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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Montag, 9. Januar 2017

Wie war's bei SPECTACLE SPACES im Bockenheimer Depot?

Mauricio Kagel: Variété      (c) Barbara Aumüller
Im Rahmen der heim:spiele des Ensemble Modern@Bockenheimer Depot gab es zum Abschluss der Reihe eine reizvolle Triade aus moderner zitatenreicher und nicht leicht zuordenbarer Musik und Elementen des klassischen Variétés, der klassischen Akrobatik und der clownesken Komik. Zwei Stücke von Mauricio Kagel aus den siebziger Jahren und ein in diesem Veranstaltungsrahmen zur Uraufführung gebrachtes Stück von Martin Matalon unterhielten 70 Minuten mit außergewöhnlicher Rezeptur. Unter der Regie von Knut Gminder und einer kaleidoskopen Choreografie von Aleksei Uvarov entstand ein absolut kurzweiliger Abend.


Mauricio Kagel: Variété       (c) Barbara Aumüller
Mit Mauricio Kagel, geboren am 24.12.1931 in Buenos Aires und gestorben am 18. September 2008 in Köln, war ein ungewöhnlicher Komponist vertreten, der bereits früh mit spektakulären Werken auf sich aufmerksam machte und eine wichtige Rolle in der Kunst- und Musikgeschichte Deutschlands spielte. Er war in Köln Direktor des Instituts für neue Musik, Nachfolger von Karlheinz Stockhausen als Leiter der Kurse für Neue Musik, Professor für Musiktheater, Gründer des Ensembles für Neue Musik usw. 
Mauricio Kagel: Variété

(c) Barbara Aumüller
Kagel ist der wichtigste Vertreter des „Instrumentalen Theaters“ in Deutschland, bei dem Mimik, Gestik, Aktionen wie im Zirkus, der Clownerie, dem Theater sowie multimediale Audrucksformen mit einbezogen werden. Zu seinen Musiktheaterwerken zählt das 1971 in der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführte "Staatstheater", das wegen eintreffender Drohbriefe unter Polizeischutz aufgeführt werden musste. Kagel entwickelte auch eigene Instrumente und Spieltechniken, etwa für den Film "Zwei-Mann-Orchester" (1973) oder das Instrumentaltheater "Exotica". Sein Film "Ludwig van. Ein Bericht" (1970, s/w, 100 Min.) bringt Joseph Beuys ins Spiel, der Flammen aus einem Gully zum 1. Satz der 9. Sinfonie von Beethoven schlagen lässt, um sie dann nach zwei Minuten mit einem Bräterdeckel zu ersticken. Sein Auftritt mit einer "Napoleonmaske" zu einer kurzen Gesangsparodie ist ebenfalls verwirklicht. Kagel lässt ferner den Künstler Dieter Roth Beethovenbüsten zerschlagen, spielt Verstecken mit Musikern auf einem Rheindampfer und andere ungewöhnliche Aktionen.

Martin Matalon ist ein weiterer wichtiger argentinischer Komponist, der ebenfalls Musiktheater unterstützt und Konzert mit anderen Genres mischt. 1958 in Buenos Aires geboren, Bachelor-Abschluss in Komposition am Boston Conservatory of Music 1984 und 1986 Master-Abschluss an der Juilliard School of Music. 1989 gründete er Music Mobile, ein in New York ansässiges Ensemble, das dem zeitgenössischen Repertoire (1989-96) gewidmet war.
Matalon erhielt wichtige amerikanische und französische Anerkennung, so auch ein Fulbrigth-Stipendium für Frankreich (1988). 1993 ließ er sich ganz in Paris nieder, schrieb eine neue Partitur für die restaurierte Version von Fritz Langs Stummfilm Metropolis, und für die legendären surrealistischen Filme des spanischen Regisseurs Luis Bunuel "Las Siete vidas de un gato" (1996) für "Un Chien andalou" (1927), "Le Scorpion" (2001) ) "Für L'Age d'or" (1931) und "Traces II (la cabra)" (2005) für "Las Hurdes (terre sans Pain)" (1932). Sein Werk umfasst auch eine große Anzahl von Kammer- und Orchesterwerken wie "Otras Ficciones" oder "Lignes de fuite" für großes Orchester, "... del matiz al color ..." für Cello-Oktett, "Monedas de hierro" für Ensemble und Elektronik sowie Stücke für ein großes Spektrum verschiedener Genres, wie musikalische Geschichten, choreografische Werke, Installationen, Musik mit Text, Hörspiele, Musiktheater, Musik mit Mimen ... Die 1997 begonnene Serie der "Spuren" spielen auch eine wichtige Rolle in seinem Schaffen. Er komponierte viel u.a. für das Orchestre de Paris, das Orchestre National de France, das Orchestre National de Lorraine und das Arsenal de Metz, auch für Ensembles und Orchester in Barcelona.


Mauricio Kagel: Variété

(c) Barbara Aumüller
In Frankfurt zu erleben und zu genießen Partituren mit einem humorvollen Grundtenor zeitgenössischer Musik, wie immer beeindruckend gespielt vom Ensemble Modern. Bisweilen komisch-originell mit Tönen und Assoziationen von Kapriolen aus der Manege, dem kindlichen Welterlebnis und Musik für Kinder, dann wieder melancholische Zwischentöne und Momente, mal synchron, mal gegensätzlich zu den artistischen Bewegungen, immer aber konsequent die Erwartungshaltung der Zuhörer auf den Kopf stellend. So wie Kagel in einem seiner Stücke den Solisten im Konzertstück für Pauken und Orchester am Ende kopfüber in sein Instrument fallen lässt, bestehen Szenen, Sketche, artistische Nummern aus einem hervorstechenden Gag oder schließen mit einem überraschenden Element. So in "Caravanserail", wo der Kontrabass final demontiert wird oder am Ende in "Variété" das Akkordeon allmählich erstirbt. Der Komiker Tom Murphy mit seiner Physical Comedy ergänzt diese Strukturelemente in "Caravanserail" durch korrespondierende Gags aus der Clownerie, nimmt Bodybuiling auf den Arm, jongliert unfallträchtig Stühle, stolpert immer wieder überraschend fast ins Publikum. Im "Morceau de Concours" schon zu Beginn der multimediale Verfremdungseffekt, ein Trompeter auf der Hebebühne des Staplers, ein Hornspieler am anderen Ende der Bühne, völlig lakonische und "überflüssige" Sprechpassagen des Trompeters, die Partitur groß zum Mitlesen auf Leinwand, und die Artisten mit ihrer äußerst bemerkenswerten Körperbeherrschung und Leistungsfäigkeit bei der individuellen Vorbereitung zu ihrem Auftritt im Backstagebereich. Etwa Walter Holecek mit einer der aktuellen hocheitlen Haartrachten Einzelhaare bändigend oder Anna Roudenko, die Kontorsionskünstlerin mit ihrem kleinen Kind, in unvorstellbaren Verbiegungen. 


