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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Freitag, 27. Januar 2017

Queen Bess - ein Wirbelwind am Himmel

Bessie Coleman, wahrscheinlich mit ihrer letzten Goshawk G-Easker


Bessie Coleman (* 26. Januar 1892 in Atlanta, Texas; † 30. April 1926 in Jacksonville, Florida), auch „Brave Bessie“ und „Queen Bess“, war eine US-amerikanische Pilotin mit teilweise indianischen Wurzeln durch ihren Vater. Sie war die erste Afroamerikanerin mit Pilotenschein und die erste Frau mit dem internationalen Pilotenschein. Da sie eine Frau und eine Schwarze war, wurde sie von keiner amerikanischen Flugschule angenommen. Sie machte ihren Pilotenschein 1920/21 in Frankreich. Kurz nach ihrer Rückkehr wurde sie als erfolgreiche Kunstfliegerin gefeiert und bewundert - sie starb auch in Verbindung mit dieser riskanten Flugart, ohne den Flieger selbst zu steuern.

Im Frühjahr 1926 hatte Coleman in Dallas ein Flugzeug gekauft, das Freunde für nicht sicher genug hielten. Am 30. April bereitete Coleman sich dennoch gemeinsam mit ihrem Mechaniker und PR-Agenten William Wills, der am Steuer saß, auf eine Flugschau vor. Ohne Sicherheitsgurt wollte sie in der Höhe einen Fallschirmsprung vorbereiten durch Sichtung des Terrains. 

Nach etwa zwölf Minuten gelang es Wills nicht, das Flugzeug aus einem Sturzflug wieder in die horizontale Lage zu bringen. Fragt sich, was passiert wäre, wäre Bessie Coleman selbst geflogen. Das Flugzeug geriet ins Trudeln und stürzte ab. In einer Höhe von etwa 600 Metern wurde Coleman aus dem Cockpit geschleudert und starb beim Aufprall auf den Boden. Wills starb, als das Flugzeug nach dem Aufprall in Flammen aufging. Die Untersuchung des Wracks ergab, dass der Unfall wahrscheinlich auf einen Schraubenschlüssel zurückzuführen war, der in der Steuerungsmechanik eingeklemmt war. Eine Verkettung unglücklicher Zufälle mit menschlichem Versagen.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Premiere in München: DER KIRSCHGARTEN

PREMIERE
DER KIRSCHGARTEN 
VON ANTON TSCHECHOW  

INSZENIERUNG: NICOLAS STEMANN 
AM: 27. JANUAR, 19.30 UHR, KAMMER 1 AUCH AM: 28. JANUAR, 19 UHR, 30. JANUAR, 19.30 UHR, KAMMER 1 

Eine Bestandsaufnahme vorweg: Der Kirschgarten ist Schönheit. Ist Vehikel der Tradition und Selbstvergewisserung. Er ist von unschätzbarem immateriellen Wert. Einst war die Ernte der Kirschen auch materiell einträglich und knallharte Währung gewesen. Der Kirschgarten sicherte der Familie um die Gutsbesitzerin Ljubow Ranjewskaja ihr Einkommen und eine herausgehobene Stellung. Aber ihr Wohlstand ist in Gefahr. Die Kirschdevisen versiegen. Auch ihre kultur- und ideentreibende Dominanz verkümmert. Und andere wollen jetzt teilhaben. Der Kaufmann und gesellschaftliche Emporkömmling Lopachin etwa, der frisches Geld hat wie Heu und das große Geschäft wittert. Oder aber all die Land(durch) streichenden ohne festen Wohnsitz, die Ansprüche geltend machen. Gemeinsame Sache zu machen, scheint indes keine Option. Die vermeintlichen Mauern zwischen ihnen sind unüberbrückbar: Alle halten an ihren Selbstentwürfen, an ihrer Version der/von Geschichte und Vision für den Kirschgarten fest. Hausregisseur Nicolas Stemann inszeniert nach „Der Kaufmann von Venedig“ und der Jelinek-Uraufführung „Wut“ nun Tschechow – und kehrt damit gewissermaßen zu seinen Anfängen zurück: Seine Abschlussarbeit an der Theaterakademie in Hamburg 1997 hieß „TerrorSpiel“ – nach „Die Möwe“ von Anton Tschechow.

Mit: Gundars Āboliņš, Hassan Akkouch, Peter Brombacher, Brigitte Hobmeier, Christian Löber, Daniel Lommatzsch, Annette Paulmann, Damian Rebgetz, Julia Riedler, Ilse Ritter, Samouil Stoyanov, Mariann Yar, Musiker: Thomas Kürstner, Sebastian Vogel

Bühne: Katrin Nottrodt, Kostüme: Marysol del Castillo, Musik: Thomas Kürstner, Sebastian Vogel, Licht: Jürgen Tulzer, Dramaturgie: Benjamin von Blomberg

Montag, 23. Januar 2017

Wie war's bei der größten Musicshow Scotland in der Trierer Arena?







Wie viele Fans doch der schottische Dudelsack hat! Er ist ein Kulturphänomen, das weltweit bestaunt wird, in Europa gar zur Bildung von etlichen Musik- und Tanzgruppen führte, die nicht originär aus Schottland kommen, sondern im Emsland, am Rhein oder in den Niederlanden zu Hause sind. So wie Jugendliche und Erwachsene sich meist in perfekter Uniform zur historischen Schlachtnachstellung in Leipzig, Verdun, Waterloo, Hastings oder sonstwo treffen, hat Hans Beerten und Tochter Anke aus Holland beschlossen, eine Show für die Halle aus all den Könnern zu kreieren, die das militärische Exerzieren genauso beherrschen wie das Musikmachen mit dem Dudelsack. Das Ganze heißt Musicshow Scotland und hat mittlerweile sehr große Dimensionen erreicht, so dass der Veranstalter seine Show als die größte Indoorshow auf der Welt bezeichnet. 

