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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Donnerstag, 9. Oktober 2025

Innereuropäische Bürokratie, militärische Mobilität und Reaktionsgeschwindigkeit auf Putins Pläne

---> Frankreich drängt aktuell die EU, schnell militärische Mobilitätskorridore und eine Koordinierungsbehörde einzurichten, um den Truppen- und Ausrüstungsverkehr innerhalb des Blocks zu beschleunigen. Beamte warnen, dass Russlands Krieg in der Ukraine schnelle Einsätze erfordern könnte, doch Genehmigungen zur Truppenverlegung können immer noch mehr als 10 Tage dauern, doppelt so lange wie das Ziel der EU. Die zentrale Koordination und priorisierte Genehmigungen müssen erst noch eingerichtet werden.


Wie lange dauert die Einrichtung heute (ohne Dringlichkeit)?

Die Dauer hängt stark davon ab, welche Maßnahmen priorisiert werden: Maßnahme                                   Geschätzte Dauer

Bürokratieabbau /                              6–12 Monate (bei starker                                                             politischer Priorität) Genehmigungsharmonisierung    3–6 Monate, um initial arbeitsfähig                                                             zu sein; Zentrale Koordinierungsbehörde       volle operative Kapazität 12–18 Monate                                                             auf EU-Ebene                                                             

Infrastrukturverstärkung (Brücken, 1–3 Jahre für kritische Engpässe Straßen)         

Simulationen und Testübungen    Parallel zur Einrichtung, ab 3–6 Monate                                                                                                       möglich Vollständige EU-weite                       2–3 Jahre realistischer Zeithorizont Einsatzbereitschaft                       

        

Kurzfristig könnte die EU Bürokratieabbau und Koordination innerhalb weniger Monate erreichen, um Truppentransporte deutlich zu beschleunigen. Vollständig robust für schwere Panzer und umfassende Mobilität ist jedoch eine mehrjährige Anstrengung erforderlich. Kurzfristige Sofortverteidigung wäre durch Beschleunigung auch in 72 h möglich.

Die Informationen zum 72-Stunden-Mobilitätskorridor innerhalb der EU stammen aus einer Kombination von öffentlichen Berichten, EU-Dokumenten und Analysen zum Thema militärische Mobilität, insbesondere im Kontext des russischen Krieges in der Ukraine. 1. Offizielle EU-Dokumente und Strategiepapiere

EU Action Plan on Military Mobility (2018, aktualisiert 2022/23)[EU Military Mobility – European Defence Agency](https://eda.europa.eu/what-we-do/activities/activities-search/military-mobility) European CommissionDefence Mobility Reports** Regelmäßige Statusberichte über Fortschritte bei Genehmigungen, Infrastruktur und grenzüberschreitender Mobilität. 2. Medienberichte und Analysen

Politico / Reuters / DW** berichten regelmäßig über die Verzögerungen bei Truppenbewegungen innerhalb der EU, Genehmigungen von mehr als 10 Tagen und Forderungen nach Beschleunigung. Diese Berichte bestätigen die Probleme, dass Genehmigungen aktuell oft länger als 10 Tage dauern und dass ein koordinierter Mobilitätskorridor die Reaktionszeiten drastisch reduzieren könnte. 3. Analysen von Sicherheitsforschungsinstituten

European Defence Agency & International Institute for Strategic Studies (IISS) IISS-Berichte: „EU Military Mobility: Reducing Bottlenecks and Increasing Response Time“ (2022/23).


72-Stunden-Mobilitätskorridor innerhalb der EU 

Ziel: Schnelle Verlegung von Truppen und schwerem Gerät aus Deutschland und Frankreich zu Einsatzgebieten in Osteuropa.

  • Schritt 1: Zentralisierte Genehmigung (0–6h)
    EU-Koordinierungsstelle prüft und erteilt automatische Genehmigungen; Grenzübergänge vorinformiert.
  • Schritt 2: Logistikplanung & Routenoptimierung (6–12h)
    Auswahl von Straßen und Schienen basierend auf Gewichtskapazitäten; alternative Routen für Engpässe.
  • Schritt 3: Transport & Sicherung (12–60h)
    Konvois auf Straße und Schiene, priorisierte Nachttransporte, militärische Begleitung, Freigabe an Grenzübergängen.
  • Schritt 4: Koordination & Echtzeit-Überwachung (0–72h)
    GPS-Tracking, Sensoren, EU-Koordination zur sofortigen Umleitung bei Engpässen.
  • Schritt 5: Entladung & Einsatzbereitschaft (60–72h)
    Unmittelbare Bereitstellung von Einheiten, Ausrüstung und Nachschub am Einsatzort.

Ergebnis: Mit zentraler Koordination und priorisierten Genehmigungen könnte die EU schwere Truppen rechnerisch innerhalb von 72 Stunden verlegen, statt wie bisher >10 Tage. 

Montag, 6. Oktober 2025

Wie war's bei BLÜHEN, einer modernen Oper von Vito Žuraj, im Bockenheimer Depot, Frankfurt?

Vokalensemble und Ensemble Modern
unter der musikalischen Leitung
von Michael Wendeberg
Bildnachweis: Barbara Aumüller



Abrupte Verwelkung des Aufblühens – Zur Tragik der Oper BLÜHEN

Die Oper BLÜHEN im Frankfurter Bockenheimer Depot wagt sich an ein gewagtes Sujet: den Moment, in dem ein Leben, gerade als es sich noch einmal gegen das Verblühen aufbäumt, mit einem Schlag vergeht. Händl Klaus’ Libretto nach Thomas Manns Die Betrogene und die Komposition des Slowenen Vito Žuraj (Jg. 1979, Maribor) übersetzen diesen paradoxen Augenblick in eine abstrahierende Oper, in der der Operncharakter neben einer psychoanalytischen Analyse von starker postmoderner Intensität steht. Das Ensemble Modern lieferte 80 Minuten hohe und höchste musikalische Konzentration und fantastische Interpretation der interruptiv-chaotischen Klangwelt Žurajs. Brigitte Fassbaenders Inszenierung integriert den Chor mit aristotelischen Aufgaben als Kommentator, Zeuge und Eingreifender in das absurde Geschehen.  

Alfred Reiter (Dr. Muthesius) und Bianca Andrew (Aurelia)

 Bildnachweis: Barbara Aumüller

Im Zentrum steht die Mutter eines Nachhilfeschülers, Aurelia, die sich – in einem späten, fast zärtlich-verzweifelten Versuch, ihrer Lebensmüdigkeit zu entkommen – auf eine Affäre mit dem jungen Lehrer ihres Sohnes einlässt. Dieser Moment der Hingabe, der wie eine Rückkehr zur Jugend wirkt, bildet den entscheidenden Wendepunkt: Auf das Aufblühen folgt unmittelbar das Verlöschen. Der Körper, der noch einmal Lust und Lebenskraft zu spüren meint, wird zum Schauplatz des endgültigen und schnellen Zerfalls. Bianca Andrew spielt das blühende Leben perfekt und mit reizendem Charme, sie muss eine Ewigkeit das absurde Sterben einer krebskranken Frau ertragen. Ihre Tochter Anna (Karolina Bengtsson), mit einem Klumpfuß geboren, reagiert eher hysterisch, teils aggressiv und verliert sich dann wieder in der Kinderrolle. Auch sie wirft ein Auge auf Ken (Michael Porter), den Nachhilfelehrer, der allerdings magnetisch von Aurelia angezogen wird. Ihr Sohn Edgar (Jarrett Porter) pflegt homoerotische Fantasien der Zweisamkeit und geht ebenfalls leer aus. Wer sich ganz engagiert und kritisch verhält ist der Chor. Er geht fast dazwischen, als es zum Koitus kommt, und zieht Ken jedenfalls regelrecht weg von Aurelia. Der Chor ist der Allwissende im Spiel, er weiß scheinbar, welche Folgen auftreten können, das Aufgehen der Metastasen, das Bluten ... 

