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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Montag, 16. März 2015

21. März - Welttag der Poesie 3

Der Welttag der Poesie am 21. März soll an den hohen Stellenwert von Poesie und Sprache erinnern. Viele erfreuen sich am Gereimten, an der verdichteten Sprachkunst und nicht wenige lieben sie, die Lyrik. Aber glauben Sie nicht, dass man damit Geld verdienen kann. Vielmehr ist es so, dass das Gros der wenig bekannten Poeten, die sich verlegt sehen wollen, ihre Bücher selbst zahlen müssen, weil Lyrik außerhalb von Rentabilitätsrechnungen läuft. Machen Sie sich keine Illusionen, aber dichten Sie weiter, wenn Sie herausragende Sprach- und Bedeutungsschöpfungen erreichen wollen. Und vor allem: Als Schriftsteller sollten Sie noch andere Disziplinen beherrschen. Die Bandbreite macht den Autor. Machen Sie aber auch weiter, wenn Sie nur zu Hause, in Ihrem Verein oder wo auch immer lustige oder besinnliche Verse vortragen wollen. Sie erfreuen die Menschen. Ob Sie Ihre selbstgedruckten Bücher verkaufen können, sei einmal dahin gestellt.




LYRIK-EMPFEHLUNG 2015
Zander: manual numerale
Judith Zander
manual numerale. Gedichte

»Ganz außerordentlich wundervolle Dichtung.« Matthias Ehlers, ›WDR 5‹

»Man muss lange suchen, um in der deutschen Gegenwartslyrik so tiefe, originelle und witzige Verse zu finden, wie sie Judith Zander schreibt.«Alexander Solloch, ›NDR Kultur‹

»Die Lyrikerin beweist ein sicheres Gespür dafür, dem jeweiligen Thema eine angemessene metrische Form anzupassen.«
Carola Wiemers, ›Deutschlandradio Kultur‹


  • Originalausgabe / dtv premium
  • ›manual numerale‹ steht auf der Liste der ›Lyrik-Empfehlungen 2015‹ von Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Lyrik Kabinett München und Literaturwerkstatt Berlin

Donnerstag, 12. März 2015

21. März - Welttag der Poesie 1

Der Welttag der Poesie am 21. März soll an den hohen Stellenwert von Poesie und Sprache erinnern. Viele erfreuen sich am Gereimten, an der verdichteten Sprachkunst und nicht wenige lieben sie, die Lyrik. Aber glauben Sie nicht, dass man damit Geld verdienen kann. Vielmehr ist es so, dass das Gros der wenig bekannten Poeten, die sich verlegt sehen wollen, ihre Bücher selbst zahlen müssen, weil Lyrik außerhalb von Rentabilitätsrechnungen läuft. Machen Sie sich keine Illusionen, aber dichten Sie weiter, wenn Sie herausragende Sprach- und Bedeutungsschöpfungen erreichen wollen. Und vor allem: Als Schriftsteller sollten Sie noch andere Disziplinen beherrschen. Die Bandbreite macht den Autor. Machen Sie aber auch weiter, wenn Sie nur zu Hause, in Ihrem Verein oder wo auch immer lustige oder besinnliche Verse vortragen wollen. Sie erfreuen die Menschen. Ob Sie Ihre selbstgedruckten Bücher verkaufen können, sei einmal dahin gestellt.



FÜR WELTENBUMMLER UND REISEMUFFEL



Leitner/Trinckler: Gedichte für Reisende

Anton G. Leitner und Gabriele Trinckler (Hrsg.)
Gedichte für Reisende

Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft - in dieser heiter-amüsanten Anthologie dreht sich alles ums Reisen. Mit Texten von Theodor Fontane und Joseph von Eichendorff über Erich Kästner und Ingeborg Bachmann bis hin zu Ulrich Beck und Helmut Krausser.


