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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Samstag, 20. September 2025

ECM: Arvo Pärt wurde 90! Ein Lichtermeer in der Stille


               Arvo Pärt                                            



Arvo Pärts Gesamtwerk ist eine singuläre Stimme in der Musikgeschichte – geprägt von spiritueller Tiefe, radikaler Reduktion und klanglicher Reinheit. 

Frühe Phase (1950er–1970er
Beeinflusst von Schostakowitsch und Prokofjew begann Pärt mit neoklassischen und seriellen Kompositionen. Werke wie Nekrolog (1960) und Credo (1968) zeigen seine Auseinandersetzung mit Zwölftontechnik und Collageverfahren. 

Tintinnabuli-Stil (ab 1976) 
Mit Für Alina (1976) und Spiegel im Spiegel (1978) begründete Pärt seinen ikonischen Tintinnabuli-Stil: eine asketische, meditative Klangsprache, die Dreiklänge und Melodielinien in spiritueller Balance vereint. Dieser Stil prägt Meisterwerke wie Tabula Rasa, Cantus in Memory of Benjamin Britten und Fratres 2.

Vokalmusik und geistliche Werke
Pärt vertonte zahlreiche liturgische Texte, oft in lateinischer oder kirchenslawischer Sprache. Werke wie Berliner Messe, Kanon Pokajanen und Magnificat verbinden orthodoxe Spiritualität mit zeitloser Klangarchitektur.

Spätwerk und Orchesterstücke
Auch im Spätwerk bleibt Pärt seinem Stil treu, erweitert ihn aber orchestralisch. Symphonie Nr. 4, La Sindone und Sequentia zeigen seine Fähigkeit, Stille und Klang in monumentaler Form zu gestalten. 

Pärts Musik ist keine bloße Ästhetik, sondern ein kontemplativer Raum. Sein Werk steht für eine Rückbesinnung auf das Wesentliche – eine musikalische Theologie der Stille und des Lichts.

Seit ECM seine Musik 1984 mit dem epochalen Album „Tabula Rasa“ vorstellte, ist er in den letzten Jahrzehnten zum meistgespielten zeitgenössischen Komponisten geworden. Und in seinem Jubiläumsjahr haben sich Konzerte mit seiner Musik auf der ganzen Welt vermehrt, von den London Proms in der Royal Albert Hall über die Church of St John the Baptist auf der Insel Hiiumaa in Estland bis hin zur New Yorker Carnegie Hall, wo die Sänger von Vox Clamantis Pärts Geburtstag mit einem besonderen Release-Konzert für das neue Album "And I heard a voice" feiern, eine Aufnahme, die wie ihre Vorgänger von Manfred Eicher produziert wurde.

Wie Andrew Shenton kürzlich im Guardian feststellte: „Pärts Popularität hat die Intensität seiner Vision nicht geschmälert. Wenn überhaupt, unterstreicht sie das Verlangen vieler Menschen nach dem, was seine Musik bietet: einen Zufluchtsort vor dem Lärm, einen Raum zum Nachdenken ... In einer Zeit der Ablenkung und Krise lädt Pärts Werk die Zuhörer zu einer intimen Begegnung mit der Stille ein. Es ist keine Realitätsflucht, sondern konzentrierte Aufmerksamkeit – Musik, die die Seele für etwas öffnet, das über sie selbst hinausgeht. In einer Zeit, die zunehmend von Lärm geprägt ist, bietet er uns Stille nicht als Abwesenheit, sondern als Einladung. Mit 90 Jahren spricht seine Musik immer noch – leise, klar und mit unerschütterlicher Anmut.“


 


Arvo Pärt (90 Jahre) – Playlist der Stille

Eine Auswahl seiner wichtigsten Werke – meditativ, spirituell, zeitlos:

Tipp: Ideal für ruhige Abende, kreative Arbeit oder spirituelle Einkehr.




   

Bad Hersfelder Galerie präsentiert umstrittene Skandalwerke von Mohammed AI Hawajri zum Gaza-Krieg

Galerie Rotation31
Klausstraße 31, in der ehemaligen Rotationshalle der Hersfelder Zeitung
Renate Wandel
Jürgen Lindhorst
Bad Hersfeld



D
ie Ausstellung "Guernica - Gaza" mit Exponaten des palästinensischen Künstlers Mohammed Al Hawajri ist unmittelbar nach der Präsentation in der Bad Hersfelder Galerie "Rotation31", ab Sonntag, den 21. September 2025, im DUHA CAFÈ Iserlohn, Wermingser Straße 43, 58636 Iserlohn geöffnet.

Veranstaltet wird die Ausstellung von der Europa Union Märkischer Kreis e.V.

Einführende Worte zur Vernissage am Sonntag, den 21. September, um 12 Uhr, richtet Frau Dr. Gabriele Maria Schulte-Kurteshi an die Gäste.

HINWEIS:
Genau diese Bilderserie stand 2022 auf der Documenta wegen Antisemitismus im Kreuzfeuer der Kritik. 
Die Staatsanwaltschaft Kassel prüfte, ob bei einzelnen Kunstwerken auf der Documenta der Anfangsverdacht eines strafbaren Verhaltens vorlag. Ein Fachgremium der documenta stellt im Abschlussbericht klar, dass dieses Kunstwerk als antisemitisch gelte. Die Prüfung bezog sich auf das Werk „People‘s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs „Taring Padi“ und die Bilderserie „Guernica Gaza“ des palästinensischen Künstlers Mohammed Al Hawajri (siehe unten).  

Ich persönlich kenne diese Serie nur punktuell, möchte aber jedem, der sich für vorliegende Ausprägungen des palästinensischen Antisemitismus interessiert, eine eigene Prüfung der Bildersprache des Künstlers empfehlen. Ich nehme hier ausdrücklich Abstand von allen islamischen wie fanatischen Versuchen, Israel und das Judentum zu verunglimpfen, und möchte hier nur hinzufügen: "Auf eigene Gefahr!". Es können krasse, verunglimpfende und beleidigende Szenen und Aussagen dargestellt sein.



https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/umstrittene-ausstellung-im-bahnhof-langendreer-abgesagt-100.html

https://www.soziopolis.de/guernica-gaza.html


Im öffentlich zugänglichen Onlinebereich hat man keinen Anlass an Antisemitismus zu denken. Schauen Sie hier:


https://universes.art/de/nafas/articles/2014/al-hawajri/img/13 





Freitag, 19. September 2025

Das wunderbare Licht in der Nacht

Bild von Bellergy RC auf Pixabay















Man spricht gerade heute gerne von Lichtverschmutzung. Ein hässliches Wort, schwer wie Beton, das eine eigentliche Kulturleistung schmählich herabwürdigt. Denn was  geschieht, ist doch nichts weniger als die glanzvolle Rebellion des Menschen gegen das Dunkel. Wir genießen den Abend in der Stadt, weil sie so viel Leben bietet, nicht in Dunkelheit lauert. Ab 22 Uhr wird heute am 19.09.25 das Licht reduziert, auch in Wohnungen sollen wir dunkel sitzen. Wie in Kriegszeiten, denken wir da ...

