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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Freitag, 6. November 2026

Luftfahrtgeschichte in Nebraska

 

Fluggeschichte in Nebraska

Charles Baysdorfer im Flug, Omaha World-Herald, 27. November 1910.
Archivsignaturen: RG3882.PH1-599, RG3542.PH111-14,
RG3474.PH-4025, RG2929.PH3-P.




In der Nähe der Ortschaft Waterloo im US-Bundesstaat Nebraska gelang Charles Baysdorfer am 21. November 1910, vor nunmehr 116 Jahren, ein historischer Erfolg: Er wurde zum ersten Einwohner Nebraskas, der ein Flugzeug steuerte, und zugleich zum ersten Piloten, der ein in Nebraska gebautes Flugzeug flog.

Dieses Ereignis, das sich fast sieben Jahre nach den ersten Flugversuchen der Gebrüder Wright ereignete, war nur eines von vielen Beispielen dafür, wie Menschen aus Nebraska die Geschichte der Luftfahrt mitprägten. Da der November als Monat der Luftfahrtgeschichte begangen wird, bietet sich jetzt eine gute Gelegenheit, auf die Entwicklung der Fliegerei in Nebraska zurückzublicken.

Schon vor Baysdorfer hatten sich andere Menschen in die Lüfte gewagt – allerdings noch nicht mit Flugzeugen. Einige Einwohner Nebraskas sprangen mit Fallschirmen aus Heißluftballons oder versuchten sich mit frühen Gleitflugzeugen am Fliegen.

Einer von ihnen war Ulrick Sorensen. Im Jahr 1909 startete er seinen Gleiter von einem Heißluftballon aus. Es sollte sein letzter Flug werden.

Ein Jahr später, im Juli 1910, kamen die ersten Flugzeuge nach Nebraska. In Omaha fand eine Luftfahrtschau statt, bei der berühmte Piloten wie Glenn Curtiss ihre Flugkünste vorführten und den Einwohnern Nebraskas erstmals die Welt der Flugzeuge näherbrachten.

Noch im selben Jahr sollte Charles Baysdorfer seinen ersten Flug absolvieren. Auch andere technisch begabte Familien in Nebraska versuchten sich am Bau eigener Flugzeuge, darunter die Brüder Savidge.

In dieser frühen Phase der Luftfahrt war das Fliegen ausgesprochen gefährlich, und zahlreiche Flugpioniere verloren ihr Leben. Die Familie Baysdorfer hatte Glück: Sie musste lediglich einen schweren Absturz im Jahr 1917 verkraften. Den Brüdern Savidge erging es weniger gut. Nach diesen Unfällen gaben beide Familien ihre Aktivitäten in der Luftfahrt auf.

In den 1920er- und 1930er-Jahren begann man in Nebraska, Flugzeuge zunehmend für praktische Zwecke einzusetzen und nicht mehr nur für waghalsige Kunststücke. Im September 1920 nahmen Piloten damit eine neue Aufgabe auf: Sie begannen, für den US-amerikanischen Luftpostdienst Postsendungen zu befördern.

Die ersten Piloten mussten bei ihren Flügen quer durch das Land zunächst auf Tageslicht beschränkt bleiben. Mit der Verbesserung der Flugtechnik und der Navigationsverfahren wagten sie sich später auch in die Nacht.

In den 1930er-Jahren wurde der Luftpostdienst zunehmend von privaten Unternehmen wie Boeing oder United Airlines betrieben. Doch erst der ursprüngliche staatliche US-Luftpostdienst hatte die Grundlagen dafür geschaffen.

Eine dieser Luftpostpilotinnen war Evelyn Sharp aus Ord, Nebraska. Sie gehörte zu den ersten Frauen, die als Pilotinnen im Luftpostdienst tätig waren. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie außerdem bei den WASP (Women Airforce Service Pilots), einer Organisation weiblicher Pilotinnen, die für die amerikanischen Luftstreitkräfte Aufgaben übernahmen.