Das Blut übernimmt an diesem Punkt eine exponierte Rolle im Geschehen: Rhythmische Impulse, die wie ein Herzschlag pulsieren, anströmen und dann stocken. Es ist Ausdruck eines existentiellen Paradoxons: Das Auflodern der Lebenslust, (scheinbare) Wiederkehr der Fruchtbarkeit im Zeugungsakt stehen einer Unmöglichkeit der Befruchtung und dem Sterben des Organismus gegenüber.

"... alle Räume bluten ... unser Haus, die Stadt ... und die Wege in den Wald ..."
 

Diese schroffe dramaturgische Bewegung – von der Eruption zum Erlöschen – ist das emotionale Zentrum der Oper. Žurajs Musik macht diesen Übergang physisch spürbar: vom leuchtenden Klangfarbenspiel des Erwachens zur klanglichen Erstarrung des Geschehens im nahenden Tod. Doch gerade hier liegt auch der kritische Punkt der Inszenierung: Die Oper verweilt fast zu lange im Sterben, beinahe kontemplativ, und verliert dabei die Dynamik des Moments, der sie antreibt. Das „Blühen“ bleibt ein musikalisches und psychologisches Versprechen, das nur kurz eingelöst wird, bevor es in struktureller Strenge und klanglicher Reflexion erstickt und zum "Absterben" in Handlungserlahmung wird.

Man könnte sagen: BLÜHEN will das Paradox des Lebens im Angesicht des Todes ausloten – doch seine formale Konsequenz, seine intellektuelle Kühle, Leere in den Emotionen untereinander, lassen die emotionale Sprengkraft der Geschichte erfrieren. Der Schock des Wendepunkts – eine Frau, die durch das Wiedererwachen ihrer Sinnlichkeit in den Tod getrieben wird – artikuliert sich in der formalen Konzentration der Musik. Das Werk bleibt bewundernswert, obwohl es wegen seiner speziellen Konkretheit distanziert: ein kunstvolles Sezieren von Lebenshunger und Verfall, mehr als ein Erzittern vor deren Unvereinbarkeit.

v.l.n.r. Jarrett Porter (Edgar; kniend), Karolina Bengtsson (Anna; stehend),
Bianca Andrew (Aurelia; liegend),  Michael Porter (Ken; sitzend)
und Alfred Reiter (Dr. Muthesius; stehend)

Am Ende bleibt BLÜHEN eine Oper über das Unmögliche: Der Versuch, das Sterben im Akt des Lebens zu überwinden – und das tragische Wissen, dass gerade dieser Versuch das Ende beschleunigt. Die Musik bringt das zum Klingen, das Libretto benennt es, die Regie zeigt es. 



Transformation der deutschen Lage in 3 bis 10 Jahren


Gesamtstrategie für nachhaltige wirtschaftliche und soziale Transformation in 3 bis 10 Jahren 

(In Anlehnung an Pläne der Deutschen Wirtschafts- sowie Forschungsinstitute und Parteienziele)


Ziel:

Langfristige Stabilität und Gerechtigkeit durch nachhaltige Reformen – kombiniert mit einem kurzfristigen Power-Start, der bereits nach 3 Jahren spürbare Verbesserungen bringt.


Phase 1 Sofortige Entlastung, sichtbareErfolge
2025–2028
(3 Jahre Schnellprogramm)

Ziele & Maßnahmen

  • Mindestlohn-Anhebung und Negativsteuer einführen

  • Mietenmoratorium & Bauoffensive starten

  • Sockelrente auf 1.250 € netto einführen

  • Digitale Preisrabattsysteme für Lebensmittel aktivieren (Rabatte über Einkaufskarte / App nach Einkommensklassen)

  • Bürgergeld reformieren (Stufenanrechnung, Coaching, Eigenanteile bis Integration in den Arbeitsmarkt)

  • Transparenzoffensive gegen Steuervermeidung starten

  • Effizienzsteigerung Verwaltung, Bürokratieabbau

  • Staatsunternehmertum ausbauen (!!), großer Teil der Gewinne zur Reinvestition in Betriebe, Leistungen und Rentenfonds, Spitzengehälter deckeln

  • Arbeitsförderung: Umschulung und Jobgarantie starten

Ergebnisse 2028:

  • Reallohnzuwächse im unteren Segment

  • Mietbelastung sinkt spürbar

  • Mehr Sozialgeldempfänger in Arbeit

  • Altersarmut deutlich reduziert

  • Mehreinnahmen durch Steuergerechtigkeit

  • Staatshaushalt effizienter



          Phase 2: 2028–2035
  (nachhaltige Transformation)    Konsolidierung & Ausbau 

Ziele & Maßnahmen

  • Bürger*innenversicherung einführen

  • Sozialwohnungsbau auf 150.000 Einheiten/Jahr steigern

  • Vermögen- und Erbschaftsteuer reformieren und ausweiten

  • Weiterentwicklung von Jobgarantie und Umschulungsrecht

  • Ausbau kommunaler Bodenfonds

  • Integration von grünen Technologien und Innovationsförderung

  • Ausbau digitaler Verwaltung und Sozialleistungen

  • Weiterführung von Transparenz- und Effizienzprogrammen


Ergebnisse 2035:

  • Stabiler Sozialstaat mit tragfähiger Finanzierung

  • Gerechte Steuerlast auf breite Schultern verteilt

  • Gute Lebensqualität für alle Bevölkerungsschichten

  • Klimafreundliche Infrastruktur & Wirtschaft

  • Arbeitsmarkt mit hoher Teilhabe & Qualifikation



Kernmaßnahmen in beiden Phasen

Bereich 3-Jahres-Schnellprogramm (bis 2028) Langfristiger Ausbau
(bis 2035)
Lebensmittel Automatische Rabatte für Geringverdiener Regionalisierung und nachhaltige Versorgungsnetze
Löhne Mindestlohn auf 14,50 €, Negativsteuer Mindestlohn >15 €, Tarifbindung fördern
Rente Sockelrente 1.250 € netto, flexible Teilrente Bürger*innenversicherung, Rentenreformen, Rentenfonds
Mieten Mietenmoratorium, 120.000 Sozial-wohnungen p.a. 150.000 Sozialwohnungen p.a., Bodenfonds
Steuern Vermögensteuer, Erbschaftssteuer, Spitzensteuern Ausweitung & Digitalsteuer, Transparenzoffensive
Bürgergeld Reform zum Arbeitsanreiz, Coaching, Stufenmodell Bildungspakete, dauerhafte Integration
Arbeitsförderung Jobgarantie, Umschulungsrecht Ausbau Weiterbildung, Qualifikation, grüne Jobs
Staatsunternehmertum Spitzengehälter deckeln, Gewinne reinvestieren Ausweitung strategischer Beteiligungen
Verwaltung Bürokratieabbau, Digitalisierung Vollständige digitale Transformation


