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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Donnerstag, 12. März 2026

Werkzeuge des Todes: Oreschnik und Fattah

Modell der Fattah 2 - im Original 12 m
(Wikipedia CC BY 2.5)

Technik – Strategie – Politik – Zukunft des Krieges

Die modernen Raketenprogramme Russlands und Irans sind mehr als militärische Projekte. Sie sind Symbole einer neuen Phase der globalen Abschreckung. Zwei Systeme stehen exemplarisch dafür: die russische Rakete Oreschnik und die iranische Hyperschallrakete Fattah. Es gibt noch weitere Ausgeburten des Sadismus und der grausamen Tötung. Aber betrachten wir nur diese beiden Schwerstkriminellen, die gegen einen Kleinstaat wie Israel oder ein zu Beginn wehrloses Volk wie die Ukrainer losgejagt werden.

Sie verkörpern eine Entwicklung, die Militärstrategen zunehmend beunruhigt: Hyperschallwaffen, die schneller, schwerer abzufangen und politisch destabilisierender sind als frühere Raketen. Israels Iron Dome und Arrow-Abwehrsystem kann ebenso wie das teilweise brüchigere Luftabwehrsystem der Ukrainer damit überfordert sein.

1. Technischer Hintergrund: Die Hyperschallära

Hyperschallwaffen bewegen sich mit mehr als Mach 5 – also mehr als fünfmal so schnell wie der Schall bzw. bis fünfzehnmal so schnell.
Das Entscheidende ist jedoch nicht nur die Geschwindigkeit, sondern drei Eigenschaften, die sie von klassischen ballistischen Raketen unterscheiden:

Extreme Geschwindigkeit
  • Mach 5 bis Mach 15
  • wenige Minuten Flugzeit über tausende Kilometer

Manövrierfähigkeit
  • Richtungswechsel während des Fluges
  • schwer vorhersehbare Flugbahn mit Kurven auf der letzten 
    Etappe
  • am Ende Aufsteigen und totale Beschleunigung aufs Ziel zu
    (bei Geschwindigkeiten von bis zu 18.000 km/h lösen sich
    die Spitzen der Raketen noch vor dem Aufprall ab und geben
    Dutzende kleinere Raketen oder Loitering-Sprengsätze frei,
    die sich ihre weiteren Ziele selbst suchen. Beim Aufprall wird
    dann die Hauptladung der Rakete gezündet, die ausreicht stark
    befestigte Bauwerkkomplexe zu zerstören bzw. zu pulverisieren.
    Bei atomaren Sprengköpfen die bekannte Kettenreaktion der
    Totalzerstörung und Verseuchung.)

Niedrigeres Flugprofil
  • fliegen teilweise innerhalb der Atmosphäre
  • schwerer für Frühwarnradar zu erkennen

2. Oreschnik – Russlands strategische Droharchitektur

Die russische Rakete Oreschnik gilt als Teil einer neuen Generation russischer Raketen, die aus den Programmen der strategischen Raketentruppen hervorgegangen sind.

Mögliche Eigenschaften
Reichweite:              etwa 1000–3000 km
Geschwindigkeit:     Mach 8–10
Gefechtskopf:          konventionell oder nuklear
Startplattform:         mobile Abschussanlagen

Russland verfolgt damit eine klare militärische Strategie: Europa zerstören, erschüttern, abschrecken und im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit erreichen. Kaliningrad/Ostsee nach Berlin, Paris, London in wenigen Sekunden bis Minuten. Militärisch bedeutet das: 
  • Hauptstädte
  • militärische Infrastruktur
  • Luftwaffenbasen
könnten innerhalb weniger Minuten getroffen, beschädigt oder ausgeschaltet werden.

Der Hintergrund ist die zunehmende Konfrontation zwischen Russland und der North Atlantic Treaty Organization (NATO) wegen der zugenommenen Verträge mit Ex-Sowjetstaaten, die sich komplett abwenden.

3. Fattah – Irans Eintritt in die Hyperschallstrategie

Der Iran präsentierte 2023 offiziell die Hyperschallrakete Fattah-2. Entwickelt wurde sie von den Islamic Revolutionary Guard Corps und russischer Hilfe.