Die Nacht, nicht nur früher ein Reich des Schreckens und der Mystik, wird in unseren Tagen von Flutlichtmasten, Neonröhren und Leuchtreklamen, aber auch kunstvollen Lichtinstallationen mit Videoeffekten in einen Festsaal verwandelt, in dem jeder Schritt von ca. 4000 Lumen begleitet ist. Der Mensch, der einst den Himmel betrachtete, um Antworten zu finden, sucht heute bei Google nach mehr – und warum auch nicht? Sterne können auch im Schlaf- und Wohnzimmer leuchten. Die Dichterlesung zu Hause oder die Lichtorgel zu Bruckner, der große Leuchter mit wunderbarer Kerzenlichtatmosphäre, das Schlafzimmer wie ein Raumschiff durch die Galaxy oder eine Secret Cabin im Moulin Rouge.

Unsere Städte – Frankfurt etwa – haben die Finsternis längst abgeschafft. Wer nachts die Straßen entlanggeht, wandelt nicht nur unter Sternen, sondern in einer urbanen Welt aus Leuchtkörpern. Die Reklametafeln ersetzen das TV, der Baumarkt mimt den Fixstern, die Tankstelle die aufgehende Sonne. Wer die „Verlustklage“ über den Sternenhimmel anstimmt, hat vermutlich noch nie erlebt, wie interessant ein Parkplatz im Mondlicht unter Halogenlicht wirken kann.

Es ist eine seltsame Ironie, dass wir den Triumph über die Dunkelheit in den Tonfall der Klage kleiden. Natürlich der Strom, das kostet eine Menge, es muss auch mal dunkel sein zum Schlafen. „Lichtverschmutzung“ – als hätte das Licht, das uns die Angst vertreibt, uns in der frühen Nacht aufleben lässt, das Abenteuer genießen lässt, den Fehler begangen, zu viel von sich zu schenken. Tatsächlich aber ist es das grandiose Schauspiel einer Zivilisation, die ihre eigenen Schatten überlistet.

Wir wohnen heute in einer Welt der Helligkeit: ausgestattet mit Bewegungsmeldern, Dauerbeleuchtung, LED-Glanz und dem festen Glauben, dass Dunkelheit nur ganz spät in der Nacht eine Option ist – für Stille, Kuscheln und Bescheidenheit. Der Mensch wollte nicht länger tastend durch die Nacht gehen, und er hat es geändert. Frauen sind froh, dass wichtige Nebenwege jetzt auch erleuchtet sind, sodass keine mehr so leicht überrumpelt werden kann. Auf Parkplätzen sieht man leichter, ob ein Einbrecher an den Schlössern herumbohrt oder Türen aufhebelt.

Und so könnte man sagen: Als Gott sprach, „Es werde Licht“, da hat er uns nicht die Sonne, sondern auch den Grips geschenkt, elektrisches Licht zu erfinden und Fußgängerzonen zum Treffpunkt für viele zu machen. Ein leuchtender Triumph der Moderne, der das Universum widerspiegeln kann oder im Fall von Verschmutzung uns auch abends und nachts Rabattaktionen um die Augen haut und Produkte in irrsinniger Größe erleben lässt. Seien wir doch ehrlich, wenn wir Dämmerlicht wollen, richten wir das ein, wer Tageslicht will, findet auch das für wenig Geld, aber das kostbare Licht jetzt als Belästigung zu sehen halte ich für völlig verfehlt. Zugegeben, das existiert auch, z.B. in grell glitzernden Vergnügungsvierteln wie St. Pauli. Aber das müssen ja nicht alle jede Nacht sehen.

UKRAINE: Russen bombadieren Menschenansammlungen aller Art

 




Volodymyr Zelenskiy am 9.September 2025:


Heute haben die Russen einen entsetzlichen Schlag gegen das Dorf Jarowa in der Region Donezk ausgeführt – ein Angriff mit einer gelenkten Gleitbombe. Die Russen wussten genau, worauf sie zielten, und sie sahen klar, dass sie Zivilisten trafen. Es waren ganz gewöhnliche Menschen, die gerade ihre Renten abholten. Bisher sind 24 Tote bestätigt. Mein Beileid gilt den Angehörigen. Weitere 19 Menschen wurden verwundet und erhalten medizinische Hilfe.

Und dies ist nur ein einziger Schlag von vielen, die die Russen jeden Tag gegen Ukrainer ausführen – gegen unser Volk, gegen unseren Staat. Die Russen töten weiter – und es ist erschütternd, dass es immer noch keine ausreichend starke Antwort darauf von den globalen Akteuren gibt. Genau das versteht Putin als Erlaubnis, den Krieg fortzusetzen: Wenn kein entschlossener Druck kommt, wenn keine klaren Taten folgen.

Die russische Wirtschaft und der russische Staat müssen Schmerz spüren – jedes Mal, wenn sie töten, jedes Mal, wenn sie so zuschlagen. Ohne neue Sanktionen gibt es keinen Fortschritt in der Diplomatie, keinen Fortschritt in den Bemühungen, diesen Krieg zu beenden. Und die Zeit drängt. Viel zu lange schon wurde der Druck auf Russland nicht verschärft – nicht in jenen Bereichen, die die Kriegsmaschinerie direkt nähren. Verzögerte wirtschaftliche Effekte helfen nicht – das beweisen die Russen mit jedem neuen Angriff.



Mein Appell an die Leser:


Lasst uns nicht abstumpfen gegenüber dieser nackten Gewalt. In Jarowa wurden alte Menschen ermordet, die nur ihre Rente abholen wollten. Das war kein Irrtum, kein Kollateralschaden – es war gezielte Mordlust.

Wer jetzt noch schweigt oder beschwichtigt, macht sich mitschuldig. Russland darf nicht das Gefühl haben, dass die Welt wegschaut. Jeder dieser Angriffe schreit nach klarer Verurteilung, nach entschlossenem Handeln, nach harten Sanktionen, die Putins Kriegsapparat unmittelbar treffen.

Wir alle – als Bürger, als Gesellschaft, als internationale Gemeinschaft – haben die Pflicht, den Tätern das zu verweigern, was sie am meisten brauchen: das Gefühl von Straflosigkeit. Schweigen schützt die Täter. Widerstand schützt die Opfer.

Verurteilen wir die unverhohlene Mordlust, bevor sie noch mehr Leben zerstört.


Donnerstag, 18. September 2025

Wie war Franz Müntefering, Stoiker und Meister der präzisen Abstraktheit?

Franz Müntefering 
Foto: Arne Poehnert


Wer vor der Bühne der Oper Frankfurt am 16. September 2025 Augenzeuge wurde, wie Michel Friedman Franz Müntefering das Zauberwort "fremd" zum Thema Fremdsein entlocken wollte, musste staunen. Friedman wollte es genau wissen: Wie begegnete Deutschland in der Vergangenheit dem Fremdsein? Welche Rolle spielten die Juden, jahrhundertelang ausgegrenzt bis ausgestoßen und vernichtet – eine Erfahrung, die einen kolossalen Grad an Fremdheit erzeugt hatte? Und heute? Wie sollen die Überlebenden und Ankommenden aus fernen Ländern verstehen, was bei uns abläuft, wenn selbst Einheimische manchmal nur den halben Durchblick haben, Kollisionen von Bestimmungen herrschen, außerdem Wartezeiten, Arbeitsverbot, Ausgrenzung unerwünschter Länder, Kriminalität, Wohnungsprobleme, Integrationsunklarheit? 