Die Geschichte von Evelyn Sharp zeigt zugleich, dass das Fliegen trotz der rasanten technischen Fortschritte auch in den 1940er-Jahren noch immer mit erheblichen Gefahren verbunden war.

Die Luftfahrtgeschichte Nebraskas ist reich an weiteren bemerkenswerten Ereignissen und Persönlichkeiten. Wer mehr über die Menschen erfahren möchte, die die Entwicklung der Luftfahrt in diesem Bundesstaat geprägt haben, findet weitere Informationen in der Aviation Hall of Fame von Nebraska (Ruhmeshalle der Luftfahrt Nebraskas).

PATHOS theater München: Lyrik und Literatur im November und Dezember

 

ECM: Keith Jarrett - ROMA

Heute erscheint Roma, die fünfte und letzte Konzertaufnahme aus Keith Jarretts hochgelobter letzter Europa-Solotournee des Jahres 2016. Das Konzert wurde am 12. Juli 2016 in der Sala Santa Cecilia in Rom aufgezeichnet. Mit dieser Veröffentlichung findet die Reihe ihren Abschluss – mit Musik, die selbst innerhalb dieser bemerkenswerten Konzertserie eine ganz besondere Stellung einnimmt.


Keith Jarrett

Roma

Klavier: Keith Jarrett

Erhältlich als CD und Doppel-LP.

ECM 2880

Wie die italienische Tageszeitung La Repubblica damals anlässlich des Konzerts schrieb:

„Letztlich zelebriert Jarrett ein zeitloses Ritual – eines, das in gewisser Hinsicht so alt ist wie die Menschheit selbst. Er erweist dem Akt des Schöpferischen seine Reverenz, der spontanen Komposition, und er tut dies vor einem Publikum, indem er die Zuhörer an der Spannung und Begeisterung des Entdeckens teilhaben lässt.“

„Roma klingt, wenn auch nicht gerade wie eine vollständige Offenbarung, so doch nach etwas ganz Besonderem. [...] Niemand macht es besser. Von diesem Moment an ist Roma ein uneingeschränkter Triumph.“

– UK Jazz News

Sonntag, 1. November 2026

Nicole Johänntgen im November '26



 Nicole News November

Photo by Daniel Bernet












On tour

29.10.26 Zürich, Musik Hug
30.10.26 Rorschach, Jazz Night
31.10.26 Basel, Geburtstag Privat
04.11.26 Basel, Barakuba
05.11.26 Bern, Villa Stucki
06.11.26 Insel Rheinau, Hochzeit
07.11.26 Weesen, November Blues
10.11.26 Bern, Tuesday Jam
12.11.26 Aberdeen, Rusty Nail
13.11.26 Dundee Jazzfestival
14.11.26 Dundee Jazzfestival
15.11.26 Edinburgh, Whighams
17.11.26 Zürich, Moods  
20.11.26 Moosach, Festival
11.12.26 Saarbrücken, Kettenfabrik
22.12.26 Kaiserslautern, Kammg.
23.12.26 Kaiserslautern, Kammg.
     



 

Hallo liebe Musikfans,

Musik ist heilsam. Die Henry-Tour war einfach wunderbar. Dank allen Veranstaltenden und dem Publikum hatten wir eine großartige Zeit. Nun geht es live weiter in verschiedenen Konstellationen und ich freue mich, euch hier und da zu treffen. Grad erfahren, dass das Konzert heute Abend öffentlich ist. Mit Victor Belinda im Duo zur Neueröffnung von Musik Hug in Zürich, Talacker 21.

Vor allem freue ich mich, mal wieder in Bern zu spielen. Kommt ihr vorbei? Donnerstag, 5. November um 20 Uhr mit dem Gitarristen und Sänger Peter Finc. Ich spüre es schon, dass es ein wunderbarer Abend wird. Kommt in Scharen!

