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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Donnerstag, 12. Juli 2012

DIE LOTTOKÖNIGE, die neue beliebte Familien-Comedy als Startprojekt der WDR mediagroup


Nach vielen Jahren erobert eine neue Familien-Comedy wieder die Unterhaltung des WDR. Mit einem exzellenten Schauspielerensemble und einer tollen Geschichte lassen „Die LottoKönige“ aus Essen-Steele seit dem 29. April das werte Publikum mit viel Witz und Charme an ihrem großen Glück und den turbulenten Konsequenzen teilhaben. Am 1. Juni 2012 veröffentlichte dann die WDR mediagroup den 6-Teiler auf DVD und Blu-ray als ihre erste DVD-/BD-Veröffentlichung. Denn: Der clevere WDR vermarktet Sendungen nun in der WDR mediagroup als DVD/BR/CD.

Die LottoKönige:
Familie König aus der Genossenschaftssiedlung Essen-Steele knackt den Superjackpot und gewinnt unfassbare 12 Millionen im Lotto. Den Gewinn teilen sich Rudi König, Geldtransportfahrer bei ‚Triebich Security’ und Präsident des Dart-Vereins „Adleraugen Steele“, Frau Claudia, Hausfrau mit Putzstelle und Traum, so zu leben wie ihre Arbeitgeber, Rudis Mutti, die lebenslustige Witwe Oma Helga, die im gleichen Haus Parterre wohnt. Sohn Theo König, der Musical studieren will und damit der erste studierende ‚König‘ wäre, weiß von dem Supergewinn nichts.
Angesichts des unglaublichen Reichtums und einer sorgenfreien Zukunft will Rudi am liebsten sofort seinen Job kündigen, da steht am nächsten Morgen Dr. Rüdiger Rössler vor der Tür, ledig, attraktiv, charmant und Psychologe der Lottogesellschaft. Vor Rudi und Claudia entwickelt er ein Horror-Szenario über mögliche Konsequenzen, falls die Welt von ihrem Lottoglück erfährt. Erst einmal ganz normal weiterleben! Vor allem in der ersten Euphorie nicht gleich den Job kündigen!
Etwas lernen Die LottoKönige auf jeden Fall schneller als ihnen lieb ist: Geld kann mehr Fluch denn Segen sein.
Ausstrahlung jeweils sonntags um 21:49h.

Hier können Sie sich den Trailer anschauen:
http://www.wdr-mediagroup.com/media/lottokoenig/lottokoenig.phtml

Inhalt:
Folge 1 - Jackpot im Ruhrpott!
Wie jede Woche nervt Rudi am Frühstückstisch heftig wegen der Lottozahlen, obwohl Claudia und ‚Omma‘ Helga der Kopf nach wichtigeren Dingen steht, denn Theo macht heute als erster „König“ das Abitur. Bei ‚Triebich Security‘ bekommt Rudi von seiner verhassten Chefin Meike Triebich auch noch gleich einen Anpfiff, und am Abend wird er aus seinem eigenen Wohnzimmer verbannt, weil Elfie und Claudia mit Theo feiern und der Fernseher nicht eingeschaltet werden darf. Natürlich ist Rudi auf Theo stolz, aber die Ziehung der Lottozahlen ist wichtiger. So sitzt er allein vor dem Fernseher in Elfies Wohnung und weiß nicht wohin, als ihm klar wird, dass sie den Superjackpot von 12 Millionen geknackt haben. Rudi kündigt erst mal telefonisch und weiht dann Claudia ein. Zwischen Heulen und Lachen träumen beide vom bevorstehenden Luxusleben. Doch dann steht am nächsten Tag Dr. Rüdiger Rössler, der Psychologe der Lottogesellschaft, vor der Tür und verdirbt ihnen den ganzen Spaß am Millionärssein. Schweigen, unauffällig bleiben und auf gar keinen Fall den Job kündigen warnt er. ‚Omma‘ Helga will ihre drei Millionen sofort aufs Konto überwiesen haben, Theo erfährt nichts, und Rudi muss sich wegen der nächtlichen Kündigung etwas einfallen lassen.

Folge 2 - Wohin mit der Kohle?
Endlich ist das Geld auf dem Konto! Wegen der unsicheren Banken-Zeiten will Rudi einen Safe, Claudia dagegen mit der Familie auf Weltreise gehen. Darüber geraten sie in Streit. Wie den Nachbarn das Geld für eine Reise erklären? Eindringlich appelliert Rudi an Rösslers Worte. Der trifft erstmals Elfie im Treppenhaus, und sie hört erstaunt, dass er Familientherapeut ist. Familiäre Probleme bei den Königs sind ihr neu. Im Haus kursiert derweil das Gerücht, Rössler sei Sexualtherapeut. Theo will nicht Jura, sondern Musical studieren, er hat die Aufnahmeprüfung an der Folkwang-Universität geschafft. Sein Sohn eine „trällernde Tunte“? Rudi ist entsetzt. Die Situation eskaliert, als Claudia den Safe im Wohnzimmer entdeckt. Damit sie nicht immer zur Bank müsse, rettet sich Rudi aus der Affäre.Wenn sie sich mal was kaufen möchte! Das hat Claudia aber schon längst getan. Im Schlafzimmer türmen sich Kisten aus dem Versandhaus. Claudia ist kaufsüchtig! Verzweifelt bittet Rudi Rössler um Hilfe. Als er abends nach Hause kommt, findet er die beiden im Ehebett und missversteht die Situation. Dass er so für sie kämpft, macht Claudia ziemlich an. Und für Theo springt Rudi über seinen Schatten und hat sich eine besondere Entschuldigung überlegt.

Folge 3 - Zwei Kilo PS!
Rudi hat sich heimlich einen Traum erfüllt und sein altes Auto ordentlich aufmotzen lassen. Damit gerät er bei Bottrop mit über 210 Sachen prompt in eine Radarfalle. Als er nach Hause kommt, kanalisiert er seinen Ärger darüber auf Claudia. Sie hat hinter seinem Rücken Theo ein teures Keyboard gekauft, was den auch selbst erstaunte. ‚Omma‘ Helga lässt sich von Theo in den Computer einweisen. Abends meldet sich die Polizei bei den Königs und kündigt den Besuch für den nächsten Tag an. Rudi ist verzweifelt: Ohne Führerschein ist er seinen Job los! Claudia weiß Rat: Dr. Rössler! Der erklärt den beiden Polizisten, sein Patient sei in der Midlife Crisis, das Ganze die Verzweif- lungstat eines Mannes, der das Auto quasi als Potenzersatz begreife! Rudi platzt der Kragen. Unter sechs Augen klärt er schließlich die Angelegenheit mit einer großzügigen Spende in einen inoffiziellen „Polizei-Fond“. Eine Etage tiefer warten Elfie, Claudia und Rössler. Rudi schiebt den Sinneswandel der Polizei allein auf Rösslers Diplomatie. Man beschließt, nach diesen dramatischen Ereignissen Brüderschaft zu trinken. Und Helga hat plötzlich auch ein Keyboard.

