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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Sonntag, 2. August 2026

STURM AUF CEUTA - ab Juli bis 2. August 2026

 

Ausreisewillige um den 31.07.2026 bei Fnideq, Marokko (KI)

Es begann nicht mit einem Knall. Es begann mit einem Urteil, das niemand im marokkanischen Fnideq gelesen hatte, aber jeder kannte.


8. Juli 2026. In Madrid diktierte der Tribunal Supremo eine Überschrift, die trocken klang: "Rechazo en frontera." Zurückweisung an der Grenze. Wer über den Doppelzaun klettert, kann sofort zurückgewiesen werden. Wer über den Wasserweg kommt, erhält ein ordentliches Verfahren. Juristen nannten es Klarstellung der Ley Orgánica 4/2000.


In den TikTok-Gruppen von Nador, Tétouan, Tanger wurde daraus ein anderer Satz. Drei Sekunden, weiße Schrift auf schwarzem Grund, marokkanische und spanische Flagge als Emoji, dazu ein Sound, der schon 2024 bei "Quedamos el 15-9" benutzt worden war:

"El Supremo dice no devolución si entras nadando. Ceuta abierta." 

  

"Der Oberste Gerichtshof sagt, keine Abweisung, wenn du schwimmend reinkommst. Ceuta ist offen."


Niemand hatte das Urteil geprüft. Aber jeder teilte es. Und die Algorithmen liebten es. Amine, der seit Monaten in einem Lager hinter dem Lidl in Ceuta lebte und jeden Tag die geschlossenen Rollläden der Calle Real vor Augen hatte - Läden, die nicht mehr für ihn aufmachten, Toiletten mit Codes, "solo clientes" - schickte das Video an seinen Cousin Youssef in Fnideq. Youssef schickte es weiter.


Ab dem 20. Juli kamen die ersten 300 am Tag. Nicht rennend. Schwimmend. Um die Mole von El Tarajal herum, bei ruhiger See. Die Guardia Civil zog sie raus, brachte sie zur Roten Kreuz Station. Kein "heißer Pushback" mehr. Sie bekamen eine Nummer, eine Decke. Das Video davon ging wieder zurück nach Fnideq. Beweis, dass es stimmte.


30. Juli, 14:00 Uhr. Fnideq kippte. Was vorher ein Tröpfeln war, wurde ein Markt. Verkäufer verkauften Schwimmflügel, leere Kanister, Neopren-Socken für die Felsen von Benzú. Familien aus Tanger kamen nicht zum Fliehen, sondern weil sie glaubten, was ein Beamter später im El País wiedergeben sollte: "Wir kommen aus Tanger. Wir haben Reisepass, aber kein Visum. Wir glauben, morgen wird die Grenze aufgemacht." Die Hoffnung war religiös geworden.


Auf der marokkanischen Seite passierte das Seltsame, das später in allen Berichten stehen wird.


Mitternacht, Donnerstag auf Freitag, 31. Juli. Ein El País-Reporter beschreibt es so: Eine, zwei, drei Ketten von Gendarmen mit Anti-Riot-Ausrüstung, Forces Auxiliaires, Grenzpolizei, Dutzende Polizeiwagen, Panzerwagen, ein Wasserwerfer. Perfekt aufgestellt, um die Stadt Ceuta abzuriegeln. Und während sie da standen, liefen nur wenige Meter entfernt, am Strand, im hüfthohen Wasser bei Flut, zehntausende Schatten vorbei.


"Sin que nadie interrumpiera su cortejo." Ohne dass jemand ihren Zug unterbrach.


Ein Suboffizier der Forces Auxiliaires sagte: "Wir warten auf Verstärkung, um die Flut zu stoppen." Ein anderer, Isaías, Beamter aus dem Viertel Cerámica direkt am Tarajal, schickte Frauen und Kinder zurück ins Dorf und sagte den Satz, der später um die Welt ging: 


"Por aquí arriba no va a poder pasar nadie sin papeles. Los que van allí abajo por la playa van a seguir pasando. Eso es un problema que tiene España. Son cosas de la diplomacia."
"Hier oben wird niemand ohne Papiere durchkommen. Die da unten, die am Strand entlanggehen, werden weiter durchgehen. Das ist ein Problem, das Spanien hat. Das sind Dinge der Diplomatie."


Es war wohl kein offizieller Aufruf im Internet. Aber es war die zigfach geteilte Naivität, mehr erwarten zu können, und die Passivität der spanischen Polizei, die wie ein Aufruf wirkte. 2021 war es genauso gewesen. Damals hatte die EU-Kommission von "inakzeptablen Bildern" gesprochen.


Youssef war Teil des Zuges der 60.000, die um 1:17 Uhr nach Ceuta schwammen, wateten, sich von Fels zu Fels hangelten. Er trug keine Schwimmweste, nur einen schwarzen Müllsack mit seinen Papieren, fest um den Bauch gewickelt. Neben ihm ein Junge aus Guinea, 16, der nicht schwimmen konnte und sich an einem leeren Ölkanister festhielt. Vor ihm eine Frau, die ihren zweijährigen Sohn auf den Schultern trug. Keiner schrie. Man hörte nur das Plätschern und das ferne Rufen der Gendarmen, die auf den Hügeln Steinewerfer mit Tränengas beschossen, aber den Strand ignorierten.


Um 3:00 Uhr erreichte Youssef den spanischen Wellenbrecher. Spanische Polizisten standen da, überfordert, filmten nur noch. Er war in Ceuta. 30.000 waren es in den ersten 24 Stunden, sagte später die marokkanische TV-Station. 60.000 insgesamt, sagte Stadtpräsident Juan Jesús Vivas - fast so viele, wie die Stadt Einwohner hat, nur etwa 30.000 mehr leben dort.


Youssef fand das wieder, was er kannte: Ceuta war voll, aber geschlossen. Die Calle Real - Rollläden unten. Kein Laden machte auf. Das McDonald's vergab keinen WC-Code mehr. In der Notunterkunft für unbegleitete Minderjährige schliefen 400 Kinder auf Matratzen für 80. Fouad traf er nicht mehr. Fouad war einer derer, die im Nebel ertrunken waren. Mindestens 34, später waren es 50, sagten die Behörden.