Martin Matalon: Caravanserail   (c) Barbara Aumüller
Martin Matalon: Caravanserail   (c) Barbara Aumüller
Das Handy dann in "Caranvanserail" zunächst noch viel wichtiger als alles andere. Jeder hat ein Handy, reproduziert die klassischen Handyuserverhaltensmuster, dabei schnelle Akrobatik en passent. Kapriolenmusik vom Ensemble und Exponierung der artistischen Meisternummern hinter der Leinwand als Schattenspiel, als ob es Videoprojektionen wären, auch hier ein Spiel mit der Verfremdung, und zwar der Verfremdung. Die Artisten kreuzen die Wege der Musiker, üben und führen aus, verschwinden ganz schnell, erscheinen hinter der Leinwand, wirken im Bühnennebenraum im halbdunklen Off usw. In "Variété" dann eine starke Betonung der Akrobatik und Jonglage. Tom Murphy und Jongleur Vladik Myagkostupov im Team, dabei jeder in seinem Metier tätig, beide zusammen versetzten den Dirigenten Franck Ollu ein paar Meter weiter, Vladik M. ein Meister im Nackentransport von Jongleurkugeln, Anna Roudenko u.a. als Gummipuppenkunstwerk im 3D-Luftring, Rosannah Star mit einer ästhetischen Supershow mit Schlingenseilen (Multicordes), Walter Holecek noch einmal stark in Körperbeherrschung und Ausdruck als schwebender Artist in Fliegetüchern und IMAGINE / Duo Cyr Wheel neben Detailauftritten zuvor hier virtuos mit dem Künstlerreifen in Lebensgröße und einer Laternenpolenummer zu Hafenmusik- und traurig-dissonanten Musikelementen. 

Die Vielfalt der gemischten Elemente in diesen Musiken und dieser Verwirklichung führen zu einem hohen Unterhaltsgrad, fesseln Aufmerksamkeit und erheitern, ohne dass die klassische Zirkusatmosphäre jeweils länger als ein paar Sekunden aufkommt. Der Besucher erlebt eine intellektuelle Variante von Zirkus und Variété - Zirkusgeruch und Zigarettenqualm der kleinen und Glitterlook der großen Revues und Variétés transponiert in die hohe Kunst.

Sonntag, 8. Januar 2017

Berlin 9. bis 12. Februar: Valentine Dance Festival


Performance Bootcamp mit Marco Ferrigno & Karel Flores
Karel Flores, die Nr.1-Tänzerin der Yamulee Dance Company in New York, ist seit 3 Jahren mit ihren eigenen Styling Bootcamps auf weltweiten Tanzfestivals vertreten. Wir sind sehr stolz darauf, sie – DIE beste Salsa-Tänzerin der Welt – als unseren Gast auf dem Valentine Dance Festival zu haben.

Marco Ferrigno tanzt seit seiner Kindheit, inspiriert durch seinen Vater. Er performte unter Anderem mit dem einzigartigen Eddie Torres in New York. Seit 2006 ist er auf Tourneen weltweit mit Gruppen wie dem Juan Matos Fogarete Dance Project oder seinem Projekt mit Natalia Lopez, dem Ansima Production Ballet.

Wir freuen uns sehr, den Stil dieser beiden spannenden Künstler zu vereinen - in einem exklusiven Bootcamp voll mit Partnerwork, Shines und Lifts!

Es findet ein 10-stündiges Choreographie Training am Freitag, Samstag und Samstag statt (detailliertes Programm siehe unten). Am Sonntagabend gibt es eine Generalprobe und dann... SHOW TIME

Verpasse nicht diese einmalige Chance: Lerne von den Besten und stehe zusammen mit Karel Flores & Marco Ferrigno auf der Bühne!

Achtung: Wir freuen uns über Registrierungen als Tanzpaar. Dies ist aber nicht verpflichtend.

Was du über das Programm wissen solltest:
Wir starten am Donnerstag ab 18 Uhr mit unserem "Romance Thursday":
25€ - inklusive Buffet und Speed Dating
10€ - Pre-Party mit einem Kizomba/Ghetto Zouk-Floor und einem Salsa/Bachata-Floor
beides inklusive dem speziellen Technique Bootcamp von Moni (23:30 - 21:30)

Unsere Bootcamps & Specials:
Das Performance Bootcamp findet Freitag, Samstag und Sonntag statt und wird mit einer krönenden Show am Sonntagabend abgeschlossen.
Kaizen Dance mit Kwenda Lima findet am Samstag ab 15:00 Uhr statt.
Lady Styling On2 mit Carla Voconi findet Freitag (all level) und Samstag (interm. bis advanced) statt.
Die Master Classes in Salsa On2, Kizomba und Zouk finden am Samstag und Sonntag statt und bieten die Gelegenheit, nahezu Privatunterricht mit unseren besten Künstlern zu genießen. Denn die Master Classes sind limitiert auf maximal 20 Personen!

Der Dress Code für die Partys sieht wie folgt aus:
Freitag – Cuban & Afro Feeling
Samstag – The Great Gatsby or Casino Royal
Sonntag – Sexy Workout

Die Partys am Freitag, Samstag und Sonntag finden auf 5 Tanzflächen statt und kosten an der Abendkasse ab 25€ … der Preis für die einzelnen Tage wird rechtzeitig bekannt gegeben und ist abhängig von den Vorverkaufszahlen. Denn die Kapazität unserer Location ist begrenzt!

Social Dancing findet jeden Nachmittag am Freitag, Samstag und Sonntag statt und kostet jeweils 10€. Hier wird ausschließlich Kizomba/Ghetto Zouk gespielt. Die Kapazität ist auch hier begrenzt.

Auch dieses Jahr werden wir weiter unser Ziel verfolgen, bargeldlos zu arbeiten. Es wird also Stempelkarten/Tickets im Wert von 25€ geben, die an der Kasse erhältlich sind. Weitere Details folgen.




Master Upgrades
Dir reichen die Workshops nicht aus? Du willst noch mehr? Dann hol dir einen der zusätzlichen Master Upgrades! Während eines Blocks von drei intensiven Master Stunden in Kizomba, Zouk oder Salsa On2, wirst du individuell gefördert und erhältst wertvolle Tipps und Tricks von den Besten.

