!

Ich hab jetzt diesen Newsletter dreimal angefangen und dann wieder gelöscht, weil - während ich was geschrieben habe - schon wieder etwas passiert ist. Irgendwas, was man jetzt schon wieder fast vergessen hat.

Zuerst war es die Ankündigung von Melania Trump, Gerüchten entgegen treten zu wollen, die niemand gekannt hat, und so diese Gerüchte erst weltweit in die Schlagzeilen zu bringen.
Tipp für Trump: Der Streisand-Effekt bedeutet nicht, dass man eine große Nase hat und trotzdem schön singen kann.

Dann war es die Reaktion des weißen Hauses auf die Sperrung der Straße von Humus… nein, Hormus. Das war nämlich: eine Sperrung der Straße. Eine Sperrung durch eine Sperrung aufheben… ganz ehrlich, wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Donald „Drill, Baby, drill“ Trump und das iranische „Kill, Baby, Kill“-Regime jetzt den Mitgliedern der „Letzten Generation“ zeigen, wie einen Ökologisierung der Wirtschaft wirklich geht.
Nicht ein paar Stadt-Autobahnen für ein paar Stunden sperren.
Nein, das ist was für Stümper.
Merkt es Euch zum Skandieren für die nächste Klima-Demo (Gibt’s die eigentlich noch?):
„Handelsrouten musst Du schließen / dann wird das Öl gar nicht mehr fließen!“

Dann gab es noch die Wahl in Ungarn (sehr erfreulich!) und die Erklärungen der deutschen Wirtschaftsministerin (sehr unerfreulich) und die weltpolitische Fußnote ersten Ranges: Der österreichische Bundeskanzler besucht Indien.
Ich vermute, so wie der aussieht, wird er dort für eine Renaissance des Buddhismus sorgen.

Denn das ist ja die Rolle Österreichs in der Welt - gerade in schwierigen Zeiten: Beruhigen. Entschleunigen. „Nua kane Wöhn!“
Und wer den österreichischen Kanzler schon einmal reden gehört hat, weiß: Der beruhigt. Sehr stark.

Österreich selbst aber lässt sich von der Welt am Liebsten ablenken.
Durch Theater. Oder Oper. Oder klassische Musik. Oder anderes Bühnengeschehen.
Deshalb hat es auch vor über hundert Jahren die „Salzburger Festspiele“ erfunden. Zur Ablenkung.
Und zur Geschäftsanbahnung.

Und diese Festspiele haben jetzt eine neue Chefin: Karin Bergmann.
Die hat schon mal das Burgtheater vor ein paar Jahren interimistisch geleitet, nachdem es von einem Mann in … sagen wir mal … eine Verkehrsfläche mit erhöhtem Kot-Aufkommen (vulgo: Scheißgasse, nobler: Rue de la Gack)  geführt wurde. Das war auch so eine Art Blockade damals.
Aber nach Frau Bergmann läuft es im Burgtheater wieder.

Anscheinend ist das Frau Bergmanns Job-Profil:
„Wenn Du weißt, es kann kein Mann 
/ Dann ruf doch die Bergmann an!“
(Zum Skandieren für die nächste Demo zum Gender-Pay-Gap.)

Insofern ahne ich schon, wer nach Wolfgang Kubicki die FDP übernimmt: Karin Bergmann. Und wer wird neuer Teamchef von Italien? Karin Bergmann!

Man sieht: Mit einer Frau Bergmann allein wird sich das nicht mehr ausgehen. Wir  brauchen ein Karin-Bergmann-Institut, wo Karin Bergmann viele kleine Karin Bergmanns ausbildet, damit diese dann eitle Männer beerben können, um das durch Verschmutzung immobil gewordenen Fahrzeug (vulgo: den Karren im Dreck) erneut zu mobilisieren.
Sie ist also keine Allround-Managerin, sondern eine All-Rad-Managerin.

Ich gehe jedenfalls fix davon aus, dass Karin Bergmann und ihre Schülerinnen, den Orden Carina de Fossori (kurz: die Fossoris) gründen wird, ein Orden, der sich demnächst über die Welt verbreitet.
Denn es gibt so viele zu bewegende Karren.
Wer kommt nach Wladimir Putin? Karina Bergmannova!
Wer nach Donald Trump? Carina Mountainman!
Wer nach Emanuelle Macron? Carine Mountaigne! (Ein Witz nur für Nils Minkmar.)
Wer wird der nächste Ministerpräsident von NRW? Die Kumpel-Karin!

