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Dienstag, 31. Juli 2012

Buchbesprechung: Das neue GOETHE-JAHRBUCH (2011)

Goethe-Jahrbuch 2011
Hg. von Jochen Golz, Albert Meier und Edith Zehm Goethe-Jahrbuch
(Im Auftrag des Vorstands der Goethe-Gesellschaft)
Göttingen 2012, Bd. 128, 2011, 512 S., 39 Abb.,
brosch., 29,95 € (D), Wallstein Verlag
 

Das Goethe-Jahrbuch 2011 versammelt die Vorträge der Konferenz »Goethe und die Künste«, die im Juni 2011 ca. 600 Goethefreunde aus 20 Ländern in Weimar zusammengeführt hat. Es enthält zudem Abhandlungen und Miszellen zu Goethes Leben und Werk.
Veröffentlicht werden auch die Essays der Preisträger des 3. internationalen Essay-Wett­bewerbs der Goethe-Gesellschaft. Ein umfangreicher Rezensionsteil zu wichtigen Neuer­scheinungen sowie Berichte über das Wirken der Goethe-Gesellschaft im In- und Ausland ergänzen den Band.


Aus dem Inhalt:
  • Ernst Osterkamp
    Das letzte Jahr. Die Künste im Leben eines Mannes, der den Tod nicht statuierte
  • Lucia Ruprecht
    Werthers Walzer: Tanz als kulturelle Kodierung von Liebe und Intimität
  • Tina Hartmann
    Von »Erwin und Elmire« zum »Faust«-Libretto – warum Goethe ein Leben lang Opern schrieb
  • Dieter Martin
    »Genien« im »Gedränge«. Die »Wilhelm Meister«-Lieder und ihre Komponisten
  • Helmut Schanze
    »man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein«. Goethe und die ›absolute‹ Musik
  • Sabine Schneider
    »ein strenger Umriß« – Prägnanz als Leitidee von Goethes Formdenken im Kontext der Weimarer Kunsttheorie
  • Johannes Grave
    Illusion und Bildbewusstsein. Überraschende Konvergenzen zwischen Goethe und Caspar David Friedrich
  • Werner Busch
    Goethe und Neureuther. Die Arabeske: Ornament oder Reflexionsmedium?
  • Susanne Muller-Wolff
    »von der Kunst zur Natur, von der Natur zur Kunst zurück«. Goethe als Gartenkünstler und Kritiker der Gartenkunst
  • Sabine Doering »so fand ich ihn«. Goethe und Hölderlin – Stationen einer komplizierten Begegnung
  • Mathias Mayer
    Warum eigentlich »Thule«? Goethes Ballade »Der König in Thule« als Ausnahme
  • Rudiger Nutt-Kofoth
    Erzähltes Leben zwischen Überlieferung und Konstruktion. Goethes »Hackert«-Biographie und das Problem des ›congruenten Ganzen‹
  • Gabrielle Bersier
    Kulturbruch und transkulturelles Einvernehmen: Goethes deutscher Brief an Madame de Staël in Dresden
  • Gerhard R. Kaiser
    Mme de Staëls »De l’Allemagne« und Goethes Überlegungen zur ›Weltliteratur‹
  • Ivo Schneider
    Goethe als Vorbild für die Einstellung deutscher Bildungsbürger zur Mathematik?
  • Jochen Golz
    Ein ›Selbstdenker‹ im unklassischen Weimar. Aus Anlass von Eberhard Haufes »Schriften zur deutschen Literatur«
  • Herbert Muller, Dieter Herrig
    Goethes Hexen-Einmaleins – ein neuer Erklärungsansatz
  • Sabine Schafer
    Alexander Palmer alias Blankenstein – auf der Spur eines Hochstaplers

Dichterhain: HAIKU von Felicitas Göbel

(c) Florian Czech, Fließende Wasser, www.flowflo.blogspot.com


Fließendes Wasser
In ständiger Bewegung
Lauf der Ewigkeit

© Felicitas Göbel

Gründerin und 1. Vorsitzende vom Verein
"Lesen & Kultur für alle e.V.", Münster in Hessen,
www.fundament-lesen.de

Montag, 30. Juli 2012

Newcomer des Monats: AN JEDEM TAG EIN HAIKU von Birgit Heid


Birgit Heid
An jedem Tag ein Haiku.
Kleine Atempausen
Norderstedt 2011, 132 Seiten, broschiert,
8,90 €, Books on Demand
ISBN-10: 3842373317
ISBN-13: 978-3842373310

Haiku sind eine beliebte Form des traditionellen japanischen Kurzgedichtes. Sie stellen ein Naturdetail unter jahreszeitlicher Betrachtung in den Mittelpunkt und knüpfen eine Reihe von weiteren Ideen daran. Man kann mit Haiku innehalten und abschalten, nachdenken und sinnieren. Sie stellen die kürzeste Literaturform überhaupt dar. Haiku möchten den Leser/die Leserin kontemplativ berühren. Birgit Heids 366 Haiku für jeden Tag sind in ihrer südpfälzischen Heimat, darüber hinaus im Hochschwarzwald und im Chiemgau entstanden.


Birgit Heids Gedichte gefallen durch eine geschliffene Ausdrucksweise, meisterhaften Gebrauch von dichterischen Metaphern und Assoziationen. Ihre Dreizeiler haben die Kraft, anhaltende und beeindruckende Assoziationen hervorzurufen. Die formulierten Welten strahlen einen hohen Reiz aus und setzen starke Impulse für die Fantasie.

3. Juli

Teichrosenköpfe
vor üppiger Entfaltung:
Hälse hoch gereckt.

4.Juli

Einfache Esche
am See, gabelstämmig, licht:
Die Ruhe wohnt hier.

5. Juli

Altes Ruderboot,
die Angeln sind schon locker,
schwer umzudrehen.