Unter Anderem werden Jose & Nerea (Salsa on2) und Curtis & Carola (Kizomba) am Samstag unterrichten. Xandy Liberato (Zouk) leitet den Kurse am Sonntag. Mehr Informationen über die Inhalte der Kurse findest du im Workshop Plan!




Kaizen Dance mit dem einzigartigen Kwenda Lima!
"Niemand hat alle Antworten in der Geschichte des Tanzes und der Kizomba, und aus diesem Grund sollten wir bescheiden sein und Erfahrungen von verschiedenen Tänzern und Lehrern sammeln, denn jeder einzelne hat mit seiner Geschichte ein Stück des Puzzles."

Geboren 1977 in Kap Verde und mit über zehn Jahren Erfahrung im Unterrichten von angolanischen und kapverdischen Tänzen, ist Kwenda heute anerkannt als ein Experte in der Kizomba-Szene. Verpasse nicht diese großartige Gelegenheit, von den Besten der Besten zu lernen!

Kaizen Dance:
“Es ist nicht nur ein Tanz... es ist ein Lebensgefühl."

Kaizen Dance berührt die Menschen im Herzen und in der Seele durch die Verbindung von westafrikanischen, kinetischen Prinzipien mit philosophischen Ansätzen aus der indischen und buddhistischen Philosophie.

--> Nimm an unserem Facebook-Event teil: https://www.facebook.com/events/331594520530277/




Dance Fundamentals mit Moni Streetsalseros
"Latin dances got us so quickly fascinated with partner work combinations, turns, intricate arms assemblages, lifts and other tricks. So, we immediately started learning/teaching them without asking ourselves - is there anything else before that, are there any fundamentals? After one or two years some of us start asking ourselves questions:

... why some dancers look better than other?
... what is the right position of body, arms and fingers?
... how to create soft connection with the floor?
... how to shift your body weight and transition between toes, balls, and heels?

I have been dancing salsa more than 16 years, practicing yoga and Tai Chi more than seven and classical ballet almost nine years. 2014 I graduated from university as a classical ballet teacher. I was always searching for the answers of my questions and the truth about the best dancers. After 15 years I finally found something, but yet I understand I cannot teach you to do it. The only thing I can do is to share my experience with you within the 3 hours we have, so you can see it, understand it and use that knowledge. I will not keep anything for me, will reveal all and will be ready to answer all your questions.” - Moni

Hast du dir diese Fragen auch schon mal gestellt und bist noch immer auf der Suche nach der Antwort? Dann verpasse nicht die 3 Stunden des Open Level Bootcamps in Dance Fundamentals mit Moni Streetsalseros (Sofia)!

--> Nimm an unserem Facebook-Event teil: https://www.facebook.com/events/213078729118104/

Zusätzliche Privatstunde
Du willst noch immer mehr? Dann melde dich jetzt für eine zusätzliche Privatstunde bei einem unserer namhaften Künstler an!
Allein eine intensive Privatstunde reicht aus, um dir einen großen Sprung in deiner Tanzfertigkeit zu ermöglichen.

Aufgrund der Raumauslastung sind die Stunden begrenzt. Melde dich also jetzt schon an und sichere dir eine von den begehrten Privatstunden! -> info@valentine-weekend.de

Samstag, 7. Januar 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Ich bin dein Objekt der Begierde, eine Waffe des Massenkonsums




Online-Dating: Wie attraktiv sind die Schönsten im Land wirklich?

Schon ziemlich mitgenommen vom Leben und sich trotzdem von seiner besten Seite zeigen? Beim Onlinedating kein Problem. In den Profilen zeigen sich die Nutzer nur von ihrer Schokoladenseite – und nehmen dabei auch (kleine) Lügen in Kauf. Zumindest einige von ihnen. Wie eine Umfrage von Statista zeigt, nimmt es jeder Dritte mit der Wahrheit beim Onlinedating nicht so genau. Woran ganz viele feilen sind das Alter, fast alle bringen Fotos, auf denen sie viel jünger sind, sozusagen der letzte vertretbare Attraktivitätsgrad. Natürlich sind auch alle festen Absichten bei der Suche erst mal egal. Ohne Test geht nichts! 15 Prozent der Nutzer sind nur angemeldet, um sich unter den Profilen der anderen umzuschauen. Die meisten (36 Prozent) haben Kontakt zu zwei bis drei Personen, 15 Prozent schreiben mit vier bis fünf. 18 Prozent halten es auch beim Onlinedating monogam und konzentrieren sich beim Kontakt auf eine Person.


Infografik: Jeder Dritte lügt in seinem Datingprofil | Statista

Freitag, 6. Januar 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Heilerin mit Tönen und Ursounds

Heilerin mit Tönen und Ursounds 

ECM NIGHT – NYC WINTER JAZZFEST


New School Tishman Auditorium (ECM stage) 
63 Fifth Avenue NYC 
January 7th

6:00pm          Michael Formanek Quartet feat. Tim Berne / Craig Taborn / Gerald Cleaver (replaces Tomasz Stanko NY Quartet)
7:20pm          Jakob Bro / Thomas Morgan / Joey Baron
8:40pm          Ravi Coltrane / David Virelles Duo
10:00pm        Bill Frisell / Thomas Morgan Duo
11:20pm        Nik Bärtsch's Mobile

www.winterjazzfest.com


 
UPCOMING CONCERTS

 Jan 06 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH London United Kingdom  
 Jan 07 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Gdansk Poland  
 Jan 08 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Rotterdam Netherlands  
 Jan 09 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Reykjavik Iceland  
 Jan 11 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Luxembourg Luxembourg  
 Jan 12 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Cologne Germany  
 Jan 13 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Brussels Belgium  
 Jan 15 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Milan Italy  
 Jan 17 VIJAY IYER / WADADA LEO SMITH Paris France

Ausstellung in Kaiserslautern: Tollitäten bei Deutschen und Amerikanern


Cadillacs und Fassenacht

Schon seit den frühen 1950er Jahren machen hier stationierte amerikanische Soldaten und ihre Angehörigen an der westpfälzischen Fastnacht mit. Die Ausstellung erinnert vor allem an die ersten beiden Jahrzehnte, in denen es besonders intensiv und auffällig zuging: Da zogen schon mal gepanzerte Militärfahrzeuge mit im Umzug, das Prinzenpaar fuhr im ausgeliehenen Cadillac und US-Staatbürger fungierten als Fastnachtstollitäten.

