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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Donnerstag, 26. Februar 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #97 - Was ich so in die Weiten sende

 








Pageturner auf Deutsch? Seitenwende! © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Was ich so in die Weiten sende…

Die „Zeitenwende“ ist seit nun mehr als vier Jahren in unseren Sprachgebrauch eingegangen. Aber wahrscheinlich noch nicht in unseren Köpfen.
Dabei ändert sich so vieles.

Manches heißt zwar noch so wie früher, ist aber längst etwas anderes. Zum Beispiel: Wirtschaftspolitik.

Früher ein Feld auf dem sich die Kräfte des Marktes entfalten konnten, sanft oder auch stärker gesteuert von Staaten (oder Staatengemeinschaften), die sich jeden ihrer Schritte wohl überlegt haben. Da wurden Aktionen und Reaktionen abgewogen, Konsequenzen berechnet, Prozentpunkte kalkuliert und schließlich - vorsichtig - ein Schritt gesetzt.
Diese Zeiten sind vorbei.

Heute ist Wirtschaftspolitik so etwas wie ein Wutraum.
Das sind jene Räume, die die sogenannten Wutbürger nicht - oder viel zu selten - aufsuchen.
In einem Wutraum, da darf man nämlich mal aus sich heraus gehen. Und einfach lustig destruktiv sein. Da kann man herumbrüllen, Pappe zerreißen, Geschirr an die Wand schmeißen oder aus blankem Zorn auf Gummipuppen einprügeln und nachher…. ist man zwar außer Atem, aber: besser drauf.

Und genau das ist heute Wirtschaftspolitik.

Da wird mit Zöllen um sich geworfen, da werden Beteiligungen zertrümmert, da werden zart erblühend Wirtschaftszweige in Grund und Boden getrampelt, oder aus purer Ideologie die Elektromobilität oder das Darlehen für den Nachbarstaat an die Wand gefahren.
Und danach… kriegt man zwar Applaus von schmierigen Lobbyverbänden, aber: am Schluss geht’s allen schlechter.

Eine andere Form von Zeitenwende wäre, der Veränderung endlich auch neue Begriffe folgen zu lassen. Also nicht etwas anderes machen als bisher. Aber dasselbe wie bisher anders nennen.

Nehmen wir die gerade zu Ende gegangenen olympischen Spiele.
Die sind angeblich ein völlig unpolitisches, sportliches Event, in dem sich unterschiedliche Länder miteinander messen.
Das ist so richtig wie die FIFA-Ethik-Kommission (erinnert sich noch jemand an die?) wirkungsvoll.
Denn hier streiten nicht Nationen im fairen, sportlichen Wettkampf, nein, hier treten ein paar international agierende Labore der leistungssteigernden Pharmakologie mit unterschiedlichen Produkten, verteilt über mehrere Teams, Geschlechter und Sportarten gegeneinander an.
Am Schluss bekommen dann die überlebenden und am besten performenden Versuchskan… Athleten in aller Öffentlichkeit Medaillen, die siegreichen Labore dagegen kriegen in aller Diskretion Aufträge.

Und die Zuschauer, die das Spektakel der internationalen Biochemie gebannt verfolgen, sind nicht selten diese Wutbürger, die vor ein paar Jahren noch gegen die „Pharmalobby“ gewettert haben.

Und trotzdem heißt das Ding immer noch „olympische Spiele“.
Warum nicht sagen, was ist?
Also: „Schatz, lass uns die Labortests bei Extrembedingungen anschauen!“ - „Die kalten oder die warmen Tests?“
Das würde doch auch ganz neue Möglichkeiten für potentielle Werbepartner eröffnen.

Oder Zeitenwende wäre eine neue Form durch gezieltes neues Framing, durch bewusste Neu-Etikettierung die Menschen mitzunehmen.
Ihren Horizont zu erweitern.
Auf neue Wege führen.
Und das nicht nur metaphorisch, nein, sondern wirklich.