--> Wer jetzt bereits ein Weihnachtsgeschenk sucht, wird auf meiner CD-Seite sicherlich fündig: Henry IV. Oder verschenkt einen Gutschein im Wert eines Saxophon-Tages-Workshops in Weinfelden oder kauft einen Weihnachtskalender mit täglichen Musik-Übungen für jedes Niveau und jedes Instrument. Die Übungen machen Spaß.  


NEWS

Saxophon-Workshop

  • Es hat noch einen Platz frei beim Juli-Saxophon-Workshop im Berner Oberland vom 22. bis 25. Juli 2027.
  • Es hat noch vier Plätze frei bei meinem ersten Tages-Workshop in Weinfelden am 3. April, 10 bis 17 Uhr.

Bei Interesse melden! Alle anderen Workshops sind bereits, sage und schreibe, ausgebucht. Aber es kann immer mal wieder sein, dass jemand abspringt. Ich nehme alle an – von denen, die gerade erst angefangen haben, bis hin zu den Profis. Jede Person ist herzlich willkommen.

Saxophon-Kalender

Auch in diesem Jahr gibt es wieder Musik-Adventskalender für 11 Euro inklusive Versand. Sie treffen am 15. November bei mir ein. Ihr könnt sie gerne bei mir bestellen. 2025 habe ich die gleiche Aktion gemacht und da sind auch noch 10 Kalender übrig. Wer noch keinen hat, bitte einfach bestellen. Diese verkaufe ich für 8 Euro oder mit dem neuen im Paket für 14 Euro total.  

     

www.NicoleJohaenntgen.com





Donnerstag, 29. Oktober 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #116 - Immer was zu feiern

 

Partystimmung im Bild ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl











Immer was zu feiern

Jetzt ist bald Nationalfeiertag.
„Was?“, denkt sich da die Leserschaft aus der Bundesrepublik, „der war doch gerade.“ Ja, stimmt. Allerdings nur der deutsche. Der österreichische steht dagegen vor der Tür.
Wer jetzt sagt: „Da mach halt nicht auf!“, dem sei gesagt: Hilft nichts. Der kommt da trotzdem durch. Daran sieht man schon: Nationalfeiertage sind komisch. Seltsam. Immer ein bißchen spooky (sie kommen durch die geschlossene Tür). Und Nationalfeiertage sind immer eine gute Gelegenheit für lange Reden, Militäraufmärsche und Nichts-Tun.

Wenn ich beide Staatsbürgerschaften hätte - die österreichische und die deutsche - dürfte ich zweimal im Oktober blau machen. Defacto schaut’s anders aus: Am 3. Oktober war ich in Tirol und am 26. werde ich in Frankfurt sein.
Obendrein bin ich Freiberufler - ich arbeite also eh immer.

So wie jetzt gerade. Und mitten in der Arbeit frage ich mich, ob es genügend Länder auf der Welt gäbe, deren Nationalität ich annehmen könnte, um das ganze Jahr Nationalfeiertag zu feiern - und deswegen auch frei zu haben.
Eine kurze Recherche zeigt: Natürlich nicht. Es gibt 195 Länder, die in der UNO einen Sitz haben und das Jahr hat 365 Tage. Zieht man allerdings die 52 Sonntage ab, die ja ohnehin schon frei sind (darum gehts ja), bleiben nur mehr 313.
Und 313 ist - wie jeder gebildete Mensch weiß - die Autonummer von Donald Duck und das…
… hilft uns auch nicht weiter.

Darüber hinaus müssten ja auch alle Nationen an unterschiedlichen Tagen Feiertage haben.
Davon ist keineswegs auszugehen. Die Recherche gibt dem Zweifel recht.
So haben etwa Kuba, die Slowakei und der Sudan alle am 1. Jänner was zu feiern.
Tuvalu, Palau und Nigeria aber am 1. Oktober.
Obendrein nehme ich an, dass kaum eine christliche Nationen den 23. Dezember als Nationalfeiertag hat.
Weiter recherchiert. Ja, ist auch so.

