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Donnerstag, 30. September 2010

Weitere Lesungen von dtv-Autoren auf der Buchmesse 2010

Tom Rachman: Die Unperfekten. Roman
NEU! Mi, 6. Oktober, 12.10 Uhr: Gespräch mit Felicitas von Lovenberg (F.A.Z.-Stand, Halle 3.1 D154)
Mi, 6. Oktober, 20.00 Uhr: Lesung im Rahmen der OPEN BOOKS. Moderation: Pieke Biermann. Dt. Text: Thomas Huber (Frankfurter Kunstverein, Raum A)
NEU! Fr, 8. Oktober, 15.30 Uhr: Gespräch mit Annette Riedel (Blaues Sofa, Übergang Halle 5.1/6.1)

Judith Zander: Dinge, die wir heute sagten. Roman
NEU! Mi, 6. Oktober, 13.00 Uhr: Lesung und Gespräch. Veranstalter: Frankfurter Rundschau (Lesezelt)
NEU! Do, 7. Oktober, 14.30 Uhr: Gespräch mit Inge Kutter (ZEIT-Stand Halle 3.1 D 101)

Jussi Adler-Olsen: Schändung. Roman
NEU! Sa, 9. Oktober, 13.00 Uhr: Signierstunde (Lesezelt)
NEU! Sa, 9. Oktober, 15.30 Uhr: Gespräch mit Jussi Adler-Olsen (Blaues Sofa, Übergang Halle 5.1/6.1.)

Dora Heldt: Kein Wort zu Papa. Roman
NEU! Mi, 6. Oktober, 17.00 Uhr: dtv Happy Hour: Dora Heldt präsentiert ihren neuen Roman ›Kein Wort zu Papa‹ (dtv-Stand, Halle 3.0 B 130)
NEU! So, 10. Oktober, 11.00 Uhr: Lesung und Gespräch. Moderation: Christoph Vratz (›buch aktuell‹-Lese Café, Halle 3.0 B 100)

Friedrich Ani: Die Tat. Kriminalroman
Do, 7. Oktober, 13.30-14.30 Uhr: Friedrich Ani im Gespräch mit Raúl Argemí (Weltempfang-Stand, Halle 5.0 D 941)

Thomas Strobl: Ohne Schulden läuft nichts.
Warum Sparsamkeit nicht reicher macht, sondern ärmer
NEU! Fr, 8. Oktober, 11.15 Uhr: Gespräch mit Nils Minkmar (F.A.Z.-Stand, Halle 3.1. D 154)
Fr, 8. Oktober, 14.00 Uhr: Veranstaltung im Rahmen der OPEN BOOKS. Gespräch mit Robert Misik (Haus am Dom)

Ursula Ott: Total besteuert.
Wie ich einmal ganz alleine den Staatshaushalt retten sollte
NEU! Fr, 8. Oktober, 15.30 Uhr: Lesung und Gespräch. Moderation und Einführung: Katharina Festner (Haus am Dom)


Termine auf der Buchmesse: Lesungen bei dtv




Tom Rachman: Die Unperfekten. Roman
Was, wenn ein Zeitungserbe seinem Basset mehr Interesse entgegenbringt als dem Schicksal seines Blattes? Was wird aus der unglückseligen Ruby? Aus Ed, der gefeuert wird und sich an der zuständigen Sachbearbeiterin rächt? Aus der Chefredakteurin Kathleen? Und aus dem Pariskorrespondenten Lloyd, der, einsam wie ein Straßenhund, aus Not eine Story erfindet und auffliegt? - Tom Rachmans in USA bereits gefeierter Erstling erzählt von Aufstieg und Niedergang einer internationalen Tageszeitung in Rom, ihren Machern und Lesern - und vor allem: von Menschen.

- Die Rechte an diesem Roman wurden bereits in 17 Länder verkauft
- »Dieser Roman von Tom Rachman ist so gut, dass ich ihn zweimal lesen musste.« (Christopher Buckley, The New York Times Book Review)
- Deutsche Erstausgabe / Oktober 2010 (zur Buchmesse lieferbar)

Mi, 6. Oktober, 20.00 Uhr: Lesung im Rahmen der OPEN BOOKS (Frankfurter Kunstverein, Raum A)




Friedrich Ani: Die Tat. Kriminalroman
›Die Tat‹ ist der neueste Band aus Friedrich Anis Krimiserie ›Der Seher‹ um den blinden Ex-Hauptkommissar Jonas Vogel.

- Platz 6 der KrimiWelt-Bestenliste Mai 2010
- In der Reihe 'Der Seher' sind bislang erschienen: ›Wer lebt, stirbt‹ und ›Wer tötet, handelt- Friedrich Ani erhielt bereits dreimal den Deutschen Krimipreis
- Originalausgabe

Do, 7. Oktober, 13.30-14.30 Uhr: Friedrich Ani im Gespräch mit Raúl Argemí (Weltempfang-Stand, Halle 5.0 D 941)


Thomas Strobl: Ohne Schulden läuft nichts.
Warum Sparsamkeit nicht reicher macht, sondern ärmer

Die Marktwirtschaft ist ein kapitalistisches System, und der Kapitalismus ist ein gigantischer »Kettenbrief«. Ohne Kredite gibt es keine Investitionen, ohne Investitionen keine Gewinne und ohne Gewinne können die Schulden nicht bezahlt werden. Dafür, ob die Marktwirtschaft sozial bleibt oder »asozial« wird, ist nicht die Wirtschaft, sondern die Politik verantwortlich. Thomas Strobls provozierende Analyse deutet die Mechanismen der Marktwirtschaft auf unkonventionelle Weise.

- Thomas Strobl ist Ökonom, Manager und Publizist. Mit www.weissgarnix.de führt er einen der bekanntesten deutschen Wirtschaftsblogs, mit seinen Beiträgen im Feuilleton der FAZ löst er regelmäßig kontroverse Debatten aus.
- Originalausgabe / November 2010 (zur Buchmesse lieferbar)

Fr, 8. Oktober, 14.00 Uhr: Lesung im Rahmen der OPEN BOOKS (Haus am Dom)


Jochen Bittner: So nicht, Europa! Die drei großen Fehler der EU
Die EU hat unter Europäern einen schlechten Ruf. Warum wächst und gedeiht ihr Image-Problem? Der Autor hatte Gelegenheit, die EU gründlich unter die Lupe zu nehmen, von innen und außen, und legt hier eine kluge und amüsante Bestandsaufnahme vor. Kurz gesagt läuft Folgendes schief:
1. Die EU regelt Kleines zu groß und Großes zu klein.
2. Die EU regelt Weiches zu hart und Hartes zu weich.
3. Die EU bewegt sich oben zu schnell und unten zu langsam.

