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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Sonntag, 3. November 2013

Aus Bayern: LEISER! Kindische Lieder aus der Nachbarschaft


Cafe Unterzucker
LEISER!
Kindische Lieder aus der Nachbarschaft

Hergestellt im Cafe Unterzucker, dem Institut für ungesüßte Kinderkultur und unversäuertem Erwachsenenschmarrn. Die Institutsleiter sind Tobias Weber und Richard Oehmann.
Zur Stammbesetzung gehören Greulix Schrank (Schlagzeug), Micha Acher (Tuba, Trompete) und Anton Gruber (Blues Harp, Gesang).
Das Werk dieses Kaffeehaus-Ensembles umfasste bisher Musik für „Doctor Döblingers Kasperltheater" auf der CD „Xingel-Xangel" und Lieder zu Richard Oehmanns Kinderbuch „Wolfi, der Musketier".
Auf „Leiser!!!" werden nun Geschichten aus der Nachbarschaft erzählt, überwiegend auf Hochdeutsch, zweimal auf Bairisch und einmal in gemäßigtem Wienerisch - z.B. von der Erstklässlerin Liesl, dem geplagten Zwillingspaar Ruth und Grit, vom Eismann, der mal Seemann war, und dem kleinen Reiner, der schönes Wetter hasst.
Allerhand unliebsamer Krach herrscht in diesem fiktiven Stadtviertel. Wenn nicht grad die Dixie-Opas proben, am Bolzplatz gebrüllt wird oder Häuser von ganz alleine Lärm machen, dann ist doch stets das nervige Gequassel des Nörgelnachbarn Ahnfried zu hören.
Zwischendurch ertönt der „Chor der Romantiker e.V.", der, geführt vom sensiblen Chorleiter, seine zart-idyllische Lyrik in die Welt hinausbrüllt, wobei auch schon mal ein liebliches Heimat-Lied völlig in die Binsen geht.
Musiziert wird dazu mit akustischen Instrumenten - es gibt Seemannslieder, Irisches, Jazz, Blues und natürlich den Lärm der Dixie-Opas. Die Herrschaften schrecken auch nicht davor zurück Kindern wie Erwachsenen auch mal ein Klarinetten-, Banjo- oder Trompeten-Solo zuzumuten. Die Texte stammen von Richard Oehmann, die Kompositionen und Arrangements überwiegend von Tobias Weber. Gemeinsam haben sie die Aufnahmen produziert.
Richard Oehmann ist Autor und Puppenspieler, hauptberuflich Intendant von „Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater", für das er zusammen mit Josef Parzefall singt, schreibt, spricht und Kinderhörspiele produziert. 2012 wurden beide mit dem begehrten Schwabinger Kunstpreis geehrt.

Für das Wiener Lied „Der letzte Disc-Jockey" ist es dem Cafe Unterzucker gelungen, den sagenumwobenen Schneekönig von Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater zu verpflichten.
Maria Hafner (Zwirbeldirn, Hasemanns Töchter) und Evi Keglmaier (Zwirbeldirn, Singermaschin) sind bei mehreren Stücken Gesangsgäste. Maria Hafner singt überdies das traurige Lied von der Ente, die nicht mehr quietscht.
Außerdem interpretiert die Münchner Jazzsängerin Anna Hermann eine Ode an den Bolzplatz und übernimmt bei dem Stück „Regenreiner" - ganz im Stile der Andrews-Sisters - gleich drei Stimmen auf einmal.
Anton Gruber ist der Leiter und Vorsänger des „Chores der Romantiker e.V.", bei dem auch Bene und Jakob von der „Schlachthof-Bronx", sowie Greulix Schrank und Taison Heiß von Pormanteau in ungewohnter Rolle gastieren,
Bei allen übrigen Stücken übernimmt Richard Oehmann den Gesang, etwa beim Song über die Dixie-Opas, bei „Koa Lust", dem Mondlied oder dem bairischen Radauschlager „Es lärmt immer irgendwas".

Good Sounds: RILKE-PROJEKT Überfließende Himmel 09, Du sanftestes Gesetz (Xavier Naidoo)

Das Rilke-Projekt von Schönherz & Fleer produziert seit einigen Jahren Gedichtevertonungen von Rainer Maria Rilke mit prominenten Schauspielern oder Sängern. MEHR

Dichterhain: LACHEN von Birgit Heid


Lachen

Nicht immer war es Dauergast
zwischen unsren Mundwinkeln
woanders weilte es bei Fragen
doch nicht zuverlässig und bei

Schweigen drängte es sich schon
sehr bald und auch im Flüster
ton warfs rosa Pfeile dass das
unterbrochne Glucksen klirrend

Kitzelscherben traf sich über uns
im Flug das Lachen gegenwärtig
das uns bleiben wird ach deines auf
mein Augendrehn und meins

auf deine Reaktion davon auch
unsere Verfolgungsjagden badeten
in lautem Lachen und noch immer
lächle ich wenn ich dran denk

an deinen Telefonpartner als du
mich eng umschlungen in Empfang
nahmst und das stille Lachen bei den
leisen Treppenhausgeräuschen

umso offener mein Kichern als ich
dein Erstaunen sah wozu man
diesen wunderbaren Secco noch
verwenden kann.

(c) Birgit Heid

Good Sounds: ELLENE MASRI, Unconditional Love


Heute Abend im Radio: Kampf im Äther oder Die Unsichtbaren (nach A. Bronnen)

So 3. November, 18.30 Uhr, Dradio Kultur Hörspiel


Kampf im Äther oder Die Unsichtbaren
Nach dem gleichnamigen Roman von Arnolt Bronnen

Bearbeitung: Jürgen Peters und Oliver Sturm
Regie: Oliver Sturm
Mit: Klaus Manchen, Swetlana

Schönfeld, Peter Fitz, Christian
Redl, Kathrin Angerer u.a.
Ton: Peter Kainz
Produktion: HR/DKultur/SWR 2007
Länge: 87'02


1935 erschien jener Schlüsselroman, der die Entstehung des Rundfunks in Deutschland im Spannungsfeld von großen und kleinen Machtinteressen ins Visier nahm. Der unter dem Pseudonym A. H. Schelle-Noetzel schreibende Autor gehörte zu den skandalumwitterten Dramatikern der Weimarer Republik. Er kannte die Verhältnisse im Berliner Funkhaus seit 1928. Das Erscheinen des Romans wurde für den zeitweiligen Parteigänger von Joseph Goebbels zum Karrierehindernis: 1937 wurde er aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen.

