
ChatGPT-Bild: Sexuelle Belästigung
Viele Frauen in Deutschland haben bereits (sexuelle) Belästigung erlebt, und in solchen Situationen kann es schwierig sein, um Hilfe zu bitten. Diskrete Handzeichen und Codewörter können jedoch dabei helfen, Aufmerksamkeit zu erregen und Hilfe zu suchen. Es ist wichtig, dass jeder diese geheimen Codes kennt. Die Socialmedianutzer haben sie schon öfter gesehen, auch Möglichkeiten, wie die Reaktionen ausfallen sollten.
vieregg text redaktion lektorat + SV Verlag
Mein Blog informiert Sie über Termine, Neuigkeiten, Wissenswertes, Skurriles und Bewundernswertes aus dem Bereich der Künste, Kino, Fotografie, Bücherwelt und vieles mehr. Die Welt ist bunt! Auch in meinem Blog. Geben Sie ihr im PC 30 Sekunden Zeit zu starten oder 5 Sekunden im Handy! Welcome to my blog and feel free to leave a comment in English or French! World is colorful! Also in my blog. Give it 30 seconds to start in your PC and 5 in your phone.
TEUFELSKINDER von Jules Amedée Barbey D'Aurevilly
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Freitag, 3. Juli 2026
Hilfsmittel gegen sexuelle Belästigung
Donnerstag, 25. Juni 2026
Lebensenergie durch Angélique Letizia: "Keep Shining: A Journey from Dark to Light"
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| Angélique Letitzia |
Eine Einladung, das eigene Licht wiederzufinden
Es gibt Bücher, die liest man, um dem Alltag zu entfliehen, und es gibt Bücher, die man aufschlägt, um sich selbst wiederzufinden. "Keep Shining: A Journey from Dark to Light" von Angélique Letizia gehört unverkennbar zu Letzteren. Bei Amazon kann man das Buch auch nach Deutschland schicken lassen. In diesem zutiefst einfühlsamen und klugen Werk teilt die Autorin und Filmemacherin nicht nur eine theoretische Anleitung zur Selbsthilfe, sondern öffnet auf mutige Weise ihr eigenes Herz. Geprägt von persönlichen Erfahrungen mit Missbrauch, Verrat und lähmenden Panikattacken, nimmt Letizia ihre Leser an die Hand und führt sie behutsam durch die Landschaften des menschlichen Schmerzes – nicht, um darin zu verharren, sondern um einen Weg zurück ins Licht zu finden. Sie zeigt uns, worauf es ankommt, Hindernisse zu überwinden und danach stärker dazustehen als zuvor.
Was dieses Buch so besonders macht, ist der Verzicht auf jede Form von unechter Positivität. Angélique Letizia verlangt von ihren Lesern nicht, die Dunkelheit einfach wegzulächeln oder mit oberflächlichen Floskeln zu überspielen. Stattdessen erkennt sie den Schmerz als real an und verwandelt ihn in das Fundament für echte, tiefgreifende Heilung. Das Werk ist dabei wie ein ruhiger, schützender Raum gestaltet: Aufgeteilt in poetische Essays und meditative Texte lädt es dazu ein, die Kapitel langsam und intuitiv zu lesen – vielleicht als stärkendes Ritual am Morgen oder als tröstenden Begleiter am Abend, wenn die Last des Tages schwer auf den Schultern liegt. Angélique Letizia zeigt uns, wie wir aus tiefsten Mangelzuständen wieder zu Stärke gelangen.
Besonders faszinierend ist die Brücke, die die Autorin zu ihrer Arbeit als Filmemacherin schlägt. Im zweiten Teil des Buches entschlüsselt sie die verborgene Sprache unserer eigenen Lebensgeschichten. Sie zeigt auf, wie oft wir unbewusst nach den alten, schmerzhaften Drehbüchern unserer Vergangenheit leben, die uns von anderen oder durch Traumata auferlegt wurden. Mit großer Empathie ermutigt sie dazu, diese energetischen Schleifen zu durchbrechen und die Feder selbst in die Hand zu nehmen, um das nächste Kapitel des eigenen Lebens als aktive Gestalter neu zu schreiben. "Keep Shining" ist somit weit mehr als ein Ratgeber; es ist ein sanfter, aber bestimmter Weckruf für die Seele und ein zutiefst berührendes Versprechen, dass niemand in der Dunkelheit verloren gehen muss.
Auch ihre Podcasts sind sehr empfehlenswert. Lernen Sie Angélique Letizia als sehr überzeugende und authentische Autorin kennen.
Website
Der Abend, an dem die Bahn stillstand ...
Es ist der 23. Juni 2026, mitten im Abendverkehr. Auf den digitalen Anzeigetafeln der deutschen Bahnhöfe springen die Minutenanzeigen gleichzeitig um, bevor sie ganz erlöschen. In den Cockpits Hunderter Züge bricht schlagartig die Verbindung ab. Das digitale Bahnfunksystem, das unsichtbare Nervensystem, das den gesamten Schienenverkehr steuert und absichert, ist tot. Binnen Minuten steht ein ganzes Land still.
Was wie der Auftakt zu einem koordinierten Hybrid-Angriff wirkt, ist in Wahrheit die Folge eines banalen Vorgangs: Ein einzelner Austauschbaustein versagt während einer routinemäßigen Wartung. Doch die eigentliche Sprengkraft dieser Stunden liegt nicht in der Ursache – sie liegt in der beängstigenden Erkenntnis, wie leicht sich eine hochentwickelte Industrienation lähmen lässt.
Deutschland erlebte einen Moment, der sich wie ein Stromausfall im Nervensystem einer hochkomplexen Maschine anfühlte. Ein technischer Fehler im digitalen Bahnfunksystem – ein einzelner Austauschbaustein, ein unscheinbares Stück Infrastruktur – genügte, um das gesamte Schienennetz lahmzulegen. Passagier- und Güterzüge blieben stehen, Bahnhöfe verwandelten sich in Wartesäle der Ratlosigkeit, und Millionen Menschen spürten plötzlich, wie dünn die Schicht aus Verlässlichkeit ist, auf der unser Alltag ruht.
Es war kein Terroranschlag, kein Cyberkrieg, kein Naturereignis. Es war ein interner Fehler, ein banaler Vorgang im Wartungsplan. Und doch reichte er aus, um ein Land für Stunden aus dem Takt zu bringen. Genau darin liegt die eigentliche Geschichte dieses Abends: Nicht der Fehler selbst ist spektakulär, sondern die Fragilität, die er sichtbar machte.
Deutschland versteht sich gern als Land der Ingenieure, der Redundanzen, der Sicherheitsnetze. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Viele unserer kritischen Systeme – Verkehr, Energie, Verwaltung, Kommunikation – sind monolithisch, zentralisiert und anfällig. Sie funktionieren hervorragend, solange alles funktioniert. Aber wenn ein Knotenpunkt versagt, reißt er ganze Strukturen mit sich.
