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Mittwoch, 8. April 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #101 - Regime Chchchchchanges

 

Gelb scheint die Sonne der Ververververänderung © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Regime Chchchchchanges

Alle reden von Regime Change.
So ooft, dass ich schon diesen alten Bowie-Song im Ohr hab: Chchchchchanges!

Und es wär ja auch wirklich schön - vor allem für die Iranerinnen und Iraner - wenn sich diese religiöse Diktatur nicht einfach jetzt in eine Militär-Diktatur changen würde. Sondern echt changen. So von Diktatur in Demokratie.
Aber, ob das geht, in dem man das Land einfach bombardiert… ? Eher nein.

Allein aus praktischen Gründen.
Wie soll man auf die Straße gehen, wenn man dort Gefahr läuft nicht nur von den Killern des Regimes, sondern auch noch von den Raketen der Angreifer erledigt zu werden?

Irgendwer hat da nicht sehr weit gedacht.
Könnte sein, dass es Donald Trump ist, der Präsident der Beleidigten Staaten von Amerika. Denken ist aber auch nicht seine Stärke. Dafür reden. Ständig redet er. Deshalb  sagt er auch ständig nicht, wie genau er das Regime chchchchchchchangen will.

Also das im Iran. Nicht das in Israel.
Obwohl die letzten Jahre und Monate immer wieder zehn- bis hunderttausende Israelis auf die Straße gegangen sind, die gefordert haben, dass sich auch das Regime von Bbibibibibibibibi Netanjahu sich changen soll.
Vielleicht sogar vertschtschtschtschtschüssen.

Aber auch anderswo fordert man Regime Change. Im Land von Donald Trump selbst, also in den Beseitigten Staaten von Amerika. Dort gehen die Leute auf die Straße und fordern: „No Kings!“.

Eine gute Formulierung.
Allerdings nicht gut genug. Bleiben dann doch immer noch andere Formen der Alleinherrschaft wie Diktator, Imperator, Kaiser, Zar oder einfach Mafiabosse übrig*, von denen man sich beherrschen lassen könnte.
Da muss man noch konkreter werden, in den Verteidigten Staaten von Amerika.

Apropos Mafiaboss: Was macht eigentlich Wladimir Putin? (Zu deutsch: Waldemar Steck-Rein) Natürlich nichts.
Und die Russen machen auch nichts. Weil erstens in Russland alles okay ist, und zweitens weil es verboten ist dort irgendwas zu machen. Die letzten, die dort was gemacht haben, waren Pussy Riot, seither ist es Russy Quiet.

Und weil in Russland selbst alles so okay ist, so prima, so dufte, haben jetzt führende Oligarchen bei einer Sitzung angeboten… was heißt angeboten, eigentlich haben sie darum gebeten… also sie haben den Staat angebettelt… nein… auf Knien angefleht haben sie den Wladimir, dem man ja namentlich irgendwo irgendwas rein stecken soll, dass sie doch bitte bitte bitte, dem russischen Staat Geld schenken dürfen.
Und dass bei steigendem Ölpreis.

Es ist einfach alles großartig in Russland.
Und deshalb fragt man sich schon langsam, wer sein Nachfolger werden könnte, weil der Waldemar Output… nein… Putin halt auch nicht mehr der Jüngste ist.
Angeblich soll schon ein Machtkampf im Gange sein.
Wir werden davon erfahren, wenn demnächst wieder ein paar einflussreiche Russen auf einen Balkon vor ihrem Fenstern treten… wo aber keiner ist.
Und der, der übrig bleibt, wird dann der neue Chef des Staats der Tschtschtschtschtschekisten.

Wie Putins Autokraten-Kumpel Erdoğan diese Probleme löst, hat man ja auch schon vor über einem Jahr gesehen. Ganz demokratisch. Denn gegen Erdoğan dürfen alle antreten, die…. garantiert keine Chance haben.

Alle, die eine Chance haben aber, landen im Knast. Damit es aber nicht so eine Überraschung ist, wenn der Kandidat nicht mehr da ist, am besten schon ein bis zwei Jahre vor der Wahl. Dann kann sich der Wähler und die Wählerin schon an die mangelnde Auswahl gewöhnen.

Das hingegen hat die alte (16 Jahre an der Macht!) Budapestbeule Viktor Orban übersehen. Dieser Helmut-Kohl-artige Paprika-Potentat ist jetzt plötzlich konfrontiert mit einem Kandidaten, der konstant in den Umfragen weit vor der Regierungspartei von Viktor Orban liegt.

Deshalb ist der Pupupupupupuszta-Papst auch ein bisschen sauer. Das mögen nämlich diese Menschen, die den Volkswillen zu kennen glauben, gar nicht, wenn dieser Volkswille sich bei Wahlen so äußert, dass er ihnen sagt:
„Schleich di, Dicker! Wir haben dei schiache Fratzn lang gnua g’sehen. Mach an Schuach!**“

Noch weniger mögen sie es, wenn dazu noch rauskommt, dass er und sein Regime noch enger mit Russland in Kontakt steht, als man sich das ohnehin schon gedacht hat.
Also nicht nur, dass man es sich in der Peristaltik des Kreml-Chefs gemütlich gemacht hat (Put-in ist also wirklich wörtlich zu verstehen - und: Ja, dreimal reicht für dieses Wortspiel), sondern auch, weil der Außenminister nach den EU-Außenminister-Sitzungen sich sofort mit dem russischen Außenminister kurzgeschlossen hat.
Ist aber auch logisch, muss man sagen, weil Russland liegt ja außerhalb der EU.

