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Mittwoch, 8. April 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #101 - Regime Chchchchchanges

 

Gelb scheint die Sonne der Ververververänderung © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Regime Chchchchchanges

Alle reden von Regime Change.
So ooft, dass ich schon diesen alten Bowie-Song im Ohr hab: Chchchchchanges!

Und es wär ja auch wirklich schön - vor allem für die Iranerinnen und Iraner - wenn sich diese religiöse Diktatur nicht einfach jetzt in eine Militär-Diktatur changen würde. Sondern echt changen. So von Diktatur in Demokratie.
Aber, ob das geht, in dem man das Land einfach bombardiert… ? Eher nein.

Allein aus praktischen Gründen.
Wie soll man auf die Straße gehen, wenn man dort Gefahr läuft nicht nur von den Killern des Regimes, sondern auch noch von den Raketen der Angreifer erledigt zu werden?

Irgendwer hat da nicht sehr weit gedacht.
Könnte sein, dass es Donald Trump ist, der Präsident der Beleidigten Staaten von Amerika. Denken ist aber auch nicht seine Stärke. Dafür reden. Ständig redet er. Deshalb  sagt er auch ständig nicht, wie genau er das Regime chchchchchchchangen will.

Also das im Iran. Nicht das in Israel.
Obwohl die letzten Jahre und Monate immer wieder zehn- bis hunderttausende Israelis auf die Straße gegangen sind, die gefordert haben, dass sich auch das Regime von Bbibibibibibibibi Netanjahu sich changen soll.
Vielleicht sogar vertschtschtschtschtschüssen.

Aber auch anderswo fordert man Regime Change. Im Land von Donald Trump selbst, also in den Beseitigten Staaten von Amerika. Dort gehen die Leute auf die Straße und fordern: „No Kings!“.

Eine gute Formulierung.
Allerdings nicht gut genug. Bleiben dann doch immer noch andere Formen der Alleinherrschaft wie Diktator, Imperator, Kaiser, Zar oder einfach Mafiabosse übrig*, von denen man sich beherrschen lassen könnte.
Da muss man noch konkreter werden, in den Verteidigten Staaten von Amerika.

Apropos Mafiaboss: Was macht eigentlich Wladimir Putin? (Zu deutsch: Waldemar Steck-Rein) Natürlich nichts.
Und die Russen machen auch nichts. Weil erstens in Russland alles okay ist, und zweitens weil es verboten ist dort irgendwas zu machen. Die letzten, die dort was gemacht haben, waren Pussy Riot, seither ist es Russy Quiet.

Und weil in Russland selbst alles so okay ist, so prima, so dufte, haben jetzt führende Oligarchen bei einer Sitzung angeboten… was heißt angeboten, eigentlich haben sie darum gebeten… also sie haben den Staat angebettelt… nein… auf Knien angefleht haben sie den Wladimir, dem man ja namentlich irgendwo irgendwas rein stecken soll, dass sie doch bitte bitte bitte, dem russischen Staat Geld schenken dürfen.
Und dass bei steigendem Ölpreis.

Es ist einfach alles großartig in Russland.
Und deshalb fragt man sich schon langsam, wer sein Nachfolger werden könnte, weil der Waldemar Output… nein… Putin halt auch nicht mehr der Jüngste ist.
Angeblich soll schon ein Machtkampf im Gange sein.
Wir werden davon erfahren, wenn demnächst wieder ein paar einflussreiche Russen auf einen Balkon vor ihrem Fenstern treten… wo aber keiner ist.
Und der, der übrig bleibt, wird dann der neue Chef des Staats der Tschtschtschtschtschekisten.

Wie Putins Autokraten-Kumpel Erdoğan diese Probleme löst, hat man ja auch schon vor über einem Jahr gesehen. Ganz demokratisch. Denn gegen Erdoğan dürfen alle antreten, die…. garantiert keine Chance haben.

Alle, die eine Chance haben aber, landen im Knast. Damit es aber nicht so eine Überraschung ist, wenn der Kandidat nicht mehr da ist, am besten schon ein bis zwei Jahre vor der Wahl. Dann kann sich der Wähler und die Wählerin schon an die mangelnde Auswahl gewöhnen.

Das hingegen hat die alte (16 Jahre an der Macht!) Budapestbeule Viktor Orban übersehen. Dieser Helmut-Kohl-artige Paprika-Potentat ist jetzt plötzlich konfrontiert mit einem Kandidaten, der konstant in den Umfragen weit vor der Regierungspartei von Viktor Orban liegt.