Die offizielle Darstellung beschreibt ein System mit:
  • Geschwindigkeit:   bis Mach 15
  • Reichweite:            etwa 1400 km
  • steuerbarem Wiedereintrittskörper
  • hoher Abwehrdurchdringung

Strategisch richtet sich die Rakete vor allem gegen:
  • Israel
  • US-Militärbasen im Nahen Osten
  • regionale Rivalen
Der Iran verfolgt damit ein Ziel: Abschreckung ohne Nuklearwaffen. Raketen sollen den Gegner davon abhalten, iranisches Territorium anzugreifen und selbstverständlich dazu, Erzfeinde wie Israel und USA selbst anzugreifen. Wir erleben zurzeit den vollen Einsatz in Israel. Die Rakete findet Wege durch das Abfangsystem, sie ist ein Horror für Israel und jedes andere betroffene Land.

4. Die militärische Revolution

Hyperschallwaffen verändern mehrere Grundprinzipien der Kriegsführung.

Die Zeit schrumpft
Frühwarnsysteme verlieren wertvolle Minuten. 
Klassische Interkontinentalrakete: etwa 30 Minuten Flugzeit
Hyperschallwaffe: teilweise nur 10 Minuten oder (viel) weniger

Politische Entscheidungsträger haben kaum Zeit.

Raketenabwehr wird schwieriger

Systeme wie Iron Dome, Patriot, Iris-T oder Arrow 3 wurden vor allem gegen klassische ballistische Raketen entwickelt. Hyperschallflugkörper können 
  • plötzlich die Richtung ändern
  • niedriger und höher fliegen
  • Radarfenster verkürzen
Dadurch wird das Abfangen deutlich komplizierter.

Abschreckung wird instabiler

Die klassische nukleare Abschreckung beruhte auf Zeit und Berechenbarkeit. Hyperschallwaffen schaffen jedoch eine gefährliche Situation: Ein Staat könnte glauben, er könne den Gegner überraschen und entwaffnen. Das erhöht das Risiko eines Präventivschlags.

5. Geopolitische Bedeutung

Hyperschallprogramme existieren nicht nur in Russland und Iran. Auch andere Großmächte investieren massiv:
  • United States
  • China
Japan, Nordkorea und andere werden folgen. China testete etwa den Hyperschallgleiter DF-ZF, während Russland Systeme wie Avangard entwickelt. Damit beginnt ein neues globales Wettrüsten.

6. Militärische Realität: Vom Demonstrator zur Kriegswaffe

In den ersten Jahren galten Hyperschallraketen vor allem als technologische Demonstrationssysteme. Inzwischen hat sich die Situation verändert: Sowohl die russische Oreschnik als auch die iranische Fattah werden täglich im realen Krieg eingesetzt.

Oreschnik im Krieg gegen die Ukraine

Russland setzte die neue Rakete erstmals im November 2024 gegen die ukrainische Stadt Dnipro ein. Später folgten weitere Einsätze, etwa gegen Infrastrukturziele im Raum Lwiw. Besonders bemerkenswert ist dabei:
  • Die Rakete kann mehrere Wiedereintrittskörper (MIRV) tragen.
  • Sie erreicht extreme Wiedereintrittsgeschwindigkeiten von etwa Mach 10.
  • Ein einzelner Flugkörper kann mehrere Ziele gleichzeitig angreifen.
Damit hat Russland demonstriert, dass Hyperschall- bzw. neue Mittelstreckenraketen tatsächlich im konventionellen Krieg eingesetzt werden können – nicht nur als nukleare Abschreckungswaffe.
Militärisch war dies auch eine Botschaft an Europa und die NATO: Die Technologie ist einsatzbereit und skalierbar.

Fattah im Konflikt mit Israel

Auch der Iran hat die Hyperschallrakete Fattah bereits in realen Angriffen verwendet. Nach iranischen Angaben wurde die Rakete erstmals im April 2024 bei einem massiven Angriff auf Israel eingesetzt, bei dem mehrere Militärbasen getroffen wurden.