In der Arena Trier traten etwa 200 Mitwirkende vor über 2000 Besuchern auf und boten ein dreistündiges Programm plus Zugabe. Im militärisch geordneten Rahmen der Showchoreografie vor einer Castlekulisse mit drei Ebenen gab es Spielraum für Tänze, die von Mädchen statt ursprünglich Männern getanzt wurden, gefühlvolle Gesangseinlagen, Rocksounds, Bigband-Sounds und Backgroundsänger im Chor, alles witzig moderiert von einem Vertreter aus Trier, der auch das Narren-Prinzenpaar nebst Anhang auf die Bühne einlud. Die Show wurde neben Technik und Lightshow im Wesentlichen durch viele holländische und deutsche Mitwirkende gestaltet, so die Alba Pipe Band, Bielefeld Pipes & Drums, Celtic Stepfire Dance Company, CFOL Airson Toil, Ems Highlander, Highland Dancers, Highland Pipes and Drums, McArthur Dancers 2003, Rhine Circle Pipes & Drums, Pipes and Drums aus der City of Apeldoorn/NL.

Der Dudelsack ist kein rein schottisches Instrument, auch wenn es typische schottische Bauweisen gibt, die „Great Highland Bagpipe“ ist eine davon, sondern hat wohl 4000 Jahre alte Wurzeln in Indien, Pakistan und im Iran. Auch die Pharaonen und Osmanen kannten ihn sehr gut. Mit Alexander dem Großen und später dem römischen Imperium kam das Instrument auch nach Europa. So ist er mehr oder weniger dominanter Bestandteil der deutschen, schottischen, irischen, spanischen, serbischen und albanischen Musikkultur geworden. Eine Kunst ihn zu spielen, die Armarbeit mit dem Blasebalg, die Atemtechnik und die Fingerfertigkeit wollen ausführlich gelernt sein. Der eindringliche Klang der hohen Pipes und später tiefen Bässe hat vielen Herrschern über Jahrtausende dazu gedient, die Feinde in die Flucht zu schlagen. Die schottischen Soldaten waren gerade in Zeiten der selbstmörderischen exakten Schlachtanordnung gefürchtete Gegner, weil der ohrenbetäubende Klang des Dudelsacks einschüchterte und gehörige Stärke der Soldaten folgte. Sie waren aufgrund ihrer imposanten und ungewöhnlichen Erscheinung allerdings auch beste Ziele, wobei nicht wenige Schüsse in die riesigen Mützen gegangen sein sollen, die enorme Körperhöhe simulierten, und damit ins Leere trafen. Gerade bei der Eroberung des nordamerikanischen Kontinents konnten sie zu Beginn die Indianer noch in die Flucht schlagen, später war das Ergebnis verheerend für die Soldaten. So wurden über Jahrhunderte ganze Reihen von stattlichen Soldaten und guten Musikern in Schlachten weggefegt, weil sie - wie die meisten Gegner auch - gezwungen waren, ohne Deckung gegen feindliche Kanonen oder anderen Beschuss anzulaufen. 

Die Musicshow beginnt und endet mit dem beeindruckenden Einzug der Musiker, die an diesem Abend verschiedene Variationen des schottischen Marschschrittes zu ihren Songdarbietungen zeigten. Dazwischen Kooperationen mit der Castle Band, Gesang oder Solos von Orchesterteilen, dabei eine sehr beeindruckende Weißlichtshow der Drummer mit weißen Handschuhen, Gamaschen und fluoreszierenden Sticks, die nicht nur auf der Nachbartrommel spielen konnten, sondern auch bei Dunkelheit die Sticks in der Luft kreisen ließen. Der Worldchampion Nr. 6 der schottischen Exerzierstabjonglage muss hier auch wegen seiner auffälligen Nummer hervorgehoben werden. Beeindruckend auch die Positionierung der Musiker auf den Balkonen des schottischen Castles oder in Bereitschaft am Bühnenrand. Dirigent war Hans Beerten, der durch seine Witzigkeit, aber auch Souveränität sehr gefiel, die "Truppenbewegungen" übernahmen verschiedene Tambourmajore, die bewusst größere Mützen und mehr Körpergröße als die anderen hatten, um sie zu "überragen", sie mussten ja im Realitätsfall auch gesehen werden. Denn wie auf der Bühne so auch in Schlachten war ein geordnetes gegenläufiges Marschieren an der Tagesordnung. So kam dann ohne Mikrofon vom wichtigsten Major die Ansage, welcher Schritt und welche Formation gewünscht ist, und der tosende und pfeifende Ein- oder Abmarsch der Musikgruppen begann. Dazwischen Tänze der Girls von Celtic Stepfire (eigentlich hätten es Männer sein müssen) aus dem 12. Jahrhundert, aber auch Songs, Jigs und Reels der wirklich flinken und ansprechenden Highland Dancers aus dem Irish Dance. Gleich zu Beginn das erhebende Evergreen "Amazing Grace", das vom Stoßgebet des Kapitän James Newton handelt, der damit sein Schiff rettete. Marion Geerth und Sanne Holzmann als sehr ansprechende Solostimmen in Begleitung der Castle Band, auch bei "The Millenium Prayer for Peace". Weiter mit gefälliger emotionaler Musik, so Charles O'Neills irisches Klagelied "The Foggy Dew" aus der Zeit des Ersten Weltkrieges - wie wahr: "Es ist besser unter der Sonne Irlands zu sterben als auf den Schlachtfeldern Europas" oder neu zu Weltruhm gebracht durch die "Wings" mit Paul McCartney der Titel "Mull of Kintyre". 

