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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Montag, 27. April 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #103 - Wahlwitz


Manchmal ist alles so blau, dass man da einfach durchtauchen muss… © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Wahlwitz

Schon gehört?
Elon Musk setzt jetzt auf Robotaxis. Noch sind die in der Probephase. Es gibt Probleme mit der Steuerung. Im Moment fahren sie nämlich ständig im Kreis, weil sie dauernd rechts abbiegen.

Nein, das war nur ein Witz!

Muss man heute dazu sagen, weil einerseits manche Leute das nicht gleich verstehen. Witze.
Und andererseits gibt es Meldungen, die liest man und denkt sich: Das ist doch ein Witz!
Etwa: Ein Kärntner Polizist schießt sich in Krumpendorf ins rechte Bein.
Das klingt wie ein Witz.

Ist aber keiner.
Schon deshalb, weil nicht alle Kärntner irgendwie ein Problem mit Rechtsextremismus haben.
Im Gegenteil. Ich kenn total freundliche, weltoffene Kärntner. Die können sogar slowenisch!
Gut, so betrachtet haben die dann natürlich auch ein Problem mit Rechtsextremismus, aber nicht weil sie den von Zuhause kennen, sondern, weil der von außen in Zuhause reingetragen wird.
Wie letztes Jahr am Peršmanhof, wo die Kärntner Polizei dieses Treffen von Antifaschisten… sagen wir mal… „besucht“ hat.
Aber natürlich sind auch nicht alle Kärntner Polizisten so.

Auf keinen Fall!
Schon gar nicht in Krumpendorf.
Nein! Nur weil auf dem Gemeindegebiet von Krumpendorf der Ulrichsberg liegt, wo sich ehemalige Mitglieder der Waffen-SS über Jahrzehnte regelmäßig getroffen… aber nein!
Das wäre eine zu verkürzte Darstellung.

Und nur, weil sich der arme Gesetzeshüter jetzt in sein rechtes Bein geschossen hat, heißt das nicht, dass ihm in diesem Wahrnehmungsbereich die Tiefenschärfe fehlt. Nein. Oder gar, dass er auf dem rechten Auge blind ist.

Es zeigt vielmehr, dass die Kärntner Polizei durchaus gewillt ist, gegen rechtsextreme Gliedmaßen selbst in den eigenen Reihen vorzugehen. Ha! Daran sieht man, dass Kärnten gar nicht so ist, wie es uns die Vorurteile von uns Wiener Bazi glauben machen wollen.

Es ist ja vieles anders als man denkt.
Die Ungarn zum Beispiel haben ja auch bei der letzten Wahl gezeigt, dass sie ganz anders sind als gedacht. Wenn man diese Bilder vom Budapester Donauufer (eines der wenigen Worte mit Doppel U, übrigens) gesehen hat, dann hat man sich da ja schon gefragt: Ist das noch Wahlberichterstattung oder der Live-Bericht von der ungarischen Loveparade?
So sehr haben sich die Leute gefreut in Ungarn.

Jetzt fragen sich die Ungarinnen und Ungarn nur, wie sie die ganze Kohle, die der Wahlverlierer Orban und sein Kumpel aus dem Installateurs-Business zur Seite geschafft haben, wieder kriegen.
(Wegen Kohle: Diesen Newsletter kann man auch finanziell unterstützen. Details weiter unten.)

Aber wenn wir schon von Wahlen reden:
Timmy. Der Wal. (Ja, das musste auch einmal kommen.) Der Wal, der da in der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns herumliegt. Der mag nicht schwimmen. Und sterben lässt man ihn nicht. Oder doch. Und wenn nur, weil finstere Mächte hier am Werk sind, wie führende Meeresbiologen auf TikTok und YouTube wissen. Das sind dieselbe, die vor fünf Jahren noch Virologen waren.
Denn die haben den Durchblick. Normalerweise leben nämlich Wale ewig, transportieren biblische Propheten, betreiben in ihrer Freizeit einen Wal-O-Mat (bei dem immer rauskommt, dass man die örtlichen Rechtsextremen unterstützen soll) oder heißen Willy und tauchen in Hollywoodfilmen auf.
Die wissen alles, diese Walforscher.

Dort oben an der Küste (also von der Seehöhe eigentlich unten, aber egal, das ist schon wieder zu kompliziert für die dortigen Waliser), in Mecklenburg-Vorpommern, für Freunde: Meck-Pomm (was immer so klingt, als ginge es um frittierte, in längliche Stücke geschnittene Kartoffeln eines multinationalen Systemgastronomen mit M im Namen, dort hat man nämlich Zeit für so eine gigantische Verschwörung. Donald Trump hat seine - angeblich - gestohlene Wahl und sowas wollten die dann eben auch haben. Den gestrandeten Wal. Durch sinistre Netzwerke angespült. Durch Meeres-Ökologie etwa.

Aber so einfach kann es nicht sein!
Nicht in Meck-Pomm. Denn Meck-Pomm hat zwar zahlreiche Probleme, dünne Besiedlung bei gleichzeitig hoher Arbeitslosigkeit, Nazi-Aufmärsche, fragwürdige Deals der Landesregierung mit der russischen Gas-Mafia und und und… Man könnte sich da also wirklich um einiges kümmern, gerade weil da demnächst Wahl ist (also Landtagswahl und nicht Strandlagswal) und deshalb kümmern sie sich dort auch um… was?

Um Timmy. Timmy, den Wal. Manche nennen ihn auch Hope.
Vielleicht nennen ihn auch dritte: Fisch, Delphin, Giraffe der Meere oder größter Mehlwurm der Welt. Oder vielleicht auch Balthasar. Oder Jonas. Oder Willy, weil sie das im Kino gesehen haben.
Wobei das eigentlich ein ganz ein anderer Wal war, aber egal:
Wer den Wal hat, hat die Qual.