Folge 4 - Die 500-Euro-Frage!
Anlässlich des fünfjährigen Bestehens von Elfies Friseursalon „Hairflair“ hat sich Claudia ein Haute-Couture-Kleid gekauft. Rudi ist außer sich über den Preis. Er gesteht Bülent, dass Claudia nicht mit Geld umgehen kann, was Frau Triebich zufällig hört. Als Elfie Claudias Kleid sieht, ist sie über die ungeahnten Nähkünste ihrer Schwester überrascht und wünscht sich dasselbe Kleid. Rössler, dem klar ist, woher der Wind weht, will Claudia aus der Patsche helfen, stellt sich dabei aber so uncharmant an, dass sich Elfie eingeschnappt abwendet. Um des Friedens willen verspricht ihr Claudia als Geburtstagsgeschenk das Kleid und engagiert eine Schneiderin für eine exakte Kopie. Frau Triebich ist aufgeschreckt: 500 Euro fehlen in der Kasse! Bülent soll Rudi bespitzeln! Der wundert sich auch, wovon Rudi neue Vereinshemden für die „Adleraugen“ spendieren konnte. Um Rudis Hals zu retten, schmuggelt Bülent 500 Euro in die Kasse. Das war auch Claudias Plan, aber leider wird Rudi bei der Ausführung erwischt. Die Angelegenheit wird aufgeklärt, als die Sekretärin ins Büro kommt, aber nun sind plötzlich 500 Euro zuviel! Frau Triebich ent- schuldigt sich und Rudi lässt sich wegen Bülents Freundschaftsbeweis etwas einfallen.

Folge 5 - Wer zahlt die Zeche?
Helga lässt sich zum Schein von einem charmanten Senior umgarnen. Er hat ihr beim Skat einige Euro abgeluchst und wittert mehr Geld bei ihr. Sie verabreden sich zum Poker mit hohem Einsatz. Elfies Ex-Lover, der Ex-Boxer Michi, kommt aus dem Knast und verlangt seine 9000 Euro zurück, die er ihr für den Friseurladen geliehen hatte. Claudia bietet sofort ihre Hilfe an, doch Rudi will das Geld nicht herausrücken, weil damit ihre Tarnung auffliege. Zoff steht an, da gibt Elfie Entwarnung: Hannes Helmes springt ein! Das kann Claudia kaum glauben und am nächsten Tag ist Elfie denn auch am Boden zerstört. Elfie erzählt Rössler, mittlerweile Dauergast im Salon, von ihrem Kummer. Dieser versucht, Michi mit Worten zu überzeugen, holt sich aber nur eine blutige Nase. Claudia, die Elfie mit Rössler verkuppeln will, hat einen Plan. Sie er- scheint mit ihm im Salon, als sich Rudi schon vor Michi mit gezückter Pistole aufgebaut hat. Rüdiger gibt ihm das Geld – angeblich eine Erbschaft – und Michi zieht zufrieden ab. Elfie schmilzt dahin: kein Mann hat jemals so etwas für sie getan! Und Claudia findet Rudi mit Pistole so unglaublich sexy! Auch Helga ist zufrieden: In der zweiten Pokerrunde zieht sie die Herren ab, die ihre Spielschulden nun abstottern müssen.

Folge 6 - Schicht im Schacht?
Rudi hat das geplante Wellnesswochenende vergessen und Claudia will allein fahren, nicht ohne ihn vorher mit ihrem neuen Bikini zu reizen. Im Salon erzählt sie Elfie stolz von Rudis Eifersucht, was Nachbarin Watzlawek zu der Be- hauptung hinreißen lässt, eifersüchtige Männer seien sowieso die untreusten! Claudia will losfahren, da fällt ihr ein, dass sie ihren Bikini vergessen hat. Als sie die Wohnung betritt, liegt die Watzlawek räkelnd auf ihrem Ehebett und in ihrem Bikini! Und Rudi steht daneben! Claudia weint sich bei Elfie die Augen aus, Rudi bei Mutti. Am nächsten Morgen bekommt Claudia mit, dass Helmes die Nacht bei der Watzlawek verbracht hat, und als die ihr freiwillig auch noch mitteilt, dass Rudi kein Mann und nichts gelaufen sei, plant Claudia ein intimes Versöhnungsfest.Weit nach Mitternacht liefern ein betrunkener Bülent und Marek den volltrunkenen Rudi ab, der sofort umfällt.
Eine Etage tiefer schickt Elfie den betrunkenen Helmes zum Teufel. Rüdiger und sie haben sich endlich gefunden! Am nächsten Morgen ist zwischen dem verkaterten Rudi und seiner Liebsten Claudi wieder alles im Lot. Aber hat er sich bei seinen Freunden verplappert? Die stehen nämlich plötzlich vor der Tür und reden etwas von einem Lottogewinn und wollen ihren versprochenen Anteil.

DVD-/Blu-ray: Die LottoKönige, 2012, Familiencomedy mit Waldemar Kobus (Rudi König), Sandra Borgmann (Claudia König), Max von der Groeben (Sohn Theo), Beate Abraham (Oma Helga), Friederike Kempter (Elfie) und Oliver Wnuk (Dr. Rüdiger Rössler)
Regie: Dominic Müller
Produzent: Eine Produktion von Eyeworks Fiction und Film, FSK: 6 Jahre
DVD: 6 X 28 (168 Min.) / BD 6 X 29  = (174 Min.)

DER GEDANKENSPIELER (05). Ein Fortsetzungsroman von Marco Meissner


Der Gedankenspieler (05)

Er erwachte früh aus einem unruhigen, anstrengenden Schlaf. Die ganze Nacht über hatte er sich durchs Bett gewälzt. Erfüllt von einer seltsamen inneren Unruhe. Er rappelte sich auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Dies war ein neuer Tag, den er in vollen Zügen genießen wollte. Doch ein Blick aus dem Fenster verriet ihm, dass der Tag noch nicht wirklich begonnen hatte. Der Sunset Boulevard lag still vor seinem Auge. Grau zeichneten sich die Konturen der Berge, Bäume und Häuser von dem noch schwarzen Horizont ab. Noch immer wohnte diese erschlagende Schwere in ihm. Er fühlte sich, als hätte man ihn auf kalten Entzug gesetzt. Sie war das größte Paradoxon seines Lebens. Sie war seine persönliche Droge. Mit allen Nebenwirkungen. War sie bei ihm war er der glücklichste Mensch der Welt. Doch kaum saß sie in ihrem Auto und fuhr heraus aus seinem Leben wälzte er sich im Schlamm seiner dunkelsten Gefühle. War sie bei ihm, fühlte er sich seltsam unsicher. Unfähig auch nur die geringste eigene Entscheidung zu treffen. Doch gleichzeitig hatte er dieses Gefühl über den Dingen zu stehen. Sie verlieh ihm eine Kraft, die er vor ihr noch nie verspürt hatte. Er vermisste sie mit jeder Faser seines von Müdigkeit gezeichneten Körpers und er konnte nichts tun als sich dieser Sehnsucht zu ergeben.
Entschlossen hüllte er seinen Körper in ein Laufshirt und eine Trainingshose. Schnürte die weißgrauen Laufschuhe fest und trat aus der Tür. Die Welt lag da im Frieden eines neu aufstrebenden Morgens.
Diesmal lief er allein. Stumm und sprachlos. Und doch trug er sie über jeden Yard, über jeden Inch dieser nicht metrischen Welt. Er trug sie vorbei an all den Graffitis, die den Straßenrand säumten. Bog mit ihr um Ecken und erklomm mit ihr die höchsten Berge. Die Sonne ging auf und tauchte die Welt in reines, unschuldiges Gold. Er spürte die Wärme auf seiner Haut und bemerkte, wie sie in seine Knochen und Glieder kroch. Auf einmal war er erfüllt von unbändiger Stärke. Vorbei an Holzhäusern und Vorgärten mit knochigem Gras schraubte sich sein Weg immer weiter hoch in die osthollywoodianischen Hügel. Die Sonne färbte die Umgebung in orangefarbenes Glück. Sein Atem ging ruhig und auch seine Füße und Muskeln taten ihren Dienst ohne auch nur den Hauch von Erschöpfung anzudeuten. Da war es wieder. Er spürte dieses alte Gefühl.
„Du bist nirgendwo auf dieser Welt so frei wie auf deinen eigenen zwei Füßen.“,
hatte er einmal geschrieben. Doch es war lang her, dass er dies auch wirklich gespürt hatte.
Seine Füße klatschten auf die Betonplatten, als er den Berg wieder hinunter rannte und sich dem Silver Lake, dem großen Wasserreservoir, näherte. Sein Weg führte ihn durch einen kleinen Park, in dem emsige, kleine Rasensprenger die Wege mit Wasser benetzten. Mittlerweile schien halb L.A. auf den Beinen zu sein. Immer wieder wurde er von muskulösen, jungen Läufern in ihren Universitätsshirts überholt. Doch auch sein Gang verlangsamte sich nicht. Mittlerweile war er schon eineinhalb Stunden unterwegs. Langsam begann er an seiner neu gewonnenen Stärke zu zweifeln.

