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Donnerstag, 12. März 2026

Werkzeuge des Todes: Oreschnik und Fattah

Modell der Fattah 2 - im Original 12 m
(Wikipedia CC BY 2.5)

Technik – Strategie – Politik – Zukunft des Krieges

Die modernen Raketenprogramme Russlands und Irans sind mehr als militärische Projekte. Sie sind Symbole einer neuen Phase der globalen Abschreckung. Zwei Systeme stehen exemplarisch dafür: die russische Rakete Oreschnik und die iranische Hyperschallrakete Fattah. Es gibt noch weitere Ausgeburten des Sadismus und der grausamen Tötung. Aber betrachten wir nur diese beiden Schwerstkriminellen, die gegen einen Kleinstaat wie Israel oder ein zu Beginn wehrloses Volk wie die Ukrainer losgejagt werden.

Sie verkörpern eine Entwicklung, die Militärstrategen zunehmend beunruhigt: Hyperschallwaffen, die schneller, schwerer abzufangen und politisch destabilisierender sind als frühere Raketen. Israels Iron Dome und Arrow-Abwehrsystem kann ebenso wie das teilweise brüchigere Luftabwehrsystem der Ukrainer damit überfordert sein.

1. Technischer Hintergrund: Die Hyperschallära

Hyperschallwaffen bewegen sich mit mehr als Mach 5 – also mehr als fünfmal so schnell wie der Schall bzw. bis fünfzehnmal so schnell.
Das Entscheidende ist jedoch nicht nur die Geschwindigkeit, sondern drei Eigenschaften, die sie von klassischen ballistischen Raketen unterscheiden:

Extreme Geschwindigkeit
  • Mach 5 bis Mach 15
  • wenige Minuten Flugzeit über tausende Kilometer

Manövrierfähigkeit
  • Richtungswechsel während des Fluges
  • schwer vorhersehbare Flugbahn mit Kurven auf der letzten 
    Etappe
  • am Ende Aufsteigen und totale Beschleunigung aufs Ziel zu
    (bei Geschwindigkeiten von bis zu 18.000 km/h lösen sich
    die Spitzen der Raketen noch vor dem Aufprall ab und geben
    Dutzende kleinere Raketen oder Loitering-Sprengsätze frei,
    die sich ihre weiteren Ziele selbst suchen. Beim Aufprall wird
    dann die Hauptladung der Rakete gezündet, die ausreicht stark
    befestigte Bauwerkkomplexe zu zerstören bzw. zu pulverisieren.
    Bei atomaren Sprengköpfen die bekannte Kettenreaktion der
    Totalzerstörung und Verseuchung.)

Niedrigeres Flugprofil
  • fliegen teilweise innerhalb der Atmosphäre
  • schwerer für Frühwarnradar zu erkennen

2. Oreschnik – Russlands strategische Droharchitektur

Die russische Rakete Oreschnik gilt als Teil einer neuen Generation russischer Raketen, die aus den Programmen der strategischen Raketentruppen hervorgegangen sind.

Mögliche Eigenschaften
Reichweite:              etwa 1000–3000 km
Geschwindigkeit:     Mach 8–10
Gefechtskopf:          konventionell oder nuklear
Startplattform:         mobile Abschussanlagen

Russland verfolgt damit eine klare militärische Strategie: Europa zerstören, erschüttern, abschrecken und im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit erreichen. Kaliningrad/Ostsee nach Berlin, Paris, London in wenigen Sekunden bis Minuten. Militärisch bedeutet das: 
  • Hauptstädte
  • militärische Infrastruktur
  • Luftwaffenbasen
könnten innerhalb weniger Minuten getroffen, beschädigt oder ausgeschaltet werden.

Der Hintergrund ist die zunehmende Konfrontation zwischen Russland und der North Atlantic Treaty Organization (NATO) wegen der zugenommenen Verträge mit Ex-Sowjetstaaten, die sich komplett abwenden.

3. Fattah – Irans Eintritt in die Hyperschallstrategie

Der Iran präsentierte 2023 offiziell die Hyperschallrakete Fattah-2. Entwickelt wurde sie von den Islamic Revolutionary Guard Corps und russischer Hilfe.

Die offizielle Darstellung beschreibt ein System mit:
  • Geschwindigkeit:   bis Mach 15
  • Reichweite:            etwa 1400 km
  • steuerbarem Wiedereintrittskörper
  • hoher Abwehrdurchdringung

Strategisch richtet sich die Rakete vor allem gegen:
  • Israel
  • US-Militärbasen im Nahen Osten
  • regionale Rivalen
Der Iran verfolgt damit ein Ziel: Abschreckung ohne Nuklearwaffen. Raketen sollen den Gegner davon abhalten, iranisches Territorium anzugreifen und selbstverständlich dazu, Erzfeinde wie Israel und USA selbst anzugreifen. Wir erleben zurzeit den vollen Einsatz in Israel. Die Rakete findet Wege durch das Abfangsystem, sie ist ein Horror für Israel und jedes andere betroffene Land.

4. Die militärische Revolution

Hyperschallwaffen verändern mehrere Grundprinzipien der Kriegsführung.

Die Zeit schrumpft
Frühwarnsysteme verlieren wertvolle Minuten. 
Klassische Interkontinentalrakete: etwa 30 Minuten Flugzeit
Hyperschallwaffe: teilweise nur 10 Minuten oder (viel) weniger

Politische Entscheidungsträger haben kaum Zeit.

Raketenabwehr wird schwieriger

Systeme wie Iron Dome, Patriot, Iris-T oder Arrow 3 wurden vor allem gegen klassische ballistische Raketen entwickelt. Hyperschallflugkörper können 
  • plötzlich die Richtung ändern
  • niedriger und höher fliegen
  • Radarfenster verkürzen
Dadurch wird das Abfangen deutlich komplizierter.

Abschreckung wird instabiler

Die klassische nukleare Abschreckung beruhte auf Zeit und Berechenbarkeit. Hyperschallwaffen schaffen jedoch eine gefährliche Situation: Ein Staat könnte glauben, er könne den Gegner überraschen und entwaffnen. Das erhöht das Risiko eines Präventivschlags.

5. Geopolitische Bedeutung

Hyperschallprogramme existieren nicht nur in Russland und Iran. Auch andere Großmächte investieren massiv:
  • United States
  • China
Japan, Nordkorea und andere werden folgen. China testete etwa den Hyperschallgleiter DF-ZF, während Russland Systeme wie Avangard entwickelt. Damit beginnt ein neues globales Wettrüsten.

6. Militärische Realität: Vom Demonstrator zur Kriegswaffe

In den ersten Jahren galten Hyperschallraketen vor allem als technologische Demonstrationssysteme. Inzwischen hat sich die Situation verändert: Sowohl die russische Oreschnik als auch die iranische Fattah werden täglich im realen Krieg eingesetzt.

