Gelb scheint die Sonne der Ververververänderung © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl
Regime Chchchchchanges
Alle reden von Regime Change.
So ooft, dass ich schon diesen alten Bowie-Song im Ohr hab: Chchchchchanges!
Und es wär ja auch wirklich schön - vor allem für die Iranerinnen und Iraner - wenn sich diese religiöse Diktatur nicht einfach jetzt in eine Militär-Diktatur changen würde. Sondern echt changen. So von Diktatur in Demokratie.
Aber, ob das geht, in dem man das Land einfach bombardiert… ? Eher nein.
Allein aus praktischen Gründen.
Wie soll man auf die Straße gehen, wenn man dort Gefahr läuft nicht nur von den Killern des Regimes, sondern auch noch von den Raketen der Angreifer erledigt zu werden?
Irgendwer hat da nicht sehr weit gedacht.
Könnte sein, dass es Donald Trump ist, der Präsident der Beleidigten Staaten von Amerika. Denken ist aber auch nicht seine Stärke. Dafür reden. Ständig redet er. Deshalb sagt er auch ständig nicht, wie genau er das Regime chchchchchchchangen will.
Also das im Iran. Nicht das in Israel.
Obwohl die letzten Jahre und Monate immer wieder zehn- bis hunderttausende Israelis auf die Straße gegangen sind, die gefordert haben, dass sich auch das Regime von Bbibibibibibibibi Netanjahu sich changen soll.
Vielleicht sogar vertschtschtschtschtschüssen.
Aber auch anderswo fordert man Regime Change. Im Land von Donald Trump selbst, also in den Beseitigten Staaten von Amerika. Dort gehen die Leute auf die Straße und fordern: „No Kings!“.
Eine gute Formulierung.
Allerdings nicht gut genug. Bleiben dann doch immer noch andere Formen der Alleinherrschaft wie Diktator, Imperator, Kaiser, Zar oder einfach Mafiabosse übrig*, von denen man sich beherrschen lassen könnte.
Da muss man noch konkreter werden, in den Verteidigten Staaten von Amerika.
Apropos Mafiaboss: Was macht eigentlich Wladimir Putin? (Zu deutsch: Waldemar Steck-Rein) Natürlich nichts.
Und die Russen machen auch nichts. Weil erstens in Russland alles okay ist, und zweitens weil es verboten ist dort irgendwas zu machen. Die letzten, die dort was gemacht haben, waren Pussy Riot, seither ist es Russy Quiet.
Und weil in Russland selbst alles so okay ist, so prima, so dufte, haben jetzt führende Oligarchen bei einer Sitzung angeboten… was heißt angeboten, eigentlich haben sie darum gebeten… also sie haben den Staat angebettelt… nein… auf Knien angefleht haben sie den Wladimir, dem man ja namentlich irgendwo irgendwas rein stecken soll, dass sie doch bitte bitte bitte, dem russischen Staat Geld schenken dürfen.
Und dass bei steigendem Ölpreis.
Es ist einfach alles großartig in Russland.
Und deshalb fragt man sich schon langsam, wer sein Nachfolger werden könnte, weil der Waldemar Output… nein… Putin halt auch nicht mehr der Jüngste ist.
Angeblich soll schon ein Machtkampf im Gange sein.
Wir werden davon erfahren, wenn demnächst wieder ein paar einflussreiche Russen auf einen Balkon vor ihrem Fenstern treten… wo aber keiner ist.
Und der, der übrig bleibt, wird dann der neue Chef des Staats der Tschtschtschtschtschekisten.
Wie Putins Autokraten-Kumpel Erdoğan diese Probleme löst, hat man ja auch schon vor über einem Jahr gesehen. Ganz demokratisch. Denn gegen Erdoğan dürfen alle antreten, die…. garantiert keine Chance haben.
Alle, die eine Chance haben aber, landen im Knast. Damit es aber nicht so eine Überraschung ist, wenn der Kandidat nicht mehr da ist, am besten schon ein bis zwei Jahre vor der Wahl. Dann kann sich der Wähler und die Wählerin schon an die mangelnde Auswahl gewöhnen.
Das hingegen hat die alte (16 Jahre an der Macht!) Budapestbeule Viktor Orban übersehen. Dieser Helmut-Kohl-artige Paprika-Potentat ist jetzt plötzlich konfrontiert mit einem Kandidaten, der konstant in den Umfragen weit vor der Regierungspartei von Viktor Orban liegt.