...Carry me back to the days I knew then 
Nights when we sang like a heavenly choir 
Of the life and the times of the Mull of Kintyre ...

Ganz besondere Assoziationen bot eine Titelmelodie, millionenfaches Publikum erreicht durch den Film und die zugrundeliegende Literatur von James Fenimore Cooper "Der letzte Mohikaner". "The Gail" besingt die Lage der Soldaten und Indianer in der Zeit der Gebietseroberungen in Nordamerika. "When The Pipes Play" ebenfalls historisch, der Verlust der schottischen Hoheit im Jahr 1648. Ganz "modern" dagegen zeigten sich die Musiker und Sänger mit "Music was my first love".

...Music was my first love
And it'll be my last
Music of the future
And music of the past.
To live without my music
Would be impossible to do
In this world of troubles
my music pulls me through...

Wieder soldatisch mit Pipes and Drums in "The Tribute To The Chief" zu einer Ehrung des Mackenzie-Clanchefs und die großen patriotischen Gefühle betonend mit "Highland Cathedral", das von deutschen Komponisten stammt. Eine ins Herz gehende Show in etlichen Etappen für viele Besucher, die immer wieder die groß angelegten Aufmärsche und eindringlichen Töne mit großem Gefallen und Betroffenheit kommentierten. Es waren etliche Zuschauer dabei, die zum wiederholten Mal die Show ansahen ... Böllerschüsse und Feuerwerk als Schlussbild vor Abzug der lärmenden Pfeifen.








Portrait: Mauricio Kagel






"Die Zeit überwinden - Der Komponist Mauricio Kagel"

Film von A. Fuhrman

Kaum ein Komponist hat die Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so geprägt wie Mauricio Kagel. Mit verblüffend neuen instrumentalen, theatralischen und multimedialen Ansätzen entwickelte er in den 1960er und 1970er Jahren eine völlig eigenständige und neue Musiksprache. Kagel, 1931 in Argentinien geboren, lebte mehr als ein halbes Jahrhundert in Köln, wo er 2008 verstarb. Dort leitete er die Kölner Kurse für Neue Musik, arbeitete im Studio für Elektronische Musik des WDR und wurde Professor für Neues Musiktheater an der Hochschule für Musik. 2005 und 2006 entstand dort auch sein Ensemblestück "Divertimento?". 
"Die Zeit überwinden" von A. Fuhrmann blickt zurück auf Mauricio Kagels Lebenswerk und begleitet den Komponisten bei seiner täglichen Arbeit, bei Proben und Aufführungen seiner Werke vor, auf und hinter der Bühne. Dabei erzählt Kagel über seine Stücke, seine künstlerischen und kompositorischen Ideen, seine Kritik an der Moderne und seine ästhetischen Überzeugungen.

Freitag, 20. Januar 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Dancing Girl




Dancing Girl

Kunstausstellung: un.willkommen@eu Am Spreeport, Paula-Thiede-Ufer 10

Über 100 Exponate aus unterschiedlichsten künstlerischen Blickwinkeln zum Thema Flucht und Vertreibung sind vom Abend des 16. Januar bis 16. März 2017 in den Räumen der ver.di Bundesverwaltung zu sehen. Das ver.di Kulturforum Bayern macht das Foyer und die Empore des ver.di-Hauses am Berliner Spreeport zur Bühne der Kunst und der Kunstbetrachter/innen. 


Mit Mitteln der Kunst werden von 35 bayerischen Künstler/innen die Themen Flucht und ihre Ursachen, Vertreibung, Integrationskultur vs. Festungsbau Europa sowie der Begriff "Leitkultur" beleuchtet. 
ver.di Vorsitzender Frank Bsirske ist Schirmherr der Exposition. 

Der erst vor eineinhalb Jahren in die Bundesrepublik gekommene Künstler Jamshid Karimi zeigt beispielsweise in seinem Exponat sein derzeitige Lebensziel: Neues Leben in Deutschland statt allgegenwärtiger Lebensangst in seiner Heimat! 

Der Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner legt mit der Arbeit frei-gleich-brüderlich die Finger in die Wunde: Europa entwickelt sich angesichts der Schutzsuchenden aus den Brennpunkten der Welt zur Festung und baut bürgerliche Freiheiten - Errungenschaften der französischen Revolution - ab.

Helga Hansel entführt uns mit den schockierenden Arbeiten "Schieß ihr ins Gesicht!" und "Zum Abschuss frei" ins Schießtraining von Soldaten, die für Grenz-sicherung trainiert werden.

Mit seinem vordergründig "schönen" Bild "Melilla: Begegnung auf Augenhöhe" ermöglicht pep aarau den Blick durchs Jugendzimmer-Fenster einer prächtigen Villa in der spanisch-afrikanischen Grenzstadt Melilla. Im Zimmer spiegelt sich -hinter der jungen Bewohnerin- der hohe europäische Grenzzaun, der nicht nur Afrika und Europa trennt, sondern der auch eine Armutsgrenze markiert. Die ebenfalls jungen Flüchtenden sind unversehens für Sekunden "auf Augenhöhe" mit der wohlhabenden Jugendlichen, wenn sie den Zaun überklettern. 