1. September

Der Feuerdorn hängt 
schwer und voll; eine Amsel
flüchtet wie ein Dieb 

Dichterhain: ABSCHIED von Viktoria Vonseelen

Abschied

fordernde winde
erklimmern
steinerne wälle,
finden spuren
in zerklüfteten gemäuern,
durchdringen alles
erforschen ungefragt

jeden winkel meiner seele
wirbeln auf
zerren altes,
                  ungeliebtes hervor
bringen trennende
             wände
zu fall

sehen
        fühlen
                 hören

noch einen moment
erstaunter stille  -

atme  gelassen
allen unrat
über die grenzen
meines seins
hinweg -

ein vorsichtiger blick
über die ruinen
meiner zerfallenen festung

erblicke
mich

erblicke
FREIHEIT.

Norden, 26.7.2012  (c) Viktoria Vonseelen

Sonntag, 29. Juli 2012

Neu auf dem Markt: orte 170 - DICHTER. NEBEL aus der Schweiz


Dieses sommerliche orte-Heft widmet sich einem scheinbar unsommerlichen Thema: dem Nebel. Denn so, wie die Dichterinnen und Dichter ihn sehen, ist der Nebel mehr als nur eine feuchtkühle Naturerscheinung: Kann sich hartnäckiger Nebel nicht mitten im Hochsommer in unseren Köpfen bilden, uns ablenken und daran hindern, die Wirklichkeit zu sehen?  

Als die Hexen in Shakespeares Drama Macbeths fatalen Ehrgeiz aufkochen wollen, wird jedenfalls die Welt zunächst neblig und Macbeth verwirrt. Umgekehrt kennen wir alle den guten Nebel, der gnädig verdeckt, was nicht gewusst werden muss, der uns friedlich stimmt und vorübergehend mit dem Dasein versöhnt. Dieses orte-Heft versammelt darum Autorinnen und Autoren, die den Nebel in seinen ungezählten Facetten ergründen, den wirklichen in der Natur, aber auch den imaginären in den Gedanken der Menschen. Originelle Nebelmomente, die überraschen und nachdenklich stimmen, finden sich hier in Texten von heutigen Poetinnen und Poeten - Theo Breuer, Andreas Grosz, Roland Merk, Jörg Neugebauer, Ilma Rakusa, Gerhard Rühm, Sabine Wang und anderen -, und nicht zuletzt in bekannten und weniger bekannten Nebelgedichten und Nebeltexten der großen Dichter der Moderne.

Dichterhain: KÜNSTLERSEELE von Harald Göbel (gest. am 19. Juli 2012)


(c) Florian Czech: Auf der Suche
Künstlerseele

Seele des Schönen
Ewige Blume

Trauriger Regen
Glitzernder Schnee

Erben und Wollen
Lernen und Können

Tosende Stürme
Segeln im Wind

Schauen und Fühlen
Sehen Erkennen

Nebel so düster
Glänzender Tau

Einsamer Ruhm
Doch unverstanden

Herrliche Sonne
Bleicher Mond

Ewige Seele
Wie Blumen so schön

(c) Harald Göbel, (23. Juni 1952-19. Juli 2012), Architekt,
Bühnenbildner bei Hans Neuenfels, Maler und Lyriker


Samstag, 28. Juli 2012

Fantasie zur Nacht: DEINE HAND von Birgit Heid

Deine Hand


Reich mir deine Hand durch
all die Jahre die wir unsre
Nähe lebten selbst die Zeiten
vor uns kennst du und bewahrst

sie weil du weißt was mit mir
schwingt wenn du gelegentlich
an mich noch denkst vielleicht
auch täglich reiche mir die Hand

die wunderschöne die ein Spiegel-
bild und wie für mich gewachsen
sagtest scherzhaft du zu mir in
jenen Ebenen als Dunst über die

Felder zog reich mir die Hand
die ausgestreckt du hieltest und
geduldig wartend bis ich Regen
mich in sie ergoss und die mich

fest hielt mich berührte sinnlich
und verlockend die sich anbot
wenn die Zunge sie verlangte
deine Hand vermisse ich.

Dichterhain: URGEWALT von Hannes M Pum

URGEWALT
von Hannes M. Pum


BLÜTE UNS´RER WUNDERVOLLEN ERDE,
WO BIST DU? KANN DICH LESEN, HÖREN.
BEGEHRT VON ALLEM, WAS IN MIR IST, WERDE.
HELLER DENN JE, SO FERN, MAGST MICH BETÖREN.

BEETHOVENS FÜNFTE -- IM SCHATTEN DER FICHTE.
KONZERT DER NADELN IN MEINEM HERZ.
HÖLLE -- DIE QUALEN, HIMMEL -- DIE DICHTE
DER KLÄNGE MICH ZIEHENDER GEWICHTE. EIN SCHMERZ.

BRENNE IM INNERSTEN MEINES ICH.
BLUT IN MEINEM HAUPT BEGINNT ZU KOCHEN.
AUFSCHREI DER SEELE -- SEH´ DICH!
DEINE WUND GEKLOPFTEN KNÖCHEL POCHEN

AN DER PFORTE MEINER ZITADELLE.
BREIT´ AUS MEINE ARME, MÖCHT´ FLIEGEN,
ZU DIR, JETZT, JETZT -- MEINES FEUERS QUELLE.
WILL DIESE URGEWALT NIE BESIEGEN.