Letztlich sind all diese Namen  genauso richtig für Timmy, wie sein Name Timmy.
Denn Timmy weiß gar nicht einmal, dass er Timmy heißt.
Denn eigentlich heißt er wahrscheinlich: Biiiiiuuuuuuuuuuuuuuuuoooooooooooooy!

Oder so ähnlich.
Ich bitte um Verzeihung für Tippfehler. Ist mein erster Versuch Walgesänge zu verschriftlichen.
Ist aber ein Trend, der im Kommen ist.

Und eigentlich gehört das Riesen-Vieh gar nicht in die Ostsee. Schon gar nicht so nah in die Lübecker Bucht, wo man im letzten Jahrhundert fröhlich Atommüll versenkt hat.
Sondern in die Nordsee. Dort in der Nordsee, wo täglich in der Deutschen Bucht Schweinswale verenden. Das interessiert aber keinen. Weil die sind klein, weit draußen am Meer, und man kann keine Insta-Story daraus machen.

Aus Timmy dagegen sehr wohl.
Auch weil man sich mit ihm so gut identifizieren kann.
Ein übergewichtiges, einsames Wesen am Strand, das schlecht Luft kriegt, … da erkennt sich schon der eine oder andere Wähler natürlich wieder.

Apropos Wiedererkennung am Strand:
In Zypern treffen sich die Spitzen der EU.
Warum dort? Weil sich in Zypern die schönsten Konflikte der Welt gut beobachten lassen.
Iranische Drohnen treffen dort britische Militäreinrichtungen, mit dem Fernglas kann man auf einen zerstörten Südlibanon oder den in Schutt und Asche liegenden Gazastreifen schauen und Abends trifft man dann im Restaurant die fröhlichsten, korruptesten russischen Oligarchen, die hier abwarten, ob die russische Wirtschaft demnächst schon krachen geht - oder doch erst in einem Jahr.

Und mit denen kann man dann ökonomische Fachgespräche führen.
Wie das mit dem Ölpreis ist. Oder ob man nicht doch langsam in die Elektromobilität investieren sollte. Und wenn ja: Wo? In China? In Deutschland? Oder gar in den USA?
Beim electronic-lunatic-oligarchic Nationalist, kurz: Elon?

Dass dem seine Autos dann alle einen Rechtsdrall haben, dürfte ja nicht so stören.
Weil es ja nur ein Witz war.

——


groebner live:

Freitag 8.5. München, 
Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen.

Und meinen Vierteljahresrückblick 
„Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, etwa wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte. Oder warum es den Wiener Opernball wirklich gibt. All das erfährt man. Und zwar hier.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64 

Samstag, 25. April 2026

Rentenreform: Wir dürfen unseren Nachkommen kein kaputtes, ausgenutztes Rentenmodell zumuten

Warum müssen wir denn ständig Renten senken?

Es wird immer wieder und wieder mehr klar, die Summe, die jetzt da sein müsste, um angemessene Renten zu zahlen, ist nicht vorhanden. Sie wurde seit Jahrzehnten für ANDERE Zwecke verwendet. Nicht etwa geliehen mit Rückzahlungsverpflichtung, nein, ganz vornehm aus dem Rententopf einfach nur ent- (sorry, nein) verwendet, damit andere, auch interessante Projekte finanziert.

Laut einer Analyse, die in der Wirtschaftswoche zitiert wird, summieren sich diese Belastungen seit 1957 auf rund 989 Mrd. €. Diese Gelder wurden nie „zurückgezahlt“, weil sie nicht als Kredit, sondern als politische Pflichtaufgaben der Rentenversicherung verbucht wurden. Damit ist klar: Es gab keine Beleihung im Sinne eines Darlehens, aber eine systematische Zweckentfremdung, deren Kosten die Beitragszahler tragen.

Eine Beleihung oder Teilauszahlung ist gesetzlich ausgeschlossen, weil die laufenden Beiträge sofort für die laufenden Renten verwendet werden. Der Staat hat der Rentenversicherung Aufgaben übertragen, die nichts mit Altersrenten zu tun haben, z. B.:

  • Ausgleich Kindererziehungszeiten
  • Mütterrente
  • Renten für Spätaussiedler
  • Renten für politisch Verfolgte
  • Rentenansprüche aus DDR‑Zeiten
  • Renten für Kriegsfolgen
  • Renten für Zeiten der Arbeitslosigkeit

Diese Leistungen sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, aber sie wurden über Jahrzehnte nicht vollständig aus Steuermitteln finanziert, sondern aus Beiträgen der Rentenversicherten. Das ist der Kern der „Beleihungsdebatte".

Wie groß ist der Schaden?

Wie erwähnt wurden der Rentenkasse 989 Mrd. € seit 1957 für versicherungsfremde Leistungen aufgebürdet. Die Bundeszuschüsse decken diese Kosten nicht vollständig. Die Differenz wurde aus Beiträgen der Versicherten finanziert. Beitragszahler haben Leistungen finanziert, die eigentlich aus Steuern hätten bezahlt werden müssen.


Die Lage zurzeit

  • Fast 1 Billion Euro andere Leistungen wurden der Rentenkasse für staatliche Aufgaben aufgebürdet.
  • Zurückgezahlt wird nichts, weil es nie als Kredit verbucht wurde.
  • Die Folgen tragen die Beitragszahler: höhere Rentenbeiträge trotz sinkender Renten, hohe Steuern.
  • Erforderlich sind Zusatzaufwendungen für private Vorsorge.

Wer zahlt das zurück?