- Jochen Bittner ist seit 2007 als politischer Redakteur für die ›Zeit‹ Europa- und NATO-Korrespondent in Brüssel.
- Originalausgabe / November 2010 (zur Buchmesse lieferbar)

Fr, 8. Oktober, 15.30 Uhr: Lesung im Rahmen der OPEN BOOKS (Haus am Dom)


Außerdem zu Gast bei dtv in Halle 3.0 Stand B 130 auf der Frankfurter Buchmesse (6.-10. Oktober 2010): 

Literatur/Unterhaltung: Jussi Adler-Olsen (Fr-So), Friedrich Ani (Do), Rita Falk (Fr/Sa), Dora Heldt (Fr/Sa), Sandra Lüpkes (auf Anfrage), Tom Rachman (Mi/Do), Denis Thériault (Sa/So) und Judith Zander (Mi-Fr).
Sachbuch: Jochen Bittner (Fr/Sa), Ursula Ott (auf Anfrage) und Thomas Strobl (Do/Fr).
Kinder- und Jugendbuch: Jennifer Brown (Do/Fr), Karin Bruder (Fr/Sa) und Dagmar Geisler (Sa/So).

Dienstag, 28. September 2010

Nachlese zum 90. Geburtstag in 2010: Marcel Reich-Ranicki - Mein Leben und Samuel Kassow - Ringelblums Vermächtnis

Marcel Reich-Ranicki
Mein Leben
München 2003/2009, 566 S.,
Paperback, 9,90 €, dtv

Warum noch mehr über Marcel Reich-Ranicki schreiben, es ist schon so viel veröffentlicht worden? Weil es sich immer rentieren wird, ein Gewinn sein wird, sich mit ihm und seiner Geschichte, seiner Biografie zu beschäftigen. Wir erleben auf Hunderten von Seiten ein Leben dicht gefüllt mit Literatur, Kultur Deutschlands, Polens und Englands, gewissermaßen der ganzen europäischen Staaten, wir müssen uns erneut mit der Geschichte Nazideutschlands auseinandersetzen, erleben alles aus der sehr genauen Sicht eines prominenten Betroffenen, der uns hier klar macht, wie barbarisch dieser Feldzug gegen das Judentum und die scheinbaren Feinde im Osten war. Gerade in diesen Septembertagen fand das Überrollen und Bombardieren des kaum gerüsteten und unterlegenen Polens statt und begann in der Folge die menschenverachtende Installation der Vernichtungsmaschinerie.
Mit einer erschreckenden Klarheit durch die Brille des beliebtesten Kritikerentertainers Deutschlands gesehen und wiedererzählt im persönlichen Gespräch, so begegnet uns dieses spannende Buch, das man nicht aus der Hand legen will, bevor es zu Ende ist. Das "Literarische Quartett", zuvor das "Literarische Kaffeehaus" die geistreichen Dialoge der Rezensenten und Feuilletonisten mit Marcel R.-R. und dann dieses chaotische und bedrohliche Leben bis 1959, mehrfach vom Tod, der Verhaftung bedroht, sogar von den Nachkriegskommunisten ins Gefängnis verfrachtet, erlebte der Autor die Diktaturen der Rechtsextremen und der Linksextremen als ein und dieselbe bedrohliche Angelegenheit, wobei der Vernichtungswille der Nazis über allem residierte.
Seine Biographie, die sich bis jetzt 1,2 Mio Mal verkauft hat, wurde 2008 auch als Film gedreht, allerdings nur bis zu seinem 38. Lebensjahr und mit dem Kunstgriff, dass Reich-Ranicki sein Leben in einem Verhör durch den polnischen Geheimdienst erzählt. Er war zwar in Verhören, nie hat er dort jedoch so ausführlich und prosaisch über sein Leben berichtet. Das ist aber auch völlig sekundär, der Film war gut und ansprechend, das Buch ist es auch.
Marcel Reich-Ranicki wurde 1920 im polnischen Wloclawek geboren, sein Ursprungsname ist nur Reich. Den Namen Ranicki musste er später nach dem Krieg in London als Diplomat in polnischen Diensten dazunehmen, um wie in seinem ganzen Leben, seine Identität, dieses Mal als Deutscher, zu verschleiern. Mit dieser als Kainsmal empfundenen Herkunft als Jude hängt auch ein Leidensweg zusammen, der in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts begann und sich erst in der Nachkriegszeit auflöste. Als 9-Jähriger kam er nach Berlin, der Hauptstadt des "Landes der Kultur", wie seine Lehrerin in Polen sagte, und musste dort als ein tolerierter Außenseiter im Schulbetrieb leben. Dennoch, trotz all der deutlicher werdenden Bedrohung konnte er 1938 noch sein Abitur machen, bevor er in Abschiebehaft genommen und schließlich nach Warschau deportiert wurde. Hier lebte er bis 1943, zunächst noch frei, dann ab September 1939 auf der Flucht vor den Nazitruppen und schließlich interniert im Warschauer Ghetto. Wie durch eine Fügung musste er später nicht wie seine Eltern auf die Todeseite bei der Separation durch SS-Offiziere treten, sondern musste und konnte von der Lebensseite aus beobachten, wie seine Eltern vor der Reitpeitsche fliehend in ihre Todesbestimmung laufen mussten. Sie wurden in Treblinka vergast. Dieser so ganz krass entwürdigende und entmenschlichte Abschied hat er sein Leben lang nicht vergessen.
Im Ghetto arbeitete er als Übersetzer im Ältestenrat/Judenrat, den die Nazis zur Selbstverwaltung einrichteten. Er erlebte alles aus unmittelbarer Nähe mit bis zum Abtransport Zehntausender, Hunderttausender von Menschen, dem Selbstmord von Adam Czerniaków, der als eingesetzter Vorsitzender der Warschauer jüdischen Gemeinde (zu diesem Zeitpunkt der zweitgrößten auf der Welt nach New York) die Auflösung des Warschauer Ghettos durch die SS unterschreiben musste. Marcel R.-R. konnte sich beim Sammeln für den Abtransport in einer gewagten Flucht mit seiner heutigen Frau Tosia retten. Erst im Juli 1944 erhoben sich Zehntausende Polen zum letzten Widerstand gegen die Deutschen, 160.000 gingen unter, ohne dass die Russen  eingriffen. Versteckt bei einem polnischen Schriftsetzer überlebten die Reich-Ranickis, er hatte Tosia als 20-Jähriger bereits im Ghetto zur Vermeidung eines Abtransportes spontan geheiratet. Ende 1944 trat er beim polnischen Geheimdienst als Hauptmann ein und war später für Polens Nachrichtendienst in London, wo er auch Vize-Konsul wurde. Nach seinem Rückruf nach einigen Jahren kam die Absetzung durch die Kommunisten, Gefängnis, Ausgeschlossener ein zweites Mal, so aus dem Schriftstellerverband und zeitweise von Arbeit. Erst ein Jahr vor seiner Flucht aus Polen wurde es besser und endgültig danach. Er blieb 1958 einfach in Deutschland, kehrte nicht zurück und baute sich hier mit Frau und Kind ein neues Leben auf, ein sehr gutes.
All diese ganzen Strapazen, den Dauerstress in den Diktaturen, den Überlebenskampf im Ghetto, das Stigmatisiertsein als Jude verarbeitete er mit einer ungeheuren Liebe und einem starken Interesse an deutscher Literatur und Kultur, obwohl er jahrelang das Gegenteil, den Ausnahmezustand erleben musste. Aber all die fiktive Realität ermöglichte ihm, über den Dingen zu stehen, und so ist seine Biografie gleichzeitig ein Dokument der Literatur- und Geistesgeschichte.
Wir lernen das Berlin der 30er-Jahre kennen mit Gustav Gründgens, dem Spielverbot im Theater und dem Erfindungsreichtum der Theatermacher, dennoch Kritik zu üben. Die Wichtigkeit von Kästner in dieser Zeit und anderer Literatur für Marcel R.-R, Franz Werfel zum Beispiel, die Versuche Kulturleben im Warschauer Ghetto durch ein Orchester und Konzerte aufrecht zu erhalten, die bizarr-nekrophile Verwendung der Wagnerschen Musik im Zusammenhang mit Todesurteilen und -vollstreckungen bei den Nazis. Wie lebenserhaltend es sein kann, durch Erzählungen über Literatur andere zu unterhalten, so Bolek, der die Reichs versteckte. Und schließlich die ganze Nachkriegsliteraturgeschichte von Brecht, Seghers, Heinrich Böll, Günter Grass über die Gruppe 47, Hans Werner Richter und seine schulisch-autoritäre Führung, bis hin zu Walter Jens, Elias Canetti, Theodor W. Adorno, Thomas Bernhard, Max Frisch und Martin Walser.

