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TEUFELSKINDER von Jules Amedée Barbey D'Aurevilly
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SV Verlag
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Sonntag, 29. März 2026
Samstag, 28. März 2026
Literarischer Verein der Pfalz e.V.: Veranstaltungshinweise bis 6. Mai 2026
01.04. 20 Uhr Poetry Slam Kamm ON in Kaiserslautern
Adresse: Kammgarn, Schreinerei, Schoenstraße 10, 67659 Kaiserslautern
Info: Lyrik, Comedy, Rap, Kurzgeschichte, Prosa und alles dazwischen. Einlass 19 Uhr.
Moderation: Phriedrich Chiller. Für Sprachtalente aus der Region sind 4 Plätze im Starterfeld reserviert. Wer auftreten möchte, kann sich hier anmelden:
https://www.chiller.art/anmeldung/ Eintritt 14 Euro.
10.04. 14 Uhr Buchtreff "Auf ein Buch" in Kaiserslautern
Adresse: Pfalzbibliothek, Bismarckstraße 17, 67655 Kaiserslautern
Info: Der Termin steht unter dem Motto "Ich lese gerade ..."
Eintritt frei. Parken im Hof möglich.
10.04. 18.30 Uhr Nancy Hünger liest in Landau
Adresse: Theaterstraße 11, 76829 Landau
Info: Die Lesung erfolgt in Kooperation mit Künstlerhaus Edenkoben. Eintritt 10 Euro.
11.04. 11 Uhr Präsentation der neuen PalatinArt in Kaiserslautern
Adresse: Pfalzbibliothek, Bismarckstraße 17, 67655 Kaiserslautern
Info: Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel "Architekturen". Spannende Unterhaltungen und
interessante Texte! Es lesen u.a. Renate Demuth u. Bettine Wagner-Friedewald.
Eintritt frei, parken im Hof möglich.
11.04. 19.30 Uhr Kulinarische Krimilesung mit Gina Greifenstein in Hauenstein
Adresse: Bürgerhaus, Burgstraße 6, 76846 Hauenstein
Info: Die Autorin präsentiert ihren Krimi „Fleeschknepp“. Unterhaltsame und humorvolle Lesung mit persönlichen Einblicken. Tickets und weitere Informationen gibt es online unter: https://hauenstein.de/kid-gg Alternativ kann eine Anmeldung zur Veranstaltung auch telefonisch (06392-9233340) erfolgen.
12.04. 16 Uhr Lesung mit Edith Brünnler in Mannheim
Adresse: Naturfreunde Mannheim, Zum Herrenried 18, 68169 Mannheim
Info: Thema „Ich glaab, ich steh im Wald“. Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen,
um 16 Uhr beginnt die Lesung.
14.04. 19 Uhr Pfälzer Abend in Neustadt Mußbach
Adresse: Weingut Klohr, An der Eselshaut 67, 67435 Neustadt-Mußbach
Info: Werner Jöhlinger aus Neustadt, Hans-Jürgen Schweizer aus Bad Dürkheim,
der Poet Andreas Kohm aus Edenkoben, Gerd Becht aus Edenkoben und Dr. Bernhard Rudy
aus Edesheim sowie der Liedermacher Uli Valnion aus Mutterstadt bieten ihre unterhaltsamen Texte und Musik dar. Eintritt 15 Euro. Ab 18 Uhr wird Speis und Trank angeboten. Reservierungen bitte unter 06321-66439 oder über info@weingut-klohr.de
15.04. 18 Uhr Vortrag: Goethe und die Goethegesellschaft im "Dritten Reich" in Karlsruhe
Adresse: PrinzMaxPalais, Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe
Info: Welche Rollen spielten Leben und Werk von Goethe sowie die Goethegesellschaft im "Dritten Reich"? Eintritt 6 Euro
16.04. 20 Uhr FrühjahrsausLese in Speyer
Adresse: Stadtbibliothek, Villa Ecarius, Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer
Info: Christine Stuck, Literaturwissenschaftlerin und Leiterin der Literaturgespräche in der Villa Ecarius hat den Buchmarkt durchforstet und stellt besondere Bücher, Neuerscheinungen und Entdeckungen vor. Eintritt € 5,00
17.04. 18 Uhr Schreibwerkstatt mit Martina Berscheid in Kaiserslautern
Adresse: WBZ, Raum 112, Kanalstraße 3, 67655 Kaiserslautern
Info: 1. Termin: 18-20.45 Uhr, 2. Termin: am 18.04. von 9 bis 12.45 Uhr. Schreibübungen, Gespräch, Lesung. Gebühr: 78 Euro. Anmeldung: https://www.vhskaiserslautern.de/kurssuche/kurs/Schreibwerkstatt-mit-Martina-Berscheid/BD2800
17.04. 19 Uhr Auftaktveranstaltung des Pälzer Prosa Preises in Bockenheim
Adresse: Weingut Jens Griebel, Weinstraße 52, 67278 Bockenheim
Info: Harald Schneider präsentiert seinen Krimi „Totgebabbelt“, der die Mundartwettbewerbe in der Pfalz zum Gegenstand hat. Außerdem wird an diesem Abend die Urkunde für das „Pfälzische Mundartgedicht 2026“ verliehen. Die Preisvergabe ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung und der pfälzisch-pennsylvanischen Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“.