Der Geheimdienst dagegen ist nicht mehr so geheim.
Der ungarische. Nicht der deutsche. Oder gar der österreichische …. Hahaha. Nein, dazu ein andermal.

Aber der ungarische Geheimdienst, der ist sehr bekannt.
Der sollte sich nämlich - so kam es gerade raus - in die oppositionelle Partei einschließen lassen und diese von innen zersetzen oder Datensätze abgreifen - oder beides. Das ist gerade rausgekommen - zwei Wochen vor der Wahl.

Man wird sehen, was die ungarischen Wähler davon halten.
Denn das ist eben der Zauber der Demokratie, dass da der Regime Change immer eine Möglichkeit ist.
Und zwar ganz simpel. Einfach nur chchchchchchchchangen, in dem sich Menschen an einem ganz bestimmten Tag zusammen finden, jeder für sich überlegt, dann einen gefalteten Zettel in ein Kuvert steckt und dieses Kuvert in eine Urne fallen lässt.
Und im besten Fall vorher auf diesem gefalteten Zettel etwas ankreuzt.
Es ist friedlich, es ist zivilisiert, es läuft nach Regeln ab, an die sich alle halten. Das ist Regime Change, wie er sein soll.

So geht das.  Dann muss man auch keine Gewalt anwenden. Da braucht man keine Bomben, keine Panzer, Drohnen oder sonst was. Da muss niemand aus dem Fenster fallen oder ins Gefängnis geworfen werden.

Da muss man nicht einmal Leute ans Kreuz schlagen, wie das eine Besatzungsmacht vor 2000 Jahren gemacht hat, mit einem Typen, einem Sozialrevolutionär, der da im antiken Judäa, Samaria und Galiläa einen Regime-Change haben wollte.

In diesem Sinne: Hoch die Demokratie und schschschschschöne Ostern!

*Kann man alle in meinem Soloprogramm „Ich bin das Volk“ bewundern.
Siehe auch unten: „groebner live“

**
Für alle Nicht-Wiener:
„Mach an Schuach“ ist nicht die Aufforderung sich beruflich im Schuhhandwerk zu versuchen (Sehr seltsames Wort übrigens „Schuh-Hand-Werk“ muss es nicht eigentlich Schuh-Fuss-Werk heißen? Oder Hand-Schuh-Werk?), sondern es ist die freundliche Bitte um Auto-Dislocation.
Vergleiche: „Lass a Gerschtl umme wachsn“ ist auch nicht die Aufforderung kreisförmig Gerste anzubauen, sondern Geld zu übergeben.
Siehe auch unten: „Wer diesen Newsletter unterstützen will…“

——-


groebner live:

Freitag 10.4. Erlangen, 
Fifty-Fifty
Samstag 11.4. Nabburg, 
Schmidt-Haus
Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, 
Salmen in Hartheim

Freitag 8.5. München, 
Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen oder hier.

Und meinen Vierteljahresrückblick 
„Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen: Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“? Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-

Über diesen Newsletter:

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.

Wer es dennoch materiell unterstützen will,
….hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709

Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Sonntag, 23. November 2025

Der gefälschte Sieg – Warum brutale Usurpatoren nicht gekrönt werden dürfen

Viele Beobachter kritisieren, dass Trumps aktueller Friedensplan die Ukraine zu weitreichenden Zugeständnissen drängt und damit faktisch Russland begünstigt. Aus europäischer Sicht gilt das als problematisch, weil er die Souveränität der Ukraine in Frage stellt und die Gefahr birgt, dass Moskau seine Kriegsziele durchsetzt, ohne echte Kompromisse einzugehen. Für viele Bürger ist es glatt unverschämt, solche Machenschaften öffentlich zu inszenieren. 

Der Plan verlangt von Kiew territoriale und politische Zugeständnisse, während Moskau kaum Verpflichtungen eingehen müsste. Die von Trump gesetzte Deadline erhöht den Druck auf Selenskyj, ohne Raum für echte Verhandlungen. Während Europa klar betont, dass die Ukraine selbst über ihre Zukunft entscheiden muss, droht Washington mit einem Alleingang. Ein solcher Plan könnte weltweit als Präzedenzfall gelten, dass Aggression belohnt wird.  

Großes Paradoxon/Irrationalität: Russland hält 2000 km² besetzt, fordert aber 6000 km².

Selenskyj muss nun zwischen zwei Fronten navigieren:  

- Innenpolitisch darf er keine Kapitulation akzeptieren, sonst verliert er Rückhalt im Land.  

- Außenpolitisch muss er die Unterstützung der USA sichern, ohne die europäischen Partner zu verlieren.  