Da bucht man dann zum Beispiel ein Event.
Ähnlich wie ein Escape-Room aus dem man ausbrechen muss, ist es hier ein Get-There-If-You-Can-Ereignis.
Es beginnt damit, dass schon mal unklar ist, wo das Fahrzeug, das man für den irren Trip gebucht hat, überhaupt abfährt. Dann ist es wieder die Uhrzeit, bei der man sich nicht sicher sein kann.
Schließlich weiß man nicht, ob sich das Ding überhaupt jemals in Bewegung setzen wird.
Deshalb hast Du auch hoffentlich auch ausreichend Proviant mit, weil keiner weiß, ob es unterwegs etwas zu essen gibt.
Oder auch nur heißes Wasser.

Und selbst wenn es das gibt, kostet es.
Da wirst Du also nicht nur nervlich und körperlich, sondern auch charakterlich herausgefordert. Du musst durch geschickte Atemtechnik Deine innere Mitte stabilisieren, Deinen Frieden bewahren.
Stichwort: Kampf mit Dir selbst.

Aber auch Kampf mit der Geographie. Plötzlich weicht das Ding kilometerweit von der eigentlich geplanten Route ab, fährt völlig sinnlose Umwege. Aber das ist nur scheinbar so.

Denn in Wahrheit ist das aber Teil der Herausforderung: Behältst Du den Überblick? Findest Du die Geduld in Dir? Schaffst Du es mit Deinem inneren Zen-Meister diesen Einbruch der völligen geographischen Sinnlosigkeit weg zu meditieren?
Kurz gesagt: Bist Du stark genug?

Wenn ja, buchst Du das nächste Mal eine Stufe höher:
Dieselbe Tour nur diesmal mit einer Gruppe Rentnerinnen und acht Flaschen Billig Sekt dazu - oder plus einer Gruppe Fussballfans auf Junggesellenabschied und einer Bluetoothbox.
Oder - wer es ganz hart haben will - beides zusammen.

Wer danach immer noch freundlich und gelassen ist, weiß: Ich hab es geschafft. Ich bin immun. Ich habe den Wutbürger in mir gezähmt.
Ich habe die innere Zeitenwende vollzogen.

Und zum Dank bekommst Du dann die Durchsage:
„Das österreichische Zugteam begrüßt sie ganz herzlich. Wir sind zur Zeit mit einer Verzögerung von 95 Minuten unterwegs. Grund dafür ist eine verspätete Übergabe aus dem Ausland… und ich sag’s gleich: Slowenien war’s net.“

Und wenn das die Zeitenwende für Dich ist… Glück gehabt.
In der Ukraine heißt nämlich Zeitenwende keine Wortspielereien und keine Wutbürger, sondern Tod und Leid und Frost und…
…keine Seitenwände.

——

groebner live:


Dienstag 24. - Donnerstag 26.2. Wien, 
Theater Drachengasse (Nur noch Restkarten!)
Freitag 27. 2. Steyr, 
Akku Kulturzentrum
Samstag 28.2. Gutenbrunn, 
Truckerhaus
Freitag 6.3. Nürnberg, 
Burgtheater
Samstag 7.3. Neustadt a.d. Weinstraße, 
Hambacher Schloß
Sonntag 8.3. Düsseldorf, 
Kommödchen
Freitag 13.3. Offenbach 
Filmklubb
Freitag 20.3. Karlsruhe Orgelfabrik
Samstag 21.3. Wiesbaden Theater im Pariser Hof

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Hört mich schwitzen.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener 
Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.