Deshalb ist der Pupupupupupuszta-Papst auch ein bisschen sauer. Das mögen nämlich diese Menschen, die den Volkswillen zu kennen glauben, gar nicht, wenn dieser Volkswille sich bei Wahlen so äußert, dass er ihnen sagt:
„Schleich di, Dicker! Wir haben dei schiache Fratzn lang gnua g’sehen. Mach an Schuach!**“

Noch weniger mögen sie es, wenn dazu noch rauskommt, dass er und sein Regime noch enger mit Russland in Kontakt steht, als man sich das ohnehin schon gedacht hat.
Also nicht nur, dass man es sich in der Peristaltik des Kreml-Chefs gemütlich gemacht hat (Put-in ist also wirklich wörtlich zu verstehen - und: Ja, dreimal reicht für dieses Wortspiel), sondern auch, weil der Außenminister nach den EU-Außenminister-Sitzungen sich sofort mit dem russischen Außenminister kurzgeschlossen hat.
Ist aber auch logisch, muss man sagen, weil Russland liegt ja außerhalb der EU.

Der Geheimdienst dagegen ist nicht mehr so geheim.
Der ungarische. Nicht der deutsche. Oder gar der österreichische …. Hahaha. Nein, dazu ein andermal.

Aber der ungarische Geheimdienst, der ist sehr bekannt.
Der sollte sich nämlich - so kam es gerade raus - in die oppositionelle Partei einschließen lassen und diese von innen zersetzen oder Datensätze abgreifen - oder beides. Das ist gerade rausgekommen - zwei Wochen vor der Wahl.

Man wird sehen, was die ungarischen Wähler davon halten.
Denn das ist eben der Zauber der Demokratie, dass da der Regime Change immer eine Möglichkeit ist.
Und zwar ganz simpel. Einfach nur chchchchchchchchangen, in dem sich Menschen an einem ganz bestimmten Tag zusammen finden, jeder für sich überlegt, dann einen gefalteten Zettel in ein Kuvert steckt und dieses Kuvert in eine Urne fallen lässt.
Und im besten Fall vorher auf diesem gefalteten Zettel etwas ankreuzt.
Es ist friedlich, es ist zivilisiert, es läuft nach Regeln ab, an die sich alle halten. Das ist Regime Change, wie er sein soll.

So geht das.  Dann muss man auch keine Gewalt anwenden. Da braucht man keine Bomben, keine Panzer, Drohnen oder sonst was. Da muss niemand aus dem Fenster fallen oder ins Gefängnis geworfen werden.

Da muss man nicht einmal Leute ans Kreuz schlagen, wie das eine Besatzungsmacht vor 2000 Jahren gemacht hat, mit einem Typen, einem Sozialrevolutionär, der da im antiken Judäa, Samaria und Galiläa einen Regime-Change haben wollte.

In diesem Sinne: Hoch die Demokratie und schschschschschöne Ostern!

*Kann man alle in meinem Soloprogramm „Ich bin das Volk“ bewundern.
Siehe auch unten: „groebner live“

**
Für alle Nicht-Wiener:
„Mach an Schuach“ ist nicht die Aufforderung sich beruflich im Schuhhandwerk zu versuchen (Sehr seltsames Wort übrigens „Schuh-Hand-Werk“ muss es nicht eigentlich Schuh-Fuss-Werk heißen? Oder Hand-Schuh-Werk?), sondern es ist die freundliche Bitte um Auto-Dislocation.
Vergleiche: „Lass a Gerschtl umme wachsn“ ist auch nicht die Aufforderung kreisförmig Gerste anzubauen, sondern Geld zu übergeben.
Siehe auch unten: „Wer diesen Newsletter unterstützen will…“

——-


groebner live:

Freitag 10.4. Erlangen, 
Fifty-Fifty
Samstag 11.4. Nabburg, 
Schmidt-Haus
Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, 
Salmen in Hartheim

Freitag 8.5. München, 
Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen oder hier.

Und meinen Vierteljahresrückblick 
„Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen: Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“? Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-

Über diesen Newsletter:

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.

Wer es dennoch materiell unterstützen will,
….hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
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Sonntag, 23. November 2025

Der gefälschte Sieg – Warum brutale Usurpatoren nicht gekrönt werden dürfen

Viele Beobachter kritisieren, dass Trumps aktueller Friedensplan die Ukraine zu weitreichenden Zugeständnissen drängt und damit faktisch Russland begünstigt. Aus europäischer Sicht gilt das als problematisch, weil er die Souveränität der Ukraine in Frage stellt und die Gefahr birgt, dass Moskau seine Kriegsziele durchsetzt, ohne echte Kompromisse einzugehen. Für viele Bürger ist es glatt unverschämt, solche Machenschaften öffentlich zu inszenieren. 