Die Lage ist also ein klassischer Balanceakt: Wenn er den Plan ablehnt, riskiert er den Verlust der US-Hilfe. Wenn er ihn akzeptiert, gefährdet er die Integrität der Ukraine. Europa stärkt seine Position: Die klare Ablehnung des Plans in aktueller Form gibt ihm Rückendeckung. Russland profitiert von der Asymmetrie. Jeder Kompromiss, der Gebietsverluste oder politische Einschränkungen für die Ukraine bedeutet, wäre ein Gewinn für Moskau.

Europa allein kann keinen „angemessenen Abschluss“ erzwingen, auch wenn viele europäische Staaten die Ukraine klar unterstützen. Europa leistet zwar enorme finanzielle und militärische Hilfe, doch die USA bleiben der größte Unterstützer. Ohne Washingtons Rückhalt fehlt die entscheidende Schlagkraft, um Russland zu einem echten Kompromiss zu zwingen. 

Während Länder wie Polen oder die baltischen Staaten eine harte Linie gegen Russland fordern, sind andere (z. B. Ungarn, Slowakei, Serbien, teilweise Tschechien) zurückhaltender. Diese Differenzen schwächen die gemeinsame Verhandlungsposition.

Russland ist nicht nur ein europäisches Problem, sondern ein globaler Akteur mit enger Bindung an China. Ein Abschluss, der Moskau schwächt, muss auch international abgestützt werden.

Ein „angemessener Abschluss“ bedeutet, dass die Ukraine ihre Souveränität behält. Doch Russland versucht, durch Druck und Zermürbung einen „Sieg“ zu erzwingen, selbst wenn seine Verluste hoch sind.

Putins missliche, nicht siegreiche Lage

Russland verliert täglich ungeheuer viele Soldaten und Berge von Material. Die ukrainische Verteidigung bleibt standhaft. Der Rubel ist geschwächt, Sanktionen treffen die Industrie und den Finanzsektor. International ist Russland isoliert, außer durch Partner wie China oder Iran. Autokratische Systeme wie Putins können Niederlagen verschleiern und Siege propagandistisch inszenieren.

Wenn die USA einen Plan vorlegen, der Russland begünstigt, entsteht die Gefahr, dass Moskau als „Sieger“ erscheint – selbst wenn die Realität Verluste zeigt. Russland setzt auf Zermürbung. Je länger der Krieg dauert, desto mehr hofft Putin, dass westliche Unterstützung nachlässt.

Die Geschichte kennt viele Momente, in denen Gewalt und Unterdrückung als „Sieg“ verkauft wurden. Doch ein Sieg, der auf Mord, Zerstörung und Unterdrückung beruht, ist keiner. Er ist eine Niederlage der Menschlichkeit. Genau hier liegt die Gefahr in der aktuellen geopolitischen Lage: Donald Trump und Wladimir Putin stehen für eine Politik, die den Aggressor belohnt und die Opfer schwächt.

Putin verliert jeden Tag auch Ressourcen, Vertrauen, dennoch versucht er, durch Propaganda und Zermürbung den Krieg als Triumph darzustellen. Es ist der Versuch, seinen Überfall, sein Eindringen in die Ukraine mit Mord und Gewalt in einen „Sieg“ umzudeuten – ein Zynismus, der die Opfer verhöhnt. Würde er Schwäche zeigen, hätten er und seine Regierung ein riesiges Problem. Es ist jedem klar, dass eine Niederlage mit zurückkehrenden randalierenden Soldaten den Kreml Kopf stellen würde, Putin müsste fliehen - er wäre faktisch abgesetzt.  

Trumps Rolle als aktiver Geschichtsverfälscher

Statt die Ukraine zu stärken, drängt Trump auf einen Friedensplan, der Russland begünstigt. Er setzt Fristen, die Selenskyj unter Druck setzen, und verlangt Zugeständnisse, die die Souveränität der Ukraine gefährden. Damit wird der Aggressor belohnt, während das Opfer gezwungen wird, seine Würde zu opfern. Es ist eine Politik, die den Mörder an den Verhandlungstisch setzt und ihm den Stempel des Siegers verleiht. Unmöglich!

Europa und die Würde der Ukraine

Europa erkennt die Gefahr. Deutschland, Frankreich und Großbritannien betonen, dass ein Ende des Krieges nur mit der Zustimmung der Ukraine möglich ist. Sie wissen: Ein „Sieg“ Putins wäre ein Sieg der Gewalt über das Recht, ein Triumph der Unterdrückung über die Freiheit. Deshalb lehnen sie den Plan ab und bestehen auf einem Abschluss, der die Ukraine nicht erniedrigt.

Der wahre Sieg

Der wahre Sieg liegt nicht in der Krönung von Mördern, sondern in der Verteidigung der Menschlichkeit. Trumps soll aktiv helfen, die Russen aus der Ukraine zu vertreiben und keine Flugzeuge und Raketen, Drohnen mehr über die Grenzen fliegen zu lassen. Ein Sieg über Putin bedeutet, dass Mord und Aggression bestraft werden. Ein Sieg über Trump bedeutet, Geschichtsverfälschung geht nicht mit der Weltöffentlichkeit, bis auf ein paar Ausnahmen. Der Sieg, der keiner sein darf, ist der Sieg der Gewalt – und genau diesen gilt es zu verhindern.