Arnolt Bronnen kam 1920 von Wien nach Berlin, arbeitete 1928-35 in der Reichsrundfunkgesellschaft. 1937 Berufsverbot, 1943 Rückkehr nach Österreich, Wendung zum Kommunismus. 1955 Übersiedelung nach Ost-Berlin.

SCRIPTURA VITAE † A FILM BY AEROSYN-LEX MESTROVIC



◢◢◢ SCRIPTURA VITAE † A FILM
BY AEROSYN-LEX MESTROVIC ◣◣◣
from Aerosyn-Lex Mestrovic

A poetic performance piece exploring duality, SCRIPTURA VITAE stars famed Japanese actress Miho Nikaido, best known for her role in the Japanese cult classic film "Tokyo Decadence", alongside Butoh performer and dancer Maki Shinagawa.

Samstag, 2. November 2013

Partytime



Gute-Nacht-Rock XL: Last Of A Dying Breed (2012)




Lynyrd Skynyrd - Last Of A Dying Breed 2012

1. "Last of a Dyin' Breed" 0:00
2. "One Day at a Time" 03:51
3. "Homegrown" 07:37
4. "Ready to Fly" 11:10
5. "Mississippi Blood" 16:45
6. "Good Teacher" 19:43
7. "Something to Live For" 22:50
8. "Life's Twisted" 27:19
9. "Nothing Comes Easy" 31:53
10. "Honey Hole" 36:07
11. "Start Livin' Life Again" 40:42
12. "Poor Man's Dream" 45:09
13. "Do It Up Right" 49:16
14. "Low Down Dirty" 57:14

Die schlechtesten Filme aller Zeiten


‚Die schlechtesten Filme aller Zeiten‘ (SCHLEFAZ)
Oliver Kalkofe und Peter Rütten sortieren aus


Zwei Titel haben in ihrer Reihe ‚Die schlechtesten Filme aller Zeiten‘ noch gefehlt, tief haben Oliver Kalkofe und Peter Rütten dafür im Zelluloid-Müll gegraben - jetzt steht fest: Die beiden Film-Kenner komplettieren ihr „dreckiges Dutzend“ allerschönsten Kino-Schunds mit den Euro-Trash-Klassikern ‚Perry Rhodan – SOS aus dem Weltall‘ und ‚Sumuru – Die Tochter des Satans‘.


Während der Sci-Fi-Trip ‚Perry Rhodan – SOS aus dem Weltall‘ mit seinen verstecken Phallus-Symbolen und verblüffenden Spezial-Effekten laut Kalkofe noch zu den „besseren der schlechtesten Filme aller Zeiten“ zählt, kommt das Abenteuer ‚Sumuru – Die Tochter des Satans‘ für ihn ganz schlecht weg: „Für mich der härteste Brocken der Reihe, eine echte Riesenwurst mit Sahne im Bereich cineastischer Kothaufen. Da ergibt nichts, aber auch gar nichts einen Sinn, die Schurkinnen sind so unfähig, dass es brummt, und die Helden rühren keinen Finger und sind dabei so unsympathisch, dass man ihnen im Bogen vor die Füße kotzen möchte!“

Kollege Peter Rütten würde dagegen lieber ‚Frogs – Killer aus dem Sumpf‘ für immer wegschließen: „Ein verdammter Albtraum, bei dem man sich staunend fragt, was für ein fantastisches Kraut Regisseur und sämtliche Darsteller vorher geraucht haben. Dabei ist der Film ein echter Solitär unter den sozialkritischen Öko-Thrillern, denn es gibt darüber hinaus keinen einzigen Frosch-Horror-Film! Danach blickt man mit ganz anderen Augen auf das Terrarium im Kinderzimmer.“

Die kommenden SCHLEFAZ-Titel im Überblick:

‚Hasse deinen Nächsten‘
‚Battlefield Earth‘
‚Perry Rhodan – SOS aus dem Weltall‘
‚Orcs! – Sie kommen um uns alle zu töten‘
‚Frogs – Killer aus dem Sumpf‘
‚Sumuru – Die Tochter des Satans‘
‚Mega Piranha‘

Die schlechtesten Filme aller Zeiten - jeweils freitags, 22.15 Uhr – und aufgrund des Riesen-Erfolgs jetzt auch samstags, ca. 22.00 Uhr - nur auf TELE 5!

Good Sounds: ELLENE MASRI, Lonely Girl


Internationale Entdeckungen des 62. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg




JEDER EINE GESCHICHTE

Internationale Entdeckungen des 62. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Insgesamt 28 „Entdeckungen“ präsentiert das 62. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg vom 31. Oktober bis 10. November 2013, davon elf in der Reihe „International Discoveries“. Unter den Produktionen aus insgesamt 36 Ländern sind acht Internationale Premieren, vier Europäische Premieren und 24 Deutsche Premieren.

Die Filme der Reihe „International Discoveries“ stammen aus so unterschiedlichen Ländern wie Aserbaidschan, Chile, Argentinien, Lettland, Litauen, Israel, Türkei, Ukraine, Italien, Slowenien, Irland, Russland, Frankreich, Kanada und Deutschland.

„Newcomers halten ganz besonders intensiv unseren Erlebnishorizont offen“, so Festivaldirektor Dr. Michael Kötz. „Sie sorgen für eine lebendige Alternative zum Einheitsbrei der multinationalen Filmkonzerne. „Mannheim-Heidelberg“ setzt auf Unikate, auf Filme, die wirklich individuell sind und wirklich von der Lebenskultur berichten, aus der sie kommen."

Good Sounds: RILKE-PROJEKT Überfließende Himmel 08, Mein Leben ist wie leise See (Jürgen Prochnow)

Das Rilke-Projekt von Schönherz & Fleer produziert seit einigen Jahren Gedichtevertonungen von Rainer Maria Rilke mit prominenten Schauspielern oder Sängern. MEHR


Programm des 5. Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg



5. Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg LÄUFT NOCH DREI WOCHEN

Rund 27.000 Besucher haben bereits die Ausstellungen des 5. Fotofestivals gesehen. Seit letzter Woche sind es mit der Favoritenausstellung im Einraumhaus C/O Mannheim insgesamt nun neun Orte, die das Festival bespielt. 