Zu den gemeldeten Zielen gehörten unter anderem:
  • Luftwaffenbasen in der Negev-Wüste
  • militärische Infrastruktur
  • strategische Einrichtungen

Die Botschaft des iranischen Militärs lautete:
Die Rakete kann israelische Luftabwehrsysteme durchbrechen und zivile Zentren sprengen.


Israel bestreitet teilweise die Hyperschall-Eigenschaften der eingesetzten Geschosse, bestätigt aber, dass einige iranische Raketen israelische und US-Militärbasen erreichten. 

Der strategische Wendepunkt

Damit ist eine neue Phase erreicht: Hyperschallraketen sind nicht mehr nur Prototypen oder Abschreckungsmodelle. Sie sind jetzt:
  • Gefechtswaffen
  • politische Signale
  • Instrumente strategischer Eskalation
  • Vernichtungswaffen

Zum ersten Mal seit Beginn der Hyperschallentwicklung zeigt sich eine Realität, die Militärstrategen lange befürchtet haben: Die Zukunftswaffen der Großmächte werden nicht erst im Weltkrieg getestet –
sondern bereits in regionalen Konflikten.

7. Reaktionen und Gegenstrategien: Was können NATO, Europa, USA und Israel dagegensetzen?

Die Ausbreitung von Hyperschallraketen wie Oreschnik und Fattah zwingt die westlichen Staaten zu einer grundlegenden Neubewertung ihrer Verteidigungsstrategien. Klassische Raketenabwehrsysteme reichen allein nicht mehr aus. Stattdessen entsteht eine mehrschichtige Antwort, die Technik, Strategie und Politik miteinander verbindet.

7.1 Neue Generation der Raketenabwehr

Die NATO-Staaten und Israel arbeiten an Abwehrsystemen speziell gegen Hyperschallwaffen. Wichtige Programme sind:

  • Arrow 3
    Hochatmosphärische Abfangraketen, die außerhalb der Atmosphäre wirken sollen.

  • David's Sling
    Für mittlere Reichweitenraketen entwickelt.

  • Patriot
    Modernisierte Versionen können auch begrenzt gegen schnelle Flugkörper eingesetzt werden.

  • US-Programme wie Glide Phase Interceptor
    sollen Hyperschallwaffen bereits in ihrer Gleitphase zerstören.

Der Ansatz lautet: mehrere Abfangschichten, die ein Ziel nacheinander bekämpfen.

7.2 Satelliten und Weltraumüberwachung

Die entscheidende Schwäche der Hyperschallwaffen ist ihre frühe Entdeckung. Deshalb investieren die USA massiv in ein globales Sensorennetz. Ein zentrales Projekt ist die Hypersonic and Ballistic Tracking Space Sensor. Dieses System soll:

  • Raketenstarts sofort erkennen
  • Flugbahnen kontinuierlich verfolgen
  • Abwehrsysteme automatisch informieren

Damit soll der Zeitverlust durch extrem schnelle Flugkörper kompensiert werden.

7.3 Eigene Hyperschallwaffen

Eine zweite Antwort lautet: symmetrische Abschreckung. Wenn beide Seiten Hyperschallwaffen besitzen, verliert die Überlegenheit an Bedeutung. Programme existieren in mehreren NATO-Staaten:

  • Dark Eagle
    Hyperschall-Gleitkörper mit großer Reichweite.

  • AGM-183 ARRW
    luftgestütztes Hyperschallsystem.

Die Idee dahinter ist die klassische Logik der Abschreckung: Wer selbst treffen kann, wird weniger leicht angegriffen. 

7.4  Präventive Zerstörung von Abschussanlagen

Militärstrategen betonen eine weitere Option: Raketen vor dem Start zerstören.

Das bedeutet:

  • Satellitenaufklärung
  • Cyberoperationen
  • Präzisionsschläge gegen Startanlagen

Israel verfolgt diese Strategie bereits gegen Raketenprogramme im Nahen Osten. Auch die NATO diskutiert zunehmend präventive Neutralisierung von Raketenstellungen.