Oreschnik im Krieg gegen die Ukraine

Russland setzte die neue Rakete erstmals im November 2024 gegen die ukrainische Stadt Dnipro ein. Später folgten weitere Einsätze, etwa gegen Infrastrukturziele im Raum Lwiw. Besonders bemerkenswert ist dabei:
  • Die Rakete kann mehrere Wiedereintrittskörper (MIRV) tragen.
  • Sie erreicht extreme Wiedereintrittsgeschwindigkeiten von etwa Mach 10.
  • Ein einzelner Flugkörper kann mehrere Ziele gleichzeitig angreifen.
Damit hat Russland demonstriert, dass Hyperschall- bzw. neue Mittelstreckenraketen tatsächlich im konventionellen Krieg eingesetzt werden können – nicht nur als nukleare Abschreckungswaffe.
Militärisch war dies auch eine Botschaft an Europa und die NATO: Die Technologie ist einsatzbereit und skalierbar.

Fattah im Konflikt mit Israel

Auch der Iran hat die Hyperschallrakete Fattah bereits in realen Angriffen verwendet. Nach iranischen Angaben wurde die Rakete erstmals im April 2024 bei einem massiven Angriff auf Israel eingesetzt, bei dem mehrere Militärbasen getroffen wurden.

Zu den gemeldeten Zielen gehörten unter anderem:
  • Luftwaffenbasen in der Negev-Wüste
  • militärische Infrastruktur
  • strategische Einrichtungen

Die Botschaft des iranischen Militärs lautete:
Die Rakete kann israelische Luftabwehrsysteme durchbrechen und zivile Zentren sprengen.


Israel bestreitet teilweise die Hyperschall-Eigenschaften der eingesetzten Geschosse, bestätigt aber, dass einige iranische Raketen israelische und US-Militärbasen erreichten. 

Der strategische Wendepunkt

Damit ist eine neue Phase erreicht: Hyperschallraketen sind nicht mehr nur Prototypen oder Abschreckungsmodelle. Sie sind jetzt:
  • Gefechtswaffen
  • politische Signale
  • Instrumente strategischer Eskalation
  • Vernichtungswaffen

Zum ersten Mal seit Beginn der Hyperschallentwicklung zeigt sich eine Realität, die Militärstrategen lange befürchtet haben: Die Zukunftswaffen der Großmächte werden nicht erst im Weltkrieg getestet –
sondern bereits in regionalen Konflikten.

7. Reaktionen und Gegenstrategien: Was können NATO, Europa, USA und Israel dagegensetzen?

Die Ausbreitung von Hyperschallraketen wie Oreschnik und Fattah zwingt die westlichen Staaten zu einer grundlegenden Neubewertung ihrer Verteidigungsstrategien. Klassische Raketenabwehrsysteme reichen allein nicht mehr aus. Stattdessen entsteht eine mehrschichtige Antwort, die Technik, Strategie und Politik miteinander verbindet.

7.1 Neue Generation der Raketenabwehr

Die NATO-Staaten und Israel arbeiten an Abwehrsystemen speziell gegen Hyperschallwaffen. Wichtige Programme sind:

  • Arrow 3
    Hochatmosphärische Abfangraketen, die außerhalb der Atmosphäre wirken sollen.

  • David's Sling
    Für mittlere Reichweitenraketen entwickelt.

  • Patriot
    Modernisierte Versionen können auch begrenzt gegen schnelle Flugkörper eingesetzt werden.

  • US-Programme wie Glide Phase Interceptor
    sollen Hyperschallwaffen bereits in ihrer Gleitphase zerstören.

Der Ansatz lautet: mehrere Abfangschichten, die ein Ziel nacheinander bekämpfen.

7.2 Satelliten und Weltraumüberwachung

Die entscheidende Schwäche der Hyperschallwaffen ist ihre frühe Entdeckung. Deshalb investieren die USA massiv in ein globales Sensorennetz. Ein zentrales Projekt ist die Hypersonic and Ballistic Tracking Space Sensor. Dieses System soll:

  • Raketenstarts sofort erkennen
  • Flugbahnen kontinuierlich verfolgen
  • Abwehrsysteme automatisch informieren

Damit soll der Zeitverlust durch extrem schnelle Flugkörper kompensiert werden.

7.3 Eigene Hyperschallwaffen

Eine zweite Antwort lautet: symmetrische Abschreckung. Wenn beide Seiten Hyperschallwaffen besitzen, verliert die Überlegenheit an Bedeutung. Programme existieren in mehreren NATO-Staaten:

  • Dark Eagle
    Hyperschall-Gleitkörper mit großer Reichweite.

  • AGM-183 ARRW
    luftgestütztes Hyperschallsystem.

Die Idee dahinter ist die klassische Logik der Abschreckung: Wer selbst treffen kann, wird weniger leicht angegriffen. 

7.4  Präventive Zerstörung von Abschussanlagen

Militärstrategen betonen eine weitere Option: Raketen vor dem Start zerstören.

Das bedeutet:

  • Satellitenaufklärung
  • Cyberoperationen
  • Präzisionsschläge gegen Startanlagen

Israel verfolgt diese Strategie bereits gegen Raketenprogramme im Nahen Osten. Auch die NATO diskutiert zunehmend präventive Neutralisierung von Raketenstellungen.

7.5 Elektronische und Cyber-Kriegsführung

Hyperschallwaffen sind hochkomplexe Systeme und benötigen:

  • Navigation
  • Satellitenkommunikation
  • Sensorik

Diese Systeme können gestört werden mit folgenden Methoden:

  • GPS-Störung
  • Cyberangriffe auf Steuerungssysteme
  • elektronische Täuschung

Diese Form der Kriegsführung wird im 21. Jahrhundert immer wichtiger.

7.6  Neue Verteidigungsarchitektur Europas

Europa arbeitet parallel an einer gemeinsamen Raketenabwehr.

Ein Beispiel ist die Initiative European Sky Shield Initiative, die mehrere Länder verbindet.

Ziel ist:

  • integrierte Luftverteidigung
  • gemeinsame Sensorik
  • abgestimmte Raketenabwehr

Das Projekt soll Europa gegen neue Raketenbedrohungen widerstandsfähiger machen.

7.7 Diplomatie und neue Rüstungskontrolle

Langfristig bleibt eine militärische Lösung allein unzureichend.

Nach dem Ende des Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty existiert kaum noch internationale Kontrolle für Mittelstreckenwaffen. Viele Sicherheitsexperten fordern deshalb:

  • neue Rüstungskontrollverträge
  • Transparenz über Hyperschallprogramme
  • internationale Testbegrenzungen

Ohne solche Regeln droht ein ungebremstes Wettrüsten und Entstehen von extremem Vernichtungspotenzial.


Die Antwort auf Hyperschallraketen besteht aus vier Säulen:

  1. bessere Raketenabwehr
  2. globale Frühwarnsysteme
  3. eigene Hyperschallwaffen
  4. politische Rüstungskontrolle

Doch selbst diese Kombination kann ein Problem nicht vollständig lösen: Hyperschallraketen verkürzen die Zeit zwischen Entdeckung und Entscheidung drastisch.

Je schneller die Waffen werden, desto größer wird die Gefahr, dass eine Fehlinterpretation genügt, um eine Eskalation auszulösen.


Donnerstag, 24. Juli 2025

Szenario **Russlands „Sapad 2025“ kippt in eine Invasion in die Nordukraine um** - Teil 2

 

Foto von WikiImages auf Pixabay









Kann die Ukraine eine weitere Invasion im Norden des Landes abwehren?