Um 16:00 Uhr am 31. Juli kam die Wende. Marokko setzte Wasserwerfer ein, Spanien verlegte Einheiten des Heeres aus der Kaserne in Ceuta an die Grenze, schloss die Grenze zu Melilla in Beni Enzar. Pedro Sánchez flog ein und sprach von "Verletzung der territorialen Integrität". Im Inneren des Landes aber sagten viele der Angekommenen den Satz, den Reuters am nächsten Tag zitierte:


"Ich weiß ehrlich nicht, warum ich hergekommen bin, ich bin wohl reingefallen, und jetzt gehe ich wieder zurück. Ich habe seit gestern Mittag nichts gegessen, obwohl ich Geld hatte."


Über 50.000 gingen ab diesem Freitag freiwillig zurück. Sie hatten verstanden, dass die Videos, Meldungen, Gerüchte, falsche Tatsachen vorspiegelten. Es gab keine Wohnungen, keine Papiere, keine offenen Läden. Keine Aufnahme. Keine offenen Grenzen. Nur eine Stadt, die buchstäblich keinen Platz mehr hatte, nicht einmal eine Toilette.


Youssef blieb auch nicht. Er ging am Abend mit dem Strom der Rückkehrer zurück über den Strand, wieder an den stillstehenden Polizeiketten vorbei. In seiner Tasche eine leere Wasserflasche.

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #108 - Heißer Scheiß

 
Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach Hintergrundfarbe daraus
© Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Heißer Scheiß

„Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, dann mach Limonade daraus!“, so geht ein häufig zitierter Spruch von Menschen, die nicht wissen, wie man Zitronenkuchen macht. Oder Limoncello. Oder Linguine à la Sophia Loren. Die serviert man nämlich mit einer Zitronen-Butter-Sauce, die köstlich ist. Aber jetzt gerade kann man das nicht essen. Denn es ist dafür: zu heiß.

Also wenn dir das Leben Hitze gibt, dann mach - was? - daraus?
Einen Wäschetrockner? Eine Spiegelei-Braterei, auf den still vor sich hinglühenden Autos?
Oder eine Eigen-Schweiß-Therapie?

Das dürfte ja noch erlaubt sein. Die Eigenbluttherapie dagegen - so hat es der Bundesverfassungsgerichtshof in Deutschland gerade festgestellt - bleibt Heilpraktikern, Wundtheoretikern, Reichsschamanen und anderen Akrobaten der Unwissenschaftlichkeit verboten. Denn das Hantieren mit dem roten Saft bleibt Ärzten vorbehalten.

Aber es gäbe ja auch noch andere Körpersäfte, die man zu unmedizinischen Menschenversuchen heranziehen könnte. Neben dem erwähnten Schweiß, gäbe es freilich noch die Eigenurintherapie (bereits sehr erfolgreich in der Geschichte der Schifffahrt von Schiffbrüchigen angewandt) oder die Eigentränentherapie. Kann jeder beim Zwiebel schneiden mal ausprobieren.
Wer aber auf das Blut aus therapeutischen Gründen nicht verzichten will, dem sei gesagt: Fremdblut-Therapie ist immer noch erlaubt!
Sogar Arten-übergreifend. Nennt sich „Blutwurst“ und ist bei diesem Wetter nicht zu empfehlen. Denn es ist dafür: zu heiß.

Was macht man also bei diesen Temperaturen?
„Gibt Dir das Leben eine Hitze-Welle/
Dann mach Dein Gemüt mit Witze helle!“
Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten jetzt den echt „heißen Scheiß“ zu machen.
(Ja, das war jetzt ein schlechter Wortwitz, aber keine Angst, es wird jetzt nicht der letzte sein.)

Wenn etwa der Pegelstand Deines örtlichen Lieblingsflusses (Rhein, Main, Donau, etc… egal) sich einem rekordverdächtigen 500jährigen Niedrigst-Stand nähert, dann auf keinen Fall über Klimapolitik nachdenken. Nein, lieber eine Flussdurchquerung auf Instagram posten.
Brauchte man für die noch vor Wochen sportliche Fähigkeiten (Schwimmen z.B.), Ausdauer und vielleicht sogar einen Neopren-Anzug, reicht jetzt eine kurze Hose und Badeschlapfen.
Und schon ist man am anderen Ufer angekommen. Und zwar so wie der Weißwein bei diesen Temperaturen wird: halbtrocken.

Was aber tun, wenn Du in Frankreich oder Spanien oder Portugal oder Korsika oder Griechenland oder sonst wo in Südeuropa bist (Tirol ist mit gemeint) und die Wälder brennen so sehr, dass der Campingplatz, auf dem Du urlaubst, geschlossen werden muss?
Einfach ins nächste Hotel und die Klimaanlage voll aufdrehen. Danach ins Pool. Anschließend ein Bier. Und dann holst Du mal die Kinder aus dem Auto, das Du vor dem Campingplatz in der Sonne abgestellt hast. Oder das, was von Ihnen noch übrig ist.
Aber schließlich liebst Du deinen Verbrenner schon mehr als Deinen Nachwuchs, sonst wärst Du ja schon vor Jahren auf ein anderes Verkehrsmittel umgestiegen.

Apropos Auto:
Wenn Du draufkommst, dass Dein Lieblingsfamilienmitglied (nein, nicht der Hund, sondern: Das Auto) bei diesen Temperaturen nicht mehr fahrbereit ist, weil die Reifen wegschmelzen oder das Wasser für die Kühlung nicht mehr ausreicht, und obendrein die Flammen immer näher kommen…
… dann spring einfach auf eins der fliehenden Wildtiere und entdecke Deinen Urlaubsort ganz neu. Mit einem Ritt auf einem vor dem Waldbrand Reiß-aus-nehmenden Wildschwein, Reh oder Wiesel wirst Du in Gegenden kommen, wo es Dein SUV niemals hingeschafft hätte, weil er bei der ersten brennenden Pinie schon hängen geblieben wäre.