„And on that day, without any particular reason, I startet a little run. – Und an diesem Tag, ohne einen besonderen Grund, beschloss ich einfach loszulaufen.”
Und es war dieser Moment im erwachenden L.A. County, dessen goldgelbe Anhöhen ein unvergessliches Panorama formten, an dem er endlich den Sinn in der Sinnlosigkeit dieses alten Forest Gump-Zitates erkannte.
Sein Atem rasselte schwer aus seiner Brust, als die eisige Kälte der Dusche ihn traf. Die Wasserstrahlen bohrten sich wie angespitzte Stricknadeln in seinen verschwitzten Körper. Doch so sehr er an den Reglern drehte, konnte er ihnen doch keinen einzigen warmen Tropfen abringen. Der Schimmel fraß sich in die Ecken der Duschkabine und zum ersten Mal war Alexander froh seine Badelatschen eingepackt zu haben. Nun konnte der neue Tag beginnen. Sein letzter Tag in L.A..


To be continued....

©Marco Meissner, Gladbeck
mmmarcomeissner@googlemail.com
Alle Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit realen Personen oder Handlungen sind rein zufällig und ganz und gar unbeabsichtigt.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Buchbesprechung: ZUR ZEIT Hrsg. von Florian Höllerer und Tim Schleider

Zur Zeit
Hg. von Florian Höllerer und Tim Schleider
Mit einem Vorwort der Herausgeber
Göttingen 2010, 145 S., geb., Schutzumschlag
16,90 €, Wallstein Verlag


Was treibt Menschen um ? Eine Frage mit der sich 21 zeitgenössische Autoren im Rahmen einer Vortragsreihe im Stuttgarter Literaturhaus beschäftigten. Der von Florian Höllerer und Tim Schleider herausgegebene Band versammelt die dabei entstandenen Essays.
 
In ihnen wird viel nachgedacht über Grundlagen und Techniken des literarischen Schrei­bens generell, über die Frage, ob Kunst tatsächlich eine Funktion hat, aber auch über Themen wie Erinnerung, Zukunft, Altern, Religion oder das menschliche Miteinander überhaupt. Herausgekommen sind ungemein vielfältige Beiträge, die dann letztlich auch den Leser umtreiben ...

So beschäftigt sich Herta Müller sich mit ihrem verstorbenen Vater. Jener war einst über­zeugtes Mitglied der Waffen-SS. Später gab er vor, lediglich in der Wehrmacht gewesen zu sein. Die Nobelpreisträgerin 2009 erzählt, wie dieser Vater sie immer noch beschäftigt, wie er ihrem Leben eine bestimmte Richtung gegeben hat - nämlich die entgegengesetzte zu seinem und was das für Konsequenzen nach sich zog, in einem Land, das vom Geheimdienst und den von ihr genannten »Angstmachern« regiert wurde.

Lukas Bärfuss wiederum richtet sein Augenmerk auf das menschliche Miteinander über­haupt und klagt sich und andere an, sich mit Belanglosigkeiten zu beschäftigen, anstatt etwas gegen das Elend in der Welt zu tun.

Das Themenspektrum reicht vom Nachdenken über das »vierzigste Jahr« (Kuckart) und das Altern (Härtling) über Mosebachs »Beschreibung der marokkanischen Stadt Fes als literarischer Struktur«, Herta Müllers Bild des Vaters, die Erinnerungsbilder im Hirn (Bleutge), den Umgang mit Flohmarktfotos (Geiger) bis zum Erzählen über »die vier dichterischen Sätze« (Genazino) und vom Ende der Welt (Streeruwitz). José Oliver spricht über den Flamenco im Schwarzwald, Jirgl über Paradoxe Typen und Charakterdefizite. Trojanow warnt vor den Risiken des Sicherheitsstaats und Bärfuss vor der Selbstgefälligkeit des Essayschreibers und Lesers. Jan-Peter Tripp setzt das Rauchen in Relation zu anderen Todsünden, Zaimoglu die Glaubenskrieger ins Verhältnis zu Gott, während Sibylle Lewitscharoff über Erlösung nachdenkt und das ABC das Menschenalphabets buchstabiert: von Aasmensch bis Zahlmensch; aber gleich trägt ihr der Wind neue Silben zu von Aspirations- bis Zartmensch.

Mit Beiträgen von:
Lukas Bärfuss, Nico Bleutge, Arno Geiger, Wilhelm Genazino, Peter Härtung, Thomas Hett-che, Reinhard Jirgl, Steffen Kopetzky, Ursula Krechel, Judith Kuckart, Sibylle Lewitscharoff, Martin Mosebach, Herta Müller, Jose F. A. Oliver, Heinrich Steinfest, Ulf Stolterfoht, Marlene Streeruwitz, Antje Rävic Strubel, Jan-Peter Tripp, IlijaTrojanow, Feridun Zaimoglu

Die Herausgeber:
Florian Höllerer, geb. 1968 in Berlin, Studium der Germanistik und Romanistik in Berlin,
Paris, Princeton; Leiter des Literaturhauses Stuttgart.
Tim Schleider, geb. 1961 in Bremen, studierte Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie in
Berlin, Göttingen und Hamburg; Leiter der Kulturredaktion der Stuttgarter Zeitung.

Dichterhain: FERNE FREUNDSCHAFT von Norbert van Tiggelen


Ferne Freundschaft

Ich bin stolz, dass ich Dich habe,
auch wenn wir uns selten sehen.
Die Entfernung stört bei Gott nicht,
Du kannst mich auch so verstehen.

Unsre Freundschaft, die ist anders,
sie beruht auf dem Verstand.
Du bist jemand, den ich brauche,
hältst mir oft im Traum die Hand.

Ganz alleine schon zu wissen,
dass ich Dir am Herzen lieg’,
stimmt mich froh an vielen Tagen,
ist für mich der größte Sieg.

Wenn wir uns auch mal nicht hören,
werd’ ich nicht gleich frierend sein,
denn die Wärme Deiner Briefe
ist für mich der Sonnenschein.