Der 24. Dezember gleich danach ist übrigens nicht der Nationalfeiertag des Vatikans. Nein, der Kirchenstaat feiert immer den Beginn des Pontifikats des amtierenden Papstes als Nationalfeiertag. Insofern könnte es der 23. Dezember nochmal schaffen.
Meine Recherche hat mir allerdings auch gezeigt, dass der 21. Dezember der internationale Tag des Orgasmus ist. Ich weiß nicht, ob man da frei kriegt. Und ob der überall begangen wird.
Sollte er aber. Die Leute wären - gerade so kurz vor Weihnachten - sicherlich ein bisschen entspannter.

Um ständig frei zu haben, könnte man ja natürlich auch religiöse Feiertage dazu nehmen. Oder auch ideologische. Ich weiß allerdings nicht, wie glaubhaft man dann ist, als hindu-christlicher-jüdischer-moslemischer Buddhist und überzeugter Bahai, der sich selbst als einen faschistisch-liberalen Marxist bezeichnet und mit 150 Pässen in der Tasche herum rennt.
Und das alles während man einerseits ständig jemanden sucht, mit dem er den Internationalen Tag des Orgasmus feiern kann, andererseits aber jeden zweiten Tag gar nichts tut, weil einem das entweder seine Nation oder seine Religion oder sein Vibraphon verbietet.

Obendrein gibt es ja dann noch so seltsame andere Tage.
Da feiert man nicht, aber es sind auch keine normalen Tage, an denen man einfach so einen Auffahrunfall verursacht, Nudeln kocht oder seine Kreditkarte verlängert.
Der erste Mai etwa.
Oder der 9. November. Den nennt man ja den „Schicksalstag der Deutschen“ und das nicht, weil an dem Tag Hedy Lamarr - die österreichische Erfinderin und Schauspielerin - Geburtstag hatte.
Nein.
Und es hat auch niemand frei. Dafür werden Reden gehalten.
Dafür wird an dem Tag alle paar Jahrzehnte entweder ein neues Staatswesen begründet, ein altes abgeschafft, oder man brennt in Deutschland und Österreich ein paar Gotteshäuser nieder und beginnt damit seine Nachbarn umzubringen.

Und warum? Weil es der 313. Tag des Jahres ist?
Und weil 313 bekanntlich die Autonummer von Donald Duck ist?
Sicher nicht.

Aber dass ich jetzt Donald Duck mit dem 9. November und Hedy Lamarr zusammen recherchiert habe, freut mich dann schon.
Das muss ich feiern.

Und dazu gibt es ja sichtlich immer einen Grund.

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groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal.
Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wurde gerade mit dem
„Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.
Wir waren - unter sehr viele anderen - sogar in den
Hauptabendnachrichten des ORF.
G’schamster Diener.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Zum Beispiel:

24.10.
München Schlachthof
25.10.
Merkendorf Steingruberhaus

3.-5.11.
Wien Theater Drachengasse
6.11.
Kaisheim Kleinkunstbrauerei Thaddäus
7.11. F
rankfurt/Heddernheim Habel-Elf
10.11.
Linz Posthof
13.& 14.11.
München Lach&Schiess im TamS
19.11.
Wolkersdorf BaBü

Und meinen Jahresrückblick gibt es auch wieder:
27.11. in Offenbach im Filmklubb

Und mein
neues Buch ist jetzt auch endlich heraussen.
Es heißt wie das Programm
„ICH BIN DAS VOLK!“
Denn das ist ja ein Manifest, also muss man das auch in der Hand halten können, sonst wäre es Maniflux (kleiner Witz für Lateiner)
Am 30.10. gibt es in Frankfurt die Buchpräsentation. Natürlich im
Buch&Wein

Da freu ich mich schon sehr.
Was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man und Frau und mensch übrigens
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich
hier anhören.

Auch zu hören:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“.

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was das Gletschereis alles so beherbergt. Oder eben nicht mehr.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
Und der Zeitung
„Die Presse“ auch.