ABSCHIEBUNG,
Holzschnitt von Joachim Graf
Der Historiker und Künstler Günther Gerstenberg nennt sein Exponat "Abendfrieden". Er zeigt in geradezu satirischer Weise den Spießbürgers, der sich in der "Mitte der Gesellschaft" wähnt und der sich sicher ist: "Sowohl das bundesdeutsche wie auch das bayerische Integrationsgesetz, beide gehen mir nicht weit genug. Irgendwann muss Schluss sein mit der Ausländerei. Deutsche zuerst! Und deutsche Tugenden in deutsche Landschaft! Nur was deutsch ist, ist makellos!" Günther Gerstenberg und Günter Wangerin hatten sich darauf verständigt, jeweils ein Exponat mit dem gleichen Titel "DAS LETZTE AUFGEBOT" und drei gleich aussehenden Personen in die Ausstellung zu bringen. Die Exponate hängen nebeneinander und laden zu kritischem Nachdenken ein.

Die Malerin Gloria Gans sowie die Fotografen Werner Bachmaier, Andreas P Schulz und Robert B Fischman beleuchten die Frage un.willkommen@eu mit bis zu neunteiligen Polyptichen, deren Einzelteile - wie die Exponate der gesamten Ausstellung - in maximal DIN A2 große Teile zerlegt (oder gerollt mit Maximalbreite von 60 cm) werden können.

Folgende Bildenden und Fotografierenden Künstler beteiligen sich an der Ausstellung:

pep aarau azzle werner bachmeier hp berndl vera botter-busch bernd bücking manuela clarin serio digitalino gabriele von ende gerda enk +  judith fait robert b fishman gloria gans günther gerstenberg +  joachim graf erich guttenberger +  helga hansel +  sabine jörg +  jamshid karimi +  wolfram kastner +  renate kroh carl nissen +  benno noll +  despina olbrich-marianou mario samra +  manfred schwedler lotte schwenkhagen andreas p schulz +  gila stolzenfuß anja verbeek von loewis stefanie vogel günter wangerin fredder wanoth guido zingerl + eckhard zylla





Der Faltsch Wagoni-Wetterfrosch hat sich bereits auf Achse gemacht - das hautnahe Programm














Zweitausendsiebzehn - ich möchte mal unken
Wird wieder geschehn, was geschieht
Das Jahr wird uns ärgern, aber auch prunken
Ich bin Experte auf diesem Gebiet

Alles wird anders, und alles bleibt gleich
Als Unke sag ich: grundsätzlich
Wer arm ist bleibt arm, wer reich ist bleibt reich
Und der Zustand der Welt - entsetzlich

Man sagt: sei nicht immer so pessimistisch
Du trinkst ja die Skepsis aus Flaschen
Ich sage: da bin ich ganz egoistisch
Ich lasse mich gern überraschen

Das hab ich den Optimisten voraus
Die werden doch dauernd frustriert
Ich aber freu mich und geb einen aus
Wenn doch mal was Gutes passiert




Liebe Freunde der hoffnungsvollen Unkerei,

wie geht es euch nach den herrlichen Strapazen der Jahreswende und Feiertage? Dann noch die Heiligen 3 Froschkönige hinter sich gebracht und nun ist erst mal wieder Alltag angesagt. Es lebe der ganz normale Wochentag, in seiner Stinknormalität! Die Völlerei und Böllerei hat ein Ende. Die Besucher sind abgereist, die Reste gegessen, die Tage werden länger, die Nächte auch. Wie das, fragt ihr? Tja endlich mal wieder früh schlafen gehen, herrlich! Wie heißt es doch so schön: §er einatmet muss ausatmen - wer einschläft, muss ausschlafen.

In diesem Sinne: gute Nächte, gute Tage, gutes Jahr!

wünscht euch euer Wetter-Frosch



TERMINE
Do 12.01.LorschSapperlot >>>Ladies first,
Männer Förster
Fr 20.01.RiegelKumedi >>>Ladies first,
Männer Förster
Sa 21.01.WaldshutAli Theater >>>Ladies first,
Männer Förster
Mo 23.01.RheinfeldenKulturamt >>>Ladies first,
Männer Förster
Mi 25.01.FreiburgInternationale Kulturbörse 2017 >>>Der Damenwal
Fr 10.02.Erlangenfifty-fifty >>>Der Damenwal
Sa 11.02.BerlinUfa-Fabrik >>>Der Damenwal
Sa 18.02.HeilbronnKulturkeller >>>Der Damenwal
Fr 24.02.RegensburgTurmtheater >>>Deutsch ist Dada hoch 3
Sa 25.02.KaisheimTaddäusDer Damenwal
So 26.02.MünchenLach&Schieß >>>Der Damenwal
Fr 03.03.StuttgartTheaterhaus >>>Der Damenwal
Mi 08.03.TutzingEvangelische AkademieLadies first,
Männer Förster
Sa 18.03.Kleinkunst
Widdern
Café Piano,
Jagsthausen >>>
Ladies first,
Männer Förster
Fr 24.03.GräfelfingBürgerhaus >>>Der Damenwal
Do 30.03.HannoverTAK >>>Der Damenwal
Sa 01.04.HamburgTheaterschiff >>>Der Damenwal