Niemand! Und das ist das Problem. Diese Mittel wurden nicht als Kredit verbucht, sondern als „gesetzliche Aufgaben“ der Rentenversicherung. Es gibt keinen Mechanismus, der eine Rückzahlung vorsieht. Die Konsequenz: Die Rentenkasse ist strukturell geschwächt. Beitragssätze müssten stark steigen, mit ihnen die Löhne. Das Gegenteil ist der Fall: Das Rentenniveau sinkt, weil die Beiträge nicht ausreichen. Arbeitgeber wollen nicht ausufernde Rentenanteile zahlen. Zwar steigen die Steuerzuschüsse, aber nicht ausreichend. 

Warum ist das politisch relevant? 

Weil Politiker heute sagen: „Die Rente ist zu teuer.“ „Wir brauchen private Vorsorge.“ „Die Rentenkasse ist nicht nachhaltig.“ Dabei wurde ein großer Teil der finanziellen Probleme politisch selbst erzeugt, indem man die Rentenkasse als Schattenhaushalt genutzt hat.

Die strukturelle Schwächung der Rentenkasse ist das Ergebnis von 70 Jahren Politik – nicht das Versagen eines einzelnen Kanzlers, sondern von allen bisher nominierten, plus den Abgeordneten. Wer heute Reformen macht, muss diese historische Last anerkennen und korrigieren.

Ein System, das reale Kaufkraft vernichtet, die Rentenkasse zweckentfremdet, Millionen arbeitsfähige Menschen in Transfers hält und privilegierte Versorgungssysteme (Beamte, Abgeordnete) schützt, verliert zwangsläufig das Vertrauen der Bevölkerung.

Wer diese Fehlentwicklungen nicht korrigiert, trägt Verantwortung für den Verlust von Wohlstand und sozialem Zusammenhalt. Ein Rententopf verwaltet von Finanzfachleuten, angelegt in dutzende Anlageformen, gesichert und gepflegt, das wäre eine Antwort.

Warum kommt die derzeitige Bundesregierung unter Friedrich Merz jetzt mit einer Basisrente?

Einzahlung gleich Auszahlung oder, wer's riskant will, lässt 20% der jährlichen Einzahlungen am Finanzmarkt arbeiten, so die Vorstellung.

Kapitalmarktanteile der Rente

Kapitalmarktanteile der Rente generieren mit:

  • betrieblicher Altersvorsorge
  • privater Vorsorge
  • einem neuen staatlich geförderten Vorsorgedepot ab 2027
Kurz gesagt: Eine Basisrente von 1200 EUR wird garantiert und als eine Grundsicherung ausgezahlt. Dafür wird eingezahlt. Die Beiträge werden kaum gleich bleiben, sie müssen ansteigen, sonst funktioniert das nicht. Das Modell garantiert a) 100% Auszahlung oder b) 80% und 20% mit einem variablen und volatilen Kapitalmarktanteil, der eventuell mehr bringen kann. Das Risiko von Renditen oder Verlusten wird selbstverständlich auf die Bürger verlagert. Ob aus den 20 % Kapitalmarktanteil „etwas herauskommt“, hängt stark von Börsenzyklen ab – garantiert ist dort nichts. Die Rentengarantie bleibt zwar bestehen, aber das Rentenniveau sinkt doch real zumindest beim garantierten Anteil ab? Es verlieren alle, die heute über diesem Betrag gelandet wären, und es profitieren alle, die 1200 EUR nicht erreicht hätten. Die gesetzliche Rente wird also nicht mehr als Instrument zur Lebensstandardsicherung gesehen, sondern als reine Grundsicherung. Damit spielt schon wieder die große Gruppe der 5,4 Mio Bürgergeldbezieher hinein, die theoretisch auch arbeiten und Rentenbeiträge beisteuern könnten, die wirklich kranken Bezieher rausgerechnet. 

Preisfrage: Wie soll das gehen?

Um das Niveau Auszahlung gleich Einzahlung zu erreichen muss der Einzahlungsbetrag dennoch kontinuierlich um den Preissteigerungsfaktor bzw. den Kaufkraftverlust gegengerechnet und ausgeglichen werden. Gelingt das überhaupt? Ist das überhaupt vorgesehen? Unsere Einzahlungen sind bekanntlich 30 oder 40, 45 Jahre später nur noch einen Bruchteil wert, sie müssen stark ansteigen. Wer heute als junger Mensch 1200 EUR Basisrente finanziert, bräuchte in 45 Jahren erstens eine Rente von 4116 EUR um sein Leben zu finanzieren, da die Preise überall ansteigen werden, die Kaufkraft sinkt, zweitens müsste er die Beitragserhöhungen stemmen, die ebenfalls stark zulegen würden. Gehen die Löhne und Beitragshöhen nicht mit, wie sie sollen, wird kein oder ein zu kleiner Ausgleich generiert, würde er mit garantierten 1200 EUR ganz schön blöd dastehen! Absoluter Armutsfall! Er hätte dann inflationsbedingt nur ein Viertel der Rente erreicht, nämlich im Vergleich zu heute quasi einen Gegenwert von weniger als 300 EUR. An privaten erheblichen Bemühungen der Altersvorsorge kommt wohl keiner vorbei, zumal die Kaufkraft-/Inflationsfrage zum Zeitpunkt der Fälligkeit am Ende der Berufstätigkeit zurzeit nicht geklärt ist. 


Was Inflation mit der Rente macht

Zeitraum Preissteigerungs-Faktor* Kaufkraftverlust Nötige Rentensteigerung
10 Jahre 1,31 -24 % +31 %
20 Jahre 1,72 -42 % +72 %
30 Jahre 2,15 -53,5 % +115 %
40 Jahre 2,99 -66,6 % +199 %
45 Jahre 3,43 -70,9 % +243 %

* Berechnet mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,7 % p.a. Langfristiger Mittelwert in Deutschland seit 1991.