© Norbert van Tiggelen

Dienstag, 10. Juli 2012

EIGENE TV-SHOW, DVD UND CD VOM GlasBlasSingQUINTETT


 
Das phänomenale GlasBlasSingQuintett veröffentlichte am 01. Juni 2012 zum Start der eigenen TV-Show ihr gefeiertes Bühnenprogramm "Keine Macht den Dosen" als Live-Mitschnitt auf DVD. Gleichzeitig erscheint eine opulente Doppel-CD mit 28 Songs der Programme "Liedgut auf Leergut" und "Keine Macht den Dosen".

„Mit Rock-Equipment verzettelt man sich in den Möglichkeiten", sagt Endie, „aber limitiert auf Leergut, Wasserspender und die Kronkorken-Kastagnette holt man die Essenz aus allen Musikstücken." Ergo: Weg mit Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard, all dem Ballast und Kabelsalat. Her mit den neuen Instrumenten der Stunde: Der Ploppflasche, der Klingflasche, der Blasflasche und der Percussionflasche... Letztere immer aus Plastik, denn sie dreschen sich die Herren so virtuos wie lustvoll über Schenkel und Schädel.


Das GlasBlasSingQuintett - einzigartige Virtuosen auf der Flasche - begeistern ein stetig wachsendes Publikum. Mit Lust und Lässigkeit performen die sensiblen Superlungen vom Kleinkunstclub bis zur Firmengala, vom Gastspiel bei „Wetten, dass?" bis zur eigenen TV-Show, die am 16.07. auf 3Sat startet.
Zwei Aspekte unterscheiden das GlasBlasSingQuintett (oder: „GlasBlasSingDing", welches das Quintett zu einer Melodie von Seeed selbstbewusst feiert) von vergleichbaren Projekten. Erstens: Die fünf Herren sorgen als begnadete Acapella-Sänger dafür, dass es tatsächlich ein „SingDing" ist. Zweitens: Sie covern nicht „bloß" bekannte Klassiker von Elvis Presley bis Johann Sebastian Bach, sondern schreiben komplett eigene Stücke, die noch dazu einen humoristischen Kommentar zum Zeitgeschehen wie zum eigenen Schaffen bieten. Die Trilogie „Ich mach mal ein CisNull" gibt Einblick in die Technik der gläsernen Tonalität, „Weil sie mich belügte" treibt Schabernack mit der deutschen Sprache und „Der frühe Vogel" erzählt die nervige Geschichte vom morgendlichen Fleiß endlich mal aus der Sicht des Wurmes, dieser armen Sau.

Die Doppel-CD heißt "Flaschenmusik 2006-2012". Sie bietet 28 Titel und 79 Minuten Musik. Mit der einzigartigen Mischung aus originellem Konzept, virtuoser Umsetzung und übermütigem Humor gelingt den Herren Endie, Frank, Fritze, Mohre und Peter, was sonst keine Formation schafft: Die Beglückung jeder Zielgruppe. Kinder und Familien lieben die Glasblasmusik aufgrund ihrer spielerischen Unbekümmertheit, und Musikfanatiker genießen die neue Umsetzung vertrauter Kompositionen.
Intellektuelle sehen in der Umwertung von Leergut zu Kulturgut einen künstlerisch-konzeptuellen Überbau, der bis zu Fluxus und Joseph Beuys zurückreicht. Ein Vergleich, den die fünf Entdecker nicht geplant haben, der aber sehr gut passt. Schließlich wurde dem legendären Filzhutträger auch schon zu Lebzeiten eine Badewanne mit Heftpflaster und Mullbinden vom örtlichen Personal einfach weggeräumt oder ein Fettfleck weggeputzt, da sie nicht als Installation erkannt wurden. Ein Schicksal, welches die Instrumente des Flaschenmusikanten auf ewig teilen, passt er nicht auf sie auf wie ein Luchs. „Mit einer leeren Bierflasche kann man übrigens auch eine Gitarre stimmen", merkt Endie noch an, „0,33 Liter ohne Füllung ist ein E-Null."

http://www.youtube.com/watch?v=bshwatvGqIo

Eine ausgewählte Pressestimme

„Da hieß es Zugaben geben, bis der Gewitterregen dem Spaß ein nasses Ende machte. Für Handwerk, Originalität und Unterhaltungswert: Bestnote!" Saarbrücker Zeitung


Das GlasBlasSingQuintett
im Juli auf 3sat:
16.07. / 23.07. / 30.07. / 06.08. jeweils um 21.30 Uhr
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.glasblassing.com


Dichterhain: ATEMWIND von Anner Griem

Atemwind

Atemwind
Umschlingt das
Land
Mich
Nimm hin
Umnetzte
Meine Haut

Fahles Licht
Bleicht Gruben
Die Ränder
Scharf
Den Tiefen
Entzogen

Ein Hauch
Schon geboren
Nennen wir ihn

Warum

Sein Atem
Entflieht
Der Ferne

(c)  Anner Griem, Cannobio

Montag, 9. Juli 2012

Für Sie besucht: 40 JAHRE CITY – AUF TOUR MIT DEM NEUEN ALBUM


City - Rockgeschichte aus dem Osten Deutschlands - groß geworden mit dem Sozialismus, dem antifaschistischen Wall und dem Mauerfall waren am 7.7.2012 in Kaiserslautern. Sie stellten hier - wie Toni Krahl es formulierte - am Mittelpunkt der Achse des Bösen (ein George W. Bush-Begriff, den wir alle kennen) ihr neues Album "Für immer jung" vor. Kaiserslautern und Ramstein sind tatsächlich der wichtigste strategische Punkt in Europa für die weltweite US-Kriegsführung.
CITY, das waren am Samstag Manfred Hennig (Keyboards), Georgi Gogow (Geige, Bass), Klaus Selmke (drums), Toni Krahl (Gesang, Gitarre), Fritz Puppel (Gitarre). Sie gelten noch immer als DDR-Rockband, die unter anderem mit ihrem Song "Am Fenster" (1978, weltweit mehr als 10 Millionen Mal verkauft) berühmt wurden, aber tapfer bis auf die Zugabe nur Aktuelles spielten. Das erste Album ging schon 500.000-mal über den Ladentisch. Und das erste DDR-Album kam 1980, es hieß "Dreamland", war ebenfalls stark gefragt. City ist die erfolgreichste DDR-Rockband.
Toni Krahl

Fritz Puppel

Manfred Henning

Klaus Selmke

Special 1
Special 2














Frontmann Toni Krahl ist ganz in seinem Berlin gefangen gewesen, er war sich wirklich nicht ganz sicher, in welchem Bundesland sie sich nun befänden, die mangelnden Geographiekenntnisse lösten dann zum Glück Zurufe aus dem Zuschauerraum … City hatte vor der Wende Gastspielgenehmigung für die BRD, obwohl sie nicht sonderlich angepasst waren. "Wir als Band betrachten uns immer als Spiegel der Gesellschaft oder der Umgebung, in der wir auftreten", äußerten sie einmal mit Toni Krahl, Sänger der Band seit 1975, und: "Wir haben immer versucht, die Themen aufzugreifen, die bewegen. Kleine Wahrheiten mussten wir in den Texten verstecken, wo zwischen den Zeilen lesbar wurde, was wir meinten." 1978 traten sie sogar in der legendären WDR-Sendung "Rockpalast" auf, mit ihren Plattenerfolgen der größte Erfolg bislang einer DDR-Band.
Frontmann Toni Krahl selbst kam wegen freier Meinungsäußerung vor seiner City-Zeit mit der DDR-Obrigkeit in Konflikt. Im Spätsommer 1968 hatte er couragiert einfach mal ein paar “kleine stümperhaft gestaltete Flugblätter” verteilt, auf denen er gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR protestieren wollte. Das brachte ihm drei Jahre Gefängnis ein. So singt er auch auf der aktuellen CD: „Prager Frühling. Wut im Bauch. Sechzehn Wochen hinter Gittern. Das war ich.“
Das Besingen von Freiheit, Freimachen von Obrigkeitszwängen und Einsetzen für mehr Gerechtigkeit prägte den Weg der Band bis heute, entlang ihrer Erfolgssträhne mit 25 Mio Tonträgern und über 3.500 Konzerten.