Finanzierung in beiden Phasen

  • Einnahmen aus Vermögens- und Finanztransaktionssteuer

  • Mehreinnahmen durch gerechte Spitzensteuer und Erbschaftsreform

  • Gewinne aus mehr Staatsbeteiligungen reinvestieren

  • Einsparungen durch Effizienz & Digitalisierung

  • Wirtschaftswachstum durch mehr Teilhabe und Innovation


Donnerstag, 2. Oktober 2025

Demokratie kann mehr als AfD-Einheizer-Parolen


Demokratie statt Slogans – Ein Manifest in zehn Punkten

Die AfD lebt von einprägsamen Schlagworten: „Grenzen dicht!“, „Gesetz und Ordnung!“, „Unser Land zuerst!“ Diese Parolen erzeugen Aufmerksamkeit, aber sie bieten keine Lösungen. Demokratie hingegen ist komplex, lebendig und wirksam. Sie lebt von Vielfalt, Integration, Rechtsstaatlichkeit, Bildung, sozialer Gerechtigkeit und aktiver Bürgerbeteiligung. Sie ist nicht laut, sie ist tragfähig.

Die folgenden zehn Punkte zeigen, wie Demokratie nicht nur die leeren Parolen der AfD überflüssig macht, sondern attraktive Perspektiven für die Gesellschaft eröffnet.


Migration als Stärke begreifen

AfD-Slogan: „Grenzen schließen – dann haben wir Ruhe.“
  • Realität: Abschottung verlangsamt Wirtschaft, verschärft Fachkräftemangel und isoliert das Land international.

  • Demokratische Antwort: Migration wird als Chance gestaltet. Durch geordnete Verfahren, gezielte Fachkräfteprogramme und schnelle Asylentscheidungen entsteht eine integrierte Gesellschaft. Neue Mitbürger bringen Wissen, Energie und Innovationen.

  • Beispiel: In Frankfurt zeigt sich, dass Migration Innovationen fördert: Start-ups, Handwerksbetriebe und multikulturelle Stadtviertel entstehen. Integration schafft Dynamik, keine Krise.



Fremde Kulturen neu erfahren

AfD-Slogan: „Die nehmen uns unsere Kultur weg.“
  • Realität: Kultur wächst durch Begegnung, nicht durch Isolation. Jede neue Tradition erweitert das gesellschaftliche Spektrum.

  • Demokratische Antwort:

    • Musik, Literatur, Feste und Bräuche anderer Kulturen bereichern die Gesellschaft.

    • Öffentliche Praktiken werden verhältnismäßig geregelt: Übermäßige Lautstärke in der Öffentlichkeit, etwa mehrfach täglich Muezzinrufe, wird eingeschränkt. Digitale Mitteilungen ermöglichen den Gläubigen, ihre Gebete zu verfolgen, ohne die Nachbarschaft dauerhaft zu stören. Andere Religionen brauchen dies nicht.

    • Ziel: Harmonie und Respekt, nicht Einschränkung der Religionsfreiheit.

  • Beispiel: Städte wie Köln und Mannheim regulieren Gebetsrufe über Lautsprecherzeiten oder digitale Dienste – Nachbarn werden geschützt, Gläubige praktizieren weiterhin ihre Religion.


Ungewohnte Lebensstile und Erscheinungsweisen verstehen

AfD-Slogan: „Unsere Art zu leben ist bedroht.“
  • Realität: Gesellschaftlicher Wandel ist Fortschritt, kein Untergang.

  • Demokratische Antwort: Unterschiedliche Familienformen, Religionen, Kleidungsstile und Identitäten bereichern die Gesellschaft. Vielfalt stärkt soziale Resilienz und ermöglicht Lösungen für komplexe Probleme.

  • Beispiel: Das Projekt „One World Basketball“ in Berlin bringt Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zusammen und fördert den interkulturellen Austausch durch Sport.


Mehr Verstand und Toleranz zeigen

AfD-Slogan:
„Man wird ja wohl noch sagen dürfen …“

  • Realität: Worte ohne Verantwortung spalten, statt zu verbinden.

  • Demokratische Antwort: Demokratie lebt von Reflexion, Fakten und Empathie. Toleranz bedeutet, Konflikte konstruktiv auszutragen und gegensätzliche Sichtweisen zu verstehen, ohne Grundwerte zu gefährden.

  • Beispiel: Die App „Ankommen“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge unterstützt Geflüchtete beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Integration in die Gesellschaft. Weitere Apps A1 bis B2 stehen zur Verfügung.



Integration durch Bildung und Arbeit

AfD-Slogan: „Die sollen sich gefälligst anpassen.“

  • Realität: Anpassung erzwingt keinen Zusammenhalt.

  • Demokratische Antwort: Integration ist ein gegenseitiger Prozess. Bildung, Sprachkenntnisse, Ausbildung und Arbeit öffnen Türen. Wer sich einbringt, wird Teil der Gesellschaft.

  • Beispiel: Inzwischen bildet bereits jedes zehnte Unternehmen Geflüchtete im Rahmen einer dualen Ausbildung aus, was zu einer nachhaltigeren Integration führt.


Miteinander für eine große Demokratie arbeiten

AfD-Slogan: „Wir gegen die da oben.“
  • Realität: Spaltung lähmt demokratische Entwicklung.

  • Demokratische Antwort: Demokratie ist gemeinsames Handeln. Alle Bürgerinnen und Bürger – alt oder jung, einheimisch oder zugewandert – tragen Verantwortung. Beteiligung schafft Stärke, Identifikation und Zusammenhalt.

  • Beispiel: Das Projekt „Integreat“ bietet Geflüchteten und Migrant:innen lokale Informationen und Angebote, die von Kommunalverwaltungen oder Integrationsbeauftragten gepflegt und in jeweils vor Ort relevanten Sprachen verfügbar gemacht werden.


Sicherheit durch den Rechtsstaat

AfD-Slogan: „Law and Order – hart durchgreifen!“
  • Realität: Härte allein erzeugt Misstrauen und Ungerechtigkeit.

  • Demokratische Antwort: Sicherheit entsteht durch Gleichheit vor dem Gesetz. Täter werden verfolgt, Opfer geschützt – unabhängig von Herkunft oder Status. Rechtsstaatlichkeit schützt Bürger besser als populistische Schlagworte.

  • Beispiel: Das EU-Projekt „NoVaMigra“ fördert eine rechtebasierte, demokratische Perspektive für die Migrations- und Flüchtlingspolitik der EU und stärkt die Rechtsstaatlichkeit.