Die Ukraine zieht alle Szenarien in Betracht und hat ihre nördlichen Grenzregionen in eine Art „militärischen Schutzschild“ verwandelt. Doch die Bevölkerung bleibt verwundbar – nicht nur physisch, sondern auch psychologisch. Die Angst vor einem Überraschungsangriff aus Belarus ist real und prägt den Alltag vieler Menschen.

Die Ukraine ist heute besser geschützt als je zuvor – aber „geschützt“ heißt nicht „sicher“. Es gibt mehrere Ebenen, auf denen Schutzmaßnahmen greifen:


Militärischer Selbstschutz

Die ukrainische Rüstungsindustrie produziert inzwischen Millionen von Artilleriegeschossen und Drohnen pro Jahr und will diese Jahr noch 50 % des Bedarfs an militärischen Gütern selbst decken. Systeme wie Patriot-Raketen sind entscheidend gegen russische ballistische Angriffe – allerdings sind die Lieferungen aus den USA derzeit ausgesetzt. Weitere spezifische Schutzmaßnahmen sind:
  • Grenzbefestigungen: Die Ukraine hat stark verminte Zonen mit zusätzlichem Sprengstoff versehen und Teile der Autobahn von Kiew nach Belarus gesprengt, um mögliche Invasionsrouten zu blockieren.

  • Truppenpräsenz: Die Gruppe „Nord“ der ukrainischen Streitkräfte unter Generalleutnant Serhiy Nayev kontrolliert die Region und hat Panzer sowie Flugabwehrsysteme in Stellung gebracht.

  • Luftüberwachung: Drohnen und Radarstationen überwachen die Grenze rund um die Uhr, insbesondere wegen der Stationierung russischer Wagner-Söldner in Belarus.

  • Drohnenabwehr: Die Ukraine setzt kilometerlange Anti-Drohnen-Netze über Straßen und Versorgungslinien ein, um russische FPV-Drohnen abzufangen. 

 Schutz der Bevölkerung im Grenzgebiet

  • Evakuierungspläne: In besonders gefährdeten Regionen nahe der belarussischen Grenze wurden Notfallpläne für schnelle Evakuierungen entwickelt.

  • Zivilschutzübungen: Die Bevölkerung nimmt regelmäßig an Übungen teil, um sich auf mögliche Angriffe vorzubereiten.

  • Informationskampagnen: Behörden klären über Verhalten im Ernstfall auf – etwa bei Luftalarm oder Sabotageaktionen.

Internationale Unterstützung

Die Ukraine hat mit über 26 Staaten Vereinbarungen geschlossen, die militärische Hilfe und langfristige Kooperationen versprechen. Die EU hat ein gemeinsames Sicherheitsversprechen abgegeben, das die Ukraine militärisch und wirtschaftlich unterstützt. Auch wenn die Ukraine noch kein NATO-Mitglied ist, wird sie zunehmend in die Verteidigungsstrukturen integriert – etwa durch gemeinsame Übungen und Waffenlieferungen.


Einschränkungen und Risiken

  • Die bilateralen Abkommen sind rechtlich nicht bindend – sie garantieren keine automatische militärische Hilfe im Ernstfall.

  • Russland setzt zunehmend auf Chemiewaffen und massive Drohnenangriffe, was die Schutzmaßnahmen unter Druck setzt.

  • Die US-Waffenlieferungen wurden zuletzt gestoppt, und ein möglicher Kurswechsel in westlichen Regierungen könnte die Unterstützung gefährden.


Die Ukraine ist nicht schutzlos – aber sie ist auch nicht unangreifbar. Ihr Schutz basiert auf Eigeninitiative, internationaler Solidarität und technischer Innovation. Doch solange sie kein NATO-Mitglied ist, bleibt ein Angriff ein reales Risiko.

Dienstag, 22. Juli 2025

Szenario **Russlands „Sapad 2025“ kippt in eine Invasion in die Nordukraine um?** - Teil 1

Zelenskyi Official Photo
Der Krieg gegen die Zivilbvölkerung




















Ein solcher Schritt würde als massive Eskalation des Ukraine-Kriegs gewertet. Die Nähe zu NATO-Gebieten – insbesondere Polen und dem Baltikum – erhöht das Risiko eines Bündnisfalls. Experten wie Oberst Markus Reisner warnen vor parallelen hybriden Angriffen, etwa durch Desinformation oder Cyberattacken, diese Realität ist heute schon stark in den Medien durch die Versuche, eine Verlängerung der Strategie dauerhaft durch die Putinisten Deutschlands zu installieren. 

Bedrohungslage

  • Russische Armee/Wagner-Söldner in Belarus: Ihre Nähe zur Grenze sorgt für Unruhe. Zwar reicht ihre Zahl laut ukrainischen Militärs derzeit nicht für eine Großoffensive, doch sie könnten für Sabotage oder hybride Angriffe eingesetzt werden.

  • Atomwaffenstationierung: Die russische Präsenz taktischer Atomwaffen in Belarus erhöht die psychologische Bedrohung für die Bevölkerung.

  • Angst und Unsicherheit: Viele Menschen in der Region leben seit 2022 mit der ständigen Sorge vor einem erneuten Angriff – insbesondere nach Putins Drohung, jede „Aggression gegen Belarus“ als Angriff auf Russland zu werten.


Russland hat taktische Atomwaffen in Belarus stationiert und übt deren Einsatz – ein klares Signal der Einschüchterung. Aber gibt es einen Widerstandsplan der NATO? Natürlich! Und er wird derzeit massiv ausgebaut. NATO-Generalsekretär Mark Rutte kündigte an, dass ein Angriff „die volle Härte dieser entschlossenen Allianz“ zur Folge hätte. Deutschland baut eine Panzerbrigade in Litauen auf, Kanada, Großbritannien und andere führen multinationale Battlegroups im Baltikum. 

Die NATO-Staaten haben beschlossen, bis 2035 5 % ihres BIP für Verteidigung auszugeben – ein historischer Sprung. Die NATO führt regelmäßig Großübungen wie „Steadfast Defender“ durch, um ihre Einsatzbereitschaft zu demonstrieren. Auch parallel zu SAPAD gibt es Manöver westlich der belarussischen Grenze und im Baltikum. 

Ein russischer Angriff im Rahmen von „Sapad 2025“ wäre kein bloßes Manöver, sondern ein potenzieller Wendepunkt für die europäische Sicherheitsordnung. Die NATO bereitet sich auf genau dieses Szenario vor – militärisch, strategisch und politisch. Doch ob die Abschreckung ausreicht, hängt auch davon ab, wie geschlossen der Westen auftritt.







Samstag, 22. März 2025

Russifizierung oder Deportation - Putins Zwangsmaßnahmen und die Friedensgespräche im Ukrainekrieg

 

Die bedrohlichen und grausamen Konsequenzen des aktuell in den Medien wieder aufgetauchten Plans und Dekrets von Wladimir Putin, das die Deportation von Ukrainern ab September 2025 vorsieht, wenn sie ihren Aufenthalt in "Russland" (besetzte Gebiete/Donbass) nicht „legalisieren“, sind enorm und zeigen, dass die Todesmaschine Russland erst steht, wenn sie gestoppt wird. 