Gemeinsam mit der rennenden Fauna durch die brennende Flora kannst Du dann noch darüber nachdenken, ob es jetzt nicht doch die beste Gelegenheit ist, in ein Weingut in der Gegend zu investieren. Asche soll ja ein ausgezeichneter Dünger sein. Klingt zynisch, faktisch ist es aber so: Bei Waldbränden sind Opportunisten im Vorteil, denn wer sein Fähnchen in den Wind hängt, weiß früher, wo es brennt.

Bist Du aber zuhause geblieben, ist eins wichtig: kein Wort über Klimapolitik.
Oder gar über die Mobilitätswende. Schon gar nicht in Deutschland. Oder Österreich. Oder sonstwo, wo alte Männer in brumm-brumm-tucker-tucker Karren die Meinungsmacher stellen.

Denn auch wenn niemand - egal ob nationaler oder religiöser Faschist - es schaffen könnte, mit einem Lastenfahrrad einen Terroranschlag zu verüben, darf das Automobil als Verkehrsmittel angezweifelt werden! Niemals!
Denn es ist als Projektionsfläche, wie auch als Projektil ein echtes Dual-Use-Produkt.

Nein, lieber die Hitzewelle dazu nutzen in den sozialen Medien herumzuhängen, Verschwörungstheorien mit Siegheilpraktikern teilen und schnell noch Freundschaft mit Dänen, Schweden und Norwegern schließen. Denn dort ist es vielleicht nicht: so heiß.

Aber es gibt Hoffnung: Island denkt gerade darüber nach, ob es der EU beitreten soll.
Sollte das nicht klappen, wird wohl die EU Island beitreten. In der Erwartung, dass dann in ganz Europa die Durchschnittstemperaturen runter gehen. Ja, Statistik ist einfach was schönes.
Und wir haben dann alle im Sommer ein Ausweichquartier im hohen Norden. Und zwar solange… bis dort wieder ein Vulkan ausbricht.

Und wenn Dir das Leben einen Vulkanausbruch gibt, dann…
… mach ein Pompeji daraus.

Oder so. Ich weiß ja auch nicht.
Denn mir ist einfach: zu heiß.


——

groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich letztes Mal schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal, für alle, die sie überlesen haben:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem
Österreichischen Kabarettpreis 2026 ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

Das vorherige Programm (das auch sehr gut ist. Finde ich zumindest. Und ich bin da sehr objektiv mit mir) „ÜberHaltung“ kann man demnächst im ORF Sommerkabarett sehen. Und zwar am 25. August.
Dann, wann es hoffentlich nicht mehr so heiß ist.
 
groebner gehört:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“?

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was auf das Bargeld eigentlich drauf sollte.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Freitag, 31. Juli 2026

Demokratie unter Druck: Finden unsere Bürger noch einen neuen Weg neben der AfD?

Rechtsradikale Unterstützer der AfD (KI)
Deutschland scheint tiefer gespalten denn je. Warum? Weil laut AfD die Altparteien seit Jahren versagen. Migration, Energiepreise, Inflation – nichts würde gelöst. Die Menschen hätten genug.

Kritik an Regierungen gehört zur Demokratie. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass demokratische Institutionen insgesamt versagt haben sollen. Parlamente, Gerichte und freie Medien sind keine Gegner der Bürger, es sind Einrichtungen von Bürgern für die Bürger. Doch genau diese Institutionen schützen nur sich selbst, meint die AfD. Das ganze System blockiere Veränderungen, um sich zu erhalten.

Das ist ein typisches Spannungsfeld. Demokratie arbeitet mit Gewaltenteilung und Kompromissen. Das wirkt langsam, verhindert aber Machtkonzentration. Langsame Verfahren sind nicht zwangsläufig Ausdruck von Versagen. 

Brauchen wir wirklich jemanden, der aufräumt (so die AfD mit verklebtem Blick auf die NSDAP-Strukturen)? Genau das nicht. Der Tod der Demokratie mit Blutwellen zur Ergötzung und zum Austoben der Massen? Millionen von Menschen aus dem Land schaffen, oder gar aus der Welt? Alles Schwachsinn! Wir müssen gezielt zurückführen, wo es erforderlich ist und auch neu diskutieren, ob Ausweisen aus Deutschland nach Verbüßen der üblichen Haft bei Mord, Totschlag, Schwerstkriminalität, Beschädigung der Demokratie in Form von kriminellen Taten, die sich in der Nähe von brutalen Serienmorden, Dauerkriminalität, Amoklauf usw. bewegen, nicht obligatorisch werden muss.  

Natürlich wünschen sich alle Menschen in Krisenzeiten entschlossenes Handeln. Logischerweise, keiner will Opfer einer Krise sein, sondern Bewältiger der Krise! Die politische Psychologie zeigt klar, dass der Wunsch nach einer starken Führung in Phasen von Unsicherheit zunimmt. Entscheidend ist nur, dass auch entschlossenes Handeln rechtsstaatlich gebunden bleibt. Und nicht das "Zepter" aus der Hand reißen und lauthals brüllend auf die Straße rennen, um gleich noch ein paar Hunderttausend oder Millionen Menschen anzustecken durch eine angebliche Machtübernahme. Oder im Plenarsaal das Podium stürmen, die Etablierten wegstoßen und die Macht ausrufen ...

Politik, Wissenschaft, Staatsmodelle, Theorien leben von Überprüfung und Korrektur, nicht von Unfehlbarkeit. Einzelne Fehler oder Fehleinschätzungen rechtfertigen nicht, wissenschaftliche Erkenntnisse insgesamt zu verwerfen. Oder ideologisches Kapital zu schlagen für eine bereits von vorneherein falsche Regierungsannahme, aus den Sünden und Fehlern der anderen ließe sich ein autoritärer Machtapparat aus Rot-Braun-Russisch konstruieren. Solche Pauschalisierungen helfen nicht. Ebenso wenig hilft es, alle politischen Gegner als Verräter oder Feinde des Volkes zu bezeichnen. Demokratie lebt davon, den politischen Gegner als legitimen Mitgestalter anzuerkennen. Warum geht das nicht bei der AfD?