Parallelen aus der Geschichte


Das Münchner Abkommen 1938

Als Hitler die Sudetengebiete forderte, glaubten die europäischen Mächte, durch Zugeständnisse einen Krieg verhindern zu können. Das Münchner Abkommen wurde als „Friedenssicherung“ gefeiert – doch in Wahrheit war es eine Kapitulation vor Gewalt. Hitler wurde gestärkt, die Tschechoslowakei geschwächt, und der Weg in den Weltkrieg geebnet.
Ein Friedensplan, der Russland belohnt, würde wie damals Aggression legitimieren und den Aggressor als „Sieger“ krönen.


Jalta 1945

Nach dem Sieg über Nazi-Deutschland teilten die Alliierten Europa neu auf. Für viele Länder bedeutete das keine Freiheit, sondern Jahrzehnte sowjetischer Unterdrückung. Auch heute droht ein „Sieg“ Putins, der die Ukraine in Abhängigkeit zwingt, statt ihr echte Freiheit zu sichern.


Kalter Krieg und Helsinki 1975

Die Schlussakte von Helsinki sollte Frieden und Kooperation sichern, doch sie legitimierte faktisch die bestehenden Grenzen und damit auch die sowjetische Vorherrschaft über Osteuropa. Erst die Freiheitsbewegungen der 1980er Jahre durchbrachen diese Ordnung.
Ein Abschluss, der Putins Eroberungen festschreibt, wäre ein „Helsinki-Moment“ – Stabilität auf Kosten der Freiheit.


Ein Pyrrhussieg/gefälschter Sieg/Krönung des Falschen schafft keinen Frieden, sondern verlängert das Leid.

  • Trump drängt auf einen Plan, der Russland begünstigt – wie einst Chamberlain in München.
  • Putin inszeniert Verluste als Triumph – wie Diktatoren, die Gewalt als Stärke verkaufen.
  • Europa muss verhindern, dass Geschichte sich wiederholt: Kein Mörder darf als Sieger gekrönt werden.
  • Bekommt Putin, was er begehrt, kann er Kräfte sammeln und den nächsten Nachbar überfallen. 
  • Putin muss seinen Krieg einstellen und die Ukraine verlassen. 
  • An dieser Stelle muss auch auf die fehlende neutrale Macht des UN-Rats verweisen werden, der als zahnloser Tiger keinerlei Soldaten entsenden kann, für Gerechtigkeit zu sorgen. 


Donnerstag, 23. Oktober 2025

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #81 - Statt eines Titels: Oktober-Notizen

 


















So vielfarbige wie der graue Herbst © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Statt eines Titels: Oktober-Notizen

Notiz 1

Ich lese: Geert Wilders sagt einen Wahlkampfauftritt wegen Gefährdung ab. Da dank ich mir:
„Na, endlich sieht das der Mann ein, dass seine Wahlkampfauftritte sowie eigentlich sein gesamtes politisches Wirken das friedliche Zusammenleben in den Niederlanden gefährdet! Das wurde aber auch Zeit!“
Es ist aber leider anders, als ich das verstanden habe.


Notiz 2

Putin gibt zu, dass die russische Luftabwehr vor ein paar Monaten ein aserbaidschanisches Flugzeug in Kasachstan abgeschossen hat.
Das ist sehr freundlich von ihm. Macht aber freilich keins der Todesopfer wieder lebendig.
Und doch lässt es hoffen:
Irgendwann - so in 20 oder 30 Jahren - wird Russland auch zugeben, dass es ohne Grund die Ukraine überfallen hat, Kriegsverbrechen begangen, Kinder verschleppt und ein Terrorregime in der Ostukraine errichtet hat.
Aber das dauert noch.
Der kleine Mann lernt ja gerade überhaupt erst, dass man Fehler auch eingestehen kann.


Notiz 3

Es gibt ein tolles neues Wort im politischen Diskurs: „Postkolonial“.
Der Begriff wabert ja schon seit einiger Zeit herum und wenn ich ihn richtig verstehe, ist „postkolonial“ ein Projekt der mehrheitlich weißen europäischen und US-amerikanischen Bildungselite, die dem Rest der Welt beibringen möchte, sich von der europäischen und US-amerikanischen Dominanz zu befreien.
Das ist gute Tradition.
Schon seit längerem finden weiße Menschen ihren Lebenszweck gerne darin vermeintlich „andersfarbige“ Bevölkerungen auf der Welt zu „befreien“. So wurde ja auch vor 300 Jahren der „zivilisatorische Auftrag“ begründet, in die Welt hinaus zu segeln, die Menschen woanders von ihrer Rückständigkeit zu befreien, um dort dann … naja… äh… Kolonien zu errichten.
Tja, die innere Dekolonisierung ist manchmal das allerschwierigste.