  • Originalausgabe
  • Mit zahlreichen Originalbeiträgen
  • A.G. Leitner ist zu Gast in der Deutschlandradio-Sendung ›Lesart – Live von der Leipziger Buchmesse‹: 12.3., 10 Uhr, Glashalle, Stand 12
  • Zudem hat A.G. Leitner drei Lyriksendungen für ›Lesart‹ auf Deutschlandradio Kultur produziert. Sie werden vom 9.-11.3. zwischen 10 und 11 Uhr ausgestrahlt
  • Ab 13. März 2015 im Handel

Mittwoch, 11. Juni 2014

25 Jahre LitOff: 15.06.2014 Lyrik im Schwetzinger Schlossgarten mit Marina Tamássy und Gerhard Piske

Marina Tamássy

Hinter dem Baum 
da liegt die Welt in einer Höhle,
im toten Berg aus hartem Stein, 
aus kühlem Granit, der trübe und grau ist
aus schwarzen und hellen Pigmenten 
und dessen harte Kälte aus glitzernden Poren,
jenen Menschen entgegenströmt, 
die gezwungen sind und auf ewig verurteilt, 
in jener Granithöhle zu leben, 
zu sterben, zu lieben und zu hassen,  
ohne zu wissen, woher das Leben kommt 
und wohin es geht in der Nacht, 
die sternenklar zum Riesenfenster hereinstarrt 
und sich in der Höhle verfängt,
wie ein eisiger Wind, 
der in eine gebrochene Druse bläst,
heult und traurig im Dunkel die Sonne sucht. 

Olga Manj 

25 Jahre LitOff: Lyrik-Performance

Die Schauspieler Marina Tamássy und Gerhard Piske inszenieren am 15.06.2014 lyrische Texte der Autorengruppe Literatur-Offensive (LitOff)

Schon Hölderlin und Eichendorff fühlten sich vom Schwetzinger Schlossgarten „unwiderstehlich angezogen.“ Diese Tradition setzt die Autorengruppe LitOff mit ihrer Lyrik-Performance im sommerlichen Grün des Schwetzinger Schlossparks fort.

Das Besondere: Die Natur- und Liebesgedichte werden von den Schauspielern Marina Tamássy und Gerhard Piske vor der klassisch-romantischen Kulisse des Minerva Tempels inszeniert.

Die Lesung gehört zu den geförderten Veranstaltungen im Rahmen des landesweiten SchlossErlebnistages.  Unter dem Motto „Gräben, Höhlen, Keller, Grotten“ lädt der Schwetzinger Schlossgarten die ganze Metropolregion ein. Im Mai 1989 wurde die Literatur-Offensive von jungen Heidelberger Autoren mit dem Ziel gegründet, die sprachliche Kunst zu fördern. Mit rund 25 Mitgliedern ist die Gruppe eine der aktivsten Autorenvereinigungen der Region.

Es werden Texte präsentiert von Nils Ehlert aus  Edingen, Gisela Hübner, Thomas Neu, Anne Richter, Lothar Seidler, Rolf Unterfenger aus Heidelberg, Elisabeth Singh-Noack aus Dossenheim, Ingrid Samel aus Schriesheim, Olga Manj, Johannes Hoffend und Loma Eppendorf aus Mannheim, Jancu Sinca aus Neckarsteinach, Ulrich Pomplun aus Beerfelden und Sonja Viola Senghaus aus Neulußheim. Durch den Abend führen Ulrich Pomplun und der Schwetzinger Autor Marco C. A. Montalbano. Der überwiegende Teil der Autorinnen und Autoren hat bereits eigene Bücher veröffentlicht.

Mehr Informationen unter www.litoff.de oder www.schwetzinger-schlossgarten.de 



Gnomon 


„Auf dem Tempel
sonnen sich die Leguane
und die Fledermäuse
wohnen unsichtbar …“  
       
Johannes Hoffend  
Herzwinkel

Vergraben
im hintersten Winkel
meines Herzens
träume ich
von deinen warmen Höhlungen,
und geborgen lege ich mich
in den Keller deines Hauses.
Elisabeth Singh-Noack 

Weltbild 
Begreife die Welt
als einen Ball,
durchglüht von Feuer
aus schwarzen Schlünden.

Auf ihrer Kruste leben wir
mit dem Mut waghalsiger Kinder. 