Müntefering hörte geduldig zu, nickte weise und lieferte die Antwort eines Zen-Meisters der Politik mit dem Prolog: "Ich kenne das Wort fremd gar nicht!". Wieso denn das, das ist ja theoretisch unmöglich? Demokratie wirke auf den Ebenen der Einzelnen, der Diskussionen in Parteien, Vereinen, Verbänden und Clubs, auf Landesebene, und letztlich auf Bundesniveau via Bundestag. Nur dort – durch intensive Mitarbeit – könne sich Realität formen, Entwicklung stattfinden. Wer nicht mitmacht, dürfe sich über das Chaos des Alltags nicht wundern. Was einzig und allein zählt ist die Lebendigkeit der Diskussion.

Das heißt für uns, in diesem Modell bleiben Leute, die Fremdheit empfinden, eben in der Mehrheit allein gelassen in dem Gefühl, das ihnen eher niemand individuell hilft, eventuell noch das Amt, das sie unterstützt, eventuell noch Sozialarbeiter und Kursleiter mit ihrer Einführung in deutsche Geschichte und andere Beschäftigte im Integrationsapparat. Raus aus dem Fremdsein kommen sie nur, wenn sie unsere Sprache lernen, Kontakt suchen und diskutieren mit anderen, was eigentlich mit ihnen geschieht. Sie kämen auch raus dem Gefühl, wenn sie arbeiten dürften. Fremdsein und Unerwünschtheit führen auch zur illegalen Befriedigung der Wünsche durch Kriminalität. 

Zurück zum Dialog auf der Bühne: Je detaillierter die Frage, desto allgemeiner die Antwort. Müntefering jonglierte mit Begriffen wie Verantwortung, Partizipation und Verteidigung der Demokratie, als wären sie Bälle auf einem Drahtseil, während das Publikum gebannt zusah und zuhörte, wie ein virtuoser Politiker die Wiederholung der Reduktion aufs Wesentliche meisterte. Niemand erhielt einen Schritt-für-Schritt-Plan, wie Fremdheit in Deutschland überwunden werden könnte – aber alle gewannen den klaren Eindruck: Demokratie lebt, atmet, diskutiert und schreitet voran nur durch das Mitmachen auf allen Ebenen.

Es war fast komisch: Die Fragen, die nach klaren, intellektuellen oder konkret Auskunft gebenden Antworten lechzten, trafen auf eine Mauer aus Prinzipien, auch Wiederholungen, Belanglosigkeiten, aber viel Engagement und Aufruf, aktiv, mitgestaltend, demokratisch zu leben. Müntefering blieb unerschütterlich, widerstand allen Versuchen, ihn auf konkrete Positionen festzulegen. Stattdessen vermittelte er: Reformen müssen gelebt, Demokratie verteidigt und Mitwirkung ernst genommen werden – egal, ob es um historische Ausgrenzung, aktuelle Zuwanderung oder gesellschaftliche Entwicklungen geht.

Am Ende entließ uns Michel Friedman angesichts der Erfolglosigkeit, Konkretheit beim Befragten zu bekommen, 15 Minuten früher. Die Zuschauer etwas verwirrt, ein bisschen erleuchtet, gestärkt und ziemlich belustigt. Franz Müntefering hatte triumphiert – nicht durch Detailwissen, sondern durch die unerschütterliche Widerstandskraft gegen konkrete Positionen und Fragen durch eine Mauer aus Prinzipien, Haltung und die subtile Kunst der abstrahierenden Reduktion. Ein Mann, ein Prinzip, eine Botschaft: Demokratie lebt nur durch Beteiligung - eventuell hätten wir alle diskutieren müssen, um uns die Antworten selbst zu erarbeiten.

Mittwoch, 17. September 2025

Jüdisches Neujahr: Ein neuer Anfang im Klang des Schofars

Rosch Haschana Früchte


Das jüdische Neujahr, Rosch Haschana, beginnt nicht mit Feuerwerk oder Champagner, sondern mit einem Ton, der durch Mark und Bein geht: dem Klang des Schofars, des Widderhorns. Kein Instrument der Virtuosität, sondern eines der Erschütterung. Schon die Bibel nennt den ersten Tag des siebten Monats einen „Tag des Schofarblasens“1. Der Ton ruft den Menschen nicht zur Zerstreuung, sondern zur Besinnung von 22.09. bis 24.09.2025.

Rosch Haschana – „Kopf des Jahres“ – ist mehr als eine Kalenderwende. Es ist der Moment, an dem sich die jüdische Tradition den großen Fragen stellt: Wer war ich im vergangenen Jahr? Wer will ich im kommenden sein? Die rabbinische Überlieferung beschreibt, dass an diesem Tag „alle Geschöpfe vor Gott wie die Kinder einer Herde vorgeführt werden“2. In der Liturgie heißt es, dass Gott in diesen Tagen die Bücher des Lebens und des Todes öffnet, und dass der Mensch durch Umkehr (Teschuwa), Gebet (Tefilla) und Wohltätigkeit (Zedaka) sein Urteil zum Guten wenden kann3.

Die Bräuche spiegeln diesen doppelten Charakter von Feier und Ernst. Am Tisch werden Äpfel in Honig getaucht, ein süßer Vorgeschmack auf das erhoffte gute Jahr. Granatäpfel, deren Kerne kaum zu zählen sind, erinnern an die Fülle der Gebote, die der Mensch erfüllen möge. Der runde Hefezopf (Challa) symbolisiert den Kreislauf der Zeit. Und am Fluss vollzieht man den Ritus des Taschlich: Brotkrumen werden ins Wasser geworfen – ein Gestus, der sich auf die Prophetenworte bezieht: „Du wirst all ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“4.

Doch der eigentliche Kern des Festes liegt nicht im Ritual allein, sondern in der inneren Bewegung. Rosch Haschana ist eine Schwelle: Zwischen Vergangenheit und Zukunft, Schuld und Vergebung, Angst und Hoffnung. Es lehrt, dass jeder Neuanfang nicht laut, sondern still beginnt – mit einem Klang, der in uns nachhallt und uns erinnert, dass das neue Jahr nicht draußen, sondern in uns selbst seinen Anfang nimmt.



Quellen

  1. Levitikus 23,24 – „Am siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch eine Ruhe sein, ein Gedenktag des Schofars, eine heilige Versammlung.“

  2. Mischna Rosch Haschana 1,2 – „An Rosch Haschana gehen alle Bewohner der Welt an Gott vorüber wie die Kinder einer Herde.“

  3. Machsor-Gebet Unetaneh Tokef – „Doch Umkehr, Gebet und Wohltätigkeit lassen die Strenge des Urteils vergehen.“

  4. Micha 7,19 – „Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld niedertreten. Ja, du wirst all ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“





Montag, 15. September 2025

Friedman in der Oper Frankfurt: Gespräch mit Franz Müntefering über Fremdsein



Friedman in der Oper

Zur Wiederaufnahme von 
Benjamin Brittens Peter Grimes



Franz Müntefering 
Foto: Arne Poehnert



Im Dialog mit renommierten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wissenschaft befragt der Publizist Michel Friedman Opernstoffe auf ihren Bezug zu unserer Lebensrealität.