Ich aber wusste schon früh, dass an der Kolonisierung was faul ist.
Das liegt daran, dass ich in Wien im Gemeindebau aufgewachsen bin, und der Platz, wo alle Mülltonnen versammelt waren, hieß: Kolonia-Raum.
Das hatte damals schon einen… Geruch.


Notiz 4

Trump kriegt keinen Nobelpreis.
Das hat ihn angeblich sehr geärgert. Logisch, die Preisträgerin aus Venezuela, Maria Corina Machado, ist erstens eine Latina, zweitens eine Frau und drittens setzt sie sich für Demokratie ein.  Gleich drei Dinge, die Trump nicht mag.
Ich glaube, Trump kriegt aber doch einen Nobelpreis. Vielleicht nicht dieses Jahr, aber nächstes, spätestens übernächstes: Den Wirtschaftsnobelpreis.
Gut, der ist eigentlich kein Nobelpreis, aber das weiß doch der Trump nicht.

Aber der Mann verdient einen Preis: für seine Zollpolitik.
Denn wie der Mann den guten, alten Protektionismus wieder Salon… nein… saloonfähig gemacht hat. Das ist absolut preisverdächtig.
Auch weil die Verbraucherpreise in den USA deswegen ständig steigen.

Und ich persönlich verstehe auch seinen Gram über den nicht-bekommenen Friedensnobelpreis.
Das kenn ich. Ich hab auch dieses Jahr schon wieder nicht den Literaturnobelpreis bekommen.
Obwohl ich brav (naja… sagen wir: häufig) Newsletter schreibe.
Ich hab auch keinen Kleingärtnerpreis gekriegt. Obwohl ich Schnittlauch am Fensterbrett anbaue.
Oder den Milchpreis. Den krieg ich nicht nur nicht, nein, den zahl ich sogar.
(Apropos Geld: Man kann diesen Newsletter auch unterstützen, siehe unten)
Kriegen tun den immer nur die Milchbauern. Und auch die zu wenig davon, wenn man ihnen glauben darf.
Und ich glaub Ihnen, weil ich mein Joghurt mag.

Aber so ist das Leben.
Vielleicht hat aber Trump auch Glück und am Ende bekommt er die höchste Auszeichnung, die ein  Herrscher nur bekommen kann.
Er kriegt: ein Musical.
Nach „Elisabeth“, „König Ludwig“, „Evita“, „Jesus Christus Superstar“ und „König der Löwen“ fehlt eigentlich nur noch ein zweistündiges Herumgekreische mit Bodengymnastik rund um „Donald - Not the Duck“.

Dann kriegt er den Eintrittspreis. Und den Applaus.
Das müsste ihm doch gefallen.
Und es gefällt dann sogar auch allen, die Trump nicht so mögen.
Schließlich kriegt man so ein Musical immer erst nach dem Ableben.

——

groebner live:
Alle Termine gibt es hier.

groebner gehört:
Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“
„Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek, wo ich über 
Kaffeesatz nachdenke, die richtigen Worte zum Abschied, über den Herbst und seine Superlative oder über das Verhältnis von Wahrheit & Wurst.

Einen ganz neuen Song (ist die Zugabe vom neuen Programm, aber psst!) kann man direkt 
auf der Homepage hören.

groebner gesehen:
Auftritt im 
Schlachthof (BR) und in der Anstalt (ZDF)

groebner gefolgt:
Videos auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung, wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Dienstag, 14. Oktober 2025

Satire: Trump, Hamas & die Kunst des Selbstbetrugs

Trump hat’s wieder geschafft. Er hat Frieden erklärt. In der Region, wo selbst Google Maps sagt: „Route kann nicht berechnet werden.“ Er nennt es: „Mein Triumph!“ Die Welt nennt es: „An einem Dienstag ...“ Er steht da, mit diesem typischen Trump-Grinsen – so, als hätte er gerade Frieden in Nahost geschlossen und gleichzeitig eine neue Golfanlage eröffnet. Und diese Medaille aus Jerusalem ... „We did it! Tremendous peace!“ Ja, klar. Und wir haben letzte Woche den Regenbogen gefangen und in den Toaster gesteckt. Trump präsentiert also seinen „Plan“ – ein Plan, der so realistisch ist, dass selbst Disney gesagt hat: „Bruder, das ist zu viel Fantasie.“ Er sagt: „Hamas wird entwaffnet. Israel zieht sich zurück. Alle glücklich!“ Ja. Und Einhörner patrouillieren an der Grenze. Und Hamas? Die stehen da, sehen den Plan und sagen im Prinzip: „Lustig. Wir haben andere Hobbys. Explosionen, Hinrichtungen, Raketen zum Beispiel.“ Diese Vermummten geben nicht auf. Wenn du sagst „Frieden“, hören die „Feierabend“ – und das ist für sie das Unwort des Jahrhunderts. Trump glaubt wirklich, er kann jahrzehntelangen Hass lösen wie eine Reality-Show-Folge: „Zwei Völker, ein Deal – präsentiert von Fox News!“ Er unterschreibt das Dokument wie ein Promi das Autogramm auf einem Luftballon. Und alle: „Mr. President, das war ein Kindergeburtstag!“ Er: „It was beautiful. Great children. Great balloons.“ Er feiert sich, als wär’s die Wiederauferstehung der Diplomatie. Dabei ist es mehr ein Wiederverkauf der eigenen Einbildung. Und die Welt klatscht höflich. So wie man klatscht, wenn jemand auf der Party Karaoke singt – schief, aber mit Leidenschaft.