Und, wer weiß, vielleicht werde auch ich eines Tages von einer Karin Bergmann ersetzt?
Eitel genug wäre ich, aber vielleicht noch nicht alt genug? Oder umgekehrt? Alt ja, aber nicht eitel genug?
Oder mein Karren ist noch nicht dreckig genug? Ich weiß es nicht.
Ich werde einfach Karin Bergmann fragen.
Sie wird mir sicher antworten, nachdem sie die Straße von Hornochs… äh… Hormus geöffnet hat.

In diesem Sinne: Glück auf!

____________

groebner live:

Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, 
Salmen in Hartheim

Freitag 8.5. München, 
Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen.


groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!!
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte.
Oder warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
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Über diesen Newsletter:

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Mittwoch, 15. April 2026

Blockade der Straße von Hormus – die Stopp-Uhr läuft

Küstennahe Zwangsrouten 2026
(AI, gemeinfrei)
An der Zapfsäule merkt es noch niemand, wobei die Preise schon erheblich höher sind als vorher. Doch 5.000 Kilometer entfernt entscheidet sich gerade, ob die Weltwirtschaft in den nächsten Wochen in eine Schockstarre fällt. Die Straße von Hormus – 33 Kilometer Wasser zwischen Iran und Oman an der engsten Stelle  – transportiert im Normalfall 20 Prozent des globalen Öls. Seit 13. April läuft die Uhr: Die US-Blockade iranischer Häfen ist aktiv. Der Tanker-Verkehr ist auf ein Zehntel eingebrochen.

Die Fakten: Von 130 auf 8 Schiffe pro Tag

Vor dem 28. Februar 2026 passierten täglich über 130 Handelsschiffe die Meerenge. Heute sind es 4 bis 8. Westlich von Hormus warten über 1.000 Schiffe, darunter 426 Öltanker, 34 LPG- und 19 LNG-Carrier. Pole Star Global zählte am 20. März 3.208 AIS-Signale im Stau vor dem Engpass. Die meisten Schiffe schalten ihr AIS heute sogar ab.  

Was noch fährt, fährt unter Risiko, so ein französischer Tanker. Drei Gründe würgen den Verkehr ab: Die US-Blockade mit mindestens 15 Kriegsschiffen, nicht auffindbare iranische Seeminen und flächendeckendes GPS-Jamming. 

Die Stoppuhr: Wie lange halten die Puffer?

Experten modellierten die Blockade mit 10.000 Tankern und 1.315 Häfen. Das Ergebnis: Die Zeit entscheidet alles.

Dauer Folge
0–14 Tage Nur Preisschock. Brent sprang auf >100 $/Barrel. Reserven puffern.
2–4 Wochen Raffinerien müssen auf andere Ölsorten umstellen. Dauert 7–14 Tage pro Anlage.
>4 Wochen Kaskadeneffekte. Tanker verpassen "Slots" (= feste Anlegezeiten für Betanken), Häfen verstopfen. Lieferketten reißen.
56 Tage Simulierte "Kernschmelze": Verzögerungen verstärken sich massiv.


Das Mengen-Dilemma

Durch Hormus fließen normal 20 Mio. barrel/day. Alle Pipelines, die die Meerenge umgehen, schaffen zusammen maximal 10 Mio. b/d. Saudi-Arabiens East-West Pipeline läuft bereits auf Anschlag: 5,9 Mio. b/d Export aus Yanbu am 9. März, Kapazität 7 Mio. b/d. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)-Pipeline Habshan–Fujairah schafft 1,8 Mio. b/d. Fehlmenge: mindestens 10 Mio. Barrel täglich.

Freie Förderung? Kaum vorhanden. OPEC+ hat effektiv nur 3,2–3,7 Mio. b/d Reservekapazität. Davon 2,0–2,3 Mio. in Saudi-Arabien, 0,8–1,0 Mio. in den VAE. Der Rest liegt am Golf – und müsste selbst durch Hormus. 

Wer zahlt die Rechnung?