——-

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Frieden mit Russland – aber nicht auf Kosten der Ukraine und Europas

 

Verhandlungsmodelle, die den Krieg beenden könnten, ohne die Ukraine stillzulegen und Europa zur Unterordnung zu zwingen

Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland stehen vor einem grundlegenden Widerspruch. Moskau will nicht nur die Kampfhandlungen beenden, sondern auch die politische und militärische Zukunft der Ukraine beeinflussen. Zu den russischen Forderungen gehören territoriale Zugeständnisse, der Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft, Beschränkungen der ukrainischen Streitkräfte und der Ausschluss bestimmter Formen westlicher Militärpräsenz. Darüber hinaus beansprucht Russland Einfluss auf die europäische Sicherheitsordnung.

Doch eine Grenze darf nicht überschritten werden: Ein Frieden kann nicht darin bestehen, dass der Angegriffene seine Verteidigungsfähigkeit aufgibt und seine Nachbarn ihre politische Selbstbestimmung einschränken, damit der Angreifer sich sicherer fühlt. Das würde den Krieg vielleicht unterbrechen, aber zugleich die Voraussetzungen für einen neuen schaffen.

Die Alternative ist weder ein endloser Krieg noch die Erfüllung sämtlicher russischer Forderungen. Gesucht werden müssen Kompromisse, die einen Waffenstillstand ermöglichen, ohne die Souveränität der Ukraine preiszugeben oder Europa einer russischen Ordnungsvorstellung zu unterwerfen.

Der Maßstab lautet: Russland darf seine Sicherheitsinteressen in Verhandlungen vertreten. Es darf daraus aber kein Recht ableiten, über die Zukunft seiner Nachbarn zu bestimmen.

1. Was nicht verhandelbar sein darf: die politische Stilllegung der Ukraine

Bei den russischen Forderungen muss zwischen unterschiedlichen Sachverhalten unterschieden werden. Eine freiwillig vereinbarte Neutralität mit einer starken ukrainischen Armee ist etwas anderes als eine Neutralität, die das Land wehrlos zurücklässt. Ein Waffenstillstand entlang der Frontlinie ist etwas anderes als die völkerrechtliche Anerkennung erzwungener Annexionen. Und gegenseitige Rüstungskontrolle ist etwas anderes als ein russisches Vetorecht über die Außen- und Sicherheitspolitik anderer Staaten.

Die Ukraine muss ihre Verteidigung organisieren und ihre internationalen Beziehungen selbst bestimmen können. Europa muss seinerseits frei entscheiden dürfen, welche Sicherheitsgarantien es übernimmt und mit welchen Staaten es militärisch zusammenarbeitet.

Sicherheit ist ein legitimes Verhandlungsinteresse. Ein Vorrecht auf die politische Entscheidungsfreiheit anderer Staaten ist es nicht.

Auf dieser Grundlage lassen sich mehrere Lösungsmodelle entwickeln.

2. Waffenstillstand entlang der Frontlinie

Der unmittelbarste Weg zur Beendigung des Sterbens wäre ein Waffenstillstand entlang einer vereinbarten Kontaktlinie. Beide Seiten stellen ihre offensiven Kampfhandlungen ein. Eine internationale Mission überwacht die Vereinbarung, dokumentiert Verstöße und ermöglicht die Klärung militärischer Zwischenfälle.

Die territoriale Frage würde zunächst offengehalten. Russland behielte vorerst die tatsächliche Kontrolle über die besetzten Gebiete; die Ukraine müsste diese jedoch nicht als russisches Staatsgebiet anerkennen. Die Waffenstillstandslinie wäre keine international anerkannte Grenze.

Für Russland wäre dies eine Möglichkeit, die Kämpfe zu beenden, ohne sämtliche besetzten Gebiete sofort aufzugeben. Für die Ukraine bedeutete es, Menschenleben zu retten, den Wiederaufbau voranzutreiben und ihre Verteidigungsfähigkeit zu erhalten.