Weil die AfD nicht als Mitgestalter der westlichen Demokratie zählen kann, sie stellt vielmehr demokratische Institutionen als grundsätzlich illegitim da, sperrt sich gegen unabhängige Gerichte, erklärt freie Medien als illegitim und erklärt politische Gegner zu Feinden statt sie nur als Konkurrenten zu betrachten. Bekannterweise hält die AfD Putins Russland noch wichtiger als Partner als funktionierende Demokratien, und natürlich bevorzugt sie die rechtsextremen Parteien als Regierungskandidaten anderer Staaten. 

Menschenwürde gilt unabhängig von Herkunft, Bürgerrechte knüpfen grundsätzlich an Staatsangehörigkeit an, nicht an Abstammung. Der Staat darf keine Bevölkerungsgruppen dauerhaft als weniger zugehörig behandeln. Hier gibt es Ausnahmen, und zwar die Extremisten unter den hier lebenden Ausländern oder unter denen, die bei uns Einlass begehren. Wir können und müssen hier stärker entscheiden, wen wir aufnehmen, und wen nicht. Wir tun dies zu wenig. Bessere Kontrollen, Befragungen, Tests, Biographieforschung, Ausweis- und Anmeldungsbestätigungen, Staatszeugnisse, Schulbesuche und Ausbildungen, Mitgliedschaften in Parteien des Herkunftslands oder grenzübergreifend bei unklaren Kandidaten müssen obligatorisch werden. Extremismus und Kriminalität bilden die größte Gefahr und spülen immer mehr Gewalttäter ins Land. Den Rest erledigen Extreme, die bereits hier etabliert sind und zu Straftaten aufwiegeln.

Problematisch wird es dort, wo zwischen „eigentlichen“ Deutschen und Menschen mit Migrationsgeschichte unterschieden wird. Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge argumentiert beispielsweise, dass bestimmte national-identitäre Konzepte der AfD eine Ausgrenzungslogik fördern könnten. Wir haben es bemerkt, die Deutschen ganz vorne, die Großzahl der Ausländer nicht anerkannt durch die AfD, Auswanderungsanordnungen und Zwangsaussiedlung werden diskutiert, im großen Stil, Massenabschiebungen bis zur undurchführbaren Forderung "alle Ausländer".

Ausgrenzender Nationalismus ist keine Lösung. Wer so denkt: „Nur wir vertreten das wahre Volk, alle anderen sind illegitim“ kann nicht Teil einer Demokratie sein. 

Demokratien scheitern selten allein an wirtschaftlichen Problemen. Gefährlich wird es, wenn Misstrauen, Polarisierung und die Abwertung politischer Gegner so stark werden, dass der demokratische Wettbewerb selbst seine Legitimität verliert. Ebenso können dauerhafte Ignoranz gegenüber gesellschaftlichen Problemen und das Ausbleiben wirksamer Lösungen das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben. Die Stabilität einer Demokratie hängt daher sowohl von ihrer Problemlösungsfähigkeit als auch von der Bereitschaft aller politischen Akteure ab, rechtsstaatliche Regeln und die Legitimität Andersdenkender zu respektieren. Regelverletzer, Aufwiegler müssen ausgegrenzt werden.

Samstag, 25. Juli 2026

Neue Gebläsehalle Neunkirchen (Saar): Gysi gegen Guttenberg

 Live-Podcast

Gysi gegen Guttenberg

Live 2026

 

Dienstag, 29. September 2026

20 Uhr

Neue Gebläsehalle Neunkirchen

 

Gysi gegen Guttenberg live in der Neuen Gebläsehalle

 

Am Dienstag, dem 29. September, um 20 Uhr sind Gregor Gysi und Karl-Theodor zu Guttenberg mit ihrem Erfolgs-Podcast live zu Gast in der Neuen Gebläsehalle in Neunkirchen.

 

Gregor Gysi und Karl-Theodor zu Guttenberg sind zwei der populärsten und streitbarsten (Ex-)Politiker der letzten 30 Jahre. Im Juni 2023 startete ihr Podcast „Gysi gegen Guttenberg“, eine Kooperation der Open Minds Media GmbH mit Podstars by OMR. Jeden Mittwoch diskutiert und scherzt das Duo über private, gesellschaftliche oder politische Themen. Offen, wertschätzend und ehrlich gehen sie immer wieder über ideologische Grenzen hinweg und zeigen, wie Dialog heute auch funktionieren kann – selbst wenn man hin und wieder unterschiedlicher Meinung ist. Das Buch „Gysi gegen Guttenberg“ (Herder Verlag) mit den besten Gesprächen aus dem ersten Jahr stieg im September kurz nach Erscheinen gleich in die SPIEGEL Bestsellerliste ein. Pointiert, unterhaltsam, kritisch, doch zuletzt immer versöhnlich: Das macht sowohl die Folgen als auch die Tour des Podcasts „Gysi gegen Guttenberg“ aus.

 

Tickets sind ab 42,25 bei allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional, CTS Eventim und My Ticket, unter der Tickethotline 0651-9790777 sowie online unter www.nk-kultur.de erhältlich.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Pfalzgeschichte: Richard Löwenherz, mächtiger Kreuzritter und Feldherr, Gefangener von Kaiser Heinrich VI. auf Burg Trifels

Richard I., "Löwenherz"


I. Der Löwe des Westens

Richard I., genannt Löwenherz, wurde 1157 als Sohn Heinrichs II. von England und der mächtigen Eleonore von Aquitanien geboren. Schon als junger Mann galt er als der beste Feldherr seiner Zeit – groß gewachsen, kampferprobt, unerschrocken. 1189 wurde er König von England, doch schon ein Jahr später zog es ihn fort von seinem Thron: Der Dritte Kreuzzug rief ihn ins Heilige Land.

Gemeinsam mit dem französischen König Philipp II. und – bis zu dessen Tod im Fluss Saleph in Kleinasien – mit Kaiser Friedrich Barbarossa sollte er Jerusalem aus der Hand Saladins zurückerobern. Richard eroberte Zypern, nahm die Festung Akkon ein und schlug Saladins Truppen bei Arsuf. Jerusalem selbst blieb ihm verwehrt, doch er erreichte einen Waffenstillstand, der Pilgern den Zugang zur Heiligen Stadt sicherte. Als Kriegsherr war er gefürchtet, als Verhandlungspartner respektiert – aber er hatte sich auf dem Weg dorthin auch mächtige Feinde gemacht.