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Das inguschische Elternpaar Gasdijew am Deportationsort
in Kasachstan 1944 bei ihrer verstorbenen Tochter


Historisch gab es in der UdSSR gewaltige Deportationen in ferne Lager und in Gulags. Betroffen waren besonders RusslandkoreanerRusslanddeutscheIngermanlandFinnenKaratschaierKalmückenTschetschenenInguschenBalkarenKrimtataren und kleinere Minderheiten der Krim und meskhetische Türken. Sieben dieser ethnischen Völker verloren ihre nationalen Autonomiegebiete. Daneben wurden auch bis 1939 bzw. 1945 grenznah wohnende Griechen und Italiener, Polen, Rumänen bzw. Moldauer und Bulgaren, Litauer, Letten und Esten, Kurden, Assyrer, Chinesen (Dunganen), Iraner und iranische Juden sowie andere Volksgruppen verschleppt. Kooperation mit Hitler-Deutschland war der Vorwurf, der sich nicht verifizieren lässt.
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Das aktuelle Dekret betrifft vor allem Ukrainer in den von Russland besetzten Gebieten, die unter Gewalt, Terror und Folter leiden. Die Russifizierung wird durch die Ausstellung von Millionen russischer Pässe vorangetrieben, bislang sollen schon ein paar Millionen Ukrainer russifiziert worden sein, während Hunderttausende Ukrainer, die sich weigern, die Pässe anzunehmen, mit Schikanen, wie dem Verlust von Arbeitserlaubnis, kein Zugang zu Gesundheits- und Bildungssystemen sowie Eigentum, konfrontiert werden, jetzt sogar mit Deportation und ggf. Internierung bestraft werden sollen.

Die humanitäre Lage ist katastrophal, da es keine sicheren Fluchtwege gibt und Hunderttausende Ukrainer lebensgefährliche Gefechtszonen des Donbass durchqueren müssten, um die besetzten Gebiete zu verlassen. Russland wird zudem vorgeworfen, bereits Zehn- öder sogar Hunderttausende ukrainische Kinder entführt und in russischen Familien untergebracht zu haben, was als Kriegsverbrechen gilt. Experten und internationale Organisationen bewerten Putins Politik als ethnische Säuberung und Völkermord, mit dem Ziel, die ukrainische Identität und Staatlichkeit vollständig auszulöschen. Kiew und westliche Experten zeigen sich entsetzt über die systematische Verfolgung und Deportation der ukrainischen Bevölkerung.

Die Situation verdeutlicht die brutale Realität der russischen Besatzungspolitik und die weitreichenden Auswirkungen auf die ukrainische Bevölkerung. Es ist ein erschütterndes Beispiel für die Verletzung von Menschenrechten und internationalen Normen, Besetzung eines als unabhängig erklärten Staats, der nicht russisch sein muss.

Kann die Vermittlungspolitik von Trump dabei etwas bewirken? Sein 30-tägiger Waffenruhe-Deal wird ignoriert. Er führt auch zu nichts. Die Bedingungen, die Putin fordert, beinhalten das Ende aller westlichen Militärhilfen für die Ukraine, Verbot des Nato-Beitritts, Niederlage und Kapitulation, Eliminierung der ukrainischen Regierung und Einsetzen einer Marionettenregierung. In der Folge Rückholung der Ukraine in die russische Föderation.

Während Trump seine Pläne als Fortschritt anbietet, sehen Kritiker darin eine Schwächung der ukrainischen Position und eine Stärkung Russlands. Es rücken mit diesem Dekret wieder politische und ethische Werte ins Licht, die mit einer gerechten, humanitären und dem Völkerrecht entsprechenden Lösung nichts mehr zu tun haben. Es gibt auch deutliche Zustimmung von Trump, die russischen Ansprüche auf besetzte Gebiete mit Krim anzuerkennen und die Ukraine weiter zu schädigen bis zur Selbstaufgabe. Sein pro-russischer Ansatz, seine Pläne, die Aussicht, US-Unterstützung in Europa zu minimieren, gar die NATO zu verlassen, sein Sprechen über Beschlagnahmung unabhängiger Länder, wie Kanada, Grönland, Panama sorgt nicht nur in Europa, sondern auch in den USA selbst sowie international für Besorgnis. Will er das Feld in Europa räumen, um nicht Putin im Weg stehen zu müssen? Europa angreifen und schütteln, das ist Trump nicht unrecht. Damit da endlich seine Wunschkräfte an die Regierung kommen, die anders mit ihm politisch umgehen und Handel treiben.

Die große Frage bleibt, ob Trumps Sologang in der Ukraine tatsächlich zu einer langfristigen Entspannung führen kann oder ob die Ukraine durch Trump in eine noch schwierigere Lage manövriert wird, die dann zu Kapitulation führen soll. Die europäische Unterstützung für die Ukraine bleibt jedoch stark, auch wenn Trumps Politik in eine andere Richtung weist. Die Konsequenzen angesichts der grundlegenden abgewiesenen Verhandlungsbereitschaft seitens Russlands in der Ukraine und die Androhungen aus Moskau, irgendwo an der Grenze zum Westen zuschlagen zu wollen, deuten tatsächlich ganz extrem auf eine militärische Auseinandersetzung hin. Beginnende Deportationen in der Ukraine und das groß angelegte September-Manöver in Belarus scheinen bewusst parallel gesetzt zu sein.

Europa muss bewusst in die Friedensverhandlungen mit der Ukraine eingreifen, um Recht und Moral, Ausgewogenheit und Gerechtigkeit herzustellen, auch wenn dies mit zu verwirklichenden Schutzmaßnahmen verbunden sein sollte. USA und Russland alleine dürfen nicht Gewinner dieser brutalen Rechtsverletzungen und Killerei in der Ukraine sein. 

Auch das Auftauchen Chinas mit dem Vorschlag, sich mit einer Friedenstruppe beteiligen zu wollen, kann eher als Verstärkung für Russland gewertet werden, um Europa abzuhalten, Gebiete zurückzuholen. 

Das UN-Gremium/-Sicherheitsrat braucht Gesetze und Regeln, die nicht einseitig durch die USA geändert werden dürfen. Das ist völlig ausgeschlossen und undemokratisch, aber zurzeit in dieser Form aktiv.


Donnerstag, 5. Dezember 2024

Wie stark ist Europa und wo herrscht der größte Nachholbedarf?

Foto von Usanas Foundation










Ein Vergleich der Militärbudgets und deren Aufschlüsselung nach Waffengattungen für Russland, Europa, die USA und China soll zum Nachdenken aufrufen und zeigen, wie Krieg jeweils bewertet wird:

Russland

  • Gesamtbudget 2025: 13,5 Billionen Rubel (ca. 125 Milliarden US-Dollar, zurzeit sicher deutlich höher!)