Begrüßung: Theo Wieder, Bezirkstagsvorsitzenden
Kurze Einleitung: Michael Geib, Leiter des Docu Center Ramstein


Ausstellungseröffnung
Samstag, 21. Januar, 11:11 Uhr

Donnerstag, 5. Januar 2017

Heute Abend in Frankfurt a.M.: SPECTACLE SPACES für Artisten und Musiker

Caravanserail    (c) Barbara Aumüller
SPECTACLE SPACES
MARTIN MATALON *1958
MAURICIO KAGEL 1931-2008
CONCERT-SPECTACLE FÜR ARTISTEN UND MUSIKER (1976/77)
CARAVANSERAIL (2016) (URAUFFÜHRUNG)
Musikalische Leitung: Franck Ollu
Konzeption: Knut Gminder und Robin Witt
Regie: Knut Gminder
Choreographie: Aleksei Uvarov
Beleuchtungskonzept und Lichttechnik: Wiglev von Wedel

Donnerstag
05. Januar 2017
19.30 Uhr
ca. 1 Std. 50 Min. inkl einer Pause
Bockenheimer Depot
65/50/20 €

Internationales Artistenensemble:
Walter Holecek - Fliegetücher
IMAGINE - Duo Cyr wheel, Sphere manipulation und Artistic Pole
Tom Murphy - Physical Comedy
Vladik Myagkostupov - Jonglage
Anna Roudenko - Kontorsion, Luftring
Rosannah Star - Multicord

In einer düsteren, pessimistischen Welt der elektronischen Vereinsamung wird ein nostalgischer Jahrmarkt, der die Vielfalt (Varieté) feiert anstatt sie zu fürchten, zu Zuflucht und Ablenkung – oder gar zum Ausweg? Der Abend Spectacle Spaces mit dem Ensemble Modern und einer hochkarätig besetzten Gruppe internationaler Stars des Varietés und der Artistik lässt auf beeindruckende Weise zeitgenössische Musik auf moderne Zirkuskunst treffen. Ausgangspunkt ist Mauricio Kagels Concert-Spectacle für Artisten und Musiker, das die Regeln des klassischen Varietés umkehrt: Die Musik ist nicht mehr zufällige Begleitung szenischer Attraktionen, sondern sie selbst bedingt das Varietéprogramm nach musikalischen Gesichtspunkten.

Daran anknüpfend hat der argentinische Komponist Martin Matalon eine neue Komposition geschaffen, die an diesem Abend uraufgeführt wird. Wie Teile eines Puzzles unterschiedlicher Geometrie, Farbe, Form und Zeitlichkeit fügt sich seine Musik ineinander, mit der die Tänzer und Akrobaten als Kontrapunkt und Projektion ihrer selbst interagieren. In Spectacle Spaces werden die Musiker des Ensemble Modern auf der Basis der beiden Partituren zentraler und integraler Bestandteil des artistischen Gesamtkonzepts. Der Gegensatz zwischen zeitgenössischer Musik und bestaunenswerter und unterhaltender Artistik wird spielerisch aufgelöst, Grenzen zwischen Sparten und Formaten werden be- und hinterfragt: ein spektakulärer Abend voller bereichernder Kontraste.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe HEIM.SPIELE. Eine Kooperation mit dem Ensemble Modern auf Einladung der Oper Frankfurt. Mit großzügiger Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, der Aventis Foundation, der Deutsche Bank Stiftung, der Crespo Foundation, der Dr. Marschner Stiftung, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Freunde des Ensemble Modern e.V. und der Stadt Frankfurt.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Wie war's bei LA BOHÈME in der Frankfurter Oper?

Mimi und Rodolfo
(c) Barbara Aumüller
 La Bohème, das ist ein geflügeltes Wort, das doch den meisten Leuten eine klare Assoziation zum Leben der Künstler, Studenten und Philosophen verschafft. Arm, aber glücklich und frei leben, das fasziniert viele, wenn es auch oft nur der reine Voyeurismus ist, um sich am eigenen Wohlstand zu erfreuen. Bohemians gibt es seit dem 15. Jahrhundert, ursprünglich bezeichnete man Roma damit, liederliche Sitten, auch Prostitution, später waren es die Intellektuellen und Künstler. Für Marx war es eine Beschreibung seines Lumpenproletatriats. Sie waren und sind in allen Ländern vertreten, schaffen ihre eigene Kultur, ihre eigene Szene, ihre eigenen Stile in Literatur, Malerei und Musik.


Musetta
(c) Barbara Aumüller
Puccini hat ihnen ein Denkmal in Opernform gesetzt, ebenso Ruggero Leoncavallo, dessen Libretto Puccini ablehnte, obwohl er genau so etwas suchte. Der Abgelehnte war verbittert und verwirklichte eine eigene Oper, die ein Jahr nach Puccini uraufgeführt wurde. Puccinis Uraufführung fand 1876 im Teatro Regio in Turin unter dem legendären Arturo Toscanini statt. Beide nahmen als Vorlage Henri Murgers berühmtestes Werk Les scènes de la vie de bohème, entstanden 1847–1849. Für Puccini schrieben das Libretto dann Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, mit dem er bis 1906 zusammenarbeitete. Puccini fiel der Roman drei Jahre vor der Uraufführung durch Zufall in die Hände. Dem verschmähten Librettisten Leoncavallo blieb die Flucht nach vorne in den Wettbewerb mit Puccini und er lieferte ein quellennahes Werk ab, das zu Beginn eine höhere Akzeptanz als Puccinis Oper erreichte, dann aber im Vergleich zum stark kritisierten und abgelehnten Oeuvre Puccinins in Vergessenheit versank. Puccini schaffte es posthum zum Weltstar, seine Bohème ist heute beliebt und viel gespielt.  