Das bedeutet konkret:

  • Nach 30 Jahren ist die Rente nur noch etwa halb so viel wert.
  • Ohne Anpassung müsste die Rente sich mehr als verdoppeln, um die Kaufkraft zu halten.
  • Reale Rentensteigerungen gleichen die Inflation oft nicht vollständig aus.

Mittwoch, 22. April 2026

Na, wer war denn da alles bei der NSDAP?

NSDAP-Veranstaltung
AI, gemeinfrei
Wollen Sie schauen, ob der eigene (Ur-)Opa oder der von nebenan früher in der NSDAP war? Der Link zur NSDAP‑Mitgliederkartei ist seit 2026 frei zugänglich und kann von jeder Person online durchsucht werden. Der Zugriff erfolgt über das US‑Nationalarchiv (NARA), das die historischen     Karteikarten digitalisiert hat. Es müssen allerdings vollständige Namen und konkrete Daten vorliegen.


 Wo genau kann man suchen? Es gibt zwei offizielle, frei   zugängliche Einstiege:

 1. Direkt im US‑Nationalarchiv (NARA)

 Hauptlink zur Serie:   https://catalog.archives.gov/id/12044361

 Interne Suchansicht:  https://catalog.archives.gov/search-   within/12044361
(catalog.archives.gov in Bing)

 Dort liegen über 16 Millionen digitalisierte Objekte,   darunter die zentralen NSDAP‑Mitgliedskarten.


2. Komfortable Suchoberfläche (brownarchive.org)

Eine zusätzliche, nichtstaatliche, aber seriöse Suchseite erleichtert die Recherche:
https://brownarchive.org  

Sie findet mit zu wenig Angaben auch nichts, durchsucht im besten Fall alle digitalisierten Mikrofilme und verlinkt direkt auf die Originalkarten im NARA‑Katalog.

Was findet man dort?

Die Karten enthalten typischerweise: Name, Vorname / Geburtsdatum und -ort / Beruf /  Mitgliedsnummer / Eintrittsdatum / Ortsgruppe; Gau / teils Porträtfotos.

Die Daten stammen aus der zentralen NSDAP‑Mitgliederkartei und der Ortsgruppenkartei, die 1945 von US‑Truppen beschlagnahmt wurden.

Wie sucht man richtig?

Die Suche funktioniert ähnlich wie bei Google:

„Nachname, Vorname“  /  „Vorname Nachname“  /  Geburtsdatum im Format xx.yy.zz oder x.y.zz  /  Kombinationen aus Name + Geburtsdatum + Ort  /

Tipp: Anführungszeichen verbessern die Trefferqualität. Beispiel: "Maier, Sepp", "01.02.16"

Zivile NSDAP-Angehörige
AI, gemeinfrei


Wichtige Hinweise

Nicht alle Karten haben überlebt — ca. 20 % der Bestände sind verloren. Ein Nicht‑Fund bedeutet also nicht automatisch, dass jemand nicht Mitglied war. Die Server des US‑Archivs sind wegen des großen Interesses zeitweise überlastet. Geduld ist nötig. Die Recherche ist für Laien manchmal kompliziert, da Mikrofilme unterschiedlich sortiert sein können.

Hintergrund: Warum liegen die Daten in den USA?

Die NSDAP‑Mitgliederkartei (ca. 50 Tonnen Papier) wurde 1945 von der US‑Militärregierung sichergestellt und später vollständig verfilmt. Die Daten dienten der Ermittlung von NS-Verbrechern. Erst seit 2026 ist der Großteil digital online.

Das Lied der neuen Zeit (Arschkriecher) (Severin Groebner) - Smartlinks

Kabarettist Severin Groebner singt ja bekanntlich auch, wer es hören will, schaue unter 

Das Lied der neuen Zeit (Arschkriecher) (Severin Groebner) - Smartlinks

Dienstag, 21. April 2026

Diskussion: Unsere Rente als solidarisch finanzierte Lebensleistung muss nicht zerschlagen werden

Der vorliegende Rentengestaltungsentwurf von Friedrich Merz wirkt wie ein Angriff auf die einzige verlässliche Sicherheit, die arbeitende Menschen in Deutschland noch haben: die gesetzliche Rente als solidarisch finanzierte Lebensleistung.

Wenn die umlagefinanzierte Rente zur bloßen „Basisabsicherung“ herabgestuft wird, bedeutet das nichts anderes als eine systematische Verschiebung der Verantwortung – weg vom Staat, hin zum Individuum. Genau das kritisieren viele Beobachter: Wer jahrzehntelang Beiträge in die Rentenkasse zahlt, soll künftig trotzdem gezwungen sein, zusätzlich erheblich privat vorzusorgen, um nicht im Alter mit einer verkommenen Mindestrente dazustehen. Und ist das einmal installiert, lässt sich auch die Sozialleistung im Alter reduzieren.



LESEN SIE HIER AUSFÜHRLICH WEITER

NTM Mannheim: EIN MENSCH. EINE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. EIN ZWIEGESPRÄCH.

Fr 08.05.2026, 20.00 Uhr 

Casino Werkhaus, Mannheim

EIN MENSCH. EINE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. EIN ZWIEGESPRÄCH.

Live-Experiment und Gespräch mit Emre Akal

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EIN MENSCH. EINE KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. EIN ZWIEGESPRÄCH.