Asien zuerst. China importiert jährlich für 97 Mrd. $ aus Golfstaaten, Indien für 74 Mrd. $, Japan für 63 Mrd. $ – größtenteils Öl, LNG und Ölprodukte. Peking hat 160 Mio. Barrel auf See gebunkert. Das reicht bei 1,8 Mio. b/d Import für etwa 90 Tage. Danach muss China auf Russland umstellen oder die Industrie drosseln.

Die Märkte wetten bereits auf Eskalation. Brent eröffnete nach Kriegsbeginn bei 85–90 $, nach einem Schluss von 73 $. Die IEA gab 400 Mio. Barrel aus strategischen Reserven frei: 6,7 Mio. b/d für 60 Tage. Das deckt nur ein Drittel des Hormus-Ausfalls.

Das Endspiel: Preis statt Menge

Ein Importland wie Deutschland kann Verträge binnen Tagen auf Norwegen oder die USA umstellen. Die physischen Barrel brauchen aber 30–60 Tage über den Atlantik. Umswitchen rettet nicht vor der Uhr. Nach vier Wochen Blockade hilft nur noch Verbrauch senken.

Die Straße von Hormus zeigt 2026 das brutale Gesetz der Geographie: Wer das 33-Kilometer-Nadelöhr beherrscht hält die Weltwirtschaft in Geiselhaft. Jeder Tag Blockade kostet Milliarden. Die Stoppuhr läuft – und niemand weiß, wann der "GAU" kommt. Die USA verlegen aktuell noch 6000 weitere Soldaten und Flugzeugträger in die Krisengegend. 



Weiterlesen: 

Brandbeschleuniger: Warum eine US‑Blockade der Straße von Hormus globale Konflikte auslösen würde

Montag, 13. April 2026

Oper Frankfurt: Deep Dive mit Thomas Guggeis zu »Turandot«

 


Donnerstag, 9. April 2026

HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM MAI 2026

Sonntag, 10. Mai 2026, um 18 Uhr im Opernhaus

Claudia Mahnke (Mezzosopran / Mutter;
Bildnachweis: Barbara Aumüller)



Premiere / Frankfurter Erstaufführung

BLUTHOCHZEIT
Lyrische Tragödie in zwei Akten von Wolfgang Fortner
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Duncan Ward; Inszenierung: Àlex Ollé
Mitwirkende: Claudia Mahnke (Mutter), Magdalena Hinterdobler (Braut), Christian Clauß (Bräutigam), Daniela Ziegler (Tod / Bettlerin), Mikołaj Trąbka (Leonardo), Zanda Švēde (Leonardos Frau), Annette Schönmüller (Schwiegermutter), Karolina Makuła (Magd), Barbara Zechmeister (Nachbarin), Karolina Bengtsson (Kleines Mädchen), Dietrich Volle (Vater der Braut), AJ Glueckert (Mond), Alina Avagyan (Kind) u.a.

Weitere Vorstellungen: 13., 15., 24. (18 Uhr), 31. Mai, 6., 15. Juni 2026 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr. Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Eine erschütternde dramatische Intensität und kompromisslose Modernität prägen die Oper Bluthochzeit von Wolfgang Fortner (1907–1987). Als der Komponist 1957 sein erstes Bühnenwerk fertigstellte, galt er bereits als eine der führenden Persönlichkeiten des europäischen Musiklebens. Der Text stammt vom spanischen Dichter Federico García Lorca. Bis zu Fortners Tod wurde Bluthochzeit 22 Mal neu inszeniert und zählte zu den erfolgreichsten deutschen Opern der Nachkriegszeit. Fortner selbst galt auch als einflussreicher Lehrer, der eine ganze Generation von Musikern prägte, darunter Hans Werner Henze. Seine Biografie weist jedoch auch Schattenseiten auf, insbesondere seine NSDAP-Mitgliedschaft und die Arbeit an Propagandawerken während der NS-Zeit. 

Zum Inhalt: Seit Generationen bekriegen sich zwei Familien in einem spanischen Dorf. Eine Hochzeit steht bevor. Die Mutter des Bräutigams hat ihren Mann und ihren ältesten Sohn durch den verbitterten Kampf zwischen den Clans verloren und bangt nun um das Leben ihres jüngsten Sohnes. Sie fürchtet, dass durch seine Ehe der Krieg der beiden Familien wieder aufflammt. Denn die Braut liebt immer noch ihren früheren Verlobten Leonardo, der zum feindlichen Clan gehört. Er entführt sie direkt nach der Hochzeit. Sie fliehen in den Wald, doch ihre Verfolger holen sie ein. Die Blutrache wird zweifach vollzogen: Der Bräutigam und Leonardo sterben im Duell.

