SV Verlag

SV Verlag mit Handy oder Tablet entdecken!
Die neue Generation der platzsparenden Bücher - klein, stark, leicht und fast unsichtbar! E-Books bei viereggtext! Wollen Sie Anspruchsvolles veröffentlichen oder suchen Sie Lesegenuss für zu Hause oder unterwegs? Verfolgen Sie mein Programm im SV Verlag, Sie werden immer etwas Passendes entdecken ... Weitere Informationen

.

.
Dichterhain, Bände 1 bis 4

.

.
Dichterhain, Bände 5 bis 8

Übersetze/Translate/Traduis/Tradurre/Traducir/переводить/çevirmek

Freitag, 6. März 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #98 - Glosse auf Eis

 


      Ich verlauf mich im Wüstesturm © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Glosse auf Eis

Was mich gar nicht interessiert, ist zum Beispiel: Fußball. Aber auch Schifahren. Oder die Mischung aus beiden: Curling.
Ist mir völlig egal.

Damit bin ich in der Minderheit.
Das ist mir völlig klar. Wochenende für Wochenende strömen die Massen in die Stadien, gewandet in die Farben „ihres“ Clubs, johlen, haben ein Gemeinschaftserlebnis, fühlen sich aufgehoben im warmen Schoß des kollektiven Unbewussten und verfolgen Woche für Woche, wie die nationale Curling-Liga aussieht.

Oder war das Fußball?
Wie gesagt: Es interessiert mich nicht.
Und ich versteh eigentlich nicht, wie man sich dafür interessieren kann.

Denn mich interessiert Politik.
Dummerweise.

Das ist ein ganz anderes Spiel.
Wenn es dabei um Massen und Stadien geht und um das Kollektive Unbewusste, dann nennt man das Krieg. Dann handelt es sich nämlich um Massenvernichtungswaffen, unterschiedliche Stadien der Kriegsführung und Angst als Ausdruck des kollektiven Unbewussten.

Womit wir im Nahen Osten angekommen wären.
Regelmäßigen Lesern dieses satirischen Kleinods wird schon aufgefallen sein, dass sich der Glossenhauer, der ja sonst immer zu allem eine Meinung hat (manchmal sogar eine Seinung oder eine Irrung), bei diesem Thema gerne zurückhält. Aus gutem Grund.

Beim Nahostkonflikt weiß man nämlich mehrere Dinge nicht.

Erstens:
Wann hat er angefangen?
2001? Mit den Anschlägen aufs World-Trade-Center? 1991? Golfkrieg? 1979? Mit der iranischen Revolution? 1967? Mit dem Sechs-Tage-Krieg? 1948? Mit der Gründung des Staates Israel? 1935? Mit den Nürnberger Rassegesetzen und dem darauf folgenden Holocaust? 1929? Massaker von Hebron? 1920? Mit dem Vertrag von Sèvres und der Zerschlagung des osmanischen Reichs? 1916? Mit dem Sykes-Picot-Abkommen?

Oder noch früher?
Mit dem Entstehen des Zionismus? Oder mit dem Entstehen des Panarabismus?
Oder mit den antisemitischen Pogromen im Zarenreich?
Oder mit dem Ausgreifen des europäischen Kolonialismus auf die Provinzen des zerbröselnden osmanischen Reichs?
Oder…. Oder…oder…
Oder doch die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzritter 1099??
Die Errichtung der Al-Aqsa-Moschee 717?
Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Römer 70?