In der vierten seiner zwölf Opern zeichnet er das Leben und die Liebe von Künstlern, einfachen Menschen, nicht Privilegierten, mit teils heiteren, teils traurigen Bildern. In der Frankfurter Inszenierung von Alfred Kirchner mit bekannter hoher Qualität des Frankfurter Opern- und Museumsorchsters sehr gut besetzt mit beeindruckenden Stimmen, ausstaffiert mit einem realistischen, rustikalen Bühnenbild und einer Treue zur Bühnenillusion. Die Bohemians im Paris des Jahres 1830 sind Rodolfo, ein Poet (Liparit Avetisyan, Tenor), Marcello, ein Maler (Jonathan Beyer, Bariton), Schaunard, ein Musiker (Ludwig Mittelhammer, Bariton), Colline, ein Philosoph (Daniel Miroslaw, Bass), Mimì, eine Midinette/Verkäuferin (Simona Mihai, Sopran), Musetta, eine Kokotte/ehrbare Dirne (Sydney Mancasola, Sopran) und all die Studenten im "Volk". Gewitzt, schlitzohrig und feierlustig das Männervierergespann in den ersten beiden Bildern, den Vermieter Monsieur Benoît (Franz Mayer, Bass) führen sie an der Nase herum, enttarnen seine Seitensprünge, kompromittieren ihn hinaus und entgehen damit der Mietzahlung. Das Geld verprassen sie im Quartier Latin, dem Viertel der Intellektuellen, das neben dem Viertel der Maler auf dem Montmatre am bekanntesten war. Sie feiern mit Essen und Trinken im Café Momus bis zum Abwinken, obwohl das Geld fehlt. Heitere Stimmung mit Studenten, Kindern und Parpignol, dem Spielzeugverkäufer (Young Shik Kim, Tenor), Marktfrauen und Händlern. Traurig und armselig die Stimmung ganz zu Beginn und im vierten Bild, die Armut zehrt, nur der Wille zum Leben macht aus den vier Leidenden Abenteurer und starke Menschen. In dieser Situation befindet sich auch Mimi, die verzagt nach Kerzenlicht fragt und sofort ein Liebesfeuer bei Rodolfo entfacht. 

Ja. Man nennt mich Mimì,
doch mein Name ist Lucia.
Meine Geschichte ist kurz.
Auf Leinen oder auf Seide
sticke ich daheim und auswärts.
Ich bin ruhig und heiter
und am liebsten sticke ich
Lilien und Rosen.
Mich freuen diese Dinge,
die solchen süßen Zauber besitzen,
die von der Liebe sprechen und vom Frühling;
die mir von Träumen sprechen und von Chimären,
diese Dinge, die Poesie heißen.
Sie verstehen mich? 

Sie hat "Schwindsucht", ist dem Tod geweiht, verliebt sich ebenfalls. Sie begleitet die Künstler ins Quartier Latin, Rudolfo erfüllt ihr einige Wünsche, darunter ein rosa Mützchen. Marcello trifft dort seine Freundin Musetta, eine Lebedame, die gerade die Kasse aufbessert mit einem Seniorgalan, Staatsrat Alcindoro. Sie spielt mit ihm, fordert Marcello heraus, mit dem sie an der Barrière d'Enfer (am "Tor zur Unterwelt") vor den Toren der Stadt zusammenlebt, bis sie sich wieder versöhnt mit ihm und am Ende die Zeche im Quartier den Staatsrat zahlen lässt. 

Im dritten Bild an der Wegschranke vor der Stadt die Liebe auf der Waagschale, Rodolfo extrem eifersüchtig und voller Gewissensbisse, weil er glaubt, ihr mit seinem Elend nicht helfen zu können. Er möchte Schluss machen, um sie vor Schlimmerem zu bewahren. Sie stimmt wehmütig zu, weil sie sich nicht verstanden fühlt, doch die Liebe ist stärker, sie verschieben den Abschied auf die Zeit, wo das Leben sprießt, denn im Winter bedeutet Einsamkeit nur den Tod. Parallel dazu machen Marcello und Musetta zum wiederholten Mal Schluss, weil sie sich vom Staatsrat abholen lässt.


Rodolfo, Schaunard, Marcello
(c) Barbara Aumüller
Im vierten Bild wieder die Situation der Künstler in der Mansarde und der nahende Tod Mimis. In der Wohnung die beiden Unglücklichen Rodolfo und Marcello, Liebeskummer lähmt sie, bis die Freunde kommen, sich lustig machen über ihre Armut, sich aufmuntern mit einem Scheinkampf. Musetta stört das Treiben, bringt atemlos die kranke Mimi, um sie ihre letzten Stunden beim Geliebten verbringen zu lassen. Selbstlos veräußern Colline seinen Mantel und Musetta ihren Schmuck, um Geld zu bekommen für einen Arzt und Medikamente. Ein Muff für die kalten Hände ist ein letzter Wunsch Mimis, den sie erfüllt bekommt, bevor sie stirbt. Rodolfo ist entsetzt über ihren Tod.


Die Beschäftigung mit den Menschen am Rand der Gesellschaft ist mit der aufkommenden Industrialisierung und in den Jahren um die Jahrhundertwende ein beliebtes Thema, das in vielen Ländern Europas und Literaturformen beobachtet werden kann. Man findet Milieustudien in Opern/Musiktheater, in Theaterstücken und Romanen. Am heitersten und nicht gerade hyperrealistisch wie die Proletarierstudien von Gerhart Hauptmann oder Arno Holz sind die musikalischen Fassungen voller Klischees, Süße und Dramatik, emotionalem Tiefgang und ansprechender Poesie im Kontrast zum harten Alltag. Auch sie rufen Betroffenheit hervor, fernab der Realität.

New York’s Winter Jazzfest: ECM bietet die Musik dazu

New York’s Winter Jazzfest is recognised as one of the important events in the improvising calendar, with a multitude of bands performing at numerous venues. For the second year running, the festival includes a concentrated focus on music from ECM at the New School Tishman Auditorium, 63 Fifth Avenue. There, on January 7, you can hear Bill Frisell with Thomas Morgan (watch out for a great new album coming in the Spring), the duo of Ravi Coltrane and David Virelles, Nik Bärtsch’s Mobile with Sha, Kaspar Rast and Nicolas Stocker, and Jakob Bro’s trio with Thomas Morgan and Joey Baron. As consolation for those unable to be in New York in the New Year, selected albums by the featured musicians are to be found in this week’s Special Offer.

Dienstag, 3. Januar 2017

Wie war's bei EZIO von Christoph Willibald Gluck in der Frankfurter Oper?


Valentiniano, kontragebende Fulvia und ihr Vater Massimo
(c) Barbara Aumüller

Mit der Oper EZIO von Christoph Willibald Gluck (1714-1784) war ein interessanter Ausflug in die Anfänge der Operngeschichte im Frankfurter Opernhaus zu sehen. Diese Oper wurde 1750 in der Karnevalszeit im Teatro Nuovo, Prag, uraufgeführt. Musikgeschichtlich ist es vielleicht bereits ein postspätbarocker Versuch, die Oper neu zu gestalten, denn Gluck wollte weder die Opera seria noch Opera buffa favorisieren, das eine zu effekthascherisch, das andere zu abgeschmackt, sondern einen neuen Typ versuchen. Seine Reformen griffen allerdings erst in den letzten 20 Jahren seines Schaffens. Treu blieb er der barocken Menschendarstellung, den "Affekten" statt Historiendetails, obgleich er einen historischen Stoff aus dem römischen Reich wählte, der zwischen 1720 und 1830 an die 60-mal als Oper verwirklicht wurde, auch Händel bot u.a. einen Ezio an.