Seit ihrem Bestehen 2023/24 stand bzw. steht die Reihe Friedman in der Oper auch in dieser Saison auf dem Programm und knüpft jeweils an ein Werk aus dem Spielplan der Oper Frankfurt an.

Die erste Veranstaltung in dieser Spielzeit am


Dienstag, dem 16. September 2025, um 19 Uhr im Opernhaus


widmet sich anlässlich der Frankfurter Neuproduktion des Werkes Benjamin Brittens Peter Grimes dem Motto FREMDSEIN. Als Gesprächspartner Friedmans konnte Franz Müntefering gewonnen werden, langjähriger Bundestagsabgeordneter, früherer SPD-Vorsitzender, Minister in mehreren Kabinetten und ehemaliger Vizekanzler.

Mit seiner Oper Peter Grimes hat Benjamin Britten das bewegende Porträt eines Außenseiters geschaffen, der von der Kleinstadtgemeinde, in der er lebt, zum Sündenbock gemacht wird. Mit sich selbst überkreuz, bleibt der unglückliche Fischer immer ein argwöhnisch beäugter Sonderling und damit letztlich ein Fremder im eigenen Leben, dem er schlussendlich ein Ende setzt, indem er ein Grab in den Wellen des Ozeans sucht.




 

Karten zum Preis von € 20 / ermäßigt € 10 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.


Sonntag, 14. September 2025

Wie könnte zurzeit ein NATO-Einsatz bei massiver russischer Bedrohung aussehen?

 

Ein NATO-Einsatz nach einem echten Angriff auf ein Mitgliedsland wäre hochkomplex, abgestuft und strategisch durchdacht. Hier ist ein detailliertes Bild davon, wie ein solcher Einsatz ablaufen könnte – basierend auf aktuellen Entwicklungen und militärischen Planungen:


Phase 1: Politische Aktivierung und Lagebewertung

  • Artikel 4-Konsultationen: Sofortige Beratungen der NATO-Staaten, um die Bedrohung zu bewerten.
  • Artikel 5-Aktivierung: Falls ein bewaffneter Angriff bestätigt wird, erklären die Mitgliedsstaaten kollektive Verteidigung.
  • Krisenstab & NATO-Hauptquartier: Einrichtung eines operativen Kommandos zur Koordination aller Maßnahmen.


Phase 2: Militärische Mobilisierung

Luftverteidigung

  • F-16 und F-35 Kampfjets: Sofortiger Einsatz zur Sicherung des Luftraums, wie bereits in Polen geschehen.
  • AWACS-Aufklärungsflugzeuge: Luftüberwachung zur Identifikation feindlicher Bewegungen.
  • Patriot- und IRIS-T-Raketenabwehrsysteme: Schutz gegen ballistische Raketen und Drohnen.

Bodentruppen

  • NATO Response Force (NRF): Hochmobile Truppe mit bis zu 40.000 Soldaten.
  • Multinationale Brigaden: Stationierung in Grenzregionen, z. B. Litauen, Polen, Rumänien.
  • Logistik & Nachschub: Einrichtung von Versorgungsrouten und Feldbasen.

Marineeinsätze

  • Fregatten und U-Boote: Schutz strategischer Seewege und Unterwasserinfrastruktur.
  • Minenräumung & Küstenverteidigung: Sicherung von Häfen und kritischen Küstenabschnitten.


Phase 3: Cyber- und Informationskrieg

  • Cyberabwehrteams: Schutz kritischer Infrastruktur (Strom, Kommunikation, Transport).
  • Elektronische Kriegsführung: Störung gegnerischer Kommunikation und Radar.
  • Informationskampagnen: Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung der Moral und Abschreckung.


Phase 4: Eskalationskontrolle und Diplomatie

  • Rote Linien definieren: Klare Kommunikation gegenüber dem Aggressor.
  • UN- und EU-Koordination: Sanktionen, diplomatische Isolation, Friedensvermittlungen.
  • Vermeidung eines Flächenbrandes: Ziel bleibt, Eskalation zu begrenzen und Rückkehr zur Diplomatie zu ermöglichen.


Aktuelles Beispiel: Operation „Eastern Sentry“

Nach russischen Drohnenverletzungen des polnischen Luftraums hat die NATO die Operation „Eastern Sentry“ gestartet:

  • Eurofighter aus Deutschland, Rafale aus Frankreich, F-16 aus Dänemark wurden mobilisiert.
  • Fokus liegt auf Drohnenabwehr, Luftüberwachung und Abschreckung an der Ostflanke.


         

NATO-Operation „Eastern Sentry“

Start: bereits begonnen am 12. September 2025

Auslöser: Russische Grenzverletzungen des NATO-Luftraums über Polen und Rumänien durch Drohnen

Ziel: Verstärkung der Ostflanke zur Abschreckung und Verteidigung

Maßnahmen:

  • Stationierung von F-16, Rafale, Eurofighter und F-35 aus 🇩🇰 🇫🇷 🇩🇪 🇮🇹 🇳🇱
  • Einsatz einer dänischen Fregatte zur Luftabwehr
  • Aktivierung von Patriot-Systemen der Bundeswehr
  • Aufklärungsflüge mit AWACS-Flugzeugen
  • SMS-Warnsysteme für Bevölkerung in Grenzregionen

Besonderheit: Fokus auf Drohnenabwehr und entlang der gesamten Ostflanke – vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer.

Zitat NATO: „Wir verteidigen jeden Zentimeter unseres Territoriums.“





     

  Szenario: Angriff über den Suwałki-Korridor

Datum: 22. Oktober 2025

Ausgangslage: Russische Truppen aus Kaliningrad und Belarus starten einen koordinierten Vorstoß durch den Suwałki-Korridor – die schmale Landverbindung zwischen Polen und Litauen.

Ziel: Unterbrechung der NATO-Versorgungslinien ins Baltikum und Isolierung von Estland, Lettland und Litauen.

Verlauf:

  • Russische Artillerie beschießt Grenzposten bei Suwałki
  • Fallschirmjäger landen nahe Druskininkai (Litauen)
  • Cyberangriffe auf litauische Kommunikationsnetze
  • Polnische und litauische Einheiten leisten Widerstand

NATO-Reaktion: Aktivierung von Artikel 5, Luftunterstützung durch F-35 aus Deutschland und schnelle Verlegung der NATO Response Force nach Kaunas.

Risiko: Eskalation zu einem großflächigen Konflikt mit direkter Konfrontation zwischen NATO und Russland.





 Szenario: Angriff auf Kiew aus dem Norden

Datum: 18. November 2025

Ausgangslage: Russische und belarussische Truppen starten eine koordinierte Offensive aus dem Raum Gomel (Belarus) und Kursk (Russland) in Richtung Nordukraine.

Ziel: Einnahme von Kiew und Zerschlagung der ukrainischen Regierungseinrichtungen.

Verlauf:

  • Gleichzeitiger Artilleriebeschuss auf Tschernihiw und Schytomyr
  • Fallschirmjäger landen nahe Browary, östlich von Kiew
  • Belarussische Spezialeinheiten durchbrechen Grenzposten bei Jelsk
  • Cyberangriffe auf ukrainische Strom- und Kommunikationsnetze

Ukrainische Reaktion: Mobilisierung der Territorialverteidigung, Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Kiew, Einsatz von HIMARS und Drohnen zur Abwehr.