Der Bahn-Blackout war ein Lehrstück dafür, wie engmaschig und gleichzeitig wie brüchig unsere moderne Infrastruktur geworden ist. Ein Funksystem, das ausfällt, bedeutet nicht nur, dass Züge stehen bleiben. Es bedeutet, dass Notfallkommunikation stockt, dass Fahrdienstleiter blind werden, dass Sicherheitsprotokolle greifen müssen, die auf Stillstand statt auf Flexibilität ausgelegt sind. Es bedeutet, dass ein Land, das sich auf Mobilität verlässt, plötzlich bewegungsunfähig wird.
Und es wirft eine unbequeme Frage auf: Wie viele solcher Schwachstellen existieren noch – unentdeckt, ungetestet, ungesichert?
Wir leben in einer Zeit, in der äußere Bedrohungen – geopolitische Spannungen, Cyberangriffe, Energiekrisen – ständig präsent sind. Doch der 23. Juni zeigte, dass die gefährlichsten Risiken oft im Inneren lauern: in veralteten Systemen, in fehlender Redundanz, in Strukturen, die nie für die Komplexität der Gegenwart gebaut wurden.
Vielleicht war dieser Abend ein Warnsignal. Vielleicht war er ein Glücksfall im Unglück, weil er uns ohne Katastrophe vor Augen führte, wie dringend wir unsere kritische Infrastruktur neu denken müssen. Nicht als Flickenteppich aus Einzelprojekten, sondern als lebendiges, widerstandsfähiges Gesamtsystem.
Denn eines wurde an diesem Abend klar: Ein Land ist nur so stabil wie seine unscheinbarsten Verbindungen. Und wenn diese reißen, steht nicht nur die Bahn still – dann steht das Vertrauen still, das wir in die Funktionsfähigkeit unseres Staates setzen.
Sonntag, 21. Juni 2026
Korrelationen zwischen rechtsextremem Milieu, Straftaten und Drogenvertrieb in Rheinland-Pfalz
In der Kriminologie und bei den Sicherheitsbehörden spricht man hier von einer zunehmenden Schnittmenge zwischen Rechtsextremismus und Organisierter Kriminalität (OK). Häufig entstehen diese Verbindungen in sogenannten „Mischszenen“ – also dort, wo das rechtsextreme Milieu auf das kriminelle Rockermilieu, die Kampfsportszene oder Bruderschaften trifft.
Hier ist der Überblick, wie sich diese Verknüpfung in Deutschland und speziell in Rheinland-Pfalz darstellt:
Das Paradebeispiel: Die „Turonen“ (Thüringen)
Wenn man nach einer klaren, strukturellen Korrelation zwischen Neonazis und professionellem Drogenvertrieb sucht, liefert Thüringen das deutlichste Beispiel. Dort flogen vor einigen Jahren die Neonazi-Bruderschaft „Turonen“ und deren Ableger „Garde 20“ auf:
Vom Rechtsrock zum Rauschgift: Ursprünglich finanzierte sich die Gruppe über die Organisation von Rechtsrock-Konzerten. Später stiegen sie im großen Stil in den professionellen Handel mit Crystal Meth, Kokain und Cannabis ein.
Klassische Mafia-Strukturen: Die Gruppe nutzte verschlüsselte Kryptohandys, setzte Gewalt zur Geldeintreibung ein und betrieb zur Geldwäsche ein Bordell sowie Scheinfirmen (unter Mithilfe eines bekannten Szene-Anwalts).
Politischer Zweck: Die illegalen Gewinne flossen nicht nur in den privaten Luxus, sondern wurden gezielt genutzt, um die rechtsextreme Infrastruktur zu festigen und verurteilte Gesinnungsgenossen finanziell zu unterstützen.
Die Situation in Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz stellt sich die Lage etwas anders dar. Das Landeskriminalamt (LKA) und der Verfassungsschutz registrieren hier zwar eine konstant hohe Gewaltbereitschaft und Waffenaffinität der rechten Szene, aber extremistische Gruppierungen, die als geschlossenes Kartell den regionalen Drogenmarkt beherrschen, sind hier bisher die Ausnahme.
Die Korrelation sieht in Rheinland-Pfalz eher so aus:
Allgemeinkriminalität in der Subkultur: Viele Akteure der lokalen, subkulturell geprägten rechtsextremen Szene fallen bei der Polizei zweigleisig auf: Einerseits durch Politisch Motivierte Kriminalität (PMK-rechts) wie Propagandadelikte oder Hassrede, andererseits durch klassische Delikte wie Körperverletzung, Diebstahl und eben auch Drogendelikte (Eigenbedarf und Kleinhandel).
Der Fokus auf Waffenhandel: Crossover-Effekte im Bereich der schweren Kriminalität zeigten sich in Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit vor allem beim illegalen Waffenhandel. Ein bekannter Fall ereignete sich im Raum Kaiserslautern, wo Ermittler ein rechtsextremes Paar aus dem Umfeld der internationalen Gruppe „Right Wing Resistance“ aushoben, das illegal im großen Stil mit Waffen handelte.
Transnationaler Drogenhandel dominiert: Die großen Schläge gegen den organisierten Drogen- und Darknethandel in Rheinland-Pfalz (oft koordiniert durch die Landeszentralstelle Cybercrime in Koblenz) betreffen meist international vernetzte, ideologisch ungebundene Tätergruppierungen (z. B. das sogenannte Balkan-Kartell), bei denen politische Ideologien keine Rolle spielen.
- Öffentliche Verfassungsschutzberichte für Rheinland-Pfalz beschreiben rechtsextreme Parteien, Kameradschaften und Skinhead-Strukturen, nennen aber keinen Drogenhandel als zentrales Merkmal der Szene.
- Bekannt sind jedoch Einzelfälle, in denen Rechtsextremisten zugleich wegen allgemeiner Kriminalität – darunter auch Betäubungsmitteldelikte – auffielen. Das entspricht allerdings eher einem Muster persönlicher Kriminalität als einer nachgewiesenen landesweiten Strategie der Szene.
Der ideologische Widerspruch
Kriminologen weisen bei diesem Thema immer wieder auf den fundamentalen Widerspruch der Szene hin:
Öffentlich inszenieren sich viele rechtsextreme Gruppen – oft im Rahmen von Propaganda-Kampagnen wie „Keine Drogen in unserer Stadt“ – als moralische Saubermänner. Hinter den Kulissen wird das Geschäft mit illegalen Substanzen jedoch oft rein pragmatisch als extrem lukrative Einnahmequelle genutzt, um politische Aktivitäten zu finanzieren.