Einen neuen Song (ist die Zugabe vom neuen Programm, aber psst!) kann man direkt 
auf der Homepage hören.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Premiere in der Frankfurter Oper: WRITTEN ON SKIN von George Benjamin und Martin Crimp (Text)

Premiere / Frankfurter Erstaufführung

Iurii Iushkevich (Boy) und
Bo Skovhus (Protector; liegend)




WRITTEN ON SKIN
Oper in drei Teilen von George Benjamin und Martin Crimp (Text)
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln





Musikalische Leitung: Erik Nielsen Inszenierung: Tatjana Gürbaca Bühnenbild, Licht: Klaus Grünberg Kostüme: Silke Willrett Dramaturgie: Maximilian Enderle Protector: Bo Skovhus Agnès: Elizabeth Reiter First Angel /Boy: Iurii Iushkevich Second Angel / Marie: Cecelia Hall Third Angel / John: Michael McCown
Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Sonntag, 1. März 2026, um 18 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 5., 7., 13., 15. (15.30 Uhr), 21., 29. März (19 Uhr), 5. April 2026 (18 Uhr)
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

  
Ein reicher Mann will sich in einer Buchmalerei verherrlichen lassen. Doch das Resultat konfrontiert ihn mit einer unbequemen Wahrheit. Written on Skin ist eine etwa 90-minütige Oper in drei Teilen, die George Benjamin (*1960) als Auftragswerk mehrerer europäischer Häuser komponierte und die 2012 beim Festival d’Aix-en-Provence uraufgeführt wurde. Sie gilt bislang als eine der erfolgreichsten Opern des 21. Jahrhunderts mit einer großen sinnlichen Tiefe.

Der Text stammt von dem britischen Dramatiker Martin Crimp (*1956), mit dem Benjamin zuvor bereits die Kammermusikoper Into the Little Hill geschaffen hatte. Der Text für Written on Skin basiert auf der mittelalterlichen Legende vom „verspeisten Herzen“, die sich um den Troubadour Guillem de Cabestanh rankt: Nach der Affäre mit der Ehefrau eines Gönners fand der Künstler einen gewaltsamen Tod.

Eigentlich besitzt der Protector alles, was er sich wünscht: Geld, Ländereien und den – wie er sagt – „stillen, gehorsamen Körper“ seiner Ehefrau Agnès. Mit den Bildern, die er von sich anfertigen lässt, gerät seine Lebensrealität jedoch ins Wanken. Fasziniert von der Kunst und der empathischen Art des jungen Malers, beginnt Agnès eine Affäre mit ihm. Als die beiden dem Protector ihre Verbindung offenbaren, tötet der Betrogene den Maler und nötigt seine nichts ahnende Ehefrau, dessen Herz zu essen. Doch Agnès wendet selbst ihre größte Demütigung in einen persönlichen Triumph.

Musikalisch geleitet wird diese Frankfurter Erstaufführung von Erik Nielsen. Er war der Oper Frankfurt zehn Jahre lang bis 2012 als Korrepetitor und zuletzt als Kapellmeister verbunden. In dieser Zeit erarbeitete er sich ein umfangreiches Repertoire von über 80 Opern von Monteverdi bis Lachenmann. Zuletzt dirigierte er hier die Neuproduktion Aida im Jahr 2023. Nielsen war darüber hinaus von 2022 bis 2024 Chefdirigent der Tiroler Festspiele in Erl. Written on Skin wird von der international gefragten Regisseurin Tatjana Gürbaca inszeniert. Seit ihrem Turandot-Debüt in Graz im Jahr 2001 arbeitete sie an namhaften Häusern, unter anderem in Amsterdam, Wien und Zürich. In Frankfurt hat sie sich als Regisseurin für selten gespielte Opern einen Namen gemacht. 2022 inszenierte sie Ulisse von Luigi Dallapiccola – eine Produktion, die bei Presse und Publikum auf viel Zuspruch stieß. Im Jahr 2024 folgte ihre Lesart von La Juive von Fromental Halévy: „Große Oper, großer Jubel“, konstatierte die Frankfurter Rundschau. Die Partie des Protector interpretiert Bo Skovhus. Durch zahlreiche Auftritte an vielen renommierten Opernhäusern hat sich der Däne international einen großen Namen gemacht. Seit fast 40 Jahren steht er mittlerweile auf der Bühne, zu den zentralen Partien seiner Karriere gehören Lear aus der gleichnamigen Oper von Aribert Reimann, Beckmesser (Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner), Titus (Bérénice von Michael Jarrell) sowie Mandryka (Arabella von Richard Strauss). Die Partie seiner Frau Agnès wird von Elizabeth Reiter übernommen. Die amerikanische Sopranistin ist seit der Spielzeit 2013/14 Teil des Ensembles der Oper Frankfurt und überzeugte in dieser Spielzeit bereits als Räubermädchen Fiorella in Die Banditen und als Despina in der Neuproduktion von Così fan tutte. Countertenor Iurii Iushkevich, der in der vergangenen Spielzeit als Nireno in Giulio Cesare in Egitto am Haus debütierte, singt die Partie des First Angel / Boy. Komplettiert wird die Besetzung der Frankfurter Erstaufführung durch die ebenfalls langjährigen Ensemblemitglieder Cecelia Hall (Second Angel / Marie) und Michael McCown (Third Angel / John).