Der Plan verlangt von Kiew territoriale und politische Zugeständnisse, während Moskau kaum Verpflichtungen eingehen müsste. Die von Trump gesetzte Deadline erhöht den Druck auf Selenskyj, ohne Raum für echte Verhandlungen. Während Europa klar betont, dass die Ukraine selbst über ihre Zukunft entscheiden muss, droht Washington mit einem Alleingang. Ein solcher Plan könnte weltweit als Präzedenzfall gelten, dass Aggression belohnt wird.  

Großes Paradoxon/Irrationalität: Russland hält 2000 km² besetzt, fordert aber 6000 km².

Selenskyj muss nun zwischen zwei Fronten navigieren:  

- Innenpolitisch darf er keine Kapitulation akzeptieren, sonst verliert er Rückhalt im Land.  

- Außenpolitisch muss er die Unterstützung der USA sichern, ohne die europäischen Partner zu verlieren.  

Die Lage ist also ein klassischer Balanceakt: Wenn er den Plan ablehnt, riskiert er den Verlust der US-Hilfe. Wenn er ihn akzeptiert, gefährdet er die Integrität der Ukraine. Europa stärkt seine Position: Die klare Ablehnung des Plans in aktueller Form gibt ihm Rückendeckung. Russland profitiert von der Asymmetrie. Jeder Kompromiss, der Gebietsverluste oder politische Einschränkungen für die Ukraine bedeutet, wäre ein Gewinn für Moskau.

Europa allein kann keinen „angemessenen Abschluss“ erzwingen, auch wenn viele europäische Staaten die Ukraine klar unterstützen. Europa leistet zwar enorme finanzielle und militärische Hilfe, doch die USA bleiben der größte Unterstützer. Ohne Washingtons Rückhalt fehlt die entscheidende Schlagkraft, um Russland zu einem echten Kompromiss zu zwingen. 

Während Länder wie Polen oder die baltischen Staaten eine harte Linie gegen Russland fordern, sind andere (z. B. Ungarn, Slowakei, Serbien, teilweise Tschechien) zurückhaltender. Diese Differenzen schwächen die gemeinsame Verhandlungsposition.

Russland ist nicht nur ein europäisches Problem, sondern ein globaler Akteur mit enger Bindung an China. Ein Abschluss, der Moskau schwächt, muss auch international abgestützt werden.

Ein „angemessener Abschluss“ bedeutet, dass die Ukraine ihre Souveränität behält. Doch Russland versucht, durch Druck und Zermürbung einen „Sieg“ zu erzwingen, selbst wenn seine Verluste hoch sind.

Putins missliche, nicht siegreiche Lage

Russland verliert täglich ungeheuer viele Soldaten und Berge von Material. Die ukrainische Verteidigung bleibt standhaft. Der Rubel ist geschwächt, Sanktionen treffen die Industrie und den Finanzsektor. International ist Russland isoliert, außer durch Partner wie China oder Iran. Autokratische Systeme wie Putins können Niederlagen verschleiern und Siege propagandistisch inszenieren.

Wenn die USA einen Plan vorlegen, der Russland begünstigt, entsteht die Gefahr, dass Moskau als „Sieger“ erscheint – selbst wenn die Realität Verluste zeigt. Russland setzt auf Zermürbung. Je länger der Krieg dauert, desto mehr hofft Putin, dass westliche Unterstützung nachlässt.

Die Geschichte kennt viele Momente, in denen Gewalt und Unterdrückung als „Sieg“ verkauft wurden. Doch ein Sieg, der auf Mord, Zerstörung und Unterdrückung beruht, ist keiner. Er ist eine Niederlage der Menschlichkeit. Genau hier liegt die Gefahr in der aktuellen geopolitischen Lage: Donald Trump und Wladimir Putin stehen für eine Politik, die den Aggressor belohnt und die Opfer schwächt.

Putin verliert jeden Tag auch Ressourcen, Vertrauen, dennoch versucht er, durch Propaganda und Zermürbung den Krieg als Triumph darzustellen. Es ist der Versuch, seinen Überfall, sein Eindringen in die Ukraine mit Mord und Gewalt in einen „Sieg“ umzudeuten – ein Zynismus, der die Opfer verhöhnt. Würde er Schwäche zeigen, hätten er und seine Regierung ein riesiges Problem. Es ist jedem klar, dass eine Niederlage mit zurückkehrenden randalierenden Soldaten den Kreml Kopf stellen würde, Putin müsste fliehen - er wäre faktisch abgesetzt.  