7.5 Elektronische und Cyber-Kriegsführung

Hyperschallwaffen sind hochkomplexe Systeme und benötigen:

  • Navigation
  • Satellitenkommunikation
  • Sensorik

Diese Systeme können gestört werden mit folgenden Methoden:

  • GPS-Störung
  • Cyberangriffe auf Steuerungssysteme
  • elektronische Täuschung

Diese Form der Kriegsführung wird im 21. Jahrhundert immer wichtiger.

7.6  Neue Verteidigungsarchitektur Europas

Europa arbeitet parallel an einer gemeinsamen Raketenabwehr.

Ein Beispiel ist die Initiative European Sky Shield Initiative, die mehrere Länder verbindet.

Ziel ist:

  • integrierte Luftverteidigung
  • gemeinsame Sensorik
  • abgestimmte Raketenabwehr

Das Projekt soll Europa gegen neue Raketenbedrohungen widerstandsfähiger machen.

7.7 Diplomatie und neue Rüstungskontrolle

Langfristig bleibt eine militärische Lösung allein unzureichend.

Nach dem Ende des Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty existiert kaum noch internationale Kontrolle für Mittelstreckenwaffen. Viele Sicherheitsexperten fordern deshalb:

  • neue Rüstungskontrollverträge
  • Transparenz über Hyperschallprogramme
  • internationale Testbegrenzungen

Ohne solche Regeln droht ein ungebremstes Wettrüsten und Entstehen von extremem Vernichtungspotenzial.


Die Antwort auf Hyperschallraketen besteht aus vier Säulen:

  1. bessere Raketenabwehr
  2. globale Frühwarnsysteme
  3. eigene Hyperschallwaffen
  4. politische Rüstungskontrolle

Doch selbst diese Kombination kann ein Problem nicht vollständig lösen: Hyperschallraketen verkürzen die Zeit zwischen Entdeckung und Entscheidung drastisch.

Je schneller die Waffen werden, desto größer wird die Gefahr, dass eine Fehlinterpretation genügt, um eine Eskalation auszulösen.


Mittwoch, 11. März 2026

Jazz: Nicole Johänntgens News für März

 

Nicole News März
Photo by Daniel Bernet in France

Hallo liebe Jazzfans,

Nicole Johänntgen ist gerade am Komponieren. Ein Werk für vier Gesangsstimmen und ein Saxophon. Das macht richtig viel Laune. Und insgeheim hat sie diesen Traum von der Verschmelzung zwischen Stimme und Saxophon schon lange, aber jetzt gedeiht da etwas in diesen Sekunden. Live kann man sich das Werk am 17.3.2026 in Zürich um 18 Uhr in der Lebewohlfabrik anhören.

Im Moment ist sie in der Lebewohlfabrik Artist of the Month. Das bedeutet, dass sie einen Monat lang jeden Dienstag um 18 Uhr ein neues Programm präsentieren kann. Sie würde sich sehr freuen, wenn ihr bei der Geburtsstunde dabei seid nächsten Dienstag. Danach geht es weiter mit ihrem Trio mit Thomas Lähns am Bass und Lukas Mantel am Drums am Dienstag, 24.3.. Dieses Datum steht auch unter einem besonderen Stern. Sie erfüllt sich einen weiteren Traum: eine Aufnahme mit Balladen live beim Konzert. Und am letzten Dienstag, 31.3., wird's jazzig, bluesig, poppig mit Peter Finc an Gitarre und Stimme.

Artist of the Month @ Lebewohlfabrik, 18 Uhr dienstags
17.3. Saxophone + Gesangsquartett mit Philipp Classen
24.3. Nicole Johänntgen Trio (!Live Recording!)
31.3. Nicole Johänntgen + Peter Finc (guit/voice)

1 Platz frei beim Sax-Workshop 11.-14. Juni 2026

Wegen Krankheit ist ein Platz frei geworden beim Berner Oberland Saxophone Workshop. Es dürfen auch andere Instrumente mitmachen. Wer dabei sein möchte, darf sich gerne via E-Mail melden.