Eintritt 10,00 €. Der Erlös kommt der Pfälzischen Mundart-Stiftung zugute.
18.04. vormittags Mundartwerkstatt im Rahmen des Pälzer Prosa Preises in Bockenheim
Adresse: Weingut Jens Griebel, Weinstraße 52, 67278 Bockenheim
Info: Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung möglich: info@bockenheim.de
18.04. 15 Uhr Wettbewerb um den Pälzer Prosa Preis 2026 in Bockenheim
Adresse: Weingut Jens Griebel, Weinstraße 52, 67278 Bockenheim
Info: Mundartautorinnen und -autoren präsentieren ihre Geschichten – das Publikum entscheidet als Jury, wer den Preis erhält. Musikalische Umrahmung von Horst Dehmel.
Eintritt und Stimmkarte 5 Euro. Im Rahmen der Veranstaltung lesen Teilnehmende der Mundart-Werkstatt ihre Texte.
18.04. 19.30 Uhr Comedy in der Festhalle in Bockenheim
Adresse: Gartenstraße 19a, 67278 Bockenheim
Info: Comedy-Show „Ein DUMMBABBLER kommt selten ALLEINE“ vom Theater
Boulevard Deidesheim. Tickets im Rathaus erhältlich, Tel. 06359 946410, info@bockenheim.de
18.04. 19 Uhr Poetry Slam in Karlsruhe
Adresse: PrinzMaxPalais, Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe
Info: Wer ist Karlsruhes größtes Nachwuchstalent? Eintritt frei.
19.04. 11 Uhr Mundartgottesdienst in der Martinskirche Bockenheim
Adresse: Schlossweg 10, 67278 Bockenheim
Info: Mit Dr. Paul Metzger aus Bockenheim, Dekan des Kirchenbezirks Ludwigshafen. An der Orgel: Timo Benß. Anschließend findet die Verleihung des Preises der Emichsburg an Ramon Chormann statt.
21.04.26 - 19 Uhr Gründungssitzung des Fördervereins der Pfalzbibliothek Kaiserslautern
Adresse: Pfalzbibliothek, Bismarckstraße 17, 67655 Kaiserslautern
Info: Tagesordnungspunkte: 1. Begrüßung, 2. Wahl des Versammlungs- und Wahlleiters, 3. Feststellung der Anzahl der stimmberechtigten Teilnehmer, 4. Genehmigung der Tagesordnung, 5. Prüfung und Verabschiedung der Satzung, 6. Prüfung und Verabschiedung der Geschäftsordnung, 7. Wahl des Vorstandes, 8. Wahl der Kassenprüfer, 9. Festlegung der Mitgliedsbeiträge, 10. Beschluss über Anmeldung des Vereins und weitere Vorgehensweise, 11. Verschiedenes/Anträge. Satzung und Geschäftsordnung in Anhänge 4 und 5.
21.04.26 - 19 Uhr Friedhelm Schneidewind liest über Oskar von Wokenstein in Mannheim
Adresse: Buchladen Lindenhof, Meerfeldstraße 38, 68163 Mannheim
Info: Er liest aus seinem Roman „Oswald von Wolkenstein: Raufbold und Ritter, Diplomat, Dichter und begnadeter Musiker“. Er erzählt über geschichtliche Hintergründe und begleitet die Lesung musikalisch mit einer gotischen Harfe und anderen Instrumenten. Eintritt 15 € inkl. Getränk. Reservierung empfohlen: 0621-18068718 oder buero@buchladen-lindenhof.de
22.04.26 - 20 Uhr Präsentation der Zeitschrift "Allmende" in Karlsruhe
Adresse: PrinzMaxPalais, Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe
Info: Die 116. Ausgabe. Beiträge von Björn Hayer, Elena Henn, Mathias Herweg, Ricarda Lang, Markus Orths, Roman Pliske, Heike Schmoll, Arnold Stadler, Peter Stamm, u.v.m.. Eintritt frei.
23.04.26 - 15 Uhr Lesung mit Nina Müller in Speyer
Adresse: Vortragssaal, Villa Ecarius, Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer
Info: "Der magische Kater Schnurrifluff – Das Wegwünsch-Gewusel". Autorin und Illustratorin Nina Müller entführt uns mit dem magischen Kater Schnurrifluff in eine zauberhafte Welt voll verrückter Abenteuer. Eine Veranstaltung von "kuschelflosse.de". Eintritt 5 Euro.
23.04.26 - 18 Uhr Lesung mit Martina Berscheid in Merchweiler
Adresse: Rosengarten, Peterstraße 291, 66589 Merchweiler-Wemmetsweiler.
Info: Die kfd Wemmetsweiler lädt am Welttag des Buches zur Lesung ein. Eintritt 5 Euro.
Anmeldung bei Edith Riefer Tel. 06825 42393.
23.04.26 - 19 Uhr Irischer Abend mit Krimis, Liedern und Geschichten in Landau
Adresse: Buchhandlung Trotzkopp, Ostbahnstraße 7, 76829 Landau
Info: Um Voranmeldung unter 06341/87982 oder kontakt@trotzkopp.de wird gebeten. Ein Getränk sowie ein kleiner Snack sind im Eintrittspreis von 8 Euro enthalten.