Klare Bestrafungen bei dauernder Störung

AfD-Slogan: „Null Toleranz!“

  • Realität: Parolen erzeugen Show, keine Ordnung.

  • Demokratische Antwort: Demokratie ist wehrhaft. Wer Prozesse sabotiert, Gewalt verbreitet oder extremistische Ideologien aktiv verfolgt, erfährt klare, verhältnismäßige Sanktionen: Ausweisung, Inhaftierung oder strafrechtliche Maßnahmen – gerecht und transparent.

  • Beispiel: In Deutschland werden Projekte zur Förderung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt unterstützt, um extremistischen Tendenzen entgegenzuwirken.


Soziale Fairness sichern

AfD-Slogan: „Die Ausländer kriegen alles, wir nichts.“
  • Realität: Soziale Ungleichheit betrifft alle Bürger. Ausgrenzung schwächt die Gesellschaft.

  • Demokratische Antwort: Faire Löhne, bezahlbarer Wohnraum, stabile Renten und Gesundheitsversorgung sichern Solidarität und Zusammenhalt. Wer teilt, stärkt die Gemeinschaft; wer spaltet, schwächt sie.

  • Beispiel: Die Integrationsbeauftragte unterstützt Projekte zur Unterstützung von Geflüchteten, zur Bekämpfung von Rassismus und für mehr Chancengleichheit und Teilhabe mit 10,3 Millionen Euro im Jahr 2024.


Eine wehrhafte, lernende Demokratie

AfD-Slogan:
„Wir brauchen eine starke Hand!“

  • Realität: Autoritäre Konzepte führen zu Unterdrückung, nicht zu Stärke.

  • Demokratische Antwort: Demokratie ist stark, weil sie lernfähig ist. Sie toleriert Kritik, passt sich neuen Herausforderungen an und bleibt offen für Beteiligung. Wer Vielfalt versteht, Konflikte konstruktiv löst und gemeinsam handelt, baut die einzige stabile Zukunft.

  • Beispiel: Das EU-Projekt „Prague Process“ fördert Migration Partnerschaften unter 50 teilnehmenden Staaten, um Migration gemeinsam zu gestalten und zu bewältigen.



Demokratie ist Substanz, keine Parole

Die AfD lebt von einfachen Schlagworten, die Angst erzeugen und Komplexität verdrängen. Unser demokratisches Programm setzt auf Inhalt, Pragmatismus und Mitgestaltung.

Demokratie bedeutet:

  • Vielfalt wertschätzen,

  • Integration fördern,

  • Rechtsstaatlichkeit sichern,

  • soziale Fairness garantieren,

  • Bürgerbeteiligung ermöglichen.

Sie ist praktisch, wirksam und zukunftsfähig. Wer dieses Programm versteht, erkennt sofort: Demokratie ist mehr als Slogans – sie ist eine lebendige Praxis, die Probleme löst, Vielfalt stärkt und Menschen zusammenführt. 

Montag, 29. September 2025

Nukleare Aufrüstung Russlands – Warum die USA unverzichtbar bleiben

 

Die jüngsten Signale aus Moskau, die Beschränkungen des New START-Vertrags nach seinem Auslaufen 2026 möglicherweise nicht einzuhalten, sind alarmierend. Russland befindet sich mitten in einer umfassenden Modernisierung seines Nukleararsenals: Über 4.300 strategische und taktische Sprengköpfe (Bulletin of the Atomic Scientists), die Möglichkeit zum Einsatz bei konventionellen Konflikten, und sogar Berichte über die Entwicklung nuklear bestückter Satelliten. All dies zeigt eine klare Absicht, das eigene militärische Übergewicht als Druckmittel einzusetzen und den Rest der Welt einzuschüchtern.

Es ist daher nachvollziehbar, dass die internationale Gemeinschaft, insbesondere die USA, in den Gesprächen über Abrüstung, Inspektionen und Stabilität unverzichtbar bleibt. Ein Rückzug, wie ihn frühere US-Regierungen unter Trump teilweise signalisierten, wäre katastrophal: Ohne aktive US-Beteiligung droht ein gefährlicher Rüstungswettlauf zwischen den beiden größten Nuklearmächten. Der New START-Vertrag hat bisher durch konkrete Obergrenzen und Inspektionen Stabilität geschaffen. Die USA garantieren, dass Vereinbarungen nicht einseitig interpretiert oder ignoriert werden. Inspektionsmechanismen, Transparenzpflichten und Dialogstrukturen sind auf die Präsenz beider Mächte angewiesen. Ein Rückzug der USA würde den Eindruck erwecken, dass internationale Abrüstungsabkommen optional sind. Länder wie China, Nordkorea oder Iran könnten dies als Einladung zu eigenen Nuklearprogrammen werten. Die USA sind Dreh- und Angelpunkt der NATO-Verteidigungsarchitektur. Ohne ihre Beteiligung wird die europäische Abschreckung schwächer, und regionale Sicherheitsgarantien verlieren an Glaubwürdigkeit.

Russlands Pläne zur atomaren Aufrüstung – gepaart mit der Unsicherheit über die Fortführung des New START-Vertrags – sind nicht nur eine Bedrohung für die USA oder Europa, sondern für die gesamte internationale Ordnung. Gleichzeitig wissen wir, dass Abrüstung nur gemeinsam gelingt. Die USA müssen in allen Verhandlungen präsent bleiben, um sowohl Russland zu binden als auch der globalen Gemeinschaft Stabilität zu signalisieren.

Nur ein aktiver, kontinuierlicher Dialog, kombiniert mit klaren Inspektionen und gegebenenfalls diplomatischen Sanktionen, kann verhindern, dass das 21. Jahrhundert in einen erneuten nuklearen Wettlauf abgleitet. Die Welt braucht keine neuen Vernichtungsszenarien, sondern handfeste Verantwortung – von Moskau und Washington gleichermaßen, natürlich auch von China, Iran, Indien, Kanada, Australien, Brasilien, Großbritannien, Frankreich usw.

Russland befindet sich in den letzten Zügen eines jahrzehntelangen Modernisierungsprogramms, um alle sowjetischen Nuklearsysteme durch neue Modelle zu ersetzen. 

Die russische Militärdoktrin sieht den Einsatz von Nuklearwaffen in mehreren Szenarien vor, darunter:

  • Empfang zuverlässiger Daten über einen ballistischen Raketenangriff gegen russisches oder verbündetes Gebiet.

  • Einsatz von Nuklear- oder anderen Massenvernichtungswaffen durch einen Gegner.

  • Angriffe auf Regierungs- oder Militärziele, die Russlands Fähigkeit zur nuklearen Vergeltung beeinträchtigen könnten.

  • Konventionelle Aggressionen gegen Russland oder Belarus, die eine kritische Bedrohung für ihre Souveränität und territoriale Integrität darstellen.

  • Empfang zuverlässiger Daten über einen massiven Beginn eines Luftangriffs Congress.gov.

Es gibt Berichte, dass Russland plant, nuklear bestückte Satelliten in den Weltraum zu bringen. Solche Systeme könnten westliche Satelliten stören oder zerstören, was als Abschreckung gegen westliche Gegner dienen soll Congress.gov.