Freitag, 19. Juni 2026
Oper Frankfurt: TANCREDI von Gioachino Rossini
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Cláudia Ribas (Mezzosopran / Titelpartie;
Bildnachweis: Barbara Aumüller)
TANCREDI
Melodramma eroico in zwei Akten von Gioachino Rossini
Text von Gaetano Rossi nach Voltaire
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Giuliano Carella
Inszenierung: Manuel Schmitt
Bühnenbild: Bernhard Siegl
Kostüme: Raphaela Rose
Licht: Joachim Klein
Chor: Manuel Pujol
Dramaturgie: Konrad Kuhn
Argirio: Theo Lebow
Amenaide: Bianca Tognocchi
Orbazzano: Kihwan Sim
Tancredi: Cláudia Ribas
Loredana Clara Kim
Isaura: Ruby Dibble
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper
Tancredi von Gioachino Rossini entstand 1812/13 als Auftragsarbeit für das venezianische Teatro La
Fenice und markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere hin zur Gattung der Opera seria. Nach der
Uraufführung in Venedig 1813 wurde Tancredi schon bald an der Mailänder Scala gespielt. Im Jahr 1817
stand das Werk zum ersten Mal in Frankfurt auf dem Spielplan. Die Partitur ist geprägt von Rossinis
charakteristischer melodischer Inspiration und virtuosen vokalen Anforderungen, die den Übergang von der
Opera seria des 18. Jahrhunderts zum Belcanto des 19. Jahrhunderts markieren. Besonders berühmt wurde
die Cavatine des Tancredi „Di tanti palpiti“, die zu Rossinis Lebzeiten zu einer Art Gassenhauer avancierte.
Die Oper vereint heroische Leidenschaft mit tief empfundener Lyrik und zeigt bereits Rossinis Meisterschaft
in der Gestaltung großer dramatischer Szenen.
Das Libretto von Gaetano Rossi basiert auf Voltaires Tragödie Tancrède aus dem Jahr 1760:
Unter dem
Eindruck einer Bedrohung von außen beschließt der Senat von Syrakus ein drakonisches Gesetz, das
jeden, der mit dem Feind konspiriert, mit dem Tode bestraft. Argirio und der rivalisierende Orbazzano legen
einen alten Zwist bei; als Pfand des neuen Bundes verspricht Argirio ihm die Hand seiner Tochter Amenaide.
Diese liebt jedoch insgeheim Tancredi, der vor langer Zeit aus der Stadt verbannt worden war. Ein
abgefangener Brief von ihr wird missdeutet, und der eigene Vater unterschreibt ihr Todesurteil ….jpg)
Bianca Tognocchi (Sopran / Amenaide;
Bildnachweis: Barbara Aumüller)
Oper Frankfurt: Doppelabend DER ZAR LÄSST SICH FOTOGRAFIEREN von Kurt Weill und DIE KLUGE von Carl Orff
Erste Wiederaufnahme
DER ZAR LÄSST SICH FOTOGRAFIEREN
Opera buffa in einem Akt von Kurt Weill, Text von Georg Kaiser
DIE KLUGE
Zwölf Szenen von Carl Orff, Text vom Komponisten
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Jiří Rožeň
Inszenierung: Keith Warner
Regiemitarbeit: Katharina Kastening
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Orest Tichonov
Bühnenbild: Boris Kudlička
Kostüme: Kaspar Glarner
Choreographie: Simone Sandroni
Licht: John Bishop
Chor (Der Zar lässt sich fotografieren): Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Mareike Wink
Der Zar lässt sich fotografieren
Der Zar: Domen Križaj
Die falsche Angèle: Juanita Lascarro
Angèle: Nombulelo Yende
Der Gehilfe: Magnus Dietrich
Der Boy: Karolina Makuła
Der falsche Gehilfe: Michael McCown
Der falsche Boy: Kelsey Lauritano
Der Anführer: Peter Marsh
Der Begleiter des Zaren: Alfred Reiter
u.a.
Die Kluge
Die Kluge, Tochter des Bauern: Elizabeth Reiter
Der König: Mikołaj Trąbka
Der Bauer: Thomas Faulkner
Drei Strolche: Magnus Dietrich, Iain MacNeil,
Dietrich Volle
Der Mann mit dem Esel: Gerard Schneider
Der Mann mit dem Maulesel: Sebastian Geyer
Der Kerkermeister: Alfred Reiter
Chor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
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| Domen Križaj (Der Zar) und Juanita Lascarro (Die falsche Angèle) Bildnachweis: Barbara Aumüller |
Der Zar will sich fotografieren lassen. Eine Gruppe von Attentätern überwältigt die Fotografin Angèle in ihrem Pariser Studio und installiert eine Pistole in deren Kamera. Als der Zar das Studio betritt, ist er fasziniert von der schönen Revolutionärin, die sich als Angèle ausgibt. Er lässt sich in einen leidenschaftlichen Flirt verwickeln und ahnt nicht, dass er in Lebensgefahr schwebt...
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| Mikołaj Trąbka (Der König) und Elizabeth Reiter (Die Kluge, Tochter des Bauern) Bildnachweis: Barbara Aumüller |
Die Kluge rät ihrem Vater, den goldenen Mörser – ein Fundstück von der Feldarbeit – nicht dem König zu übergeben. Der Bauer aber liefert den Fund ab, woraufhin der König vermutet, dass der Bauer den dazugehörigen Stößel einbehalten hat, und lässt ihn einsperren. Mit drei Rätseln will der König die Klugheit der Bauerstochter prüfen. Sollte sie scheitern, droht ihr der Strick. Ein Kinderspiel für die Kluge. Beeindruckt nimmt der König sie zur Frau. Als er in einem Besitzstreit ein Fehlurteil fällt, ermahnt sie ihn. Daraufhin verstößt der König seine Gemahlin, überlässt ihr jedoch eine Truhe, in der sie mitnehmen darf, „woran ihr Herz am meisten hängt“…
Premiere: Sonntag, 14. Juni 2026, um 18 Uhr im Opernhaus Weitere Vorstellungen: 19., 21. (15.30 Uhr), 25., 27. Juni 2026 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr. Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) Karten sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
Dienstag, 16. Juni 2026
Experimentelles Musiktheater: Touching From A Distance im Mousonturm Frankfurt
Wenn der taube Streetstyle-Choreograf Dodzi Dougban zusammen mit den beiden Neue Musik-Performer*innen Yuka Ohta und Diego Ramos auf der großen Bühne steht und Sounds sichtbar werdenTouching From A Distance (19.-21.06.) - eine Performance für und mit allen Sinnen - und damit für hörende und taube Zuschauer*innen ein Erlebnis. Inspiriert ist das vielschichtige Stück von der Unterwasserwelt und ihren Schwingungen. Die Tiefsee als bedrohtes und weitgehend unerforschtes Ökosystem wird zu einem utopischen Ort, in dem Spekulation und Wagnis neue Begegnungen ermöglichen. „Touching From A Distance“ ist ein experimentelles Musiktheater im Tiefenrausch, eine gemeinsame Suche nach dem Körper in der Musik und der Musikalität von Choreografie. Das Publikum wird eingeladen, selbst einzutauchen und sich treiben zu lassen. Vor Ort sind DGS-Dolmetscher*innen.
Freitag, 19. Juni 2026, 20:00 Uhr, Uraufführung, Gespräch im Anschluss
Samstag, 20. Juni 2026, 20:00 Uhr, Sonntag, 21. Juni 2026, 18:00 Uhr
Mousonturm, Frankfurt/Main, Saal, bestuhlt
8, 12, 21 oder 36 EUR, Sie bestimmen selbst, wieviel Sie bezahlen wollen.