Donnerstag, 19. Januar 2017

Modellbau-Service vom Profiteam Marco & Janny






Video: Idar-Oberstein von seiner schönsten Seite

Idar-Oberstein: Schloss und Felsenkirche


IDAR-OBERSTEIN, die Hauptstadt der Edelsteine - ein Film 


Idar-Oberstein: Flugplatz

Berlin: Utopische Realitäten


Do, 12. — So, 22. Januar 2017
Utopische Realitäten
HAU Hebbel am Ufer
Eintritt: 0 bis 20€

www.hebbel-am-ufer.de

Auf Einladung des HKW fragt das HAU Hebbel am Ufer im Januar 2017 – und somit in zeitlicher Nähe des 100. Jubiläums der Russischen Revolutionen 1917 – nach der Aktualität der gesellschaftlichen und künstlerischen Entwicklungen, die für wenige Jahre nach dem politischen Aufbruch möglich geworden waren. Dieser Blick zurück schließt die Betrachtung der heutigen Gesellschaft in ihrer politischen Form ein. Es geht darum, den Abstand zur Vergangenheit zu vermessen, um dessen Position in der Gegenwart bestimmen zu können. Die Anfänge der Russischen Revolution waren nicht nur ihrer, sondern auch unserer Zeit voraus. Ihre Träume wie ihre Praxis sind nicht nur schon wieder gegenwärtig, sondern auch immer noch zukünftig.

Das politische Arbeit, die Schriften und das Leben von Alexandra Kollontai, die sowjetischen Revolutionärin und Feministin, die den Körper, die Sexualität zum politischen Thema machte und darstellte, wie die kapitalistische Gesellschaft weibliche Identitäten mitbestimmt, sind hier produktive Inspiration.

Vier Produktionen werden sich sowohl mit den gesellschaftlichen als auch künstlerischen Umbrüchen von 1917 beschäftigen und ihre spezifischen Fragen an das Material stellen:
Die russische Kuratorin und Kritikerin Marina Davydova entwickelt gemeinsam mit der Künstlerin Vera Martynov einen performativ-installativen Parcours, der die Verknüpfung der politischen Geschichte Russlands mit der Gegenwart räumlich erfahrbar werden lässt.
Der argentinische Regisseur Mariano Pensotti inszeniert ein Stück zur Russischen Revolution und deren künstlerischen und politischen Auswirkungen auf das heutige Lateinamerika.
Ebenfalls ausgehend von Kollontais feministischem Engagement thematisieren die in Berlin lebende neuseeländische Choreografin Simone Aughterlony und die amerikanische Performerin Jen Rosenblit in einer Performance aktuelle Formen feministischer Politik und Lebenspraktiken.
Die kroatische Künstlerin Vlatka Horvat lässt sich für ihre erste Bühnenarbeit von den Arbeiten sowjetischer Künstler*innen inspirieren, die nach der Oktober-Revolution ins Exil gehen mussten. Einen Beitrag zum Begleitprogramm liefert u.a. die in Berlin ansässige libanesische Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Lina Majdalanie mit einem Salon feministischer Perspektiven auf die gegenwärtige Situation im Libanon.
Der niederländische Künstler Jonas Staal entwickelt eine künstlerische Intervention, die von der aktuellen politischen Krise Europas ausgeht und transdemokratische Organisationen zusammenbringt, mit dem Ziel, alternative Gemeinschaften zu entwerfen.

Utopische Realitäten ist eine Koproduktion des HAU Hebbel am Ufer und des Haus der Kulturen der Welt im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart, kuratiert vom HAU Hebbel am Ufer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.


Mittwoch, 18. Januar 2017

Revolutionärin und Feministin: Alexandra Kollontai

Striding pioneers | © Michael Hvostenko 1920


Eine revolutionäre Feministin mit vielen Leben

Alexandra Kollontai (1872-1952) gilt als eine der bedeutendsten russischen Revolutionär*innen und Feminist*innen. Durch ihre Auseinandersetzung mit den Klassenkämpfen im Zuge der russischen Revolutionen von 1917 kam sie zu der Erkenntnis, dass die Arbeiter*innenklasse ohne die aktive Beteiligung der Frauen und die Aufnahme der „Frauenfrage“ in ihre Programme nicht erfolgreich sein kann. Zeitlebens kämpfte sie für die Durchsetzung dieser Einsicht, wie die Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz in ihrem Beitrag anlässlich der aktuellen HKW-HAU-Theaterkooperation „Utopische Realitäten – 100 Jahre mit Alexandra Kollontai“ zeigt.

