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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Sonntag, 1. November 2015

Alpen: Wie nachhaltig sind Skigebiete wirklich?

Können Skigebiete wirklich nachhaltig sein? 
Umweltorganisationen kritisieren das Greenwashing einiger Betreiber. 
© Davide Costanzo / Flickr.com

Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) hat nach vorbildlichen Skigebieten in den Alpen gesucht und jetzt eine Liste guter Beispiele präsentiert. Warum Umweltorganisationen darin bloss ein Feigenblatt und ein Instrument zur Rechtfertigung neuer Pisten und Aufstiegsanlagen sehen.

Die Arge Alp stellte im Mai 2015 die Ergebnisse des Projekts «Alpinski – Best practices in den alpinen Skigebieten» vor, ein ökologisches Ranking von Skigebieten in Trentino-Südtirol/I, Tirol/A, Vorarlberg/A und Graubünden/CH. Betreiber konnten umgesetzte oder geplante Projekte selbst vorschlagen; eine Expertenkommission prüfte anschließend die 25 Einreichungen anhand von Kriterien wie Einsparung von Energie, Nutzung alternativer Energien oder Seilbahnen als alternative Form der Mobilität. Die Beispiele mit der besten Bewertung befinden sich in Italien: 
in der Kategorie «geplante Projekte» die Skigebietsverbindung Moena-Soraga-Carezza, 
in der Kategorie «bestehende Projekte» ebenfalls Verbindungen, zwischen Seis und der Seiser Alm sowie Kronplatz-Percha. 

Die ExpertInnen heben unter anderem die Energieeinsparungen der Projekte hervor und den großen Beitrag, den alternative Konzepte der Mobilität zur CO2-Reduktion leisten, indem der Verkehr von der Straße auf moderne Seilbahnanlagen verlagert wird. Umweltorganisationen sehen in dieser Beispielsammlung ein weiteres Feigenblatt für eine der am wenigsten nachhaltigen Wirtschaftszweige in den Alpen: Andi Riedl von CIPRA Südtirol begrüßt zwar die Maßnahmen zur Verringerung des Individualverkehrs auf die Seiser Alm. Mobilität allein mache aber noch kein Skigebiet nachhaltig. Ein Skigebiet, das in unberührter Landschaft gebaut wird und damit Natur unwiederbringlich zerstört, kann nicht „grün“ sein. Das gilt besonders für jene ausgewählten Projekte, die sich in der von der Unesco geschütztem Gebiet befinden. «Unter dem Vorwand alternativer Mobilität wollen Betreiber weiter expandieren und öffentliche Gelder für ihre Seilbahnen lukrieren», sagt Luigi Casanova von Mountain Wilderness Italien. Zum Beispiel mit der Skigebietsverbindung Moena-Soraga-Carezza. Studien zufolge fehlt es dem Projekt an wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Anders gesagt: «Bei jedem einzelnen Projekt geht es um neue Pisten, neue Bahnen, neue Angebote. Wirklich nachhaltig wäre, nur das Bestehende zu nutzen, Mobilität, die Bewirtschaftung der Pisten und den Energieverbrauch effizienter zu gestalten», so Riedl.