Vom 28.10.-3.11. steht Folgendes auf dem Programm:
Am Mittwoch, den 30.10. findet um 19 Uhr im Heidelberger Kunstverein eine Filmvorführung des Dokumentarfilms "Restrepo" statt. Der Film des Journalisten Sebastian Junger und des Magnum- Fotografen Tim Hetherington begleitet einen US-amerikanischen Platoon während eines einjährigen Einsatzes auf einem Außenposten im afghanischen Korengal-Tal. Der Heidelberger Kunstverein zeigt den Film in der Reihe "Kommentiertes Sehen". Eingeladen ist der Experte für Traumabewältigung Dr. med. Hartmut Jatzko, Arzt für Innere Medizin und Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.
Das Wilhelm-Hack-Museum veranstaltet am Donnerstag, den 31.10. von 18 bis 21 Uhr "Art After Work" - einen Ausstellungsbesuch und Foto-Workshop nach Feierabend. Teilnahme: 20 Euro. Um Anmeldung wird gebeten: hackmuseum@ludwigshafen.de, Tel. 0621/504-3045.
Das darauffolgende Wochenende bietet am Samstag, den 02.11. um 16 Uhr eine Tanzperformance des AdREm Jugendtheaters in der Ausstellung Community im Kunstverein Ludwigshafen und um 19 Uhr den Filmabend "Bewegungen unter schwierigen Bedingungen" im Heidelberger Kunstverein mit Beiträgen über Afghanistan, konzipiert und moderiert von der Künstlerin Sandra Schäfer. Am Sonntag, den 03.11. um 15 Uhr führt Wolfgang Sautermeister seine Performance IN MY EYES / IN MY BODY in der Ausstellung No Place like Home/ Zuhause im Wilhelm-Hack-Museum auf. Die öffentliche Führung entfällt an dieser Stelle.


Die letzte Festivalwoche (4.11.-10.11.) bietet:
Am Dienstag, den 5.11. um 16 Uhr gibt es die Möglichkeit, Techniken des Kreativen Schreibens kennenzulernen. Fabian Burstein leitet Sie vor den Fotografien in der Stadtgalerie Mannheim hierzu an.
Am Mittwoch, den 6.11. führt Dr. Caterina Maderna um 19 Uhr im Heidelberger Kunstverein in die Geheimnisse der dort ausgestellten afghanischen Teppiche ein. Ihr Vortrag trägt den Titel "Alighiero Boetti und Afghanistan - Verflechtungen von Konzeptkunst und Kunsthandwerk".
Mit Bildern, Videos und Geschichten präsentiert der österreichische Künstler Lukas Birk zwei Tage später, am Freitag, den 8.11. im Heidelberger Kunstverein das "Afghan Box Camera Project". Birk widmet sich in dem Projekt der Erforschung und Bewahrung einer über Generationen in Afghanistan praktizierten und gegenwärtig schwindenden Art Porträtfotos anzufertigen: mit aus Holz gefertigten Sofortbildkameras.
Am letzten Tag des Festivals, am Sonntag, den 10.11. startet um 14 Uhr an der halle02 die zweite "Grand Tour" in Heidelberg. Die Kunsthistorikerin und Galeristin Dr. Kristina Hoge führt durch alle Heidelberger Ausstellungen des 5. Fotofestivals, abschließend gibt es für die Teilnehmer der Tour Kaffee und Kuchen im Heidelberger Kunstverein.

Good Sounds: RILKE-PROJEKT Überfließende Himmel 07, Ich will du sein (Ben Becker)

Das Rilke-Projekt von Schönherz & Fleer produziert seit einigen Jahren Gedichtevertonungen von Rainer Maria Rilke mit prominenten Schauspielern oder Sängern. MEHR

Nachrichten aus dem Odenwald: DAS HALBNACKTE GRAUSEN ist unterwegs


Liebe Freunde von Schuften, Ganoven und bösen Wichten!

Mein neues Programm:

"Das halbnackte Grausen"
Lieder und Geschichten von bösen Wichten
Eine kabarettistische Freakshow

hat Premiere gefeiert. Ich danke allen, die mich dabei so zahlreich unterstützt
haben. Jetzt geht´s mit dem neuen Programm auf Tour. Ich freu mich drauf!
Tourdaten findet ihr weiter unten!

Wer einen Blick auf die ersten Gehversuche werfen will, hier ist ein kleiner
Zusammenschnitt von meiner Premierenveranstaltung:
http://www.youtube.com/watch?v=nwgB7s-xe1U&feature=youtu.be

Am 5. Oktober durfte ich jubeln, denn da gewann ich einen
Kleinkunstpreis. Ein wunderbares Publikum hat mich zum
Gewinner des 4. Bad Essener Kultur-Kanapees auserkoren.

Und es gab noch einen Grund zum Feiern: Am Dienstag gab es in einem
wieder bis zum letzten Platz besetzten Sapperlot-Theater in Lorsch zum
5-jährigen Bestehen des Kultursalons eine riesige Torte. Ich moderiere
diese Show nun schon seit 2008 und es macht mir noch genauso viel Spass,
wie am ersten Tag! Jeder, der schon einmal im Sapperlot-Theater war wird
mir zustimmen: Das ist einfach eines der schönsten Theater Deutschlands!

Euer
Daniel Helfrich


Tourdaten:

November / Dezember:

02.11. Bürgerhaus - Seelbach (MusiZierFische)
04.11. Jimmy´s Bar - Frankfurt (Piano-Musik)
06.11. Theater Alte Werkstatt - Frankenthal (Ausschnitte)
08.11. Kulturzentrum - Höhr-Grenzhausen (Das halbnackte Grausen)
09.11. Hallermühle - Weidenberg (Das halbnackte Grausen)
13.11. Schmähstadl - Dornbirn/Österreich (Ausschnitte)
15.11. Studio-Theater - Bergkamen (Ausschnitte)
16.11. Hotel Gassbachtal - Grasellenbach (Candle-light Dinner / Piano-Musik)
21.11. Zum Kuckuck - Forst/Lausitz (Das halbnackte Grausen)
23.11. Jubez - Karlsruhe (Das halbnackte Grausen)
25.11. Jimmy´s Bar - Frankfurt (Piano-Musik)
26.11. Kultursalon - Sapperlot - Lorsch (Moderation)
27.11. Nightwash - Jagdhofkeller - Darmstadt (Ausschnitte)
28.11. Annes Keller - Neckarbischofsheim (Das halbnackte Grausen)
29.+30.11. Kempinski - Dresden (Piano-Musik)