Präsident Putin verspricht die Einhaltung der zentralen numerischen Begrenzungen des New START-Vertrags für ein weiteres Jahr bis Februar 2027. Er betonte, dass ein Auslaufen des Vertrags die globale Sicherheit destabilisieren und die Verbreitung von Nuklearwaffen fördern könnte The Washington Post. Er trägt allerdings selbst wesentlich dazu bei. 

Samstag, 27. September 2025

Ein neuer Anfang für Palästina? JA! Staatlichkeit jenseits von Hamas und Fatah

Ein neuer Anfang für Palästina: Staatlichkeit jenseits von Hamas und Fatah


Seit Jahrzehnten ist die palästinensische Politik von zwei dominanten Kräften geprägt: der islamistischen Hamas im Gazastreifen und der säkular-nationalistischen Fatah im Westjordanland. Beide Organisationen haben sich in ihren jeweiligen Territorien festgesetzt – oft mit autoritären Mitteln, ohne demokratische Legitimation und mit gegenseitiger Feindschaft. Die Idee, beide Bewegungen aufzulösen und den Weg für einen neuen, verhandlungsfähigen palästinensischen Staat zu ebnen, mag kühn klingen– aber sie könnte der Schlüssel zu einem echten Neuanfang sein.


Die politische Sackgasse der Gegenwart

Hamas verfolgt ein ideologisches Ziel, das die Existenz Israels negiert. Ihre Herrschaft in Gaza basiert auf Gewalt, religiösem Extremismus und der Unterdrückung politischer Vielfalt.

Fatah, einst Hoffnungsträger der palästinensischen Nationalbewegung, ist heute geprägt von Korruption, Machtverfall und fehlender Reformbereitschaft. Seit über 15 Jahren gab es keine freien Wahlen.

Der innerpalästinensische Konflikt zwischen beiden Organisationen hat jede Aussicht auf eine geeinte Staatlichkeit blockiert.


Ein Palästina ohne Hamas und Fatah

Ein radikaler Schnitt könnte bedeuten:

Auflösung beider Organisationen durch internationalen Druck, innere Reformbewegungen oder eine Übergangsverwaltung.

Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung, die aus zivilgesellschaftlichen Kräften, unabhängigen Intellektuellen, Unternehmern, Juristen und Vertretern der Diaspora besteht.

Neugründung eines palästinensischen Staates, der sich auf demokratische Prinzipien, Gewaltverzicht und internationale Kooperation stützt.


Voraussetzungen für diesen Wandel

Damit ein solcher Prozess gelingen kann, müssten mehrere Bedingungen erfüllt sein: 

  • Internationale Unterstützung, etwa durch die UN, die EU und arabische Staaten, die den Aufbau begleiten und legitimieren.
  • Sicherheitsgarantien für Israel, um Vertrauen in die neue politische Ordnung zu schaffen.
  • Entwaffnung militanter Gruppen und Aufbau einer professionellen, neutralen Sicherheitsstruktur durch Ordnungskräfte.
  • Transparente Wahlen, die neue politische Kräfte hervorbringen – jenseits der alten Eliten.


Chancen

Ein echter Neuanfang für die palästinensische Bevölkerung.
Wiederherstellung der politischen Einheit zwischen Gaza und Westjordanland.
Öffnung für Friedensverhandlungen mit Israel auf Augenhöhe.

Risiken

Widerstand der alten Machteliten.
Radikalisierung durch den Verlust ideologischer Identitäten.
Mangelnde Akzeptanz in Teilen der Bevölkerung, die sich mit Hamas oder Fatah identifizieren.


Die Idee, Hamas und Fatah zu schließen und den Rest der palästinensischen Gesellschaft zu einem neuen Staat zu formen, ist umsetzbar. Sie erfordert Mut, internationale Entschlossenheit und den Willen der palästinensischen Bevölkerung, sich von alten Narrativen zu lösen. Vielleicht ist genau dieser radikale Bruch nötig, um aus dem Teufelskreis von Gewalt, Stillstand und gegenseitiger Ablehnung auszubrechen. Im Moment hocken keifende, hysterische und mordende Fanatiker mit blutunterlaufenen Augen um ihre Feuer und können nicht mal Wirtschaftsstrukturen aufbauen! Das muss sich ändern.

Freitag, 26. September 2025

Highlight in der Oper Frankfurt a.M. im Oktober 2025

Mittwoch, 1. Oktober 2025, 19 Uhr im Bockenheimer Depot
Erste Wiederaufnahme

BLÜHEN
Oper in sieben Bildern von Vito Žuraj (*1979)
Auftragswerk der Oper Frankfurt
Blühen Bianca Andrew (Aurelia)
(Bildnachweis: Barbara Aumüller)

In deutscher und englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Michael Wendeberg; Inszenierung: Brigitte Fassbaender
Mitwirkende: Bianca Andrew (Aurelia), Karolina Bengtsson (Anna), Michael Porter (Ken), Alfred Reiter (Dr. Muthesius), Jarrett Porter (Edgar); Vokalensemble, Ensemble Modern

Weitere Vorstellungen: 3., 5., 7., 9. Oktober 2025
Alle diese Vorstellungen beginnen um 19 Uhr.
Preise: € 25 bis 65 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)



Blühen ist die zweite Oper des slowenischen Komponisten Vito Žuraj (*1979), der dem an der Uraufführung 2022/23 im Bockenheimer Depot beteiligten Ensemble Modern seit seiner Aufnahme in die Internationale Ensemble Modern Akademie (IEMA) 2009 eng verbunden ist.

Für das Auftragswerk der Oper Frankfurt, welches auf Thomas Manns Novelle Die Betrogene (1953) basiert, arbeitete Žuraj erstmals mit dem Librettisten Händl Klaus (*1969) zusammen. Dieser hat bereits zahlreiche Textbücher verfasst, u.a. für die 2017 an der Oper Frankfurt uraufgeführte Oper Der Mieter von Arnulf Herrmann. Nun wird Blühen – unüblich für eine Depot - 
Produktion – ob des außergewöhnlich großen Zuspruchs bei Publikum und Presse zum ersten Mal
wiederaufgenommen, zudem ist eine DVD in Planung . So war etwa im Main-Echo Aschaffenburg zu lesen: „Regisseurin Brigitte Fassbaender hat ein kleines und ungemein fesselndes Meisterdrama abgeliefert.“ Der Wiesbadener Kurier konstatierte: „Mit einem außerordentlichen Klangsinn agierte das Ensemble Modern unter der das Zarte, Leise, Intime rückhaltlos auslotenden
Hand von Michael Wendeberg. Ein Abend von einer äußersten Eindringlichkeit, nicht zuletzt ob der Einheit aller Elemente. “ In der Allgemeinen Zeitung Mainz war zu lesen: „Eine besondere Rolle kommt dabei einem gemischten Vokalensemble – exzellent einstudiert von Takeshi Moriuchi – zu, ein steter emotionaler Begleiter der Protagonistin, ausschließlich in einer Lautlichkeit, die vorwiegend stoßweise oder in langgezogenen Wellenbewegungen hervorgebracht
wird.“ Und der Kritiker von BR-Klassik erlebte „kluges Musiktheater, das berührt."
Zum Inhalt der Oper: Eine Frau verliebt sich in einen Mann, der ihr Sohn sein könnte. Sie hat das Gefühl, eine körperliche Verjüngung zu erleben, und wird auf dem Höhepunkt ihrer Hingabe mit der Nachricht konfrontiert, unheilbar krank zu sein.