"Die Oper handelt vom römischen Heermeister Flavius Aëtius, der hier italienisch Ezio genannt wird. Dieser hatte im Jahr 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern die Hunnen unter ihrem Anführer Attila geschlagen. Nach seiner Rückkehr in Rom erkennt er im weströmischen Kaiser Valentinian III. (Valentiniano) einen Rivalen um seine Verlobte Fulvia. Der Patrizier und kaiserliche Vertraute Petronius Maximus (Massimo) organisiert ein Attentat auf Valentiniano und sorgt nach dessen Scheitern dafür, dass der Verdacht auf Ezio fällt. Valentiniano will Ezio töten lassen. Der Mord wird jedoch nicht ausgeführt. Bei einem folgenden Volksaufstand rettet Ezio Valentiniano. Die beiden versöhnen sich, und Ezio kann Fulvia heiraten." (wikipedia)

Pikant ist die Zwickmühle, in die Ezio gerät. Er muss die Hochzeit mit Onoria (stolz und ansprechend Sydney Mancasola), der Schwester des Herrschers, ablehnen, weil er Fulvia (emanzipatorisch und reizvoll Cecilia Hall) liebt, die Tochter des hinterlistigen Massimos (sehr überzeugend Theo Lebow), der ihn verrät und ihn wie auch seine Tochter Fulvia zum Spielball der persönlichen Rache machen möchte. Massimos Frau wurde vom Herrscher missbraucht, weshalb Massimo ihm nach dem Leben trachtet und ihn absetzen will. Ezio ist allerdings ein treuer Feldherr und Verehrer seines Kaisers und besteht tugendhaft alle Prüfungen. Er rettet dem Kaiser sogar das Leben, als Massimo und das aufgewiegelte Volk Valentiniano ermorden wollen. Happy End für alle: Der Kaiser vergibt, Onoria auch, Ezio heiratet Fluvia und Massimos Hass wird erkannt und besänftigt.


Valentiniano und seine Schwester Onoria
(c) Barbara Aumüller
Gluck wollte die Oper wieder zu ihrem Ursprung bringen, eine Oper, in der Leidenschaft, Schicksalsschläge und eben Gefühle im Vordergrund stehen und wo das Wort eine ebenbürtige, wenn nicht wichtigere Aufgabe als die Musik haben sollte: „prima le parole, poi la musica“. Der Komponist begann den Oberstimmen mehr Freiheiten einzuräumem. Und tatsächlich erleben Gewohnheiten, vom Regisseur Vincent Boussard unterstützt, einen Bruch in den sicher sauber ausgebauten Countertenorstimmen von Rupert Enticknap (Valentiniano) und Max Emanuel Cencic (Ezio). Der große Imperator und Diktator ebenso wie sein oberster Feldherr zwei völlig unmännliche, schwache und fast schon lächerliche Figuren der Geschichte. Der Kaiser noch dazu ein Weichling, schwach den Schutz seiner Ergebenen vor dem drohenden Attentat erflehend, vor Gram über den Abfall seiner Getreuen im Dauerlamento und -jammer. Auch Ezio verkörpert keinen Hunnenbesieger, seine Soldaten haben Attila besiegt, Ezio wohl nur im Führerzelt. Boussard stellt einen Zeitbezug zum 20. Jahrhundert her, mit einem auffälligen Anachronismus: Kampfflieger des zweiten Weltkrieges symbolisieren die Rückkehr des römischen Adlers, auf allen römischen Standarten der Heere verewigt, derselbe auch noch einmal durch ein modernes Kunstwerk allgegenwärtig angedeutet. Der Aufmarsch der Legionen, die Requisten der Diktatur, erneut eingesetzt bei der Wiederbelebung des Herrscherkultes auf den Reichsparteitagen.

Trotz allem bleibt dieser Oper eine evidente Handlungsarmut und Leere, die Texte nicht so stark, wie man sich das wünschte, eine Konzentration auf Figuren, von denen Fulvia und Onoria als starke weibliche Figuren und Massimo als Herrscherattentäter zu auffälliger Dominanz im Gegensatz zu den beiden Hauptfiguren fähig sind. Erst in der versuchten Vergewaltigung von Fulvia (einer Wiederholung der Schändung ihrer Mutter), der Verurteilung Ezios und dem kaiserlichen Mordkomplott gegen Ezio zeigt der Imperator (unerfreuliche) Stärke. Am Ende noch einmal in einem fast kitschigen und unglaubwürdigen Ende. Valentiniano vergibt alles und jedem ... Friede, Freude, Eierkuchen. Die edlen und hehren Gefühle und Geisteshaltungen werden fortlaufend besungen, was eine gewisse Sprödigkeit befördert. Im zweiten Teil der Oper kommt mehr Wind auf, dennoch bleibt ein Zuwenig.

Montag, 2. Januar 2017

Saarbrücken: Neujahrskonzert 2017 mit dem Landes-Jugend-Symphonie-Orchester Saar


Neujahrskonzert 2017

Sonntag, 8. Januar 2017, Beginn: 11.00 Uhr
Großer Sendesaal des Saarländischen Rundfunks
auf dem Halberg, Saarbrücken
Es spielt das Landes-Jugend-Symphonie-Orchester Saar
Musikalische Leitung: Yura Yang
Solist: Jannis Rieke, Viola

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir möglichst viele Mitglieder und Freunde
der Europa-Union Saar, der Europäischen Bewegung Saarland und der
Stiftung europäische Kultur und Bildung begrüßen könnten.


Ludwig van Beethoven: Egmont-Ouvertüre op. 84
Béla Bartók: Konzert für Viola und Orchester
Pause
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op.47

Eintrittskarten für 15,-- € (Schüler und Studierende 10,-- €)
nur an der Tageskasse.

Gemeinschaftsveranstaltung der 
Deutsch-Französischen Gesellschaft Saar e.V., 
des Richard-Wagner-Verbandes Saarland e.V. und 
der Europa-Union Deutschland, Landesverband Saar e.V.
in Kooperation mit der
Stiftung europäische Kultur und Bildung.