Marcel Reich-Ranicki, Professor, Dr. h. c. mult., geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel, ist in Berlin aufgewachsen. Er war von 1960 bis 1973 ständiger Literaturkritiker der Wochenzeitung ›Die Zeit‹ und leitete von 1973 bis 1988 in der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹ die Redaktion für Literatur und literarisches Leben. 1968/69 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 bis 1975 war er Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten Stockholm und Uppsala, seit 1974 Honorarprofessor in Tübingen, 1991/92 Heinrich Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Von 1988 bis 2001 leitete er das ›Literarische Quartett‹. Ehrendoktor der Universitäten in Uppsala, Augsburg, Bamberg, Düsseldorf, Utrecht und München. Goethepreis des Jahres 2002  





Samuel Kassow
Ringelblums Vermächtnis: Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos
Hamburg 2010, 752 Seiten, Hardcover,
39,95 €, Rowohlt



Samuel Kassow dokumentiert darin erstmalig das Archiv des Warschauer Ghettos, das der Historiker Emanuel Ringelblum aufgebaut hat. Marcel Reich-Ranicki kannte Ringelblum, hatte ihn kurz kennen gelernt und wusste um die Verstecke der Aufzeichnungen.
Kassow stellt ausführlich den Hintergrund des Ghettoarchivs dar, beschreibt die Lebensgeschichte Ringelblums und die verschiedenen jüdischen politischen Gruppierungen. Die Darstellung der Arbeit im Untergrundarchiv ist eng verquickt mit der Ghettogeschichte und ermöglicht einen denkbar breiten Einblick in das Schicksal der Verfolgten in ganz Polen.

Sonntag, 26. September 2010

Hörbuch: Jürgen von der Lippes verkehrte Welt

Jürgen von der Lippe
Monika Cleves
Verkehrte Welt
Inszenierte Lesung mit Musik
Frankfurt 2010, Audio-CD, 
ca. 73 Min., Eichborn


Unter diesem Titel sind sowohl ein Buch als auch ein Hörbuch zu haben. Jürgen von der Lippe stellt alles auf den Kopf, Erwartungen werden in seinen Kurzgeschichten bzw. Sketchen nicht erfüllt, es geht durcheinander. Widersinnig, absurd und spöttisch verläuft und endet das Meiste in einer grotesken Nonsenseaussage, die doch noch eine Botschaft im Hintergrund bereithält. Der Bankräuber ist der nette Herr Beck aus dem Vhs-Kurs "Dachgeschossausbau - gewusst wie", der Bankangestellte zeigt freundlich hinterm Tresen den leeren Tresor und erzählt, dass die Kunden oder gar Bankräuber zurzeit ja vorsichtig sein sollten, dass sie alles Persönliche in der Bank lassen müssten, was nicht niet-. und nagelfest sei. Die Friedenspfeife wird abgelehnt, weil einer das Rauchen aufgibt, er landet am Marterpfahl und muss seine Exfrau erkennen, die da plötzlich vor ihm steht. Der Pfarrer im öffentlichen Verkehrsmittel möchte einen Kuss von einer Frau erhaschen, nimmt dann Abstand und wird am Ende gezwungen, es zu tun.... Alle erwarten es von ihm ... schon aus Nächstenliebe...
So kann sich der von-der-Lippe-Fan von Nonsense zu verkehrte Welt und zurück hangeln, in dieser inszenierten Lesung vom Autor sowie unter reger Beteiligung von Carolin Kebekus und Jochen Malmsheimer, natürlich mit ansprechender Musik.

Bühnenprogramm, Tourneedaten " Das Beste aus 30 Jahren"

Mittwoch, 22. September 2010

Unabhängige Verlage in der Schweiz: orte verlag, Oberegg, AI, Schweiz

Vor einiger Zeit habe ich schon auf Werner Buchers Verlag in den Schweizer Alpen hingewiesen. Nun möchte ich ihn in der Reihe der Unabhängigen Verlage genauer betrachten, denn seine Impulse sind mehr als stark. Der geneigte Leser findet jede Menge moderne Lyrik, moderne Weltsicht und unermüdliche Förderung der jungen Schweizer Literatur. So ruft es mal schräg, mal tiefgründig, mal schrill, mal hochpoetisch, aber immer ansprechend aus dem wohl höchstgelegenen literarischen Verlag in Oberegg wie vom Muezzin auf dem Minarett zum täglichen Umgang mit Literatur ... So in seiner Poesie-Agenda, einem Taschenkalender, der einem die Wartezeit am Bahnhof oder im Wartezimmer mehr als versüßt. In der Ausgabe 2010 eine große Zahl an interessanten Gedichten, lyrischen Fetzen, Haikus und Bildern, die mit Sicherheit in der neuen Ausgabe 2011 auch zu erwarten sind. Eine Besprechung folgt, ebenso seiner Jazz-CD und der aktuellen orte-Ausgabe 164.