Dienstag, 19. August 2025

Trump, Europa, Selenskyi und die Architektur des Friedens in der UKRAINE im August 2025


Der Ukraine-Krieg hat sich über Jahre hinweg als eine der großen geopolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts erwiesen. Jetzt, im Sommer 2025, scheint sich ein Fenster der Geschichte zu öffnen. Der diplomatische Fahrplan, der beim Washingtoner Ukraine-Gipfel skizziert wurde, trägt die Handschrift eines ungewöhnlichen Architekten: Donald Trump. Inmitten globaler Spannungen gelingt es ihm, trotz aller sonstigen Verrücktheiten, Bewegung in einen festgefahrenen Konflikt zu bringen. Gleichzeitig tritt Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut als entschlossener, aber dialogbereiter Staatsmann auf, der die Ukraine in den Friedensprozess einbringt, ohne ihre Souveränität preiszugeben. Gemeinsam wagen ganz unterschiedliche Kräfte einen Schritt in einen internationalen Dialog, der – getragen von Europas sich aufbauendem Rückhalt – einen Frieden herbeiführen kann, wenn Wladimir Putin bereit ist, seine erzkonservative Rückeroberungsstrategie aufzugeben. So entsteht die Umrisslinie einer neuen Architektur des Friedens: komplex, tragfähig und fragil zugleich, aber nicht unmöglich.


Donald Trump: Der unkonventionelle Vermittler

Donald Trump, eher als Polarisierer und Verzerrer von Realität bekannt, tritt in dieser Phase als strategischer Vermittler auf. Seine Rolle ist nicht die eines klassischen Diplomaten, sondern die eines Machtspielers, der die Regeln neu schreibt. Drei Elemente machen seine Position entscheidend:

Zugang zu Putin: Trump ist einer der wenigen westlichen Akteure, die einen direkten Draht zu Wladimir Putin haben. Diese Verbindung erlaubt ihm, Gesprächsbereitschaft auf russischer Seite zu erzeugen – ohne Gesichtsverlust für Moskau.

Druckmittel und Hebelwirkung: Als ehemaliger und derzeitiger US-Präsident kann Trump Sicherheitsgarantien in Aussicht stellen, die über bisherige Verneinung und symbolische Solidarität hinausgehen. Trump wagt sich weiter in den Machtbereich hinein, den er gestalten kann. Er nutzt diese Hebel, um beide Seiten – auch und vor allem Selenskyj – in einen strategischen Dialog zu führen, der nicht in Vorbedingungen erstarrt und unmöglich schien.

Inszenierung als Friedensstifter: Trump inszeniert sich als Brückenbauer, der die Kontrahenten an einen Tisch bringt. Er war auch im aktuellen Gaza-Konflikt der Einzige, der erkannte und formulierte, dass die räumliche Nähe der Gegner den Konflikt immer weiter nährt. Seine mediale Präsenz und sein politisches Gewicht verleihen dem Prozess eine Dynamik, die klassische Diplomatie allein nicht erzeugt hätte. Wir wissen, dass auch Joe Biden hier handlungskräftig vorgegangen wäre, aber nicht wie. Eventuell sogar vergleichbar. 


Wolodymyr Selenskyj: Standhaftigkeit im Dialog

Selenskyj bleibt in dieser Architektur des Friedens und gleichzeitig Ausbildung von europäischen Stärkefunktionen nicht bloß ein Objekt internationaler Vermittlung, sondern ein aktiver Gestalter. Seine Rolle ist entscheidend, weil sie Prinzipientreue mit Lösungsorientierung verbindet.

Er ist standhaft in seinen Interessen und macht klar, dass die Ukraine nicht zur Kapitulation bereit ist. Territoriale Integrität und nationale Souveränität bleiben unantastbar. Seine klare Haltung verhindert, dass Russland die Verhandlungen als Schwäche interpretiert. Russland ist nach wie vor ein extremer Schädiger, auch wenn es selbst massiv verletzbar ist. Gleichzeitig zeigt Selenskyj die Bereitschaft, in einen echten Dialog einzutreten – nicht als Geste der Schwäche, sondern als strategische Klugheit.

Ukraines Präsident signalisiert, dass die Ukraine in einer verhandelten Sicherheitsordnung Platz hat, wenn diese ihr Überleben und sich als ernstzunehmender Partner garantiert. In Selenskyjs Auftritten wird deutlich, dass er den Willen der ukrainischen Gesellschaft repräsentiert und sie als Verteidiger und Bewahrer der Tradition aufbaut. Er verleiht dem Friedensprozess Legitimität, weil er als Verteidiger und zugleich als sehr kompetenter und erfolgreicher Brückenbauer anerkannt ist.