Samstag, 13. Juni 2026
Warum alle Extremisten bei uns verboten werden sollten
Die Auseinandersetzung mit der neonazistischen Bewegung erfordert eine starke Reaktion. Es ist unerlässlich zu betonen, dass die freiheitlichen Werte einer Gesellschaft nicht durch intolerante ehrlose und kriminelle Befürworter von Massenmorden kompromittiert werden dürfen und dass alle in der Gesinnung und Handlung radikalen rechtsextremen Gruppierungen durch ein absolutes Verbot von Versammlungen und Demonstrationen belegt werden müssen. Es ist ein klarer Fall für die Anwendung der höchsten staatlichen Maßnahmen gegen extremistische Ideologien. Radikale Bewegungen stellen eine direkte Bedrohung für eine friedliebende demokratische Gesellschaft dar, da sie Hass und Gewalt fördern und somit den demokratischen Frieden gefährden.
Die Demokratie schützt zwar die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, doch diese Freiheiten dürfen nicht von Gegnern der Demokratie dazu benutzt werden, die demokratischen Werte mit Dreck zu bewerfen. Jede Regierung hat daher das Recht und die Pflicht einzugreifen, wenn die Rechte anderer Bürger in Gefahr sind. Ein absolutes Verbot ist ein drastisches Mittel, ja! Zum Schutz der öffentlichen Sicherheit ist es jedoch notwendig.
Alle extremistischen Geisteshaltungen, Religionen und Aktivitäten, die den sozialen Frieden bewusst stören und die Menschlichkeit verletzen wollen, die Juden, unverschleierte Frauen, Minderheiten und Ausländer, andere Religionen, andere Hautfarben und abweichende sexuelle Orientierungen oder demokratische politische Richtungen insgesamt ablehnen, gar das Unmenschliche und Grausame regelrecht im Alltag fordern, müssen verboten werden. Diese Stimmen hören wir uns nicht mehr an. Wir müssen ihr fanatisches Geschrei im Keim ersticken und aus dem Land vertreiben.
Keine demokratische Staatsführung sollte je zögern, diesen menschenverachtenden Anhängern der Gewaltexzesse entschlossen entgegenzutreten. Die Schaffung eines absoluten Verbots grenzt Neonazis, religiöse Fanatiker sowie alle anderen extremistisch orientierten Machthungrigen davon aus, in irgendeiner Weise Gewalt gegen das Volk und die genannten Menschengruppen auszuüben.
Freitag, 12. Juni 2026
Timmy, der Wal – vom Hoffnungsträger zum Rohstoff
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| Publikumsliebling Timmy wird industriell verarbeitet (AI, gemeinfrei) |
ausgelöst als so mancher Politiker in einem ganzen Wahlkampf. Er strandete, er kämpfte, er wurde befeuchtet, betüddelt, beklatscht, betrauert. Tierschützer schleppten Eimer, Initiativen gründeten Telegram‑Gruppen, Lokalzeitungen schrieben rührselige Updates im Stundentakt. Im Internet der Timmy-Ticker. Und Timmy? Timmy kehrte zweimal zurück und blieb liegen. Nicht aus Trotz, sondern weil sein internes Navigationssystem offenbar versagte.
Alle Mühe vergeblich. Alle Anteilnahme verpufft. Während die letzten Kerzen am Strand noch flackerten und die Social‑Media‑Posts „Run free, sweet giant“ sammelten, meldete sich die Realität mit der Eleganz eines Fleischverwertungsbetriebs: Timmy soll jetzt zu Biosprit verarbeitet werden, außerdem zu Zement oder Zementzusatzstoffen.
Dabei wird die organische Substanz meist thermisch oder chemisch behandelt, um sie in mineralische Bestandteile umzuwandeln, die dann in der Zementherstellung eingesetzt werden können. Ja. Der Wal, der Herzen rührte, wird nun im Verbrennermotor oder beim Bauen verwendet. Einmal tief durchatmen, bitte. Die Logik dahinter ist so verwaltungsstarr wie ein Formular in dreifacher Ausfertigung: Wenn die Natur schon nicht mitspielt, dann wenigstens die Kreislaufwirtschaft.
„Wir wollten doch nur helfen“ trifft auf „Nichts verschwenden“. Die Story als „Nachhaltigkeitsdoku“ geht weiter, mit einem Gefühl zwischen Kopfschütteln und Galgenhumor: Man wollte einen Wal retten. Jetzt rettet der Wal den CO₂‑Ausstoß.
Wie wird Walfleisch zu Biosprit verarbeitet?
Die Umwandlung von Walfleisch oder generell tierischer Biomasse zu Biodiesel und -benzin erfolgt meist über thermo-chemische Verfahren wie Pyrolyse und anschließendes katalytisches Reforming. Dabei wird die Biomasse unter Sauerstoffausschluss erhitzt, wodurch sie in flüssige Bioöle zerlegt wird. Diese Bioöle können dann weiterverarbeitet und raffiniert werden, um Kraftstoffe wie Biodiesel oder synthetische Diesel- und Benzinkraftstoffe herzustellen.
Ein Beispiel für ein solches Verfahren ist das Thermo-Katalytische Reforming (TCR), das vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Hierbei wird die Biomasse in einem Schneckenreaktor bei Temperaturen von etwa 400 bis 500 °C pyrolysiert, anschließend werden die entstehenden Dämpfe bei 500 bis 700 °C katalytisch reformiert, um die Qualität des Bioöls zu verbessern.
Die Menge an Biosprit, die aus Walfleisch gewonnen werden kann, hängt von der eingesetzten Biomasse ab. Timmy, der Buckelwal, war etwa 12,35 Meter lang, 3,2 Meter breit und 1,6 Meter hoch. Sein Gewicht betrug ungefähr 12 Tonnen, was etwa der Hälfte des Durchschnittsgewichts eines ausgewachsenen Buckelwals entspricht. Geschätzt war Timmy zwischen vier und sechs Jahre alt. Allgemein lässt sich sagen, dass aus etwa 10 Tonnen Biomasse ungefähr 1 Tonne Bio-Rohöl gewonnen werden kann, welches dann zu Kraftstoff raffiniert wird. Das entspricht etwa 1000 Litern Rohöl, das weiterverarbeitet wird. Die genaue Ausbeute variiert je nach Verfahren und Biomassequalität.
Diese Verfahren sind derzeit noch in der Entwicklung oder im Demonstrationsmaßstab, werden aber als vielversprechende nachhaltige Alternative zu fossilen Kraftstoffen erforscht.
Lassen sich auch andere Tierreste so verwerten?
Die Verwertung von Tierresten zu Biosprit oder anderen Produkten ist grundsätzlich möglich und wird in der Industrie auch bei verschiedenen tierischen Biomassen angewendet, beispielsweise bei Schlachtabfällen oder Fischresten. Allerdings ist die konventionelle biologische Zersetzung, also Kompostierung oder Vergärung, oft ökologisch sinnvoller und wirtschaftlich effizienter, da sie weniger energieintensiv ist und natürliche Kreisläufe unterstützt.