Alexandra Kollontai kam am 19. März 1872 in St. Petersburg als Tochter einer Gutsbesitzerfamilie zur Welt. Getragen von tiefer Leidenschaft heiratete sie 1893 gegen den Willen der Eltern den mittellosen Ingenieur Wladimir Kollontai und gebar einen Sohn. Mit dem Dasein als Mutter und Hausfrau konnte sie sich nicht abfinden, deshalb verließ sie 1898 Mann und Kind. Sie wandte sich dem Marxismus zu; die „soziale Frage“ stand für sie nun im Zentrum. In der Schweiz studierte sie Nationalökonomie, trat in die illegale Sozialdemokratische Partei Russlands ein und widmete nunmehr ihr Leben der Arbeiterklasse und dem Kampf für die Befreiung der Frauen. Nach dem Tod ihres Vaters 1901 lebte sie mit ihrem Sohn Mischa und Soja, ihrer Kindheitsfreundin, zusammen, bis die gescheiterte Revolution von 1905 sie in die Flucht trieb.
Mit Genoss*innen gründete sie 1907 den ersten Arbeiterinnenclub, fuhr im gleichen Jahr nach Stuttgart, um Clara Zetkin bei der Gründung der sozialistischen Fraueninternationale zu unterstützen und bereitete für 1908 den ersten Allrussischen Frauenkongress vor. Ihr dafür vorgesehenes Referat konnte sie nicht selber halten, weil sie vor einer drohenden Verhaftung durch die sozialistische Polizei fliehen musste. Als Emigrantin lebte sie in verschiedenen europäischen Ländern und in den USA und kam mit den führenden Köpfen der internationalen Arbeiter*innenbewegung in Kontakt. Nach der Februarrevolution 1917 kehrte sie nach Russland zurück, trat den Bolschewiki bei, wurde Delegierte des Petrograder Arbeiter- und Soldatenrates und beteiligte sich am bewaffneten Aufstand im November 1917. Unter Lenins Revolutionsregierung wurde sie die weltweit erste Ministerin. Bei den Auseinandersetzungen um den Friedensvertrag von Brest-Litowsk stand sie auf der Seite von Lenins Gegnerinnen und legte im März 1918 aus Protest gegen den Vertrag ihr Amt nieder. Sie gründete die Arbeiteropposition mit, die sich für die Beteiligung der Arbeiter*innenklasse an den wirtschaftlichen Entscheidungen einsetzte.
1922 lobte Lenin die einstige Emigrationsgenossin in die norwegische Gesandtschaft Russlands weg. Sie wurde die erste weibliche Spitzendiplomatin der Welt. Obwohl sie in der aufdämmernden Ära Stalins vorsichtiger wurde, war sie bereits abgestempelt. Sie galt als kommunistische Revolutionärin, die überdies der freien Liebe emanzipierter Frauen das Wort geredet hatte. Mit viel Fingerspitzengefühl leitete sie die Auslandsvertretungen in Norwegen, Mexiko und Schweden bis 1940. Sie setzte sich für die Beendigung des Winterkrieges 1939/40 zwischen der Sowjetunion und Finnland ein. 1945 musste sie aus gesundheitlichen Gründen nach Moskau zurückkehren. Als einzige Altkommunistin der Gruppe Arbeiteropposition entging sie allen Säuberungen. Bis zu ihrem Tode am 9. März 1952 in Moskau war sie als Beraterin des sowjetischen Außenministeriums tätig.
Kollontai kämpfte für freie Liebe, Abschaffung der bürgerlichen Ehe und Familie und die Gleichberechtigung der Frau. Sie plädierte für neue Formen des Zusammenlebens der Geschlechter auf einer gleichberechtigten Basis, denn „die wirklich befreite Frau muss materiell vom Mann unabhängig sein und von den mit der Mutterschaft verbundenen Pflichten entlastet werden“. Gemäß ihrer Utopie sollte die isolierte Kleinfamilie durch das Leben in der Kommune, mit gemeinsamer Arbeit, Haushaltsführung und Kindererziehung ersetzt werden.
In der Frage einer neuen Sexualmoral und der „neuen Erotik“ gehörte sie zum radikalsten Flügel der Partei. Oft erntete sie Spott und Kritik innerhalb der eigenen Partei. Anstößig fand man vor allem, dass sie die Vorstellungen einer veränderten Sexualmoral auch selbst praktizierte.
In ihrem Buch Die neue Moral und die Arbeiterklasse kritisierte sie die romantische Liebe als Ausdruck des Besitzdenkens der Menschen. Sie forderte eine andere Moral: „Die neuen Frauen wollen nicht Alleinbesitz, wo sie lieben. Sie fordern Achtung vor der Freiheit des eigenen Gefühls.“ Davon überzeugt, dass eine Revolution unerlässlich sei, um die Arbeiter*innenklasse an die Macht zu bringen, wurde Kollontai zur Propagandistin einer Revolution der Frau, die sie nur als „Resultat des Sieges einer neuen Gesellschaftsordnung“ für möglich hielt. In einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz gegründet ist, bliebe keine Zeit für die Kultur des anspruchsvollen und empfindlichen „Eros“. Die Zeit sei reif für eine solche grundsätzliche Veränderung; allein die Menschen wären es offensichtlich nicht.
Unmittelbar nach der Oktoberrevolution 1917 folgte die sowjetische Politik der Richtung von Kollontais Utopie. Das alte Ehegesetz wurde abgeschafft und die Frau dem Mann rechtlich gleichgestellt. Der Staat trat nur noch als Vertreter der Interessen der Kinder auf, die Kirche verlor ihren Einfluss gänzlich. Ehe und Scheidung wurden zum formellen Akt, der nur bei der Stadtverwaltung registriert wurde. Eheliche und uneheliche Kinder wurden gleichgestellt, der Mutterschutz wurde ausgebaut und durch finanzielle und materielle Unterstützung ergänzt. Im November 1920 wurde auf Druck von Kollontai die Abtreibung legalisiert. Die Entwicklung neuer Wohnmodelle, Kinderkrippen, öffentlicher Wäschereien und Kantinen wurde durch Dekret unterstützt.
Kollontais Utopie, die Familie aufzuheben, war damit nicht umgesetzt, auch nicht die der sexuellen Befreiung. Die Strukturen der Kleinfamilie als kleinste ökonomische Einheit erwiesen sich auch in der Arbeiter*innenklasse als resistenter, als Kollontai vermutet hatte. Trotz der maßlosen Überforderung, die ein Familienleben kaum möglich machten, sehnten sich die meisten Sozialist*innen nach der Aufrechterhaltung „der kleinen in sich geschlossenen Dreieinigkeit – Mann, Weib und Kinder“ (Lily Braun). Das „Private“ sollte privat bleiben.
So war es leicht, unter Stalins Herrschaft die Errungenschaften zurückzudrehen und die patriarchale Kleinfamilie zu propagieren. 1936 wurde die Möglichkeit der Ehescheidung erschwert, Abtreibung und Homosexualität wurden gesetzlich verboten.
Kollontai war ihrer Zeit weit voraus. Ihre Träume und ihre politische Praxis wurden in den neuen Frauenbewegungen, die den 68ern folgten, wieder aufgenommen. Diese übten Kritik an den Strukturen der kleinfamilialen Lebensformen mit traditionellen Geschlechterrollen und Besitzansprüchen, an der repressiven Kindererziehung, traten für Selbstbestimmungsrecht bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ein und kämpften gegen Gewalt. Sie gründeten den Aktionsrat zur Befreiung der Frauen, Wohngemeinschaften, Kinderläden, Kommunen und Frauenprojekte mit kollektiven Strukturen. Auch das Private sollte politisch sein. Viele konnten sich einen Sozialismus ohne Feminismus (und umgekehrt) nicht vorstellen. Impulse der Bewegungen wurden durch das etablierte System aufgenommen, in den Mainstream integriert und politisch entsorgt. Kleine Erfolge konnten auch sie erzielen. Doch die Utopie einer gewaltfreien, friedlichen Gesellschaft von Frauen und Männern, die sich als Ebenbürtige begegnen und anerkennen, wurde auch von den 68ern nicht erreicht. Familismus und patriarchale Herrschaft haben sich als resistenter erwiesen, als die Aktivist*innen vermutet hatten.
Obwohl die Lebensformen vielfältiger geworden sind, lässt sich aktuell ein Rückzug in die traditionelle bürgerliche, heterosexuelle Kleinfamilie beobachten. Alternative Lebensformen oder gar gelebte Utopien verschwinden offenbar hinter dem Wunsch, der Norm zu entsprechen. Möglicherweise ist das auch eine Antwort auf die prekären Lebensverhältnisse, die Angst, im Irrgarten der Multioptionsgesellschaft nicht den richtigen Weg zu finden, oder die Angst, nirgendwo dazuzugehören, die dazu führt, dass sich Erwachsene nach unkündbaren Beziehungen sehnen und junge Menschen in der romantischen Partnerschaft und der bürgerlichen Kleinfamilie Sicherheit und Geborgenheit suchen. Konservative Gruppierungen, die eine Verschärfung der Abtreibungsgesetze fordern und vor einer „Überfremdung“ des Nationalstaates warnen, finden Anhänger*innen, weil diese nach einfachen Lösungen suchen. Die Sehnsucht nach zukünftigen Utopien einer befreiten Gesellschaft von freien Zusammenschlüssen unter freien Menschen ohne Unterdrückung und Gewalt darf nicht aufgegeben werden.