06.12. Muthaussaal - Hardegsen (MusiZierFische)
13.12. Schlachthof - München (MusiZierFische)
14.12. Mollerkoller - Darmstadt (Ausschnitte)
15.12. Kochsmühle - Obernburg (Das halbnackte Grausen)
17.12. Kultursalon - Sapperlot - Lorsch (Moderation)
18.12. Pantheon - Bonn (Ausschnitte)

Good Sounds: ELLENE MASRI, Rain


Prosa: TEUFELSKINDER (Kap. 2) von Jules Amedée Barbey d'Aurevilly

Das Fenster mit den roten Vorhängen (1874)

Es ist schrecklich lange her, als ich mich eines Tages zur Jagd auf Wasserwild nach den Sümpfen des Westens aufmachte. In der Gegend, nach der ich wollte, gab es damals noch keine Eisenbahn. Ich setzte mich also in die Post, die am Wegkreuz bei dem Schloß Rueil vorbeifuhr.
Ein einziger Reisender saß im Abteil erster Klasse, und zwar ein in jeder Hinsicht ganz besonderer Mensch. Ich kannte ihn, wie man sich so kennt. Er war mir in der Gesellschaft öfters begegnet. Sagen wir, er hieß Graf von Brassard.
Es war nachmittags gegen fünf Uhr. Die Sonne warf nur noch matte Strahlen auf den Staub der Landstraße, hinter deren Pappelreihen sich die weiten Wiesen dehnten. Unsere vier starkkruppigen Gäule trabten flott vorwärts, vom Peitschenknall des Postillions getrieben.
Brassard, der, nebenbei bemerkt, in England erzogen war, stand damals längst auf der Höhe des Lebens, aber er gehörte zu jener Sorte von Menschen, die, schon dem Tode verfallen, sich dies nicht anmerken lassen und bis zum letzten Augenblick behaupten, sie dächten nicht an das Sterben. Im gewöhnlichen Leben und auch in der Literatur spottet man über Leute, die jung zu sein vermeinen, obgleich sie über die glückliche Zeit der Torheiten beträchtlich hinaus sind. Der Spott ist am Platze, wenn solches Jung-bleiben-Wollen in lächerlicher Form zutage tritt. Zuweilen jedoch wirkt dieses Nichtlassen von der Jugend geradezu großartig. Stolze Naturen lassen sich nicht werfen. Im Grunde freilich ist auch das sinnlos, denn es ist vergebliches Bemühen. Aber es ist schön, wie so vieles Sinnlose. Wer so dem Alter trotzt, in dem lebt der nämliche Heldengeist wie in der Alten Garde bei Waterloo, die eher starb, als daß sie sich ergab. Und für ein Soldatenherz ist das Nie-und-nimmer-sich-Ergeben doch die Losung in allen Dingen des Lebens.
Der sich nie ergebende Brassard – er lebt übrigens noch; wie er lebt, das geht aus dem Folgenden hervor – war damals, als ich zu ihm in die Postkutsche stieg, im Lästermunde der Welt ein sogenannter »alter Schwerenöter«. Wem hingegen Zahlen und Urkunden über das Alter eines Menschen nicht viel bedeuten, weil jedermann just so alt ist, wie er aussieht, dem war und blieb der Graf einfach »ein Schwerenöter«, oder besser ausgedrückt – denn diese Bezeichnung klingt zu kleinbürgerlich – ein Prachtmensch. Entschieden war er das zum Beispiel in den Augen der Marquise von V***, einer Kennerin in punkto Mannestugend, einer echten Dalila, die so manchen Simson unter ihrer Schere gehabt hatte. Alte Schwerenöter sind zumeist lüsterne, magere, dürftige, gezierte Erscheinungen. So darf man sich aber den Grafen von Brassard ja nicht vorstellen. Da bekäme man ein grundfalsches Bild. Leib, Geist, Haltung, Bewegung, alles an ihm war stattlich, verschwenderisch, vornehm, herrenhaft-gelassen. Mit einem Wort, er war ein echter Dandy wie Georg Brummell in seiner besten Zeit. Wäre er weniger ein Dandy gewesen, so hätte er es zweifellos bis zum Marschall von Frankreich gebracht. Er war einer der glänzendsten Offiziere des ersten Kaiserreichs. Regimentskameraden von ihm haben mir des öfteren seine Tapferkeit gerühmt. Sie sei so groß gewesen, wie die von Murat und Marmont zusammengenommen. Dazu hatte er viel Witz und viel Kaltblütigkeit. Somit hätte er als Soldat rasch sehr hoch kommen können, wenn er nicht eben so sehr Dandy gewesen wäre. Einem Offizier müssen Gehorsam, Pünktlichkeit und allerlei andere Diensttugenden in Fleisch und Blut übergegangen sein. Das ist aber mit dem Dandytum unvereinbar. Man kann nicht Berufssoldat und zugleich Dandy sein. Offiziere wie Brassard sind in einem fort nahe daran, um die Ecke zu gehen. Und Brassard wäre während seiner Soldatenzeit zwanzigmal um die Ecke gegangen, wenn er nicht wie alle Lebenskünstler Glück gehabt hätte. Mazarin hätte ihn brauchen können; seine Nichten auch, freilich aus anderen Gründen. Brassard war wirklich ein Prachtmensch.

LESEN SIE DIE GANZE GESCHICHTE

Good Sounds: ELLENE MASRI, Secret Lover


Heute Abend im Radio: HEIMAT - Über die Schwierigkeiten ein Neuer Deutscher zu sein




Samstag, 2. November, 18:05 Uhr, Dradio Kultur, Feature (Ursendung) 

Heimat

Über die Schwierigkeiten ein Neuer Deutscher zu sein
Von Andreas Weiser

Regie und Ton: der Autor 
Produktion: Autorenproduktion für DKultur 2013
Länge: 54'30

2012 wurde für mehr als eine Million Zuwanderer Deutschland zur neuen Heimat. Inzwischen hat ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Die Zugezogenen arbeiten hier, gründen Familien. Viele wurden hier schon geboren. Deutschland ist ihre Heimat. Doch noch immer werden sie von der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht als gleichberechtigt akzeptiert. Sieben Menschen erzählen, wie das ist, als Fremder im eigenen Land zu leben, welche Strategien die Neuen Deutschen entwickeln, um trotzdem zu bleiben und welche Perspektiven sie für sich sehen.