Dass bei dieser Wiederaufnahme fast durchgehend die Premierenbesetzung zu erleben sein wird, spricht ganz sicher für die Qualität des Abends. In der Partie der Anna fügt sich Ensemblemitglied Karolina Bengtsson neu in die Besetzung ein. Der Radiokritiker von SWR 2 urteilte in diesem Zusammenhang: „Die Solisten bilden ein Ensemblewunder. Bianca Andrew als Aurelia ist so glaubwürdig wie berührend. (…) Jarrett Porter ist ein einfühlsamer Sohn, der machtvolle Bass von
Alfred Reiter verkörpert den Arzt als archaischen Todeskünder. Und der lyrische Tenor von Michael Porters Ken ist ein zutiefst ehrlich Liebender. Die Uraufführung von Vito Žurajs und Händl Klaus’ Blühen an der Oper Frankfurt im Bockenheimer Depot ist ein Riesenerfolg für die zeitgenössische Oper.“





Freitag, 3. Oktober 2025, um 18 Uhr im Opernhaus

Erste Wiederaufnahme

GIULIO CESARE IN EGITTO
 v.l.n.r. Giulio Cesare, Tolomeo und Curio 
(Bildnachweis: Monika Rittershaus)


Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Laurence Cummings; Inszenierung: Nadja Loschky
Mitwirkende: Yuriy Mynenko (Giulio Cesare), Kateryna Kasper (Cleopatra),
Zanda Švēde / Cláudia Ribas (Cornelia), Cecelia Hall (Sesto),
Lawrence Zazzo (Tolomeo), Sebastian Geyer /
Erik van Heyningen (Achilla),

Pete Thanapat (Curio),
Rafał Tomkiewicz / Iurii Iushkevich (Nireno)


Weitere Vorstellungen: 11., 18., 24. (19 Uhr), 30. Oktober, 9. (15.30 Uhr), 13. November 2025
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18 Uhr.
Preise: € 16 bis 1 21 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)





Giulio Cesare in Egitto von Georg Friedrich Händel (1685-1759) nach dem von Nicola Francesco Haym eingerichteten Libretto war bereits zu Lebzeiten des Komponisten eine seiner erfolgreichsten Opern, was auch der musikalisch-szenischen Farbigkeit des Werkes geschuldet ist.
Darin finden sich die Vorlagen sowohl für prunkvolles Ausstattungstheater, das Händels Zeitgenossen so sehr liebten, als auch für eine differenzierte psychologische Ausdeutung der einzelnen Charaktere. Der Erfolg der Uraufführung am 20. Februar 1724 am Londoner Haymarket-Theater begründete sich zudem darin, dass Händel als künstlerischer Leiter dieser Bühne über die
besten Sänger seiner Zeit verfügen konnte. Nun wird Giulio Cesare aus der Saison 2023/24 erstmals wiederaufgenommen. „[Regisseurin] Nadja Loschky findet einen nahezu zeitlosen Ansatz für Händels großartige Oper. Die hochkarätige Besetzung bietet einen musikalischen Barockgenuss vom Feinsten“ war auf www.omm.de zu lesen.

Ägypten, 48 v. Chr.: Pompejo, der politische Gegner von Giulio Cesare (Julius Cäsar), ist an den Hof des ägyptischen Königs Tolomeo ge flohen und von diesem heimtückisch ermordet worden. Damit wollte Tolomeo Cesares Gunst erringen. Dieser verspricht Pompejos Witwe Cornelia und deren Sohn Sesto, den Mörder zu finden. Derweil versucht Tolomeos Schwester Cleopatra mit Cesares Hilfe auf den ägyptischen Thron zu gelangen. Wie geplant, erliegt Cesare ihrem Charme, doch als dieser hört, dass Sesto gefangengenommen und Cornelia verschleppt wurde, versucht er von ihrem Bruder arrestierte Cleopatra erhält die Nachricht, der Geliebte sei im Kampf gefallen.
Doch Cesare lebt, und es gelingt ihm, zusammen mit Sesto – der in der Zwischenzeit Tolomeo töten konnte – die Frauen zu befreien. Cesare krönt Cleopatra als rechtmäßige Königin Ägyptens unter römischem Protektorat.

Der britische Dirigent Laurence Cummings legte mit Händels Hercules 2022/23 sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt vor. Er gehört nicht nur in seiner Heimat zu den renommiertesten Vertretern der historischen Aufführungspraxis und ist zudem als Organist, Cembalist und Hochschullehrer tätig. Von 2012 bis 2021 wirkte er als Musikdirektor der Händel Festspiele Göttingen. Aktuell ist er
in gleicher Position u.a. der Academy of Ancient Music und dem Lond on Handel Festival verbunden. Der Countertenor Yuriy Mynenko (Giulio Cesare) stammt aus der Ukraine und gibt sein Hausdebüt in Frankfurt. Im Sommer 2025 verkörperte er in Dmitri Tcherniakovs Inszenierung die Partie des Tolomeo bei den Salzburger Festspiele n. Diese Rolle übernimmt in Frankfurt nun Lawrence Zazzo, der hier zuvor die Titelpartie gesungen hat. Kateryna Kasper (Cleopatra) gehörte bis zur Spielzeit 2024/25 über viele Jahre hinweg zum Ensemble der Oper Frankfurt und
kehrt nun als Gast an ihr ehemaliges Stammhaus zurück. Die übrigen Partien sind sowohl mit Gästen und (neuen) Ensemblemitgliedern besetzt, die Ihre Partien bereits gesungen haben oder neu in die Produktionen einsteigen.




Dienstag, 28. Oktober 2025, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Liederabend

SLÁVKA  ZÁMEČNÍKOVÁ, Sopran
Slávka Zámečníková
(Sopran; Bildnachweis: Peter Frolo)
MATTHIAS  SAMUIL, Klavier
 
Lieder von Gabriel Fauré, Amy Beach, Franz Liszt, Erich Wolfgang Korngold, Maurice Ravel, Claude Debussy, Francis Poulenc, Enrique Granados, Eduard Toldrà i Soler und Fernando Obradors
Preise: € 16 bis  121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)



Mit ihrer „glasklaren und edlen Stimme“ eroberte Slávka Zámečníková in den letzten Jahren das Publikum und die Fachpresse: Die slowakische Sopranistin zählt seit ihren Debüts an den Staatsopern in Wien und Berlin, an der Opéra national de Paris und an der San Francisco Opera, sowie als Preisträgerin mehrerer renommierten Gesangswettbewerbe (u.a. Neue Stimmen in

Gütersloh) zu den Shooting-Stars in den Opernmetropolen. Ihre Karriere ist besonders eng mit der Wiener Staatsoper verbunden, wo sie als hinreißende Norina (Don Pasquale), Donna Anna (Don Giovanni), Micaëla (Carmen), Sophie (Der Rosenkavalier) und Susanna (Le nozze di Figaro) zu erleben war. In Wien wurde Slávka Zámečníková für ihre Darstellung der Titelpartie in Monteverdis L’incoronazione di Poppea für den Österreichischen Theaterpreis nominiert. Auf dem Konzertpodium war sie u.a. in der Elbphilharmonie Hamburg, der Philharmonie de Paris, beim Rheingau Musik Festival und i m Konzerthaus Berlin zu Gast. Die junge Sängerin gilt als leidenschaftliche Liedinterpretin und bereitet sich mit großer Freude auf ihr Debüt an der Oper Frankfurt vor.