23.04.26 - 19 Uhr Lesung und Gespräch: Dana von Suffrin über "Toxibaby" in Karlsruhe
Adresse: PrinzMaxPalais, Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe
Info: Ein Roman über eine toxische Liebe. Eintritt 15 Euro.
24.04.26 - 19 Uhr Ute Bales liest Kurzgeschichten in Hillesheim
Adresse: Kulturhaus Alte Schreinerei, Burgstraße 19, 54576 Hillesheim/Eifel
Info: Die Autorin liest aus ihrem Erzählband "Keiner mehr da". Information bei
https://kulturinitiative-hillesheim.de
25.04.26 - 16 Uhr Lesung mit Ulrich Bunjes: "Die edelste Tochter der Grafik" in Speyer
Adresse: Bücherei St. Joseph, Gilgenstraße 17, 67346 Speyer
Info: Mit seinem historischen Pfalz-Roman entführt der Autor in die Zeit von 1833, als in Landau den Rednern des Hambacher Festes der Prozess gemacht wird. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Erfinder der Stenographie, F. X. Gabelsberger. Eine Veranstaltung des Literarischen Vereins der Pfalz e.V. in der Reihe "Schreiben - Lesen - Hören". Eintritt frei.
26.04.26 - 11 Uhr Literarischer Spaziergang "Hebels Leben, Werk und Wirkung" in Karlsruhe
Treffpunkt: Eingang Badische Landesbibliothek, Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe
Info: Anlässlich des 200. Todestages von Johann Peter Hebel. Dauer 2 Stunden, Eintritt 10 Euro. Anmeldung erbeten bis Donnerstag, 23.4.26, telefonisch unter 0721 / 96 49 88 35 oder per E-Mail an presse@literaturmuseum.de
28.04.26 - 19 Uhr SWR - Bestenliste im Künstlerhaus Edenkoben
Adresse: Klosterstraße 181, 67480 Edenkoben
Info: Gerrit Bartels, Daniela Strigl und Kirsten Voigt diskutieren mit Carsten Otte über die Bücher der Bestenliste im Mai. Eintritt 10 Euro.
28.04.26 - 19 Uhr Lesung Gespräch mit Felicitas Hoppe in Karlsruhe
Adresse: PrinzMaxPalais, Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe
Info: Über ihre Reisebiografie "Reisen". Eintritt 15 Euro.
02.05.26 - 17 Uhr Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern
Adresse: Fruchthalle, Fruchthallstraße 10, 67655 Kaiserslautern
Info: Einladung zum Empfang mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer, Kulturministerin Katharina Binz und der Oberbürgermeisterin von Kaiserslautern, Beate Kimmel.
02.05.26 - 19.30 Uhr Veranstaltungsabend der Deutschen Haikugesellschaft in Homburg
Adresse: Jugendherberge Homburg, Am Mühlgraben 30 66424 Homburg
Info: Vortrag Japanischer Garten in Kaiserslautern, Haiku-Lesung "Wortlaut" (Rainer Furch, Madeleine Giese), Haiku-Lesung von Mitgliedern, Birgit Heid uvm. Eintritt frei.
03.05.26 - 11 Uhr Aus der Reihe Künstliche Intelligenz in Edenkoben
Adresse: Künstlerhaus Edenkoben, Klosterstraße 181, 67480 Edenkoben
Info: Paul Divjak liest aus: „Dass die Bäume langsam sind wissen wir" im Gespräch mit Prof. Dr. Björn Hayer. Eintritt 10 Euro.
06.05.26 - 19 Uhr Katrin Kirchner liest in Kirchheimbolanden
Adresse: Stadtbibliothek am Schlossplatz, 67292 Kirchheimbolanden
Info: Zum Thema Tierisches.
Monatssieger Februar 2026 - Das Katzenpiano von Ulrich Bunjes
Donnerstag, 26. März 2026
Von der Liebe berührt wird jeder zum Dichter. — Platon
Mittwoch, 25. März 2026
Severin Groebners Neuer Glossenhauer #100 (!) - Da Hundatste - Zahl und Fatal
Zur runden Zahl in Flieder © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl
Zahl und Fatal
Zuerst mal zur Zahl:
Jetzt hab ich es doch geschafft. Zweidreiviertel Jahre nach der Einstellung der Wiener Zeitung und damit der ältesten gedruckten Tageszeitung der Welt (noch im Nachhinein ein herzliches „Wo seids Ihr eigentlich angrennt?“ an die damaligen Regierungsverantwortlichen in Österreich) und damit meiner Entscheidung die Kolumne, die ich in der Zeitung gehabt hatte, online weiter zuführen, sind wir in der 100. Ausgabe des „Neuen Glossenhauers“ angekommen.
100. vulgo: Da Hundatste.
Man kann mir nicht mangelnde Beharrlichkeit vorwerfen.
Mangelnde Pünktlichkeit schon.
Denn jeder, der weiß, wie viele Wochen so ein Jahr hat und rechnen kann, weiß jetzt natürlich auch, dass es mit der Wöchentlichkeit hier nicht immer so ernst genommen wird, aber … ganz ehrlich: Was soll’s.
Ich tu mein Bestes und das so regelmäßig, wie ich kann. Und manchmal kann ich halt nicht. Aber die Glosse ist immer noch da und die Anzahl der Abonnentinnen und Abonnenten hat sich in den letzten 27 Monaten mehr als verdreifacht.