Loma Eppendorf 



Die Schauspieler 

Marina Tamássy steht seit ihrem 5. Lebensjahr immer wieder auf den „Brettern, die ihr die Welt
bedeuten“. Machte einen kleinen Umweg über das Studium zahlreicher kreativer Berufe und wurde dann abermals für die Bühne entdeckt. Ihre schrägen (Lieder)-Abende am Nationaltheater Mannheim (u.a. mit Gerhard Piske) gehören mit zu den erfolgreichsten Produktionen des quadratestädtischen Musentempels.
An zahlreichen Hörspielproduktionen des SWR wirkte sie sprechend und inszenierend mit, war als Overvoice bei Arte zu hören, synchronisierte Spiel- und Zeichentrickfilme und führt Dialog- sowie
Theater-Regie. Anfang 2009 gründete sie mit ihrem Mann die politeramusische Kabarett-Formation: Die Untiere.


Gerhard Piske
Gerhard Piske ist freier Schauspieler und Regisseur aus Ludwigshafen. Nach der Ausbildung in Saarbrücken hatte er Engagements in Kaiserslautern, Tübingen, Krefeld und seit 1988 längere Zeit am Nationaltheater Mannheim, spielt für das „Neue Ensemble“ (Theater Felina-Areal Mannheim, 2013 und 2014 am theater am puls, Schwetzingen), Regisseur für das Kabarett "Dusche“ und Sommerstücke (Klapsmühl' am Rathaus, Mannheim), TV-Arbeit seit 1985 ("Killer" von Steinheimer, SWR-Tatorte und Fernsehfilm, Hörspiele für den SWR und die LitOff und diverse "Heinz Erhardt"-Programme.

Dienstag, 13. August 2013

Meine Gedichteklassiker 2: Haltestellenimpressionen von Erich Fried

Haltestelle

Die an den Haltestellen warten
Und Schatten werfen
Im Schein der Straßenlaternen
Und manchmal fast aussehen
Als wären sie aufgehängt an ihnen - 



Erich Fried

Einfach Menschen

Von der Arbeit des Tages müde
Die warten auf den Bus
Auf Zuhause
Auf ihren Abend
Die sollen leben bleiben
Und nicht sterben in einem Krieg.

Erich Fried

Freitag, 26. Juli 2013

Fantasien zur Nacht: SANFTMUT von Birgit Heid


Sanftmut

Meine Hände leg ich sanft auf deine
Schläfen und ich fühle mit den
Daumen deinen Wimpernschlag
Lider schließen sich und geben

sich mir hin ich forme mit den
Fingern eine Brille und ich hauche
einen Kuss auf deine Augen taste
mit der Zunge in die Winkel und

das Raue deiner Nase um danach
die Spuren meines Treibens zu
verwischen doch es lockt mich
das Begehren mehr zu schmecken

deine Wangen abzugrasen mit
Papillen und dich taue dich die
Hände trocknen Fingerspitzen
wagen ihnen folgt mein Mund.

(c)  Birgit Heid

Freitag, 19. Juli 2013

Dichterhain: ODE AN DEN IRRSINN von Karin Michaeli

Ode an den Irrsinn


Habe deine Blicke aufgesaugt
wie ein Schwamm das kühle Nass 
und dachte bei Deinem Lächeln 
an die Hochzeit zweier Wolken 
am Himmel stehend - kühl und blass. 

Habe bei deinem Herzschlag 
gedacht, ein lauter tiefer Gong 
sei nichts gegen das Wum-Wum 
was da schlägt für mich allein 
und verlor mein Herz und die Fassong. 

Dann schrieb ich Briefe Dir und 
sang in grünen Wäldern Liebeslieder - 
schrieb Deinen Namen in den Sand, 
tanzte Dein Gesicht im fernen Land 
in einer Disko hüpfend immer wieder 

bis der Oberkellner mahnend sagte 
jetzt ist Schluss mit seufzen und klagen - 
der will echt nichts wissen von Dir; 
und seitdem klagen wir zusammen - 
der Oberkellner und ich und das arme Tier. 