II. Der Sturz eines Königs

Der Rückweg nach England im Herbst 1192 wurde ihm zum Verhängnis. Ein Sturm zwang sein Schiff zu einem Umweg über die Adria, und Richard musste sich, verkleidet als einfacher Pilger, durch feindliches Gebiet schlagen. Ausgerechnet in der Nähe von Wien wurde er erkannt – man erzählt, ein Ring an seiner Hand oder sein herrisches Auftreten hätten ihn verraten.

Der Mann, der ihn festnehmen ließ, war Herzog Leopold V. von Österreich. Richard hatte ihn während der Belagerung von Akkon schwer beleidigt: Er hatte Leopolds Banner von den eroberten Mauern reißen und in den Schmutz werfen lassen – eine unverzeihliche Demütigung für einen Fürsten. Nun, auf eigenem Boden, nahm Leopold Rache. Am 21. Dezember 1192 wurde Richard auf der Burg Dürnstein an der Donau gefangen gesetzt.

Doch Leopold allein wagte nicht, den mächtigsten Kreuzritter Europas dauerhaft festzuhalten – zu groß war das Risiko eines Kriegs mit England und dem Papst. So übergab er seinen Gefangenen im März 1193 an einen noch mächtigeren Herrn: Kaiser Heinrich VI., den Sohn Barbarossas und Herrscher über das Heilige Römische Reich.

III. In den Mauern des Trifels

Heinrich VI. hatte eigene Rechnungen mit Richard offen – politische Rivalitäten in Sizilien und im Reich. Ein englischer König in kaiserlicher Gewalt war ein Faustpfand von unschätzbarem Wert. Richard wurde durch mehrere Burgen des Reiches geschleust, unter anderem soll er zeitweise auf der Reichsfeste Trifels in der Pfalz gefangen gehalten worden sein – jener stolzen Burg hoch über dem Rebland, in der einst die Reichskleinodien verwahrt wurden.

Man male sich das Leben dort aus: kalte Steinmauern, der Blick durch schmale Fensterschlitze auf die Wälder der Pfalz, Wachen, die jeden seiner Schritte beobachteten. Doch Richard war kein gewöhnlicher Gefangener. Als gekrönter König wurde er standesgemäß behandelt – man hielt ihn nicht im Verlies, sondern in Kammern, die seinem Rang entsprachen. Er durfte Briefe schreiben, Besucher empfangen, sogar musizieren und dichten. Zur Untätigkeit verdammt, verfasste er in dieser Zeit ein Klagelied in altfranzösischer Sprache, in dem er seine Einsamkeit und die Treulosigkeit seiner Vasallen beklagte – dieses Lied ist tatsächlich überliefert.

Heinrich VI. stellte harte Forderungen: eine ungeheure Lösegeldsumme von 150.000 Mark Silber – ein Mehrfaches des jährlichen Staatseinkommens Englands – sowie politische Zugeständnisse. In England begann Eleonore von Aquitanien, Richards Mutter, verzweifelt Silber zusammenzutragen: Kirchenschätze wurden eingeschmolzen, Steuern erhoben, das ganze Land blutete für die Freiheit seines Königs.


IV. Die Legende von Blondel*

Hier beginnt jene Geschichte, die Dichter und Troubadoure Jahrhunderte später so sehr liebten: Man erzählt, sein treuer Spielmann Blondel de Nesle habe sich aufgemacht, um seinen verschollenen König zu finden. Burg für Burg soll er durchzogen sein und unter den Mauern ein Lied gesungen haben, das nur er und Richard kannten – eine gemeinsame Komposition aus glücklicheren Tagen. An einer Burg, so will es die Legende, habe eine Stimme von oben die zweite Strophe fortgesetzt. So habe Blondel endlich erfahren, wo sein König gefangen saß, und die Nachricht nach England getragen.

Es ist eine wunderschöne Geschichte von Treue und Musik – doch sie taucht in keiner zeitgenössischen Quelle auf. Erst rund hundert Jahre später erzählte ein französischer Chronist sie erstmals, und im 19. Jahrhundert machten Romantiker und Opernkomponisten sie endgültig populär. Einen Blondel, der Richard tatsächlich aus dem Kerker herausholte, kannte die Geschichte nie – seine wahre Rettung war nüchterner und dauerte viel länger.


V. Die wahre Befreiung – nicht Flucht, sondern Lösegeld

Es gab keinen kühnen Ausbruch, keine Nachtflucht über die Zugbrücke, keinen Kampf mit den Wachen. Richards Freiheit wurde erkauft, Silbermark für Silbermark. Über ein Jahr zog sich das zähe diplomatische Ringen hin, bis im Februar 1194 in Speyer und Mainz die letzten Bedingungen erfüllt waren. Am 4. Februar 1194 wurde Richard offiziell aus kaiserlicher Haft entlassen.

Sein Weg nach Hause führte über den Rhein, durch Köln – wo ihn die Bürger als Helden feierten – weiter nach Antwerpen, wo er sich einschiffte. Nach über einem Jahr in Gefangenschaft landete er im März 1194 endlich wieder auf englischem Boden, in Sandwich. Man empfing ihn mit Glockengeläut und Jubel; sein untreuer Bruder Johann, der die Abwesenheit des Königs für eigene Machtspiele genutzt hatte, musste sich nun fügen.


VI. Ein kurzer Frieden

Richard blieb nicht lange in England. Ihn zog es zurück auf den Kontinent, um seine Besitzungen in Frankreich zu verteidigen. Dort, bei der Belagerung einer kleinen Burg namens Châlus-Chabrol, traf ihn 1199 ein Armbrustbolzen an der Schulter. Die Wunde entzündete sich, und der Löwe, der Kerker und Schlachten überlebt hatte, starb wenige Tage später – nicht als Gefangener, sondern als freier König, mitten im Kampf, wie er gelebt hatte.