Das größte Risiko bestünde darin, dass eine Seite die Feuerpause lediglich zur Vorbereitung eines neuen Angriffs nutzt. Deshalb wären eine verlässliche Überwachung, klare Regeln für Verstöße und vorab vereinbarte Konsequenzen unverzichtbar.

Ein solcher Waffenstillstand wäre noch kein endgültiger Frieden. Er wäre aber ein erster Schritt, auf dessen Grundlage die schwierigeren Fragen ohne den täglichen Zwang militärischer Eskalation verhandelt werden könnten.

3. Neutralität ohne Wehrlosigkeit

Russland lehnt eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine ab. Eine mögliche Kompromisslösung könnte darin bestehen, die Frage der Bündniszugehörigkeit von der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit zu trennen.

Denkbar wäre eine vertraglich vereinbarte Neutralität, sofern die Ukraine ihr freiwillig zustimmt. Im Gegenzug müsste sie ihre Streitkräfte in ausreichender Stärke behalten, ihre Verteidigungsindustrie weiterentwickeln und verbindliche Sicherheitsgarantien erhalten.

Eine solche Neutralität wäre nicht mit Entwaffnung gleichzusetzen. Die Ukraine könnte weiterhin Waffen beschaffen und produzieren, ihre Streitkräfte ausbilden und mit europäischen Staaten bei Verteidigungstechnologien zusammenarbeiten.

Entscheidend wäre die Qualität der Sicherheitsgarantien. Sie dürften nicht bei politischen Absichtserklärungen stehen bleiben, sondern müssten konkrete Verpflichtungen für den Fall eines erneuten Angriffs enthalten.

Ein solcher Kompromiss wäre schwierig, aber grundsätzlich vorstellbar. Er wäre jedoch nur dann tragfähig, wenn die Ukraine selbst über seine Annahme entscheidet und ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung erhalten bleibt.

4. Gegenseitige Sicherheitsvereinbarungen statt russischer Vorherrschaft

Russische Sicherheitsinteressen können Gegenstand von Verhandlungen sein, ohne dass Moskau ein Mitspracherecht über die politischen Entscheidungen seiner Nachbarn erhält.

Möglich wären Vereinbarungen über die gegenseitige Ankündigung größerer Militärmanöver, Transparenz bei bestimmten Truppenbewegungen, Kommunikationskanäle zur Vermeidung gefährlicher Zwischenfälle und überprüfbare Beschränkungen einzelner Waffensysteme in vereinbarten Grenzregionen.

Auch neue Rüstungskontrollvereinbarungen könnten dazu beitragen, militärische Risiken zu verringern.

Der Grundsatz müsste dabei lauten: Was Russland an Sicherheit gewinnt, darf nicht durch einen Verlust ukrainischer Sicherheit erkauft werden.

Solche Vereinbarungen müssten deshalb auf Gegenseitigkeit beruhen. Sie dürften weder die ukrainische Verteidigung entwerten noch Russland ein Vetorecht über europäische Bündnisse verschaffen.

Eine europäische Sicherheitsordnung kann nur dann dauerhaft funktionieren, wenn sie die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, ohne die Souveränität einzelner Staaten aufzuheben.

5. Sanktionen gegen überprüfbare Gegenleistungen

Auch die Sanktionen gegen Russland könnten Bestandteil eines Abkommens werden. Eine vollständige Aufhebung bereits zu Beginn eines Waffenstillstands wäre jedoch problematisch, solange die Einhaltung der Vereinbarungen nicht gesichert ist.

Sinnvoller wäre eine schrittweise Lockerung: Einzelne Sanktionen würden erst dann ausgesetzt, wenn Russland konkrete Verpflichtungen nachweislich erfüllt. Bei schweren Vertragsverletzungen könnten zuvor festgelegte Maßnahmen automatisch wieder in Kraft treten, soweit dies rechtlich und politisch vereinbart werden kann.