Sonntag, 31. März 2013

Heute Abend 20:05 Uhr: Die Poesie? Ich pfeif auf sie! (Hörspiel Dradio Kultur)


31.03., 20:05 Uhr
Freistil
Die Poesie? Ich pfeif auf sie!
Eine Revue für Walter Mehring

Von Dorothee Schmitz-Köster und Walter Weber
Regie: Christiane Ohaus 

Produktion: RB 2011

Seine späten Lebensjahre ver­brachte Walter Mehring (1896-1981) zurückgezogen in einem kleinen Hotelzimmer in Zürich. Krank und verbittert führte er die Existenz eines nach 1945 zu Unrecht Vergessenen. Dabei hatte Kurt Tucholsky über ihn gesagt: »Wenn eine Zeit einen neuen Dichter hervorgebracht hat: Hier ist er.« Tatsächlich ge­hört Walter Mehring zu den wenigen genialen Satirikern Deutschlands. Entscheidend beeinflusst von Expressionismus und Dadaismus reüssierte er während der Weimarer Republik als Journalist, Lyriker und Kaba­rett-Autor mit unverwechselbarem Stil. 1933 zwangen ihn die Nazis ins Exil nach Frankreich und später in die USA. Nach seiner Rückkehr nach Europa blieb er ein Außenseiter im Literaturbe­trieb. Dorothee Schmitz-Köster und Walter Weber erinnern mit einer akustischen Revue an den »Sprachkünstler ersten Ranges« (Friedrich Dürrenmatt). Neben Walter Mehring sind mit per­sönlichen Erinnerungen zu hören: die Schauspielerinnen Gisela May und Gisela Zoch-Westphal, der Kabarett-Historiker Volker Kühn und der Schriftsteller Peter K. Wehrli
sowie bedeutende Werkinterpreten.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Buchvorstellung: EIN LÄCHELN FÜR DIE LIEBE von Ute AnneMarie Schuster


Ute AnneMarie Schuster
Ein Lächeln für die Liebe
228 S., Hardcover mit Leseband, 18,90 EUR
als eBook 9,95 EUR
Ein Lächeln für die Liebe - Autorin Ute AnneMarie Schuster
Ein Lächeln für die Liebe ist ein extravagantes Werk für den Liebhaber zartsinnlicher Lyrik und kunstvoll arrangierten Fotografien. Sozusagen eine Sinfonie aus Wort und Bild. 72 Gedichte, 26 Reime und 3 Kurzgeschichten – Insgesamt 101 Buchstabenlächeln für die Liebe von Ute Anne-Marie Schuster umfasst dieser außergewöhnliche Band, untermalt mit 23 Aufnahmen vom art-photograph Andreas Bübl. Ein Meisterwerk für den Liebhaber der romantischen Kunst, das auch Ihrer Liebe ein Lächeln schenkt

Montag, 19. November 2012

In Memoriam: Heidi Huber, Neunkirchen/Saar, * 26.03.1945 † 20.10.2012

Heidi Huber in Bad Sobernheim,
Sommer 2012
Leider ist Heidi Huber, die in diesem Blog und in winner's cool blog schon einige Gedichte zur Veröffentlichung gegeben hatte, am 20. Oktober gestorben, wie ich heute erst überraschend erfahren habe. 

Mit einem Gedicht einer ihrer Lieblingsdichterinnen, Rose Ausländer, die ich ebenfalls sehr schätze, und zwei von ihr möchte ich Abschied von Heidi nehmen, die über 40 Jahre Grundschullehrerin im Saarland war. Ihre Gedichte werden weiterleben.