Andreas Weiser, geboren 1957 in Bergisch Gladbach, Studium der Geschichte, Literatur und Philosophie, lebt als Autor, Musiker und Komponist in Berlin. Er produziert Dokumentarfilme, Hörspiele und Features. Zuletzt bei DKultur: "0 Tom do Brasil" (Autorenproduktion 2011).



Zuwanderung und Gründe in OECD-Ländern

Freitag, 1. November 2013

Fantasie zur Nacht (Film): Die Wassernymphe



"Nimpha of the water" from LuxFilm Factory

Noch bis 10. November in Karlsruhe: Matthew Day Jackson. Total Accomplishment


Matthew Day Jackson. Total Accomplishment
Eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst

Noch bis 10. November 2013
Täglich außer Montag, außer Dienstag
Ort: ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe

Mit »Matthew Day Jackson« wird einer der erfindungsreichsten Künstler der jüngeren Generation erstmalig mit einer Einzelausstellung in Deutschland bedacht.
Es ist eine umfangreiche Themenschau, in der sich Jackson von der amerikanischen Kulturgeschichte ausgehend auf vielfältige Weise mit der technologischen Okkupation unserer Welt auseinandersetzt. In seinen Werken hinterfragt er deren Einfluss auf Individuen und Kollektive in verschiedenen Medien und thematisiert die Komplexität der westlichen Welt, indem er deren Mythen in neue Rätsel auflöst. Das überwiegend skulpturale Werk ist durch eine interdisziplinäre Themenwahl gekennzeichnet, die Aspekte aus Technologie und Popkultur, aber auch Kunstwissenschaft, Philosophie und Sport umfasst. Jackson tritt als ein Künstler-Archäologe auf, der in seinen Werken historische Realien mit einer fiktionalen Spurensuche verbindet. Die Mythologisierung des eigenen Künstler-Selbst steht im Zentrum des Schaffens, die Körperlichkeit und destruktive Resultate menschlicher Erfindungskraft in Relationen setzt.

Zur Ausstellung erscheint als Mid-Career Oeuvre-Verzeichnis eine umfangreiche ZKM-Publikation, herausgegeben von Andreas Beitin und Martin Hartung. Mit Texten von Andreas Beitin, Michael Broderick, Graham Burnett, Knut Ebeling, Anne Ellegood, Jerome Friedman, Donatien Grau, Martin Hartung, Caroline A. Jones, Thomas Macho, Jen Mergel, Sally O'Reilly und Paul Virilio

Classic Rock: BABYSHAMPLES, Delivery


Heute Abend in Karlsruhe: Kröhnerts Krönung mit Reiner Kröhnert



Kröhnerts Krönung mit Reiner Kröhnert
Kabarett - Unterhaltung vom Feinsten

1. November 2013, 20.15 bis 22.15 Uhr
Ort: Kabarett in der Orgelfabrik - die Spiegelfechter
Kartenverkauf 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn
Kartentelefon ganztägig 0721 4762716

Wenn Sie die bittere Erfahrung gemacht haben, dass das Programm der Bundesregierung wie abgestandener kalter Kaffee daherkommt, einer einzigen zusammengerührten Brühe gleichkommt, daher nicht die Bohne genießbar, so dass man sich fragen muss, ob die noch alle Tassen im Schrank haben, also eine einzige Luftnummer mit deutlich überschrittenem Verfallsdatum ist, dann greifen Sie doch zur Krone des politischen Kabaretts und genießen einfach "Kröhnerts Krönung" (Hier sind die Nummern noch Programm), ausgereift zubereitet, daher vollmundig im Geschmack, unfiltrierter Genuss in Spitzenqualität, elegant, würzig, meisterhaft vollendet, garantiert kokainfrei, weil 100% entcomedysiert, eine exklusive Mischung mit der ganz besonderen Note und bei Ihr können Sie tatsächlich und wahrhaftig noch aus dem Satz lesen, obwohl extrastark aufgegossen, können Sie der Sache noch immer auf den Grund sehn... "Kröhnerts Krönung" ist also bestens empfohlen für den ausgesprochenen Feinschmecker, dem jede noch so ausgeklügelte Nuance regelrecht auf der Zunge zergeht, den krönenden Abschluss eines langen Tages - durchaus auch für gekrönte Häupter, den bewussten und stillen Genießer, damit er hinterher wieder hellwach und ausgeschlafen ist!



Eintrittspreis an diesem Abend: 15,-

Good Sounds: HILIGHT TRIBE (Didge), Giovani


Heute Abend in Karlsruhe: Lieder von Bruno Balz

Bruno Balz


''Blätter am Baum, wenn der Herbstwind sie küßt''

Studierende der Hochschule für Musik präsentieren Lieder von Bruno Balz

1. November 2013, 20 Uhr, Kulturzentrum Tollhaus
telefonische Karteninfo: 0721-964050 

Bruno Balz
„Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh‘n“, „Davon geht die Welt nicht unter“, „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, „Adieu…“ – wer kennt sie nicht, die Lieder des Bruno Balz (1902 – 1988). Von Zarah Leander, Hans Albers und anderen Größen wurden sie interpretiert. Was bei Balz so eingängig-schmeichelnd daherkommt oder wie eine schmissige Durchhalteparole klingt, entpuppt sich oft aufs zweite Hören als aufrechte und durchaus riskante Stellungnahme gegen das Nazi-Regime. Im Kraftfeld von ''Wunder'' und ''Widerstand'' erinnert diese Soirée an den in der Nazizeit verfolgten und inhaftierten Textdichter: Ein poetisch-aufrüttelnder Novemberabend zum zweimal Hinhören. Veranstaltung der Evangelischen Erwachsenenbildung Karlsruhe in Kooperation mit der Hochschule für Musik Karlsruhe und dem Kulturzentrum Tollhaus.

