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Montag, 11. Mai 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #104 - Das Nullsummenspiel


Es muss zuerst mal ordentlich Schwarz-Weiss sein, um sich im Grauen zu verlieren. 
© Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl

Das Nullsummenspiel

Die Politik hat ja eigentlich zwei Aufgaben:
Die erste ist es, Gesetze zu erlassen, die das Zusammenleben unter den Menschen regeln.

Damit wir einander nicht den Schädel einschlagen, nur weil der eine dem anderen den Parkplatz, den Liegeplatz im Freibad oder Platz in der Warteschlange weggenommen hat.
Wobei es natürlich bei der Warteschlange auch ein bisschen darauf ankommt, worauf gewartet wird. Essensmarken wegen Lebensmittelknappheit, so wie das unsere Großeltern erlebt haben? Oder doch die besten Plätze beim Eurovisionssongcontest?

Bei ersterem wissen alle, die sich anstellen:
Wir müssen zusammenhalten, weil die Versorgungslage für alle schlecht ist.
Bei zweiterem wissen alle, die sich anstellen:
Hier kämpft jeder für sich allein, weil die Musik in der Beschallungsanlage für alle schlecht ist.
Aber es geht bei dem Event ja gar nicht um Musik.
Sondern um den Jubel.
Das Gekreische.
Und seine Einschaltquoten.

Wie auch immer: Politik schaut darauf durch das regelmäßige Verhandeln, Gesetze zu erlassen, die das Miteinander eben erträglich machen.

Oder wenigstens jene zufrieden zu stellen, die am meisten gezahlt haben.
(Apropos gezahlt: diesen Newsletter kann man auch finanziell unterstützen.
Dank an bisherige und Infos für zukünftige Unterstützer - siehe unten.)

Deswegen gibt es ja etwa in Deutschland - im Gegensatz zu vor zwanzig Jahren - auch keine ordentliche Wind- und Solarindustrie mehr. Weil freundliche Herren und Damen dafür gesorgt haben, dass fossile Drecksschleudern weiter und weiter und weiter (wider besseren Wissens und Prognosen) unterstützt wurden.

Dass eine dieser Damen und Herren von damals heute Wirtschaftsministerin in Germanien ist, ist sicher… hust, hust, röhr, Töff töff,… Zufall.
Jetzt wird die Deutsche Autoindustrie überrannt von chinesischen Elektro-Modellen und kann selber ihre Verbrenner nur mehr an lobotimierte Benzinschnüffler wie Donald „Drill, Baby, drill“ Trump verkaufen.
Und der will dafür auch noch Zölle.

Man könnte ja stundenlang lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Denn so treibt man eine „Deindustrialisierung“ tatsächlich voran: Jegliche Innovation verhindern und Zukunftsbranchen aus dem Land und dem „Systemrivalen“ in die Arme treiben. Und das nennt man dann auch noch „Wirtschaftspolitik“. Oder „Technologieoffenheit“. Oder „Hocheffiziente Verbrenner“. Oder „charakteristisch-dämliche Unterwerfungsgeste“ kurz: CDU.
Oder auch „Cash, Spezln & Unintelligenz“ kurz: CSU.

So oder so: Die Historiker werden sich in ein paar hundert Jahren Diskussionen liefern, wie man eine blühende Industrienation in so kurzer Zeit an die Wand fahren konnte.

Und da wird es ganz unterschiedliche Forschungsansätze geben. Die einen werden sagen, es war Gier, die anderen werden meinen, dass es sich nur um Bequemlichkeit handeln konnte, und die dritten werden sich sicher sein, dass so etwas Radikales nur durch blanke Blödheit bewerkstelligt werden konnte.
Während vierte wiederum der Meinung sein werden, dass schon Gier, Bequemlichkeit und Blödheit zusammen spielen müssen - ummantelt von blankem Hochmut -, um so destruktiv zu wirken.

Apropos Gier, Bequemlichkeit und Dummheit:
Das führt uns zur zweiten Aufgabe der Politik.

Denn diese besteht darin all jene Gesetze, die sie selbst geschrieben, beraten und erlassen hat, zu umgehen.
Weil nämlich irgendwer aus der Partei, der Familie, der Nachbarschaft oder dem Kleingartenverein an die Politikerinnen und Politiker mit einer Bitte heran tritt.
Ob sie da nicht da etwas machen könnten… ein bisschen helfen…etwa bei der Erlangung  eines Parkplatzes.
Oder eines Liegeplatzes im Freibad.
Oder eines Platzes in der Warteschlange.

Vielleicht auch bei der Besetzung von dem Posten eines Leiters eines Atomkraftwerks. Man hätte ja - so der Bittsteller - ausreichend Fachwissen. Schließlich habe er alle Folgen von „The Simpsons“ gesehen, da hat Homer bereits sämtliche Fehler gemacht, die man in so einem Kontrollraum nur machen kann. Und wenn dort was schief gehen würde, gäbe es auch sicher keine Warteschlange, um einen Platz in der Verantwortlichkeit zu ergattern.

Oder man wünscht sich vom Politiker einen Posten zur Leitung eines Finanzamts.
Wie in Österreich. Und dann wird der Posten eben vergeben an allen Gesetzen, Erlassen und Bestimmungen vorbei. Und zwar von einem Vertreter der Fraktion „Öffentliche vergebene Posten" (ÖVP).

Politik ist also ein Nullsummenspiel, da Politiker für alle Gesetze beschließen, um sie anschließend für einige weniger zu umgehen.

Politik ist quasi wie ein Slalom, wo man zuerst die Slalomstangen steckt, um anschließend rundherum zu fahren.
Hauptsache am Schluss gibt es Jubel.

So ist es im Kleinen, wie im Großen.
Deshalb ist es auch völlig logisch, dass das neue Ziel des weißen Hauses - laut US-Außenminister Rubio - im Krieg mit dem Iran darin besteht, in jenen Zustand zurück zu kehren, der bestanden hat, bevor der Krieg von den USA und Israel begonnen wurde.

Ach ja, ein paar tausend Tote und zerstörte Infrastruktur und eine demolierte Weltwirtschaft gibt es auch, aber egal:
Hauptsache - Jubel in der Zieleinfahrt.

———

groebner live:

Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Samstag 13.6. München, Lach&Schießgesellschaft

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen.
Auch die jüngste Empfehlung der Wiener Stadtzeitung Falter etwa.

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, etwa wie man den 
US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte.
Was passiert, wenn die Mächtigen dieser Welt zu Satirikern werden.
Oder warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt.
All das erfährt man.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64