* Historische Einordnung: Die Gefangennahme, die Übergabe an Heinrich VI., ein Aufenthalt in Reichsburgen wie dem Trifels sowie die Lösegeldzahlung von 150.000 Mark Silber sind historisch belegt. Die Blondel-Episode ist eine spätere literarische Legende ohne zeitgenössischen Beleg.*

Donnerstag, 16. Juli 2026

Die Auffälligkeit mancher Ausländer und ihre brutalen Ausraster

In Stade neu erlebt, ein sich ungerecht behandelter Vater möchte seine vor kurzem geborene Tochter besuchen und wird von der Mutter abgelehnt, die mit dem Kind geschützt in einer Mutter-Kind-Einrichtung lebt. Nachdem ihm der Besuch verwehrt wird, geht er zum Auto zurück, das von der Patentante des Kindes, selbst eine Familienberaterin, gesteuert wird, sie hat ihn hingebracht, holt eine scharfe Waffe und Munition, kehrt zurück und erschießt vier Frauen und zwei Männer, die entweder in der Einrichtung oder beim Jugendamt Hannover beschäftigt sind. Er wollte fliehen, wurde jedoch gestellt und ebenso wie seine Fahrerin verhaftet. Wer die Meldungen verfolgte, fand heraus, dass der türkisch stämmige Täter sogar schon wegen Missbrauch vor Gericht stand. Er hat sich die letzten Tage durch Suizid selbst gerichtet. 

Ein extremer Fall, zu dem sich noch weitere in Deutschland vorgefallene Morde rechnen lassen, die von Ausländern verübt wurden. 

Dennoch kann man nicht auf eine Dominanz von ausländischen Straftätern verweisen, weil sie nur einen Teil der Täterschaft ausmachen. Muss man die Täter deswegen nach Haft weiterhin in Deutschland leben lassen oder wäre eine Ausweisung nicht sinnvoller? Fakt ist, dass sich die Zahl der Taten eben in vielen Deliktgruppen durch Ausländer deutlich erhöht hat. 

Weist man sie aus, verliert man nur potentielle Gewalttäter und eventuell auch Arbeitskräfte, kann sie aber durch ausländische Interessenten ersetzen, die vor Aufnahme einem Test unterworfen werden, der Tendenzen bis hin zu massiver Deutlichkeit schon vor einer Zusage klar legen kann. Zeigt der Test eine Gewaltneigung, muss abgelehnt und der Aufenthalt verweigert werden.



------>    Gewaltbereiche mit überproportionalen Anteilen nichtdeutscher Tatverdächtiger
   

Montag, 13. Juli 2026

Ostdeutschland 2036: Ein Neustart – nicht zurück in die Vergangenheit, sondern nach vorn


Ostdeutschland braucht jetzt keinen neuen starken Mann oder gar Führer, keine politische Machtergreifung und keine Feindbilder als Ersatz für Zukunftspolitik. Kein Durchgreifen mit Verbiegungen, Blockaden oder falschen Zielen und Entscheidungen. Es braucht keine Straßenschlachten und Ausländerhetzen. Es braucht etwas viel Schwierigeres:

Eine zweite demokratische Aufbauleistung

Die erste Einheit brachte Straßen, Investitionen und neue Chancen – aber sie brachte auch Brüche, Enttäuschungen und das Gefühl vieler Menschen, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wurde. Diese Wunden darf man nicht ignorieren. Aber wer aus Enttäuschung eine Politik der Ausgrenzung, der Migrantenverfolgung und der permanenten Wut macht, löst kein einziges Problem. Er verkauft Zorn als Zukunft.

Ostdeutschland braucht keinen politischen Brandbeschleuniger. Es braucht einen Neustart der demokratischen Parteien mit neuen Gesichtern, neuen Ideen und einem klaren Versprechen:

In zehn Jahren soll niemand mehr sagen können: „Der Osten wurde vergessen.“ Es soll auch niemand triumphieren: "Wir von der AfD haben uns die Macht zurückerobert! Wir haben aufgeräumt, kein Ausländer mehr und haben überall Militär und Milizen im Land." Wir wollen weder völkische, wirtschaftliche noch politische Rückentwicklungen.

Wie geht das? Dafür brauchen wir Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und anderen demokratischen Kräften, die nicht nach Berlin schauen und fragen: „Was können wir gegen sie tun?“, sondern die selbstbewusst sagen:

„Wir können Ostdeutschland neu gestalten.“


Das Programm für eine neue ostdeutsche Erfolgsgeschichte

1. Der Osten wird Europas Industrie-Labor

Nicht Nostalgie nach alten Kombinaten, sondern moderne Industrie:

  • Sachsen:

    • Mikroelektronik,
    • Halbleiter,
    • Maschinenbau.

    Thüringen:

    • Optik,
    • Medizintechnik.

    Sachsen-Anhalt:

    • Chemie,
    • erneuerbare Energien.

    Brandenburg:

    • Energie,
    • Raumfahrt,
    • Berlin-Verflechtung.


Ziel:
500.000 neue oder modernisierte Industriearbeitsplätze bis 2036.

Nicht durch Staatsbefehle, sondern durch Investitionen, Forschung und einen starken Mittelstand. Weg frei für Industrieansiedlung, Arbeitsplätze und Einkommen, auch für ausländische Angestellte!    


2. Rückkehrprogramm für die verlorene Generation

Millionen Ostdeutsche sind gegangen, weil sie anderswo Chancen suchten.

Die Antwort lautet nicht:
„Bleibt gefälligst hier.“

Die Antwort lautet:
„Wir schaffen Gründe zurückzukommen.“

Mit:

  • günstigen Gründerkrediten,

  • steuerlichen Anreizen für Rückkehrer,

  • modernen Wohnungen,

  • internationalen Schulen,

  • schnellen Behörden.

Der größte Schatz des Ostens sind nicht seine Fördermittel – es sind seine Menschen.


3. Der Staat wird wieder sichtbar funktionieren

Demokratie verliert nicht an Vertrauen, weil Menschen zu wenig Wahlplakate sehen. Sie verliert Vertrauen, wenn:

  • der Bus nicht fährt, die Bahn steht,

  • der Laden/Markt im Dorf schon lange zu hat,

  • die Schule bröckelt, Lehrer fehlen,

  • der Arzt schon gegangen ist, das regionale Krankenhaus unterbesetzt,

  • der Antrag Monate dauert, Berge von Dokumenten bewegt werden.

Deshalb:

  • digitale Verwaltung innerhalb von zehn Jahren,

  • schnellere Genehmigungen,

  • bessere kommunale Finanzen,

  • moderne Infrastruktur.