Trumps Rolle als aktiver Geschichtsverfälscher

Statt die Ukraine zu stärken, drängt Trump auf einen Friedensplan, der Russland begünstigt. Er setzt Fristen, die Selenskyj unter Druck setzen, und verlangt Zugeständnisse, die die Souveränität der Ukraine gefährden. Damit wird der Aggressor belohnt, während das Opfer gezwungen wird, seine Würde zu opfern. Es ist eine Politik, die den Mörder an den Verhandlungstisch setzt und ihm den Stempel des Siegers verleiht. Unmöglich!

Europa und die Würde der Ukraine

Europa erkennt die Gefahr. Deutschland, Frankreich und Großbritannien betonen, dass ein Ende des Krieges nur mit der Zustimmung der Ukraine möglich ist. Sie wissen: Ein „Sieg“ Putins wäre ein Sieg der Gewalt über das Recht, ein Triumph der Unterdrückung über die Freiheit. Deshalb lehnen sie den Plan ab und bestehen auf einem Abschluss, der die Ukraine nicht erniedrigt.

Der wahre Sieg

Der wahre Sieg liegt nicht in der Krönung von Mördern, sondern in der Verteidigung der Menschlichkeit. Trumps soll aktiv helfen, die Russen aus der Ukraine zu vertreiben und keine Flugzeuge und Raketen, Drohnen mehr über die Grenzen fliegen zu lassen. Ein Sieg über Putin bedeutet, dass Mord und Aggression bestraft werden. Ein Sieg über Trump bedeutet, Geschichtsverfälschung geht nicht mit der Weltöffentlichkeit, bis auf ein paar Ausnahmen. Der Sieg, der keiner sein darf, ist der Sieg der Gewalt – und genau diesen gilt es zu verhindern.

Parallelen aus der Geschichte


Das Münchner Abkommen 1938

Als Hitler die Sudetengebiete forderte, glaubten die europäischen Mächte, durch Zugeständnisse einen Krieg verhindern zu können. Das Münchner Abkommen wurde als „Friedenssicherung“ gefeiert – doch in Wahrheit war es eine Kapitulation vor Gewalt. Hitler wurde gestärkt, die Tschechoslowakei geschwächt, und der Weg in den Weltkrieg geebnet.
Ein Friedensplan, der Russland belohnt, würde wie damals Aggression legitimieren und den Aggressor als „Sieger“ krönen.


Jalta 1945

Nach dem Sieg über Nazi-Deutschland teilten die Alliierten Europa neu auf. Für viele Länder bedeutete das keine Freiheit, sondern Jahrzehnte sowjetischer Unterdrückung. Auch heute droht ein „Sieg“ Putins, der die Ukraine in Abhängigkeit zwingt, statt ihr echte Freiheit zu sichern.


Kalter Krieg und Helsinki 1975

Die Schlussakte von Helsinki sollte Frieden und Kooperation sichern, doch sie legitimierte faktisch die bestehenden Grenzen und damit auch die sowjetische Vorherrschaft über Osteuropa. Erst die Freiheitsbewegungen der 1980er Jahre durchbrachen diese Ordnung.
Ein Abschluss, der Putins Eroberungen festschreibt, wäre ein „Helsinki-Moment“ – Stabilität auf Kosten der Freiheit.


Ein Pyrrhussieg/gefälschter Sieg/Krönung des Falschen schafft keinen Frieden, sondern verlängert das Leid.

  • Trump drängt auf einen Plan, der Russland begünstigt – wie einst Chamberlain in München.
  • Putin inszeniert Verluste als Triumph – wie Diktatoren, die Gewalt als Stärke verkaufen.
  • Europa muss verhindern, dass Geschichte sich wiederholt: Kein Mörder darf als Sieger gekrönt werden.
  • Bekommt Putin, was er begehrt, kann er Kräfte sammeln und den nächsten Nachbar überfallen. 
  • Putin muss seinen Krieg einstellen und die Ukraine verlassen. 
  • An dieser Stelle muss auch auf die fehlende neutrale Macht des UN-Rats verweisen werden, der als zahnloser Tiger keinerlei Soldaten entsenden kann, für Gerechtigkeit zu sorgen. 


Donnerstag, 9. Oktober 2025

Innereuropäische Bürokratie, militärische Mobilität und Reaktionsgeschwindigkeit auf Putins Pläne

---> Frankreich drängt aktuell die EU, schnell militärische Mobilitätskorridore und eine Koordinierungsbehörde einzurichten, um den Truppen- und Ausrüstungsverkehr innerhalb des Blocks zu beschleunigen. Beamte warnen, dass Russlands Krieg in der Ukraine schnelle Einsätze erfordern könnte, doch Genehmigungen zur Truppenverlegung können immer noch mehr als 10 Tage dauern, doppelt so lange wie das Ziel der EU. Die zentrale Koordination und priorisierte Genehmigungen müssen erst noch eingerichtet werden.