Die europäischen Partner: Schutzmacht und moralische Instanz

Während Trump die Bühne bereitet und Selenskyj sie mit Leben füllt, sind es die europäischen Staaten, die die Ukraine strategisch, moralisch und strukturell bereits seit Kriegsbeginn absichern. Ihre Rollen sind vielfältig und komplementär.

Deutschland: Der Stabilitätsanker

Bundeskanzler Merz positioniert Deutschland als verlässlichen Verteidiger der Ukraine, insbesondere in der militärischen und humanitären Unterstützung. Deutschland übernimmt die Aufgabe, europäische Sicherheitsinteressen mit ukrainischen Bedürfnissen zu verzahnen – etwa durch langfristige Rüstungskooperationen und Wiederaufbauprogramme, die deutlich zeigen, dass ein starker Partner gewonnen wurde.

Frankreich: Der diplomatische Taktgeber

Präsident Macron agiert als mächtiger europäischer Vermittler, der zwischen Washington, Kiew und Moskau balanciert. Frankreich bringt seine UNO- und OSZE-Erfahrung ein, um einen rechtlich belastbaren Friedensvertrag zu entwerfen. Es zeigt auch Stärke im Unterstützungswillen und in der Handlungsbereitschaft. 

Großbritannien: Der strategische Garant

Premierminister Starmer sichert der Ukraine operative Unterstützung zu – etwa durch Geheimdienstkooperation und Cyberabwehr. Das Vereinigte Großbritannien tritt als Garant für die Umsetzung möglicher Vereinbarungen auf, insbesondere bei der Überwachung von Waffenstillständen. Sein Vorschlag, den Luftraum über der Ukraine aktiv zu überwachen, hebt die Fähigkeit der Briten hervor, starken Gegnern die Stirn zu bieten und sie durch Innovationsschnelligkeit zu schlagen.


Gemeinsame Zielrichtung: Frieden durch Stärke und Recht

Die Kombination aus Trumps Vermittlungskraft, Selenskyjs Standhaftigkeit und Europas Schutzfunktion erzeugt eine diplomatische Symbiose, die auf drei Säulen ruht:

  • Verhandlungsstärke
  • Rechtliche Verankerung
  • Langfristige Sicherheit

Selenskyj bleibt kompromisslos in der Verteidigung der ukrainischen Interessen, aber offen für realpolitische Lösungen. Europa drängt auf einen Friedensvertrag, der völkerrechtlich bindend ist und internationale Kontrollmechanismen ebenso enthält wie rechtliche Aufarbeitung der Usurpation. Die USA und Europa bieten der Ukraine ein Sicherheitsnetz, das über den Tag hinaus wirkt – militärisch, wirtschaftlich und institutionell.

Der Weg zum Frieden ist kein linearer Prozess, sondern ein diplomatisches Mosaik, das aus Macht, Moral und Recht zusammengesetzt wird. Donald Trump hat – ob man ihn mag oder nicht – Bewegung erzeugt, wo zuvor Stillstand herrschte. Wolodymyr Selenskyj wiederum gibt dem Prozess die notwendige Legitimität, indem er Standhaftigkeit mit Dialogbereitschaft verbindet. Die europäischen Partner verleihen dem Ganzen wirtschaftliche Durchsetzungsfähigkeit, Struktur und Absicherung. Gemeinsam entsteht die Chance auf ein Ende des Krieges – nicht durch Kapitulation, sondern durch eine verhandelte Gerechtigkeit, die Sicherheit und Souveränität vereint.

Voraussetzung dafür bleibt, dass Putin seine zerstörerische Rückeroberungsstrategie aufgibt. Erst dann kann aus Diplomatie freiheitliche Realität werden: eine fragile, aber mögliche Friedensordnung für die Ukraine und Europa.

Samstag, 5. April 2025

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #64 - Frieden ist, wenn es trotzdem kracht

 
















































"Sich beige und grün wundern - wie ein kleines Kind“ -
© Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Frieden ist, wenn es trotzdem kracht

Ja, es ist mal wieder soweit:
Der Samstag, an dem der Neue Glossenhauer erscheint, ist auf einen Sonntag gefallen.

Das liegt an der aufwendigen Recherche, die ich diesmal machen musste.
Ich musste mich nämlich ganz genau umschauen.

Leider vergeblich. Denn so sehr ich mich auch bemühte, ich, alter weißer Mann, konnte rundherum sie nicht entdecken. Die, vor denen die ganze Zeit gewarnt wird. Die ganzen woken Mädchen mit dunkler Haut, die gerade die Macht inne haben. Hab ich nicht gefunden.
Aber nicht nur die nicht. Auch keine transsexuellen Tyrannen, keine Hierarchien voller Homosexuellen (zugegeben: im Bereich Tanztheater hab ich nicht recherchiert) und auch keine fatalen, feministischen Führer oder Führerinnen.

Statt dessen: Lauter alte Männer. Die regieren uns überraschenderweise. 
Aber nicht irgendwelche älteren Herren, sondern alte Männer, die noch älter als ich (55) sind. Wahnsinn! Wie lang man den Prozess geistigen Verfalls schon in die Länge ziehen kann. Letztlich werden wir also von medizinisch am Leben gehaltene Faltenwürfen beherrscht. Manche sind davon geglättet. Andere weniger.