Die thermo-chemischen Verfahren zur Umwandlung in Biosprit sind technisch aufwendig und werden meist für Biomassen eingesetzt, die nicht anderweitig verwertet werden können oder eine hohe Energiedichte besitzen. Ob die Verarbeitung von großen Tierkadavern wie einem Wal wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab, darunter Logistik, Umweltauflagen und technologische Möglichkeiten.
Mittwoch, 10. Juni 2026
Überraschender Vorstoß: Polen will seinen höchsten Staatsorden von Selenskyj zurück
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| AI, gemeinfrei |
Die polnische Forderung, Selenskyj den höchsten polnischen Orden abzuerkennen, ist ein besonders unhöfliches Symbol. Sie trifft nicht nur eine historische Frage, sondern die Person des ukrainischen Präsidenten und damit einen der wichtigsten politischen Repräsentanten des ukrainischen Widerstands gegen die Bedrohung Europas.
Natürlich verschwinden historische Wunden nicht von allein. Die Opfer der Wolhynien-Massaker und ihre Nachfahren durch die faschistische ukrainische UPA, deren Führungsspitze aus Stepan Bandera und Andryj Melnyk bestand, dürfen nicht erwarten müssen, dass ihre Geschichte wegen der aktuellen geopolitischen Lage schweigt. Gerade ein enger Verbündeter müsse in der Lage sein, auch unbequeme Themen offen anzusprechen. Eine europäische Zukunft der Ukraine erfordere eine gemeinsame historische Aufarbeitung.
Aus polnischer Sicht ist das also keine „Hilfe für Putin“, sondern eine Frage der historischen Würde und der Ehrlichkeit zwischen Partnern. Die entscheidende Frage ist jedoch die politische Klugheit. Man kann durchaus zwei Dinge gleichzeitig für richtig halten: Die Verbrechen der ukrainischen UPA an der polnischen Zivilbevölkerung (darunter auch Juden) im Jahr 1943 müssen klar benannt werden. Die öffentliche Demütigung Selenskyjs während eines laufenden Verteidigungskrieges gegen Russland unter Bündnispartnern ist jedoch strategisch unklug.
Es gibt einen Unterschied zwischen einer gemeinsamen historischen Kommission, Forderungen nach Exhumierungen und Gedenkarbeit, einer diplomatischen Diskussion auf Regierungsebene und einem symbolischen Akt wie der Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers. Der dürfte nur am Ende von gescheiterten Diskussionen stehen. Die Gespräche und Klärungsmaßnahmen wie einer Exhumierung laufen ja bereits.
Gerade Polen hat seit 2022 eine außerordentliche Rolle gespielt: Millionen ukrainischer Flüchtlinge wurden aufgenommen, die militärische Unterstützung war erheblich, und die polnische Gesellschaft zeigte eine Solidarität, die viele für historisch hielten.
Deshalb ist dieser Konflikt so befremdend: Er entsteht nicht zwischen Gegnern, sondern zwischen zwei Nationen, die angesichts der russischen Aggression eigentlich ein gemeinsames existenzielles Interesse haben. Verhandlungen laufen und Klärungen werden stattfinden.
Freitag, 5. Juni 2026
Oper Frankfurt a.M.: Klaus Zehelein stellt seine Autobiographie "Unerhörte Augenblicke" vor
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| Klaus Zehelein (Bildnachweis: A. T. Schäfer) |
2025 die Autobiographie des großen Theatermannes Klaus Zehelein unter dem Titel Unerhörte Augenblicke im Verlag
Theater der Zeit.
Gemeinsam mit dem Herausgeber Günther Heeg wird Zehelein sein Buch am
Dienstag, dem 9. Juni 2026, um 19 Uhr im Holzfoyer der Oper Frankfurt
vorstellen (Eintritt 10 €). Moderiert wird der Abend von Thomas Koch. Im Anschluss findet eine Signierstunde mit Büchertisch in Kooperation mit der Buchhandlung YPSILON statt.
Klaus Zehelein leitete zusammen mit Michael Gielen von 1977 bis 1987 die Frankfurter Oper und machte sie zu einem Ort der Entdeckungen und Neubefragungen von Text und Musik für die Bühne. Als visionärer Dramaturg, akribischer Denker, pragmatischer Intendant, leidenschaftlicher Vermittler, inspirierender akademischer Lehrer und Präsident des Deutschen Bühnenvereins prägte er ein halbes Jahrhundert lang die Entwicklungen des Musiktheaters wie kaum ein anderer. Dafür wurde ihm unter anderem 2023 der Deutsche Theaterpreis DER FAUST verliehen.
Kurzbiografie Klaus Zehelein
Klaus Zehelein wurde 1940 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie in seiner Heimatstadt und belegte zwischen 1959 und 1966 die Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt. Sein erstes Engagement führte ihn 1967 als Dramaturg an die Bühnen der Landeshauptstadt Kiel. Von 1970 bis 1977 war er Chefdramaturg am Staatstheater Oldenburg. Danach ging er bis 1987 in derselben Funktion und als koordinierter Operndirektor an die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Nach einer zweijährigen Tätigkeit als freier Schauspiel- und Operndramaturg in Berlin, Frankfurt, Brüssel und Wien wurde er ab 1989 künstlerischer Direktor des Hamburger Thalia Theaters. Dann folgte der Ruf an die Staatsoper Stuttgart, die er als Intendant von 1991 bis 2006 zu einem der erfolgreichsten Orte avancierten Musiktheaters machte. Im Jahr 2003 wurde er zum Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins gewählt, eine Funktion, die er bis 2015 ausfüllte. Im Jahr 2006
übernahm er die Leitung der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater in München, der er als Präsident bis 2014 vorstand.
Darüber hinaus war er als Dozent für Musiksoziologie an der Universität Oldenburg und an der State University of Minnesota sowie am Collège International de Philosophie in Paris engagiert. Er hatte Gastprofessuren an der Universität Gießen (Institut für angewandte Theaterwissenschaft) und von 1986 bis 1992 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien inne. Zuletzt leitete er als Professor den Studiengang Dramaturgie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Klaus Zehelein wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1983 mit dem Deutschen Kritikerpreis für die Dramaturgie an der Oper Frankfurt. In den Jahren 1994, 1998, 1999, 2000, 2002 und 2006 wurde die Staatsoper Stuttgart unter seiner Leitung in den Kritikerumfragen der Zeitschrift Opernwelt jeweils zum "Opernhaus des Jahres" gewählt. Die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg für besondere Verdienste wurde ihm 2001 verliehen. Im Jahr 2006 wurde Klaus Zehelein mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet, 2007 ist er zum Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste ernannt worden. Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST wurde ihm im Jahr 2023 für sein Lebenswerk verliehen.
Donnerstag, 4. Juni 2026
Severin Groebners Neuer Glossenhauer #106 - Auf Weltniveau
© Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl
Jetzt kann ich es endlich sagen.