Robin CD-Release-Tour 2027
Es gibt bereits einige Konzertdaten fürs 2027. Vielen Dank für eure Mithilfe. Robin nimmt gerne auch noch weitere Konzerte an. Auch Privatfeste sind willkommen.




On tour
13.03. Bern, BeJazz
15.03. Friedberg, Altes Hallenbad
17.03. Zürich, Lebewohlfabrik
20.03. Weinfelden, Jazzclub
21.03. Winterthur, Kulturfeilerei
22.03. Sent, Kirche
24.03. Zürich, Lebewohlfabrik
25.03. Tromsø, Nothern Lights
26.03. Tromsø, Fint Café
27.03. Vossewangen, Gallery
28.03. Vossewangen, Jazzfestival
31.03. Zürich, Lebewohlfabrik

Infos:
www.NicoleJohaenntgen.com
Nicole Johänntgen „Robin“
Jazz Baltica auf ZDF
Nicole Johänntgen
Contact: info@nicolejohaenntgen.com
Zwirnerstrasse 74, 8041 Zürich


Dienstag, 10. März 2026

Wie kann es weitergehen im Iran?

Schäden in den
Machtzentren des Iran
(AI, gemeinfrei)
Welche Möglichkeiten der Fortentwicklung des iranischen friedlichen Aufstands bieten sich zurzeit an?

Der Sohn des Ayatollahs Ali Khameni übernimmt die Regierung nach Beseitigung der alten Regimespitze von außen und versucht das System zu konsolidieren.

Was einst als revolutionäre Republik begann, wirkt nun wie eine geistliche Erbmonarchie. Ein System, das 1979 den Schah stürzte, reproduziert plötzlich selbst dynastische theokratische Macht. Hinter Mojtaba steht vor allem die Macht der Islamic Revolutionary Guard Corps, jenes militärisch-ökonomischen Imperiums, das längst zu einem Staat im Staat geworden ist. Wenn die Revolutionsgarden einen Führer akzeptieren, bleibt das System stabil – zumindest nach innen.

Von außen jedoch wächst der Druck. Für Israel ist der Iran seit Jahren der strategische Hauptgegner im Nahen Osten. Die israelische Sicherheitsdoktrin zielt darauf, Irans militärische Fähigkeiten – insbesondere Raketenprogramme und mögliche nukleare Infrastruktur – durch gezielte Schläge, Cyberoperationen und internationale Isolation einzudämmen.

Auch die United States verfolgen eine Doppelstrategie: wirtschaftlicher und politischer Druck einerseits, militärische Abschreckung andererseits. Sanktionen, regionale Bündnisse und militärische Präsenz im Nahen Osten sollen verhindern, dass Teheran seine Machtprojektion über Stellvertretergruppen weiter ausdehnt.

In dieser Konstellation entsteht eine gefährliche Dynamik. Ein Regime, das sich nach innen auf Militär und ideologische Geschlossenheit stützt, steht einem außenpolitischen Druck gegenüber, der die  strategischen Fähigkeiten des Irans systematisch begrenzen will. 

Viele Fachleute betonen, dass dauerhafte politische Veränderungen meist aus inneren Entwicklungen entstehen, nicht von außen erzwungen werden. Trump signalisierte aktuell, dass Israel und er in einigen Wochen fertig seien mit dem Krieg. Erreicht wurde dann wahrscheinlich eine Schwächung des Mullah-Regimes, aber keine Veränderung. 

Ein Aufstand müsste sich gegen einen sehr starken Sicherheitsapparat richten: die Islamic Revolutionary Guard Corps, die Basij-Milizen, Geheimdienste und Polizei. Diese Institutionen kontrollieren große Teile von Militär, Wirtschaft und Politik. Ohne Spaltungen innerhalb dieser Strukturen wäre ein Machtwechsel extrem schwierig und verlustreich.

Günstig wären Massenproteste im Land, ein wirtschaftlicher Kollaps oder eine politische Krise, Abspaltungen innerhalb des Militärs und eine Übergangsregierung. Erst danach könnte eine Volksabstimmung entscheiden, ob der Iran eine säkulare Republik wird, was die meisten anstreben, oder eine konstitutionelle Monarchie bekommt (nur 18 % Zuspruch) oder ein anderes System wählt. Selbst Reza Pahlavi sagt inzwischen, dass die Staatsform durch ein Referendum bestimmt werden soll. Die Mullahs wollen kein Referendum, sondern die uneingeschränkte Macht.

Wenn sich die Machtverhältnisse im Iran verändern, wird das wahrscheinlich nicht durch einen einzelnen dramatischen Moment geschehen, sondern durch eine Kombination aus innerem Elitekonflikt, gesellschaftlichem Druck und geopolitischem Stress in Form von politischer und militärischer Einflussnahme. 

Die Machtzentren des Iran sind weiterhin funktionsfähig, auch wenn die Gebäude zerstört und viele Menschen aus der Mannschaft getötet wurden. Der Nachschub ist bereits aktiv. Wie oft die Führungsebene noch ausgetauscht werden kann, bevor es zu einem Kollaps kommt, ist ein anderes Thema.

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat (SNSC) bleibt die zentrale Stelle für strategische Entscheidungen.
Das Präsidialamt ist weiterhin ein wichtiges Machtzentrum, auch wenn die Befugnisse an niedrigere Beamte delegiert wurden. Es ist nach wie vor der Sitz der Exekutive und für die Verwaltung des Landes zuständig.
Die Expertenversammlung behält als Klerikergremium die Aufgabe bei, den Obersten Führer zu ernennen und zu überwachen.
Die Revolutionsgarden (IRGC) spielen eine zentrale Rolle in der iranischen Außenpolitik und beeinflussen nicht nur militärische Fähigkeiten, sondern auch wirtschaftliche, politische und außenpolitische Entscheidungen. Sie sind direkt dem neuen Obersten Führer unterstellt und üben erheblichen Einfluss aus.





Französische Revolution: Eine unbesiegbare Liebe - Madame de Beauharnais und General Hoche

Das Schicksal nimmt seinen Lauf

Joséphine de Beauharnais (AI, gemeinfrei)

Die Luft im Salon der Madame de Beauharnais war schwer vom Duft der Jasminblüten und dem Rauch der Kerzen. Es war der Frühling 1794, und inmitten der politischen Unruhen Frankreichs kreuzten sich zwei Schicksale: das der bezaubernden Joséphine de Beauharnais und das des jungen, aufstrebenden Generals Lazare Hoche.


Erste Begegnung

Sie sah ihn zuerst über den Rand ihres Fächers hinweg - einen Mann von achtundzwanzig Jahren, dessen Uniform die Strapazen der Feldzüge zeigte, dessen Augen aber einen unerwarteten Glanz von Intelligenz und Sensibilität verrieten. Er war anders als die anderen Offiziere, die ihren Salon bevölkerten: weniger prahlerisch, mehr nachdenklich, mit einer stillen Intensität, die sie faszinierte.

"General Hoche", stellte er sich vor, seine raue Soldatenhand umschloss ihre zarten Finger mit überraschender Sanftheit.

"Joséphine de Beauharnais", erwiderte sie, und in diesem Moment wussten beide, dass dies mehr war als eine höfliche Begrüßung.


Verbotene Stunden

In den folgenden Wochen trafen sie sich im Geheimen. Joséphine, deren Ehe mit Alexandre de Beauharnais in Trümmern lag, fand in Hoche einen Mann, der ihre Ängste verstand, ihre Einsamkeit teilte und ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit erwiderte. Er las ihr Gedichte vor, die er heimlich schrieb, weit entfernt von den Schlachtfeldern, die ihn berühmt gemacht hatten.

"Du bist die Ruhe nach dem Sturm", flüsterte er eines Abends, als sie im Mondlicht im Garten standen, "die Schönheit, für die es sich zu kämpfen lohnt."


Die Realität des Krieges

Doch die Zeit war gegen sie. Die Revolution forderte ihre Opfer. Hoche wurde in die Vendée entsandt, um den Aufstand niederzuschlagen. In ihren Briefen, die oft Wochen unterwegs waren, offenbarten sie sich gegenseitig ihre Seele.

"Meine geliebte Joséphine," schrieb er aus dem Schlamm der Bretagne, "jeden Morgen, wenn der Nebel über den Feldern liegt, sehe ich dein Gesicht darin. Dein Gedanke gibt mir Kraft, wenn die Grausamkeit des Krieges mich zu ersticken droht."

Das Ende eines Traums

Im Juli 1794 wurde Alexandre de Beauharnais, Joséphines Ex-Mann, während der Terrorherrschaft hingerichtet. Sie selbst entging nur knapp der Guillotine. Als Hoche davon erfuhr, riskierte er seine Karriere und vielleicht sein Leben, um nach Paris zurückzukehren. Für drei kurze Tage waren sie wieder vereint - Tage voller Leidenschaft und verzweifelter Zärtlichkeit, im Wissen, dass ihre Liebe in dieser Zeit der Umwälzungen keine Zukunft haben konnte.

"Wir sind wie zwei Sterne, die sich kreuzen", sagte Joséphine mit tränenerstickter Stimme, "bestimmt, einander zu erleuchten, aber nicht, gemeinsam zu leuchten."

Vermächtnis

Hoche starb 1797 unter mysteriösen Umständen, nur dreiunddreißig Jahre alt. Joséphine heiratete später Napoleon Bonaparte und wurde Kaiserin von Frankreich, doch jene, die sie gut kannten, bemerkten, dass sie bis an ihr Lebensende eine kleine Schatulle mit den Briefen Hoches bei sich trug.

Ihre Liebe blieb wie eine verborgene Blüte im Schatten der Geschichte - nie öffentlich anerkannt, nie in offiziellen Chroniken verzeichnet, aber in ihrer Intensität und Tragik so mächtig wie die Schlachten, die der junge General geschlagen hatte.

Man sagt, dass Joséphine in ihren letzten Jahren manchmal den Namen "Lazare" im Schlaf flüsterte - das Echo einer Liebe, die stärker war als Revolutionen, mächtiger als Imperien, und unsterblicher als der Tod selbst.

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #99 - Nicht planbar

 

Wer die Zukunft rosa sieht, könnte auch bei Lila landen. © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Nicht planbar

Es ist ein bißchen so, wie wenn man im Zug sitzt. Plötzlich bleibt er stehen. Dann nach 10 Minuten gibt es eine dürre Nachricht über Lautsprecher, dass der vor uns liegende Streckenabschnitt durch ein (unverständlich) Güterzug (unverständlich) gesperrt, weshalb es zu Verspätungen von bis zu (unverständlich) Minuten kommen kann.
Und dann natürlich zum Schluss:„Wir bitten Sie das zu entschuldigen.“

Dann schaut man auf die Verbindungen an dem Bahnhof, an dem man eigentlich umsteigen wollte und denkt sich: „Das wird sich wohl nicht mehr ausgehen.“ Und dann denkt man sich noch: „Die Bahn ist einfach ein (unverständlich)!

Das ist natürlich nur so, wenn man in Deutschland unterwegs ist.
Bahnkunden in der Schweiz oder in Österreich sind solche Szenarien fast so gut wie unbekannt.

Aber wie sagt der Schaffner der Deutschen Bahn dazu? Dieser Philosoph in Uniform? Wenn man ihn fragt, ob das mit dem Anschluß laut Plan doch vielleicht was wird? „Was ist schon planbar im Leben?“

Gute Frage. Tja, was?
Hochhäuser zum Beispiel.
Und es gibt Menschen, die planen die auch. Und zwar richtig hoch. Und die anderen dann höher. Und die dritten noch höher.
Und wenn die dann fertig sind, dann sind sie ein Anreiz, um noch höhere Hochhäuser zu planen.

Und über die gibt es dann Berichte. Mit den schönsten KI-gestützten Bildern. Da sieht man dann glitzernde Wolkenkratzer von über 500 Meter Höhe. Oder über 700 Meter. Oder über 1000 Meter!
Und weil das noch nicht reicht: Ein schwimmendes Hochhaus mit einer geplanten Höhe von 1700 Metern Höhe.
Nicht schlecht.

Und wer jetzt an den Turmbau zu Babel denkt, dem sei gesagt:
Knapp daneben. Die allermeisten von diesen Phalli des Hochmuts sollen nämlich in Dubai oder Kuwait errichtet werden.

Aber war da nicht gerade etwas? In Dubai? Und in Kuwait? Sind da nicht gerade Drohnen und Raketen eingeschlagen? Gibt’s da nicht Krieg? Saßen und sitzen da nicht immer noch Menschen am Flughafen fest? So als wären sie mit einem ICE der Deutschen Bahn in der Wüste gestrandet.
In diesen wackeligen Wüstensand soll jemand investieren?

Das wäre ja so als würde man die Deutsche Bahn ordentlich finanziell ausstatten.
Und das tut die Deutsche Bundesregierung etwa schon seit Jahren nicht.
(Apropos finanzieren: Man kann diesen Newsletter auch unterstützen, Infos unten!)

Ähnlich schwierig die Hochhauspläne in den Nachbarländern Saudi-Arabien und Ägypten. Gesellschaften, die mühsam von einem Geheimdienst- und Militärapparat in in Schach gehalten werden, wollen Gebäude errichten, die bis zu einem Kilometer hoch sein sollen? Warum? Damit alle Oppositionellen beim Bau eingesetzt werden können, in der Hoffnung des Regimes, dass sie möglichst dabei umkommen?

Ein trügerischer Plan. Da ist es wahrscheinlich effektiver, die Oppositionellen in einen Zug der Deutschen Bahn zu stecken und sich dort zu Tode ärgern zu lassen. Das kann dafür recht effektiv sein. Und schneller gehen als man glaubt. Also eigentlich langsamer. Denn die Durchsage verlautbartet gerade: „Der Lokführer wartet noch auf einen Befehl der Zugleitzentrale.“
Ja, die Befehlskette in Deutschland ist manchmal auch nur ein Analpiercing.

Ein anderer Bauplan sieht die Errichtung von Mega-Hochhäusern in China vor. Ja, in China. Lustig, gell? Denn wer hat gerade eine großartige Mega-Immobilienspekulationskrise zu stemmen? Genau: China.
So sieht es aus, wenn der Kapitalismus vom Einparteienstaat gelenkt wird.
Da macht er die selben Sachen wie in der freien Oligarchenwirtschaft… nur ein paar Jahre später.

Und dann gibt es noch das schwimmende Hochhaus.
Von lächerlichen 1700m Höhe. Das soll angeblich bei Tokio entstehen.
Das ist überhaupt das aller verrückteste.
Denn dort gibt es regelmäßig Erdbeben.
Soll heißen: Der nächste Tsunami kommt bestimmt.
Also ein schwimmendes Hochhaus vielleicht. Aber: nur liegend.
Und das ist dann 1700 Meter lang… und nicht hoch.

Bleiben noch Hochhaus-Pläne in den USA und in Brasilien.
Hmm….
Das eine Land hat es geschafft seinen protofaschistischen Expräsidenten wegen versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft zu verurteilen.
Das andere Land hat ihre Ausgabe von geistesgestörtem Möchtegern-Pantokrator wiedergewählt.

Sagen wir so: Die Hütte in Brasilien könnte unter Umständen etwas werden.
Vielleicht. Denn man weiß ja nicht, was noch so kommt.
Das geht sich vielleicht doch nicht mehr aus.
Denn: „Was ist schon planbar im Leben?“, wie der Philosoph im Dienst der Deutschen Bahn sagt.
Oder wie formuliert es sein Kollege so schön, der die Durchsagen macht:
„Wir werden jetzt - für Sie - rückwärts fahren.“

Denn: das war so auch nicht geplant.
Wir bitten Sie das zu entschuldigen.


———————

groebner live:

Sonntag 8.3. Düsseldorf, 
Kommödchen
Freitag 13.3. Offenbach 
Filmklubb
Freitag 20.3. Karlsruhe 
Orgelfabrik
Samstag 21.3. Wiesbaden 
Theater im Pariser Hof
Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen.

Und meinen Vierteljahresrückblick „Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-



Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64