Mittwoch, 25. Februar 2026

Neues im Kino: Gelbe Briefe, Maysoon, Romería - Das Tagebuch meiner Mutter u.v.m.

 

Berlinale 2026 - Silberner Bär für den besten Film

Gelbe Briefe

Regie: İlker Çatak

Besetzung: Özgü Namal, Tansu Biçer, Jale Arikan,

Leyla Smyrna Cabas, Yusuf Akgün

Kinostart: 05. März 2026


Jeunes Mères - Junge Mütter

Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne

Besetzung: Babette Verbeek, Elsa Houben,

Janaina Halloy Fokan, Lucie Laruelle, Samia Hilmi

Kinostart: 05. März 2026


Nouvelle Vague

Regie: Richard Linklater
Besetzung: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin

Kinostart: 12. März 2026


Maysoon

Regie: Nancy Biniadaki

Besetzung: Sabrina Amali, Florian Stetter,

Susanne Bormann, Zoë Valks

Kinostart: 19. März 2026


Mein Freund Barry

Regie: Markus Welter

Besetzung: Barry, Paco von Wyss, Alma Büchenbacher,

Max Hubacher, Christoph Gaugler, Ulrich Tukur

Kinostart: 19. März 2026


Kokuho - Meister des Kabuki

Regie: Sang-Il Lee

mit Ryō YoshizawaRyusei Yokohama, Soya Kurokawa,

Keitatsu KoshiyamaMitsuki Takahata, Nana Mori

Kinostart: 26. März 2026

Neu eingestellt

Romería - Das Tagebuch meiner Mutter

Regie: Carla Simón

Besetzung: Llúcia Garcia, Mitch , Tristán Ulloa, Alberto Gracia,

Miryam Gallego, Janet Novás, José Ángel Egido

Kinostart: 02. April 2026


Oscars 2026: Nominierung Animated Feature Film

Arco

Regie: Ugo Bienvenu

Animationsfilm

Kinostart: 09. April 2026


Vier minus drei

Regie: Adrian Goiginger

Besetzung: Valerie Pachner, Robert Stadlober,

Hanno Koffler, Stefanie Reinsperger, Ronald Zehrfeld

Kinostart: 16. April 2026


Neu eingestellt
Babystar

Regie: Joscha Bongard

Besetzung: Maja Bons, Bea Brocks, Liliom Lewald

Kinostart: 23. April 2026

Berlinale 2026 - Silberner Bär für Sandra Hüller

Rose

Regie: Markus Schleinzer

Besetzung: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt,

Godehard Giese, Robert Gwisdek, Maria Dragus

Kinostart: 30. April 2026


Der Frosch und das Wasser

Regie: Thomas Stuber

Besetzung: Aladdin Detlefsen, Kanji Tsuda, Bettina Stucky,

Meltem Kaptan, Yuki Iwamoto, Cornelius Schwalm

Kinostart: 30. April 2026


Nachbeben

Regie: Zinnini Elkington

Besetzung: Trine Dyrholm, Özlem Saglanmak,
Mathilde Arcel, Olaf Johannessen

Kinostart: 07. Mai 2026

Meine Freundin Conni -

Abenteuer mit Kranich Klaus

Regie: Dirk Hampel

Animationsfilm

Kinostart: 14. Mai 2026


Vivaldi und Ich

Regie: Damiano Michieletto

Besetzung: Tecla Insolia, Michele Riondino

Kinostart: 21. Mai 2026


Dienstag, 24. Februar 2026

Teil 2 zu Warum schafft es der Bund nicht, die Preisbremse im Miet- und Wohnungsmarkt zu treten?