Und manche zahlen auch was!
Sei auch Du eine/r von denen!
(Infos siehe unten)
Apropos Zahlen.
Könnt Ihr Euch noch erinnern, wie damals vor zweidreiviertel Jahren der Heizungsfachmann Aigruber und die Fussmatten-Influencerin Gruber im oberbayerischen Erding gegen die Wärmepumpe und das Heizungsgesetz gehetzt haben?
Und gegen ein paar andere Sachen auch noch. Gegen das Gendern. Und den Klimawandel. Und die Grünen. Und ich glaube auch gegen das schlechte Wetter, gegen die Erdrotation, die Massenanziehung und dass man im Supermarkt immer an der Kasse ansteht, wo es am langsamsten vorwärts geht.
Und was war deren Lieblingsargument?
Genau, das was alle kurzsichtigen Pfennigfuchser, die nicht langfristig rechnen können, sagen:
„Was das wieder kostet!“
Und jetzt?
Jetzt wo ein anderer Freund des erfundenen Arguments und der Gefühlspolitik einen Krieg vom Zaun bricht, der die Preise der fossilen Rohstoffe durch die Decke gehen lässt, was sagt jetzt der Aiwanger und die Gruberin?
Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht.
Und ich will das auch so genau wissen, wie ich eine Mitschrift des letzten Andreas Gabalier- Konzerts lesen möchte.
Und wer diesen geistig Herausgeforderten jemals geglaubt hat, hat jetzt hoffentlich dazu gelernt. Und damit hebt er sich schon von ihnen ab.
Weil eins haben die sicher nicht gesagt: „Oh, da hab ich mich wohl geirrt.“
Schließlich kommt es nicht überraschend, dass die fossilen Energieträger extremen Preisschwankungen unterliegen. Das war nämlich schon immer so.
Dazu braucht es keinen Krieg, der von religiösen Faschisten gegen religiöse Faschisten geführt wird. Aber es hilft natürlich.
Anders gesagt:
Wer heute sein E-Bike, sein E-Moped oder sein E-Auto mit Solarstrom lädt, freut sich, wenn er in sein mit Wärmepumpe beheiztes Zuhause kommt. Weil er recht viel Geld spart. Bares Geld, das er oder sie oder es dann in die steigenden Lebensmittelpreise stecken kann.
Aber das ist natürlich dem Hubsi (Ministergehalt, bezahlt von Dir und Dir und mir) und der Moni (reich verheiratet) wahrscheinlich relativ egal. Die werden schon einen anderen Grund finden, warum man mit einer Technologie, die vor hundert Jahren die Pferdekutsche ersetzt hat, heute auch noch herumfahren und heizen soll. Wobei natürlich niemand - auch vor hundert Jahren nicht - seine Pferde verheizt hat. Hoffe ich zumindest. Aber vielleicht Pferdeäpfel?
Naja, das weiß ich auch nicht. Zumindest weiß ich, was ich alles nicht weiß.
Anders als die Moni und der Hubsi… und der Donald.
Der weiß nicht einmal, wie er aus einem Krieg, den er zusammen mit seinem Kumpel Bibi aus der Neigungsgruppe „Staatschefs, gegen die eigentlich strafrechtlich ermittelt werden sollte“ begonnen hat, wieder raus kommt.
Aber er hat eine super Idee: Einfach noch mehr Bomben!
Oder noch mehr bomben. Das Substantiv in der Mehrzahl und das Verb gleichen sich ja so schön. Die Strategie lässt sich also so zusammen fassen: „Wenn Bomben hinter Bomben bomben, bomben Bomben hinterher.“
Und das attackierte Regime aus der Neigungsgruppe „Arschgeigen, von denen man sich gar nichts sagen lassen will.“ hat eine mindestens genauso geniale Idee: Es macht es genau so.
Es ist fatal.
Und jetzt sterben Zivilisten, liegen Häuser und Städte in Schutt und Asche, steigen Preise und brennt eine ganze Region. Und brennt. Und brennt.
Heißt deshalb eine Mineralölsorte so? Brent?
Oder ist das der eigentliche „Verbrennungsmotor“?
Ich weiß es schon wieder nicht.
Schlusspointe? Hab ich nicht.
Außer - vielleicht - mit einem Blick auf die Preise diverser Luftangriffswaffen: Was das wieder kostet!
______________
groebner live:
Freitag 10.4. Erlangen, Fifty-Fifty
Samstag 11.4. Nabburg, Schmidt-Haus
Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, Salmen in Hartheim
Freitag 8.5. München, Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, die KÄS
Und, und, und…alle Termine gibt es hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man hier lesen.
Und meinen Vierteljahresrückblick „Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!
groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.
In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich hier anschauen.
Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) das Nachsehen.
groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album „Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.
In der wunderbaren Sendung „Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.
Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier anhören.
Teil zwei auch, aber hier.
Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.
groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.
groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-
Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64
Dienstag, 24. März 2026
Orbáns Doppelspiel – Vom Störfaktor zum Sicherheitsproblem Europas
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| Orban schaufelt Informationen nach Moskau (AI, gemeinfrei) |
Es gibt politische Verschiebungen, die sich lange ankündigen, ohne ernst genommen zu werden – und es gibt Momente, in denen sie kippen. Die aktuellen Enthüllungen über die Weitergabe vertraulicher EU-Informationen an Russland markieren einen solchen Wendepunkt. Was lange als strategisches Lavieren des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zwischen Ost und West interpretiert wurde, erscheint nun in einem anderen Licht: nicht mehr als politische Balance, sondern als strukturelle Illoyalität im Inneren eines Bündnisses.
Der Begriff des „Sicherheitsrisikos“ ist dabei nicht bloß rhetorisch. Denn ein politisches System wie die Europäische Union basiert nicht allein auf Verträgen, sondern auf Vertrauen. Wird dieses Vertrauen systematisch unterlaufen, verwandelt sich Politik in ein Sicherheitsproblem.
Die qualitative Verschiebung: Vom Balancer zum Einfallstor
Orbáns Ungarn hat sich über Jahre hinweg als eigenwilliger Akteur positioniert – gegen Sanktionen, gegen migrationspolitische Mehrheiten, gegen vertiefte Integration. Diese Konflikte blieben lange im Rahmen klassischer europäischer Auseinandersetzungen.
Doch mit den bestätigten Informationsweitergaben verschiebt sich die Lage grundlegend:
- Aus Dissens wird operative Einflussnahme
- Aus politischer Abweichung wird systemische Unsicherheit
- Aus einem schwierigen Partner wird ein möglicher Transporteur fremder Interessen
Ungarn erscheint nun nicht mehr als Randfigur, sondern als Einfallstor in die Entscheidungsstrukturen des Westens.
Die Vertrauenskrise im Inneren: EU und NATO unter Druck
Die Reaktionen innerhalb Europas sind entsprechend scharf. Aussagen wie jene des polnischen Regierungschefs Donald Tusk, der von einem „Spion in der ersten Reihe“ spricht, markieren eine neue Qualität politischer Eskalation.
Doch entscheidender als Worte sind die stillen Anpassungen der Machtarchitektur:
- Einschränkung sensibler Informationen gegenüber Ungarn
- Verlagerung zentraler Abstimmungen in kleinere, vertrauensbasierte Formate
- Informelle Isolation bei sicherheitsrelevanten Themen
Ungarn bleibt formal Mitglied – wird aber funktional zunehmend wie ein externer Faktor behandelt. Die EU beginnt, sich gegen ein eigenes Mitglied zu schützen.
Der Dauerstreit um die Ukraine: Blockade als Strategie
Besonders sichtbar wird Orbáns Sonderkurs im Umgang mit dem Krieg in der Ukraine. Hier verdichtet sich seine Politik zu einem Muster aus Blockade, Verzögerung und Gegen-Narrativ.
Seit Beginn des Krieges nach der russischen Invasion in die Ukraine verfolgt Budapest eine Linie, die sich in mehreren Punkten von der EU-Mehrheit absetzt:
- Sanktionspolitik: Ungarn stimmt Maßnahmen oft nur nach erheblichen Abschwächungen zu oder blockiert sie zeitweise.
- Militärhilfe: Budapest lehnt Waffenlieferungen ab und verweigert teilweise deren Transit über ungarisches Gebiet.
- Finanzhilfen: EU-Hilfspakete für die Ukraine werden wiederholt verzögert oder an Bedingungen geknüpft.
- Rhetorik: Orbán spricht von „Friedenspolitik“, die faktisch eine Einfrierung des Konflikts nahelegt – ein Szenario, das Russland strukturell begünstigt.
Diese Haltung ist nicht bloß innenpolitisch motiviert, sondern fügt sich in eine größere Strategie:
Ungarn positioniert sich als Stimme der Abweichung innerhalb des Westens – und schafft damit Druckpunkte, die Moskau indirekt nutzen kann.
Parallelkommunikation mit Moskau: Struktur statt Einzelfall
Die zentrale operative Dimension dieser Politik zeigt sich in den Berichten über Ungarns Außenminister Péter Szijjártó und seine Kontakte zu Sergey Lavrov.
Die Brisanz liegt nicht in einzelnen Gesprächen, sondern in ihrem Muster:
- Kommunikation während laufender EU-Verhandlungen
- Weitergabe von Verhandlungsständen
- mögliche Rückkopplung russischer Interessen in europäische Prozesse
So entsteht ein doppelter Kanal:
offiziell Brüssel – inoffiziell Moskau.
Gerade im Kontext der Ukrainepolitik wird dies besonders kritisch:
Wer Verhandlungspositionen kennt, kann Blockaden gezielt verstärken oder abschwächen. Ungarn wird damit zu einem strategischen Knotenpunkt im Informationsfluss des Konflikts.
Die größere Strategie: Orbáns geopolitische Logik
Orbáns Politik folgt dabei einer klaren inneren Logik:
1. Multipolarität
Ungarn soll sich nicht fest an den Westen binden, sondern zwischen Machtzentren wie Russland, China und regionalen Bündnissen manövrieren.
2. Souveränität
Brüssel wird als Machtzentrum dargestellt, das nationale Handlungsspielräume beschneidet. Russland erscheint als Partner ohne ideologische Auflagen.