Freitag, 27. Juli 2012

Fantasien zur Nacht: MAGNOLIE von Erika Ott

MAGNOLIE

Mein erster Blick

du räumst dein Zimmer um
wenig Licht fällt

durch die Fenster

schmale Augenschlitze
du blinzelst mich an

deine Arbeit ruht

lange Umarmungen weich
der Pullover

violett auch

das Lager aus Stoff
Beuteltee Malve

Schmetterlinge

sind unsere Lippen
im Wettstreit um Tau

Angekommen

in ihrer Umschlingung
Ganzkörperanliegen

unter deiner Hand

darfst du nehmen was dir blüht
auch ich frage nicht

sondern die Türe

fällt in ihr Schloss ohne
heimliche Blicke

Münder geöffnet

zum Lächeln der Leidenschaft
geformt dein Haar

kitzelnd und rau

in meiner Hand jedes Eck
deines Körpers

unterwegs

zu neuen Ufern meiner
Fingerspitzen

Taschentuchzipfel

an deinen Erfahrungen
lässt du mich schnuppern

die wir die Jugend

nachfeiern mit Malventee
Blüte benetzen

die Magnolie

lila Farbe der Fürstin
auf ihrem Parkweg

der Schoß der Natur

mit ihren dicken Knospen
tiefer ihr Leuchten

beim Anblick

der gehauchten Worte
schreibe mir schreibe

doch weht der heiße

Wüstenwind quer durch den Raum
gelbe Fahnen

schweißgebadet

die taunasse Fahrbahn
Unendlichkeit

in der Weite

des Himmelslichts engelsgleich
unser Gesang

wieder und wieder

die zarten Berührungen
wie zufällig

auf dem unbenutzten

Weg der Rückkehr
zehn Meter weit

an einem Mittag

schreitet die Gewandete
hechelnd vor Glück

im Wettstreit

der Körper um die Quellen
duftender Schauplatz

und kunterbunt

alle Jahreszeiten
vereint. 

(c) Erika Ott

Heidis Gedichtetipps: WAHRNEHMEN von Hilde Domin


Alle Rechte: Nikolaj Ullmann, erlangenwladimir.wordpress.com

Wahrnehmen

Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.


Hilde Domin
, geborene Löwenstein, verheiratete Hilde Palm (* 27. Juli 1909 in Köln; † 22. Februar 2006 in Heidelberg), war eine deutsche Schriftstellerin. Sie war vor allem als Lyrikerin bekannt. Nach ihrem Exil in der Dominikanischen Republik, von der Domin ihren Namen nahm, lebte sie von 1961 an in Heidelberg. (wikipedia)

Donnerstag, 26. Juli 2012

Kalkofe ab Oktober 2012 wieder auf der Mattscheibe (Tele5) und Zuschaueraktion: Meld den Scheiß, den du dir anschauen sollst



OLIVER KALKOFE is BACK FOR BAD! Unser MANN MIT DER MATTSCHEIBE ist endlich zurück! Deutschlands TV-KritikerPapstGott-Nr. 1 entert mit seiner vielfach preisgekrönten und von der Rat Pack Filmproduktion produzierten Kultshow ab Herbst 2012 wieder die heimischen Flimmerkisten. 



"KALKOFES MATTSCHEIBE - REKALKED" wird die Neuauflage der kritisch-komischen Medienschelte Marke Kalkofe heißen und ab Oktober 2012 immer freitags um 20 Uhr bei TELE 5 auf Sendung gehen.



Der ungewöhnliche Clou: Es gibt vom Start weg gleich 30 Folgen und somit 30 Wochen geballten Kalk am Stück, fein portioniert in 15-minütigen Shows, genau wie zu Beginn der Mattscheibe-Ära bei Premiere in den frühen 90er Jahren. Bei TELE 5 darf KALKOFE, und das wird die Fans besonders freuen, die neue Staffel endlich wieder als packendes, aktuelles Konzentrat seiner spitzen Medienkritik auf einen Sender bringen. KALKOFE findet bei TELE 5 somit eine neue TV-Heimat - und weitere Partner aus dem Bereich PayTV und Online werden folgen... überall da, wo man noch mit großer Freude fernsehen und Fernsehen machen darf!

In 15-minütigen Episoden zeigt uns das selbsternannte FURUNKEL AM ARSCH DER UNTERHALTUNG wöchentlich den schlimmsten Scheiß, den Fernsehdeutschland zu bieten hat und liefert auch gleich das geniale Gegenmittel. Ob Casting-Showgurken oder Reality-Ramschware, durchgedrehte Fernseh-Weissager im Astro-Koma und all die anderen telemedialen Klimakatastrophen unserer Tage – keiner entkommt Kalkofes bittersüßer Rache. In bewährter Manier wird der Kalkman wieder in seinen Smoking mit der pinken Fliege oder in die Rollen seiner Opfer schlüpfen und ihre kreative Querschnittslähmung mit seiner sehr subtilen Schocktherapie behandeln.

KALKWATCH! Zuschauer als Medienpolizei - machen Sie mit! Melden Sie TV-Trash, KALKOFE entsorgt den Müll in seiner Show.
Zuschauer als Medienpolizei - TV-Verbrechen melden: 


www.kalkwatch.de
(Sag Bescheid, wo der Kalk rieselt, der Unfug sprießt, die Verblödung wächst und TV-Marketing weh tut)

 
Damit unser TV-RÄCHER KALKOFE auch möglichst viele Anschläge auf den guten Fernsehgeschmack aufdecken kann, ruft er ab sofort alle Zuschauer zum Mitmachen auf. Jeder Bürger mit gesundem Menschenverstand, einer Glotze und Internetzugang ist aufgefordert, seinen ganz persönlichen TV-Trash zu melden, damit niemand mehr ungestraft davon kommt! Mit KALKWATCH hat OLIVER KALKOFE zu diesem Zweck einen digitalen Komposter für medialen Sondermüll eingerichtet, für alle und umsonst! Auf der Plattform www.kalkwatch.de können Fernsehzuschauer ab sofort Ihre Notrufe senden und TV-Verbrechen direkt melden. Kalkofe persönlich wird die schlimmsten medialen Aborte in KALKOFES MATTSCHEIBE - REKALKED gnadenlos enthüllen und rückstandsfrei entsorgen!
 
Machen Sie mit - dem Fernsehen zu Liebe...!