NEUERSCHEINUNGEN IM SOMMER / HERBST 2010

MORD IN WALD AR
Jon Durschei
orte-Krimi
226 Seiten, broschiert
CHF 26.00 / EUR 15,00
ISBN 978-3-85830-157-4
Endlich — der achte Krimi von Jon Durschei! Und wieder gerät Pater Ambrosius in eine Geschichte, bei der es einen Mord aufzuklären gibt, diesmal im Appenzellerland ...

HOL DEN MOND AUF DEINEN TELLER
Esther Thormann
Gedichte, fund-orte 34
Herausgegeben von Werner Bucher und Virgilio Masciadri
86 Seiten, limitierte und numerierte Auflage, von der Autorin signiert
CHF 28.00 / EUR 19,00
ISBN 978-3-85830-158-1
Die Bernerin Esther Thormann ist längst ein Geheimtip der Schweizer Lyrikszene — ein Band, der zu ihrer Entdeckung einlädt.

POESIE-AGENDA 2011
Herausgegeben von Werner Bucher, Virgilio Masciadri und Jolanda Fäh
Mit Kalendarium, Eintragungen, Adressverzeichnis und vielen Gedichten.
256 Seiten, broschiert
CHF 16.00 / EUR 10,00
ISBN 978-3-85830-153-6
Erscheint Ende September 2010
„Nirgends sonst gibt es Lyrik und Humor in einer so anregenden Verbindung. ‚Poesie-Agenda’ ist das Gegenteil von Langeweile.“ (Andreas Noga auf „lyrikzeitung.de“)

SPAZIEREN MIT DEM GELBGRÜNEN PUMA
Werner Bucher / Malcolm Green
Lyrik & Jazz, Audio-CD, 70 Min.
CHF 28.00 / EUR 19,00
ISBN 978-3-85830-159-8
Der Poet Werner Bucher und der St. Galler Jazzer Malcolm Green haben sich zu einer Session zusammengetan — eine CD mit Sounds und Gedichten im Originalton.


In Vorbereitung auf den Herbst:

KEIN FALL IN DISENTIS?
Duri Rungger
orte-Krimi
220 Seiten, broschiert
CHF 26.00 / EUR 15,00
ISBN 978-3-85830-161-1
Disentis im Jahr 1955: eine Gemeinde gerät in Unruhe, als einer ihrer Bewohner erschlagen wird — ein subtiler Dorf-Krimi.

DAS LIED VOM KNARRENDEN PARKETT
Virgilio Masciadri
Gedichte, fund-orte 35
Herausgegeben von Werner Bucher
74 Seiten, limitierte und numerierte Auflage, vom Autor signiert
CHF 28.00 / EUR 19,00
ISBN 978-3-85830-152-9
Die neuen Gedichte von Virgilio Masciadri: nachdenklich und beschwingt, transparent und eng verwoben zugleich.


Und fünfmal jährlich neu:

orte — Schweizer Literaturzeitschrift
Seit 1974 die farbigste Literatur- und Lyrikzeitschrift der Schweiz!

Die Themen 2010:
orte 162 – Georges Haldas, Poète (erschienen)
orte 163 – Neue Texte von Frauen (erschienen)
orte 164 – Die Geschichte hinter dem Gedicht (erscheint 2. Hälfte August 2010)
orte 165 – Appenzeller Autorinnen und Autoren (erscheint im Herbst 2010)
orte 166 – Erika Burkart (erscheint im Winter 2010)

Jedes Heft ca. 68 Seiten, Einzelheft CHF 14.00/EUR 8,00; Jahresabo Schweiz CHF 60.00; Ausland Europa CHF 72.00/EUR 41,00; ISSN 1016-7803

Werner Bucher bei viereggtext
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Dienstag, 21. September 2010

Bücher zum 150. Todestag von Arthur Schopenhauer 1

Arthur Schopenhauer, geboren am 22. Februar 1788 in Danzig, studierte Philosophie in Göttingen und Berlin. 1833 zog er nach Frankfurt am Main und war dort als Privatgelehrter tätig. Neben seinem Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung" waren es vor allem die "Parerga und Paralipomena" (1851), unter anderem mit den "Aphorismen zur Lebensweisheit", die ihn berühmt machten. Arthur Schopenhauer starb am 21. September 1860 in Frankfurt am Main an einer Lungenentzündung. Er zählt zu den populärsten Philosophen des 19. Jahrhunderts.

Arthur Schopenhauer, der "glückliche Pessimist" oder "pessimistische Optimist", der "Alleshinterfrager" hat im 19. Jahrhundert sehr viel an Denkarbeit zu allen Facetten des Lebens geleistet. Vom Grund des Daseins über das Sosein des Menschen ("die Fabrikware der Natur"), seine Beziehung zum jeweils anderen Geschlecht, die Rolle des Weibes im Leben des Mannes, Wesenseigenheiten der Frauen, die Bedeutung der Wollust und Lust, dem Zeugungsakt, bis hin zu Fragen des Lebens, der täglichen Existenz, des psychischen und metaphysischen Selfmanagements sowie zu Krankheit und Tod. Wie er selbst äußerte, macht den Philosophen aus, "keine Frage auf dem Herzen zu behalten". Und schon früh in seinem Leben ist klar, von welcher Warte aus er die Welt sieht: "Das Leben ist eine missliche Sache: Ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken." Er wird häufig in einem Atemzug mit Friedrich Nietzsche und Sören Kierkegaard genannt, die die pessimistisch-nihilistische Weltsicht gemeinsam haben. Seine Erlebnisse 1804 in Marseille, wo er mit ansehen musste, wie Sklaven behandelt und leben mussten, taten ihr Übriges, die Welt sehr skeptisch und vor allem realistisch zu betrachten.

Robert Zimmer
Arthur Schopenhauer
Ein philosophischer Weltbürger
München 2010 (Originalausgabe), 299 Seiten, 
Paperback, 14,90 €, dtv

In der Biografie von Robert Zimmer finden wir einerseits Schopenhauer wieder, so wie wir ihn kennen, als junges Genie der Philosophiegeschichte und als alten verschrobenen Denker, der der Welt seine Missachtung ausdrückte und dadurch berühmt wurde. Und wir entdecken jene Phase in Schopenhauers Leben zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr, die nach unvollendet und Misserfolg aussieht. In Zimmers kompetentem Überblick lernen wir Schopenhauer als Mensch und Denker in seiner Zeit kennen, mit ihren Einflüssen und Kontakten. So zu Goethe, Friedrich Arnold Brockhaus, Jean Paul und Schleiermacher, seinem Kontrahenten Hegel (der ihm die Show an der Berliner Universität stahl, was Schopenhauer leere Vorlesungsräume bescherte und zur Abkehr vom Unileben brachte), Friedrich Hebbel und Richard Wagner. Auch als Mensch lernen wir ihn kennen, mit seinem Interesse für Literatur, Naturwissenschaft, Psychologie, Anthropologie, östliche Weisheit, seiner Einstufung des "Weibes" als "das zweite", "das unästhetische" Geschlecht ("Weder für Musik, noch Poesie, noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig Sinn und Empfänglichkeit; sondern bloße Aefferei, zum Behuf ihrer Gefallsucht, ist es, wenn sie solche affektiren und vorgeben.") und natürlich last not least Philosophie. Schopenhauer hat die Literatur und Kunst mitgestaltet, ihm gebührt ein wichtiger Platz in unserem Andenken, auch wenn er keine Möglichkeit sah, dass Mann und Frau sich außerhalb des Sexuallebens verstehen könnten. Er hat Darwin vorweggenommen, die Geistesgeschichte nach ihm maßgebend geprägt. So unterschiedliche Persönlichkeiten wie Richard Wagner, Samuel Beckett, Thomas Bernhard, Tucholsky und Wilhelm Busch bewunderten ihn. Die klassische Psychoanalyse von Freud, Jung und Adler griff seine Erkenntnisse auf.