3. Instrumentalisierung von Abhängigkeiten
- Energiebeziehungen zu Russland
- wirtschaftliche Öffnung nach China
- taktischer Umgang mit EU-Finanzmitteln
Die Ukrainepolitik fungiert dabei als Hebel:
Sie erlaubt es Orbán, gleichzeitig innenpolitisch Stärke zu demonstrieren und außenpolitisch Druck auf die EU auszuüben.
Neu ist jedoch die mögliche operative Ergänzung:
die Weitergabe vertraulicher Informationen als strategisches Werkzeug.
Europa reagiert – aber ohne Blaupause
Die EU steht vor einer strukturellen Herausforderung, für die es keine fertigen Mechanismen gibt. Klassische Instrumente wie Vertragsverletzungsverfahren greifen nur begrenzt.
Stattdessen entstehen neue Muster:- Sicherheitsbasierte Differenzierung innerhalb der EU
- Diskussionen über Reformen zur Eindämmung „illoyaler Mitglieder“
- verstärkte Kooperation in kleineren, verlässlichen Gruppen
Ungarn wird damit zum ersten echten Testfall für die Frage:
Wie reagiert ein Bündnis, wenn ein Mitglied nicht nur ausschert, sondern systematisch gegen seine Funktionslogik arbeitet?
Fazit: Die Ukraine als Brennglas des Konflikts
Der Streit um die Ukraine ist kein Nebenschauplatz, sondern das Brennglas, in dem Orbáns gesamte Strategie sichtbar wird. Fällt zu viel Sonnenlicht auf die Dinge, fangen sie an zu brennen.
Hier verdichten sich alle Linien:
- geopolitische Abweichung
- operative Nähe zu Russland
- strategische Nutzung von Blockademacht innerhalb der EU
Der Bruch ist damit nicht mehr hypothetisch, sondern real.
Ungarn steht nicht am Rand des westlichen Bündnisses – es verschiebt aktiv dessen innere Statik.
Die entscheidende Frage lautet nun:
Darf die Europäische Union weiterhin ein Mitglied integrieren, das ihre zentrale außenpolitische Linie im entscheidenden Konflikt unserer Zeit systematisch unterläuft – und möglicherweise weitergibt?
Die Antwort darauf wird nicht nur über Ungarn entscheiden, sondern über die Zukunft der EU als geopolitischer Akteur insgesamt.
Freitag, 20. März 2026
Das heutige rechtsextreme Milieu: Struktur, Erscheinung, Denkweisen
Das heutige rechtsextreme Milieu: Struktur, Erscheinung, Denkweisen
Das heutige rechtsextreme Spektrum ist kein einseitiger Block mehr, sondern ein vielschichtiges, adaptives Geflecht aus Milieus, Subkulturen und ideologischen Strömungen. Es bewegt sich zwischen offenem Radikalismus und strategisch getarnter Anschlussfähigkeit an bürgerliche Diskurse. Wer es verstehen will, muss es in seiner sozialen, intellektuellen und ästhetischen Differenziertheit betrachten – nicht als Randphänomen, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Spannungen, die es aufgreift, verzerrt und radikalisiert.
Rechtsextremismus operiert heute auf mehreren Ebenen gleichzeitig:
Explizit radikal (klassische Neonazi-Szene, Gewaltbereitschaft, Vernichtungsfantasien)
Metapolitisch-intellektuell (Neue Rechte, Diskursverschiebung, „kulturelle Hegemonie“)
Populistisch anschlussfähig (Verwendung demokratischer Begriffe bei gleichzeitiger Aushöhlung und Umdeutung)
Der entscheidende Wandel liegt darin, dass offen biologistische Argumentationen zunehmend durch kulturell codierte AUSSCHLUSS-LOGIKEN ersetzt werden („nicht unsere Identität“, „nicht unsere Tradition“, „Überfremdung“).