Über OLIVER KALKOFE
Oliver Kalkofe wurde 1965 in Hannover geboren und ist in Peine aufgewachsen. Nach einem Publizistik-, Anglistik- und Germanistik-Studium in Münster machte der gelernte Fremdsprachenkorrespondent in der sonntäglichen Kultshow „Frühstyxradio“ des niedersächsischen Radiosenders ffn erstmals als Comedian mit seinem respektlos bissigen Humor auf sich aufmerksam. Mit der preisgekrönten TV-Satire „Kalkofes Mattscheibe“ wurde er zu einem der bekanntesten und beliebtesten Comedians und zu Deutschlands schärfstem Medienkritiker. Die Sendung wurde 1996 mit dem renommierten Grimme-Preis und 1999 mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet.
Das Kino eroberte er als Co-Autor und Co-Produzent mit den Edgar-Wallace-Parodien DER WIXXER (2004) und NEUES VOM WIXXER (2007), in denen er außerdem eine der Hauptrollen spielte. Darüber hinaus ist Oliver Kalkofe ein erfahrener und beliebter Synchronsprecher: Er war u. a. die deutsche Stimme des gefräßigen Katers „Garfield“ in GARFIELD 2 (2006) und sprach unter anderem Hauptfiguren in den computeranimierten Kinofilmen ROBOTS (2005), URMEL VOLL IN FAHRT (2008), MONSTERS VS. ALIENS (2009) und MEGAMIND (2010). Für die deutsche Fassung der TV-Serien „Little Britain“ und „Come Fly With Me“ war er neben seiner Tätigkeit als Synchronsprecher auch als Autor für das Synchronbuch aktiv.
Außerdem verfasst er für die Programmzeitschrift TV Spielfilm regelmäßig die medienkritische Kolumne KALKOFES LETZTE WORTE, die im Radio wöchentlich auf Radio Eins in Berlin präsentiert wird.

Dichterhain: UND SIE TANZTEN BIS ZUM MORGEN













Und sie tanzten bis zum Morgen

Ach, wie leicht ist doch die Hülle,
wenn man tanzt die ganze Nacht.
Schwerelos sind Arm und Beine,
und das Herz es springt und lacht.

Könnt ich tanzen doch im Himmel,
und auf Erden wie ich´s will.
Schwerelos sind meine Glieder,
letzter Ton wird endlich still.

Und wir tanzten bis zum Morgen,
tanzten uns die Seele frei.
Schwerelos sind wir geflogen,
Du und ich und Du - wir drei.

Ach, wie leicht sind unsre Glieder,
grad als wären sie nicht da.
Schwerelos Arm, Kopf und Beine,
doch wir drei sind uns nun nah…

© Ute AnneMarie Schuster, Weiz, Austria

Mittwoch, 25. Juli 2012

Buchbesprechung: WER BLEIBT, OPFERT SEINE JAHRE, VIELLEICHT SEIN LEBEN

»Wer bleibt, opfert seine Jahre, vielleicht sein Leben«
Deutsche Juden 1938-1941

Hg. von Susanne Heim, Beate Meyer und Francis R. Nicosia
Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden
(Für die Stiftung Institut für die Geschichte der deutschen Juden,
hg. von Stefanie Schüler-Springorum und Andreas Brämer), Bd. 37
Göttingen 2010, 301 S., 1 Abb., geb.,
Schutzumschlag, 34,90 € (D)






Mit den Nürnberger Gesetzen wurde die rassistische Politik der Nationalsozialisten bereits 1935 offenbar. Zwischen 1938 und 1941 änderte sich die Situation für deutsche Juden noch einmal radikal. Nach Schikanen folgten Entrechtung, Vertreibung und schließlich Verfol­gung. Wie deutsche Juden auf die staatlich organisierte Vertreibung reagierten, zeigen die Beiträge des internationalen Workshops, der im Mai 2009 in Hamburg stattfand. Sie schildern die Lageeinschätzungen, Handlungsmöglichkeiten und -grenzen jüdischer und nichtjüdischer Organisationen im In- und Ausland, die versuchten, Juden aus dem Deutschen Reich in Sicherheit zu bringen. Es wird deutlich, wie groß dabei auch die Rolle von Alter, Geschlecht, Schichtenzugehörigkeit und nicht zuletzt auch die des Glücks und der günstigen Umstände für die Emigration war. Ein Teil der Beiträge des Bandes ist in englischer Sprache verfasst.

Die Herausgeberinnen

Susanne Heim, geb. 1955, Projektleiterin und Mitherausgeberin im Editionsprojekt »Juden­verfolgung 1933-1945«; Veröffentlichungen u.a.: The Kaiser Wilhelm Society und der National Socialism (2009).
Beate Meyer, geb. 1952, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg; Veröffentlichungen u.a: Jews in Nazi Berlin. From Kristallnacht to Liberation (2009).
Francis R. Nicosia, geb. 1945, Raul Hilberg Distinguished Professor of Holocaust Studies, University of Vermont, Burlington; Veröffentlichungen u.a.: Zionism and Anti-Semitism in Nazi Germany (2008).

SCHWIMMBADBETRACHTUNGEN von Annette Kallweit




Welches ist wohl die langsamste Art, sich im Wasser zu bewegen?
Das Hindümpeln auf einer Luftmatratze steht da wohl an allererster Stelle.
Und danach kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Aquajoggen.
Dachte ich jedenfalls immer.

Aufgrund meiner intensiven Schwimmbadstudien, die ich ab und zu mehr oder minder unfreiwillig betreibe, bin ich aber eines Besseren belehrt worden.
Standschwimmen geht auch.

Omma Herta, wie ich sie liebevoll nenne, seitdem ich einmal wöchentlich an ihr vorbei marschiere, die kann perfekt stehend schwimmen. Sie steht fast senkrecht im Wasser, bewegt ihre Beine überhaupt nicht, paddelt ein bisschen vor sich hin und zieht so gemütlich ihre Bahnen. Nur ab und zu wird Herta richtig böse.

Dann nämlich, wenn Herr Pitschiplatsch mal wieder wie ein Wasserpflug an ihr vorbei rauscht. Nun könnte man ja meinen: wer ins Schwimmbad geht, der wird logischerweise auch nass. Es gibt aber einen Unterschied zwischen „normal nass“ und „fies nass“.
Zunächst haben mich Hertas Zornesausbrüche amüsiert.