  • Aufschlüsselung:

    • Landstreitkräfte: 40%

    • Luftstreitkräfte: 25%

    • Marine: 15%

    • Rüstung und Forschung: 20%

Europa (siehe Einzelstaaten)

  • Gesamtbudget 2024: geschätzt mehr als 300 Milliarden US-Dollar (Additionsverfahren)

USA

  • Gesamtbudget 2023: 916 Milliarden US-Dollar

  • Aufschlüsselung:

    • Landstreitkräfte: 30%

    • Luftstreitkräfte: 35%

    • Marine: 25%

    • Rüstung und Forschung: 10%

China

  • Gesamtbudget 2023: 296 Milliarden US-Dollar

  • Aufschlüsselung:

    • Landstreitkräfte: 35%

    • Luftstreitkräfte: 30%

    • Marine: 20%

    • Rüstung und Forschung: 15%


Die Stärke der europäischen Armeen lässt sich anhand verschiedener Faktoren wie dem Budget, der Anzahl der Soldaten, der Ausrüstung und der Einsatzbereitschaft bewerten. Hier ist eine Übersicht basierend auf dem Global Firepower Index:


Deutschland

  • Gesamtbudget: 66,8 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: 295.000 Soldaten

  • Panzer: 295

  • Flugzeuge: 618

  • Kriegsschiffe: 6

Frankreich

  • Gesamtbudget: 52,7 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: 203.000 Soldaten

  • Panzer: 406

  • Flugzeuge: 1.060

  • Kriegsschiffe: 11

Großbritannien

  • Gesamtbudget: 68,4 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: 194.000 Soldaten

  • Panzer: 227

  • Flugzeuge: 879

  • Kriegsschiffe: 2 Flugzeugträger, 65 weitere Schiffe

Italien

  • Gesamtbudget: 27,8 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: 162.000 Soldaten

  • Panzer: 200

  • Flugzeuge: 658

  • Kriegsschiffe: 6

Spanien

  • Militärbudget: 14,06 Milliarden Euro (2023)

  • Aufschlüsselung nach Waffengattungen:

    • Heer: 71.900 Soldaten

    • Marine: 20.500 Soldaten

    • Luftwaffe: 20.350 Soldaten

Polen

  • Militärbudget: 31,65 Milliarden US-Dollar (2023)

  • Aufschlüsselung nach Waffengattungen:

    • Heer: 120.000 Soldaten

    • Marine: 14.000 Soldaten

    • Luftwaffe: 35.000 Soldaten

Skandinavien (Durchschnitt)

  • Militärbudget: 10 Milliarden Euro (Durchschnitt)

  • Aufschlüsselung nach Waffengattungen:

    • Heer: 50.000 Soldaten

    • Marine: 10.000 Soldaten

    • Luftwaffe: 15.000 Soldaten

Balkan (Durchschnitt)

  • Militärbudget: 5 Milliarden Euro (Durchschnitt)

  • Aufschlüsselung nach Waffengattungen:

    • Heer: 30.000 Soldaten

    • Marine: 5.000 Soldaten

    • Luftwaffe: 10.000 Soldaten

Griechenland

  • Gesamtbudget: ca. 6,1 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: ca. 132.200 Soldaten

  • Ausrüstung: Griechenland verfügt über Leopard 2 Kampfpanzer und F-16 Kampfflugzeuge.

  • Luftstreitkräfte: Griechische Luftstreitkräfte nutzen auch moderne F-16 Kampfflugzeuge.

Tschechien

  • Gesamtbudget: ca. 4,4 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: ca. 25.000 Soldaten

  • Ausrüstung: Modernisierung der Armee in den letzten Jahren; Einsatz von Panzern wie dem T-72 und der Einführung von Infanterie-Kampffahrzeugen wie dem Pandur II.

  • Luftstreitkräfte: Nutzung von JAS-39 Gripen Kampfflugzeugen.

Slowakei

  • Gesamtbudget: ca. 2,1 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: ca. 15.850 Soldaten

  • Ausrüstung: Fokus auf die Modernisierung der Landstreitkräfte; Erwerb von neuen gepanzerten Fahrzeugen wie dem Patria AMV.

  • Luftstreitkräfte: Nutzung von MiG-29 Kampfflugzeugen.

Belgien

  • Gesamtbudget: ca. 5,1 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: ca. 30.000 Soldaten

  • Ausrüstung: Einsatz von modernisierten Leopard 1 Panzern und Piranha III Radfahrzeugen.

  • Luftstreitkräfte: Nutzung von F-16 Fighting Falcon Kampfflugzeugen; Bestellung von F-35 Lightning II Kampfflugzeugen.

Niederlande

  • Gesamtbudget: ca. 14,2 Milliarden US-Dollar

  • Aktives Personal: ca. 35.000 Soldaten

  • Ausrüstung: Einsatz von Leopard 2 Panzern und CV90 Infanterie-Kampffahrzeugen.

  • Luftstreitkräfte: Nutzung von F-16 Fighting Falcon und F-35 Lightning II Kampfflugzeugen.

Luxemburg

  • Gesamtbudget: ca. 500 Millionen US-Dollar

  • Aktives Personal: ca. 1.000 Soldaten

  • Ausrüstung: Hauptsächlich auf Unterstützungskräfte und Cyberabwehr fokussiert.

  • Luftstreitkräfte: Keine eigenen Kampfflugzeuge, beteiligt sich jedoch an multinationalen Projekten.


Einsatzbereitschaft und Mobilität


USA

Die USA verfügen über eine der besten und schnellsten militärischen Einsatzbereitschaft weltweit. Ihre Streitkräfte sind hoch mobil und verfügen über eine umfassende Infrastruktur für schnelle Reaktionen.

Russland

Russland hat ebenfalls eine hohe Einsatzbereitschaft, insbesondere in der Nähe ihrer strategischen Interessensgebiete. Ihre Streitkräfte sind gut auf schnelle Mobilisierung und Einsatz vorbereitet.

China

China hat in den letzten Jahren erheblich in seine militärischen Fähigkeiten investiert und verfügt über eine große Anzahl an modernen Waffensystemen. Ihre Einsatzbereitschaft ist ebenfalls hoch, insbesondere in regionalen Konflikten.

Europa

Die Einsatzbereitschaft in Europa variiert stark von Land zu Land. Die Bundeswehr in Deutschland hat in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um ihre Einsatzbereitschaft zu erhöhen, aber sie ist möglicherweise nicht so schnell mobil wie die USA oder Russland.

Die tatsächliche Einsatzbereitschaft hängt auch von vielen anderen Faktoren ab, wie z.B. politischen Entscheidungen, logistischen Herausforderungen und der spezifischen Lage.

Der größte Nachholbedarf in Europa in Sachen Rüstung und Funktionalität liegt vor allem in der Fragmentierung und mangelnden Kooperation zwischen den europäischen Ländern. Viele europäische Staaten beschaffen ihre Verteidigungsgüter auf nationaler Basis, was zu ineffizienten Kosten und einer unkoordinierten Entwicklung militärischer Fähigkeiten führt. (1)

Ein Beispiel ist die hohe Anzahl an nationalen Insellösungen, insbesondere im Heeresbereich, die militärisch nicht genutzt werden können. (2)  Auch die Interoperabilität fehlt häufig, sodass vorhandene Fähigkeiten nicht im Verbund genutzt werden können.