Ostdeutsches Milieu
Historischer Hintergrund: Transformationsausfall, der radikale Bruch, schwache unmündig gehaltene Zivilgesellschaft, geringere Diversitätserfahrung (wenig Unterschiede wahrnehmbar)
Soziale Struktur: häufiger proletarisch oder prekarisiert (prekäre Beschäftigungen), aber auch lokale Kleinunternehmer
Habitus: direkter, weniger codiert, oft aggressiver Ausdruck
Erscheinung:
klassische Szenecodes (Springerstiefel, Thor Steinar, martialische Tattoos)
zugleich Übergang zu einheitlichen, „normalisierten“ Outfits (Jeans, Funktionsjacke)
Denken: stärker emotionalisiert, identitätsbezogen („Heimatverlust“, „Fremdheit im Eigenen“)
Westdeutsches Milieu
Historischer Hintergrund: längere pluralistische Erfahrung, stärker institutionalisierte Gegenkultur
Soziale Struktur: breiter gefächert – von Arbeiter über Mittelschicht, Akademiker zum Unternehmer
Habitus: strategischer, rhetorisch geschulter, ironisch gebrochen
Erscheinung:
bewusste „Unsichtbarkeit“: gepflegt, urban, intellektuell wirkend
modische Codes, die Zugehörigkeit signalisieren, ohne offen zu markieren
Denken: stärker ideologisch rationalisiert („Ethnopluralismus“, „Souveränitätsdiskurse“)
Typen
1. Der impulsive Radikale
Merkmale: geringe Reflexion, hohe Affektsteuerung
Sprache: direkt, beleidigend, gewaltbereit
Weltbild: stark vereinfacht („wir gegen sie“)
Auftreten: demonstrativ aggressiv oder provokativ
Gefahr: unmittelbare Gewaltbereitschaft
2. Der identitäre Aktivist
Merkmale: mittlere Reflexion, starke Gruppenzugehörigkeit
Sprache: Schlagworte, Meme-Kultur, ironische Brechung
Weltbild: kulturelle Bedrohungsszenarien
Auftreten: bewusst stilisiert (Clean Look, Symbolik, Social Media Präsenz)
Gefahr: Mobilisierung, Radikalisierung anderer
3. Der strategische Intellektuelle
Merkmale: hohe sprachliche Kontrolle, theoretische Bezüge
Sprache: elaboriert, scheinbar differenziert
Weltbild: pseudowissenschaftlich legitimiert
Auftreten: bürgerlich, akademisch, souverän
Gefahr: Diskursverschiebung, Normalisierung extremer Positionen
Verzerrte Themenfelder
1. Staatsmacht und Geopolitik
Rechtsextreme Narrative schwanken zwischen:
Autoritarismusbewunderung (starke Führer, „Ordnung“)
Verschwörungstheorien (globale Eliten, „System“)
Russland wird oft als Gegenmodell zum „dekadenten Westen“ stilisiert, während die USA je nach Strömung entweder als Feindbild („imperial“) oder als Vorbild (starker Nationalstaat) erscheinen.
2. Religion: Islam und Judentum
Islam: als monolithische Bedrohung konstruiert („Invasion“, „Unvereinbarkeit“, "Verhüllte Frauen", "Kämpfer, Straftäter")
Judentum: klassische antisemitische Muster transformieren sich in:
Verschwörungserzählungen
„Globalismus“-Rhetorik (Weltjudentum)
sekundären Antisemitismus („Erinnerungskultur als Last“)
Beide Religionen werden nicht differenziert betrachtet, sondern funktionalisiert.
3. „Rasse“, Hautfarbe und Minderheiten
Offener Rassismus wird oft ersetzt durch:
„kulturelle Inkompatibilität“
„ethnische Selbstbehauptung“
Ziel bleibt Exklusion:
Migranten als Bedrohung
Schwarze Menschen als „Fremdkörper“
Roma und Sinti als Projektionsfläche alter Feindbilder
4. Sexualität und Geschlechterrollen
Ablehnung von LGBTQ+-Rechten als „Verfall“
Rückgriff auf traditionelle Rollenbilder:
Mann: Kämpfer, Beschützer
Frau: Mutter, Reproduktionsfunktion
Frauen im Milieu selbst übernehmen oft paradox:
nach außen traditionelle Rollen
intern organisatorische Schlüsselpositionen
5. Politik, Militär und Gewalt
Politik: Demokratie wird formal akzeptiert, inhaltlich untergraben
Militär: Faszination für Stärke, Ordnung, Hierarchie
Gewalt:
offen im radikalen Spektrum
latent oder rhetorisch verschleiert im intellektuellen Bereich
Zentral ist die Vorstellung eines kommenden Konflikts („Tag X“), der die eigene Ideologie rechtfertigen soll.
Selbstinszenierung
Das äußere Erscheinungsbild ist heute strategisch gewählt:
Alte Codes: Glatze, Bomberjacke – zunehmend marginalisiert
Neue Codes:
sportlich, gepflegt, „bürgerlich normal“
subtile Symbole (Runen, Zahlen, Farbcodes)
Digitale Ästhetik:
Meme, kurze Clips, ironische Brechung
bewusste Grenzüberschreitung zur Provokation
Die zentrale Strategie: Erkennbarkeit für Eingeweihte, Unauffälligkeit für Außenstehende.
Denkstruktur
Rechtsextremes Denken folgt meist einer festen Logik:
Krisendiagnose: „Alles zerfällt“
Schuldzuweisung: Minderheiten, Eliten, „Fremde“
Opferinszenierung: „Wir werden verdrängt“
Radikale Lösung: Ausschluss, Autorität, „Reinigung“
Diese Struktur erlaubt es, komplexe Realitäten auf einfache, emotional wirksame Narrative zu reduzieren.
Fazit: Der moderne Rechtsextreme
Der heutige Rechtsextreme ist kein einheitlicher Typ mehr. Er kann sein
der aggressive Straßenakteur
der digital vernetzte Aktivist
der intellektuelle Ideologe
Was sie verbindet, ist nicht das äußere Erscheinungsbild, sondern
die Exklusion als Prinzip
die Sehnsucht nach homogener Ordnung
die Ablehnung pluralistischer Gesellschaften
Die größte Herausforderung besteht darin, dass diese Strömungen zunehmend anschlussfähig wirken, ohne ihre destruktiven Kerne aufzugeben. Gerade darin liegt ihre gegenwärtige Wirkmacht: nicht im offenen Bruch, sondern in der schleichenden Verschiebung dessen, was sagbar und denkbar erscheint.