Inszeniert wird die Frankfurter Erstaufführung von Àlex Ollé. Er hat an der Oper Frankfurt bereits den Doppelabend mit Debussys La Damoiselle élue und Honeggers Jeanne d’Arc au bûcher, sowie Giacomo Puccinis Manon Lescaut inszeniert. Musikalisch geleitet wird die Premierenserie von Duncan Ward. Dieser gilt als einer der vielseitigsten Dirigenten seiner Generation. Regelmäßig arbeitet er mit Klangkörpern wie dem London Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Gürzenich-Orchester Köln zusammen. Des Weiteren ist er Chefdirigent der Südniederländischen Philharmonie (Philzuid). Mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester gestaltete Ward in der vergangenen Spielzeit ein Museumskonzert. Die Mutter ist mit Claudia Mahnke besetzt. Neben ihren Partien in Boris Godunow und Richard Wagners Tristan und Isolde an der Oper Frankfurt, gastiert Mahnke in dieser Spielzeit unter anderem an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Magdalena Hinterdobler (Braut) sang in dieser Spielzeit Tosca an der Finnischen Nationaloper in Helsinki und gab ihr Rollendebüt als Senta in Wagners Der fliegende Holländer am Landestheater Salzburg. An der Oper Frankfurt verkörperte sie in dieser Spielzeit bereits die Rolle der Ellen Orford in Peter Grimes. Der Schauspieler Christian Clauß ist als Bräutigam, die Schauspielerin Daniela Ziegler als Tod / Bettlerin zu erleben. Beide sind durch Auftritte auf diversen Bühnen sowie als TV-Darsteller bekannt. In weiteren Rollen sind überwiegend Mitglieder des Ensembles besetzt. 


Dienstag, 5. Mai 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus 

Simon Bailey (Bassbariton;
Bildnachweis: Edmond Choo)



Liederabend

SIMON BAILEY, Bassbariton

ANNE LARLEE, Klavier



Lieder von Ralph Vaughan Williams, Franz Schubert, Jacques Ibert, Henri Duparc u.a. 

Preise: € 16 bis 109 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) 

Über viele Jahre zählte Simon Bailey als Ensemblemitglied zu den Frankfurter Publikumslieblingen. In dieser Spielzeit sprang er bei der zweiten Vorstellung in Rudi Stephans Oper Die ersten Menschen ein. Sein hiesiges Repertoire umfasst Partien wie Peter (Hänsel und Gretel), Mr. Redburn (Billy Budd), Gunther (Götterdämmerung), Klingsor (Parsifal), Gelone (L’Orontea), Don Magnifico (La Cenerentola), Orest (Elektra), Křeneks Adam Ochsenschwanz (Schwergewicht) und die Titelpartie von Herzog Blaubarts Burg. Gastengagements brachten den britischen Bassbariton etwa als Achilla (Giulio Cesare in Egitto), Don Bartolo (Il barbiere di Siviglia), Mozarts Figaro, Leporello (Don Giovanni), Kutusow (Krieg und Frieden), Méphistophélès (La damnation de Faust), die vier Bösewichter (Les contes d’Hoffmann), Jochanaan (Salome), Balstrode (Peter Grimes) und Der Totenrichter (Die Verurteilung des Lukullus) u.a. an die Opernhäuser in Wiesbaden, Stuttgart, Basel, Straßburg, Brüssel, London und Mailand. Seit seinem Debüt bei den Tiroler Festspielen Erl zählt auch Wotan / Wanderer (Der Ring des Nibelungen) zu den Paraderollen des Gewinners des Wales Theatre Award 2018. Wotan sang er zuletzt in Dortmund (Das Rheingold), Luzern und Dresden (Die Walküre), den Wanderer (Siegfried) in Wiesbaden, Dortmund, Dresden und Versailles.


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 - 212 49 49 4 erhältlich.