Der aktuelle Hausautor Emre Akal erforscht in seinem Stück »Es sagt, es liebt uns« die Interaktion zwischen KI und Mensch. Dies vertiefend lädt er Sie zu einem performativen Live-Experiment ein. In einem offenen Dialog begegnet eine Schauspielerin einer ChatGPT-Stimme. Sie stellt Fragen, erzählt, provoziert, zweifelt. Die Antworten entstehen im Moment. Was geschieht, wenn ein System reagiert, ohne selbst etwas zu riskieren? Wenn es Verständnis formuliert, ohne Erfahrung zu besitzen? Wer führt hier eigentlich wen? Die Schauspielerin den Algorithmus – oder der Algorithmus die Schauspielerin?

Im Anschluss Gespräch mit Emre Akal. Moderation: Olivia Ebert

Montag, 20. April 2026

Bulgarien 2026: Wackelpartie zwischen Moskau und Brüssel

Radev, Bulgarien
AI, gemeinfrei



Der Wahlsieg von Rumen Radev bzw. seiner neuen Partei „Progressives Bulgarien“ bei der Parlamentswahl am 19. April 2026 wird vor allem als Richtungsentscheidung für Bulgarien und als Signal an die EU gewertet. Hier die wichtigsten Bedeutungen:

Trotz Wahlsieg hat Radev keine Alleinregierung. Er schließt Koalitionen mit Borissow, Peevski und dem Reformbündnis WCC-DB aus. Eine stabile Regierung ist also weiter ungewiss. Bulgarien bleibt damit eines der politisch instabilsten EU-Mitglieder, das sich noch an Russland orientiert, aber in Brüssel Geld abholt.

Radev gilt als russlandfreundlich und euroskeptisch. Das bedeutet konkret: Radev gewann mit ∼37,5% bis 45% klar vor GERB von Ex-Premier Bojko Borissow mit nur ∼13–16%. Viele Bulgaren wählten ihn primär, um Borissow loszuwerden, nicht unbedingt wegen seiner Russland-Linie.

Radev hat im Wahlkampf charmant anti-ukrainisch getrommelt. Jetzt hat er ein Mandat, das vor allem eins bedeutet: Brüssel darf raten, ob Bulgarien morgen EU-Mitglied, NATO-Partner oder russischer Briefkasten ist.

Die Ukraine-Politik Bulgariens? Wurde vom Wahlzettel direkt in die Grauzone exportiert. Mal ist man „gegen den Krieg“, mal „gegen Waffenlieferungen“, mal „für Frieden“ – und zwar genau den Frieden, den der Kreml gerade im Sonderangebot hat.




Im März bei ECM erschienen: Patternmaster, Memento und Mountain Call

 Im März erschien eine neue Aufnahme des Mark Turner Quartet. In seiner Besprechung von Mark Turners letztem Quartettalbum für ECM, Return From The Stars (2022), bezeichnete Peter Rüedi in der Weltwoche das Programm als „die denkbar schlankste, konzentrierteste und inspirierteste improvisierte Kammermusik.“ Eine treffende Beschreibung für die kraftvollen Quartettausarbeitungen des Tenorsaxophonisten, die auf Patternmaster ihre durchschlagskräftigste Form erreicht zu haben scheinen. Dabei funktioniert das neue Album in vielerlei Hinsicht zugleich wie Fortführung und Erweiterung des Vorgängers. Kompromisslose Improvisation ebenso wie kühle Kontrolle sind die antreibenden Motoren einer Gruppe, die ihr musikalisches Verständnis über Jahre hinweg auf Tour und im Studio weiterentwickelt hat. Turner und Jason Palmer entfalten Themen mit weitreichenden harmonischen Implikationen, getragen von Joe Martin am Kontrabass und Jonathan Pinson am Schlagzeug. Patternmaster, 2024 in Südfrankreich aufgenommen, wurde von Manfred Eicher produziert.

 

Es folgte in Form von Memento die erste gemeinsame Duoaufnahme von Marilyn Crispell und Anders Jormin. Bei ECM war die US-amerikanische Pianistin Crispell zuvor auf Jormins Zyklus geistlicher Lieder In Winds, In Light (2004) zu hören. Sie hat den schwedischen Bassisten als Einfluss auf ihr eigenes musikalisches Denken bezeichnet: „Als ich Anders spielen hörte, berührte es eine Saite in mir, die stark nachklang.“

Memento beginnt mit einer kraftvollen Folge auf den akustischen Raum bezogener Duo-Improvisationen, bevor es zu Kompositionen der beiden Musiker übergeht. „Three Shades of a House“ ist ein Stück, das Jormin bereits in seiner Arbeit mit Bobo Stenson vorgestellt hat (auf dessen Album Contra la indecisión), hier gespielt in den Varianten „Morning“ und „Evening“ – die erste eine Erkundung des Themas mit Crispell im Vordergrund, die zweite eine Meditation für dunkel timbrierten Bass. Crispells „The Beach at Newquay“ zeichnet die Küste Cornwalls nach, wobei Jormins hoch angesetzter Arco-Bass Möwenschreie evoziert. Das Album schließt mit „Dragonfly“, gewidmet dem Andenken an Gary Peacock. Durchgehend reagieren die Musiker auf die sensible, detailverstärkende Akustik des Auditorio Stelio Molo RSI in Lugano. Das Album wurde im Juli 2025 von Manfred Eicher produziert.