Wohninseln (AI, gemeinfrei)


Die Preisbremse im Miet- und Wohnungsmarkt ist so wichtig, dass hier noch zehn weitere nachahmenswerte Erfolgsgeschichten aufgeführt werden, die zeigen, dass Wohnungs- und Mietpolitik gestaltbar ist, wenn Kommunen langfristig, konsequent und gemeinwohlorientiert handeln.


1. Ulm – strategische Bodenpolitik seit Jahrzehnten

Ulm betreibt seit den 1980er-Jahren eine aktive kommunale Bodenbevorratung. Die Stadt kauft Flächen frühzeitig auf und vergibt sie später konzeptgebunden statt zum Höchstpreis.

Erfolg:
Grundstückspreise bleiben vergleichsweise stabil, soziale und genossenschaftliche Bauträger kommen überhaupt zum Zug.
Nachahmenswert: Bodenpolitik als zentrales Steuerungsinstrument – nicht der Markt entscheidet allein.

2. Freiburg im Breisgau – sozial gemischte Quartiere

Freiburg koppelt Neubaugebiete systematisch an Sozialwohnungsquoten, Genossenschaften und ökologische Standards (z. B. Vauban, Rieselfeld).

Erfolg:
Neue Viertel sind sozial durchmischt, nicht segregiert; Mietsteigerungen verlaufen moderater als in vergleichbaren Städten.
Nachahmenswert: Stadtentwicklung als soziale Infrastruktur, nicht nur als Flächenausweisung.

3. Tübingen – Konzeptvergabe statt Höchstpreis

Tübingen verkauft städtische Grundstücke seit Jahren überwiegend über Konzeptvergaben: Entscheidend sind Nutzung, Preisbindung, Architektur und soziale Qualität – nicht der Kaufpreis.

Erfolg:
Hoher Anteil an genossenschaftlichem, selbstgenutztem und preisgebundenem Wohnraum.
Nachahmenswert: Kommunen können den Charakter ihrer Quartiere aktiv bestimmen.

4. Münster – starke Wohnungsbaugesellschaft

Die städtische Wohn + Stadtbau GmbH fungiert als dauerhafter Preisanker auf dem Mietmarkt. Gewinne werden reinvestiert, nicht ausgeschüttet.

Erfolg: Stabilere Bestandsmieten, verlässlicher Neubau auch in angespannten Marktphasen.
Nachahmenswert: Kommunale Unternehmen als langfristige Akteure – nicht als Verkaufsmasse.

5. Zürich – Wohnraum als Gemeingut

Zürich verfolgt das Ziel, dass mindestens ein Drittel des Wohnraums gemeinnützig organisiert ist (Genossenschaften, Stiftungen, städtische Träger). Die Stadt vergibt Boden im Baurecht, nicht im Verkauf.

Erfolg: Dauerhaft bezahlbare Mieten auch in einem sehr teuren Markt.
Nachahmenswert: Boden bleibt öffentlich – Spekulation wird strukturell begrenzt.

6. Potsdam – kommunale Rückkäufe

Potsdam hat früh begonnen, Wohnungsbestände zurückzukaufen und die städtische ProPotsdam massiv auszubauen.

Erfolg:
Hoher Anteil kommunaler Wohnungen, gezielte Mietsteuerung möglich.
Nachahmenswert: Re-Kommunalisierung als strategische Korrektur früherer Privatisierungen.

7. Erfurt – Stabilisierung durch Bestand

Erfurt hat große Teile seines kommunalen Wohnungsbestands behalten und modernisiert ihn sozialverträglich.

