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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Sonntag, 31. Dezember 2017

Flug durchs Weltall und zurück in die Feinstrukturen unserer Zellen - wie außen so innen




Insolvenzen - diese Branchen sind besonders betroffen


In der Liste der besonders risikobehafteten Wirtschaftszweige finden sich häufig Branchen aus dem Baugewerbe und dem Dienstleistungssektor. Die Insolvenzquote liegt hier teilweise zehnmal so hoch wie im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Das zeigen Zahlen der Wirtschaftsauskunftstei Creditreform. Umgekehrt gibt es im Dienstleistungsgewerbe auch Bereiche, die durch sehr niedrige Ausfallzahlen gekennzeichnet sind, zum Beispiel religiöse Vereinigungen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.


Infografik: Insolvenzen - diese Branchen sind besonders betroffen | Statista

Samstag, 30. Dezember 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Fight Club Rules




Fight Club Rules

Kino für Opernfans: OPER. L'opéra de Paris

Illustre Dokumentation über die Pariser Oper, in der Regisseur Jean-Stéphane Bron dem Zuschauer mal ironisch, mal heiter und mal ernst die Abläufe hinter und auf der Bühne während der Herbstsaison 2015 zeigt. Es dreht sich viel um den neuen Chef, er ist fast ein Gott. Während sich der neuernannte Direktor Stéphane Lissner auf seine erste Pressekonferenz vorbereitet, studieren Künstler und Techniker die Saisoneröffnung mit Schönbergs „Moses und Aaron” ein. Andererseits droht ein Streik und ein Stier sorgt für jede Menge Aufregung. Der Zuschauer lernt ein junges Gesangstalent aus Russland oder die Opernlegende Bryn Terfel kennen und noch viele weitere Künstler. Alle arbeiten auf eines hin, eine überzeugende ästhetische Gesamtschau der schönen Künste.

Freitag, 29. Dezember 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Sastwil




Sastwil

Frankfurter Oper: Noch dreimal WERTHER von Massenet nach dem Goethe-Roman

Schmidt und Johann      (c) Barbara Aumüller

Werther                                     30.12.17 / 05.01. / 07.01.18
Jules Massenet 1842-1912
Lyrisches Drama in vier Akten (fünf Bilder)
Text von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Roman Die Leiden des jungen Werther (1774) von Johann Wolfgang von Goethe
Uraufführung am 16. Februar 1892, Hofoper, Wien

Premiere in Frankfurt a.M. am 11. Dezember 2005
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Produktion der De Nederlandse Opera Amsterdam in Kooperation mit der Opéra Lyon
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer


Musikalische Leitung Lorenzo Viotti / Hartmut Keil (30.12.)
Charlotte Julie Boulianne
Sophie Louise Alder
Werther Attilio Glaser
Albert Sebastian Geyer
Johann Barnaby Rea
Le Bailli Franz Mayer
Schmidt Peter Marsh
Brühlmann Constantin Neiconi
Kätchen Jianhua Zhu


»... und es müsste schlimm sein, wenn nicht jeder einmal in seinem Leben eine Epoche haben sollte, wo ihm der Werther vorkäme, als sei er bloß für ihn geschrieben «, so Goethe selbst über seinen Briefroman. Auf den größten Medienskandal des 18. Jahrhunderts geht eine ganze Suizidwelle zurück.


 Auch Jules Massenet überzeugte jenes Werk um den bis zur völligen Verzweiflung liebesbedürftigen Rechtspraktikanten Werther auf Anhieb als Vorlage für eine neue Oper. In ihr wird die ungelebte Liebe zwischen Werther und Charlotte sofort auch sinnliches Begehren. Das Libretto verschärft Charlottes Gefühlskonflikt zwischen Pflicht und Neigung und macht sie als Liebende, die ihre Gefühle unterdrückt, zur eigentlichen Hauptfigur. Im abstrakten Bühnenbild von Wolfgang Gussmann lässt Willy Deckers Inszenierung die Dynamik der Diskrepanz zwischen den Sehnsüchten des Individuums und den gesellschaftlichen Zwängen, zwischen Freiheit und Einengung, Hoffnung und Resignation räumlich erfahrbar werden. 

Die szenische Umsetzung unterstreicht die skurrilen, schwarzromantischen Anklänge des Werks und setzt im Bühnenbild wie in den Kostümen, welche auf die Entstehungszeit der Oper im späten 19. Jahrhundert rekurrieren, bewusst die Werther’schen Farben Gelb und Blau in Kontrast zu den vorherrschenden Grau-, Schwarz- und Weißtönen.