Mittwoch, 8. April 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #101 - Regime Chchchchchanges

 

Gelb scheint die Sonne der Ververververänderung © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Regime Chchchchchanges

Alle reden von Regime Change.
So ooft, dass ich schon diesen alten Bowie-Song im Ohr hab: Chchchchchanges!

Und es wär ja auch wirklich schön - vor allem für die Iranerinnen und Iraner - wenn sich diese religiöse Diktatur nicht einfach jetzt in eine Militär-Diktatur changen würde. Sondern echt changen. So von Diktatur in Demokratie.
Aber, ob das geht, in dem man das Land einfach bombardiert… ? Eher nein.

Allein aus praktischen Gründen.
Wie soll man auf die Straße gehen, wenn man dort Gefahr läuft nicht nur von den Killern des Regimes, sondern auch noch von den Raketen der Angreifer erledigt zu werden?

Irgendwer hat da nicht sehr weit gedacht.
Könnte sein, dass es Donald Trump ist, der Präsident der Beleidigten Staaten von Amerika. Denken ist aber auch nicht seine Stärke. Dafür reden. Ständig redet er. Deshalb  sagt er auch ständig nicht, wie genau er das Regime chchchchchchchangen will.

Also das im Iran. Nicht das in Israel.
Obwohl die letzten Jahre und Monate immer wieder zehn- bis hunderttausende Israelis auf die Straße gegangen sind, die gefordert haben, dass sich auch das Regime von Bbibibibibibibibi Netanjahu sich changen soll.
Vielleicht sogar vertschtschtschtschtschüssen.

Aber auch anderswo fordert man Regime Change. Im Land von Donald Trump selbst, also in den Beseitigten Staaten von Amerika. Dort gehen die Leute auf die Straße und fordern: „No Kings!“.

Eine gute Formulierung.
Allerdings nicht gut genug. Bleiben dann doch immer noch andere Formen der Alleinherrschaft wie Diktator, Imperator, Kaiser, Zar oder einfach Mafiabosse übrig*, von denen man sich beherrschen lassen könnte.
Da muss man noch konkreter werden, in den Verteidigten Staaten von Amerika.

Apropos Mafiaboss: Was macht eigentlich Wladimir Putin? (Zu deutsch: Waldemar Steck-Rein) Natürlich nichts.
Und die Russen machen auch nichts. Weil erstens in Russland alles okay ist, und zweitens weil es verboten ist dort irgendwas zu machen. Die letzten, die dort was gemacht haben, waren Pussy Riot, seither ist es Russy Quiet.

Und weil in Russland selbst alles so okay ist, so prima, so dufte, haben jetzt führende Oligarchen bei einer Sitzung angeboten… was heißt angeboten, eigentlich haben sie darum gebeten… also sie haben den Staat angebettelt… nein… auf Knien angefleht haben sie den Wladimir, dem man ja namentlich irgendwo irgendwas rein stecken soll, dass sie doch bitte bitte bitte, dem russischen Staat Geld schenken dürfen.
Und dass bei steigendem Ölpreis.

Es ist einfach alles großartig in Russland.
Und deshalb fragt man sich schon langsam, wer sein Nachfolger werden könnte, weil der Waldemar Output… nein… Putin halt auch nicht mehr der Jüngste ist.
Angeblich soll schon ein Machtkampf im Gange sein.
Wir werden davon erfahren, wenn demnächst wieder ein paar einflussreiche Russen auf einen Balkon vor ihrem Fenstern treten… wo aber keiner ist.
Und der, der übrig bleibt, wird dann der neue Chef des Staats der Tschtschtschtschtschekisten.

Wie Putins Autokraten-Kumpel Erdoğan diese Probleme löst, hat man ja auch schon vor über einem Jahr gesehen. Ganz demokratisch. Denn gegen Erdoğan dürfen alle antreten, die…. garantiert keine Chance haben.

Alle, die eine Chance haben aber, landen im Knast. Damit es aber nicht so eine Überraschung ist, wenn der Kandidat nicht mehr da ist, am besten schon ein bis zwei Jahre vor der Wahl. Dann kann sich der Wähler und die Wählerin schon an die mangelnde Auswahl gewöhnen.

Das hingegen hat die alte (16 Jahre an der Macht!) Budapestbeule Viktor Orban übersehen. Dieser Helmut-Kohl-artige Paprika-Potentat ist jetzt plötzlich konfrontiert mit einem Kandidaten, der konstant in den Umfragen weit vor der Regierungspartei von Viktor Orban liegt.