Good Sounds: RILKE-PROJEKT Überfließende Himmel 06, ROSENNACHT (Hannelore Elsner)

Hannelore Elsner
Das Rilke-Projekt von Schönherz & Fleer produziert seit einigen Jahren Gedichtevertonungen von Rainer Maria Rilke mit prominenten Schauspielern oder Sängern. MEHR

Morgen Abend in Kaiserslautern: Da kommt noch wer / Ein Mond aus kochender Milch - zwei Kammeropern


Da kommt noch wer - Ein Mond aus kochender Milch

Zwei Kammeropern von Knut Vaage und Camille Kerger
Text von Jon Fosse (Da kommt noch wer) / Text von Nico Helmiger (Ein Mond aus kochender Milch)
Premiere 02|11|2013 | Werkstattbühne

Zwei psychologisch hochspannende Kammeropern um Schatten der Vergangenheit in einem Doppelprojekt – Koproduktion mit dem Théâtre National du Luxembourg.

Zwei unmittelbar zeitgenössische Kammeropern kommen in einem spannenden Doppelprojekt auf der Werkstattbühne jeweils zu ihrer Deutschen Erstaufführung. So unterschiedlich beide Werke hinsichtlich der konkreten Geschichte und der Wahl der musikalischen Mittel auch sind, so haben sie doch starke Gemeinsamkeiten: Beide Opern sind für Sopran, Tenor und Bariton komponiert, beide Geschichten spielen an einem mysteriösen Ort, der keine unmittelbare Flucht erlaubt, in beiden Stücken werden ein Mann und eine Frau von unaussprechlichen Geheimnissen und Schatten der  Vergangenheit eingeholt.

Knut Vaage, geboren 1961, gehört zu den führenden zeitgenössischen Komponisten Norwegens und darüber hinaus. Seine Arbeiten umfassen symphonische Werke, Opern, Kammermusik, Kompositionen für Klavier und Lieder. Seine im Jahr 2000 in Oslo uraufgeführte Oper „Da kommt noch wer“ basiert auf dem erfolgreichen gleichnamigen Schauspiel des norwegischen Dramatikers Jon Fosse, der selbst das Libretto für die Oper einrichtete.

Camille Kerger, 1957 in Luxemburg geboren, ist ein vielseitig begabter Musiker: Posaunist, Sänger, Dirigent und Komponist. Seine vielfältigen Kompositionen wurden von renommierten Orchestern in ganz Europa aufgeführt. Er gehört zu den Mitbegründern des Théâtre National du Luxembourg und war bis 2006 dessen musikalischer Leiter. Seine Oper „Ein Mond aus kochender Milch“ wurde 2001 in Luxemburg uraufgeführt.


Musikalische Leitung:  Markus Bieringer
Inszenierung:  Bruno Berger-Gorski

Good Sounds: CHINTA REISS, Bones Of The Ancestors


Mammutgedichte von Jakob Michael Reinhold Lenz: DIE LANDPLAGEN - II. Die Hungersnoth


Die Landplagen. II. Die Hungersnoth
Gedicht von Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792)

Zweites Buch. Die Hungersnoth


Dich will ich singen, du bleicher Hunger, mit allen den Schrekken
Die dich begleiten, dich will ich den satten Sterblichen singen
Die die brütende Sonne und träufelnden Segen aus Wolken
Und der Erde Bereitwilligkeit und den göttlichen Geber
Schmähen durch Wollust und Ekel und Murren, wie die Wüsten.

Senkrecht strömet die Sonne Feuer auf Fluren und Hayden,
Daß auf Sümpfen Staub liegt, Ströme zu Sümpfen vertroknen
Laub und Zweig ermatten: ein tödtlich Blaß überzieht sie;
Eingeschrumpft und verdorret stürzen beym Wehen des kleinsten
Zephirs, des sie sonst spotteten, sie nun rauschend zu Boden.
Himmel, wo sind deine Wolken, und Nacht deine fließenden Thaue?
Schikt nicht das Meer seinen Dampf empor und die Flur ihre Dünste?
O vergilt ihre willige Gab', unerbittlicher Himmel,
Laß dich zu ihr in Tropfen hernieder, erfreue die Aeren
Die ihre schwarzen erstorbenen Häupter zu dir erheben,
Da sie sonst frölich beschwert dem Landmann entgegen sich bükten.

Ach die Natur ist vergiftet. Die farbenspielenden Wiesen
Liegen izt falb ausgebreitet, und Pharaonische magre
Kühe suchen dort Nahrung, und füllen die Mäuler mit Staub an.
Auch scheint die Erde nicht mehr dem Landmann gehorchen zu wollen
Der verzweiflungsvoll hinter den Pflug tritt. Was säest du, Sämann?
Eh ihn der Akker empfängt ist schon dein Saamen erstikket.
In hartnäkkiger Ohnmacht liegt die Natur: ein Bild des
Todes der Welt, des lezten Verderbens, wenn in das Chaos
Dieser Ball, von unsinnigen Würmern bewohnet, hinabstürzt.

Dort ist ein einsames Haus, ganz einsam, mit müßigem Schorstein:
Die umliegenden Ställe sind alle stumm von den Heerden
Die sonst muthig dort brüllten: nicht Enten wakkeln und schnattern
Mehr durch die Pfüzzen, kein Huhn lokt goldgefiederte Jungen
Unter die warmen Flügel, noch springen dummblökkende Schaafe
Im anlachenden Klee. Ein Schwarm von gierigen Raben
(Einzige Freunde der Theurung) fällt auf die in dem Hofe
Häufigen Aeser und krächzt die Todesgesänge der Schöpfung.
Jezo schlüpft ein dürrer Mann am leitenden Stekken
Aus der knarrenden Thür; eine Schaar von unmündigen Kindern
Eilt mit Geschrei ihm nach und kann nicht den Vater erreichen
Der die Hand vors Gesicht hält und fliehet: "Kann ich der Kinder
Winseln nach Brod noch länger hören, noch länger sie ansehn
Wie sie täglich verwelken, sehn die einsinkenden Wangen?"
So spricht er und wanket und hinket zum nakkenden Walde
Und am nächsten Baume hängt er sein lebend Geripp auf,
Daß der Versucher Hohnlachet und die Raben drob jauchzen.