Sonntag, 19. September 2010

Für Sie besucht: Raimon Ruhleder im Kleinen Kunstbahnhof

KunstExtrakt - Ausstellung von Kunst, von 12.09. bis 14.10.2010 im Kleinen Kunstbahnhof Eschenau bei St. Julian


Traditionelle Verlosung durch D.E. Hofmann-Leitmeritz
und hier Raimon Ruhleder
Bei der Vernissage im gemütlichen Kleinen Kunstbahnhof mit traditioneller Verlosung von Kunstwerken des Ausstellers begrüßte Raimon Ruhleder seine Gäste mit den Worten: "Kunst ist ein Geschenk. Für den, der sie machen darf, und für den, der sie betrachten darf." Dieser Dank ist eben auch deutlich die Dankbarkeit des Künstlers, zu den Herstellern von Kunst zu gehören und viel Esprit und Ideenreichtum aufzubringen. Davon bietet er trotz persönlicher gesundheitlicher Rückschläge genug. Schon die vergangenen Aktionen auf der Expo 2000 oder die Herstellung des längsten Linolschnitts der Welt sind deutliche Zeichen, dass er mit jedem Kunstwerk eine klare Aussage mit hohem Anspruch, eher ein Superlativ zu schaffen, treffen möchte und es auch kann. Genauso sind alle seine Titel. Sie übersetzen die bildliche Aussage glasklar in die sprachliche. Dem Betrachter wird deutlich, der künstlerische Diskurs ist von dem Ringen nach Klarheit, nach präziser Aussage und dennoch schwebender bildlicher Bedeutung im abstrakten Gefüge geprägt. 
11. September + Duisburg ist überall
Die beiden politischen Themen "11. September" und "Duisburg ist überall" zeigen dies, wobei der 11. September mir zu klein oder zu zerlegt in kleine Ausschnitte erscheint. Die nackte Gewalt durch das Bersten der überhitzten Gebäude oder durch das Eindringen der Passagierflugzeuge taucht jedoch klar auf den Teilbildern auf. Bei "Duisburg ist überall" hat R. Ruhleder zuerst eine Fotocollage aus seinen gefaltenen und verschränkten Händen hergestellt, diese dann in Farbe auf Leinwand umgesetzt und das Ergebnis noch einmal fotografiert. So wird aus einer geschaffenen Wirklichkeit eine künstlerische, aus dieser wieder durch Technikeinsatz eine neue, scheinbare Wirklichkeit. Wir werden gewahr, dass alles nur Vorstellung, Idee, nie aber ein Abbild der Wirklichkeit ist, wie uns Arthur Schopenhauer schon vor 150 Jahren in seinem Werk "Der Wille als Vorstellung" klar zu machen versuchte. Und dennoch steht das Klagen, Wehklagen, Nachhilfebitten, das Leid, die Qual und der Tod über diesen beiden Bildersequenzen, ohne dass sie nur ein Quäntchen an Realität verlören. Dort über 3000, hier 21 Tote, die die Nation so schnell nicht vergisst.

von li nach re: Der Sklave, ...auf allen Ebenen,
Die Augen der Bette Davis, Der Kampf, Kornfeld
Von den anderen Bildern fiel mir besonders positiv "Der Sklave", "Kornfeld", "Der Kampf von Dreieck und Quadrat" und "... auf allen Ebenen" auf. Der Sklave trägt eine viel zu schwere Last, die Last des Unterdrückten, hier der Mensch in Schwarz gehalten. Sie beinhaltet nicht nur die gesamte Sklaverei seit 1600 bis in das 20. Jahrhundert, auch die historische Sklaverei der antiken Kulturen und aller Kontinente. Es gehören auch dazu all die Sklaven des täglichen Lebens, die außerhalb von Rassismus und Ideologie unterdrückt werden. Das Kornfeld in einer verstärkten Herbstfärbung mit van-Goghschem Ausdruck, der Kampf der geometrischen Größen als eine aussichtslose Sache, immer ist etwas (jemand?) dazwischen, die Form kann über das Menschliche nicht gewinnen. Mann gegen Frau endlos, dazwischen der Nachwuchs? Das Ebenenbild ist ein hochinteressanter Versuch die Perspektiven zu vertauschen, zu verwischen und einen Täuschungseffekt hervorzurufen. Denkt der eine Betrachter, er sähe die Menschen von unten auf ihren Ebenen, wird ihn sein Nachbar durch die gegenteilige Sicht überraschen. So ist hier der Blickwinkel bei gleichbleibender Transparenz fast schon übersetzbar in das wirkliche Leben. Der Mensch auf dem Präsentierteller - auf allen Ebenen beobachtbar von unten und oben. Es ist einerlei, wie man ihn sieht, er verfügt über keine Intimität mehr. Ein Herabfallen oder Weggehen ist allerdings jederzeit möglich.
Der Künstler im Gespräch
Wenn einer denkt, Des Fisches Nachtgesang
Echte Mitnahmeartikel sind die kleinen, aber ebenso schönen Linol-Schnitt-Gemälde (viele dieser Werke sind bemalte und bedruckte Linolschnitte), so z.B.: "Wenn einer denkt" und "Des Fisches Nachtgesang".
Alles Ausführungen, die den Betrachter auf neue Ideen und Kreationen gespannt machen, schon die Pop Art-Augen der Bette Davis zeigen, wie flexibel der Künstler mit Linol umgeht.



Location: Der Kleine Kunstbahnhof, 66887 St. Julian 3 / Eschenau, 06387-993660, 0174-8986606 





(Fotos: viereggtext)
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Samstag, 18. September 2010

Kunstevent: Rudolf Voigt ab 25.09.2010 in der Galerie Fine Art, Leipzig

Foto: Bodo W. Hellmann, Galerie Fine Art
Rudolf Voigt ( 1925 in Leipzig-2007 in Leipzig)

Personalausstellung- Würdigung eines Lebenswerkes

Ausstellungseröffnung 25.09.2010 um 19.00 Uhr
Es spricht der Kunsthistoriker Christian-Marc Lakotta


Erste Personalausstellung von Rudolf Voigt nach seinem Tod in Würdigung eines Leipziger Vertreters des skurrilen phantastischen Realismus.