Online kondolieren




Wenn das Suchen 
ein Ende hat,
beginnt das Finden

Heidi Huber



In Stunden 
zwischen 
Traum 
und 
Tag
schöpf Wasser
ich aus Seelenseen

Heidi Huber




Ich
bin
eine Koralle
im Meer der
Erinnerungen
und warte
auf den Wind

Prinzessin
fisch
mich auf
leg mich
um deinen Hals

Das wär

mein Glück

Rose Ausländer

Dichterhain: SCHNITT DURCH SILBERNEN NEBEL von Hermann Mensing



schnitt durch silbernen nebel 

legte mond auf eis
hockte mich in den schnee
bodenfrost kroch mich an 
schlaf mich ein 
dachte ich
da begann ein vogel zu singen
ich bin eine nachtigall sagte er 
und kraft meines amtes 
muss ich dir sagen 
dass du 
ganz gleich 
was geschehen ist
leben wirst 
wirst schon sehen 
wie fragte ich 
wie auch immer sagte er 
immer und alles 
von anfang bis ende 
aha sagte ich 
rieb mir frost aus den händen 
und schickte eine sms 
daumen tanzten über die tasten 
immer und alles 
und alles und immer 
so lange es geht 
wie dumm es auch sein mag
siehst du sagte die nachtigall
ja ja sagte ich 
ich hatte vergessen 
gut sagte die nachtigall 
gab mir eine karte und flog davon
ich hielt die karte ins mondlicht 
ihr name stand drauf 
und ich wusste jetzt wieder
dass alles kommt wie es kommt


(c) Hermann Mensing

Samstag, 17. November 2012

Heute Abend in Darmstadt: Gibts ein Leben über 40?

THOMAS REIS:"GIBTS EIN LEBEN ÜBER 40?"

endlich wieder in Darmstadt zu sehen - Wiederholung
am Sa, 17.11.12 Beginn: 20:30 Einlass: 19:00


halbNeun Theater + Sandstr. 32 + 64283 Darmstadt + Tel.: 06151 23330 (Abendkasse)


Wie sieht das aus, wenn jemand 40 wird? Die Leute sind für acht eingeladen – und kommen um sieben. Wer nicht reinfeiert, hat um Mitternacht keine Gäste mehr. Die Gespräche drehen sich um private Rentenversicherungen, Wellness, Scheidungskosten, alte Zeiten und Arzttermine. Ist das Altersschwachsinn oder ist das Alter Schwachsinn?

Montag, 29. Oktober 2012

Die Gedichte-Top 3 der Woche 43

In KW 43 wurden folgende Gedichte stark besucht und aufgerufen:

1. Dichterhain: TÜR von Birgit Heid
2. Dichterhain: HAIKU 6 (DREIZEILER) von Volker Friebel
3. Fantasien zur Nacht: WANDERN von Erika Ott

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Dichterhain: TÜR von Birgit Heid


Tür


An der Schwelle dieses Glastürrahmens
stehe ich und das nostalgische Plakat
klebt vor der Nase mir die rechte Seite
klirrt und klappert im Aprilwind … seh

nach draußen denn mein Links ist an
gemildet und herinnen reden große Zöpfe
Männer traulich und mit jungen schlanken
Frauen eine Grenze ist die Türe doch nur

noch im Schein ich habe mich entschieden
Zäune werd ich übersteigen um dahinter
zu erspähen Licht der fremden Gärten zu
ergleißen der Verschlossenheit Entschlossen

heit zu schenken auch wenn dieser Vorraum
lichtermäßig trostlos zu benennen eine
Altersstufe abwärts in ein Gestern nicht
nur in Erinnerung nein hier im Jetzt.

(c) Bigit Heid

Sonntag, 21. Oktober 2012

Dichterhain: ABSCHIED IV von Stefan Vieregg

(c) De Rond Hans und Jeanny

Abschied IV 
(für A.)

Leer der Bahnsteig
kein Wiedersehen
kein Telefon, keine Zeile
Ein Zug brettert durch
Fahrtwind und Lärm
Müll in die Luft gefegt
Dein Abschiedskuss fehlt
auch Onlineküsse helfen da nicht

(c) Stefan Vieregg

Montag, 24. September 2012

Die besten Gedichte der Woche 38

Die letzte Woche wurde folgende Gedichte von Selbstschreibern in meinem Blog häufig besucht:

1. Fantasien zur Nacht: DAS SPIEL von Angelika Peymann
2. Dichterhain: ELFENFÄDEN TREIBEND von Volker Friebel
      Dichterhain: MUTTER von Carmen Olivar

3. Dichterhain: LAUBE von Birgit Heid

Donnerstag, 20. September 2012

Dichterhain: LAUBE von Birgit Heid

Laube


An einem späten Nachmittag in jener
Geißblattlaube einer lichten Katakombe
die auf einer ziselierten Traumpagode
aufzuschreiten Amselarien uns nah

gardinen Meisen hüpfen auf diversen
Zweigen und wir nisten uns zu Fuße eines
buschigen Kastanienbaumes hören auf die
Stimmen in uns die den Gaumen nicht

verlassen ein Orenda du sinnierst auf die
Nocturne wir tauschen Brot und trinken
Wasserwein berauscht in dem gefundnen
Codex liegen unbekannte Seiten die wir

kosten eine Azallee blüht rosig wie ein
Seidenmantel wir entheben uns des
Beiwerks lehnen uns an Grenzen die
verwischen Hephaistos schickt uns Leibes

wächter nicht nur Lambitus wir münden wo
wir native speaker unsre Träume lagern
Wechselschatten unter Windmühlflügeln
sterben über uns die Äste wie Kometen.