Wie lange dauert die Einrichtung heute (ohne Dringlichkeit)?

Die Dauer hängt stark davon ab, welche Maßnahmen priorisiert werden: Maßnahme                                   Geschätzte Dauer

Bürokratieabbau /                              6–12 Monate (bei starker                                                             politischer Priorität) Genehmigungsharmonisierung    3–6 Monate, um initial arbeitsfähig                                                             zu sein; Zentrale Koordinierungsbehörde       volle operative Kapazität 12–18 Monate                                                             auf EU-Ebene                                                             

Infrastrukturverstärkung (Brücken, 1–3 Jahre für kritische Engpässe Straßen)         

Simulationen und Testübungen    Parallel zur Einrichtung, ab 3–6 Monate                                                                                                       möglich Vollständige EU-weite                       2–3 Jahre realistischer Zeithorizont Einsatzbereitschaft                       

        

Kurzfristig könnte die EU Bürokratieabbau und Koordination innerhalb weniger Monate erreichen, um Truppentransporte deutlich zu beschleunigen. Vollständig robust für schwere Panzer und umfassende Mobilität ist jedoch eine mehrjährige Anstrengung erforderlich. Kurzfristige Sofortverteidigung wäre durch Beschleunigung auch in 72 h möglich.

Die Informationen zum 72-Stunden-Mobilitätskorridor innerhalb der EU stammen aus einer Kombination von öffentlichen Berichten, EU-Dokumenten und Analysen zum Thema militärische Mobilität, insbesondere im Kontext des russischen Krieges in der Ukraine. 1. Offizielle EU-Dokumente und Strategiepapiere

EU Action Plan on Military Mobility (2018, aktualisiert 2022/23)[EU Military Mobility – European Defence Agency](https://eda.europa.eu/what-we-do/activities/activities-search/military-mobility) European CommissionDefence Mobility Reports** Regelmäßige Statusberichte über Fortschritte bei Genehmigungen, Infrastruktur und grenzüberschreitender Mobilität. 2. Medienberichte und Analysen

Politico / Reuters / DW** berichten regelmäßig über die Verzögerungen bei Truppenbewegungen innerhalb der EU, Genehmigungen von mehr als 10 Tagen und Forderungen nach Beschleunigung. Diese Berichte bestätigen die Probleme, dass Genehmigungen aktuell oft länger als 10 Tage dauern und dass ein koordinierter Mobilitätskorridor die Reaktionszeiten drastisch reduzieren könnte. 3. Analysen von Sicherheitsforschungsinstituten

European Defence Agency & International Institute for Strategic Studies (IISS) IISS-Berichte: „EU Military Mobility: Reducing Bottlenecks and Increasing Response Time“ (2022/23).


72-Stunden-Mobilitätskorridor innerhalb der EU 

Ziel: Schnelle Verlegung von Truppen und schwerem Gerät aus Deutschland und Frankreich zu Einsatzgebieten in Osteuropa.

  • Schritt 1: Zentralisierte Genehmigung (0–6h)
    EU-Koordinierungsstelle prüft und erteilt automatische Genehmigungen; Grenzübergänge vorinformiert.
  • Schritt 2: Logistikplanung & Routenoptimierung (6–12h)
    Auswahl von Straßen und Schienen basierend auf Gewichtskapazitäten; alternative Routen für Engpässe.
  • Schritt 3: Transport & Sicherung (12–60h)
    Konvois auf Straße und Schiene, priorisierte Nachttransporte, militärische Begleitung, Freigabe an Grenzübergängen.
  • Schritt 4: Koordination & Echtzeit-Überwachung (0–72h)
    GPS-Tracking, Sensoren, EU-Koordination zur sofortigen Umleitung bei Engpässen.
  • Schritt 5: Entladung & Einsatzbereitschaft (60–72h)
    Unmittelbare Bereitstellung von Einheiten, Ausrüstung und Nachschub am Einsatzort.

Ergebnis: Mit zentraler Koordination und priorisierten Genehmigungen könnte die EU schwere Truppen rechnerisch innerhalb von 72 Stunden verlegen, statt wie bisher >10 Tage. 

Samstag, 5. April 2025

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #64 - Frieden ist, wenn es trotzdem kracht

 
















































"Sich beige und grün wundern - wie ein kleines Kind“ -
© Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Frieden ist, wenn es trotzdem kracht

Ja, es ist mal wieder soweit:
Der Samstag, an dem der Neue Glossenhauer erscheint, ist auf einen Sonntag gefallen.

Das liegt an der aufwendigen Recherche, die ich diesmal machen musste.
Ich musste mich nämlich ganz genau umschauen.