Die Galerie Bodo W. Hellmann Fine Art, Leipzig, präsentiert eine Auswahl aus dem umfangreichen Schaffen des Künstlers. Durch ihre Auswahl aus einem Fundus von 2500 Zeichnungen und Grafiken sowie 400 Gemälden ermöglicht sie es, einen Gesamteindruck zu bekommen.


Mehr hier...

In seinen Gestaltungsweisen sind klassisch realistische Züge ebenso zu finden, wie neusachliche oder surrealistische Anklänge. Die eigene Handschrift ist dagegen verborgen, es bleibt zu vermuten, dass es ihm daran in erster Linie nicht zu tun war. Seine Werke sollten als Mitteilung verstanden werden. Sucht der Betrachter dennoch nach Eigenheiten, dann wird er Erzählfreudigkeit und Leidenschaft für Skurriles entdecken und dabei sehr bald auf die „Narrenzüge“ des Künstlers stossen. Buntfarbigkeit des Lebens, heitere Gelassenheit, derber Humor, fröhliches Treiben, makabere Absonderlichkeiten, Unalltägliches, Schelmenhaftigkeit – Rudolf Voigt ein fabulierender Erzähler.

Ausstellungsbeteiligung:
Ruhrfestspiele, Recklinghausen
Grafikausstellungen , Chemnitz (Preisträger)
im Ausland: Österreich, Schweden, Rußland, Schweiz, Afghanistan, CSSR, Spanien

Erstellt unter Verwendung von Passagen aus dem Werkskatalog „Rudolf Voigt“ Leipzig 1998.

Biografie
1925 in Leipzig geboren
nach Schulbesuch Lehre als Offsetdrucker bei Fa. Brockhaus anschließend Soldat im 2. Weltkrieg und Gefangenschaft
1946-1949 Privatschüler bei Prof. Elisabeth Voigt und Prof. Max Schwimmer
1949-1990 nach Studium Lehrer für Kunsterziehung
1976-1990 Arbeit in verschiedenen Malzirkeln
1980-1985 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig
1990-2007 freischaffend und Mitglied des Bundes Bildender Künstler Leipzig 
 

Freitag, 17. September 2010

Kunst im öffentlichen Raum: Werner Bärmann im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken

Werner Bärmann: Eule in Zweibrücken, Outletcenter
Der Verein denkwerk-stadt hat der Stadt Saarbrücken zum 50-jährigen Bestehen des Deutsch-Französischen Gartens eine 25-Tonnen-Skulptur namens "La Porte ouverte" zum Geschenk gemacht. Zustande kam das Kunstwerk im Rahmen eines Bildhauer-Symposiums zwischen dem 30.08. und 11.09.2010 mit dem Bildhauer Werner Bärmann. In dieser Zeit haben lothringische und saarländische BürgerInnen mit dem Künstler den Buntsandstein bearbeitet. Am 11. September 2010 wurde er schließlich im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Stadt übergeben.

La Porte ouverte auf youtube


Werner Bärmann bei viereggtext


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Donnerstag, 16. September 2010

Buchvorstellung: Tropische Fische Ostindiens




Tropische Fische Ostindiens
Prof. Theodore W. Pietsch
Hardcover+booklet,
33 x 30 cm, 224 Seiten
€ 49.99
ISBN: 978-3-8365-2531-2
Ausgabe: Deutsch

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Eine faszinierende Leistung auf dem Gebiet der zoologischen Illustration

Eine der ersten Darstellungen der Meeresfauna verdanken wir Samuel Fallours, einem Mitglied der Niederländischen Ostindienkompanie. Während seines Aufenthalts auf der Insel Ambon (Molukken) schuf Fallours Zeichnungen von Fischen und anderen Meeresorganismen des Indischen Ozeans, die er 1712 nach Holland heimbrachte. Seine Zeichnungen gehören zu einer Reihe von Serien ähnlicher Zeichnungen, die Hunderte von Tieren darstellen – meist Fische, aber auch Krebstiere, Insekten, ein Dugong und sogar eine Meerjungfrau. Einige von ihnen wurden zur Grundlage von Publikationen des 18. Jahrhunderts wie Louis Renards Poissons, Ecrevisses et Crabes (1719) und François Valentijns Verhandeling der Ongemeene Visschen van Amboina, einem Kapitel in seinem Oud en Nieuw Oost-Indien (1724−1726).

Diese prachtvollen, ungemein detailreichen und brillant kolorierten Zeichnungen bieten eine außergewöhnliche Darstellung der Meeresfische Ostindiens, die sich auch für eine Interpretation im Lichte des aktuellen Wissenstands eignet. In künstlerischer und historischer Hinsicht zählen diese Zeichnungen zu den großartigsten naturgeschichtlichen Illustrationen, die je geschaffen wurden.
 


Mittwoch, 15. September 2010

Kunstevent: Skulptur und Plastik in Pirmasens, 17.09.-17.10.2010

Skulptur und Plastik in Pirmasens, Kunst im öffentlichen Raum
17.09.-17.10.2010 in der ehemaligen Schuhfabrik Kopp
Mi 15:00 bis 17:00 Uhr
Sa/So 11:00 bis 15:00 Uhr
Besuch nach Vereinbarung: 0176-64349144 



Ausstellungseröffnung am Freitag, den 17. September, um 18:00 Uhr, in der ehem. Schuhfabrik Kopp, Bahnhofstraße 11, Pirmasens

Grußworte vom Kunstverein, dem Oberbürgermeister und fachliche Würdigung, mit musikalischer Begleitung


Finissage: So, 17.10., 15-18 Uhr


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18.09. Fest der 1000 Lichter im Deutsch-Französischen Garten, Saarbrücken

Fest der 1000 Lichter / La Fête des mille lumières 


  • Datum: 18.09.2010 - Einlass 16:00 Uhr, Abendkasse ab 17 Uhr, Rahmenprogramm ab 18:30 Uhr
  • Highlight: Gegen 21:15 Uhr - 60 Minuten Pyro-Festival, Wettbewerb um den Feuerwerkerpreis
  • Karten: Vorverkauf: 9 bis 19 EUR zzgl. Vorverkaufsgebühr, Abendkasse: 15 bis 25 EUR
  • Location: Deutsch-Franz. Garten
  • Ort: Saarbrücken
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16.09. - Kunstevent und Buchpräsentation in Berlin: Christo bei TASCHEN












Christo and Jeanne-Claude
Wolfgang Volz (Editor)
Paul Goldberger
Hardcover in einer Schlagkassette, 33 x 44 cm, 754 Seiten
€ 750.00
ISBN: 978-3-8365-0664-9
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch

Durchblättern!