 

Außerdem erschien nach langen Jahren wieder ein Album von Miroslav Vitous bei ECM: Mountain Call präsentiert den Meisterbassisten in unterschiedlichen Ensemblekonstellationen, in denen unter anderem der französische Klarinettist Michel Portal und der amerikanische Schlagzeuger Jack DeJohnette, beide kürzlich verstorben, prominent vertreten sind. Das Album führt mehrere Tendenzen und Strömungen in Vitous’ Werk zusammen und legt Zeugnis ab von seinen vielfältigen Fähigkeiten als Improvisator, Jazzkomponist, Arrangeur und kreativer Pionier des Samplings. Der Mitbegründer von Weather Report kam Ende der 1970er-Jahre erstmals zu ECM, in einem Trio mit Terje Rypdal und Jack DeJohnette. Schon damals bildeten Miroslav und Jack eine eruptive Rhythmussektion, die später erfolgreich wieder zusammenkam – auf Vitous’ Album Universal Syncopations (2003) mit Jan Garbarek und Chick Corea. Auch auf Mountain Call kommt dieser Kombination eine zentrale Rolle zu: Bassist und Schlagzeuger interagieren dynamisch auf „Tribal Dance“ und „Epilog“, wobei ihr Spiel im letzteren Stück von Miroslavs großen Orchesterakkorden gerahmt wird. Zudem soliert Jack innerhalb von Vitous’ dreiteiligem Werk „Evolution“. In der Suite „Rhapsody“ tritt die Stimme der Bassistin Esperanza Spalding in den Vordergrund, die Vitous’ Texte singt. Mountain Call beginnt und endet jedoch mit einer Reihe funkelnd einfallsreicher Duette mit Michel Portal. Mountain Call wurde über einen Zeitraum von sieben Jahren in mehreren Sessions im Prager Studio von Vitous aufgenommen. Produziert wurde das Album von Miroslav Vitous und Manfred Eicher.

Sonntag, 19. April 2026

Hormus: Das Auf-und Zu-Spiel zwischen Mullahs und Trump (mit Karte)

Lesen Sie hier:

Hormus-Blockade: Was steckt hinter der GB+F+30-Kooperation "Freedom of Navigation"?

Hormus-Blockade: Zeichnen sich Reibereien zwischen Staaten ab?

Brandbeschleuniger: Warum eine US‑Blockade der Straße von Hormus globale Konflikte auslösen würde

So schafft Europa die Souveränität sofort: Vom teuren Öl zur elektrischen Unabhängigkeit über Verzicht! 

Blockade der Straße von Hormus – die Stopp-Uhr läuft



Aktuelle Lage





Was diese Open Street Map zeigt:


1. Persischer Golf – kompletter Stau
Der gesamte westliche Golf ist voll mit Schiffssymbolen. Besonders dicht bei:
- Kuwait, Basra, Bandar-e Mahshahr: Massiv Rot = Tanker. Die warten auf Beladung.
- Bahrain, Katar, VAE: Bunt gemischt. Tanker, Cargo, LNG. Das sind die Warteschlangen vor den Terminals.
- Straße von Hormus Eingang: Roter Klumpen direkt an der Engstelle bei Bandar Abbas. Hier staut es sich, weil niemand durchkommt.

2. Die Engstelle selbst
Genau zwischen Bandar Abbas (Iran) und der Musandam-Halbinsel (Oman) sieht man die höchste Dichte roter Tanker-Icons. Das sind die 426 Tanker, die festhängen. Die 3 km breiten Korridore sind blockiert.

3. Golf von Oman – Ausweichzone
Östlich der Meerenge, Richtung Gwadar und Karachi, verteilt sich der Verkehr wieder. Viele graue „Unknown“ und rote Tanker. Das sind Schiffe, die von der US-Blockade gestoppt wurden oder auf neue Orders warten. Man sieht auch das Cluster bei Karachi – dort kam die Shalamar heute an.

4. Die Krise
Rot = Tanker. Die dominieren das Bild komplett. Grün = Cargo, Blau = Passagiere: kaum vorhanden. Der normale Handelsmix ist weg. Es ist fast nur noch Öl, das nicht rauskommt. Daneben Türkis = Militär.

Die Schiffe stehen nicht nur „vor“ der Enge, sondern "in" der Anfahrtszone auf beiden Seiten. Die 800+ Schiffe verteilen sich vom nördlichen Golf bis in den Golf von Oman.


Samstag, 18. April 2026

Wahlsonntag in Bulgarien: Wahlbetrug und Stimmenkauf toben in den Gassen

Wahl in Bulgarien
(AI, gemeinfrei) 

Bulgarien wählt am 19. April 2026 zum achten Mal seit 2021. Nach dem Sturz der Regierung Scheljaskow und drei gescheiterten Regierungsbildungen regiert nur noch ein Übergangskabinett. In den Umfragen führt Rumen Radews neue Mitte-Links-Koalition Progresivna Bulgaria mit 30,8%, GERB folgt abgeschlagen mit 20,7%. Die alte Koalition hätte keine Mehrheit mehr. Bulgarien steht vor einer Wahl, bei der es formal um Links oder Rechts, EU oder Eigenweg geht. Faktisch geht es um die Frage: Kann eine Demokratie funktionieren, wenn ein relevanter Teil der Wähler die Stimme nicht abgibt, sondern verkauft – weil er sie zum Überleben braucht? Das ist der größte Hohn für ein gerechtes Wahlsystem. Bulgarien hat hier sehr viel zu leisten, um zur Normalität zurückzukehren. Die rechten Parteien sind absolut korrupt. 