In Kaiserslautern startete das Konzert, von den Veranstaltern Kunstgriff seit Monaten sehnsüchtig erwartet, um 20:30 Uhr mit einem verzögernden Auftritt, dann aber gewaltig. Der Rock war nach 3 Akkorden zu Hause in der Fruchthalle, und so blieb es auch bis zum Ende gegen 22:15 Uhr. Fantastische Energie und dominante Stimme von Toni Krahl - man darf nicht vergessen, dass die Cities alle von knapp 60 bis 70+ Jahre alt sind - ja, auch Fritz Puppel lässt es mit seinen (über) 70 Jahren noch voll abgehen. Keyboard mit Manfred Henning immer präsent und den richtigen Klangteppich legend, genau wie der originelle Drummer Klaus Selmke auf dem Großen Sitzkissen barfuß die Pedale bedient und souverän den Rhythmus vorgibt und weiterspinnt. Der Mann an der Geige - Georgi Gogow - hatte die besondere Ehre, mit seinen Synthesizer-Violinenklängen einen krassen, bizarren und fast schrillen, aber auch harmonischen und beglückenden Eindruck zu schaffen. Sein Zupfen setzte die Zäsuren auf dem Notenblatt, das tschechowsche Zerspringen der Saiten in dessen Theaterstück "Der Kirschgarten", das extrem Aufweckende und gleichzeitig auch Lyrische. Deswegen auch sein Soloauftritt in der Zugabenrunde.
Neben viel Publikumsbeteiligung und -kontakt gab es auch eine Bonbonverteilrunde für alle. Ganz besonders beeindruckend war die Show zum Song "Frei", der das Gefangensein mit Toni Krahl in einer riesigen Plastikfolie symbolisierte. Der Abend war gelungen, rundherum dicht und ehrlich im Angebot und ein prima Eindruck von City's Power heute.
Während gegenüber das große Altstadtfest mit neun Bühnen tobte, schafften es in die Fruchthalle immerhin noch 200 Zuschauer. Kein Vergleich zu überfüllten Hallen früher oder in City-Fans-Hochburgen, aber den nachkommenden Generationen oder den Amerikanern in K'town ist City eh kein Begriff mehr. Die sind für manche höchstens Dinosaurier, die andere Musik machen, andere Leute ansprechen und eben trotz ihrer ewigen Jugend zu einem Museumsexponat werden. Vor drei Jahren erlebte ich die Hamburger Rockband "The Rattles" in der Fruchthalle, absolut vergleichbar vom Alter und der Qualität her, die hatten trotz 3 Stunden hartem Rock und Einsatz sogar weniger Besucher.

r immer jung, Ariola/Song, Erstveröffentlichung: 24.02.2012

Die Einzeltitel:
1. Für immer jung
2. Danke Engel
3. Zu spät
4. Es ist immer noch Sommer
5. Sind so kleine Hände
6. Lieben und lieben lassen
7. Frei
8. Das Schöne am Leben
9. Quicklebendig (In The Death Car)
10. Anker
11. Die 20 Gebote




Fotos: SonyMusic

Dichterhain: DREI WORTE von Artem Zolotarov


Drei Worte

Drei Worte -
Sag sie! Sag sie laut!
Ich frage nicht nach dir.
Drei Worte -
Wag' sie! Wag' sie laut!
Ich frage nicht nach dir.
Der Kaffee kocht, die Lampe brennt
und Zucker steht bereit.
Hinter der Scheibe wacht die Nacht
und eine Motte schreit.
Sie schreit nach Licht,
nach Leidenschaft,
der Lampe, die sie liebt.
Flöge sie rein und küsste sie,
der Todeskuss ihr blieb'.

Drei Worte -
Sag sie! Sag sie laut!
Ich frage nicht nach dir.
So leise trennt uns nun Nacht,
kein Licht, zu dem ich flieg.

(c) Artem Zolotarov

Sonntag, 8. Juli 2012

Buchbesprechung: MEDIZIN ZUM AUFMALEN IV - NEUE HOMÖOPATHIE FÜR KINDER

Petra Neumayer / Roswitha Stark
Medizin zum Aufmalen IV
Neue Homöopathie für Kinder
Sanfte Heilung und Entwicklungsförderung
vom Säugling bis zum Schulkind
Murnau 2011, 189 S., Broschur,
12,95 € (D), Mankau Verlag


Zeichen und Symbole statt Medikamente – gerade bei Kindern ist die Neue Homöopathie eine wundervolle Alternative in der Behandlung von Krankheiten, Alltagsbeschwerden, kleineren Verletzungen und Blockaden. Eine sanfte, einfache und schnelle Hilfe von der Geburt bis zur Pubertät.
Ob Koliken oder Zahnungsprobleme beim Säugling, Kinderkrankheiten oder Kopfläuse, ADHS, Essstörungen oder Lernprobleme bei größeren Kindern – der vierte Band aus der erfolgreichen Reihe „Medizin zum Aufmalen“ bietet praktische und leicht umsetzbare Hinweise, Tipps und Ratschläge für den effektiven und kreativen Einsatz von Körbler‘schen Strichcodes und Symbolen.
Mit vielen hilfreichen Checklisten für sensitive Testverfahren!

Petra Neumayer (geb. 1960) arbeitet als freie Medizinjournalistin, Autorin und Dozentin der Neuen Homöopathie. Zahlreiche Bücher über Nahrungsergänzungen, Alternativmedizin und Naturheilkunde sind von ihr veröffentlicht.
Roswitha Stark (geb. 1959) ist Heilpraktikerin für Schwingungsmedizin, sensitive Resonanztherapien und energetische Heilweisen; zudem Kursleiterin für
Informationsmedizin, Heilen mit Symbolen und Rutentechnik. Sie arbeitet für Menschen und Tiere.

Petra Neumayer
Warum sprechen Kinder besonders gut auf die Symbole und Zeichen der Informationsmedizin an?


Petra Neumayer: Häufig hören wir vom „Placebo-Effekt“ oder dass man einfach nur an ein Heilsystem glauben müsse, damit es funktioniert. Die Anwendung der Neuen Homöopathie bei Kindern (und Tieren!) beweist uns das Gegenteil. Viel wichtiger ist nämlich, dass eine Heilmethode nicht durch negative Gedanken blockiert wird wie „So ein Humbug!“ oder „Das kann ja gar nicht funktionieren!“. Kinder sind einfach neugierig und noch nicht so „verkopft“ wie Erwachsene. Sie denken sich nicht, „diese Zeichen können ja gar nicht funktionieren, wie unwissenschaftlich“. Zudem lieben Kinder Formen und Farben, und sie machen sehr gut mit bei dieser Arbeit. Würden wir Erwachsene uns öfter selbst aus dem Weg gehen und einfach nur Vertrauen haben, würde die Methode auch dort noch besser funktionieren, als sie dies ohnehin schon tut.