Außerdem erhältlich:

Art Edition limitiert auf 100 signierte und nummerierte Exemplare. Jedes Exemplar wird mit der nummerierten und von Christo signierten Pigment/Siebdruck-Graphik Project for Hand Jewelry geliefert.

Der TASCHEN Verlag freut sich, Sie herzlich einzuladen zur Präsentation der limitierten Ausgabe

Christo and Jeanne-Claude

in Anwesenheit von Christo

am Donnerstag, den 16. September 2010,


von 18 bis 20 Uhr


TASCHEN Store
Friedrichstr. 180-184
10117 Berlin
Tel.: 030-25325991

u.A.w.g.: store-berlin@taschen.com
Pressekontakt: Dr. Christine Waiblinger, c.waiblinger@waiblinger.com

"Niemand diskutiert ein Gemälde, bevor es fertig ist. Unsere Projekte werden pro und kontra durchdiskutiert, bevor sie realisiert werden." – Christo







Mehr zum Buch hier

Dienstag, 14. September 2010

OFFENE ATELIERS in Rheinland-Pfalz am 18./19. und 25./26. Sept. 2010

Wer Lust hat das Wochenende, das offensichtlich vom Wetter her wenigstens in der Nordpfalz wieder besser wird, mit Kunstspaziergängen und kleinen Kunstausflügen zu verbinden, hat an diesen beiden Wochenenden einiges zu tun. 
Im Bereich 18 und 19, Kusel und Kaiserslautern, bieten sich unter anderem an: In 18 nur Der Kleine Kunstbahnhof von Dietmar Hofmann-Leitmeritz in Eschenau bei St. Julian, der ohnehin zwischen 15 und 20 Uhr geöffnet hat, zurzeit stellt Raimon Ruhleder aus Idar-Oberstein aus, Ingeborg Nicklas in Föckelberg und Horst Schwab (Pfalzpreisträger) in Kusel-Diedelkopf, in 19 unter anderen Beverly B. Nevers, Elsa Vogt-Ramachers und Angie Horlemann, die auch in der Merk'schen Scheune schon zu sehen waren. José Berlanga und Hannelore Hertje stellen zusammen mit Bettina Morio in Deidesheim aus. Außerdem Lydia Oermann in Trier-Nord, Ulla-Windheuser-Schwarz in Waldbreitbach-Stopperich.

Die offizielle Adressliste der Offenen Ateliers

Montag, 13. September 2010

Veranstaltungshinweis: "Lieder der Poesie 3" von Amby Deda Marx

Das Musikertrio Amby Deda Marx präsentiert seine neue CD

"Lieder der Poesie 3" 
am 24. und 25.September 2010,
in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen

Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr.

Karten unter 0681/58822222 oder bei allen Wochenspiegel-Verlagsbüros im Saarland oder NVG, Lindenstr., Neunkirchen oder online unter www.nk-kultur.de

Kunstevents mit Tony Caulfield: 17.09.-13.10. und 16.10.-Januar 2011



+++ Vernissage/Lesung, 17.09., Beginn: 19:30 Uhr
in der Werbeagentur Tailor&Partner, Nordbahnstraße 1, Kaiserslautern, Eintritt frei
Zu sehen sind Werke von 2008-2010 (Acryl auf Leinwand). Am Abend der Vernissage liest Tony C. unter dem Titel "shortkatz" einige kurze, lustige Satiretexte.

Anschließend wird die Werbeagentur vom 20.09.-13.10. jeweils am Montag, Dienstag und Mittwoch von 13.00-17.00 Uhr für Ausstellungsbesucher geöffnet sein.

+++ Vernissage "Otherworlds", 16.10.2010, Beginn: 17 Uhr
im Café Unterhammer, Unterhammer im Karlstal, Unterhammer 1-3, 67705 Trippstadt (http://www.unterhammer.com), Eintritt frei, bis Januar 2011
Hier kann man Tony C.'s Werke aus der Schaffensperiode 1997-2000 und aus 2006 sehen.
Montag-Samstag: 12.00-18.00 Uhr und
Sonntag: 10.00-18.00 Uhr, sehen.



http://www.tonycaulfield.com


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Neues von Hannelore Hertje und José Berlanga

Hannelore Hertje hat gerade eine Auftragsarbeit abgeschlossen, die wirklich sehenswert ist bzw. wäre, wenn sie nicht zum Kunden wanderte ... So eben nur die Fotos davon.
Vier Fenster von Chagall, die in der Hadassah-Synagoge in Israel zu sehen sind, aus dem Zyklus „Die 12 Stämme Juda". Sie sind auf Holz geritzt und bemalt.

Hannelore Hertje bei viereggtext




José Berlanga stellt einige Stücke bei Bettina Morio (Bildhauerin für Sandsteinfiguren und Schöpferin von Bronzeplastiken, die den drallen und runden Ausdruck liebt) in Deidesheim/Weinstraße aus, und zwar findet dort ab 18. Sept. eine Sonderausstellung im Rahmen der „Offenen Ateliers in Rheinland Pfalz“ statt. Ebenso an den  4 Advents-Wochenenden im Gebäude neben der Synagoge in Deidesheim, wo auch Frau Hertje von 14-21 h, freitags–sonntags zu treffen ist. Ein sehr interessantes Auftragsstück von J. Berlanga ist sein trefflich gelungener Minotaurus mit Europa, das eventuell noch zu sehen ist, und ein sehr, sehr imposanter Adler.

Beide bieten ab sofort ihre jährliche Herbstausstellung zu Hause an.

José Berlanga bei viereggtext

www.hannelorehertje.de







Samstag, 11. September 2010

Was die russische Seele uns voraushat - Bardenfest (russische Liedermacher)