Bis Herr Pitschiplatsch seine kümmerlichen Kraulversuche auf meine Bahn verlegte und mir eine derartige Wasserkeule ins linke Ohr schleuderte, dass ich das auch nicht mehr ganz so komisch fand. Danach habe ich nämlich gefühlte zwölf Stunden auf einem Bein hüpfend verbracht, um mir das Wasser aus dem Ohr zu schütteln. Das war nicht nur anstrengend und optisch wenig ansprechend, sondern hat mich auch einsam gemacht. Ich konnte nämlich nicht mehr allzu viel hören. Seit diesem Tag gehe ich immer ins Kinderbecken, wenn Herr Pitschiplatsch sich wie eine Bombe zu Wasser lässt.

Und im Kinderbecken beobachte ich dann die ersten Schwimmversuche von einem fröhlichen Baby, das immer donnerstags zwischen seinen Eltern hin und her geworfen wird.
Bei dem Kind meine ich immer, dass es unter Wasser zur Welt gekommen sein muss. Jedenfalls kennt es noch nicht den Unterschied zwischen „normal nass“ und „fies nass“.

Ach, es ist einfach immer wieder schön, in aller Langsamkeit die Blicke schweifen zu lassen, um sich die Zeit des Wasserwanderns zu vertreiben.

Mister Bombastic ist auch so ein Highlight, der ist ganz sicher täglich im Schwimmbad, um sein erheiterndes Ritual durchzuziehen. Wie Mister Universum betritt er die Showbühne, zieht die Badehose auf Anschlag, um sich anschließend den Schritt zu richten. Danach wird mit einer lasziven Geste die Schwimmbrille richtig platziert. Und das kann dauern, denn Mister Bombastic schaut genau hin, ob auch alle hinschauen.

Wenn alles an richtiger Stelle sitzt, stellt sich Tomba LaBomba laut prustend unter die Eisdusche und nimmt von da aus einen ordentlichen Anlauf, um sein mächtiges Übergewicht explosionsartig vom Seitenrand des Beckens ins Wasser zu befördern. Er hat wohl nicht richtig hingeschaut, denn das ist laut dem überdimensionalen Schild, das da groß und breit von der Decke hängt, strengstens untersagt. Es sagt aber keiner was, denn die Bademeister sind so beschäftigt, dass sie alle Mühe haben, an solchen Wasserbomben vorbei zu schauen.

Der kleine Dicke mit der Roy-Orbison-Brille kann eine Stunde lang vor seinem Zimmerchen stehen, ohne auch nur einen Muskel zu bewegen. Unglaublich. Zunächst hatte ich ihn für eine Leihgabe des Wachsfigurenkabinetts gehalten. Bis er dann irgendwann in hektisches Treiben ausbrach, denn er gab den Animateur in Sachen Aquajoggen.

Heyho, da war endlich mal was los im Becken, es gab richtig was zu gucken.

Eine Fußballmannschaft im Durchschnittsalter von etwa achtzehn Jahren trat im Gänsemarsch an, um im kühlen Nass alles zu geben.
Haben Sie schon mal circa fünfzehn Arschbomben gleichzeitig neben sich einschlagen sehen? Nicht? Ich vor diesem denkwürdigen Abend auch nicht. Und ich glaubte in diesem Moment auch nicht, dass die Feuchtigkeit in meinen Gehörgängen sich jemals wieder einen Weg nach draußen bahnen würde.
Die Schimpfkanonade in Generalsfeldmarschallston von Herrn Trainer hat dann allerdings dafür gesorgt, dass die Arschbomben sich voll und ganz und höchst konzentriert ihrer Trainingseinheit widmeten.

Schwimmbäder haben heutzutage einen echten Event-Charakter. Da ist immer was los.
Zum Beispiel, wenn der lange Bademeister, der seine weißen Tennissocken immer bis Anschlag hochzieht, sein Outfit wechselt, um Kindern Schwimmunterricht zu erteilen. Ein Augenschmaus, sage ich Ihnen! Er zieht dann immer so ein Gummidings an. So ein Ganzkörperteil mit Reißverschluss. Der ist immer bis zum Bauchnabel geöffnet. Hach.
Nä, wat schön!

Und dieses Teil, das ist so hauteng, dass der weibliche Schwimmbadgast kaum ein Auge von ihm nehmen kann. Und in diesem Dress bespaßt er dann die Kinder, dass auch das eine wahre Augenweide ist. Die Kleinen machen zehn bis fünfzehn Bauchplatscher von den Startblöcken, bis der lange Gummimann dann irgendwann eingreift, irgendwelche lustigen Ringe ins Wasser schmeißt und die Lütten danach hechten lässt. Schwupps, und schon sieht so ein Köpper richtig elegant aus. Ich warte auf den Tag, wenn er sie durch Reifen springen lässt, das wird bestimmt auch ein Pupillenschmankerl erster Güte.

Sie denken jetzt bestimmt, dass die Autorin dieses Textes ja ganz schön über andere ablästert und ruhig mal etwas über ihren eigenen lächerlichen Zustand zu Wasser und an Land berichten könnte.

Wissen Sie, Aquajogger machen einen zutiefst bemitleidenswerten Eindruck.
Ich bin da absolut keine Ausnahme.
Es sieht nicht wirklich erotisch aus, wenn man sich diesen Gurt, auch Schwimmhilfe genannt, eng um den Bauch bindet. Der Oberbauch macht dann „schwapp“ und der Unterbauch beult sich mit einem „plopp“ unschön aus und man wartet auf die Erdfalte, die sich auftut, um ungesehen ins Becken zu kommen. Nicht zu Unrecht tragen Aquajogger den unschönen Beinamen „Happy Hippos“.

Wenn dann die Kinder lachend am Beckenrand stehen und ihren Müttern zurufen „Guck mal Mama, die Frau kann gar nicht schwimmen“, dann denkt man mehr als einmal darüber nach, ob man sich das wirklich antun soll.

Nur eins hält einen dann doch aufrecht.
Dann nämlich, wenn man den Gürtel nach einer Stunde ablegt und elegant vor sich hinschwimmt und man die Kinder flüstern hört:
„Mama, die Frau kann ja doch schwimmen.“

HAH!