Sonntag, 1. Januar 2017

Umschalten, abschalten, die Dinge einmal ganz anders sehen - beste Wünsche fürs neue Jahr

Der schwarze Punkt .

Eines Tages kam ein Lehrer in die Klasse und schlug einen Überraschungstest vor. Er verteilte sogleich das Aufgabenblatt, das wie üblich mit dem Text nach unten zeigte. Dann forderte er seine Studenten auf die Seite umzudrehen und zu beginnen. 

Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. Dazu bemerkte der Lehrer Folgendes:
„Ich möchte Sie bitten, das aufzuschreiben, was Sie dort sehen.“
Die Schüler waren verwirrt, aber begannen mit ihrer Arbeit.
Am Ende der Stunde sammelte der Lehrer alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler ohne Ausnahme hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier etc.

Nun lächelte der Lehrer und sagte:
„Ich wollte Ihnen eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das Gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken.
Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern – die Natur erneuert sich jeden Tag, unsere Freunde, unsere Familie, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet, die Wunder, die wir jeden Tag sehen ...
Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, der Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund, Erwartungshaltung usw.
Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind diejenigen, die unseren Geist beschäftigen und trüben.
Nehmen Sie die schwarzen Punkte wahr, doch richten Sie Ihre Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte weiße Papier und damit auf die Möglichkeiten und glücklichen Momente in Ihrem Leben und teilen Sie es mit anderen Menschen!"

Im schlechtesten Fall Winterblues: Dunkle Städte in Europa

Gute Nachrichten für alle mit Winterblues: Seit dem 22.12. werden die Tage in diesem Jahr wieder länger. Mit der Wintersonnenwende hat die Nordhalbkugel den am weitesten entfernten Punkt zur Sonne erreicht, nun wendet sie sich ihr wieder langsam zu. Damit kommen Lichthungrige bald wieder auf ihre Kosten, wenn sie nicht nur Bergferien in den Genuss von viel Licht kommen.

Für die Bewohner von Europas dunkelsten Städten ist dies nur ein kleiner Lichtblick. Am seltensten sehen die Glasgower die Sonne: Hier scheint sie nur durchschnittlich 1.203 Stunden pro Jahr. Von den deutschen Städten sichern sich Köln und Hamburg einen Platz in den „Top“ Ten.



Infografik: Die dunkelsten Städte Europas | Statista

Im besten Fall gleißende Helligkeit: Urlaub in den Bergen

Schnee, Alpenpanorama und blauer Himmel – für viele ist der Winterurlaub die schönste Zeit des Jahres. Zahlreiche Sportbegeisterte zieht es in den kommenden Wochen in die Berge. Laut einer aktuellen Statista-Umfrage ist die beliebteste Wintersportart der Deutschen noch immer ganz klassisch Ski. Die Mehrheit von 64 Prozent gab in der Befragung an, regelmäßig Ski zu fahren. Snowboard fahren dagegen nur 15 Prozent regelmäßig. Noch weniger verbreitet sind die kürzeren Snowblades, eine Sonderform von Skiern.

Wer öfters in den Winterurlaub fährt, für den lohnt sich, eine eigene Ausrüstung anzuschaffen. Laut der Statista-Umfrage nutzen 56 Prozent der Personen, die für dieses Jahr einen Skiurlaub planen, ihr eigenes Material. Rund 30 Prozent nutzen teilweise ihre eigene Ausrüstung und leihen sich einzelne Komponenten wie einen Helm oder ein Snowboard dazu.

Ob Snowboard oder Ski - eins wünschen sich alle Winterurlauber: Eine schöne Zeit in den Bergen mit möglichst viel Schnee, Sonne und sportlicher Avant- und Apres-Lifestyle.

Infografik: Ski schlägt Snowboard | Statista

Samstag, 31. Dezember 2016

Fantasien zur Nacht (Video): Joanna Halpin oder Das Feeling der 70er-Jahre



Joanna Halpin 

Silvesterparty im Nationaltheater Mannheim: Nach der Aufführung feiern


Fabian Raabe und Katharina Hauter
(c) Hans Jörg Michel

Minna von Barnhelm und Die Fledermaus

Das NTM feiert in diesem Jahr Silvester mit einer Premiere im Schauspiel: Cilli Drexel, vor einigen Jahren Hausregisseurin am NTM, kehrt mit ihrer Inszenierung von Lessings Minna von Barnhelm zurück nach Mannheim. Katharina Hauter spielt die Titelpartie, ihr Major von Tellheim ist Fabian Raabe, in weitere Rollen sind Anke Schubert, Carmen Witt, Michael Fuchs, Boris Koneczny und Matthias Thömmes zu erleben.

Weitere Vorstellungen finden am 7., 14. und 27. Januar sowie am 22. Februar 2017 statt.

Im Anschluss an die Silvester-Premiere sowie an die Aufführung Die Fledermaus im Opernhaus sind alle Silvester-Gäste eingeladen, mit den Künstlern in das Neue Jahr zu feiern: Das Tanzorchester »Salonissimo« spielt im festlich geschmückten NTM Walzer, Swing und Filmschlager, mit von der Partie sind Sänger aus dem Ensemble des NTM, die DJs 1983 und Tillary Clinton sowie die NTM Boppers um Opern-Chefdramaturg Jan Dvořák, die Rock’n’Roll und Soul bis in die frühen Morgenstunden zum Besten geben. Sekt, Cocktails, ein Buffet mit kleinen kalten und warmen Speisen und natürlich ein Feuerwerk auf dem Dach des Theaters stehen bereit, um das Jahr 2017 zu begrüßen – im Oberen und Unteren Foyer sowie im Theatercafé.

www.nationaltheater-mannheim.de; Kartentelefon: 0621 – 16 80 150

Wie war's bei Steve Reichs MUSIC FOR 18 MUSICIANS im Bockenheimer Depot?

Im Vordergrund jeweils am Bildrand die SYNERGY VOCALS
(c) Barbara Aumüller

Im Rahmen der heim:spiele in der Frankfurter Oper - Ensemble modern@Bockenheimer Depot - hatten die Opernbesucher in den  letzten Tagen die Gelegenheit eine einmalige serielle Komposition von Steve Reich zu hören. Seine MUSIC FOR 18 MUSICIANS komponierte zwischen 1974 und 1976. Das Stück fand gleich bei seiner Premiere in New York großen Gefallen und brachte in der Folge viele zeitgenössische Komponisten dazu, es Reich gleichzutun. Wie Reich selbst sagte, entdeckte er sich bei John Adams, Phil Glass und David Lang in den Staaten wieder und bei Nyman (GB), Goebbels (D) und Andriessen (NL). 