Allergien, Bauchweh, Erkältungen oder Schulprobleme – die Beschwerden der Kinder sind
Roswitha Stark
vielfältig und verunsichern viele Eltern. Wie kann die „Neue Homöopathie“ dazu beitragen, diese Leiden zu lindern?

Roswitha Stark: Bei vielen Wehwehchen, aber durchaus auch bei Krankheiten, die zäh sind und bei denen sogar der Arzt hilflos ist, können die Symbole, vor allem der kombinierte Einsatz auf der Ursachenebene, einen Heilimpuls anstoßen. Zudem ist die Zeichenmedizin eine „nebenwirkungsfreie“ Methode. Auch im großen Bereich „Lernprobleme und Schulstress“ gibt es viele einfache, wirkungsvolle Methoden aus der Neuen Homöopathie, die man leicht selbst anwenden kann.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Anwendung der Heilzeichen ist das Beherrschen der Testmethode, z. B. mit der Einhandrute. Wie kann man diese am besten erlernen und wie lassen sich Fehldiagnosen vermeiden?

Petra Neumayer: Die grundsätzliche Vorgehensweise haben wir ausführlich im ersten Band von „Medizin zum Aufmalen“ beschrieben. Autodidakten können das Testverfahren also selbst lernen. Die meisten Menschen profitieren aber von dem Erlernen in der Gruppe in einem Seminar. Denn hier wird sehr viel geübt, an sich selbst und an anderen. Das verschafft erste Sicherheit im Umgang mit der Einhandrute. Um Fehldiagnosen zu vermeiden, wird auch gelehrt, wie wir uns vor jedem Einsatz mit dem Tensor zunächst selbst testen: Sind wir selbst überhaupt gerade „testfähig“? Es gibt Gründe, warum wir das manchmal nicht sind, etwa weil wir am falschen Platz stehen (geopathische Belastung) oder weil unsere psychische Momentansituation nicht stabil genug ist und vieles mehr.

DER WETTER-FROSCH VON FALTSCH WAGONI 4

Gewitter ist doch prima
so fabelhaft dramatisch
es zeigt, es ist das Klima
geladen - und zwar statisch

Gelb-schwarz das Panorama
der Groll mehr als beredt
ein expressives Drama
das jedermann versteht

Wenn einen der Zorn des Gewitters
dann aber blitzartig träf, ich
riete zur Rüstung des Ritters -
ein echt Faraday'scher Käfig!


Hallo Freunde,
spürt ihr auch diese gewittrige Gereiztheit? Man möchte doch nur noch losdonnern und platzen vor Wut: Himmel, Arsch und Wolkenbruch!

Und kein Schutzschirm für mich in Sicht! Den gibts ja zur Zeit für alles Mögliche: z. B. Banken (in den Sand gesetzte Sandbanken ...?), denn wir müssen ja Geld retten! Sogenannte Kröten! Was für ein Irrwitz aus Frosches Sicht! Dürfen Kröten nicht nass werden? Aber wie werden die dann gewaschen? Trockenwäsche oder was? Und wie soll denn dann der Reibach fließen? Oder darf die Bank nicht nass werden? Ist das ihr Bankgeheimnis? Die haben doch längst ihre Schäfchen ins Trockene gebracht.
Ihr merkt schon: im Moment ist nicht gut Kirschen essen mit mir, ich leide an akuten amphibisch-athmosphärischen Störungen und reagiere voll allergisch mit Rettungsschirm-Unverträglichkeit und Behörden-Intoleranz. Hat nicht auch noch der Verfassungsschutz seinen Schutzschirm über die Neonazi-Szene aufgespannt? Mir platzt der Frosch im Hals, grrr! Das stinkt doch alles dermaßen gen Himmel, dass man sich nicht wundern muss, wenn der sich aus allen Wolken erbricht!

Ich wettere, also bin ich,
euer Gewitter-Wetter- bzw. Wutfrosch
Quakquakquak!!!


TERMINE FALTSCH WAGONI

15. + 16.07. München, Lach- und Schießgesellschaft,
Tel. 089-391997,
26. + 27. + 28.07. Frankfurt/Main, Theaterzelt Comoedia Mundi,
Tel. 0151-26939781,
4.08. Tromm-Grasellenbach, Open Air,
30.08. Paderborn, Amalthea,
31.08. + 1.09. + 2.09. Harrislee, Ole Möhl
14. + 15.09. Lichtenau-Scherzheim, Hoftheater
16.09. Regensburg, Turmtheater
22.09. CH - Bremgarten (AG), Kellertheater
27.09. München,Allach-Untermenzing,
Aula des Louise-Schroeder-Gymnasiums
4.10. Rosenheim, TAM Ost
5.10. Burghausen, Jazzkeller
6.10. Bad Tölz, Kulturverein Lust
12. + 13.10. Berlin, Theater O-TonArt

Samstag, 7. Juli 2012

Fantasien zur Nacht: ENGES SCHWARZES KLEID von Erika Ott

Enges schwarzes Kleid
zum Rhythmus der Musik
lasziver Hüftschwung...

Meine Hände
formen den Kreis der Hüften
Blicke im Spiegel

Mein Tanz flutet
den Körper ich winde mich
Arme sind Flügel

Mit flinken Armen
locke ich dich im Drehen
dir wird schwindlig... 

(c) Erika Ott

Heute Abend: 40 Jahre CITY in Kaiserslautern, 20 Uhr in der Fruchthalle



CITY – das ist Kulturgeschichte. Deutsche Kulturgeschichte.

CITY hat drei Deutschlands erlebt und in seinen Songs abgebildet: Die DDR als Heimat, die BRD als Gastspielreiseland – und nun, friedlich und mit Nachdruck zusammen gezimmert, die BRDDR. „Wir als Band betrachten uns immer als Spiegel der Gesellschaft oder der Umgebung, in der wir auftreten.“… CITY steht exemplarisch für jenen Teil der DDR-Rockmusik, der sich mühte, das Maß an Anpassung gering zu halten und über das Medium Text und Musik mit List, Mut und Intelligenz die bescheidenen Möglichkeiten der Wahrheitsfindung und -verbreitung zu nutzen. Toni Krahl war im Umgang mit der Obrigkeit bereits von leidvollen Erfahrungen geprägt. Im Spätsommer 1968 hatte er, naiv, aber mit Courage, “kleine stümperhaft gestaltete Flugblätter” verteilt, auf denen er gegen den Einmarsch der Warschauer Pakt Staaten in die CSSR protestieren wollte. Er wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Ereignis, das in der Gegenwart noch seinen Niederschlag findet: „Prager Frühling. Wut im Bauch. Sechzehn Wochen hinter Gittern. Das war ich“ singt er auf der neuen CD „Für immerjung“. „Wir waren die geduldete Opposition, es gab da noch die ungeduldete und die verbotene. Wir saßen immer auf schmalem Grat, und da sitzen wir immer noch. Wir sind dem heutigen System genauso suspekt wie dem vorherigen, und wollen immer noch dasselbe erreichen wie früher. Aber irgendwie macht das Don-Quijote-Spiel auch Spaß. Ohne Gegenwind ist es langweilig! (Fotos: CITY)


KONZERT IN GRIMMA

Am Fenster, 2009

Freitag, 6. Juli 2012

Fantasien zur Nacht: IMPRESSIONEN AUS DER FRANZÖSISCHEN REVOLUTION von Stefan Vieregg


Impressionen aus der französischen Revolution

Frühmorgens ziehen sie los
liederliche Mägde und frivole Gesellen
zum großen Feiertag der Ohnehos
in die Weltstadt fließen Wellen um Wellen
Amor und Aphrodite zu Ehren
entfacht die Lust einen bizarren Mummenschanz
feiern, fordern und hingeben ohne sich zu wehren
zelebrieren sich Salomé und Nero unterm Lorbeerkranz
dem Frugalen und Opulenten im großen Fressen frönend
Fleischeslust zwischen Braten, Feigen und Wein
ganz tief aus den Hadesregionen seufzend und stöhnend
brüchige Erfahrung aller Lustfacetten und des Anderssein.