Dabei müsste zwischen unterschiedlichen Sanktionsarten unterschieden werden. Beschränkungen für militärisch relevante Technologien und Rüstungsunternehmen verfolgen andere Zwecke als Maßnahmen in sonstigen Wirtschaftsbereichen.

Ein solches Modell würde wirtschaftliche Erleichterungen an überprüfbares Verhalten binden, statt sie als Vorschuss für einen lediglich versprochenen Frieden zu gewähren.

Sanktionserleichterungen wären damit eine Gegenleistung für die Einhaltung des Abkommens – keine Belohnung für die bloße Unterzeichnung.

6. Territorialfragen vertagen, ohne sie preiszugeben

Die territorialen Forderungen gehören zu den schwierigsten Hindernissen. Russland beansprucht die Krim sowie die ukrainischen Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Die Ukraine lehnt die Anerkennung dieser Annexionen ab.

Ein möglicher Kompromiss bestünde darin, die tatsächliche militärische Kontrolle zunächst von der völkerrechtlichen Zuordnung zu trennen. Eine vereinbarte Waffenstillstandslinie würde festhalten, wo die Kämpfe enden, ohne daraus eine international anerkannte Grenze zu machen.

Die endgültige Statusfrage könnte langfristigen Verhandlungen vorbehalten bleiben. Die Ukraine müsste ihre territorialen Ansprüche nicht aufgeben, während Russland vorerst die von ihm kontrollierten Gebiete behielte.

Das wäre keine abschließende Lösung und für beide Seiten mit erheblichen politischen Schwierigkeiten verbunden. Es könnte jedoch verhindern, dass die territoriale Frage jede Möglichkeit einer Einstellung der Kampfhandlungen blockiert.

Voraussetzung wäre, dass ein Abkommen ausdrücklich festhält: Die Waffenstillstandslinie stellt keine Anerkennung der Annexionen dar. Eine spätere politische Lösung müsste gesondert ausgehandelt werden.

7. Sicherheitsgarantien, die tatsächlich tragen

Ein Waffenstillstand allein schützt die Ukraine nicht vor einem erneuten Angriff. Deshalb müssten europäische Staaten und gegebenenfalls weitere Partner verbindliche Sicherheitszusagen übernehmen.

Dazu könnten langfristige Waffenlieferungen, gemeinsame Rüstungsproduktion, Luftverteidigung, Aufklärung, die Ausbildung ukrainischer Streitkräfte und ein abgestimmtes Vorgehen bei einem erneuten russischen Angriff gehören.

Entscheidend wäre, dass die Garantien praktisch vorbereitet werden. Ein Vertrag, der lediglich Konsultationen vorsieht, könnte unzureichend sein, wenn eine neue Offensive innerhalb weniger Stunden beginnt.

Die Vereinbarung müsste daher festlegen, welche Unterstützung im Ernstfall geleistet wird, welche Staaten welche Aufgaben übernehmen und welche wirtschaftlichen oder diplomatischen Konsequenzen ein Vertragsbruch auslöst. Ob darüber hinaus eine militärische Intervention zugesagt wird, wäre eine gesondert zu klärende politische Entscheidung.

Die Ukraine müsste ihre Verteidigungsfähigkeit auch nach einem Waffenstillstand erhalten. Sie dürfte nicht darauf angewiesen sein, dass Russland freiwillig auf weitere Gewalt verzichtet.

8. Europa braucht eine eigene Verhandlungsposition

Die europäischen Staaten haben ein unmittelbares Interesse daran, den Krieg zu beenden. Sie müssen aber zugleich verhindern, dass ein Abkommen ihre Sicherheitsordnung dauerhaft schwächt.

Europa sollte deshalb mit einer eigenen Position auftreten, statt seine Haltung ausschließlich aus Vorschlägen Washingtons oder Moskaus abzuleiten. Diese Position müsste drei Grundsätze verbinden: die Souveränität der Ukraine, die Entscheidungsfreiheit der europäischen Staaten und die Bereitschaft zu gegenseitigen, überprüfbaren Vereinbarungen über militärische Risiken.