Der Artikel von Gisela Notz entstammt der HAU-Publikation Utopische Realitäten – 100 Jahre Gegenwart mit Alexandra Kollontai, die anlässlich des gleichnamigen Festivals, einer Koproduktion von HKW und HAU Hebbel am Ufer (12.-22.01.2017), erschienen ist.

Dienstag, 17. Januar 2017

Vermögen: Ungleiches Deutschland scheint gleicher als der Rest


In vielen Ländern ist eine Hinwendung zum Populismus zu beobachten, einen Grund dafür haben Beobachter in der steigenden Ungleichheit in der Welt ausgemacht. Wie unsere Infografik zeigt, mutet Deutschland im Vergleich zur weltweiten Vermögensverteilung relativ egalitär an. Dennoch besitzt laut Oxfam hierzulande das oberste Prozent fast ein Drittel des Gesamtvermögens. Demnach verfügen 36 Milliardäre über so viel Vermögen (297 Milliarden Dollar) wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung. Von Gleichheit kann also auch in Deutschland nicht die Rede sein.

Infografik: Ungleiches Deutschland ist gleicher als der Rest | Statista

Montag, 16. Januar 2017

Premiere in München: HAMLET

PREMIERE
HAMLET
VON WILLIAM SHAKESPEARE, INSZENIERUNG: CHRISTOPHER RÜPING
PREMIERE AM: 19. JANUAR, 19.30 UHR, KAMMER 2
AUCH AM: 24., 30. JANUAR, 19.30 UHR, KAMMER 2

Werteverfall, Hedonismus und Vetternwirtschaft überall. Die Dekadenz und der Narzissmus seiner Gegenwart quälen Hamlet. Mit kühlem Kopf nimmt er dankbar den Auftrag zu ihrer Auslöschung an. Kompromisslos und berechnend bereitet er seinen Heiligen Krieg vor. Nichts soll übrig bleiben vom Vorhandenen, die ganze Welt muss weg, damit Platz werde, für etwas anderes. Wenn der Mensch nicht gut ist, muss der Mensch weg. Und wenn die Welt keine Hoffnung mehr hat, muss eben die Welt weg.

Christopher Rüping ist seit dieser Spielzeit Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen, wo er neben dem spielzeitübergreifenden Projekt „Das Leben Gebrauchsanweisung“ nach Georges Perec auch „Der erste fiese Typ“ von Miranda July auf die Bühne bringen wird. Aber zunächst eben seinen Blick auf „Hamlet“, Shakespeares Werk über einen radikalen Zweifler, der zu klug für die Verzweiflung ist und seinen heißen Zorn in die totale Auslöschung überführt.