Erfolg:
Moderate Mieten trotz wachsender Nachfrage, geringe Verdrängung.
Nachahmenswert: Bestandspflege ist oft wirksamer als teurer Neubau.

8. Chemnitz – Nutzung statt Verfall

Chemnitz setzt auf Umnutzung, Sanierung und Zwischenerwerb leerstehender Gebäude statt Abriss oder Spekulation.

Erfolg:
Bezahlbarer Wohnraum, Revitalisierung ganzer Quartiere.
Nachahmenswert: Schrumpfungsstädte können Vorbilder für nachhaltige Wohnungspolitik sein.

9. Magdeburg – kommunale Wohnungswirtschaft als Anker

Die WOBAU Magdeburg agiert als preis- und strukturstabilisierender Akteur. Gewinne fließen in Neubau und Sanierung, nicht in Haushaltslöcher.

Erfolg:
Stabiler Mietmarkt trotz sozialer Herausforderungen.
Nachahmenswert: Kommunale Unternehmen mit klarer Gemeinwohlbindung.

10. Greifswald – gezielte Steuerung in Wachstumsinseln

Greifswald kombiniert Hochschulwachstum mit klaren Miet- und Belegungsstrategien, etwa gegen möblierten Kurzzeitwohnraum.

Erfolg:
Verdrängung von Studierenden und Normalverdienern wurde begrenzt.
Nachahmenswert: Kleine Städte können früh regulieren – und müssen es auch.


Diese Beispiele – besonders aus den neuen Bundesländern – zeigen:
Erfolg hängt nicht von Reichtum oder Größe ab, sondern von

  • langfristigem Denken
  • kommunalem Eigentum
  • aktiver Bodenpolitik
  • politischem Willen zur Steuerung

Gerade Ostdeutschland beweist, dass kommunale Handlungsmacht real existiert, wenn sie genutzt wird.



10 Kernforderungen an Kommunalpolitiker

    1. Bodenpolitik zur Chefsache machen
    Kommunen sollen Grund und Boden nicht mehr verkaufen, sondern dauerhaft im öffentlichen Eigentum halten (Erbpacht/Baurecht, Konzeptvergabe).
    Kernsatz: Wer den Boden aus der Hand gibt, gibt die Wohnungspolitik aus der Hand.
    2. Kommunalen Wohnungsbestand sichern und ausbauen
    Keine weiteren Privatisierungen. Bestehende Bestände müssen erhalten, modernisiert und erweitert werden – notfalls durch Rückkäufe.
    Kernsatz: Ohne eigenen Wohnungsbestand gibt es keine Mietsteuerung.
    3. Neubau verbindlich sozial steuern
    Jedes neue Baugebiet braucht verbindliche Quoten für preisgebundenen und genossenschaftlichen Wohnraum – ohne Ausnahmen.
    Kernsatz: Freiwilligkeit reicht nicht – soziale Durchmischung muss Pflicht sein.
    4. Konzeptvergabe statt Höchstpreis
    Städtische Grundstücke dürfen nur nach sozialen, städtebaulichen und preislichen Kriterien vergeben werden, nicht an den Meistbietenden.
    Kernsatz: Wohnqualität schlägt Bodenrendite.
    5. Mietregulierung aktiv unterstützen
    Kommunen müssen qualifizierte Mietspiegel, Beratungsstellen und konsequente Kontrolle von Zweckentfremdung, Leerstand und Kurzzeitvermietung aufbauen. Kernsatz: Rechte nützen nichts, wenn sie nicht durchgesetzt werden.

    6. Bestand vor Neubau priorisieren
    Sanierung, Umnutzung und Nachverdichtung sind oft schneller, günstiger und sozialer als Neubau auf der grünen Wiese.
    Kernsatz: Die günstigste Wohnung ist die, die schon steht.