;-))

Dienstag, 24. Juli 2012

Buchbesprechung: MEDIZIN ZUM AUFMALEN II von Petra Neumayer und Roswitha Stark


Petra Neumayer / Roswitha Stark
Medizin zum Aufmalen II
Symbolwelten und Neue Homöopathie
Extra: Arbeitshilfen und Testlisten für Einsteiger und Anwender!
Murnau 1. Aufl. Sept. 2008, 189 S., Broschur
12,95 Euro, 14 x 21 cm, Mankau Verlag

Fortsetzung der Werkschau "Medizin zum Aufmalen", eines der eigenwilligsten Heilkonzepte

Symbole sind die Sprache der Seele

Der zweite Band von „Medizin zum Aufmalen“ eröffnet neue Wege zur Vielfalt der Symbolwelten und ihrer heilenden Wirkung

Mit dem neuen Band „Medizin zum Aufmalen II: Symbolwelten und Neue Homöopathie“ knüpfen Petra Neumayer und Roswitha Stark an den großen Erfolg des Vorgängers „Medizin zum Aufmalen: Heilen durch Informationsübertragung und Neue Homöopathie“ (Mankau Verlag, 2. Aufl. 2008) an und sorgen für die weitere Verbreitung des neuen Ansatzes der Informationsmedizin. Avancierte Band I schon zum Amazon-Bestseller für Alternative Heilmethoden, so begibt sich Band II noch tiefer in die verschiedenen Symbolwelten und Ebenen des Heilens, um interessierten Laien und Therapeuten die Arbeit mit heilbringenden Zeichen näherzubringen.
Immer schon waren Menschen aller Zeiten und Kulturen von der verborgenen Kraft der Symbole fasziniert – kann doch der Mensch selbst aufgrund seiner Fähigkeit des Abstrahierens und Reflektierens als das „Animal symbolicum“ (lat. für „Lebewesen, das Symbole hervorbringt“) bezeichnet werden. Von der frühgeschichtlichen Höhlenmalerei bis zur digitalen Codierung unseres Informationszeitalters transportieren Symbole das Immaterielle, „Unsichtbare“, den „Geist der Dinge“ ins Materielle, Sichtbare und erschließen somit Dimensionen, die jenseits von Vernunft und Verstand liegen und dennoch für jeden verständlich sind. Als Vermittler zwischen der inneren und äußeren Welt spielen die Symbole eine herausragende Rolle bei der Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Durch die Entwicklung neuer Anwendungstechniken dringt man somit in Bereiche vor, in denen oft mit herkömmlichen Therapien nichts mehr erreicht wird, weil sie nicht die Ursache eines Krankheitsgeschehens berühren. Die Arbeit mit Symbolen als „Sprache der Seele und des Universums“ erreicht dagegen oft auch mentale und spirituelle Dimensionen und fördert damit eine Therapie auf der Ursachenebene.
Die Medizinjournalistin Petra Neumayer und die Heilpraktikerin Roswitha Stark haben erneut eine Fülle an spannenden Hintergrundinformationen und verblüffenden Erfahrungsberichten zusammengetragen, um die bereits Ende der 1980er Jahre vom Wiener Elektrotechniker Erich Körbler entwickelte Heilmethode fortzuführen. Mit einem umfangreichen Anhang mit Arbeitshilfen und Testlisten gelingt es den Autorinnen, die Neue Homöopathie auf den fünf Ebenen des Heilens – der physischen und der energetischen Ebene, im Bereich der Glaubenssatzarbeit und der systemischen Lösungen sowie für die spirituelle Dimension – fruchtbar zu machen. So findet die Medizin zu ihren Wurzeln zurück und ermöglicht dem Menschen, wieder zum Regisseur seines eigenen Lebens zu werden.


Petra Neumayer und Roswitha Stark, die Autorinnen des Ratgebers „Medizin zum Aufmalen II – Symbolwelten und Neue Homöopathie“, sprechen über die Heilarbeit mit Zeichen und Symbolen.

Was hat Sie dazu bewogen, einen zweiten Band über „Medizin zum Aufmalen“ zu veröffentlichen?

Roswitha Stark: Unser erster Band „Medizin zum Aufmalen – Heilen durch Informationsübertragung und Neue Homöopathie“ hat eine riesengroße Resonanz ausgelöst. Zudem konnten wir in den letzten anderthalb Jahren viele weitere schöne und intensive Erfahrungen in der Heilarbeit mit Zeichen und Symbolen machen. Beflügelt durch diese Erfolge hat sich der Weg zum zweiten Band fast von allein geebnet: Wir erhielten sehr viele Leserbriefe und E-Mails, viele Interessierte und Kursteilnehmer fragten nach mehr und tiefer gehenden Informationen und Anwendungsmöglichkeiten. Und weil sich jedes lebendige System in einer ständigen Entwicklung befindet, wandelt sich auch die Arbeit mit heilenden Zeichen und Symbolen immerfort und wird ständig durch neue Erfahrungen, Anwendungsmöglichkeiten und auch durch neu hinzukommende Symbole erweitert und ergänzt. Inzwischen gibt es viele andere Autoren, die sich mit der heilenden Kraft von Symbolen beschäftigen.
Wir haben einen Teil von deren Wissen auswerten und beschreiben dürfen, wofür wir sehr dankbar sind. Dieses Wissen bereichert das Buch ungemein.

Weshalb ist die Arbeit mit informierenden Zeichen so aktuell und warum ist die „Neue Homöopathie“ inzwischen zur boomenden Medizin geworden?