Der beste Schutz gegen Extremismus ist ein Staat, der funktioniert.


4. Bildungsoffensive statt Kulturkampf

Keine Generation darf mehr glauben, sie hätte weniger Chancen wegen ihrer Herkunft oder ihres Wohnortes.

Investitionen:

  • modernisierte Schulen,

  • bessere Berufsausbildung,

  • technische Hochschulen,

  • KI- und Digitalzentren,

  • mehr Lehrer und Fachkräfte.

Die Antwort auf Zukunftsangst ist nicht der Blick zurück, sondern bessere Bildung. Und Mut! Mut etwas anzufangen, das gebraucht wird, weiterhilft, die Leute anspricht. Handwerk, Dienstleistung, das Lädchen, ein Café, Lokal, Restaurant, Straßenattraktionen?


5. Der ländliche Raum wird nicht aufgegeben

Viele Menschen wählen Protest, weil sie erleben:

„Alles passiert in den Großstädten.“

Deshalb:

  • medizinische Versorgungszentren,

  • schnelles Internet überall,

  • moderne Bahnverbindungen,

  • Förderung regionaler Unternehmen,

  • neue Arbeitsplätze außerhalb der Metropolen.

Eine Demokratie muss auch dort funktionieren, wo kein Minister vorbeikommt.


6. Sicherheit ohne Feindbilder

Ein starker Staat schützt seine Bürger:

  • gegen Kriminalität,

  • gegen Extremismus,

  • gegen Hass und Gewalt.

Aber Sicherheit entsteht nicht durch die Suche nach Sündenböcken.

Migranten zu verfolgen schafft keine Wohnungen, keine Lehrer, keine Arbeitsplätze und keine besseren Renten!

Wer Probleme lösen will, muss Probleme bearbeiten – nicht Menschen markieren.


7. Ostdeutschland wird zum Energie- und Technologiestandort

Der Osten hat große Chancen:

  • erneuerbare Energien,

  • Wasserstoff,

  • Speichertechnologien,

  • moderne Netze.

Nicht:
„Wir steigen aus allem aus.“

Sondern:
„Wir bauen die nächste Generation der Energieversorgung.“


8. Neue politische Gesichter

Ostdeutschland braucht Politikerinnen und Politiker, die nicht nur verwalten, sondern begeistern.

Menschen, die sagen:

„Wir kennen die Brüche der Vergangenheit. Aber wir bauen keine Mauern aus Angst, sondern Brücken aus Zukunft.“

Eine neue Generation demokratischer Spitzenkandidaten könnte zeigen:

Der Osten ist kein Problemfall.
Der Osten ist ein Zukunftsprojekt.


Die Entscheidung

Ostdeutschland steht nicht vor der Wahl zwischen „weiter wie bisher“ und „radikalem Umbruch“.

Es steht vor einer viel wichtigeren Entscheidung:

Wollen wir eine Demokratie, die Probleme löst – oder eine Politik, die Probleme produziert, um zu existieren?

Die Geschichte zeigt:
Wo Demokratien ihre Bürger ernst nehmen, können sie Krisen überwinden.

Wo Gesellschaften anfangen, Minderheiten zu Sündenböcken zu machen und Macht über Angst zu organisieren, beginnt nicht die Erneuerung – sondern der Abstieg.

Der Osten braucht keinen neuen Versuch mit alten autoritären Rezepten.

Er braucht den Mut zu einem neuen demokratischen Aufbruch.

Ostdeutschland 2036: selbstbewusst, wirtschaftlich stark, offen und demokratisch – ohne Hass und Wut als Geschäftsmodell.


Freitag, 10. Juli 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #108: No Witz in the Hitz

Vor lauter Freud’, wechsel I die Farb’ ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



















 

No Witz in the Hitz


Jetzt muss ich den Neuen Glossenhauer schon wieder mit einer Entschuldigung anfangen.
Die Pause war jetzt echt schon zu lang. Viel zu lang. Es war quasi eine Sommerpause vor dem Sommer. Andererseits war da auch dieser Sommer vor dem Sommer mit Temperaturen um die 40 Grad.

Und während dessen bin ich draufgekommen, warum die Spanier immer so dunkle Wohnungen haben.
Und warum die Leute in Süditalien von 12h bis 17h gar nichts tun.
Oder wie schnell Wäsche trocknen geht.
Oder welche Emotion hinter der Bezeichnung „die gelbe Sau“ für unser aller Lieblingsfixstern steckt.
Oder dass ich nicht in meinem Kühlschrank schlafen kann.

Und was ich noch draufgekommen bin: Ich mag das nicht.
Und ich kann auch bei solchen Temperaturen nur sehr schlecht schreiben. Und lustig sein.
„Humor“ kommt bekanntlich von dem französischen Wort für Körperflüssigkeiten und wenn man soviel schwitzt, also bereits soviel Flüssigkeit abgibt, bleibt für den Spaß, den Witz, den Schmäh nichts mehr übrig.

Dabei ist gerade soviel Spaß in der Welt.
Donald „the Joker“ Trump hat etwa kürzlich zum gezählten 40. Mal erklärt, dass er (ich weiß nicht, ob die USA oder nicht doch er ganz alleine) den Krieg gegen den Iran gewonnen hätte.
Zum 40. Mal innerhalb eines Jahres, das gerade mal im Juli angekommen ist.
Dann sagt er, der Iran möchte dringend ein Abkommen. Und damit der Iran das auch weiß, wird er von den USA bombardiert.
Das ist ja die alte diplomatische Regel, wenn jemand nicht verhandeln will, hau ihm eine auf den Schädel.
Lernt man auf der Neandertaler-Akademie.
Und dass Trump die besucht hat, steht außer Zweifel.
Denn: Welche andere hätte er sonst besucht haben sollen?

Die Fussball-Akademie sicher nicht, da er sonst wüsste, was eine rote Karte bedeutet.
Aber mit seinem Unwissen ist er nicht allein.
Der FIFA-Präsident Intriganto… nein… Infamino…auch nicht… Infantino - so heißt die Glatze zum Spesenkonto - der weiß ja auch nichts.
Gar nichts. Egal was man ihn fragt (Geldflüsse, Telefongespräche, Auswahlverfahren, o.ä.), der hat keinen blassen Schimmer.