Internationale Lage: NATO beruft Dringlichkeitssitzung ein, Polen und Rumänien erhöhen Alarmstufe, UN fordert sofortigen Waffenstillstand. Sicherheitsgarantien und Beistandsmodelle kommen zum Tragen.





Übersicht:
Sicherheitsgarantien für die Ukraine

1. Stachelschwein-Modell
Dauerhafte Lieferung westlicher Waffen, Ausbildung ukrainischer Soldaten, Ausbau der Rüstungsindustrie.

2. Koalition der Willigen
Gruppe westlicher Staaten (z. B. 🇩🇪 🇫🇷 🇬🇧 🇺🇸), die sich vertraglich zu militärischer Hilfe verpflichten – auch ohne NATO-Mitgliedschaft.

3. Stationierung von Truppen
Friedensmission oder Abschreckungseinheiten direkt in der Ukraine oder an ihren Grenzen – z. B. nach dem KFOR-Modell.

4. UNO-Blauhelmmission
Beobachtertruppen zur Überwachung eines Waffenstillstands oder Friedensvertrags (später).

5. NATO-ähnliche Garantien
Beistandsverpflichtungen ähnlich Artikel 5 – jedoch außerhalb des offiziellen NATO-Rahmens.

6. Wirtschaftliche Absicherung
Finanzhilfen, EU-Integration, Wiederaufbaufonds und Zugriff auf eingefrorene russische Vermögenswerte.

Freitag, 12. September 2025

Elon Musk – Psychogramm eines schillernden Genies

Elon Musk


Phase I – Kindheit in Südafrika (1971–1989)

Kindheit & Prägungen

  • Geboren: 28.06.1971, Pretoria
  • Eltern: Maye & Errol Musk
  • Traumata: Mobbing, Isolation
  • Flucht in Bücher & Technik

Musk beschreibt seine Kindheit als Mischung aus Privileg und Schmerz: frühe Hochbegabung, aber auch Mobbing und familiäre Spannungen. Seine Mutter Maye Musk betont: „Kinder müssen nicht vor der Realität geschützt werden. Meine Kinder haben gesehen, wie hart ich gearbeitet habe, um uns zu versorgen.“[1]

Über den Vater Errol Musk sagt Elon: „Er ist ein schrecklicher Mensch. Du hast keine Ahnung, wie schlimm er ist.“[2] Die Schulzeit war von Gewalt geprägt; ein Angriff endete im Krankenhaus. Parallel zeigte sich früh technische Begabung: Mit zwölf programmierte er das Spiel Blastar, das er verkaufte.[3]

„Einsam, hochsensibel, in Bücher geflüchtet.“ — Maye Musk[1]

Psychologische Lesart: Resilienzbildung durch Kontrolle & Kompetenz; Kompensation sozialer Verletzung durch Technik und Leistung.

Phase II – Unternehmerische Frühphase (1995–2002)

Dotcom-Ära

  • Zip2: Verkauf für 307 Mio. USD
  • X.com → PayPal: Verkauf an eBay (1,5 Mrd. USD)
  • Muster: Alles-oder-nichts, Kontrollverluste

Mitte der 1990er flieht Musk aus Südafrika, erst nach Kanada, dann in die USA. Mit seinem Bruder gründet er Zip2 (1995), 1999 folgt der Verkauf. Danach baut er X.com auf, die Keimzelle von PayPal. Die Absetzung als CEO zeigt ihm Grenzen seines Führungsstils.[4]

„Ich hatte die Wahl, entweder alles zu verlieren oder es zu versuchen. Also habe ich alles gesetzt.“ — Elon Musk[5]

Psychologische Lesart: Erfolg als Rüstung gegen frühere Ohnmacht; hohe Risikobereitschaft als Identitätskern.

Phase III – Visionärer Expansionismus (2002–2015)

Asperger & Stil

  • Hyperfokus, Detailversessenheit
  • Spröde/monotone Kommunikation
  • Geringe Sensibilität für Ironie
  • Missionäre Zielorientierung

Mit SpaceX (2002) und Tesla (ab 2004) richtet Musk sein Wirken auf Zivilisationsprojekte – Marsbesiedlung, Energiewende, später KI (OpenAI, 2015). 2008 übersteht er existenzielle Krisen knapp.[6] Seine Neurodivergenz* prägt Auftreten und Arbeitsstil: 2021 sagt er in Saturday Night Live, dass er Asperger habe, was seine monotone und direkte Kommunikation erklärt.[7]

„Ich nähere mich Menschen analytisch – Emotionen sind für mich schwerer zu deuten.“ — Elon Musk[7]

Psychologische Lesart: Hyperfokussierung und analytisches Denken erlauben bahnbrechende Innovationskraft, erschweren aber soziale Anpassung.

* Neurodivergenz bedeutet, dass das Gehirn eines Menschen Informationen, Gefühle und Eindrücke auf eine Weise verarbeitet, die von der gesellschaftlich als „typisch“ angesehenen Norm (neurotypisch) abweicht – etwa bei Autismus, ADHS, Dyslexie oder Tourette – und daher sowohl besondere Herausforderungen als auch einzigartige Stärken mit sich bringen kann.

Phase IV – Weißes Haus & Politik (2017–2025)

Politische Nähe & PTBS

  • Berater unter Trump (2017–2021)
  • Zugang zu Regierung & Entscheidungsprozessen
  • Errol Musk: mögliche PTBS durch politische Verantwortung
  • 2025: erneute Interaktion mit US-Administration

Als Berater unter Präsident Trump gewann Musk Einblicke in politische Entscheidungsprozesse, die ihm sowohl Macht als auch Stress brachten. Sein Vater behauptet, Musk habe PTBS (Posttraumatisches Belastungssyndrom) entwickelt: „Er hat eine PTBS durch das Weiße Haus – die Politik ist wie ein Swimmingpool ohne Boden.“[8]

Eventuell schon erkrankt, interagiert Musk 2025 erneut mit US-Behörden, insbesondere in Fragen KI, Energie und Infrastruktur. Aber auch in Sachen Rationalisierung. Entlassung von demokratischen Beamten in Behörden, Kürzung der Entwicklungshilfen. Er agiert dominant in einem von der Effizienzbehörde geschaffenen Gremium mit dem Namen DOGE (Department of Government Efficiency), so kam es zu Zehntausenden von Kündigungschreiben an Gegner des Trumpismus. Zuletzt hatte das Weiße Haus aber deutlich gemacht, dass der DOGE-Chef Amy Gleason sei, nicht Elon Musk. Seine Rolle ist eher die eines privaten Machtakteurs mit globalem Einfluss, nicht die eines Politikers. Öffentlich wirkt er analytisch, strategisch, aber emotional reserviert.[9]

„Macht wirkt sich auf Gefühle, Wahrnehmung und Verhalten aus – und das oft ziemlich schnell.“ — Carsten Schermuly[10]

Psychologische Lesart: Privater Machtfaktor, Einfluss durch Infrastrukturkontrolle und öffentliche Aufmerksamkeit; Neurodivergenz kombiniert mit globaler Verantwortung.