Mit: Katja Bürkle, Walter Hess, Nils Kahnwald
Bühne: Ramona Rauchbach, Kostüme: Anna Maria Schories, Musik: Christoph Hart, Licht:
Stephan Mariani, Dramaturgie: Katinka Deecke

Sonntag, 15. Januar 2017

Literarisches Treiben in der Pfalz und Umgebung: Januar 2017

Am 18. Januar, 19 Uhr Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille im Mainzer Staatstheater. 

Am Donnerstag, den 26. Januar um 20:00 Uhr lädt die Vorsitzende des Literarischen Vereins der Pfalz, Birgit Heid, zusammen mit dem Kulturzentrum Gleis 4, Frankenthal, zur 1. Lesebühne ein, die zukünftig von der Vorsitzenden geleitet und organisiert wird. Sie findet alle 2 Monate statt.
Pro Lesebühne werden sich zwei Autoren mit ihren Werken vorstellen und danach in Wohnzimmer-Atmosphäre mit dem Publikum über Ihr Schreiben und Wirken reden. Zur ersten Lesebühne ist Frau Heid mit eigenen Gedichten vertreten, eingeladen ist Michael Bauer aus Herxheim. Eintritt 5 €.



+ Am 25. Januar um 20 Uhr im Marstallcafé, Marstallhof 1 lesen Mitglieder der Literaturgruppen KAMINA Heidelberg, Echolot Heidelberg, Kettenhund Speyer und dem Brot&Kunst Verlag. Mit oben genannten Akteuren sind einige der aktivsten jungen Literaturgruppen aus Heidelberg und Umgebung vor Ort. In Heidelberg als Gast Birgit Heid.

Am 01. Februar um 19:30 Uhr lädt das Literaturhaus Darmstadt ein zur Abschlusslesung der Textwerkstatt unter der Leitung von Kurt Drawert. Alle Teilnehmer werden aus ihren aktuellen Büchern oder ihren neuesten Werken vorlesen, u.a. Dennis Mizioch (Echolot, Heidelberg) und Birgit Heid.

Am 16. Februar startet das Literaturfest „lesen.hören“ in Mannheim. Die Alte Feuerwache hat ein großartiges Programm mit Veranstaltungen bis einschließlich 04. März zusammen gestellt, das die Fahrt über die Brücke lohnt. Der Vorverkauf läuft bereits, weitere Informationen unter https://altefeuerwache.com/programm/lesen-hoeren-11/

+  Im März 2017 ist Birgit Heid als eine von 9 Finalist/inn/en beim Literarischen März in Darmstadt anlässlich des Wettbewerbs um den Leonce-und-Lena-Preis für junge deutsche Lyrik vertreten, den die Stadt Darmstadt ausschreibt.

+ Zum Valentinstag am 14.02.2017 erscheint, nach fast einem Jahr liebevoller Arbeit, der Gedichtband „Die Nacht trägt Flutsplitter aus Malachit“ von Birgit Heid und Marina Maggio.

+ Gerade frisch erschienen: „wellen branden“ der KAMINA Heidelberg-Dichterin Katharina Dück, erhältlich im Brot&Kunst Verlag.  

Video: SIMULACRA nach Jean Baudrillard






"Today abstraction is no longer that of the map, the double, the mirror, or the concept. Simulation is no longer that of a territory, a referential being, or a substance. It is the generation by models of a real without origin or reality: a hyperreal. The territory no longer precedes the map, nor does it survive it. It is nevertheless the map that precedes the territory – procession of simulacra – that engenders the territory, and if one must return to the fable, today it is the territory whose shreds slowly rot across the extent of the map. It is the real, and not the map, whose vestiges persist here and there in the deserts that are no longer those of the Empire, but ours. The desert of the real itself.” 

Simulacra and Simulation by Jean Baudrillard

Freitag, 13. Januar 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Deprivation




Der Januar in den Münchner Kammerspielen

Im Januar 2017 inszenieren die beiden Hausregisseure der Münchner Kammerspiele je einen Klassiker: Am 19. Januar hat in der Kammer 2 Shakespeares „Hamlet“ in der Inszenierung von Christopher Rüping Premiere. Katja Bürkle, Walter Hess und Nils Kahnwald sind zu sehen in Shakespeares Werk über einen radikalen Zweifler, der zu klug für die Verzweiflung ist und seinen heißen Zorn in die totale Auslöschung überführt.

Am 27. Januar folgt „Der Kirschgarten“ von Anton Tschechow in der Inszenierung von Nicolas Stemann in der Kammer 1. Nach den Inszenierungen von „Der Kaufmann von Venedig“ und der Jelinek-Uraufführung „Wut“ kehrt Stemann damit gewissermaßen zu seinen Anfängen zurück: Seine Abschlussarbeit an der Theaterakademie in Hamburg 1997 hieß „TerrorSpiel“ – nach „Die Möwe“ von Anton Tschechow. Es spielen: Gundars Āboliņš, Hassan Akkouch, Peter Brombacher, Brigitte Hobmeier, Christian Löber, Daniel Lommatzsch, Annette Paulmann, Damian Rebgetz, Julia Riedler, Ilse Ritter, Samouil Stoyanov, Mariann Yar.

In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Goethe-Institut und kuratiert von Tobi Müller und Sarah Harrison (Wikileaks) veranstalten die Kammerspiele vom 20. - 22. Januar eine Konferenz mit dem Titel: „Sensible Daten – Die Kunst der Überwachung“.

Terrorangst in Deutschland

Die Grafik zeigt das Ergebnis einer Umfrage zur Angst vor Terroranschlägen in Deutschland. 76 Prozent der im August 2016 befragten Personen gaben an, dass sie terroristische Anschläge in Deutschland in nächster Zeit befürchten.