Petra Neumayer: Zunehmend mehr Menschen machen die Erfahrung, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt als das, was sie mit ihren Sinnen wahrnehmen können. Und viele von Krankheit Betroffene, denen auf herkömmlichem Wege nicht geholfen werden konnte, verzeichnen gute Heilerfolge mit dieser Art von Bewusstseinsmedizin, die auf energetisch-informeller Ebene wirkt, wie etwa Kinesiologie, EFT und vieles mehr.
Ein weiterer Aspekt, der die Informationsmedizin so aktuell macht und sie vor allem auch wegbringt vom Hokuspokus-Glauben hin zur seriösen Heilkunst mit biophysikalischem Hintergrund, ist die neueste Erkenntnis aus der Genforschung: Das Genom, der Bauplan des Lebens, steht nämlich keinesfalls unabänderlich fest; stattdessen ist das Erbgut in ständigem Wandel begriffen. Körper, Seele und Geist unterliegen einem kontinuierlichen Wechselspiel. Die Epigenetik, so nennt sich dieser neue Wissenschaftszweig, zeigt auf, wie die Gene von innen und außen beeinflussbar sind. Und eben auch durch Liebe, Gebete, energetische Medizin, Selbstfürsorge oder Meditation. Das ist das Interessante und Neue daran. Wir glauben daher, dass die Bewusstseinsmedizin in der Therapie einen immer größeren Stellenwert einnehmen wird.



Wurden Körperbemalungen und Hautzeichen auch früher schon zu Heilzwecken eingesetzt?

Roswitha Stark: Hautzeichen wie Tattoos und Piercings gehören heutzutage zum täglichen Anblick. Sie signalisieren aktuelle Modetrends oder auch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Auch in früheren Kulturen bezeugten Körperbemalungen die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm oder einer Religion. Aber auch für heilende Rituale und Heilzwecke wurden Hautzeichen aufgebracht. Etwa bei den Indianern – hier diente die Kriegsbemalung dazu, die vorhandene Energie zu stärken. Auch den Farben kam eine besondere Bedeutung zu; Rot etwa galt in vielen Kulturen als Farbe der Heilung für Kranke. Farben und Formen, aber auch Klänge korrespondieren sehr eng miteinander und bilden zusammen geniale Heilimpulse, wenn sie treffsicher ausgewählt wurden.

Dichterhain. AM QUELL DER DONAU, Teil 2, von Volker Friebel

Donauquelle, Donaueschingen

Am Quell der Donau, Teil 2

7
Die Steine haben nicht versagt, jetzt, wo sie rieseln,
von der Festung zurück als Sand in die Welt.
Nur die Menschen versagen.
Immerhin, du bist nicht unter jenen,
die die Ufer befestigen, immer noch rollst du Steine
ins Wasser zurück.
Immerhin, du hast für keinen neuen Rekord gesorgt,
auf der Hamster-Rennbahn,
dein Versagen bemäntelst du nicht.

8

Festungen brechen. Die Herrscher planen
ein festeres Reich. Und da sich mit Wasser
nicht bauen lässt, aus Ersatzmaterialien,
aus Schaumstoff etwa, aus Gummi.
Tob nur. Es tröstet. Doch
die Hand, die sich ums Schwert schließt, ist nicht die Hand,
die um einen Knüppel fasst, der auf dem Bildschirm
ein Schwert kontrolliert,
das Lied, das du singst, ist nicht das Lied,
das dir aus Lautsprechern
in deine Ohren dröhnt,
du bist nicht du.
Enger werden die Augen der Menschen
je weiter sich ausdehnt ihr Reich.
Was sie anfassten, wurde zu Geld,
doch du siehst an der Brüstung, dass es von Anfang an
Schuldscheine waren.
Die Quelle ist rein.

9

Wo kommt dein Leben her, in jedem Moment?
Antworten sagen es nicht.
Es ist das Staunen,
das dich wach hält, und offen.
Es ist die Demut,
die dem Himmel ermöglicht, dich zu durchwehen.
Es ist das Lied, das dich ins Strömen bringt,
das du bist, und sein sollst.
10
Imperien zerfallen.
Da bleiben Kiefer, Sand und Fluss.
Wenn du leben willst,
dann musst du singen, und immerzu sterben,
dann musst du am Wasser dich aufhalten,
dann musst du dich durchströmen lassen
vom Himmel.

11

Alles Mühen der Ahnen, ihr Scheitern,
erneutes Mühen, zurückgenommen sind ihre Falten,
und glattgestrichen, im Gesicht dieses Neugeborenen,
das seine Augen nun öffnet,
und schaut. Bald wird es lächeln,
ins Unbekannte.
Die alte Frau blickt es an,
wiegt das Kind in der Beuge des Arms.
Am Quell der Donau.

12

Alle Ströme entspringen im Himmel,
in dem sie enden.


© Volker Friebel
Er wurde an einem Schneesonntag gegen Ende des Jahres 1956 in Holzgerlingen geboren, mitten in Schwaben. Er ist Psychologe (promoviert), und tätig als Ausbilder, Autor, Musiker. Er lebt in Tübingen.
Aus: Zonen der Kampfjets. Gedichte und Haiku. 2010

Montag, 23. Juli 2012

4. August 2012: ITALIENISCHE NACHT im Schlösschen Limburgerhof/5. August 2012 Bad Bergzabern









OPEN-AIR-VERANSTALTUNG IM PARK DES SCHLÖSSCHENS LIMBURGERHOF oder sonntags in Bad Bergzabern
EINE ITALIENISCHE NACHT
BELCANTO – EIN FEST DER STIMMEN
Die Vorbereitungen für die diesjährige "Italienische Nacht" laufen auf Hochtouren. Am Samstag, 4. August, werden ab 21 Uhr im Park des Schlösschen Limburgerhof wieder die unsterblichen Melodien eines Guiseppe Verdi, Vincenzo Bellini und Giacomo Puccini erklingen. 
Die Oper aus Breslau ist zu Gast in Limburgerhof. Hochkarätige Sängerinnen u. Sänger wurden verpflichtet und unter der Leitung ihres Chefdirigenten wird das Orchester und der Chor der Opera Polska das Programm darbieten.
Auf vielfachen Wunsch des Publikums wird als Gastsängerin RAISSA TSCHEPTSCHERENKO im Rahmen des Programms mitwirken.
Im Park des Schlösschens wird ab 19.00 Uhr das Büfett eröffnet, mit italienischen Spezialitäten und Getränken.