Der Grund dafür, dass ich seit drei Wochen keinen neuen Newsletter geschrieben habe, war keineswegs eine Schreibblockade, hohe Temperaturen oder die Spargel-&Erdbeersaison, die mich gezwungen hat Spargelmarmelade und Erdbeeren mit Sauce Hollandaise zuzubereiten (übrigens die einzige Sauce, die ich kenne, die nach einem glücklosen, französischen Präsidenten benannt worden ist. Emanuel Macaron hat es wenigstens bis zu einem Windbeutel geschafft), nein, sondern: Ich war in diplomatischer Mission unterwegs.
Ja, ich hatte einen Geheimauftrag, der so geheim ist, dass ich ihn niemandem verraten darf.
Außer Euch. Das hab ich mir vertraglich zusichern lassen.
Denn niemand wird in einem satirischen Newsletter die Wahrheit vermuten.
Brillant gedacht, was?
Deshalb wurde ich auch engagiert. Weil ich intellektuell so unglaublich wendig bin. Quasi der Mycroft Holmes for Austria.
Also ist war streng geheim in New York bei der UNO unterwegs. So streng geheim, wie es nur österreichische Geheimdienste können. Ja, durch mehrere Gerichtsprozesse und geflohene Milliardenbetrüger sind wir ja international für unsere Geheimniskrämerei bekannt. Genannt wurde das ganze: Aktion Ott.
Und damit ist nicht Egisto Ott gemeint, der kürzlich in Wien wegen Spionage für Russland verurteilt wurde, sondern: Elfriede Ott.
Denn wofür war diese 2019 verstorbene Wiener Volksschauspielerin geliebt… wenn nicht sogar gefürchtet?
Genau: Für ihren schlechten Stimmsitz.
Es hieß, sie konnte mit nur zwei Sätzen aus ihrem Mund einen drei Wochen altes Brot Laib zerteilen.
So kreissägenartig war ihr Organ gewesen.
Und darum ging es auch: Um einen Stimm-Sitz. Und zwar im UN-Sicherheitsrat. Für Österreich.
Den sollte ich besorgen. Und zwar auf die österreichischste aller möglichen Arten: durch „Vernaderung“.
Also durch das aktive Schlechtmachen eines anderen hinter dessen Rücken.
Denn wer könnte Deutschland besser in der internationalen Diplomatie schlecht aussehen lassen als ich, ein in Deutschland lebender österreichischer Satiriker?
Wer?
Friedrich Merz, ja, okay.… aber der hatte gerade etwas anderes zu tun.
Also bin ich die letzten drei Wochen durch New York von Diplomat zu Diplomat getingelt und habe unangenehme Wahrheiten verbreitet:
„Look at them, they put sauce over their Schnitzel! Sauce! Do you think someone like that can organize the world?“ Hab ich gesagt.
Und: „They mix meat and fish and then they call this ugly Matsch ‚Labskaus‘! Do you want people like this to decide over peace and war?“
Und wenn das nicht half, hab ich zu härteren Bandagen greifen müssen: „They still believe in the Verbrennungsmotor! How stupid can you be in the 21th century? It’s like riding a horse in front of the Ford-factory in 1926. These guys have no plan for the future!“
Und wenn das auch nichts geholfen hat, dann musste halt die ungeschminkte Wahrheit auf den Tisch:
„Their Minister of Foreign Affairs is called What-a-fool! Can you imagine someone with that name will get respect from Trump or Putin?“
Damit war die Arbeit fast getan.
Jetzt musste ich nur noch auf den klangvollen Namen der österreichischen Außenministerin hinweisen („Meinl-Reisinger! You know… Meinl? It stands for good coffee in old times. And for good money-laundry on the Island of Jersey in 2008! (Apropos: Geld: Man kann diesen Newsletter auch unterstützen, siehe unten) And Reisinger? You can hear it: She is upcoming. She is not only rising, she is even risinger!“).
Dazu gab es österreichische Mehlspeisen und natürlich sehr viel Schmäh.
Als ich dann am Schluss noch darauf verwiesen habe, dass die deutsche Hymne eigentlich von einem Niederösterreicher stammt, der die Melodie im Burgenland den Kroaten geklaut hat, war der Stimmsitz im UN-Sicherheitsrat unser. Soviel musische Weltgewandtheit wie Österreich hat niemand.
Und damit waren die armen Deutschen aus dem Rennen. Denn womit hätten die denn für sich werben sollen? Mit ihrem Charme? Dann kann auch die Schweiz demnächst mit ihrer Küstenlinien international punkten.
Und egal, wer sonst jetzt was sagt, über die Gründe, lasst Euch nichts einreden:
Ich ganz allein hab den Sitz für Österreich im UN-Sicherheitsrat gebracht.
Und es hat nichts damit zu tun, dass die großen Länder, die den Sicherheitsrat dominieren - also Russland und China oder die USA - lieber kleine schwache Staaten da drinnen haben wollen, die man leichter manipulieren und rum schubsen kann. Nein, niemals.
Wir sind gerade als Staatswesen für unsere immense charakterliche Stärke bekannt. Eine Stärke, die sich in extremer Flexibilität ausdrückt.
Das liegt an unserer Geschichte.
Gerade wenn die Menschheit - so wie jetzt - sich in immer gefährlichere Situationen manövriert, braucht es im wichtigsten Kontrollgremium der Welt ein Land wie Österreich. Ein Land, das bereits an zwei Weltkriegen aktiv mitgewirkt hat und am Ende doch irgendwie immer ein Opfer war.
Das letzte Mal, in dem wir uns von unserem eigenen faschistischen Landsmann und seinen faschistischen Horden den hauseigenen Faschismus haben wegnehmen lassen. Und das erste Mal, in dem wir unser ganzes schönes großes, marodes Kaiserreich gegen eine kleine Republik eingetauscht haben.
Deshalb ist es ja auch kein Zufall, dass Österreich und Portugal - zwei ehemalige Imperien - jetzt die Sitze bekommen haben.
Denn die Portugiesen, und wir wissen jetzt schon, wie sich die Russen und Amerikaner bald fühlen werden.
Und die wiederum können uns und die Portugiesen anschauen und sich denken: So sieht das also aus… das postimperiale Zeitalter.
Und dann gibt es Pastéis de nata oder Apfelstrudel und die Stimmung ist gleich wieder besser im UN-Sicherheitsrat.
Oder - wie die Russen, Chinesen und Amerikaner ihn nennen - im Sicherheits-Unrat.
Das sind eben gute Schmäh. Da können die Deutschen einfach nicht mithalten.
Aber: seid nicht traurig, liebe Deutsche, dafür ist bald Fussball-WM!
Und damit ist ein „Neuer“ Anfang möglich…
Neuer…. Verstanden? Nein? Wie Euer Tormann…?