Auf den Landwegen seufzet kein schwerer Wagen voll Korn mehr
Und in den lärmenden Wäldern erhebt sich ein Brüllen und Kreischen
Streitender Bestien, die, da Ställe und Weiden entblößt stehn,
Untereinander sich würgen. Es schießt der Jägerhund keichend
Ueber Fluren und durch den Forst: dann steht er und winselt,
Daß er kein lauschendes Wild mehr aufspührt. Lange schon waren
Die Harmonien des Waldes verstummt. Mit schlaffem Gefieder
Liegt über ihre Jungen erstarrt Philomele gebreitet.
Mit weitausgespreiteten Flügeln, die selten nur in der
Luft sich bewegen, das Gleichgewicht haltend, (wie Ruder, wenn mit dem
Strom ein Boot schwimmt) gleitet der tükkische Habicht; einzeln
Abgebrochen ertönt sein Feldgeschrei: aber vergebens
Strömt sein räubrischer Blik in Höhlen der Bäume, vergebens
Sucht er unter dem Hausdach in stillen Nestern den Raub auf:
Ihm ist der Hunger zuvorgekommen, und wird ihn bald selber
Fressen. Käfer und Mükken schwirren nicht mehr in den Lüften
Und an erstorbenen Waldrosen hängt die vertroknete Biene:
Schönes Grab! So stirbt am Busen der Liebsten ein Jüngling.
In den versiegten Teichen wühlen mit forschendem Schnabel
Hungrige Störche vergebens und ziehn statt Fröschen und Fischen
Schlamm und Mooß aus der Tiefe hervor. Nur im Bauche des Hirsches,
Den izt leichte Beine und Waffen des Haupts vor dem Tode
Retten nicht konnten, wimmeln gesättigt die frohen Gewürme.
Wie, wenn ein Sohn des Goldes von Schmeichlern und Schuldnern gestürzt wird,
Dann die neidischen Nachbarn in seinen Ruinen sich theilen.
Dort liegt Zadig ein Greiß am Weidenbaum, der mit entlaubten
Zweigen vergeblich strebt ihm gewohnten Schatten zu reichen.
Auf seinem müden Knie sizt der ihn anlallende Enkel,
Sieht oft nach ihm hinauf und weint nach Nahrung und Labsal.
Ach wie zerschneidet diß Weinen das Herz des zärtlichen Greises!
Hundert mal hebt er sich auf, zu fliehn, und hundert mal sinkt er.
Ueber ihm schwebet in Wolken höllischer schwarzer Verzweiflung
Satan, und strömet ihm Sünde ins offene Herz, und versucht ihn
Wie den in der Wüste, der nie von Sünde was wußte.
"Ich, so schwärmen Gedanken in seiner Seele, muß langsam
Sterben! den langsamen Tod des Knaben sehen! Er winselt:
Und ich kann ihm nicht helfen! Ich, der ich sonst ihm mit offnen
Armen väterlich zärtlich zueilte, der ich entzükket
An meine alte Brust ihn drükte, ich kann ihm nicht helfen -
Und muß sterben: Greisen selbst schrekliches Wort! - - Wie oft hat
Seine unschuldige Hand mit meinen silbernen Lokken
Schmeichelnd gespielt? - Wie soll ich ihm helfen, wie soll ich die lange
Pein von ihm wenden, die ihn wie fressend Feuer verzehret?
Tod, komm schnell über ihn: dann segn' ich dich. Stürzet ihr Hügel!
Und begrabt ihn, daß ich sein leztes Girren nicht höre. -
Aber ich selbst muß mich seiner erbarmen; der Himmel ist eisern,
Und die Erde ist eisern: ich selbst muß mich seiner erbarmen! -
Ich will ihn schlachten, eh Hunger ihn tödtet. Wie Abraham seinen
Isaak schlachtete, will ich ihn schlachten. Vielleicht daß in jenen
Hekken sich dann mir ein Bok entdekket, wie jenem: dann wollt ich
Froh ihn nehmen, den Bok, ihn würgen und meinem Enkel
Niedliche Bissen bereiten und mit seinem Blute ihn tränken;
Denn der Fluß ist vertroknet und Seen und Teiche sind Sümpfe."
Und nun sizt er und sinnet. - Nun hebt er den dürren, entnervten
Arm und durchboret das Herz des Enkels - doch schleunig von innrer
Heftiger Reu ergriffen, zieht er mit bebenden Händen
Bleich, den Dolch aus der Brust des Kindes und wirft ihn weit von sich.
"O verfluchtes Eisen!" ruft er und rauft sich die weissen
Haare aus dem Haupt, und heulet mit furchtbarer Stimme.
Aber der Knabe sinkt hin, fällt von seinem Schooß auf die Erd
Zappelt im Blut und schreyt nicht, nein erstikket im Schreyen.
Grausamer Stoß du bist geschehn. Umsonst stürzt der Alte
Auf das durchstochene Herz des Ermordten und hält mit blassen
Lippen das gewaltsam aussprudelnde Blut auf. Noch einmal
Schreyet das Kind, noch einmal zukt es den Mund und wirft die
Schon erstarrende Hand mit Angst der röchelnden Brust zu;
Da entflieht seine Seele, und bald wird Hunger und Ohnmacht,
Reu und Wuth und Verzweiflung auch seinen Mörder entseelen.

Nahe dich Muse! der Stadt, dem Sammelplaz schändlicher Thaten,
Dieser Geburten der harten und menschenfeindlichen Herzen,
Wenn die Noth sie beklemmt. Von unabsehbaren Heeren
Schreklich umzingelt liegt sie: in ihren Maureu verbreitet
Hunger und um sie von aussen der Feind, ein anhaltendes Sterben.
Göttin Aurora, so sahst du, so oft du dein Zelt an dem Himmel
Aufschlugst Jerusalem ehmals von aussen mit Spiessen umpflanzet,
Und inwendig voll schwarzer entstelleter Leichen. -
Schaut: wie hier Nebukadnezare, gierig entbrannt sind die Blikke,
Auf den Aesern liegen und selbst halb Aas sie verzehren.
Ueber sie flattern neidische Krähen und scheltende Raben
Stehlen sich oft hinzu, und theilen mit ihnen die Beute.
Jünglinge nagen die Zähne stumpf an Sätteln, und Greise
Füllen mit stinkendem Mist den ekelloßschmachtenden Schlund an.
Aus jenem dumpfen Gewölb erwacht eine klägliche Stimme,
Und ich gukke durchs äussere Gitter. - Entsezliches Schauspiel!
Würdig die Hölle zu zieren! Vom schröklichsten Dunkel beschattet,
Schlachtet ein wüthendes Weib ihr Kind. Umsonst fällt es nieder,
Dreimal nieder aufs Antliz und flehet mit heissen Tränen
Mit erblaßtem Gesicht und lautem Zittern und Schluchsen
Um sein jugendlich Leben; vergeblich schlingt es die Aermchen
Um die stampfenden Füsse der Mutter. Oft zwar empöret
Sich das Muttergefühl, es schwillt der abscheuliche Busen
Der das unschuldige Opfer genährt, von erschütterndem Schmerze,
Und der ausgestrekkete Arm weicht kraftloß zurükke;
Aber ihn lenket die Macht der Höll', er vollführt, er vollführet,
Er vollführet den schröklichsten Streich. Sie schreyt, sie mordet und knirschet,
Rauft ihr Haar mit der Linken, und tödtet ihr Kind mit der Rechten.