Altstadtfest vom 06. bis 08. Juli 2012 in Kaiserslautern


© Stadt Kaiserslautern


Ab heute ist es wieder soweit: Vom 06. bis zum 08. Juli feiert Kaiserslautern das beliebte Altstadtfest. Fetzig, bunt, modern und dennoch traditionell - das ist es, was diese Großveranstaltung ausmacht, das ist es, was die Lautrer Altstadt brodeln lässt. Hier fliegen heiße Rhythmen durch die Luft, kulinarische Genüsse verführen an jeder Ecke und es wird eng und gemütlich in den Gassen der Stadt. Das Altstadtfest lockt jedes Jahr bis zu 200.000 Besucherinnen und Besucher nach Kaiserslautern und wird auch dieses Jahr wieder zum Publikumsmagneten werden. Drei Tage und zwei Nächte lang verwandelt sich die Kaiserslauterer Altstadt in eine riesige Open-Air-Landschaft, in der eine Show die nächste jagt. Den Startschuss gibt Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel am 06. Juli um 19:00 Uhr im Wadgasserhof. Dort erwartet die Besucherinnen und Besucher ein umfangreiches Programm am „Karlsberg-FCK-Treff“ mit traditionellem Fassbieranstich. Die 1. Karlsberg-Bierkönigin Konstanze wird hierzu eigens mit einem Pferdegespann anfahren.

Auf neun Bühnen präsentieren sich über 70 Bands und Künstler und sorgen für ausgelassene Sommerstimmung. Am Mainzer Tor können sich die Besucherinnen und Besucher in den kommenden Tagen auf Oldies, Tanz- und Unterhaltungsmusik freuen, beispielsweise mit dm Kolpingblasorchester Erfenbach, den Hobby Swingers, den Büddenbachern, den Pfalzwald Kryner, FELLINI oder Touch ´n go. Erleben Sie an der Bühne am Stockhausplatz heiße Rhythmen mit der Tanzschule Marquardt, Samba Total, Palito Achè oder den Kolping Blasorchestern aus Kindsbach und Kaiserslautern. Stephan Flesch und die Volker Klimmer Band sorgen ebenfalls für beste Unterhaltung. Am Sonntag begeistert die SWR3 Band mit Stefanie Tücking und Sebastian Müller mit aktuellen Hits, Kultsongs und Musik aus den 70er und 80er Jahren.
 
Mit Partymusik von RPR 1 und BIG FM richtig abfeiern können Sie auch im Innenhof von Kopp & Kraus. Außerdem machen hier die Gruppen Just Exit, Voodoo Lover oder 4our-bc Lust auf Mehr. From da Soul, 7tyProof und Dr. Piper bringen die Altstadt auch in den Abendstunden mit Pop, Rock und Soul noch einmal richtig in Schwung. Bestes unplugged Programm präsentieren die Künstler auf der Kleinkunstbühne in der Salzstraße. Erleben Sie hier „new accoustic moments“ mit Take to live, die Gruppe Gentle Groove Agency und 3 Kings – The Best of Rock an Ballads, außerdem „Deutschen Latina Reggae“ mit Cris Cosmo. Der Vollblutmusiker tritt in diesem Jahr beim Bundesvision Songcontest für Hessen an. Mit mittelalterlichen Programmpunkten, darunter Musik, Tanz, Gaukelei und Feuershow, begeistert die Legende e.V. in der Klosterstraße und nimmt die Gäste mit auf eine kleine Zeitreise. Ein facettenreiches Kulturprogramm gibt es in der Erbsengasse, beispielsweise mit Uwe Frosch, Mister Mo, Herr Nix, Cajun Moon, eKlipse, Sounds good, Christian Ruge, Muxxbox, MacBlauth, Mister Sing und Tom Bola & Anke Scheven. In Zusammenarbeit mit dem Medienpartner Antenne Kaiserslautern können Sie auf der Bühne am St. Martins-Platz eine musikalische Vielfalt genießen. Hier spielen Season 4, Laura Kloos, Gardenier, Dance Zone, Sheerocks, All That, Moon Sun, Kind of Used und die Gewinner Rockfight. Alle Rock´n´Roll Fans werden sich am Unionsplatz mit Dime Daddys, Papas Finest oder Krüger Rockt! zu Hause fühlen. Und für die Männer gibt es den Augenschmaus pur – die Wahl der Miss Kaiserslautern 2012 findet in Zusammenarbeit mit der Miss Germany Cooperation (MGC) am 08. Juli von 15:00 bis 17:00 Uhr auf dem Unionsplatz statt.

Wer bis ganz zum Schluss mitfeiern möchte, sollte das Angebot der Nachtbusse und Züge nutzen. In Richtung Homburg/Saarbrücken fahren die letzte Regionalbahn bzw. S-Bahn um 0:02 Uhr (bis nach Saarbrücken) bzw. um 0:47 Uhr (bis Homburg) am Kaiserslauterer Hauptbahnhof ab. Richtung Landstuhl/Kusel, Richtung Pirmasens, Richtung Lauterecken/Grumbach und Richtung Rockenhausen/Bad Kreuznach jeweils um 0:30 Uhr. In Richtung Neustadt fährt die letzte S-Bahn um 0:06 Uhr. Diese Angaben gelten für die Nächte von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag und erfolgen ohne Gewähr: Informieren Sie sich bitte rechtzeitig im aktuellen Fahrplan der Deutschen Bahn oder unter www.vrn.de.

ZAHNABGANG BEI KLASSISCHER MUSIK von Karin Michaeli



Vor Jahren schon hatte ich beim ersten ernsthaft zu ziehenden Zahn die Idee, mein Walkman könnte mir mit Musik helfen, das Ganze zu überstehen. Wegträumen wollte ich mich, während der Backenzahn oben links für immer aus meinem Mund verschwinden sollte.

Ich entschied mich für Verdi's „Requiem“, rund um den gezogenen Zahn wurde geschliffen und gebohrt, um eine Brücke zu erstellen und das dauerte fast so lange wie das gesamte Requiem mit einer Dauer von fast zwei Stunden. Eine angemessene Musik zur Verabschiedung eines so wichtigen Beißgerätes wie einem Backenzahn.

Die nächste, schon etwas größere Brücke – einhergehend mit der Extraktion von zwei Zähnen, bedurfte schon dreier Musikkassetten. „Die toten Hosen“ und "AC/DC" sangen mir zu unruhig zum Bohrer – also schnell raus aus der Kassette und da ich nur Richards Strauß „Alpensinfonie“ noch dabei hatte, hörte ich mir die Alpenmusik dreimal hintereinander an.

Weitere Zähne durften sich verabschieden zu Mozarts „Requiem“, Trommelmusik aus Kuba – aber auch zu hektisch und schnell abgelöst durch die „Stimme der Stille“ (Gesänge tibetanischer Mönche mit dem Ziel, zu entspannen und zu beruhigen).

