Zur runden Zahl in Flieder © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl
Zahl und Fatal
Zuerst mal zur Zahl:
Jetzt hab ich es doch geschafft. Zweidreiviertel Jahre nach der Einstellung der Wiener Zeitung und damit der ältesten gedruckten Tageszeitung der Welt (noch im Nachhinein ein herzliches „Wo seids Ihr eigentlich angrennt?“ an die damaligen Regierungsverantwortlichen in Österreich) und damit meiner Entscheidung die Kolumne, die ich in der Zeitung gehabt hatte, online weiter zuführen, sind wir in der 100. Ausgabe des „Neuen Glossenhauers“ angekommen.
100. vulgo: Da Hundatste.
Man kann mir nicht mangelnde Beharrlichkeit vorwerfen.
Mangelnde Pünktlichkeit schon.
Denn jeder, der weiß, wie viele Wochen so ein Jahr hat und rechnen kann, weiß jetzt natürlich auch, dass es mit der Wöchentlichkeit hier nicht immer so ernst genommen wird, aber … ganz ehrlich: Was soll’s.
Ich tu mein Bestes und das so regelmäßig, wie ich kann. Und manchmal kann ich halt nicht. Aber die Glosse ist immer noch da und die Anzahl der Abonnentinnen und Abonnenten hat sich in den letzten 27 Monaten mehr als verdreifacht.
Und manche zahlen auch was!
Sei auch Du eine/r von denen!
(Infos siehe unten)
Apropos Zahlen.
Könnt Ihr Euch noch erinnern, wie damals vor zweidreiviertel Jahren der Heizungsfachmann Aigruber und die Fussmatten-Influencerin Gruber im oberbayerischen Erding gegen die Wärmepumpe und das Heizungsgesetz gehetzt haben?
Und gegen ein paar andere Sachen auch noch. Gegen das Gendern. Und den Klimawandel. Und die Grünen. Und ich glaube auch gegen das schlechte Wetter, gegen die Erdrotation, die Massenanziehung und dass man im Supermarkt immer an der Kasse ansteht, wo es am langsamsten vorwärts geht.
Und was war deren Lieblingsargument?
Genau, das was alle kurzsichtigen Pfennigfuchser, die nicht langfristig rechnen können, sagen:
„Was das wieder kostet!“
Und jetzt?
Jetzt wo ein anderer Freund des erfundenen Arguments und der Gefühlspolitik einen Krieg vom Zaun bricht, der die Preise der fossilen Rohstoffe durch die Decke gehen lässt, was sagt jetzt der Aiwanger und die Gruberin?
Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht.
Und ich will das auch so genau wissen, wie ich eine Mitschrift des letzten Andreas Gabalier- Konzerts lesen möchte.
Und wer diesen geistig Herausgeforderten jemals geglaubt hat, hat jetzt hoffentlich dazu gelernt. Und damit hebt er sich schon von ihnen ab.
Weil eins haben die sicher nicht gesagt: „Oh, da hab ich mich wohl geirrt.“
Schließlich kommt es nicht überraschend, dass die fossilen Energieträger extremen Preisschwankungen unterliegen. Das war nämlich schon immer so.
Dazu braucht es keinen Krieg, der von religiösen Faschisten gegen religiöse Faschisten geführt wird. Aber es hilft natürlich.
Anders gesagt:
Wer heute sein E-Bike, sein E-Moped oder sein E-Auto mit Solarstrom lädt, freut sich, wenn er in sein mit Wärmepumpe beheiztes Zuhause kommt. Weil er recht viel Geld spart. Bares Geld, das er oder sie oder es dann in die steigenden Lebensmittelpreise stecken kann.
Aber das ist natürlich dem Hubsi (Ministergehalt, bezahlt von Dir und Dir und mir) und der Moni (reich verheiratet) wahrscheinlich relativ egal. Die werden schon einen anderen Grund finden, warum man mit einer Technologie, die vor hundert Jahren die Pferdekutsche ersetzt hat, heute auch noch herumfahren und heizen soll. Wobei natürlich niemand - auch vor hundert Jahren nicht - seine Pferde verheizt hat. Hoffe ich zumindest. Aber vielleicht Pferdeäpfel?
Naja, das weiß ich auch nicht. Zumindest weiß ich, was ich alles nicht weiß.
Anders als die Moni und der Hubsi… und der Donald.
Der weiß nicht einmal, wie er aus einem Krieg, den er zusammen mit seinem Kumpel Bibi aus der Neigungsgruppe „Staatschefs, gegen die eigentlich strafrechtlich ermittelt werden sollte“ begonnen hat, wieder raus kommt.
Aber er hat eine super Idee: Einfach noch mehr Bomben!
Oder noch mehr bomben. Das Substantiv in der Mehrzahl und das Verb gleichen sich ja so schön. Die Strategie lässt sich also so zusammen fassen: „Wenn Bomben hinter Bomben bomben, bomben Bomben hinterher.“
Und das attackierte Regime aus der Neigungsgruppe „Arschgeigen, von denen man sich gar nichts sagen lassen will.“ hat eine mindestens genauso geniale Idee: Es macht es genau so.
Es ist fatal.
Und jetzt sterben Zivilisten, liegen Häuser und Städte in Schutt und Asche, steigen Preise und brennt eine ganze Region. Und brennt. Und brennt.
Heißt deshalb eine Mineralölsorte so? Brent?
Oder ist das der eigentliche „Verbrennungsmotor“?
Ich weiß es schon wieder nicht.
Schlusspointe? Hab ich nicht.
Außer - vielleicht - mit einem Blick auf die Preise diverser Luftangriffswaffen: Was das wieder kostet!
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groebner live:
Freitag 10.4. Erlangen, Fifty-Fifty
Samstag 11.4. Nabburg, Schmidt-Haus
Samstag 18.4. Hartheim/Rhein, Salmen in Hartheim
Freitag 8.5. München, Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, die KÄS
Und, und, und…alle Termine gibt es hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man hier lesen.
Und meinen Vierteljahresrückblick „Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!
groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.
In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich hier anschauen.
Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) das Nachsehen.
groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album „Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.
In der wunderbaren Sendung „Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.
Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier anhören.
Teil zwei auch, aber hier.
Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.
groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.
groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64