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 - 212 49 49 4 erhältlich.

Donnerstag, 25. September 2025

Falsche Strategie? Warum Drohnenabwehr und -einsatz jetzt zur Kernaufgabe gehören

 

Wir sind ein Drohnenkrieg-Entwicklungsland, sagt man. Was erst ist mit Dänemark, Norwegen, Finnland, Baltikum und anderen?

Die Schlachtfelder des 21. Jahrhunderts werden nicht mehr von Panzern dominiert, sondern zunehmend von unbemannten unscheinbaren oder auch großen, surrenden Fluggeräten: Drohnen. Ob als fliegendes Auge, als Kommunikationsverstärker oder als präzise Waffe – sie verändern die Kriegsführung in Echtzeit. Der Ukrainekrieg zeigte es ganz deutlich, der Anfangsvorteil der Ukraine hat sich mittlerweile zu einer Standardausrüstung auf beiden Seiten entwickelt. Auch Russland entwickelt in rasender Geschwindigkeit Drohnen als Waffen. Wer hier zögert, überlässt dem Gegner das Tempo. Wer schneller integriert, schafft Sicherheit, Handlungsfreiheit und Überlegenheit. Angesichts der Wichtigkeit von Menschenleben ist auch an den Einsatz von ferngesteuerten Kriegsgeräten aller Art zu denken.

Es ist keine Zukunftsmusik: Die Ukraine zeigt täglich, dass Drohnen als billige Waffe und als Aufklärungsinstrument strategische Wirkung entfalten. Der Angreifer kann mit geringem Aufwand enorme Schäden anrichten, während die Abwehr hochpräzise reagieren muss. Genau deshalb darf Drohnenabwehr nicht ein Add-on der Streitkräfte sein, sondern ein zentrales Element ihrer Architektur. Russland hat es mittlerweile verstanden und kopiert den ukrainischen Kampfstil. Wir in Europa bekommen anscheinend zunehmend Drohnenbesuch, der den Weg und die Abwehr für Schwärme, die folgen können, erkundet.

Warum Integration jetzt Priorität hat

  1. Tempo entscheidet. Drohnenangriffe dauern Sekunden. Wer Minuten für Entscheidungen braucht, verliert Menschen, Material und Gelände.

  2. Kostenasymmetrie. Angriffe sind billig, Abwehr ist teuer – es braucht clevere, gestufte Systeme, die nicht jedes Mal eine Rakete verbrennen, die Millionen kostet.

  3. Abschreckung. Nur wer glaubwürdig zeigen kann, Drohnenangriffe zu vereiteln, nimmt dem Gegner die Lust, sie einzusetzen. 

  4. Schutz der Zivilbevölkerung. Städte, Energieinfrastruktur und Verkehrswege sind längst Ziele. Hier wirkt Drohnenabwehr als Schutzschild des gesellschaftlichen Rückgrats.

Schritte zur schnellen Integration

  1. Politische Priorisierung
    Drohnenabwehr und Drohneneinsatz müssen ganz oben auf der militärischen Agenda stehen. Klare Beschaffungsentscheidungen, gesicherte Haushaltsmittel, beschleunigte Verfahren.

  2. Sofort verfügbare Systeme nutzen
    Viele Anti-Drohnen-Lösungen sind marktreif: tragbare Störsender, Radar/Funk-Fusion, Netzabschuss, Laser in Pilotprojekten. Nichts davon muss jahrelang entwickelt werden – es kann beschafft und angepasst werden.

  3. Mehrschicht-Verteidigung aufbauen

    • Nahbereich: tragbare Systeme, Störsender, Schützen mit einfacher Technik.

    • Mittelbereich: mobile Radar- und Störfahrzeuge, kombinierte Hard- und Soft-Kill-Systeme.

    • Fernbereich: Integration in bestehende Luftverteidigung, automatische Erkennung, Drohnenjäger-Drohnen.

  4. Handlungssysteme modernisieren
    Ein gemeinsames Lagebild, klare Befugnisse, schnelle Entscheidungswege. Sensor → Entscheidung → Effekt in Sekunden, nicht in Minuten.

  5. Industrie & Start-ups einbinden
    Kooperation mit zivilen Herstellern und Universitäten beschleunigt Innovation. Kleine Firmen liefern oft schneller als klassische Rüstungskonzerne.

  6. Ausbildung & Übungen
    Soldaten müssen Drohnenflüge ebenso selbstverständlich trainieren wie Schießen oder Marschieren. Taktiken für Schwarmabwehr, für Schutz von Kolonnen, für urbane Szenarien.

  7. Rechtliche und zivil-militärische Schnittstellen klären
    Welche Drohne ist zivil, welche feindlich? Welche Regeln gelten im Luftraum von Städten? Ein klarer Rahmen verhindert Blockaden im Ernstfall.


Die Haltung, die jetzt zählt

Drohnenabwehr ist keine technische Spielerei, sondern eine Frage des Überlebens – für Soldaten, für Infrastruktur, für Staaten. Wer jetzt zögert, riskiert Verwundbarkeit. Wer entschlossen handelt, schützt Leben, Freiheit und Handlungsfähigkeit.

Die Botschaft muss lauten: Nicht in Jahren, sondern in Monaten muss die Integration erfolgen. Nur so wird aus der Lücke ein Schild. Nur so wird aus dem Gegner ein Getriebener statt ein Treiber.


Dienstag, 23. September 2025

Empörung über das Wiedererstarken des Rassenwahns – ein Aufruf gegen die Ausladung jüdischer Stimmen


Es ist ein Skandal, der nicht nur empört, sondern erschüttert: Michel Friedman, jüdischer Publizist und streitbarer Demokrat, wird von der Stadt Klütz ausgeladen – aus Angst vor rechtsextremen Protesten. Was wie ein lokaler Verwaltungsakt erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Symptom einer gesamtgesellschaftlichen Verrohung. Die Entscheidung, einem jüdischen Intellektuellen den öffentlichen Auftritt zu verwehren, ist nicht nur feige – sie ist ein Echo des nationalsozialistischen Rassenwahns, der einst in Deutschland zur Staatsdoktrin erhoben wurde. Wir alle kennen das Ausmaß der Verfolgung.