Aber ich kam immer wieder auf die „Alpensinfonie“ von Richard Strauß zurück, wenn es mal wieder hieß, beim Zahnarzt lange auszuharren unter Bohrer und Schleifmaschine.

Heute wurde der Grundstein zur neuen Brücke gebaut, die nun drei Zähne ersetzen soll – Richard Strauß hat mich mal wieder kräftig mit aufkommendem Gewitter, Blitzen und Donner begleitet und ich sage Ihnen, was ist eine Bohrmaschine beim Zahnarzt gegen die Pauken und Trompeten bei Richard Strauß, wenn ein Gewitter in den Bergen imaginiert werden soll. Nichts – aber auch gar nichts. Selbst wenn die Zahnärztinnen sich über meine Ohren hinweg laut darüber unterhalten, wie man eine Bluse näht und der Bohrer schreiend im Mund herum tobt, klingt das gegen Richard Strauß' bombastische Klänge der Berge eher wie Meeresrauschen.

Vor zwei Jahren hatte ich das Vergnügen, die „Alpensinfonie“ life zu hören in der Düsseldorfer Tonhalle und was soll ich sagen: Ich weinte heftigst vor mich hin in Erinnerung an die vielen schönen neuen Brücken und Kronen, die ich nun habe – dankbar und berührt lauschte ich den Klängen und spendete am Ende noch ein lautes „Bravo“ als Sonderzahnzulage. Das wusste aber niemand, außer mir.

Kurz und gut: Alpensinfonie und Zahnbehandlung – ein Spektrum von A bis Z – passen erstaunlicherweise sehr gut zusammen.

(c) Karin Michaeli, Düsseldorf

Donnerstag, 5. Juli 2012

Musical "Wasserphantasie" im August in Neunkirchen / Saar













Das kommende Spektakel „Wasserphantasie" in Kooperation der Neunkircher Kulturgesellschaft, der Stadt Neunkirchen mit Aura-Entertainment sowie Vereinen und städtischen Institutionen erlebt im August seine Uraufführung am Gutsweiher in Furbach bei Neunkirchen/Saar und lässt uns auf eine grandiose Sommernacht hoffen.

Ein Meer aus Farben, Wasser und Licht erwartet die Besucher bei der „Wasserphantasie". Über 200 Künstler und Mitwirkende sorgen für ein unvergessliches Erlebnis am Gutsweiher in Furpach. Sänger, Live-Musiker und Fabelgeschöpfe agieren in einem Meer aus Farben, Licht und raffinierten Wasserspielen zu mitreißender Musik. Modernste Bühnen- und Beleuchtungstechnik zaubert sinnliche Phantasien auf Wasserfallleinwände, bietet bizarre Licht- und Klangwelten in einer mystischen Reise zur Wasserwelt der Nymphen.

Die Aufführungen sind für 10., 11. und 14. August geplant. Als Ersatztermine haben die Veranstalter den 12. beziehungsweise 15. August vorgesehen. Einlass ist ab 19 Uhr, das Vorprogramm startet um 20 Uhr, das Hauptprogramm beginnt voraussichtlich um 21.30 Uhr. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und über http://www.wasserphantasie.com. Für Erwachsene kosten die Karten 24 Euro, für Kinder 12 Euro, jeweils zuzüglich Vorverkaufsgebühr.

Vor dem eigentlichen Hauptevent wird ein stimmungsvoller Übergang in Szene gesetzt. Wie beim Musical "BeGeistert" transferiert magische Musik die Menschen von der Dämmerung in die Zauberwelt der nun erwachenden Naturgeister. Drei Wassergeister treffen sich auf einer Insel. Ariel, Echo und Loreley heißt das Kleeblatt, das diesen See beherrscht und beschützt. Kompromisslos erhalten sie ihre Umwelt. Allerdings: Unterschiedlicher können Sirenen gar nicht sein. Die Sehnsucht nach Liebe haben sie gemeinsam, auch wenn dies die Gefahr in sich trägt, die Unsterblichkeit zu verlieren und Mensch zu werden. Die drei Nymphen haben alle Hände voll zu tun. Sie versuchen, für das einsame Seemonster „Jessie der Nessie" einen Partner fürs Leben zu finden. Sie überlisten die Blaumänner-Nymphen aus Schottland, die mit Fischern und Seglern ein Spiel auf Leben und Tod treiben. Sie begegnen auch gemeinen schatzsuchenden Piraten und bekehren sie mit Mut und Witz. Während dieser fantastischen Reise in die Welt der Wassergeister wird auch für den Zuschauer alles optisch und akustisch verändert sein. Er wird ein außergewöhnliches Duften, Schmecken und Farbspiel erleben.

Das Gedicht zum Kunstwerk: BLAUE GRÄSER von Birgit Heid, zu Kunstwerken von Burghard Müller-Dannhausen

(c) Burghard Müller-Dannhausen
(c) Burghard Müller-Dannhausen

(c) Burghard Müller-Dannhausen
















BLAUE GRÄSER


Blaue Gräser wiegen sich und herrschen
freundschaftlich über die weißen Stängel
einem Scherz nicht abgeneigt der Blick
durch einen lichten Gartenzaun auf Blumen

felder Himmelswiesen langer Tischaltar für
eine Rosenvase und dahinter schwebt das
Fruchtland Ackerboden Weizen Klee der
Sommer ist entbrannt die Mittagsstunde

lädt zum Ruhen an den Linien entlang ganz
selbstverständlich spielen Lieder auf Piano
erst das Menuett und dann das Rondo
Allegretto und Adagio dieser Saal erbittet

einen ersten Tanz beim Drehen wirbelt sich
Pigmentstaub heftet an den Kanten die in
Form von Meereswellen über denen weit der
Himmel meine Füße in die Gischt gestreckt

der Wind bewegt behände alt und neues
Blattwerk Äste junge Stämme und dazwischen
Anemonen blinzeln tröpfchenweise alte
Rosen Veilchenfelder und das Blau der Gräser.

(c) Birgit Heid, anlässlich der Ausstellung "9.Juni - 22.Juli 2012 Erinnern = Orientieren mit Arbeiten von Burghard Müller-Dannhausen und Leo Erb" in der Galerie Kathrin Hiestand in Landau in der Pfalz

Heute Abend: mareTV: Kreta - Berge im Meer

Donnerstag, 05. Juli 2012, 20:15 bis 21:00 Uhr [VPS 20:15]

mareTV: Kreta - Berge im Meer

Die griechische Insel Kreta ist riesig und steckt voller Kontraste: quirlige Badestrände, einsame Hochebenen, wilde Schluchten und versteckte Bergdörfer. "Insel der Götter" nennen die Kreter ihr Eiland, denn Zeus soll hier geboren worden sein. Sie glauben fest daran, dass die größte der griechischen Inseln voll positiver Energie steckt. Und so meistern die Menschen von Kreta ihren Alltag auch in Krisenzeiten ganz unaufgeregt.

Yannis Giannoutsos ist Kräutersammler und geradezu verliebt in Thymian, Oregano, Salbei und die vielen anderen Kräuter, die auf Kreta in sagenhafter Qualität gedeihen. In dem kleinen Dorf Kouses hat Giannoutsos vor Jahren die örtliche Kneipe zu einem kleinen Laden umgebaut. Mittlerweile kommen sogar Kunden vom griechischen Festland, angelockt von der großen Kräuterleidenschaft des Mannes. "Gute Düfte haben auch etwas Erotisches!", lacht Yannis.