Deshalb ist der Pupupupupupuszta-Papst auch ein bisschen sauer. Das mögen nämlich diese Menschen, die den Volkswillen zu kennen glauben, gar nicht, wenn dieser Volkswille sich bei Wahlen so äußert, dass er ihnen sagt:
„Schleich di, Dicker! Wir haben dei schiache Fratzn lang gnua g’sehen. Mach an Schuach!**“
Noch weniger mögen sie es, wenn dazu noch rauskommt, dass er und sein Regime noch enger mit Russland in Kontakt steht, als man sich das ohnehin schon gedacht hat.
Also nicht nur, dass man es sich in der Peristaltik des Kreml-Chefs gemütlich gemacht hat (Put-in ist also wirklich wörtlich zu verstehen - und: Ja, dreimal reicht für dieses Wortspiel), sondern auch, weil der Außenminister nach den EU-Außenminister-Sitzungen sich sofort mit dem russischen Außenminister kurzgeschlossen hat.
Ist aber auch logisch, muss man sagen, weil Russland liegt ja außerhalb der EU.
Der Geheimdienst dagegen ist nicht mehr so geheim.
Der ungarische. Nicht der deutsche. Oder gar der österreichische …. Hahaha. Nein, dazu ein andermal.
Aber der ungarische Geheimdienst, der ist sehr bekannt.
Der sollte sich nämlich - so kam es gerade raus - in die oppositionelle Partei einschließen lassen und diese von innen zersetzen oder Datensätze abgreifen - oder beides. Das ist gerade rausgekommen - zwei Wochen vor der Wahl.
Man wird sehen, was die ungarischen Wähler davon halten.
Denn das ist eben der Zauber der Demokratie, dass da der Regime Change immer eine Möglichkeit ist.
Und zwar ganz simpel. Einfach nur chchchchchchchchangen, in dem sich Menschen an einem ganz bestimmten Tag zusammen finden, jeder für sich überlegt, dann einen gefalteten Zettel in ein Kuvert steckt und dieses Kuvert in eine Urne fallen lässt.
Und im besten Fall vorher auf diesem gefalteten Zettel etwas ankreuzt.
Es ist friedlich, es ist zivilisiert, es läuft nach Regeln ab, an die sich alle halten. Das ist Regime Change, wie er sein soll.
So geht das. Dann muss man auch keine Gewalt anwenden. Da braucht man keine Bomben, keine Panzer, Drohnen oder sonst was. Da muss niemand aus dem Fenster fallen oder ins Gefängnis geworfen werden.
Da muss man nicht einmal Leute ans Kreuz schlagen, wie das eine Besatzungsmacht vor 2000 Jahren gemacht hat, mit einem Typen, einem Sozialrevolutionär, der da im antiken Judäa, Samaria und Galiläa einen Regime-Change haben wollte.
In diesem Sinne: Hoch die Demokratie und schschschschschöne Ostern!
*Kann man alle in meinem Soloprogramm „Ich bin das Volk“ bewundern.
Siehe auch unten: „groebner live“
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Für alle Nicht-Wiener:
„Mach an Schuach“ ist nicht die Aufforderung sich beruflich im Schuhhandwerk zu versuchen (Sehr seltsames Wort übrigens „Schuh-Hand-Werk“ muss es nicht eigentlich Schuh-Fuss-Werk heißen? Oder Hand-Schuh-Werk?), sondern es ist die freundliche Bitte um Auto-Dislocation.
Vergleiche: „Lass a Gerschtl umme wachsn“ ist auch nicht die Aufforderung kreisförmig Gerste anzubauen, sondern Geld zu übergeben.
Siehe auch unten: „Wer diesen Newsletter unterstützen will…“
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groebner live:
Freitag 10.4. Erlangen, Fifty-Fifty
Samstag 11.4. Nabburg, Schmidt-Haus
Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, Salmen in Hartheim
Freitag 8.5. München, Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, die KÄS
Und, und, und…alle Termine gibt es hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man hier lesen oder hier.
Und meinen Vierteljahresrückblick „Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!
groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.
In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich hier anschauen.
Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) das Nachsehen.
groebner gehört:
Ganz frisch heraussen: Meine neue Single: „Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album „Nicht mein Problem“? Es ist sehr gut.
In der wunderbaren Sendung „Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.
Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier anhören.
Teil zwei auch, aber hier.
Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.
groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.
groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
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