Kein Einzelfall – ein beunruhigendes Muster

Die Ausladung Friedmans reiht sich ein in eine Serie von Vorfällen, die zeigen, wie jüdische Stimmen in Deutschland wieder systematisch ausgegrenzt, bedroht und zum Schweigen gebracht werden:

  • In Magdeburg steht die Synagoge unter verstärktem Polizeischutz nach mehreren Drohungen und versuchten Angriffen. Gemeindemitglieder berichten, dass sie sich nicht mehr trauen, mit Kippa oder Davidstern öffentlich aufzutreten.
  • In Leipzig wurden israelische Gastdozenten und jüdische Wissenschaftler von studentischen Gruppen boykottiert. Veranstaltungen wurden gestört oder unter Druck abgesagt.
  • In Berlin-Neukölln wurde das jüdische Café Bajszel, das sich offen gegen Antisemitismus positioniert, mehrfach attackiert – mit eingeschlagenen Fensterscheiben, Drohbriefen und Boykottaufrufen.
  • An Universitäten in Köln und Frankfurt wurden jüdische Studierende bei Veranstaltungen verbal angegriffen und teilweise vom Zutritt zu Diskussionsforen ausgeschlossen.
  • Flensburg – „Hausverbot für Juden“: Im September 2025 platzierte ein Ladenbesitzer in der Duburger Straße ein handgeschriebenes Schild mit der Aufschrift: „Juden haben hier Hausverbot! Nichts Persönliches. Kein Antisemitismus. Kann euch nur nicht ausstehen.“ Die Polizei entfernte das Schild aus „gefahrenabwehrenden Gründen“, doch es wurde später wieder im Inneren des Ladens aufgehängt. Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein sprach von „Antisemitismus in Reinform“. Lokalpolitiker verurteilten den Vorfall scharf.
  • Laut RIAS-Bericht stieg die Zahl antisemitischer Vorfälle 2024 auf über 8.600 – ein Anstieg von 77 % gegenüber dem Vorjahr. Fast jede zweite antisemitische Straftat ist rechtsmotiviert, etwa durch Neonazi-Gruppen oder AfD-nahe Netzwerke (laut Deutsche Welle). Palästinaunterstützer sind eine weitere Großgruppe.

Diese Zahlen sind keine abstrakten Statistiken. Sie sind Ausdruck einer Realität, in der jüdische Menschen wieder Angst haben müssen, öffentlich aufzutreten, ihre Meinung zu sagen, ihre Kultur zu leben.


Die Rolle kultureller Institutionen – Klütz als Prüfstein

Ein Literaturhaus wie das in Klütz trägt Verantwortung. Es ist kein privater Debattierclub, sondern eine öffentlich geförderte Institution, die dem demokratischen Diskurs verpflichtet ist. Wenn eine Einzelmeinung – sei sie von einer langjährigen Mitarbeiterin oder einem Bürgermeister – ausreicht, um jüdische Stimmen auszuladen, dann stellt sich die Frage: Ist das noch ein Ort der Aufklärung oder bereits ein Ort des braunen Rassenwahns?

Die Ausladung Michel Friedmans ist nicht nur ein Affront gegen ihn persönlich. Sie ist ein Angriff auf die Idee der pluralistischen Gesellschaft. Sie stellt die Frage, ob wir bereit sind, jüdische Stimmen zu schützen – oder ob wir sie aus Angst vor rechten Netzwerken verstummen lassen.


Schluss mit der Feigheit

Es darf nicht sein, dass die (vor allem Ost-) Nachkommen der Tätergeneration heute wieder entscheiden, wer sprechen darf und wer nicht. Es darf nicht sein, dass ausgerechnet jene, die sich für Demokratie und Erinnerungskultur einsetzen, ausgeladen werden – weil ihre bloße Existenz als Provokation gilt.

Wer schweigt, macht sich mitschuldig. Wer auslädt, macht sich zum Komplizen. Es ist Zeit, dass Literaturhäuser, Kommunen und Kulturschaffende sich klar positionieren: gegen die Wiederholung des Rassenwahn, gegen die Angst, gegen die Ausgrenzung. Für die Freiheit. Für das Wort. Für die Würde.


Sonntag, 21. September 2025

Ist eine Anerkennung des Palästinenserproblems durch eine Staatlichkeit der richtige Schritt?

 

Pro: Anerkennung eines palästinensischen Staates

  • Recht auf Selbstbestimmung: Das palästinensische Volk hat – wie jedes andere Volk – ein völkerrechtlich verbrieftes Recht auf Selbstbestimmung. Ein eigener Staat wäre die konsequente Verwirklichung dieses Rechts.

  • Gleichgewicht in Verhandlungen: Solange Palästina nur als „Gebiet“ und nicht als gleichberechtigter Staat wahrgenommen wird, gibt es ein Machtungleichgewicht in allen Friedensgesprächen. Staatlichkeit könnte die Verhandlungsposition aufwerten.

  • Signalwirkung: Eine breite Anerkennung würde zeigen, dass die internationale Gemeinschaft das Problem nicht nur als humanitäre Krise, sondern auch als politisches Unrecht begreift.

  • Stabilitätsperspektive: Ein klar definierter Staat mit anerkannten Grenzen und Institutionen könnte langfristig zur Befriedung beitragen.

Contra: Risiken und Schwierigkeiten

  • Fehlende Souveränität: Teile der palästinensischen Gebiete (Westbank, Gaza, Ost-Jerusalem) sind fragmentiert, militärisch besetzt oder stehen unter konkurrierender Kontrolle (Fatah in der Westbank, Hamas im Gazastreifen). Ein Staat ohne volle territoriale Souveränität bleibt de facto eingeschränkt.

  • Gefahr symbolischer Anerkennung ohne praktische Folgen: Internationale Anerkennung könnte zwar ein starkes Signal sein, aber ohne begleitende Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Strukturen besteht die Gefahr, dass die Lebensrealität der Menschen sich nicht verbessert.

  • Reaktionen Israels: Israel lehnt eine einseitige Anerkennung meist ab und sieht darin eine Vorwegnahme von Verhandlungsergebnissen. Eine Anerkennung könnte daher die Fronten zunächst verhärten.

  • Innere Spaltung: Solange Fatah und Hamas keine gemeinsame Linie finden, bliebe der „Staat Palästina“ politisch gespalten, was seine Handlungsfähigkeit schwächen würde.


Fazit

Eine Anerkennung palästinensischer Staatlichkeit kann ein wichtiger politischer Schritt sein, um das „Palästinenserproblem“ nicht nur als humanitäre, sondern als völkerrechtlich-politische Frage zu behandeln.
Großbritannien, Kanada, Australien, Portugal, Frankreich und Belgien gehen diesen Schritt. Aber dies allein löst die Kernfragen – Grenzen, Sicherheit Israels, Rückkehrrecht der Flüchtlinge, Status Jerusalems – nicht. 
Im besten Fall wäre sie ein Türöffner für echte Verhandlungen, im schlechtesten Fall ein symbolischer Akt ohne praktische Verbesserung.

Zum Attentat auf Charlie Kirk

 


Zwei Beiträge (Links) über das Attentat bei IG Bürger denken mit


"Herber Schlag für die republikanische Welt: Nachruf auf Charlie Kirk (1993–2025)"