Nicolai Jakimov, Exilrusse, Musikzauberer
und "Regenmacher" aus Tschechien
Alljährlich treffen sich Deutschlands Barden russischer Abstammung zum mehrtägigen privaten "Woodstock"-Bardenfest. Ins Leben gerufen 1993 von Juri Tomilin, der 2 Jahre zuvor aus der zerfallenden UdSSR nach Deutschland kam, natürlich auch ein Bardenverehrer und Interpret der besten Lieder. Seit dieser Zeit treffen sich die Liebhaber der musikalischen Lyrik, Bards, zu Hunderten regelmäßig zum Fest und sonst in ihren Clubs. Beim Fest wird gesungen, getanzt, gelacht, auf einer Bühne treten die Koryphäen auf, es gibt ein Veranstalter- und Organistionszelt, Privatzelte und Versammlungszelte. Man kocht, grillt und isst zusammen. Es ist so, um es in unsere Verhältnisse zu übertragen, als ob die Interpreten und Bewunderer von Wolf Biermann, Franz-Josef Degenhardt, Hannes Wader, Konstantin Wecker, Reinhard Mey, Klaus Hoffmann sich mit den (noch lebenden oder nachgewachsenen) Idolen regelmäßig zum Feiern und Liedervorstellen treffen würden.  
Ein Volksfest mit viel Tiefgang, denn die Teilnehmer lieben die poetischen Lieder, politischen Autorenlieder der russischen Gitarrenpoeten Vladimir Vissotski, Bulat Okudschawa und Alexander Galitsch, um nur einige zu nennen. Und ihre eigenen, die sie sich mitteilen, einander vorstellen.  
Eine Tradition, die es bei uns nicht gibt, die keiner außerhalb der Volksmusik oder einigen Jazz-Sessions hegt. Und das ist es, was die russische Seele uns voraus hat. Wir, in einem Land oder Sprachraum vieler großer Dichter, der großen Poesie und weittragenden Lyrik, haben keine Tradition bewahrt, die die Freude am gedichteten Satz, am selbstkomponierten vertonten Gedicht oder kritischen Lied, die Freude an der Sprache bei Jung und Alt weiterhegt. Diese Tradition ist völlig untergegangen ...

Gegen Morgen, wenn ermüdet sie sind / Verliebtheit und Melancholie und Neid, / wenn die Gäste ihren Rausch vertreiben / und Wasser mit Eis trinken, / mag die Dame des Hauses fragen: "Möchten Sie eine alte Aufnahme hören?" / Und meine gedämpfte Stimme / wird ein ihr unbekanntes Haus betreten. 
                                                                                                                 Alexander Galitsch


Über russische Barden und Liedermacher
                                                                                                                        (Fotos: viereggtext)

Freitag, 10. September 2010

Nachlese: Kehlmann - Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
Reinbek 2005, 304 Seiten, Taschenbuch,
9,95 €, Rowohlt (rororo)

„Warum er traurig war? ... Weil die Welt sich so enttäuschend ausnahm, sobald man erkannte, wie dünn ihr Gewebe war, wie grob gestrickt die Illusion, wie laienhaft vernäht ihre Rückseite. Weil nur Geheimnis und Vergessen es erträglich machten. Weil man es ohne Schlaf, der einen täglich aus der Wirklichkeit riß, nicht aushielt.“

(Leipzig/UA) Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche auf, um die Welt zu vermessen. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, erprobt Gifte im Selbstversuch, zählt Kopfläuse von Eingeborenen, kriecht in Erdlöcher, Höhlen und Stollen, besteigt Vulkane, begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern, belädt mit Leichen sein Boot, lässt sich an den Bug von Segelschiffen binden und gefährdet mehr als einmal das Leben des ihn ständig begleitenden Botanikers Bonpland und eines ihm treu ergebenen Hundes.

„Nach einigen Stunden entdeckte Humboldt, daß sich Flöhe in die Haut seiner Zehen gegraben hatten. Sie mußten die Fahrt unterbrechen; Bonpland ordnete Pflanzen, Humboldt saß im Klappstuhl, die Füße in einer Essigwanne, und zeichnete Karten des Stromverlaufs. Pulex penetrans, der gewöhnliche Sandfloh. Er werde ihn beschreiben, aber nicht einmal im Tagebuch werde er andeuten, daß er selbst von ihm befallen worden sei. Daran sei doch nichts Schlimmes, sagte Bonpland. Er habe, sagte Humboldt, viel über die Regeln des Ruhmes nachgedacht. Einen Mann, von dem bekannt sei, daß unter seinen Zehennägeln Flöhe gelebt hätten, nehme keiner mehr ernst. Ganz gleich, was er sonst geleistet habe. ...Manchmal bezweifle er, sagte Bonpland, ob er je heimkommen werde. Das sei nur realistisch, antwortete Humboldt und überprüfte, ob die Uhren beschädigt waren.“


Der andere der beiden, Mathematiker und Astronom, Carl Friedrich Gauß, der sein Leben mit Zahnschmerzen verbringen muss und mit Frauen verbringen will, springt dann sogar noch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett, um eine Formel zu notieren. Er beweist im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt.

„Sie krachten in das Holzgestell eines Heustapels, ein Seil riß, der Korb kippte, Gauß rollte in eine Lehmpfütze, Pilatre fiel unglücklich, verstauchte sich den Arm und stieß, als er den Riß in der Pergamenthaut sah, so unselige Flüche aus, daß der von seinem Haus herbeilaufende Bauer stehenblieb und drohend seinen Spaten aufhob. Atemlos kamen die Assistenten und falteten den zerknitterten Ballon zusammen. Pilatre hielt sich den Arm und gab Gauß einen schmerzhaft festen Klaps.
Er wisse es jetzt, sagte Gauß.
Na, was denn?
Daß alle parallelen Linien einander berührten.
Fein, sagte Pilatres.
Sein Herz raste. Er überlegte, ob er dem Mann erklären sollte, daß er nur ein geschwungenes Ruder am Korb anbringen mußte, um den Luftstrom umzulenken und den Ballon in eine bestimmte Richtung zu zwingen. Aber dann schwieg er. Er war nicht gefragt worden, und es war nicht höflich, den Leuten Ideen aufzudrängen. Es lag so nahe, daß es bald einem anderen einfallen würde. Jetzt aber wollte der Mann ein dankbares Kind sehen. Mit Mühe brachte Gauß ein Lächeln auf sein Gesicht, breitete die Arme aus und verneigte sich...“


Alt, berühmt und schon ein wenig sonderlich geworden, treffen sich Humboldt und Gauß 1828 in Berlin und stellen fest, daß sie gar nicht so unterschiedlich in ihren Gedanken und Lebensweisen sind, auch wenn der Erste die Welt bereiste und der Zweite kaum seine Heimatstadt verließ.
Doch kaum sitzt Gauß in der Kutsche, in die er nur widerwillig einstieg, sind beide Wissenschaftler plötzlich tief verstrickt in die politischen Wirren Deutschlands nach dem Sturz Napoleons.
Mit hintergründigem Humor, den es zwischen den Zeilen zu entdecken gilt, beschreibt Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies, ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg, die Zeit, in die sie geboren wurden und die Zukunft, die sie vorausdachten.
Dem Autor gelang ein Roman, aus dem der Leser viel lernen kann und der gleichzeitig auf köstliche Art und Weise unterhält.

Daniel Kehlmann wurde 1975 in München geboren und lebt in Wien. Für seine Romane und Erzählungen, die in viele Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Candide-Preis 2005. Sein Roman „Ich und Kaminski“ wurde international zu einem großen Erfolg.
Zu seinen früheren Veröffentlichungen zählen: „Beerholms Vorstellung“ (1997), „Unter der Sonne“ (1998), „Mahlers Zeit“ (1999), „Der fernste Ort“ (2001), „Ich und Kaminski“ (2003), „Wo ist Carlos Montufar“ (2005).