Über Rüstungskontrolle, Truppenbewegungen und militärische Transparenz lässt sich verhandeln. Nicht akzeptabel wäre dagegen ein russischer Anspruch, anderen Staaten ihre Bündnisse oder ihre Verteidigungspolitik vorzuschreiben.

Das wäre weder eine Politik der Konfrontation um ihrer selbst willen noch eine Politik der Unterordnung. Es wäre der Versuch, Sicherheit durch Regeln, Gegenseitigkeit und glaubwürdige Abschreckung zu schaffen.

9. Ein möglicher Verhandlungsfahrplan

Die verschiedenen Lösungswege könnten in einem abgestuften Verfahren miteinander verbunden werden:

Erstens: Einstellung der Kampfhandlungen, Überwachung der Kontaktlinie und Verfahren zur Klärung von Verstößen.

Zweitens: Humanitäre Vereinbarungen über Gefangenenaustausch, die Rückführung verschleppter Menschen, humanitäre Zugänge und die Räumung von Minen.

Drittens: Verhandlungen über Sicherheitsgarantien, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine, militärische Transparenz und mögliche Rüstungskontrolle.

Viertens: Gespräche über die territorialen Fragen, ohne die Anerkennung russischer Annexionen zur Vorbedingung für einen Waffenstillstand zu machen.

Fünftens: Schrittweise wirtschaftliche Normalisierung gegen überprüfbare russische Gegenleistungen sowie langfristige Finanzierung des ukrainischen Wiederaufbaus.

Sechstens: Entwicklung einer europäischen Sicherheitsordnung, die militärische Risiken verringert, ohne einem Staat die politische Zukunft seiner Nachbarn zu überlassen.

Dieser Fahrplan ist ein Verhandlungsvorschlag, kein bereits ausgehandelter Plan. Die einzelnen Phasen könnten sich überschneiden. Entscheidend wäre, dass nicht sämtliche territorialen und politischen Fragen gelöst sein müssen, bevor die Kämpfe enden können.


Frieden durch Kompromiss – nicht durch Unterwerfung

Ein Ende des Krieges ist dringend erforderlich. Doch die Dringlichkeit des Friedens darf nicht dazu führen, dass die Forderungen des Angreifers automatisch zum Maßstab des Kompromisses werden.

Die Alternativen sind vorhanden: ein Waffenstillstand ohne automatische Anerkennung der Annexionen, eine mögliche Neutralität ohne Entwaffnung, gegenseitige Sicherheitsvereinbarungen, überprüfbare Sanktionslockerungen und belastbare Garantien für die Ukraine.

Keine dieser Lösungen wäre einfach. Sie verlangen politische Entscheidungen und die Bereitschaft, vorläufige Regelungen zu akzeptieren, ohne alle Streitfragen für erledigt zu erklären. Aber sie eröffnen einen Weg, den Krieg zu beenden, ohne die Ukraine zu einem Staat zweiter Ordnung zu machen oder Europa einer russisch dominierten Sicherheitsordnung zu unterwerfen.

Die Ukraine muss nicht ihre Wehrlosigkeit beweisen, damit Russland Frieden schließen kann. Europa muss nicht seine Selbstbestimmung aufgeben, um russische Sicherheitsinteressen ernst zu nehmen. Und Russland muss nicht sämtliche seiner Forderungen durchsetzen, damit ein Ende des Krieges möglich wird.

Der Maßstab eines tragfähigen Friedens ist nicht, ob eine Seite alle ihre Ziele erreicht. Er ist, ob die Vereinbarung die Gewalt beendet, die Souveränität der Staaten schützt und einen erneuten Krieg weniger wahrscheinlich macht.

Frieden braucht Kompromisse. Aber Kompromisse sind keine Kapitulation. Sie müssen auf Gegenseitigkeit beruhen, überprüfbar sein und allen Beteiligten eine Zukunft ermöglichen.