Leider vergeblich. Denn so sehr ich mich auch bemühte, ich, alter weißer Mann, konnte rundherum sie nicht entdecken. Die, vor denen die ganze Zeit gewarnt wird. Die ganzen woken Mädchen mit dunkler Haut, die gerade die Macht inne haben. Hab ich nicht gefunden.
Aber nicht nur die nicht. Auch keine transsexuellen Tyrannen, keine Hierarchien voller Homosexuellen (zugegeben: im Bereich Tanztheater hab ich nicht recherchiert) und auch keine fatalen, feministischen Führer oder Führerinnen.

Statt dessen: Lauter alte Männer. Die regieren uns überraschenderweise. 
Aber nicht irgendwelche älteren Herren, sondern alte Männer, die noch älter als ich (55) sind. Wahnsinn! Wie lang man den Prozess geistigen Verfalls schon in die Länge ziehen kann. Letztlich werden wir also von medizinisch am Leben gehaltene Faltenwürfen beherrscht. Manche sind davon geglättet. Andere weniger.

In Deutschland etwa wird demnächst ein Mann, der scheinbar den Frühling im Namen trägt, wohl Bundeskanzler werden: Friedrich Merz.
Dabei wird der demnächst 70, sollte dementsprechend eigentlich Friedrich Härbst heißen - oder Friedrich Novämbär.

Der radikale Rentner in Russland Wladimir Putain… äh… Putin ist dagegen schon 72, hält sich aber durch Nacktbaden mit Seepferdchen und Flächenbombardements auf ukrainische Infrastruktur bei rosafarbener Gesundheit.

Xi Jinping wird auch dieses Jahr 72 und das darf man als fortgeschrittenes Alter bezeichnen, auch wenn der Mann Chinese ist. Schließlich wissen wir ja alle aus den Martial-Arts-Filmen, dass Chinesen ja besonders alt werden.
Denn in diesen No-Brainern der Filmgeschichte taucht immer in der Mitte des Streifens ein top-fitter, chinesischer Greis mit langem Bart auf - und zerlegt die Inneneinrichtung. Oder er schult den Helden, wie man die Inneneinrichtung zerlegt.
Es ist zu befürchten, dass Xi Jinping mit Taiwan etwas Ähnliches vorhat.

Aber es gibt noch Hoffnung!
Denn es gibt ja auf der Weltbühne auch diesen einen jugendlichen Herrscher mit orangener Gesichtscreme, der ständig frische Ideen hat: Wen er jetzt wieder angreifen, beleidigen oder demütigen könnte - Donald Trump!

Ja, okay. Laut seiner Geburtsurkunde ist der 78 und damit der Älteste in dem Club. Aber in seinem Herzen ist der maximal 4 oder 5. Geistig vielleicht noch jünger. Und auch wenn er gerne nur ein Wort wiederholt, wie es die Kinder oft tun ( „Zölle, Zölle, Zölle.“ etwa), besitzt er lingual wenigstens schon die Schulreife. Sprachwissenschaftler wollen nämlich herausgefunden haben: The Donald spricht wie ein Achtjähriger.
Ein Lausbub eben.

Und deshalb hat er auch ganz neue Zugänge. Und Pläne.
So hat Trump den Ukraine-Krieg durch seine geniale Diplomatie fast beendet.
Denn Russland hat zugesagt, für 30 Tage keine Energie-Infrastruktur mehr anzugreifen. Super! Also Bomben nur noch auf Kindergärten, Bahnhöfe und Wohnviertel. Leider weiß keiner, wann diese 30 Tage anfangen sollen. 

Aber dafür kann doch Donald in seinem Golfplatz-Sandkasten nichts.
Im Gegenteil wird sich der Deal Maker mit dem goldenen, diplomatischen Faustschlag gleich noch anderen Konflikten zuwenden.

Befriedung des Nah-Ost-Konflikts? 
Kein Problem. Trumps-Vorschlag: Israel wirft nur noch Bomben in den Farben der US-Flagge ab und Hamas und Hisbollah erklären sich bereit am Sabbath keine Geiseln zu töten oder Raketen abzuschießen. Wenn das kein Durchbruch ist!

Auch der Bürgerkrieg im Kongo, der sich ja eigentlich um die dortigen, wertvollen Ressourcen dreht, kann Trump im Kopfumdrehen befrieden: Im Kongo wird nach Vermittlung Trumps nicht mehr UM Rohstoffe gekämpft, sondern nur mehr WEGEN der Rohstoffe.
Das klingt nicht nur schöner, sondern gibt auch Fällen, die fast vom Aussterben bedroht sind (Genetiv), ein neues Zuhause.
Möge sich die Welt dessen besinnen!