Deshalb ist der Pupupupupupuszta-Papst auch ein bisschen sauer. Das mögen nämlich diese Menschen, die den Volkswillen zu kennen glauben, gar nicht, wenn dieser Volkswille sich bei Wahlen so äußert, dass er ihnen sagt:
„Schleich di, Dicker! Wir haben dei schiache Fratzn lang gnua g’sehen. Mach an Schuach!**“

Noch weniger mögen sie es, wenn dazu noch rauskommt, dass er und sein Regime noch enger mit Russland in Kontakt steht, als man sich das ohnehin schon gedacht hat.
Also nicht nur, dass man es sich in der Peristaltik des Kreml-Chefs gemütlich gemacht hat (Put-in ist also wirklich wörtlich zu verstehen - und: Ja, dreimal reicht für dieses Wortspiel), sondern auch, weil der Außenminister nach den EU-Außenminister-Sitzungen sich sofort mit dem russischen Außenminister kurzgeschlossen hat.
Ist aber auch logisch, muss man sagen, weil Russland liegt ja außerhalb der EU.

Der Geheimdienst dagegen ist nicht mehr so geheim.
Der ungarische. Nicht der deutsche. Oder gar der österreichische …. Hahaha. Nein, dazu ein andermal.

Aber der ungarische Geheimdienst, der ist sehr bekannt.
Der sollte sich nämlich - so kam es gerade raus - in die oppositionelle Partei einschließen lassen und diese von innen zersetzen oder Datensätze abgreifen - oder beides. Das ist gerade rausgekommen - zwei Wochen vor der Wahl.

Man wird sehen, was die ungarischen Wähler davon halten.
Denn das ist eben der Zauber der Demokratie, dass da der Regime Change immer eine Möglichkeit ist.
Und zwar ganz simpel. Einfach nur chchchchchchchchangen, in dem sich Menschen an einem ganz bestimmten Tag zusammen finden, jeder für sich überlegt, dann einen gefalteten Zettel in ein Kuvert steckt und dieses Kuvert in eine Urne fallen lässt.
Und im besten Fall vorher auf diesem gefalteten Zettel etwas ankreuzt.
Es ist friedlich, es ist zivilisiert, es läuft nach Regeln ab, an die sich alle halten. Das ist Regime Change, wie er sein soll.

So geht das.  Dann muss man auch keine Gewalt anwenden. Da braucht man keine Bomben, keine Panzer, Drohnen oder sonst was. Da muss niemand aus dem Fenster fallen oder ins Gefängnis geworfen werden.

Da muss man nicht einmal Leute ans Kreuz schlagen, wie das eine Besatzungsmacht vor 2000 Jahren gemacht hat, mit einem Typen, einem Sozialrevolutionär, der da im antiken Judäa, Samaria und Galiläa einen Regime-Change haben wollte.

In diesem Sinne: Hoch die Demokratie und schschschschschöne Ostern!

*Kann man alle in meinem Soloprogramm „Ich bin das Volk“ bewundern.
Siehe auch unten: „groebner live“

**
Für alle Nicht-Wiener:
„Mach an Schuach“ ist nicht die Aufforderung sich beruflich im Schuhhandwerk zu versuchen (Sehr seltsames Wort übrigens „Schuh-Hand-Werk“ muss es nicht eigentlich Schuh-Fuss-Werk heißen? Oder Hand-Schuh-Werk?), sondern es ist die freundliche Bitte um Auto-Dislocation.
Vergleiche: „Lass a Gerschtl umme wachsn“ ist auch nicht die Aufforderung kreisförmig Gerste anzubauen, sondern Geld zu übergeben.
Siehe auch unten: „Wer diesen Newsletter unterstützen will…“

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groebner live:

Freitag 10.4. Erlangen, 
Fifty-Fifty
Samstag 11.4. Nabburg, 
Schmidt-Haus
Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, 
Salmen in Hartheim

Freitag 8.5. München, 
Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen oder hier.

Und meinen Vierteljahresrückblick 
„Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen: Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“? Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-

Über diesen Newsletter:

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.

Wer es dennoch materiell unterstützen will,
….hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709

Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64