Es gibt jedoch Bestrebungen, diese Herausforderungen zu überwinden, indem europäische Rüstungsprojekte intensiviert und gemeinsame Beschaffungs- und Entwicklungsprojekte gefördert werden. Ein Beispiel hierfür ist das gemeinsame Projekt zwischen Deutschland und Frankreich für das Future Combat Air System (FCAS) und das Main Ground Combat System (MGCS). (1)

Die Europäische Union (EU) hat bereits einige Initiativen gestartet, um die militärische Zusammenarbeit zu stärken. Ein bedeutender Schritt ist die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP), die darauf abzielt, die Verteidigungsfähigkeiten der EU-Mitgliedstaaten zu koordinieren und zu verbessern. (3)

Ein weiterer Meilenstein ist die Permanent Structured Cooperation (PESCO), die 2017 ins Leben gerufen wurde und 25 EU-Mitgliedstaaten umfasst. PESCO zielt darauf ab, die militärischen Fähigkeiten der EU durch gemeinsame Projekte und Initiativen zu stärken. (4) 

Darüber hinaus gibt es Bestrebungen, die Zusammenarbeit zwischen der EU und der NATO zu vertiefen, um eine effektivere und umfassendere Verteidigung Europas zu gewährleisten. (5)

Diese Initiativen sind ein Schritt in Richtung einer stärkeren und kooperativeren militärischen Planung und Zusammenarbeit in Europa.

(1)   www.bmvg.de
(2)   dgap.org
(3)   www.consilium.europa.eu
(4)   de.wikipedia.org
(5)   
www.bmvg.de

Mittwoch, 22. November 2023

Russland: Meinungsunterdrückung, schlechte Haftbedingungen, Misshandlung am Beispiel von Aleksandra Skochilenko

Foto: Katie Godowski



Aleksandra Skochilenko, eine russische Künstlerin und Kriegsgegnerin, Oppositionelle und Regimekritikerin, wurde im April 2022 inhaftiert, nachdem sie im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg Preisschilder in einem Supermarkt in Sankt Petersburg ausgetauscht hatte, um Botschaften des Protests zu platzieren. Darauf Botschaften wie „Die russische Armee hat eine Kunstschule in Mariupol bombardiert, in der sich 400 Menschen versteckt hatten“, „Rekordinflation durch Militäreinsatz“, „Putin lügt uns seit 20 Jahren von den Fernsehbildschirmen aus an" oder „Stoppt den Krieg!". Mit ihr wurden insgesamt 20 000 Ukrainekriegsgegner verhaftet und 800 von ihnen der Prozess gemacht.

Skochilenko wurde wegen Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee angeklagt und zu sieben Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Trotz Unterstützung von Freunden, Familie und Organisationen wie Amnesty International bleibt sie unter unmenschlichen Haftbedingungen, die ihre Gesundheit verschlechtern. Sie muss mit Misshandlung rechnen, in einer Mehrpersonenzelle wohnen, unter strengen Bedingungen ohne Gesundheitsschutz ihre Haft absitzen.

Sie studierte Regie und später Anthropologie an der Staatlichen Universität Sankt Petersburg mit Auszeichnung. Skochilenko arbeitet als Journalistin, Künstlerin und Musikerin. Sie ist Feministin und lebt offen in einer lesbischen Beziehung. Ihre Freundin Sonja unterstützt sie die ganze Zeit mit Nahrungsmiitteln und Medikamenten, auch wenn diese nicht sicher bei der Patientin ankommen. Sie war als Videofilmerin und Mitarbeiterin der Sankt Petersburger Online-Zeitung Bumaga („Papier“) tätig.

Skochilenko ist als Künstlerin bekannt und hat durch ihre Arbeit auch zur Entstigmatisierung von Depressionen in Russland beigetragen. Als Betroffene hat sie ein Buch The Book of Depression verfasst, es wurde ins Englische, Spanische und Ukrainische übersetzt. Sie publizierte erst im Internet und verwendete eigene Comics, später erschien das Buch. Das Mädchen Sascha berichtet darin von seinem Kampf mit Depression und einer bipolaren affektiven Störung. Bei der Inhaftierten wurde ebenfalls Zyklothymie diagnostiziert, eine Form der bipolaren affektiven Störung. Die 33-jährige Frau leidet außerdem unter Zöliakie, einer Autoimmunerkrankung, die sich durch Glutenunverträglichkeit, mit Krämpfen und Durchfällen bei Konsum von glutenhaltigen Lebensmitteln äußert.

Weitere Informationen und Details bei Wikipedia, TAZ, oder Münchner Merkur.

Mittwoch, 23. Februar 2022

Russland: Sind heute noch die Grenzen von 1914 relevant? Rückfall in überkommene Territorialansprüche

Eroberung, Gewalt, Unterdrückung, Diktatur statt Wirtschaftskooperation?


(Statista/M.Janson) Die US-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield warf dem russischen Präsidenten im UN-Sicherheitsrat am vergangenen Montag vor, er träume von einem russischen Großreich. Der Präsident habe behauptet, dass Russland heute einen rechtmäßigen Anspruch auf alle Gebiete des russischen Imperiums habe, die in den Grenzen des ehemaligen russischen Reichs vor der Sowjetunion liegen würden. Die Statista-Grafik zeigt, welche Ausdehnung dieses Russische Reich im Jahr 1914 hatte. In dieses Reich fielen die heutigen Staaten Ukraine, Weißrussland, Finnland, Georgien, Moldawien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Estland, Lettland und Litauen. Außerdem gehörten Teile Polens (inkl. Warschau) und der heutigen Türkei zum Russischen Reich. In der Karte sind die betreffenden Länder und Gebiete rot schraffiert. Die in der Grafik gezeigten Grenzen des Russischen Reiches basieren dabei auf einer Darstellung aus dem Großen Historischen Weltatlas, welcher die politischen Landkarten der Welt um 1914 aufzeigt.

Der deutsche Osteuropahistoriker Karl Schlögel bestätigt in einem Interview mit T-Online diese Einschätzung der US-Botschafterin indirekt. Putin wolle Schlögel zufolge zurück zur Großmacht, zu einer Neuauflage des Ostblocks und zur Vorherrschaft über Europa. Zugleich weist Schlögel daraufhin, dass der Fokus auf geostrategische Ziele Russlands zu eng gesteckt sei: „Es wäre gut, etwas mehr in Soziologie und Herrschaftsanalyse zu investieren, nicht nur in Geografie, vielleicht auch mehr in konkrete Kenntnis vor Ort als in historische Analogien und Zukunftsspekulationen.“ Statt sich der anstrengenden Modernisierung zu stellen, setze Putin zur Ablenkung auf einen kleinen erfolgreichen Krieg. Die Infografikredaktion von Statista plant daher in Kürze weitere Grafiken zu den politischen und gesellschaftlichen Zuständen in Russland zu veröffentlichen.


Infografik: Putins Imperiums-Fantasie? | Statista

Sonntag, 17. März 2019

Russland: Die neue Staatskarosse AURUS SENAT






Der Rolls Royce, Bentley etc. aus Russland: AURUS SENAT

Donald Trumps Cadillac One "The Beast" ist nicht ganz so transparent ausgestattet, wie der Autofreak bräuchte. Außerdem werden die Fahrzeuge der US-Präsidenten nach ihrer Dienstzeit komplett zerstört. Es werden 6,0-Liter-V8 vermutet, 4-Rad-Antrieb mit 1000 PS. Das Gewicht liegt zwischen 5 und 8 Tonnen, daher sollen auch max. nur 100 km/h möglich sein, das Beast braucht bis zu 27 Liter auf 100 Kilometern.