    7. Verwaltung befähigen – nicht überlasten
    Wohnungs- und Baupolitik braucht Personal, Kompetenz und Tempo: Bauämter, Liegenschaftsämter und Wohnungsämter müssen gestärkt werden.
    Kernsatz: Ohne handlungsfähige Verwaltung bleibt jedes Programm Theorie. 
    8. Wohnen als Daseinsvorsorge definieren
    Kommunen sollen Wohnen ausdrücklich als Teil öffentlicher Infrastruktur begreifen – wie Wasser, Verkehr oder Bildung.
    Kernsatz: Wohnen ist kein Luxusgut, sondern Grundlage sozialer Stabilität.
    9. Transparenz und Verbindlichkeit herstellen
    Klare Zielzahlen (kommunaler Wohnungsanteil, Sozialquote, Mietobergrenzen), regelmäßige Berichte und öffentliche Kontrolle.
    Kernsatz: Was nicht gemessen wird, wird politisch verdrängt.

    10. Früh handeln – nicht erst in der Krise
    Gerade kleinere Städte müssen präventiv steuern, bevor Wohnungsmangel und Verdrängung eskalieren.
    Kernsatz: Die Wohnkrise kommt schleichend – und bleibt lange.

Freitag, 20. Februar 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #96 - Helau? Schau genau!

Braun ist der Clown © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Helau? Schau genau!

Helau! Allaaf! Lei-Lei!
Die Narren übernehmen gerade die Macht. Sie sind auf der Straße. Sie besetzen Rathäuser. Sie sind überall.
Denn: Es ist Karneval! Oder Fastnacht, wie man Alemannischen und Fränkischen sagt.
Oder Fasching, wie es in Bayern und Österreich heißt.
Oder Faschismus, wie es die Politologen nennen.

Aber: Halt nein.
Das ist ja was anderes. Glaubt man zumindest.
Dabei hängt es miteinander zusammen.

Man muss nur auf die Details achten.
Folgende Ausgangssituation:
Menschen auf der Straße, laut, unangenehm und in völliger Eintracht. Fasching, Fußball oder Faschismus?
Da muss man Fragen stellen, um das herauszufinden.

Frage Nummer eins:
Sind die Menschen uniformiert, haben also alle das gleiche an?
Ja?
Okay. Damit sind die Faschingsgilden und Karnevalisten raus.
Bleiben: Fußball-Fans, Polizei oder paramilitärische Einheiten eines faschistischen Regimes.

Daher Frage Nummer zwei:
Prügeln Sie auf andere ein?
Ja?
Dann sind große Teile der Fußball-Fans raus, nur die Hooligans bleiben, zusammen mit Polizei und den faschistischen Paramilitärs.

Frage drei:
Sind sie - während sie auf Leute einprügeln - besoffen?
Nein?
Dann sind die Hooligans auch draußen.

Frage Nummer vier:
Prügeln sie ausschließlich auf Leute ein oder sieht man sie ab und zu auch andere Tätigkeiten ausführen? z.B.: den Verkehr regeln, Staatsbesuche absichern, Kriminalfälle lösen (im TV etwa)?
Nein?
Dann sind es faschistische Paramilitärs.
Gratulation!

Also besser gesagt: Versteck Dich!
Vor allem, wenn Du eine andere Hautfarbe, Nationalität oder Überzeugung hast. Am besten Du tauchst unter.
Also nimm Dein Erspartes, Deine Liebsten und mach Dich vom Acker. Guter Tipp: Verkleide Dich!

Und - Zack! - schon haben wir die Grenze vom Faschismus zum Fasching überschritten. Der Unterschied ist allerdings beim Fasching verkleiden sich alle, die mitmachen wollen und beim Faschismus alle, die nicht mitmachen wollen.

Wobei das auch nicht ganz stimmt.
Im Faschismus verkleiden sich die Leute, die mitmachen wollen, schon auch. Und zwar als einheitliche, gesichtslose Masse, in der alle braune Hemden tragen. Oder schwarze. Oder russische Uniformen. Oder amerikanische Uniformen, auf denen „ICE“ steht.

Kurz gesagt: Wer mitmachen will, der kriegt das Narrenkostüm gestellt. Und es ist für alle dasselbe.
Und es sieht - Böarx! - aus.

