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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Sonntag, 9. November 2025

Gemeinsame religiöse Ursprünge von Christen und Juden (und Muslimen)

 

Die Versammlung am Schabbat

Die Sonne neigte sich über die Hügel von Judäa, und ein goldener Schimmer legte sich über die Olivenhaine. Ein leichter Wind trug den Duft von Erde und Schafwolle herüber, während die Dorfgemeinschaft sich im Hof eines einfachen Hauses versammelte.

Die Männer trugen lange Tuniken aus grobem Leinen, gegürtet mit Stoffbändern, ihre Füße in Sandalen vom Staub der Wege bedeckt. Die Frauen erschienen in farbigen Gewändern, die Haare mit Schleiern verhüllt, und die Kinder liefen neugierig zwischen den Erwachsenen, ihre Stimmen hell und ungeduldig.

In der Mitte stand der Rabbi, ein älterer Mann mit grauem Bart, dessen Augen von Weisheit und Milde leuchteten. Mit ehrfürchtiger Geste öffnete er die in Leinen gehüllte Tora-Rolle und begann zu lesen:

"שְׁמַע יִשְׂרָאֵל, יְהוָה אֱלֹהֵינוּ, יְהוָה אֶחָד"
Sch'ma Jisrael, Adonai Eloheinu, Adonai Echad (Dtn 6,4)

Die Kinder wiederholten die Worte, manche noch unsicher, doch mit leuchtenden Augen.

Dann erhob sich ein Gesang, begleitet von rhythmischem Klatschen der Hände auf den Holztisch:

"הַלְלוּ־יָהּ. הַלְלוּ אֶת־יְהוָה מִן־הַשָּׁמַיִם" (Ps 148,1)

Die Stimmen schwollen an, füllten den Hof, während im Hintergrund ein Hahn krähte und die Schafe leise blökten.

Plötzlich ertönte der Schofar, das Widderhorn, dessen Klang wie ein Ruf durch die Zeit hallte – langgezogen, bebend, mahnend. Die Gemeinde verharrte still, als der Ton verklang.

Zum Abschluss sprach der Rabbi den Aaronitischen Segen (Num 6,24–26):

„Der HERR segne dich und behüte dich…“

Die Menschen antworteten mit einem kräftigen „Amen“.

Nun traten die Frauen hervor und brachten Brot (Lechem), frisch gebacken aus dem Lehmofen, dessen Duft den Hof erfüllte. Ein Krug mit Wein (Jajin) wurde herumgereicht, und jeder nahm einen Schluck, während der Rabbi den Dank sprach:

"בָּרוּךְ אַתָּה יְיָ אֱלֹהֵינוּ מֶלֶךְ הָעוֹלָם, הַמּוֹצִיא לֶחֶם מִן הָאָרֶץ"
Baruch Atah Adonai, Eloheinu Melech ha-Olam, ha-Motzi Lechem min ha-Aretz
(Gepriesen seist du, HERR, unser Gott, König der Welt, der das Brot aus der Erde hervorbringt.)

Die Gemeinde aß gemeinsam, Kinder lachten, und die Stimmen der Erwachsenen erzählten Geschichten von Abraham, Isaak und Jakob. Das Mahl war schlicht, doch voller Bedeutung: ein Zeichen der Gemeinschaft und des Bundes mit Gott.



Diese Tradition kann sich so bereits vor Tausenden von Jahren ereignet haben. An den Traditionen hat sich bei den Juden nicht viel geändert. Die Christen stützen sich hauptsächlich auf das Neue Testament und feiern zwar ähnlich, aber doch anders.

Die Tora ist über 3.300 Jahre alt. Sie gilt als das älteste und heiligste Schriftwerk des Judentums und wurde Mose laut Tradition von Gott am Berg Sinai übergeben, etwa im 13. Jahrhundert v. Chr. Sie umfasst die fünf Bücher Mose: Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium.

Historiker und Bibelwissenschaftler datieren die schriftliche Fixierung der Tora auf einen Zeitraum zwischen dem 10. und 5. Jahrhundert v. Chr., wobei ältere mündliche Traditionen eingeflossen sind.

Älteste bekannte Tora‑Rollen

  • Älteste vollständige Torarolle: Entdeckt in Bologna, Italien – stammt aus dem Zeitraum 1155 bis 1225 n. Chr.; aus Schafshaut gefertigt und etwa 36 Meter lang.
  • Kodex Leningrad: Eine der ältesten vollständigen Fassungen des hebräischen Alten Testaments, datiert auf das Jahr 1008 n. Chr.
  • Mündliche Überlieferung: Vor der schriftlichen Fixierung wurde die Tora über Generationen hinweg mündlich weitergegeben.


Bedeutung der Tora im Judentum

  • Sie ist zentraler Bestandteil des Tanach (hebräische Bibel) und Grundlage der jüdischen Gesetzgebung (Halacha).
  • Jede Torarolle wird handgeschrieben von einem speziell ausgebildeten Schreiber (Sofer) – ein Prozess, der etwa ein Jahr dauert.
  • Die Tora enthält 304.805 Buchstaben, und jeder muss exakt geschrieben sein – ein einziger Fehler macht die Rolle unbrauchbar.



Das Alte Testament

Die ältesten Teile des Alten Testaments reichen bis ins 10. Jahrhundert v. Chr. zurück, mit mündlichen Überlieferungen, die noch deutlich älter sind.

Das Alte Testament ist keine einheitlich entstandene Schrift, sondern eine Sammlung von Texten, die über viele Jahrhunderte hinweg entstanden sind. Es umfasst historische Erzählungen, Gesetzestexte, Poesie und Prophezeiungen, die die religiöse und kulturelle Entwicklung des alten Israel widerspiegeln.

Zeitliche Einordnung der Entstehung

  • Mündliche Tradition: Viele Inhalte wurden über Generationen mündlich weitergegeben, bevor sie schriftlich fixiert wurden – teils schon vor dem 10. Jahrhundert v. Chr..
  • Früheste schriftliche Texte: Ab etwa dem 9. Jahrhundert v. Chr. wurden erste Teile wie die Erzählungen des Pentateuch (die fünf Bücher Mose) niedergeschrieben.
  • Babylonische Gefangenschaft (6. Jh. v. Chr.): Ein Wendepunkt – viele Texte wurden überarbeitet, gesammelt und systematisiert.
  • Spätere Ergänzungen: Einige Bücher, besonders prophetische und poetische Texte, entstanden bis ins 2. Jahrhundert v. Chr.


Aufbau und Vielfalt

Das Alte Testament umfasst:

  • Pentateuch (Tora): Genesis bis Deuteronomium – Ursprungserzählungen und Gesetzestexte
  • Geschichtsbücher: Josua bis Makkabäer – nationale und religiöse Geschichte Israels
  • Lehrbücher: Psalmen, Sprüche, Hiob – Weisheit und Poesie
  • Propheten: Jesaja bis Maleachi – ethische und religiöse Mahnungen

Die Vielfalt der Autoren – von Priestern über Propheten bis zu Gelehrten – spiegelt die unterschiedlichen historischen Kontexte und theologischen Perspektiven wider.

Das Alte Testament ist ein literarisches und religiöses Monument, dessen Ursprünge über 3.000 Jahre zurückreichen. Es entstand in einem dynamischen Prozess aus mündlicher Überlieferung, historischer Erfahrung und spiritueller Reflexion. Im Christentum spielt mittlerweile das Neue Testament eine viel größere Rolle, weil das Leben und der Tod von Jesus Christus als Sohn Gottes dargestellt wird. Diese Veränderung der Religion durch eine Fortsetzung der alttestamentarischen Legende durch eine neuere Geschichte wird im Judentum nicht anerkannt.


Zeitraum Judentum Christentum
ca. 1300 v. Chr. Übergabe der Tora an Mose
1000–500 v. Chr. Entstehung der hebräischen Bibel (Tanach)
6. Jh. v. Chr. Babylonisches Exil, Redaktion der Texte
ca. 30–100 n. Chr. Leben Jesu, Entstehung des Neuen Testaments
2.–5. Jh. n. Chr. Entstehung des Talmuds Kirchenväter, Konzilien, Kanonbildung
6.–12. Jh. Rabbinische Gelehrsamkeit in der Diaspora Klosterschulen, Bibelübersetzungen
12.–15. Jh. Maimonides, jüdische Philosophie Scholastik, Thomas von Aquin
16. Jh. Reformation, Bibel in Volkssprache
18.–20. Jh. Haskala, moderne Ethik Aufklärung, Missionsbewegungen
21. Jh. Digitale Tora-Studien, interreligiöser Dialog Globales Christentum, Ökumene

Freitag, 17. Januar 2025

Weltreligionen: Neujahr der Bäume am 13.02.2025 (Tu BiSchvat, Judentum)

Tu BiSchvat, auch bekannt als das "Neujahr der Bäume," ist ein bedeutendes Fest im jüdischen Kalender. Es fällt auf den 15. Tag des Monats Schewat, was im Jahr 2024 der 25. Januar war. In 2025 wird es der 13. Februar sein.

Dieses Fest markiert den Beginn der neuen Baumfrucht-Saison und wird oft als eine Zeit betrachtet, um die Natur und die Ernte zu feiern und zu würdigen. Selbstverständlich nimmt die Zeit Bezug auf die geographische Lage in Palästina.

Der Name "Tu BiSchvat" leitet sich von den hebräischen Buchstaben "Tet" und "Vav" ab, die zusammen den Zahlenwert 15 ergeben. Traditionell ist dieser Tag mit der Pflanzung neuer Bäume und der Pflege bestehender Pflanzen verbunden. Besonders in Israel, wo das Fest seinen Ursprung hat, nehmen viele Menschen an Baumpflanzungszeremonien teil, um die Umwelt zu fördern und den Kreislauf des Lebens zu unterstützen.

Eine weitere wichtige Tradition von Tu BiSchvat ist der Genuss einer Vielzahl von Früchten und Nüssen, die im Land Israel wachsen. Feigen, Datteln, Granatäpfel, Oliven und Weintrauben sind typische Lebensmittel, die bei den Feierlichkeiten eine Rolle spielen. Diese Früchte repräsentieren die sieben Arten (Schivat Haminim), die in der Tora erwähnt werden und das fruchtbare Land Israel symbolisieren.

Darüber hinaus nutzen viele jüdische Gemeinden und Familien diesen Tag, um einen "Tu BiSchvat Seder" abzuhalten, eine besondere Mahlzeit, die von der Kabbalistenpraxis des 16. Jahrhunderts in Safed inspiriert ist. Während dieses Seders werden verschiedene Früchte und Weine in einer bestimmten Reihenfolge verzehrt, und es werden Gebete und Segnungen ausgesprochen, um die Verbundenheit mit der Natur und den Kreislauf der Jahreszeiten zu feiern.

Tu BiSchvat hat auch eine ökologische und soziale Dimension, da es die Menschen dazu ermutigt, über ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt nachzudenken. Viele Organisationen nutzen diesen Tag, um auf Umweltschutzmaßnahmen aufmerksam zu machen und Projekte zur Wiederaufforstung und Nachhaltigkeit zu fördern.

Insgesamt ist Tu BiSchvat ein Fest, das sowohl spirituelle als auch praktische Aspekte miteinander verbindet. Es ist eine Zeit des Dankes für die Fülle der Natur, eine Gelegenheit zur Reflexion über ökologische Verantwortung und eine Feier der erneuerbaren Zyklen des Lebens.