In Deutschland etwa wird demnächst ein Mann, der scheinbar den Frühling im Namen trägt, wohl Bundeskanzler werden: Friedrich Merz.
Dabei wird der demnächst 70, sollte dementsprechend eigentlich Friedrich Härbst heißen - oder Friedrich Novämbär.

Der radikale Rentner in Russland Wladimir Putain… äh… Putin ist dagegen schon 72, hält sich aber durch Nacktbaden mit Seepferdchen und Flächenbombardements auf ukrainische Infrastruktur bei rosafarbener Gesundheit.

Xi Jinping wird auch dieses Jahr 72 und das darf man als fortgeschrittenes Alter bezeichnen, auch wenn der Mann Chinese ist. Schließlich wissen wir ja alle aus den Martial-Arts-Filmen, dass Chinesen ja besonders alt werden.
Denn in diesen No-Brainern der Filmgeschichte taucht immer in der Mitte des Streifens ein top-fitter, chinesischer Greis mit langem Bart auf - und zerlegt die Inneneinrichtung. Oder er schult den Helden, wie man die Inneneinrichtung zerlegt.
Es ist zu befürchten, dass Xi Jinping mit Taiwan etwas Ähnliches vorhat.

Aber es gibt noch Hoffnung!
Denn es gibt ja auf der Weltbühne auch diesen einen jugendlichen Herrscher mit orangener Gesichtscreme, der ständig frische Ideen hat: Wen er jetzt wieder angreifen, beleidigen oder demütigen könnte - Donald Trump!

Ja, okay. Laut seiner Geburtsurkunde ist der 78 und damit der Älteste in dem Club. Aber in seinem Herzen ist der maximal 4 oder 5. Geistig vielleicht noch jünger. Und auch wenn er gerne nur ein Wort wiederholt, wie es die Kinder oft tun ( „Zölle, Zölle, Zölle.“ etwa), besitzt er lingual wenigstens schon die Schulreife. Sprachwissenschaftler wollen nämlich herausgefunden haben: The Donald spricht wie ein Achtjähriger.
Ein Lausbub eben.

Und deshalb hat er auch ganz neue Zugänge. Und Pläne.
So hat Trump den Ukraine-Krieg durch seine geniale Diplomatie fast beendet.
Denn Russland hat zugesagt, für 30 Tage keine Energie-Infrastruktur mehr anzugreifen. Super! Also Bomben nur noch auf Kindergärten, Bahnhöfe und Wohnviertel. Leider weiß keiner, wann diese 30 Tage anfangen sollen. 

Aber dafür kann doch Donald in seinem Golfplatz-Sandkasten nichts.
Im Gegenteil wird sich der Deal Maker mit dem goldenen, diplomatischen Faustschlag gleich noch anderen Konflikten zuwenden.

Befriedung des Nah-Ost-Konflikts? 
Kein Problem. Trumps-Vorschlag: Israel wirft nur noch Bomben in den Farben der US-Flagge ab und Hamas und Hisbollah erklären sich bereit am Sabbath keine Geiseln zu töten oder Raketen abzuschießen. Wenn das kein Durchbruch ist!

Auch der Bürgerkrieg im Kongo, der sich ja eigentlich um die dortigen, wertvollen Ressourcen dreht, kann Trump im Kopfumdrehen befrieden: Im Kongo wird nach Vermittlung Trumps nicht mehr UM Rohstoffe gekämpft, sondern nur mehr WEGEN der Rohstoffe.
Das klingt nicht nur schöner, sondern gibt auch Fällen, die fast vom Aussterben bedroht sind (Genetiv), ein neues Zuhause.
Möge sich die Welt dessen besinnen!

Aber auch für die demilitarisierte Zone zwischen Nord-& Südkorea hat Trump eine geniale Idee. Mitten auf dem Todesstreifen möchte der gelernte Immobilien-Erbe ein Luxus-Hotel errichten, in dem sich Besucher aller Länder (außer der beiden Koreas) selbst ein Bild über den Konflikt machen können.
Das ist die geniale Geschäftsidee: Luxus und Todesangst! Eine Kombination, die die gelangweilten Milliardäre dieser Welt unwiderstehlich anziehen sollte. Was schenkt man jemandem, der alles und noch viel mehr hat (nämlich viel zu viel): Adrenalin in Form von Panik vor dem eigenen Ableben.
Wer aus diesem Todesstreifen mit dem nackten Leben davon kommt, der hat auch dann keine Angst mehr vor Vermögenssteuern. 
Denn die wird Trump demnächst brauchen, nachdem er gerade so erfolgreich die US-Wirtschaft an die Wand fährt.
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Aber egal: Er wünscht sich ja auch nur den Friedensnobelpreis. Und nicht den für Wirtschaft.
Kurz gesagt: Der will nur spielen. Der Kleine.
Das verstehen die anderen sicher auch.
Das ist eben das Kind im alten Manne.

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Freitag 4.4. Erlangen, 
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Freitag 23.5. Frankfurt, 
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