Der wichtigste Unterschied zwischen Fasching und Faschismus ist aber: Einer von beiden geht von ganz allein zu Ende.
Spoiler: Der Faschismus ist es nicht.

Wer’s nicht glaubt, frage die Spanier (mindestens 36 Jahre Erfahrung damit), die Portugiesen (mindestens 41 Jahre) oder seine Groß- oder Urgroßeltern (hoffentlich noch am Leben, mindestens 90 Jahre).

Wie angenehm dagegen:
Fasching. Oder Fastnacht. Oder Karneval.
Wie immer man es nennen mag: Es ist garantiert am Aschermittwoch zu Ende. Von ganz alleine!
Da muss kein alter starrsinniger Mann endlich abkratz… treten, da muss keine Nelkenrevolution gemacht werden, kein Amerikaner, kein Brite, kein Franzose und kein Sowjetmensch die braune Geisteskrankheit jahrelang bekämpfen.

Nein, da reicht einfach ein Blick auf den Kalender und alle wissen: Aus is’!
Und dann ziehen alle wieder ihre mehr oder minder lustigen Kostüme aus, gehen nach Haus und schlafen ihren Rausch aus.
(Apropos Aus: Damit dieser Newsletter auch weiter existiert, kann man ihn auch unterstützen. Alle Infos unten)

Angenehm berechenbar die Faschingsleute.
Auch ihre Kostüme….ja, okay, vielleicht arg geschmacklos, vielleicht aggressiv bunt, vielleicht entrückend erbärmlich.
Aber: keine Uniformen!
Jedes auf seine Art eigen. Individuell irritierend. Eigenständig entsetzlich. Unique unterschiedlich.
Komische Katzen, Revolverhelden, Prinzessinnen (meist männlich), Superhelden (gerne weiblich), Figuren aus dem Lieblingscomputerspiel (offline und analog), kaputte Clowns und andere Gestalten aus der näheren und ferneren geistigen Nachbarschaft.
Bescheuert? Mag sein.

Aber die Leute, die das anhaben, haben einen riesigen Vorteil: Sie sind sich völlig bewusst, dass sie sich gerade wie geistig Herausgeforderte aufführen. Deshalb nennen sie sich ja „Narren“.

Das ist der Unterschied zu den Faschisten.
Die haben auch alle lächerliches Zeug an - noch dazu alle dasselbe - haben aber keine Ahnung, das sie in Wahrheit völlig bescheuert sind. Und das ist ist noch freundlich ausgedrückt. Man könnte auch sagen, sie sind eine Masse aus lauter geistig verwirrten Einzeltätern.
Und sie schaffen es ja nicht einmal richtig „Helau“ zu sagen, bringen nur ein kümmerliches „Heil“ hervor.

Deshalb sollte man auch sehr darauf achten, dass in unseren Breiten, der Faschismus nicht wieder ausbricht, sonst findet das Treiben der gefährlichen Narren wieder kein Ende.

In diesem Sinne: Hoch, Hoch, Hoch… der Aschermittwoch!

——

groebner live:

Donnerstag 19.2. Frankfurt, 
Stalburg Theater
Freitag 20.2. Stuttgart, 
Rosenau
Dienstag 24. - Donnerstag 26.2. Wien, 
Theater Drachengasse (Nur noch Restkarten!)
Freitag 27. 2. Steyr, 
Akku Kulturzentrum
Samstag 28.2. Gutenbrunn, 
Truckerhaus
Freitag 6.3. Nürnberg, 
Burgtheater
Samstag 7.3. Neustadt a.d. Weinstraße, 
Hambacher Schloß
Sonntag 8.3. Düsseldorf, 
Kommödchen
Freitag 13.3. Offenbach Filmklubb
Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich hier anschauen.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich darüber nach, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.
Und warum es den Wiener Opernball wirklich gibt, erfährt man auch. Und zwar hier.

Einen neuen Song (ist die Zugabe vom neuen Programm, aber psst!) kann man direkt 
auf der Homepage hören.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.





Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64