Das Innenministerium meldet 500–600% mehr Verstöße beim Stimmenkauf als 2024, über 1 Mio. Euro wurden bei Razzien beschlagnahmt. Der Betrug ist simpel: Parteifunktionäre reichen Geld über regionale Koordinatoren an lokale „Vertrauens-personen“ weiter. Am Ende erhält der Wähler 20–50 Lewa /etwa 10-25 EUR. Nicht nur Bargeld! Im Paket sind auch Brennholz, Lebensmittel, bezahlte Stromrechnungen oder das Versprechen, dass das Jugendamt wegschaut. Geld gegen Stimme ist erst die halbe Miete. Der zweite Teil ist „kontrollierte Stimmabgabe“. Methode A: Der Wähler fotografiert den ausgefüllten Zettel mit dem Handy als Beweis. Methode B: „Dunkle Räume“ in Wahllokalen, wo ein Helfer neben der Kabine steht und beim Ankreuzen „hilft“. Methode C: Vorgefertigte Stimmzettel werden draußen übergeben und nur noch eingeworfen.

Ziel sind Arme und Prekäre – Sozialhilfeempfänger, verschuldete Dörfer, Roma-Communitys –, die das Geld bitter nötig haben.


Laut Parlaments-Dossiers entfallen 80% der Manipulationsfälle auf DPS, 20% auf GERB. Bei niedriger Wahlbeteiligung reichen 150.000 gekaufte Stimmen, um Mehrheiten zu kippen. Deshalb heißt es von allen Seiten: Nur massenhafte Beteiligung verdünnt den Effekt.

Donnerstag, 16. April 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #102 - Bergmann übernehmen Sie!

 


     Grün ist die Hoffnung! © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Bergmann, übernehmen Sie!

Ich hab jetzt diesen Newsletter dreimal angefangen und dann wieder gelöscht, weil - während ich was geschrieben habe - schon wieder etwas passiert ist. Irgendwas, was man jetzt schon wieder fast vergessen hat.

Zuerst war es die Ankündigung von Melania Trump, Gerüchten entgegen treten zu wollen, die niemand gekannt hat, und so diese Gerüchte erst weltweit in die Schlagzeilen zu bringen.
Tipp für Trump: Der Streisand-Effekt bedeutet nicht, dass man eine große Nase hat und trotzdem schön singen kann.

Dann war es die Reaktion des weißen Hauses auf die Sperrung der Straße von Humus… nein, Hormus. Das war nämlich: eine Sperrung der Straße. Eine Sperrung durch eine Sperrung aufheben… ganz ehrlich, wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Donald „Drill, Baby, drill“ Trump und das iranische „Kill, Baby, Kill“-Regime jetzt den Mitgliedern der „Letzten Generation“ zeigen, wie einen Ökologisierung der Wirtschaft wirklich geht.
Nicht ein paar Stadt-Autobahnen für ein paar Stunden sperren.
Nein, das ist was für Stümper.
Merkt es Euch zum Skandieren für die nächste Klima-Demo (Gibt’s die eigentlich noch?):
„Handelsrouten musst Du schließen / dann wird das Öl gar nicht mehr fließen!“

Dann gab es noch die Wahl in Ungarn (sehr erfreulich!) und die Erklärungen der deutschen Wirtschaftsministerin (sehr unerfreulich) und die weltpolitische Fußnote ersten Ranges: Der österreichische Bundeskanzler besucht Indien.
Ich vermute, so wie der aussieht, wird er dort für eine Renaissance des Buddhismus sorgen.

Denn das ist ja die Rolle Österreichs in der Welt - gerade in schwierigen Zeiten: Beruhigen. Entschleunigen. „Nua kane Wöhn!“
Und wer den österreichischen Kanzler schon einmal reden gehört hat, weiß: Der beruhigt. Sehr stark.

Österreich selbst aber lässt sich von der Welt am Liebsten ablenken.
Durch Theater. Oder Oper. Oder klassische Musik. Oder anderes Bühnengeschehen.
Deshalb hat es auch vor über hundert Jahren die „Salzburger Festspiele“ erfunden. Zur Ablenkung.
Und zur Geschäftsanbahnung.

Und diese Festspiele haben jetzt eine neue Chefin: Karin Bergmann.
Die hat schon mal das Burgtheater vor ein paar Jahren interimistisch geleitet, nachdem es von einem Mann in … sagen wir mal … eine Verkehrsfläche mit erhöhtem Kot-Aufkommen (vulgo: Scheißgasse, nobler: Rue de la Gack)  geführt wurde. Das war auch so eine Art Blockade damals.
Aber nach Frau Bergmann läuft es im Burgtheater wieder.

Anscheinend ist das Frau Bergmanns Job-Profil:
„Wenn Du weißt, es kann kein Mann 
/ Dann ruf doch die Bergmann an!“
(Zum Skandieren für die nächste Demo zum Gender-Pay-Gap.)

Insofern ahne ich schon, wer nach Wolfgang Kubicki die FDP übernimmt: Karin Bergmann. Und wer wird neuer Teamchef von Italien? Karin Bergmann!

Man sieht: Mit einer Frau Bergmann allein wird sich das nicht mehr ausgehen. Wir  brauchen ein Karin-Bergmann-Institut, wo Karin Bergmann viele kleine Karin Bergmanns ausbildet, damit diese dann eitle Männer beerben können, um das durch Verschmutzung immobil gewordenen Fahrzeug (vulgo: den Karren im Dreck) erneut zu mobilisieren.
Sie ist also keine Allround-Managerin, sondern eine All-Rad-Managerin.

Ich gehe jedenfalls fix davon aus, dass Karin Bergmann und ihre Schülerinnen, den Orden Carina de Fossori (kurz: die Fossoris) gründen wird, ein Orden, der sich demnächst über die Welt verbreitet.
Denn es gibt so viele zu bewegende Karren.
Wer kommt nach Wladimir Putin? Karina Bergmannova!
Wer nach Donald Trump? Carina Mountainman!
Wer nach Emanuelle Macron? Carine Mountaigne! (Ein Witz nur für Nils Minkmar.)
Wer wird der nächste Ministerpräsident von NRW? Die Kumpel-Karin!