Phase V – Twitter, öffentliche Exzentrik & Wahrnehmung (2016–2025)

Öffentliche Wahrnehmung

  • Twitter-Käufe & -Posts
  • Kontroversen, Meme-Kultur
  • Fan- und Kritikgruppen
  • Digitaler Oligarch & Tech-Messias

Mit der Übernahme von Twitter/X im Jahr 2022 zeigt Musk öffentliche Exzentrik, impulsive Kommunikation und provokative Handlungen. Seine Tweets lösen weltweite Reaktionen aus, die ihn gleichzeitig als Tech-Messias und digitalen Oligarchen positionieren.[11]

Seine Neurodivergenz erklärt teilweise direkte, analytische Ausdrucksweise; gleichzeitig zeigt sich hohe emotionale Belastbarkeit durch öffentliche Kritik.[12]

„Musk ist Projektionsfläche für Hoffnungen und Ängste in einer technisierten Welt.“ — Soziologische Analyse[12]

Psychologische Lesart: Mischung aus Visionär, Machtakteur und öffentlicher Figur; Neurodivergenz verstärkt Direktheit und Hyperfokus, soziale Resonanz bleibt ambivalent.

  1. Maye Musk, Interview in Vanity Fair, 2018.
  2. Errol Musk, Aussagen in Business Insider, 2020.
  3. Walter Isaacson: Elon Musk: Tesla, SpaceX, and the Quest for a Fantastic Future, 2021.
  4. Ibid.
  5. Elon Musk, Interview CNBC, 2002.
  6. Ibid., SpaceX Krisenbericht, 2008.
  7. Saturday Night Live, 2021, NBC.
  8. Errol Musk, Interview Daily Mail, 2023.
  9. Analysen FR-Analyse, 2025.
  10. Carsten Schermuly, Wirtschaftspsychologie-Studie, 2024.
  11. Übernahme Twitter/X, Nachrichtenberichte 2022–2025.
  12. Soziologische Analysen, 2023–2025.

Dienstag, 9. September 2025

Donald Trump – Psychogramm eines Eskalators (bis September 2025)

Donald Trump 

„I am the chosen one.“ – Mit diesen Worten erklärte Donald J. Trump im August 2019 vor Journalisten seine Rolle im globalen Machtgefüge. Kaum ein Satz offenbart deutlicher die psychologische Mischung aus Selbstüberhöhung und Inszenierung, die seinen politischen Stil prägt. Heute bemüht er sich um Heiligsprechung im Vatikan, erwartet den Friedensnobelpreis.

Psychologische Grundzüge
– Dauerhaftes Bedürfnis nach Bestätigung
– Frühprägung durch autoritären Vater und Militärinternat
– Selbstinszenierung, Impulsivität, Polarisierung
– Mangel an Empathie, narzisstische und antisoziale Züge
Quelle: NYT, 19.08.2019; The Guardian, 10.02.2020

Sein Aufstieg vom Immobilienunternehmer zum Reality-TV-Star und schließlich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten war begleitet von einem Stil, der weniger auf Governance als auf Show setzte. Entscheidungen wurden oft impulsiv über Medien getroffen, Diplomatie dem Moment überlassen.


Sharpie-Gate

Im September 2019 korrigierte Trump eigenhändig den Verlauf des Hurrikans „Dorian“ auf einer Karte im Oval Office mit einem schwarzen Filzstift – medial als „Sharpie-Gate“ bekannt. Symbolisch: Realität wird nach Trumps Version dargestellt.

Quelle: CNN, 05.09.2019

Ukraine

  • 2024: „I am going to end the war in Ukraine in 24 hours if I want to.“ – Interview Newsmax
  • Rückkehr 2025: Minimale Militärhilfe, Verantwortung auf EU-Partner verlagert
  • Kommunikation: Abwertend gegenüber Selenskyj, zunächst beschwichtigend gegenüber Putin, später konfrontativ
  • Besonderheit: Wahlkampfparolen ohne substantielle diplomatische Absicherung
Quelle: Newsmax, 15.07.2024

Gaza

  • 2017: Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels
  • Unterstützung „Deal of the Century“
  • 2025: Verteidigung der Entscheidung, keine substantiellen Vermittlungsversuche
Quelle: Washington Post, 01.03.2025

Iran

  • 2018: Austritt aus dem Nuklearabkommen („Iran deal is a disaster“)
  • 2025: Einsatz bunkerbrechender Hyperbomben gegen Atomaufbereitungsanlagen
  • Rechtfertigung: „We hit the sites that needed to be hit. We showed strength – nobody dares mess with us.“
Quelle: Washington Post, 15.03.2025


Timeline: Friedensvermittler in der Ukraine

  • 15.03.2024: Erstes Interview Newsmax, Versprechen: „24 Stunden Krieg beenden“
  • 20.05.2024: Treffen mit EU-Botschaftern, fordert mehr Eigenbeitrag für Militärhilfe
  • 10.08.2024: Wahlkampfauftritt Ohio, abwertende Kommentare zu Selenskyj („größter Handelsvertreter“)
  • 05.01.2025: Rückkehr ins Amt, minimale Militärhilfe, Verantwortung auf EU verschoben
  • 12.02.2025: Twitter: Putin zunächst gelobt, dann kritisiert („Lügner“) – inkonsistente Botschaft
  • 28.03.2025: Statement Mar-a-Lago, droht NATO-Sanktionen bei Nichtbeteiligung
  • 15.04.2025: Verhandlungen abgebrochen, Selenskyj-Sicherheitsgarantien für seltene Erden gefordert
  • 16.04.2025: Trump erklärt Hilfen eingefroren, EU muss „zahlen oder den Krieg übernehmen“
  • Mai–Juli 2025: Kaum Bewegung, widersprüchliche Botschaften an Moskau und Kiew
  • 15. August 2025: Vor dem Alaska-Gipfel reisen Selenskyj und mehrere EU-Vertreter nach Washington, um mit der US-Administration ihre Positionen abzustimmen.  Anschließend Friedensgespräche in Anchorage, Alaska zwischen Trump und Putin. Beobachter sehen das Treffen als Versuch, wirtschaftliche Fragen (Energie, Handel) über militärische Lösungen zu stellen.  Ergebnis: kein Durchbruch, Kiew kritisiert die einseitige Bühne für Moskau.




FAZIT:

Trumps Politik folgt keinem kohärenten Masterplan, sondern einem wiederkehrenden Muster: Selbstüberhöhung, Polarisierung, das Spiel mit Loyalität und Verrat.

„I alone can fix it.“ – Wahlkampfslogan von 2016, Ausdruck seines politischen Stils, der sich selbst als Lösung und Provokation zugleich versteht.



Sonntag, 7. September 2025

Ukraine/Kiew 07.09.2025: Großangriff aus Russland mit über 800 Drohnen und ein paar Dutzend Raketen





Volodymyr Zelenskiy:

"Momentan wird in unseren Städten – Kiew, Sumy und anderen Städten und Gemeinden – den Verwundeten nach dem russischen Angriff geholfen. Die Geografie der Angriffe des vergangenen Tages umfasst Kiew, Sumy, Kremenchuk, Odessa, Dnipro, Krywyj Rih und Saporischschja. In Kiew wird der Schutt immer noch geräumt – möglicherweise befinden sich noch Leichen darunter. Das Gebäude des Ministerkabinett wurde beschädigt. Bis jetzt wurden landesweit mehr als vierzig Verletzte gemeldet, 20 davon in Kiew.