(c) Birgit Heid

Mittwoch, 19. September 2012

Dichterhain: MUTTER von Carmen Olivar

Mutter

    Zeitlebens lechzte ich nach Mutterliebe.
    Rang um Streicheleinheiten und so vieles mehr,
    wollte seelisch nicht verkümmern,
    wollte stark werden und wachsen.

    Die Erkenntnis, eine Mutter zu haben,
    die keine Liebe geben konnte, schmerzte.
    Deine Angst vor alledem,
    hatte ich sooft gespürt.

    Mitleid und Mitgefühl für dich durchströmen
    meine Seele, mein Herz, meinen Körper.
    Tränen benetzen mein Gesicht.

    Heute lasse ich die Hoffnung
    nach Mutterliebe los.
    Sehnsucht auf eine Mutter,
    die mit ihrer Tochter redet und zuhört,
    die einfach nur versteht.

    Du erwartest von mir Akzeptanz,
    willst deinen einengenden Weg nicht verlassen,
    kommst keinen Schritt auf mich zu,
    verharrst in deinen alten Ängsten.

    Fühle die alte Kette zwischen uns,
    wie sie Glied für Glied,
    sich ins Nichts aufgelöst hat.

    Dieses dunkle Nichts hätte ich so gern gefüllt
    mit Liebe – mit Gespräche,
    lachen und weinen - reden und zuhören,
    sich halten und fallen lassen,
    berühren und ansehen.

    Nur mit dir, geliebte Mutter.

    Ich fühle mich erlöst,
    gelöst, ungebunden - frei.
    Nehme dein stummes Nein an,
    will dich nicht mehr bedrängen,
    gar ängstigen.

    Mutter und Tochter jedoch
    bleiben wir immer.
    Egal wie – egal wo.

    (c) Carmen Olivar, 21.10.1998

Donnerstag, 13. September 2012

Dichterhain: SICH FINDEN von Heidi Huber

Sich finden

Beharrlich
behutsam
krustige Krumen
lösen

Konturen
frei
pinseln

auf das Beziffern
verzichten

(c) Heidi Huber

Donnerstag, 6. September 2012

Dichterhain: HINTERHOF von Birgit Heid

Hinterhof


Wir zogen uns zurück in jenen
Hinterhof der ein paar Blicke lässt
zum Fluss und auch nach gegen
über Backsteinwände fehlerhaft

und löchrig kleine Käfer Efeuranken
die mit wilden Kräutern schmusen
die Graffitti sind längst selber alt
und überwachsen und aus einer

Fensternische blüht der Flieder
dunkelviolett im Dämmer rotent
flammt du brichst mir einen Zweig
und reichst ihn mir wir sehen durch

das himmelsoffne Fenster in die Weite
engen uns mit meinem Zweiglein und
mit einem Fingerherz auf deiner Stirn
das Zeichen das nur uns gebührt.




(c) Birgit Heid

Sonntag, 2. September 2012

Dichterhain: RUINEN von Harald Göbel

(c) Stefan Vieregg, Schloss Auerbach, Bensheim








Ruinen

Die Ruinen von damals

Wo ich spielte als Kind
Die Verbotenen Plätze
Die Burgen und Forts
Schlummernde Geschichte
Das was Mutter erzählte
Meine kindliche Welt
So geheimnisvoll


Was ist heute
Die Welt der Kinder
Ruinen nicht mehr
Perfektion überall
Beengt und komplett
Verbotene Plätze
Wohin man auch schaut


Die Ruinen von morgen


(c) Harald Göbel, Mannheim, Sommer 1992