Aber auch für die demilitarisierte Zone zwischen Nord-& Südkorea hat Trump eine geniale Idee. Mitten auf dem Todesstreifen möchte der gelernte Immobilien-Erbe ein Luxus-Hotel errichten, in dem sich Besucher aller Länder (außer der beiden Koreas) selbst ein Bild über den Konflikt machen können.
Das ist die geniale Geschäftsidee: Luxus und Todesangst! Eine Kombination, die die gelangweilten Milliardäre dieser Welt unwiderstehlich anziehen sollte. Was schenkt man jemandem, der alles und noch viel mehr hat (nämlich viel zu viel): Adrenalin in Form von Panik vor dem eigenen Ableben.
Wer aus diesem Todesstreifen mit dem nackten Leben davon kommt, der hat auch dann keine Angst mehr vor Vermögenssteuern. 
Denn die wird Trump demnächst brauchen, nachdem er gerade so erfolgreich die US-Wirtschaft an die Wand fährt.
(Apropos Geld: Du willst diesen Newsletter unterstützen? Aber gerne! Infos weiter unten.)

Aber egal: Er wünscht sich ja auch nur den Friedensnobelpreis. Und nicht den für Wirtschaft.
Kurz gesagt: Der will nur spielen. Der Kleine.
Das verstehen die anderen sicher auch.
Das ist eben das Kind im alten Manne.

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Groebner Live:

Donnerstag 3.4. Gilching, 
Monis Brettl / Zum oberen Wirt  
Freitag 4.4. Erlangen, 
Fifty-Fifty 
Freitag 11.4. Garmisch-Partenkirchen, 
Kulturbeutel / Bühne U1 
Samstag 26.4. Celle-Bockelskamp, Findelhof
Donnerstag 15.5. Düsseldorf, 
Kommödchen
Freitag 16.5. Aschaffenburg, 
Hofgarten
Donnerstag 22.5. Hannover, 
TaK
Freitag 23.5. Frankfurt, 
KÄS
Freitag 30.5. Wien, 
Kabarett Niedermair (Wien Derniere!)


Groebner zum Hören:

Das jüngste „Ende der Welt“ auf Bayern2 über die 
Freiheitsstatue
Satire-Popalbum „
Nicht mein Problem“ (Prädikat „Georgdanzerig“ ©Kurier)


Groebner zum Folgen:

InstagramFacebook oder auch YouTube
Oder auf seiner Webseite.
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Bawag,
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Samstag, 22. März 2025

Russifizierung oder Deportation - Putins Zwangsmaßnahmen und die Friedensgespräche im Ukrainekrieg

 

Die bedrohlichen und grausamen Konsequenzen des aktuell in den Medien wieder aufgetauchten Plans und Dekrets von Wladimir Putin, das die Deportation von Ukrainern ab September 2025 vorsieht, wenn sie ihren Aufenthalt in "Russland" (besetzte Gebiete/Donbass) nicht „legalisieren“, sind enorm und zeigen, dass die Todesmaschine Russland erst steht, wenn sie gestoppt wird. 

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Das inguschische Elternpaar Gasdijew am Deportationsort
in Kasachstan 1944 bei ihrer verstorbenen Tochter


Historisch gab es in der UdSSR gewaltige Deportationen in ferne Lager und in Gulags. Betroffen waren besonders RusslandkoreanerRusslanddeutscheIngermanlandFinnenKaratschaierKalmückenTschetschenenInguschenBalkarenKrimtataren und kleinere Minderheiten der Krim und meskhetische Türken. Sieben dieser ethnischen Völker verloren ihre nationalen Autonomiegebiete. Daneben wurden auch bis 1939 bzw. 1945 grenznah wohnende Griechen und Italiener, Polen, Rumänen bzw. Moldauer und Bulgaren, Litauer, Letten und Esten, Kurden, Assyrer, Chinesen (Dunganen), Iraner und iranische Juden sowie andere Volksgruppen verschleppt. Kooperation mit Hitler-Deutschland war der Vorwurf, der sich nicht verifizieren lässt.
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Das aktuelle Dekret betrifft vor allem Ukrainer in den von Russland besetzten Gebieten, die unter Gewalt, Terror und Folter leiden. Die Russifizierung wird durch die Ausstellung von Millionen russischer Pässe vorangetrieben, bislang sollen schon ein paar Millionen Ukrainer russifiziert worden sein, während Hunderttausende Ukrainer, die sich weigern, die Pässe anzunehmen, mit Schikanen, wie dem Verlust von Arbeitserlaubnis, kein Zugang zu Gesundheits- und Bildungssystemen sowie Eigentum, konfrontiert werden, jetzt sogar mit Deportation und ggf. Internierung bestraft werden sollen.