Naja, das sind eben Pointen auf internationalem Humorniveau.
groebner live:
Freitag 12.6. Frankfurt, Quartalsweise - der Vierteljahresrückblick in der Buchhandlung „Buch und Wein“
Saison-Abschluss von „ICH BIN DAS VOLK!“
Samstag 13.6. München, Lach&Schießgesellschaft
Alle Termine gibt es hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man hier lesen.
Auch die jüngste Empfehlung der Wiener Stadtzeitung Falter etwa.
groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.
In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich hier anschauen.
groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album „Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.
In der wunderbaren Sendung „Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, etwa wo man echte Freunde finden kann, wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte oder was passiert, wenn die Mächtigen dieser Welt zu Satirikern werden.*
All das erfährt man.
groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.
groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
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Mittwoch, 3. Juni 2026
Gewissenlos oder sinnvoll? Rückkehrzentren in Drittstaaten
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| Rückkehrzentren |
Im Folgenden eine strukturierte Betrachtung entlang der drei Achsen Humanität, Kriminologie und Völkerrecht, basierend auf aktuellen Entwicklungen in der EU (2025–2026). Rückkehrzentren in Deutschland oder in einem sicheren Drittland machen am meisten Sinn für Menschen, die abtauchen wollen oder müssen, z.B. Straftäter, die vom Herkunftsland nicht zurückgenommen werden. Aber müssen wir beiderseits abgelehnte Personen trotzdem durchfüttern, wenn sie auch in einem Dritt- oder Viertland leben und arbeiten können?
1. HUMANITÄRE ASPEKTE
Potenzielle Vorteile
Schutz vor Obdachlosigkeit und Verwahrlosung
Rückkehrzentren können eine geordnete Unterbringung für Personen bieten, die nicht abgeschoben werden können, aber auch keine regulären Sozialleistungen mehr erhalten.
Zugang zu medizinischer Versorgung und Beratung
Wenn Zentren gut ausgestattet sind, können sie psychosoziale Betreuung, Rechtsberatung und Rückkehrberatung bündeln.
Zentrale Risiken
Gefahr der Entmenschlichung und „Lagerlogik“: Amnesty International kritisiert, dass die EU-Rückführungsverordnung auf Zwangsmaßnahmen, Haft und Sanktionen setzt und Menschen in „rechtliche Grauzonen“ drängt.
Lange Aufenthaltszeiten bis zu 24 Monaten: Die EU-Rückführungsverordnung erlaubt Haft bzw. Freiheitsentzug bis zu 24 Monaten, wenn Personen nicht kooperieren oder als Sicherheitsrisiko gelten. Dies birgt hohes Leidenspotenzial.
Externalisierung in Drittstaaten: Rückkehrzentren in Ländern wie Uganda oder Albanien (Diskussion in Deutschland) können zu menschenrechtlich fragwürdigen Bedingungen führen, da die EU dort kaum Kontrolle über Standards hat.
Humanitäre Bewertung
Humanitär sind Rückkehrzentren nur vertretbar, wenn
- sie nicht als Strafe, sondern als Unterbringung mit Perspektive gestaltet sind,
- Rechtsberatung, medizinische Versorgung und unabhängige Kontrolle gewährleistet sind,
- Aufenthaltsdauer klar begrenzt ist,
- Drittstaaten verlässliche menschenrechtliche Standards garantieren.
2. KRIMINOLOGISCHE ASPEKTE
Potenzielle sicherheitspolitische Vorteile
Kontrolle über Gefährder und Straftäter
Rückkehrzentren können eine zeitlich begrenzte, rechtlich geregelte Kontrolle über Personen ermöglichen, die nicht abgeschoben werden können, aber ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Vermeidung von Untertauchen: Zentralisierte Unterbringung reduziert das Risiko, dass Personen sich der Abschiebung entziehen.
Bündelung von Identitätsklärung und Sicherheitsüberprüfung: Zentren können Behörden ermöglichen, Identitäten schneller zu klären und Rückführungen vorzubereiten.
Kriminologische Risiken
Radikalisierung durch Isolation: Längere Aufenthalte in restriktiven Einrichtungen können Radikalisierung fördern – ähnlich wie in überfüllten Gefängnissen.
Kriminalitätsverlagerung: Wenn Zentren schlecht geführt sind, können sie zu Orten von Gewalt, Drogenhandel oder Ausbeutung werden.
Fehlende Differenzierung: Werden Straftäter und Nicht-Straftäter gemeinsam untergebracht, entstehen neue Konflikte und Risiken, diese Gruppen dürfen nicht gemischt werden.
Kriminologische Bewertung
Rückkehrzentren können sicherheitspolitisch sinnvoll sein, wenn
- sie differenziert arbeiten (Gefährder, Straftäter, Familien, Vulnerable getrennt),
- sie professionell geführt werden (Sozialarbeit, Psychologie, Sicherheitsdienste),
- sie transparente Regeln und gerichtliche Kontrolle haben.
3. VÖLKERRECHTLICHE ASPEKTE
Rechtliche Grundlagen
Die EU-Rückführungsverordnung (2026) bildet den Rahmen für Rückkehrzentren und erlaubt u.a. Haft bis zu 24 Monaten und Sanktionen bei Nichtkooperation. Rückführungen in Drittstaaten („Return Hubs“) sind politisch beschlossen, aber rechtlich hoch umstritten.
Völkerrechtliche Risiken
Non-Refoulement-Verbot (Art. 33 GFK): Niemand darf in ein Land abgeschoben werden, in dem Folter, Verfolgung oder unmenschliche Behandlung drohen. Viele Drittstaaten gelten nicht als sicher.
Fehlende persönliche Verbindung zum Drittstaat: Amnesty kritisiert, dass Menschen in Länder geschickt werden könnten, zu denen sie keinerlei Bezug haben – völkerrechtlich fragwürdig.
Mangelnde Kontrolle über Menschenrechte in Drittstaaten: Die EU kann Standards nicht effektiv durchsetzen, wenn Zentren außerhalb ihres Territoriums liegen.
Rechtsstaatliche Grauzonen: Exterritoriale Zentren können zu „rechtsfreien Räumen“ werden, wenn unabhängige Gerichte keinen Zugang haben.
Völkerrechtliche Bewertung
Völkerrechtlich sind Rückkehrzentren nur zulässig, wenn
- der Drittstaat sicher ist,
- Rechtsmittel gegen Freiheitsentzug bestehen,
- unabhängige Kontrolle (z. B. durch UNHCR) gewährleistet ist,
- Non-Refoulement strikt eingehalten wird.
Ein rechtsstaatlich konstruiertes Rückkehrzentrum in einem Drittstaat ist kein Allheilmittel. Aber es kann unter klaren Bedingungen ein wirksames Instrument sein, um Menschenwürde zu schützen, Sicherheit zu gewährleisten und wiederholte irreguläre Einreisen aus nachvollziehbaren Gründen zu verhindern, ohne in Lagerlogik oder Menschenrechtsverletzungen abzurutschen. Es schafft Ordnung, schützt Menschen vor Schleusern und verhindert, dass Deutschland selbst neue Lagerstrukturen aufbauen muss, die historisch, politisch und gesellschaftlich hochproblematisch wären. Die Stärke eines solchen Modells liegt darin, Humanität und staatliche Souveränität gleichzeitig zu sichern.