Bebst du, Muse? Verlaß sie, verlaß die verfluchteste Scene!
Laß die Höll' ihre That mit gräßlichem Heulen besingen!
Stimme die silbernen Sayten die solch ein Thema erniedrigt!
Sieh, dort ruft eine edlere Mutter die hungrigen Kinder
Traurig zusammen; sie hat vom kleinen Reste des Mehlkorbs
Und des Oelkrugs das lezte nothdürftige Mahl zubereitet:
"Kinder, die ich mit Schmerzen gebar, mit größerem Schmerze
Seh ich euch sterben. Kommt! erquikket die schmachtende Zunge!
Dann, mit brechendem Herzen will ich euch segnen, ihr Satten!
Und will sterben." Nun pflanzt sich das magre Geschlecht um die Schüssel -
Schnell ist sie leer. Mit Wangen auf welchen die Tränen vor Hizze
Stehn blieben, schlang die Jugend eilfertig die sparsame Kost ein:
Und nun sizzet sie sprachloß: noch tobt der müßige Magen
Und der Gaumen vertroknet, wie heisses Eisen, auf welches
Wenige Tropfen fallen; die Tränen rollen von neuem.
Aber die Mutter, sie hat für ihre Kinder gefastet,
Hebt die Augen zum Himmel, ihr mütterlich Herz ist in Aufruhr:
Balde sinkt sie, zu heftig von Schmerz und Liebe bekämpfet,
Von ihrem Siz zu Boden. Erschrokken stürzen die Kinder
Auf sie: "Mutter, stirb nicht! stirb nicht geliebteste Mutter!"
Aber ihr Geist verläßt sie. Der lezte Blik ihrer Augen
Ist noch mitleidig zärtlich auf ihre Kinder geheftet;
Zwar sie kann nicht Worte stammeln, nicht Seufzer erpressen,
Denn die Zung' ist gebunden, ihr sterben die Seufzer im Busen;
Aber inwendig rufet ihr starkes Geschrey zu dem Höchsten,
Zum dem Höchsten, der Raben ernährt und krümmenden Würmern
Auf ihrer langsamen Reise die Speis' entgegen führt. Und der
Herr, der Erbarmer hörts und spricht: - es feyern die Himmel -
"Ich will aufhören, sie zu plagen. Sie sind meine Kinder,
Ihr Geschrey ist vor mir gekommen. Ich hörte dich röcheln!
Stimmen des Todes, ich hört' euch. - Flieh, verderbender Hunger!"

Wie ein räubrischer Adler, wenn hezzende Stimmen der Jäger
Und das schmetternde Hüfthorn weit durch die lauten Gesträuche
Tönen: er lauschet und regt die schwarzen Fittige, hebt sich
Und beschattet die Wipfel der Linden; dann fliegt er zur nächsten
Eiche, schwingt sich empor, durchschiffet die seufzenden Lüfte,
Wird dicht unter den Wolken zur Lerche - und verschwindt dann:
So schrekt den gierigen Hunger der Ruf des allmächtigen Vaters;
Ungern verläßt er die Erde. Da regnet der eiserne Himmel.
Dankbar richten die Blumen sich auf: die schwimmenden Wiesen
Und die Hügel und Hayne beginnen zu lächeln; die Teiche
Schwellen empor und die stillen Flüsse murmeln von neuem,
Wie dem Ohnmächtigen, wenn ihn ein Balsam erfrischet, das Auge
Wieder entwölkt wird, die Glieder sich regen, und langsam zum Herzen
Durch die schlaffen Adern sich das belebete Blut drängt.
O wie sammlen die Menschen den nassen Regen des Himmels
In Gefässen auf, und löschen die brennenden Schlünde!
So drangen einst die Hebräer mit offenen Mäulern und Krügen
Zu dem strömenden Felsen, wie hier die lechzende Menge
Unter geöfneten Wolken harrend stehet und Wasser
Einerndtet, dann ihre Beute liebkosend und jauchzend ins Haus trägt,
Wo sie sich labt, erquikter als Funchals Fürst bei Pokalen.

Balde winken die Früchte von wieder umkleideten Bäumen,
Und in den leeren Vorrathskammern der Hülsen der Aeren
Keimt der Segen des Landes. Doch kennt die heisse Begierde
Keine Geduld, noch läßt sie der wohlthätigen Erde
Und dem Thau des Himmels und den nun fruchtbaren Stralen
Zeit die Körner und Früchte zu reifen. Heimlich unmuthig
Ueber den Lauf der Natur entreissen zalenlose Hände
Die vom angestammeten Gift nicht befreite, unzeitge
Nahrung den sträubenden Halmen: und sieh! die verderbende Seuche
Schwebt, ein weitausgebreitetes Ungeheuer über die satten
Städte, und droht mit scheußlichlächelndem Antliz den Schlemmern,
Die von neuem an Tafeln, beladen mit Mißbrauch und Wollust,
Den verkennen, der Thau an Spizzen der Gräsgen und Tropfen
An die Kronen der Aeren hängt und die Erde befruchtet.

Good Sounds: ARIEL KALMA, Didge And Drums


Blick ins Atelier: BUBBLES von Bernard Bieling


BUBBLES
ACRYLIC AND COLLAGE ON CANVAS, 2008
100 x 70 cm, DIPTYCH, 50 x 70 cm EACH

Bernard Bieling, geboren 1952, studierte Kunst und
Kommunikationsdesign an der Muthesius-Universität
in Kiel, Deutschland. Er ist Diplom-Designer (Bachelor of
Arts) und lebt heute in Ruppichteroth bei Köln/Bonn.