Die humanitäre Lage ist katastrophal, da es keine sicheren Fluchtwege gibt und Hunderttausende Ukrainer lebensgefährliche Gefechtszonen des Donbass durchqueren müssten, um die besetzten Gebiete zu verlassen. Russland wird zudem vorgeworfen, bereits Zehn- öder sogar Hunderttausende ukrainische Kinder entführt und in russischen Familien untergebracht zu haben, was als Kriegsverbrechen gilt. Experten und internationale Organisationen bewerten Putins Politik als ethnische Säuberung und Völkermord, mit dem Ziel, die ukrainische Identität und Staatlichkeit vollständig auszulöschen. Kiew und westliche Experten zeigen sich entsetzt über die systematische Verfolgung und Deportation der ukrainischen Bevölkerung.

Die Situation verdeutlicht die brutale Realität der russischen Besatzungspolitik und die weitreichenden Auswirkungen auf die ukrainische Bevölkerung. Es ist ein erschütterndes Beispiel für die Verletzung von Menschenrechten und internationalen Normen, Besetzung eines als unabhängig erklärten Staats, der nicht russisch sein muss.

Kann die Vermittlungspolitik von Trump dabei etwas bewirken? Sein 30-tägiger Waffenruhe-Deal wird ignoriert. Er führt auch zu nichts. Die Bedingungen, die Putin fordert, beinhalten das Ende aller westlichen Militärhilfen für die Ukraine, Verbot des Nato-Beitritts, Niederlage und Kapitulation, Eliminierung der ukrainischen Regierung und Einsetzen einer Marionettenregierung. In der Folge Rückholung der Ukraine in die russische Föderation.

Während Trump seine Pläne als Fortschritt anbietet, sehen Kritiker darin eine Schwächung der ukrainischen Position und eine Stärkung Russlands. Es rücken mit diesem Dekret wieder politische und ethische Werte ins Licht, die mit einer gerechten, humanitären und dem Völkerrecht entsprechenden Lösung nichts mehr zu tun haben. Es gibt auch deutliche Zustimmung von Trump, die russischen Ansprüche auf besetzte Gebiete mit Krim anzuerkennen und die Ukraine weiter zu schädigen bis zur Selbstaufgabe. Sein pro-russischer Ansatz, seine Pläne, die Aussicht, US-Unterstützung in Europa zu minimieren, gar die NATO zu verlassen, sein Sprechen über Beschlagnahmung unabhängiger Länder, wie Kanada, Grönland, Panama sorgt nicht nur in Europa, sondern auch in den USA selbst sowie international für Besorgnis. Will er das Feld in Europa räumen, um nicht Putin im Weg stehen zu müssen? Europa angreifen und schütteln, das ist Trump nicht unrecht. Damit da endlich seine Wunschkräfte an die Regierung kommen, die anders mit ihm politisch umgehen und Handel treiben.

Die große Frage bleibt, ob Trumps Sologang in der Ukraine tatsächlich zu einer langfristigen Entspannung führen kann oder ob die Ukraine durch Trump in eine noch schwierigere Lage manövriert wird, die dann zu Kapitulation führen soll. Die europäische Unterstützung für die Ukraine bleibt jedoch stark, auch wenn Trumps Politik in eine andere Richtung weist. Die Konsequenzen angesichts der grundlegenden abgewiesenen Verhandlungsbereitschaft seitens Russlands in der Ukraine und die Androhungen aus Moskau, irgendwo an der Grenze zum Westen zuschlagen zu wollen, deuten tatsächlich ganz extrem auf eine militärische Auseinandersetzung hin. Beginnende Deportationen in der Ukraine und das groß angelegte September-Manöver in Belarus scheinen bewusst parallel gesetzt zu sein.

Europa muss bewusst in die Friedensverhandlungen mit der Ukraine eingreifen, um Recht und Moral, Ausgewogenheit und Gerechtigkeit herzustellen, auch wenn dies mit zu verwirklichenden Schutzmaßnahmen verbunden sein sollte. USA und Russland alleine dürfen nicht Gewinner dieser brutalen Rechtsverletzungen und Killerei in der Ukraine sein. 

Auch das Auftauchen Chinas mit dem Vorschlag, sich mit einer Friedenstruppe beteiligen zu wollen, kann eher als Verstärkung für Russland gewertet werden, um Europa abzuhalten, Gebiete zurückzuholen. 

Das UN-Gremium/-Sicherheitsrat braucht Gesetze und Regeln, die nicht einseitig durch die USA geändert werden dürfen. Das ist völlig ausgeschlossen und undemokratisch, aber zurzeit in dieser Form aktiv.