James Rizzi - Altmeister des witzigen Details 01

Sonntag, 22. Juli 2012

Sonntag, 29.07.2012: Internationales Bodypainting Meeting "World Art Connects" 2012


Internationales Bodypainting-Meeting am Losheimer See, Saarland

Die offizielle Homepage: www.wac-losheim.de

Sonntag, 29. Juli, Park der Vierjahreszeiten

Von 11.00 bis 18.00 Uhr werden am Sonntag, dem 29. Juli 12 die weltweit besten Bodypainter die höchste Schule der Bodypainting-Kunst präsentieren.

Die Gäste können den Künstlern bei der Arbeit zuschauen und mit der Kunst der Körperbemalung ein farbenprächtiges Schauspiel voller Fantasie und in meisterlicher Qualität erleben.

Body-Painting ist eine uralte Kunstform. Große Bedeutung besaß die Körperbemalung bei den Indianern. Die Bemalung galt als Maßstab für die Wertschätzung innerhalb der Gruppe. Körperbemalung gab es bei den Frauen im alten Ägypten ebenso wie bei den Ureinwohnern in Papua-Neuguinea oder den Berberfrauen in Nordafrika.

Um 18 Uhr findet als Abschluss auf der großen Seebühne die Präsentation statt. Alle Künstler und Modelle werden mit Musik präsentiert. Im Rahmenprogramm wird die Formation "Stagelife" ihre neueste Show präsentieren.

Infos bei Petra Goergen Tel. 06872/9018100, pgoergen@losheim.de

Eintritt 5,00 € inklusive Garteneintritt. Fotopass 25 €

Meisterfotografie: RED BEACH, CHINA von Amber Raza


The Red Beach is located in the Liaohe River Delta, about 30 kilometer southwest of Panjin City in China. The beach gets its name from its appearance, which is caused by a type of sea weed that flourishes in the saline-alkali soil. The weed that start growing during April or May remains green during the summer. In autumn, this weed turns flaming red, and the beach looks as if it was covered by an infinite red carpet that creates a rare red sea landscape. Most of the Red Beach is a nature reserve and closed to the public. Only a small, remote, section is open for tourists.

Foto: Amber Raza

https://plus.google.com/photos/100171087827861907819/albums/5767201001895121585/5767201001048662434

Dichterhain: AM QUELL DER DONAU, TEIL 1, von Volker Friebel

© Copyright: www.kolmenhof.de / www.martinskapelle.de Alle Rechte vorbehalten.


Am Quell der Donau, Teil 1

1
Zum Rund gefügte Quader,
ein Geländer aus Eisen ...
Durch Kot und Verwesung,
zermalmtes Gebein,
durch all die Jahresringe der Erde,
sprudelt die Quelle ans Licht:
Ihr Wasser ist rein.

2
An der Mauer Tafeln, gestiftet von den Ländern,
die um den Strom liegen, Stadtlärm dröhnt drüber weg,
sickert durch die Wände der Kirche,
wo auf der knarrenden Holzbank du träumst,
um die Leben der Menschen,
Blasen, die zwischen Münzen im Quelltopf aufsteigen,
im Himmel sich lösen.
Warum die Erinnerung, schaut spät sie über das Leben,
nicht die „besten“ Jahre uns zeigt,
sondern die Kindheit.
Warum gerade Unschuld und Reinheit
den Blick so tief
und wehmütig machen.
Eine alte Frau, die verlorene Heimat
zurückgenommen ins Offene, ihr Blick geht hoch
in die Schreie der Schwalben.

3
Die Geschwister, im Ochsenwagen
nach Osten, den Stromlauf entlang.
Hütten bauten sie, Kirchen, steinerne Häuser,
nahmen das Land untern Pflug, Handel trieben sie,
errichteten Schulen.
Mein Vater: Barfuß kam er heim in die Fremde.
Meine Großmutter: Soldaten vertrieben sie vom Feld.
Unrecht will auf Unrecht sich häufen, die Tränen
trocknet es nicht. Die Tränen trocknet
das Unrecht
der Zeit.

4
Wieviel aus der Quelle von Tränen stammt?
Wieviel aus der Quelle ein Menschenleben durchlaufen hat,
da, dieser Tropfen, wie oft?
Wir zahlen an die Erde zurück, was wir empfingen.
Aber der Himmel möchte noch mehr.
Woher nimmst du die Liebe,
was tust du zum Begleichen der Schuld deines Leben?

5
Es ist die Liebe, die über dem Wasser schwebt.
Hörst du, wie sie singt, mit verbundenen Augen?
Aus der Bewegung deines Herzens
schaut sie in den Himmel hinein.
Unter ihr strömen die zu erlösenden Ufer.

6
Schlägt dein Herz, weil auch die Quelle sprudelt,
weil das Wasser im Fließen erst die Reinheit zeigt,
die es ist, die es sein wird?
Schlägt dein Herz, weil jede Strophe
mit einem Einsatz beginnt, weil du dein Leben
beginnen musst, ein Mal in jeder Sekunde?
Schlägt dein Herz, weil es den Takt zum Tanz geben will,
und du suchst nach der Geige noch,
und wartest den rechten Einsatz ein Leben lang ab?


© Volker Friebel
Er wurde an einem Schneesonntag gegen Ende des Jahres 1956 in Holzgerlingen geboren, mitten in Schwaben. Er ist Psychologe (promoviert), und tätig als Ausbilder, Autor, Musiker. Er lebt in Tübingen.
Aus: Zonen der Kampfjets. Gedichte und Haiku. 2010

Die Donau ist - gemessen vom Ursprung der Breg, die als Hauptquellfluss der Donau gilt und deren Quelle auf der 1078 Meter hoch gelegenen Martinskapelle liegt, mit ihren 2857 Kilometern Länge neben der Wolga der mächtigste Strom Europas, der größte Strom des Abendlandes. Setzt man ihren Anfang mit dem Donauquell in Donaueschingen, wo durch den Zusammenfluss von Brigach und Breg der Donaubach emporsprudelt, verkürzt sich die Länge auf 2810 km.