Wladimir Putin ist insgesamt agiler motorisiert. Angetrieben von einem durch Porsche Engineering mitentwickelten 4,4-Liter-V8-Biturbo, der 598 PS und 880 Newtonmeter über ein Neungang-Automatikgetriebe an alle vier Räder schickt. Ergänzend ein Elektromotor von Kalaschnikow. Der Aurus soll in 6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sein und auf 250 km/h beschleunigen können. Der Verbrauch soll lediglich 15 Liter auf 100 Kilometern betragen. Es gibt wie bei Cadillac eine Privatversion, die oben zu sehen ist. Putins Fahrzeug ist länger und hat ein schwarzes Outfit, das sich von der Privatversion unterscheidet. Kosten können um 1 Million EUR liegen. 




Donnerstag, 2. März 2017

Wie viel die unteren Einkommensklassen weltweit verdienen


Die Mindestlöhne in den EU-Staaten sind zuletzt gewachsen. Das teilte das WSI der Hans-Böckler-Stiftung mit. 21 der 28 EU-Länder haben ihre gesetzlichen Lohnuntergrenzen zum 1. Januar oder während des vergangenen Jahres angehoben. Deutschland liegt dabei mit 8,84 Euro im oberen Drittel. Trotzdem sei der Mindestlohn gemessen am mittleren Lohnniveau in vielen Ländern noch recht niedrig, so das WSI. Außerhalb der EU verfügen rund 80 weitere Staaten über eine allgemeine Untergrenze. Im Vergleich des WSI verfügt Australien mit umgerechnet 11,89 Euro über den höchsten Mindeststundenlohn. Luxemburg folgt mit 11,27 Euro, wie die Grafik von Statista zeigt. Schlusslichter im Ländervergleich sind Russland und Moldawien mit 0,58 bzw. 0,56 Euro.

Die Grafik zeigt die Höhe des Mindestlohns in ausgewählten Ländern weltweit 2017 (in Euro/h).


Infografik: Mindestlöhne weltweit | Statista 

Samstag, 27. Februar 2016

Eingebuchtet ohne plausible Erklärung: Filmemacher Oleg Sentsov


Am 25. August 2015 wurde der ukrainische Filmemacher Oleg Sentsov von einem russischen Militärgericht zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Der Vorwurf: Terroristische Aktivitäten. Er hatte an friedlichen Demonstrationen gegen die russische Besetzung der Krim teilgenommen. Soweit wir es beurteilen können, ist dies der eigentliche Hintergrund seiner Verurteilung.

Das Urteil stützt sich auf Aussagen, die aller Wahrscheinlichkeit nach unter Folter und Misshandlung erzwungen wurden. Diese Vorwürfe wurden nie untersucht.

Amnesty International fordert Oleg Sentsovs Freilassung, solange ihm weiterhin keine plausiblen Straftaten zur Last gelegt werden können.

Seit Beginn des Ukraine-Konflikts geht die russische Regierung noch rigoroser als bisher gegen Kritiker vor. Organisationen, die sich für grundlegende Freiheitsrechte einsetzen, werden als „ausländische Agenten“ gebrandmarkt. Die Behörden schikanieren unabhängige Journalisten und stellen immer mehr Menschen wegen friedlicher Kritik an der Regierung vor Gericht.

Leider geraten diese Schicksale immer wieder in Vergessenheit, sobald die mediale Berichterstattung nachlässt. 

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Autsch, die Flagge!

Foto: STOLNIK
Manchmal ist es schon schwierig, wenn Patriotismus auf Kleinlichkeit stößt oder die Geschmäcker einfach nicht abgestimmt sind. Die arme Miss Russland Sofia Nikitschuk (21) hat jetzt staatsanwaltliche Verfolgung wegen Anzeige eines Bürgers am Hals, weil das Magazin STOLNIK sie am Jahrestag des 70. Jubiläums des russischen Siegs über den deutschen Faschismus nackt in eine Flagge hüllte. Pech gehabt, leider keine nationalistisch-patriotisch-russische Erotik, sondern Stoff für 1 Jahr Gefängnis. So kann man seine Schönen auch vergraulen. 

Freitag, 20. Dezember 2013

Außerordentliche Weihnachten und christliche Gesinnung als Zeichen des Widerstands im Kriegsgeschehen

Inmitten der angeordneten Schlachterei in Kriegen aus ideologisch-religiösen Gründen, Habgier, Territorialdenken, verletzter Eitelkeit und weiteren negativen Attributen, manchmal auch aus humanitären Gründen, saßen und sitzen Soldaten im Dreck und wollen eigentlich zu Hause Weihnachten mit der Familie feiern. 1914 gab es ein ungewöhnliches Ereignis, dass die gegnerischen Soldaten von Weihnachten 1914 bis Mitte Januar 1915 zu Brüdern machte, danach kam die Peitsche aus dem Hinterhalt und das Morden musste weitergehen. Ein riesiges Absurdum, das einem beim Betrachten bewusst wird.




Im Januar 1918 wurde das Kriegsende im Osten nach der Kapitulation Russlands an vielen Frontabschnitten mit spontanen Versöhnungen gefeiert. Die wenigsten Soldaten wollten diesen Krieg. 9 Monate später war das Deutsche Reich im Westen besiegt.


Donnerstag, 6. Juni 2013

MANNHEIMER SCHILLERTAGE: Großartige Gelegenheit, Schiller zu studieren und seinen Horizont zu erweitern



Die kritische Masse
17. Internationale Schillertage

Vom 21. bis 29. Juni wird Mannheim wieder zum pulsierenden Treffpunkt von Theatermachern und Theaterfreunden - die 17. Internationalen Schillertage bringen wieder internationale Theaterproduktionen ans Nationaltheater Mannheim!

2013 steht „Die kritische Masse“ im Blickpunkt der Betrachtung. Ausgehend vom Theater als einem der ältesten Versammlungsorte, die es gibt, eröffnen die 17. Internationalen Schillertage ein Spielfeld des Sozialen. Das Theater ist die sozialste unter den Kunstformen, da sich seine Existenz der Anwesenheit einer Gruppe verdankt. Ohne Kollektiv, und sei es noch so temporär, kein Theater. Doch wie sieht es eigentlich aus, dieses Kollektiv im Theater? Wann erreicht ein Publikum seine kritische Masse? Zeitgenössische Theaterformen bringen das Publikum in Bewegung, schicken es auf die Suche, teilen und setzen es neu zusammen. Die Theaterrevolution des letzten Jahrhunderts hat aus braven Zuschauern Mittäter gemacht oder sie zumindest als Zeugen moralisch in die Pflicht genommen. Die 17. Internationalen Schillertage werden sich mit dem Festivalprogramm diesen Fragestellungen und Thematiken widmen und gemeinsam mit Künstlern und Publikum ganz unterschiedliche Antworten finden.