Montag, 16. März 2026
Papiertheater Kitzingen: JORINDE UND JORINGEL - Acht Aufführungen bis Ende April 2026
Jorinde und Joringel
Geschrieben, gezeichnet und gemalt
von Gabriele Brunsch
Das recht kurze Grimm'sche Märchen wird von Gabriele Brunsch ganz neu und wundersam erzählt.
Hineingesetzt in eine fränkische Fantasielandschaft mit Laubwald und weichen Farben, wird man verführt zu glauben,
dass die Welt gut und schön sei. Doch gleich wird man gewahr, dass hier in diesem Gebiet die Menschen
seit Hunderten von Jahren immer wieder von dunklen Schatten heimgesucht werden und man ahnt,
dass es etwas mit dem hoch oben im Wald stehenden Schloss zu tun haben könnte.
Dort wohnt eine Zauberin, die über unendlich böse Kräfte verfügt.
Sie verzaubert alle Jungfrauen, die auf hundert Schritt nahe ans Schloss kommen, in einen Vogel.
Diesen sperrt sie in einen Käfig.
Niemand war je ihrem Machtbereich entkommen.
Ob es Joringel gelingt seine Jorinde aus den Fängen der Zauberin zu befreien?
Die großartige musikalische Umrahmung der Handlung wurde von
Harfenistin Julia Rosenberger
mit eigenen Kompositionen und Klangeffekten gestaltet.
12 Akte – mit über 50 Akteuren - 45 min - ab 8 Jahren
Termine:
März 2026
Samstag, 21. März,
Sonntag, 22. März,
Samstag, 28. März,
Sonntag, 29. März,
April 2026
Samstag, 11. April,
Sonntag, 12. April,
Samstag, 25. April,
Sonntag, 26. April,
Immer um 17 Uhr
Gabriele Brunsch
97342 Obernbreit
Tel.: 09332-8692
gabriele.brunsch@t-online.de
www.papiertheater-kitzingen.de
Papiertheater Kitzingen
Grabkirchgasse 4
97318 Kitzingen am Main




In der platonischen Tradition ist die Seele dreigeteilt: Logos (Vernunft), Epithymie (Verlangen) und Thymos (Geist). Innerhalb dieser Struktur dient der Thymos als belebender Strom; die Lebenswelle, die Mut, Würde und Stolz entfacht. Es repräsentiert diesen unmittelbaren Moment, in dem wir (bewusst oder unbewusst) entscheiden, dass wir nicht gemindert werden.
In ihrem höchsten Ausdruck führt diese Kraft zu edlem Handeln und Selbstachtung, indem sie sich der Ungerechtigkeit entgegenstellt, um den angeborenen Wert der Seele zu behaupten. Doch wie jedes Feuer erfordert es eine ruhige Hand. Unbeaufsichtigt verzerrt sich Thymos in zerstörerische Wut oder bricht in einen Sinnverlust zusammen, wobei ein hohles Selbstbewusstsein zurückbleibt.
In diesem Geist ist eine tiefere Sehnsucht eingebettet: das Verlangen nach Anerkennung.
Philosophen haben diesen Impuls lange in zwei Hauptformen eingeteilt: Megalothymie, den Drang, größer als andere zu sein, und Isothymie, das Verlangen, ihnen gleichgestellt zu sein. Obwohl sie gegensätzlich wirken, sind beide im gleichen grundlegenden Bedürfnis verwurzelt, gesehen und anerkannt zu werden.
Doch unter dem Verlangen nach Sichtbarkeit verbirgt sich etwas Dringendes, das wir oft übersehen. Das Verlangen, gesehen zu werden, ist tatsächlich das Verlangen, geliebt zu werden.
Irgendwann haben wir gelernt, Liebe mit Aufmerksamkeit zu verwechseln. Wir begannen, unsere Existenz durch die Augen anderer zu bestätigen, indem wir Wahrnehmung mit Verehrung gleichsetzten. Wir streben nach Bestätigung, in der Hoffnung, dass sie die Sehnsucht in uns zum Schweigen bringt, doch die Leere bleibt. Das liegt daran, dass die Lücke, die wir zu füllen versuchen, kein Mangel an Anerkennung ist... Es ist ein Mangel an Liebe.
Ich spreche nicht von der flüchtigen, oft launischen Liebe der Welt, sondern von einer beständigeren Hingabe, die im Herzen entspringt und uns mit dem Bedingungslosen verbindet.
Ohne diese innere Verbindung wird Thymos unruhig. Es verlangt, nicht aus Eitelkeit gesehen zu werden, sondern als verzweifelter Versuch, sich an seine eigene Natur zu erinnern.
Die Frage ist also nicht nur, warum wir gesehen werden wollen, sondern wem wir glauben, dass es uns sehen muss.
Vielleicht ist das Verlangen, das wir suchen, nicht für die Augen anderer. Vielleicht war es immer für den Blick des Göttlichen. Und vielleicht, lange bevor die Frage je gestellt wurde, war diese Anerkennung bereits gewährt worden, nur nicht realisiert.
Was bleibt, ist nicht das Streben nach Bemerkung, sondern der mutige Akt, sich selbst so zu sehen, wie man es bereits ist. Wenn diese Erkenntnis erkannt wird, stabilisiert sich die Flamme zu einer urtümlichen Hitze, die nicht ausbrennt, um sich zu beweisen, sondern einfach brennt, um zu leuchten.
Bleib strahlend ⭐
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