Und, wer weiß, vielleicht werde auch ich eines Tages von einer Karin Bergmann ersetzt?
Eitel genug wäre ich, aber vielleicht noch nicht alt genug? Oder umgekehrt? Alt ja, aber nicht eitel genug?
Oder mein Karren ist noch nicht dreckig genug? Ich weiß es nicht.
Ich werde einfach Karin Bergmann fragen.
Sie wird mir sicher antworten, nachdem sie die Straße von Hornochs… äh… Hormus geöffnet hat.

In diesem Sinne: Glück auf!

____________

groebner live:

Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, 
Salmen in Hartheim

Freitag 8.5. München, 
Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen.


groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!!
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte.
Oder warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-

Über diesen Newsletter:

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Mittwoch, 15. April 2026

Blockade der Straße von Hormus – die Stopp-Uhr läuft

Küstennahe Zwangsrouten 2026
(AI, gemeinfrei)
An der Zapfsäule merkt es noch niemand, wobei die Preise schon erheblich höher sind als vorher. Doch 5.000 Kilometer entfernt entscheidet sich gerade, ob die Weltwirtschaft in den nächsten Wochen in eine Schockstarre fällt. Die Straße von Hormus – 33 Kilometer Wasser zwischen Iran und Oman an der engsten Stelle  – transportiert im Normalfall 20 Prozent des globalen Öls. Seit 13. April läuft die Uhr: Die US-Blockade iranischer Häfen ist aktiv. Der Tanker-Verkehr ist auf ein Zehntel eingebrochen.

Die Fakten: Von 130 auf 8 Schiffe pro Tag

Vor dem 28. Februar 2026 passierten täglich über 130 Handelsschiffe die Meerenge. Heute sind es 4 bis 8. Westlich von Hormus warten über 1.000 Schiffe, darunter 426 Öltanker, 34 LPG- und 19 LNG-Carrier. Pole Star Global zählte am 20. März 3.208 AIS-Signale im Stau vor dem Engpass. Die meisten Schiffe schalten ihr AIS heute sogar ab.  

Was noch fährt, fährt unter Risiko, so ein französischer Tanker. Drei Gründe würgen den Verkehr ab: Die US-Blockade mit mindestens 15 Kriegsschiffen, nicht auffindbare iranische Seeminen und flächendeckendes GPS-Jamming. 

Die Stoppuhr: Wie lange halten die Puffer?

Experten modellierten die Blockade mit 10.000 Tankern und 1.315 Häfen. Das Ergebnis: Die Zeit entscheidet alles.

Dauer Folge
0–14 Tage Nur Preisschock. Brent sprang auf >100 $/Barrel. Reserven puffern.
2–4 Wochen Raffinerien müssen auf andere Ölsorten umstellen. Dauert 7–14 Tage pro Anlage.
>4 Wochen Kaskadeneffekte. Tanker verpassen "Slots" (= feste Anlegezeiten für Betanken), Häfen verstopfen. Lieferketten reißen.
56 Tage Simulierte "Kernschmelze": Verzögerungen verstärken sich massiv.


Das Mengen-Dilemma

Durch Hormus fließen normal 20 Mio. barrel/day. Alle Pipelines, die die Meerenge umgehen, schaffen zusammen maximal 10 Mio. b/d. Saudi-Arabiens East-West Pipeline läuft bereits auf Anschlag: 5,9 Mio. b/d Export aus Yanbu am 9. März, Kapazität 7 Mio. b/d. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)-Pipeline Habshan–Fujairah schafft 1,8 Mio. b/d. Fehlmenge: mindestens 10 Mio. Barrel täglich.

Freie Förderung? Kaum vorhanden. OPEC+ hat effektiv nur 3,2–3,7 Mio. b/d Reservekapazität. Davon 2,0–2,3 Mio. in Saudi-Arabien, 0,8–1,0 Mio. in den VAE. Der Rest liegt am Golf – und müsste selbst durch Hormus. 

Wer zahlt die Rechnung?

Asien zuerst. China importiert jährlich für 97 Mrd. $ aus Golfstaaten, Indien für 74 Mrd. $, Japan für 63 Mrd. $ – größtenteils Öl, LNG und Ölprodukte. Peking hat 160 Mio. Barrel auf See gebunkert. Das reicht bei 1,8 Mio. b/d Import für etwa 90 Tage. Danach muss China auf Russland umstellen oder die Industrie drosseln.

Die Märkte wetten bereits auf Eskalation. Brent eröffnete nach Kriegsbeginn bei 85–90 $, nach einem Schluss von 73 $. Die IEA gab 400 Mio. Barrel aus strategischen Reserven frei: 6,7 Mio. b/d für 60 Tage. Das deckt nur ein Drittel des Hormus-Ausfalls.

Das Endspiel: Preis statt Menge

Ein Importland wie Deutschland kann Verträge binnen Tagen auf Norwegen oder die USA umstellen. Die physischen Barrel brauchen aber 30–60 Tage über den Atlantik. Umswitchen rettet nicht vor der Uhr. Nach vier Wochen Blockade hilft nur noch Verbrauch senken.

Die Straße von Hormus zeigt 2026 das brutale Gesetz der Geographie: Wer das 33-Kilometer-Nadelöhr beherrscht hält die Weltwirtschaft in Geiselhaft. Jeder Tag Blockade kostet Milliarden. Die Stoppuhr läuft – und niemand weiß, wann der "GAU" kommt. Die USA verlegen aktuell noch 6000 weitere Soldaten und Flugzeugträger in die Krisengegend. 



Weiterlesen: 

Brandbeschleuniger: Warum eine US‑Blockade der Straße von Hormus globale Konflikte auslösen würde