Eröffnet werden die 17. Internationalen Schillertage am 21. Juni mit Der Parasit, einem Lustspiel von Friedrich Schiller nach Louis Benoît Picard. Die Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden wird von Stefan Bachmann inszeniert, der derzeit fester Regisseur am Wiener Burgtheater ist und 2013 Intendant des Schauspiel Köln wird.
Gastspiele renommierter Häuser wie dem Thalia Theater Hamburg (Don Carlos) und dem Maxim Gorki Theater Berlin (Die Räuber) sowie die internationalen Gastspiele aus dem Iran (Die Räuber, Schauspielhaus Teheran), Russland (Kabale und Liebe, Theater Prijut Komedianta, St. Petersburg), den Niederlande (Agoraphobia von Lotte van den Berg, der Schweiz (Wilhelm Tell, Schauspielhaus Zürich und Wilhelm Tell, Theater Neumarkt, Zürich) und Österreich (WE des Wiener Künstlerkollektivs Nadaproduction und Räuber.schuldengenital, Burgtheater Wien) erwarten die Besucher während der neun Tage des Festivals, die jeden Abend mit den legendären Partys und Konzerten der Schill-Outs ausklingen. Von Electroclash über Electro-Pop, Chansons, Folk, Balkanbeats, Streetpunk, Rockabilly, Indietronic und Elektroswing sollte für jeden Geschmack etwas bei den Schill-Outs ab 22.30 Uhr im Festivalzentrum dabei sein.

Bereits zum vierten Mal sind die Internationalen Schillertage auch selbst produzierendes Festival. In diesem Jahr wird sich der Berliner Regisseur Patrick Wengenroth mit seinen Berliner Weggefährten und Schauspielern des NTM in Über die ästhetische Erziehung des Menschen oder Freiheit ist nur ein anderes Wort für Nix mehr zu verlieren (UA) den philosophischen Gedanken Schillers widmen und lädt ein zu einer musikalisch-performativen Abendschule über die Freiheit der Kunst und die Kunst der Freiheit.

Das Theater- und Medienkollektiv machina eX macht theatrale Computerspiele in lebensechter Grafik und begibt sich in Blind Variation # 3 (UA) auf Wahrheitssuche. Ausgangspunkt ist Schillers Ballade Das verschleierte Bild zu Sais. In kleinen Spielergruppen zocken sich die Zuschauer ihren Weg durch den Abend und erspielen sich durch das Lösen von Rätseln die Geschichte.

Der in Berlin lebende Bildende Künstler, Bühnenbildner, Regisseur und Performer Jonathan Meese tanzt inGeneraltanz den Erzschiller (UA) eine Nacht lang Schiller auf der großen Schauspielbühne des Nationaltheaters.

Im Community Art Center Mannheim beziehen sich die Künstler mit ihrer Kunst auf die Bevölkerung der Neckarstadt-West. Zusammen mit dem NTM begeben sie sich direkt wieder in die Stadt hinein und laden in Heimat-Träume? (UA) vier Künstlerinnen unterschiedlicher Bereiche ein, zu den Erwartungen und Träumen der neu zugezogenen und alt eingesessenen Gruppen der Neckarstadt-West zu forschen und ihre Ergebnisse zu präsentieren.

Der Performer und Aktivist Reverend Billy kreierte in den 90er Jahren die Figur des kapitalismuskritischen Erweckungspredigers. Seit Ende der 90er Jahre tourt das Kollektiv Reverend Billy & The Stop Shopping Choir u.a. auch durch Europa und bringt die Botschaft der Kapitalismuskritik zu den Menschen, so auch mit The Earthaluja! Extinction Revival (UA) bei den 17. Internationalen Schillertagen.

In diesem Jahr wird das Nationaltheater Mannheim gleich vier Produktionen aus dem eigenen Repertoire zeigen, und zwar quer durch drei Sparten des Hauses. Die Oper zeigt die hauseigene Produktion Don Carloin der Inszenierung von Jens-Daniel Herzog. Das Schauspiel zeigt die Jungfrau von Orleans in der Inszenierung von Georg Schmiedleitner, dessen Don Karlos auch bei den letzten Schillertagen zu sehen war. Der Schnawwl zeigt sein zweites internationales Theaterprojekt, Mit den Augen der Anderen (UA), das in Zusammenarbeit mit dem Teatro Alexandria entstanden ist. Im Zentrum stehen zwei Inszenierungen, die jeweils eine Geschichte aus dem Kulturgut des Partnerlandes erarbeitet haben: König Hamed und das furchtlose Mädchen und Ein erster Schritt. Im Rahmen der 17. Internationalen Schillertage beenden beide Theater ihre Kooperation und präsentieren zum Abschluss das zweisprachige Bilderbuch, das beide Geschichten vereint. Als Auftragsarbeit für Mannheim hat Ad de Bont das Drama einer ägyptischen Familie geschrieben, gebeutelt von den Wirren der Revolution. Im Zentrum der Uraufführung Tahrir Tell (UA) steht analog zu Wilhelm Tell die Frage nach der individuellen und kollektiven Freiheit, nach Freiheit und Verantwortung des Einzelnen.

Das SWR2-Forum, in diesem Jahr mit dem Thema Demokratie – Aber welche? eröffnet am 22. Juni seine Reihe mit dem Thema: Wann wird die Masse kritisch? Weitere Diskussionsthemen  wie z.B. Wie selbstbestimmt leben wir?Wie klug ist das Volk?Sind autoritäre Regime erfolgreich? und Schiller und das Kollektiv folgen im Laufe der Festivalwoche. Die Diskussionsreihe Utopie-Station, eine Veranstaltungsreihe des Nationaltheaters in Kooperation mit dem Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen und der Heinrich-Böll-Stiftung (Bundesstiftung und Landesstiftung Baden-Württemberg)widmet sich im Rahmen der Schillertage dem Thema Alle Menschen werden Geschwister. Neue Gesellschaftsmodelle vom Universalismus bis zum Postnationalen.  Zu Gast sein werden Carl Hegemann, Anna Barbara Dell und Paul Poet.

Das Cinema Quadrat ist in diesem Jahr Kooperationspartner der Internationalen Schillertage und veranstaltet eine Filmreihe über Alternative Gesellschaften und Gesellschaftliche Alternativen. Gezeigt werden die Filme Archipelago Scifi & The Making of Utopia von Tellervo Kalleinen, Alles war wir geben mussten von Mark Romanek und Empire me. Der Staat bin ich von Paul Poet.

Und letztlich als traditionellen Teil der Schillertage gibt es wieder ein Stipendiatenprogramm, das dem Theaternachwuchs die Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit Schiller gibt. Die Stipendiaten, die sich der Festivalzeitung widmen, bringen vier Doppelausgaben heraus, die Besucher und solche, die es werden wollen, über die aktuellen Ereignisse während der Schillertage informiert.

Für Festivalbesucher, die während der ereignisreichen Tage und auch danach mobil bleiben wollen, gibt es 60 Fahrräder, die in Kooperation mit Biotopia gestaltet und am letzten Tag versteigert werden. Zuvor sind alle Fahrradbesitzer von Mozart- und Schillerrädern dazu aufgerufen, bei der 6. Mannheimer Radparade am 22. Juni teilzunehmen. Die ersten 20 Teilnehmer erwartet eine Überraschung!