So monoton das Spiel auch beginnt, zunächst nur den Charme einer mechanischen Klangfolge wie das kettenmäßige Umfallen von Spielsteinen offeriert, im Fortschreiten erreicht es einen intensiv ausgeprägten, weiten und reichhaltigen Level, der fasziniert und fesselt. 1996 erstmals nach Frankfurt geholt und vom Ensemble Modern einstudiert - es fehlten Partitur und ausformulierte Stimmen -, nimmt es den Zuhörer mit auf eine Reise, deren Komposition zwar ein relativ statisches Grundgerüst vorsieht, aber durch permanente Wechsel der Tonlagen und Exponierung von Instrumenten oder Stimmen eine Art sich parallel verschiebende und schließlich frei expandierende Dynamik und Belebtheit entwickelt, die einem Traumgeschehen ähnelt.

Gerade die vier weiblichen Stimmen der Synergy Vocals um eine deutlich spürbare Micaela Haslam schufen einen Sirenenteppich, der nicht nur Akzente mit orientalischem Trällern (beeindruckend und virtuos Caroline Dushanthi Jaya-Ratnam) setzte, sondern auch das geheimnisvolle Wispern, Flüstern, Raunen und noch viel mehr pflegte mit Amanda Morrison und Heather Cairncross. 

In diesem vielschichtigen Stimmennebel einmal dominant beispielsweise die vier Pianos, gespielt von Kimachi/Kretzschmar/Kruse/Wiget, und sonor das Violoncello mit Michael M. Kasper. Permanentes Wechseln der Musiker rund um die Schlagwerke/Konzertxylophone sorgten für weitere Dramatik und Spannung, die sich wellenartig steigerten oder minimierten, und eine Art Rausch oder Trance entstehen ließen, ganz stark gestützt durch die Stimmen. Das Ensemble arbeitet ohne Dirigent und künstlerischen Leiter. Wie sehr das Publikum sich auf diesen Bann, den die Musik über die Zuhörer legt, einließ und begeistert war, zeigte der rauschende Beifall am Ende. Jedes Konzert ein besonderes Konzert.

Freitag, 30. Dezember 2016

Fantasien zur Nacht (Video): Last Riot



Last Riot 

La Bohème in der Oper Frankfurt: Jahresabschluss mit Puccini

LA BOHÈME
GIACOMO PUCCINI 1858-1924
Oper in vier Akten, Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
Uraufführung am 1. Februar 1896, Teatro Regio, Turin

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Samstag, 31. Dezember 2016
15.00 + 19:30 Uhr    
Opernhaus Frankfurt
ca. 2 1/2 Stunden inkl. einer Pause

Einführung vor jeder Vorstellung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

Mimi      Simona Mihai
Rodolfo      Liparit Avetisyan
Marcello      Jonathan Beyer
Musetta      Sydney Mancasola
Schaunard      Ludwig Mittelhammer
Colline      Daniel Miroslaw
Benoît      Franz Mayer
Alcindoro      Elmar Oberhomburg
Chor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Nach der missglückten Uraufführung seiner vierten Oper musste Puccini zutiefst verletzt festhalten: 

»Sie sagten sogar, dass die Bohème das Ende der Spielzeit nicht erleben würde ...« 

Heute steht sie als bedeutendstes Werk des italienischen Repertoires nach Verdi an der Spitze der meistgespielten Opern. Über weite Passagen scheint die Oper leichtgewichtig daherzukommen – mit einem episodischen Aufbau und etlichen impressionistischen Anklängen, dabei immer wieder zum Konversationsstil zurückkehrend. Dahinter steckt jedoch ein bitterer Realismus: Eingebettet in die plastische Zeichnung des kargen Künstlerlebens einer Freundesclique im vorweihnachtlichen Paris um 1830 wird einfühlsam die Liebesgeschichte zwischen dem mittellosen Dichter Rodolfo und der todkranken Mimì geschildert. In der Trivialität ihres Alltags gefangen, bleiben die Figuren stets weltfremde Träumer. Aus diesem Widerspruch entwickelt sich jenes Drama des unaufhaltsamen Abstiegs – in einer Wahrhaftigkeit, die über jede Form von Sentimentalität erhaben ist. 

Der Regisseur Alfred Kirchner, den eben jene Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität sowie die Thematik von Vergehen und Verlust interessiert, erweckt die Tragödie in packenden und historisch-dichten Bildern zum Leben, die vor allem dem Dialog Raum lassen.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Vorschau: LORETTA, ein literarischer Roadmovie von Shawn Vestal

Evel Knievel kurz vor dem Start


Ab Ende Januar im Buchhandel

Im Spätsommer 1974 wagt Evel Knievel seinen legendären Sprung über den Snake River Canyon. Er fliegt, geschossen von einer Rakete, über die Schlucht und stürzt hinab in die Tiefe, nur um Haaresbreite überlebt er. Im Canyon hat sich eine riesige Menschenmenge versammelt, unzählige Schaulustige sind gekommen, um dem daredevil bei seinem halsbrecherischen Stunt zuzusehen. 


Robert Craig „Evel“ Knievel, Jr. war ein US-amerikanischer Motorradstuntman. Durch seine spektakulären Motorrad­sprünge und Stuntshows erlangte er weltweit Berühmtheit.  "Amerikas legendärer Draufgänger" starb mit 69 Jahren am 30.11.2007 an den Folgen von Diabetes und Lungenfibrose, nicht an Unfallfolgen.

Evel Knievels Mut und seine Weigerung, sich physischen und mentalen Grenzen zu unterwerfen, begeistern in den 60er- und 70er-Jahren die Menschen in den USA und weltweit. Einer seiner bekanntesten Stunts spielte sich 1967 in Las Vegas ab: Knievel versuchte, mit seinem Motorrad über die Brunnenanlage des Caesar's Palace-Kasinos zu springen - der Sprung endete mit 40 Knochenbrüchen und 29 Tagen im Koma. Später überflog er auf dem Motorrad 13 Busse im Londoner Wembley Stadion und 50 Autos in Los Angeles. 

Shawn Vestal lässt Evel Knievel in seinem Roman LORETTA (kein und aber, Schweiz) wieder aufleben. Als Sinnbild der Freiheit und später als Trinkpartner in einem heruntergekommenen Motel begleitet er drei Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenwerden.


»I decided to fly through the air and live in the sunlight and enjoy life as much as I could.« 
Evel Knievel