Mein Beileid gilt den Familien und Angehörigen der Getöteten. Allein in der Hauptstadt dauerte die Luftangriffsalarmschaltung mehr als sieben Stunden und dreißig Minuten. Kiew war eines der Hauptziele für russische Drohnen.

Es ist wichtig, dass wir heute eine breite Reaktion unserer Partner auf diesen Angriff gesehen haben. Offensichtlich versucht Russland, der Ukraine mit noch dreisteren Angriffen Schmerzen zuzufügen. Dies ist ein klares Zeichen, dass Putin die Welt testet – ob sie dies akzeptieren oder tolerieren werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Aussagen von Führern, Staaten und Institutionen von starken Maßnahmen untermauert werden – Sanktionen gegen Russland, gegen Einzelpersonen, die mit Russland in Verbindung stehen, harte Zölle und andere Handelsbeschränkungen mit Russland. Ihre Verluste müssen spürbar werden. Das ist das, was wirklich überzeugend ist. Und auch – unsere weitreichenden Fähigkeiten.

Putin will keine Verhandlungen, er versteckt sich offensichtlich davor, daher sind Russlands Benzinengpässe und andere wirtschaftliche Probleme die logische Antwort auf seine Weigerung, einem Waffenstillstand oder einem Treffen auf Ebene der Führer zuzustimmen."

Das Wichtigste über die Volksgruppe Drusen

Bild von fahed kiwan auf Pixabay













Die Drusen: Ethnie, Religion und Identität



Ursprung und religiöser Kern
Die Drusen entstammen dem ismailitischen Schiitentum und formierten sich als eigenständige religiöse Gemeinschaft im 11. Jahrhundert. Ihre Glaubensvorstellungen umfassen unter anderem Reinkarnation sowie die Anerkennung von Propheten wie Jesus, Mohammed, Sokrates und Buddha. Missionierung lehnen sie strikt ab; der Eintritt ins Drusentum ist unmöglich – nur eine ausgewählte Gruppe von „Eingeweihten“ (ʿUqqāl) kennt die vollständige Lehre, während viele Gemeindemitglieder („Dschuhhāl“) uninformiert bleiben.

Verbreitung und politische Lage
Drusen leben vor allem in Syrien, Libanon, Israel und Jordanien. In Syrien machen sie etwa 3 % der Bevölkerung aus, vor allem in der Provinz Suweida konzentriert. In Israel genießen sie Staatsbürgerschaft, leisten Wehrdienst – oft in Eliteeinheiten – und gelten als fest in die Gesellschaft integriert. Ihre enge Kooperation mit dem Staat resultiert aus historischer Verfolgung, einem neutralen Umgang mit arabischem Nationalismus zur Mandatszeit und ihrer Anerkennung als eigenständige Religionsgemeinschaft mit eigenen Gerichten und Feiertagen.

Gesellschaftliche Struktur
Die Gemeinschaft hält an Endogamie (Heiratsordnung, die Eheschließungen innerhalb der eigenen sozialen Gruppe bevorzugt oder vorschreibt)
 fest und legt strikte Bindung innerhalb der eigenen Gruppe nahe. Frauen gelten theoretisch als gleichberechtigt und können religiöse Führungsrollen übernehmen, jedoch bleibt der Zugang zu den spirituellen Eingeweihten überwiegend Männern vorbehalten.


Aktuelle Entwicklungen und Dynamiken in Syrien (2025)

In Syrien ist die Lage für die Drusen im Jahr 2025 äußerst prekär. Besonders die Region um Suweida, im Süden des Landes, wurde zum Brennpunkt eines gewaltsamen Konflikts zwischen lokalen Druze-Milizen, sunnitischen Beduinen und der Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Sharaa.


Chronologie der Ereignisse (--> Wikipedia)

  • Februar–März 2025: Jaramana-Konflikt
    In einem Damaskus-Vorort kam es zu Auseinandersetzungen zwischen drusischen Milizen und syrischen Sicherheitskräften. Zwei Offiziere wurden getötet, neun Zivilisten verletzt. Im Anschluss wurde eine Sicherheitsverantwortungsteilung in Suweida vereinbart.

  • April–Mai 2025: Massaker in Regionen nahe Damaskus
    In Jaramana und anderen Orten kam es zu gezielten Attacken drusischer Gemeinden. Israels Militäreinsatz im April umfasste Luftschläge gegen Extremisten und Sicherheitskräfte. Drusische Anführer – sowohl in Syrien als auch in Israel – forderten Schutz und bekundeten enge Solidarität.

  • Mittleres Juli 2025: Eskalation in Suweida
    Auseinandersetzungen zwischen Drusen und Beduinen eskalierten. Der Übergang von Gewalt zu offenen Kriegshandlungen führte zu mehr als 1.000 Toten, darunter viele Zivilisten, Frauen und Kinder. Tausende flohen oder wurden vertrieben. Israels Luftangriffe auf syrische Militärziele – u. a. in Damaskus – zielten darauf ab, die drusische Gemeinschaft zu schützen und eine Demilitarisierung südlich von Damaskus durchzusetzen.

    (--> The Times, The Washington Post, AP News)

  • Folgen: Vertreibungen und Proteste
    Über 160.000 Menschen wurden vertrieben, manche leben in Schulen oder Notunterkünften in der Provinz Daraa. Viele Beduinen erzählten von Übergriffen, Plünderung und Zerstörung ihrer Wohnräume. In der Folge formierten Drusische Proteste – teils mit israelischen Flaggen – und forderten Selbstbestimmung.

  • Politische Reaktionen und Prozesse
    Die syrische Regierung ordnete Untersuchungen gegen mutmaßlich an Übergriffen beteiligte Verteidigungs- und Innenministeriumsmitarbeiter an; einige wurden festgenommen und gestanden offenbar vor laufender Kamera Straftaten.

  • Internationale Verhandlungen
    Auf Vermittlung der USA fand in Paris ein Dialog zwischen Syrien und Israel statt – eine offizielle Übereinkunft blieb aus, weitere Gespräche wurden jedoch vereinbart.

    (
    --> ReutersAl Jazeera)


Warum beteiligt sich Israel?

Israel betrachtet sich als Schutzmacht der Drusen, besonders in konfliktreichen Regionen wie dem Golan. Im Juli 2025 eskalierte die Unterstützung in Form massiver Luftschläge gegen syrische Streitkräfte. Premierminister Netanyahu betonte wiederholt: Israel werde militärisch eingreifen, um die Demilitarisierung der südlichen Grenzregion zu erzwingen und die drusische Minderheit zu schützen.

Innerhalb Israels forderten drusische Führer – etwa Sheikh Mowafaq Tarif – verstärkte Hilfe, getrieben von der engen historischen Solidarität und Loyalität beider Gemeinschaften.


Überblick der aktuellen Ereignisse und Dynamiken

  • Gewalt und humanitäre Krise: Die Juli-Eskalation in Suweida führte zu massiven Todesfällen, Zerstörungen und Vertreibungen. 

  • Intervention Israels: Luftangriffe zielten auf syrische Streitkräfte und Regierungseinrichtungen zur Unterstützung der Drusen und zur Abschreckung von Militäreinsätzen in der Region. (--> iswresearch.org, ACLED)

  • Politische Verwicklungen: Syrien leitete Untersuchungen gegen Sicherheitskräfte ein, während sich Verhandlungen mit Israel fortsetzten – bislang ohne dauerhaften Erfolg.

  • Drusische Selbstbestimmung: Drusen-Demonstrationen zeigen eine neue politische Dimension: Selbstbestimmung und Abkehr von staatlicher Antwort auf Gewalt. 


Drusen zwischen Tradition und Krisenrealität

Die Drusen sind eine religiös und kulturell besondere Gemeinschaft mit starker Identität und historischer Verwurzelung im Nahen Osten. Während sie in Israel weitgehend integriert sind, sehen sich ihre syrischen Pendants aktuell existenziellen Bedrohungen ausgesetzt: durch mehrschichtige Gewalt zwischen lokalen Stämmen, staatlicher Brutalität und internationaler Instrumentalisierung.

Israel agierte als militärischer Schutzschirm, doch die langfristige Lösung bleibt aus. Forderungen nach Selbstbestimmung und Aufarbeitung fordern eine nachhaltige politische Antwort – nicht nur für die Drusen, sondern für eine inklusivere und friedlichere syrische Zukunft.


Dienstag, 2. September 2025

(Marla-)Sven(ja) Liebich - Frauenhut-Provokation mit Bart


Stellen wir uns vor: Da sitzt jemand, der sich Marla-Svenja nennt, schwer bewaffnet mit einem Vollbart, der so eindrucksvoll ist, dass das gepflegte Barthaar mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als jede rechtsextreme Parole. Und nun, eingefädelt vom neuen Selbstbestimmungsgesetz (PDF-Stelle), erklärt sie: „Ich bin jetzt Frau!“ – während der Bart weiter majestätisch in alle Himmelsrichtungen zuckte. Satire? Kunstaktion? Publicity-Stunt? Irgendwas dazwischen. Jurist Christian Rath merkte dazu trocken an, Liebich werde vermutlich weiterhin als Mann behandelt, obwohl sie nun „weiblich“ im Pass sei. Eine Aussage, die so widersprüchlich ist, dass selbst Kafka applaudieren würde.

Vom Neonazi zum Genderprovozierer

Wer ist diese Person überhaupt? Geboren 1970 in Merseburg, aufgewachsen in Halle (Saale), betrieb sie einst sogar das Finanzamt – Personen mit guten Buchführungskünsten neigen manchmal zum Extremismus, scheint es – doch dann, oh Wunder, verfiel sie der Neonazi-Musikszene, gründete den Blood & Honour-Zweig in Sachsen-Anhalt, betrieb einen Versandhandel fürs Nazirock-Merch und hetzte über ihren Blog „Halle Leaks“ gegen alles Mögliche. 

Die Chefin eines rechtsextremen Onlineshops mit Slogans wie „Querdenker“, „Ung impft“ und ­­­"Tod dem Judenstern" tat sich lange Zeit durch plumpe Provokationen hervor – etwa bei Christopher Street Days (CSDs) oder indem sie sich als Imam verkleidete und dann „Allahu Akbar“ brüllte, um Muslime zu verunglimpfen. (RND.de)
Provokation war für sie so selbstverständlich wie Schuhe anzuziehen – nur dass der Schuhabsatz bei ihr immer ein bisschen rassistischer, queer­feindlicher war.

Justiz trifft auf Provokation

2023 wurde Liebich im Amtsgericht Halle endlich zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt (kein Freispruch, keine Bewährung dieses Mal) wegen Volksverhetzung, übler Nachrede, Beleidigung – und dem Verkauf eines Baseballschlägers mit der Aufschrift „Abschiebehelfer“. (taz.de, DIE ZEIT, DIE WELT)

Vorher hatte sie schon wegen verleumderischer Falschzitierung von Renate Künast und Martin Schulz eine Bewährungsstrafe kassiert, einschließlich vokaler Tiraden wie „altes grünes Drecksschwein“, und behauptete unter anderem, Künast würde „Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen gutheißen“ – eine wüst erfundene Lüge. (spiegel.de, lto.de, Reddit)

Die Stadt Halle entzog ihr außerdem formal die Gewerbeberechtigung: Der Versandshop durfte nicht mehr von ihr betrieben werden, obwohl ihre Schwester ihn noch weiterlaufen ließ. (mdr.de)

Der Gender-Stunt

Dann kam 2024 das Selbstbestimmungsgesetz, das eine rechtlich vereinfachte Änderung des Geschlechtseintrags erlaubte. Und was macht unser Sven, unsere heutige Marla-Svenja (im Pass)? Sie nutzt das Gesetz – vermutlich, um anstelle eines Platzes im Männergefängnis einen "Komfortplatz" im Frauenknast zu ergattern. Natürlich kann dieses Gendern auch krasse Logikunfälle auf Seiten des Gesetzgebers verursachen. Die Wirkung? Doppeldeutiger Meme-Stoff: Mann mit Bart, aber offiziell eine Frau – eine Performance, die selbst Dr. Frank-N-Furter neidisch machen würde. (DIE WELT, RND.de, Wikipedia)

Experten sprachen von „Missbrauch“ und „pure Provokation“. Der Innenminister diskutierte bald schon, das Gesetz wieder anzupassen, weil manche Provokateure es scheinbar für Spaßaktionen nutzen – so als wäre Deutschland eine never-ending Comedy-Show. (aftenposten.no, thetimes.co.uk, nypost.com)

Flucht ins Reich der russischen Trolle

Der Clou: Marla-Svenja erschien prompt nicht zum Haftantritt im August 2025. Stattdessen postet sie aus Moskau – oder irgendwo dort – inklusive AI-Bilder und Deep Fakes. Ein internationales Fahndungsersuchen ist raus, Beamte sind alarmiert – und sie lacht online. Die politische Klasse mokiert sich über diesen PR-Zaubertrick. Als Neofaschistin kann es ihr allerdings in Russland auch schlecht ergehen und die Hitze unterm Hintern zunehmen, das werden die nächsten Monate zeigen. Es kann natürlich auch sein, dass sie die treue (Ex-DDR-)Sozialistin spielt. (bild.de, thetimes.co.uk, Wikipedia)

Die öffentliche Reaktion – ein Meme-Karneval

Online ist Liebich längst Meme, Witzfigur und abschreckendes Beispiel. Ein Reddit-User schrieb etwa: „Der Gruppenführer… steht jeden Montag in der Innenstadt und schreit wirres, wirres Zeug… Grauenhaft!“ (Reddit)

Da tritt jemand auf, provoziert als Imam mit rassistischen Aufschriften, verkauft verschwörungsideologische Produkte, wird prominent vor Gericht gezerrt – und zieht dann den ultimativen Joker: Geschlechtswechsel für besseren Knastkomfort und mediales Echo – und verschwindet. Fehlt nur noch der Zungenrausstrecker.