Ja! Vielleicht sind ja die Römer schuld?
Denn wir wissen ja alle seit dem „Leben des Brian“: Was haben die Römer je für uns getan?!
(Apropos Zitate: Frag nicht, was der neue Glossenhauer für Dich tun kann, sondern frag, was Du für ihn tun kannst.
Kontoverbindung etc… siehe unten)

Und schon jetzt werde ich sicher mindestens drei Antwortmails bekommen, dass ich es mir viel zu leicht mache, weil es doch ganz eindeutig wäre, wer hier der wirkliche Schuldige wäre, nämlich logischerweise:
(bitte hier je nach politischer Meinung und ideologisch gefärbter Ausblendung einen Namen einsetzen)

Zweitens:
Wo hört er auf?
Wenn Israel und die USA den Iran bombardieren… ist das noch Nahostkonflikt? Hmmm… wahrscheinlich.
Wenn aber zeitgleich das eine Nachbarland des Irans, Pakistan, das andere Nachbarland des Iran, Afghanistan, bombardiert, ist das das schon der ferne Osten? Oder der mittlere? Oder der dazwischenliegende Osten? Oder der nicht so wichtige Osten?

Und was sagt China dazu? Schließlich grenzen beide Länder an die Volksrepublik. Und zwar im Westen.

Und die Urlauber, die jetzt angelockt von der Dubai-Schokolade, in ihren Hotels in den Gereinigten Arabischen Eremitagen festsitzen, wollten auch nur Urlaub „in der Golfregion“ machen, was nach satten, grünen Wiesen mit Fähnchen und Löchern in den schottischen Lowlands klingt, aber seltsamer Weise plötzlich vis-a-vis vom Iran und damit mitten im Geschehen liegt.

Drittens:
Wenn jetzt zwei „lupenreine Demokraten“ (© G. Schröder über W. Putin) wie der Donald und der Bibi einen „Regime Change“ im Iran herbeibomben wollen, möchte man schon wissen, wo das schon mal geklappt hat.
Dieses beeindruckende simple Konzept wurde ja schon mehrmals angewandt: Irak, Afghanistan, Libyen… alles Staaten, die heute für gelebte Demokratie im südlichen, kaputten Osten stehen.
Allerdings nur wenn man Demokratie so definiert, dass jeder das Recht hat Waffen zu tragen.

Irgendwie sollen jetzt nämlich, oder in vier Wochen, oder wann auch immer dem Donald das Bombardieren fad wird, dann „the great People of Iran“ die Regierung übernehmen. Schließlich haben die ja vor ein paar Wochen noch demonstriert.
Gute Idee! Sehr begrüßenswert.
Diese Mullahs sind einfach ein Haufen religiöser Faschisten. Keine Frage.

Nur: Wann dürfen dann „the great People of Israel“ und „the great People of the USA“, die auch ständig und regelmäßig gegen den Bibi und den Donald auf die Straße gehen, die Macht übernehmen?
Die betreffenden Herren müsste man gar nicht zerbomben. Ein ordentliches Gerichtsverfahren würde ja schon reichen.

Aber das ist natürlich schon wieder ein Vergleich, der hinkt. Der so nicht geht. Denn man kann es sich nicht so einfach machen. #
Und schon sehe ich, wie mehr Mails zurückkommen, dass man das „so nicht sagen kann“.
Dabei hab ich gar nichts gesagt. Nur geschrieben.

Deshalb sag ich nichts über den Konflikt, zu dem alle was sagen. Und alle was posten. Am besten, das was für sie am Naheliegendsten ist. Dem Nah-Post-Konflikt also.
Ich schweige lieber. Und versuche zu verstehen.

Und eins hab ich schon kapiert.
Warum sich so viele Leute statt für Politik, für Fußball interessieren. Oder Schifahren. Oder Curling.
Im Gegensatz zur Politik ist das kein so dünnes Eis.

———————

groebner live:


Freitag 6.3. Nürnberg, 
Burgtheater
Samstag 7.3. Neustadt a.d. Weinstraße, 
Hambacher Schloß
Sonntag 8.3. Düsseldorf, 
Kommödchen
Freitag 13.3. Offenbach 
Filmklubb
Freitag 20.3. Karlsruhe 
Orgelfabrik
Samstag 21.3. Wiesbaden 
Theater im Pariser Hof
Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man hier lesen.

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen