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Dienstag, 10. März 2026

Wie kann es weitergehen im Iran?

Schäden in den
Machtzentren des Iran
(AI, gemeinfrei)
Welche Möglichkeiten der Fortentwicklung des iranischen friedlichen Aufstands bieten sich zurzeit an?

Der Sohn des Ayatollahs Ali Khameni übernimmt die Regierung nach Beseitigung der alten Regimespitze von außen und versucht das System zu konsolidieren.

Was einst als revolutionäre Republik begann, wirkt nun wie eine geistliche Erbmonarchie. Ein System, das 1979 den Schah stürzte, reproduziert plötzlich selbst dynastische theokratische Macht. Hinter Mojtaba steht vor allem die Macht der Islamic Revolutionary Guard Corps, jenes militärisch-ökonomischen Imperiums, das längst zu einem Staat im Staat geworden ist. Wenn die Revolutionsgarden einen Führer akzeptieren, bleibt das System stabil – zumindest nach innen.

Von außen jedoch wächst der Druck. Für Israel ist der Iran seit Jahren der strategische Hauptgegner im Nahen Osten. Die israelische Sicherheitsdoktrin zielt darauf, Irans militärische Fähigkeiten – insbesondere Raketenprogramme und mögliche nukleare Infrastruktur – durch gezielte Schläge, Cyberoperationen und internationale Isolation einzudämmen.

Auch die United States verfolgen eine Doppelstrategie: wirtschaftlicher und politischer Druck einerseits, militärische Abschreckung andererseits. Sanktionen, regionale Bündnisse und militärische Präsenz im Nahen Osten sollen verhindern, dass Teheran seine Machtprojektion über Stellvertretergruppen weiter ausdehnt.

In dieser Konstellation entsteht eine gefährliche Dynamik. Ein Regime, das sich nach innen auf Militär und ideologische Geschlossenheit stützt, steht einem außenpolitischen Druck gegenüber, der die  strategischen Fähigkeiten des Irans systematisch begrenzen will. 

Viele Fachleute betonen, dass dauerhafte politische Veränderungen meist aus inneren Entwicklungen entstehen, nicht von außen erzwungen werden. Trump signalisierte aktuell, dass Israel und er in einigen Wochen fertig seien mit dem Krieg. Erreicht wurde dann wahrscheinlich eine Schwächung des Mullah-Regimes, aber keine Veränderung. 

Ein Aufstand müsste sich gegen einen sehr starken Sicherheitsapparat richten: die Islamic Revolutionary Guard Corps, die Basij-Milizen, Geheimdienste und Polizei. Diese Institutionen kontrollieren große Teile von Militär, Wirtschaft und Politik. Ohne Spaltungen innerhalb dieser Strukturen wäre ein Machtwechsel extrem schwierig und verlustreich.

Günstig wären Massenproteste im Land, ein wirtschaftlicher Kollaps oder eine politische Krise, Abspaltungen innerhalb des Militärs und eine Übergangsregierung. Erst danach könnte eine Volksabstimmung entscheiden, ob der Iran eine säkulare Republik wird, was die meisten anstreben, oder eine konstitutionelle Monarchie bekommt (nur 18 % Zuspruch) oder ein anderes System wählt. Selbst Reza Pahlavi sagt inzwischen, dass die Staatsform durch ein Referendum bestimmt werden soll. Die Mullahs wollen kein Referendum, sondern die uneingeschränkte Macht.

Wenn sich die Machtverhältnisse im Iran verändern, wird das wahrscheinlich nicht durch einen einzelnen dramatischen Moment geschehen, sondern durch eine Kombination aus innerem Elitekonflikt, gesellschaftlichem Druck und geopolitischem Stress in Form von politischer und militärischer Einflussnahme. 

Die Machtzentren des Iran sind weiterhin funktionsfähig, auch wenn die Gebäude zerstört und viele Menschen aus der Mannschaft getötet wurden. Der Nachschub ist bereits aktiv. Wie oft die Führungsebene noch ausgetauscht werden kann, bevor es zu einem Kollaps kommt, ist ein anderes Thema.

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat (SNSC) bleibt die zentrale Stelle für strategische Entscheidungen.
Das Präsidialamt ist weiterhin ein wichtiges Machtzentrum, auch wenn die Befugnisse an niedrigere Beamte delegiert wurden. Es ist nach wie vor der Sitz der Exekutive und für die Verwaltung des Landes zuständig.
Die Expertenversammlung behält als Klerikergremium die Aufgabe bei, den Obersten Führer zu ernennen und zu überwachen.
Die Revolutionsgarden (IRGC) spielen eine zentrale Rolle in der iranischen Außenpolitik und beeinflussen nicht nur militärische Fähigkeiten, sondern auch wirtschaftliche, politische und außenpolitische Entscheidungen. Sie sind direkt dem neuen Obersten Führer unterstellt und üben erheblichen Einfluss aus.