Aber da schweige ich auch lieber, schließlich kenn ich mich beim Fußball so gut aus, wie eine Ente beim Klavierspielen.
Hab da selbst nur rudimentäres Wissen. Ich weiß nur, dass es um Geld geht.
(Apropos Geld: Diesen Newsletter kann man auch sehr gut unterstützen, Infos unten)
Aber nicht sehr viel Geld.
Sondern sehr sehr sehr viel Geld. Vielleicht sogar sehr sehr sehr sehr sehr viel.
Währenddessen rennen ein paar Millionäre einem Ball hinterher und am Ende schreit einer: „Bist. Du. Deppert.“
Aber nur in Österreich.
In Deutschland ist das anders, da sind am Schluss alle sauer, bis es plötzlich „Klopp!“ macht.
Und in der Schweiz… passiert gar nichts, denn: die spielen noch. Streber.
Die wissen auch nicht, wann Zeit ist zu gehen.

Dafür müssen sie jetzt gegen Argentinien antreten. Und das passt ja auch irgendwie.
Die einen haben nach 1945 die ganzen alten Nazis aufgenommen, die anderen das Gold von den alten Nazis.
Das nennt der Engländer: A perfect Match.
Und zwar während er gegen Norwegen spielt.

Das letzte große Match von diesen beiden wiederum ist ja keine 960 Jahre her.
1066 hatten die beiden Teams unter ihren Trainern Harald (dem Zweiten) und Harald (Hardråde) an der Stamford Bridge ja ihre letzte „Begegnung“. Gewonnen hat damals übrigens England.
Kurz darauf aber gegen Frankreich unter Guillaume (dem Eroberer) verloren.
Klingt wie eine Prognose, aber: Es ist ja nur ein Spiel.

Auch wenn viele dafür brennen. So richtig.
Also brennen wie Öl-Raffinerien in Russland. Oder Wohnhäuser in der Ukraine. Oder Wälder in Südwesteuropa. Oder der Nahe Osten.
Und all diese Brände hängen ja auf die eine oder andere Art mit der Erdölindustrie zusammen.
Jetzt weiß man auch, warum es „Petro-Dollar“ heißt, weil - neben der Zukunft - hier auch sehr viel Geld verbrannt wird.

Kein Witz.
Würde ich mich nicht trauen.
Dafür ist die Lage viel zu… heiß.

——

groebner live:
Wo ich aber dann doch witzig bin, ist mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“.
Und das sag nicht nur ich, sondern die Jury des
„Österreichischen Kabarettpreis’“ , weshalb die Leute auch so freundlich waren, mir diese Auszeichnung für das Jahr 2026 angedeihen zu lassen. Was mich sehr freut.
Aber ich freu mich natürlich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man
hier lesen.

groebner gesehen:
Das Bayerische Fernsehen hat sogar einen Bericht über mich in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“?

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum Nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man
echte Freunde finden kann, wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte oder was passiert, wenn die Mächtigen dieser Welt zu Satirikern werden.
All das erfährt man.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Donnerstag, 9. Juli 2026

Sind 10 Jahre Haft für die tödlich endende Körperverletzung bei Zugbegleiter Serkan genug?

Es ist das Kernproblem unseres Strafrechts: Wo hört die rohe Gewalt auf und wo fängt der Vernichtungswille an? Im Fall des in Landstuhl zu Tode geprügelten Zugbegleiters Serkan Ç. hat das Landgericht Zweibrücken die Grenze zugunsten des Täters gezogen. Zehn Jahre wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Das Urteil mag juristisch sauber begründet sein; menschlich und logisch führt es zu Entsetzen bei den Hinterbliebenen – und ist ein fatales Signal an die Öffentlichkeit.

Das Gericht argumentiert, ein Tötungsvorsatz sei nicht zweifelsfrei nachweisbar gewesen, da der Täter „nur“ die Fäuste einsetzte. Verkennt diese Sichtweise nicht die Dynamik brutaler Gewalt? Der Kopf ist keine Knautschzone. Wer mit massiver, gezielter Wucht wieder und wieder auf die Schläfen und das Gesicht eines am Boden liegenden oder wehrlosen Menschen einprügelt, der führt im juristischen Sinne vielleicht keine Schusswaffe – er funktioniert seine eigenen Hände aber zu einer lebensgefährlichen Waffe um.

In der Rechtswissenschaft gibt es den Begriff des bedingten Vorsatzes: Wer eine Handlung begeht, deren tödlichen Ausgang er als möglich erkennt und sich damit abfindet, handelt vorsätzlich. Es braucht kein geschriebenes Manifest des Täters, um Tötungsabsichten zu belegen. Die Brutalität der Tatausführung spricht oft eine klarere Sprache als jedes spätere, taktische Geständnis vor Gericht. Wer den Kopf als primäres Ziel wählt, nimmt den Tod nicht nur billigend in Kauf – er fordert ihn heraus, will ihn erreichen. Da geht es nicht um Knockout, sondern um Tod.

Wenn die Justiz bei derart exzessiver Gewaltanwendung im öffentlichen Raum regelmäßig auf den milderen Tatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge ausweicht, verliert das Recht seine Schutzfunktion für diejenigen, die täglich im Dienst für die Gesellschaft ihren Kopf hinhalten müssen. Ein Zugbegleiter, der für die Durchsetzung von Regeln mit dem Leben bezahlt, hat ein Anrecht darauf, dass die Justiz Gewalt nicht künstlich seziert, sondern sie in ihrer vollen, tödlichen Konsequenz bewertet. Zehn Jahre für ein ausgelöschtes Leben und eine traumatisierte Familie sind hier kein gerechter Ausgleich, vielmehr eine gestiegene Akzeptanz gegenüber der Realität stumpfer Gewalt. Vielleicht bestehen auch Befürchtungen, dass wütende Anhänger des Täters Ähnliches wiederholen, falls die Strafe zu hoch ausfällt. Wir haben dieses Problem vermehrt durch kulturelle und Bildungsunterschiede bereits in der Schule. Nicht alle Eingewanderten schätzen unsere Zivilisation.