Bei Straftätern oder Personen mit Amok‑Tendenzen gilt separate kontrollierte Unterbringung, therapeutische Maßnahmen, klare Rückkehrstrategie. Das verhindert erneute Einreisen, erneute Gefährdung, erneute Straftaten, erneute Tote und Verletzte!
Montag, 1. Juni 2026
Wie gut kann Deutschland die aktuellen Gesamtbelastungen stemmen?
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| Krisenlage in D und EU |
Besonders die Irankrise wirkt wie ein zusätzlicher Beschleuniger bereits bestehender Probleme: Sie treibt Energiepreise hoch, verschärft die Inflation und erhöht die geopolitische Unsicherheit. Die wirtschaftlichen Nachwirkungen des Iran‑Krieges haben den Inflationsdruck Anfang 2026 erneut angeheizt, nachdem sich die Lage 2025 stabilisiert hatte.
Die Preise stiegen wieder auf nahezu drei Prozent, vor allem infolge massiver Energieverwerfungen und gestiegener Risikoprämien auf den globalen Märkten. Die Energiepreise sind dabei der zentrale Übertragungskanal: Die Blockade der Straße von Hormus – durch die vor dem Krieg rund 20 % des weltweiten Ölhandels flossen – führte zu einem historischen Angebotsschock. Laut IEA fehlen seit Kriegsbeginn täglich 13 Millionen Barrel Öl, der größte Ausfall der Energiegeschichte (denkstrom.org). Der Brent‑Preis stieg zeitweise auf über 119 US‑Dollar pro Barrel, während Diesel und Heizöl in Deutschland massiv anzogen. Diesel kostete im April 2026, 2,263 EUR pro Liter, Superbenzin 2,445 EUR pro Liter. Die staatliche 17-Cent-Preisreduktion pro Liter ist zurzeit deutlich spürbar, falls das keine Illusion ist, denn der Brent-Preis ist entscheidend.
Die IEA warnt zudem, dass die globalen Reserven in Rekordtempo schrumpfen und der Markt im Sommer in eine „rote Zone“ geraten könnte (t-online.de).
Auch die konjunkturelle Erholung wird durch die Irankrise gebremst. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2026 nur ein Wachstum von 0,6 %, da der Energiepreisschock die Erholung „hart trifft“ und die Inflation auf 2,8 % steigen lässt (ifo Institut). Die deutsche Wirtschaft bleibt damit in einer Phase struktureller Schwäche gefangen: schwache Exporte, hohe Energiepreise, geringe Investitionsdynamik und eine Verwaltung, die Modernisierung nur langsam umsetzt. Ein Kurzgutachten des wissenschaftlichen Beraterkreises des BMWK zeigt zudem, dass die Irankrise weit über Energiepreise hinaus wirkt: Lieferketten werden gestört, Strompreise steigen, Gasspeicherstrategien müssen angepasst werden, und selbst Düngemittelpreise ziehen deutlich an, was die Landwirtschaft belastet (loos-dortmund.de).
Diese Diagnose wird von führenden Expertinnen und Experten geteilt. Clemens Fuest, Präsident des ifo‑Instituts, warnt seit Beginn der Energiekrisen davor, die politischen Handlungsmöglichkeiten bei fossilen Preisschocks zu überschätzen; staatliche Eingriffe könnten die Weltmarktpreise nicht beeinflussen und verschöben lediglich Lasten in die Zukunft. Claudia Kemfert, Energieökonomin am DIW Berlin, spricht angesichts des Iran‑Kriegs von der „schwersten fossilen Energiekrise unserer Zeit“ und betont, dass fossile Abhängigkeiten Deutschland erpressbar machen (diw.de). Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), warnt, dass die Blockade der Straße von Hormus die „größte Energiesicherheitskrise der Geschichte“ ausgelöst habe und die Märkte die Gefahr unterschätzen (denkstrom.org). Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, betont, dass in der Irankrise „alle Optionen offen“ seien – bis hin zu erneuten militärischen Eskalationen, die Europa und damit Deutschland unmittelbar betreffen würden (FOCUS Online). Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin, hebt hervor, dass externe Schocks wie die Irankrise auf eine bereits geschwächte wirtschaftliche Basis treffen und Deutschland ohne strukturelle Reformen zunehmend anfällig machen. „Die wirtschaftlichen Schäden sind bereits jetzt erheblich, und auch die stark verflochtene deutsche Volkswirtschaft wird die Folgen deutlich zu spüren bekommen.“ (Euronews, 08.04.2026) Und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), weist darauf hin, dass der Ölpreisschock der deutschen Volkswirtschaft bis Ende 2027 einen Schaden von 40 Milliarden Euro zufügen könnte (zdfheute.de).
--> Zusammen zeichnen diese Stimmen das Bild eines Landes, das die aktuellen Belastungen zwar bewältigen kann, aber nur, wenn es seine strukturellen Schwächen adressiert, seine Energie‑ und Sicherheitspolitik resilienter gestaltet und die geopolitischen Risiken ernst nimmt. Die Irankrise wirkt dabei wie ein Brennglas: Sie zeigt, wie eng wirtschaftliche Stabilität, Energieversorgung und geopolitische Sicherheit miteinander verwoben sind – und wie dringend Deutschland Reformen braucht, um künftigen Schocks standzuhalten. Deutschland kann die Belastungen tragen – aber nicht im bisherigen Modus. Die Irankrise verschärft Energiepreise, Lieferkettenrisiken und geopolitische Unsicherheit. Die Ukrainekrise bindet enorme finanzielle Mittel. Die Wirtschaft schwächelt strukturell. Die Verwaltung ist überfordert. Die eigentliche Gefahr ist politisch: Wenn Bürger das Gefühl haben, dass der Staat Prioritäten nicht klar kommuniziert oder Probleme nur verwaltet statt gestaltet, entsteht ein Vertrauensvakuum. Und das ist langfristig gefährlicher als jede einzelne Krise. Noch ist es nicht soweit.
Quellenverzeichnis
- Claudia Kemfert / DIW Berlin: „Schwerste fossile Energiekrise unserer Zeit“ diw.de
- IEA‑Direktor Fatih Birol: Warnung vor größter Energiesicherheitskrise der Geschichte / Hormus‑Blockade denkstrom.org
- IEA‑Warnung vor Ölpreis‑„roter Zone“ im Sommer 2026 t-online.de
- Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2026 (ifo, DIW, Kiel, IWH, RWI): Energiepreisschock dämpft Erholung ifo Institut
- Wissenschaftlicher Beraterkreis BMWK: Kurzgutachten zu Irankrise und wirtschaftlichen Folgen loos-dortmund.de
- Carlo Masala: „Alle Optionen offen“ – sicherheitspolitische Einschätzung zur Irankrise FOCUS Online
- Michael Hüther / IW: Wirtschaftliche Schäden des Ölpreisschocks (40 Mrd. €) zdfheute.de

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