Die letzte Vorstellung in dieser Spielzeit von Jules Massenets Goethe-Vertonung Werther unter der musikalischen Leitung von „Senkrechtstarter“ Lorenzo Viotti mit Tenor Attilio Glaser in der Titelpartie am

Sonntag, dem 7. Januar 2018, um 18.00 Uhr im Opernhaus

findet im Rahmen der erfolgreichen Veranstaltungsreihe Oper für Familien statt. Für Aufführungen dieser Serie gilt: Jeder vollzahlende Erwachsene erhält auf Wunsch maximal drei kostenlose Karten für Kinder bzw. Jugendliche im Alter bis einschließlich 18 Jahren zusätzlich. Die Vorstellung ist für Kinder ab 8 Jahren empfohlen.

Die Kaufkarten zum Preis von € 15 bis 105 sowie die kostenlosen Tickets sind ausschließlich an unserer Vorverkaufskasse am Willy-Brandt-Platz oder per Ticket-Hotline 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

Die dritte und letzte Vorstellung im Rahmen von „Oper für Familien“ in der Spielzeit 2017/18 steht mit Gioacchino Rossinis auf dem Märchen vom Aschenputtel basierender Oper La Cenerentola am Samstag, dem 14. April 2018, um 19.00 Uhr im Opernhaus auf dem Programm und ist gleichfalls für Kinder ab 8 Jahren empfohlen.

Neues bei ECM im Januar

Kurz vor Jahresschluss ein Blick voraus auf die ersten ECM-Veröffentlichungen 2018. Am 19. Januar erscheinen vier Jazz-Neuheiten:

Der Saxophonist und Klarinettist John Surman wird oft als durch und durch englischer Improvisator und Komponist charakterisiert: Anklänge an Volksmusik und eine geradezu idyllische Atmosphäre haben sich zu Charakteristiken seiner Musik entwickelt. Doch auch mit Musikern aus anderen Ländern und Kulturkreisen arbeitet Surman seit langem zusammen, Musiker, die durch ihr Gefühl für Klänge jenseits aller Idiome verbunden sind. Während einer Tournee durch Südamerika traf Surman zunächst auf den Pianisten Nelson Ayres, der Liebhabern von brasilianischem Jazz vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Airto Moreira, Milton Nascimento und Banda Pau Brasil bekannt sein dürfte. In Oslo lernte der Brite den aus den USA eingewanderten Vibraphonisten Rob Waring kennen und schätzen. Im Juli 2017 fanden sich die drei Musiker schließlich zusammen mit Produzent Manfred Eicher im Osloer Rainbow Studio ein, um Werke von John Surman – inklusive Ayres’ „Summer Song” – für das Album Invisible Threads neu einzuspielen.

Auf seinem neuen Album Contra la indecisión zeigt sich das Bob Stenson Trio alles andere als unentschlossen und stürzt sich in unterschiedlichste musikalische Stoffe: Ein Titelsong des kubanischen Singer-Songwriters Silvio Rodriguez, Bela Bartóks Bearbeitung eines slowakischen Volksliedes, ein Stück aus Mompous Sammlung Cançons I Danses, Erik Saties Elégie, dazu Originalkompositionen von Stenson und Anders Jormin sowie Gruppenimprovisationen. Contra la indecisión ist die erste Aufnahme des Trios seit sechs Jahren und wurde von Manfred Eicher in Lugano produziert.

Der norwegische Schlagzeuger und Komponist Thomas Strønen präsentiert auf dem Album Lucus eine Neuauflage seines Akustik-Kollektivs Time Is A Blind Guide, das er nun zu Quintett-Größe verdichtet und um die in Wakayama geborene Pianistin Ayumi Tanaka erweitert hat. In ihren Improvisationen knüpft Tanaka assoziative Verbindungen zwischen Japan und Norwegen – eine Richtung, in die Strønen mit seinen Kompositionen, ihrer räumlichen Wirkung in hohem Maße bewusst, ermutigend zu weisen scheint. Auch diese Aufnahme wurde in Lugano von Manfred Eicher produziert

2015 spielte Kit Downes zuletzt eine Aufnahme für ECM ein, als Pianist an der Seite von Time Is A Blind Guide auf deren gleichnamigem Debütalbum. Auch wenn der junge Brite vorrangig dem Jazz zugeordnet und in seiner Heimat als eines der vielversprechendsten jungen Talente der Szene gehandelt wird, hat sein neues Album Obsidian eher wenig mit Jazz zu tun – und konnte doch nur der Fantasie eines feinfühligen Improvisators entspringen. Downes knüpft an seine frühen musikalischen Erfahrungen als Kirchenorganist an, wenn er, wie in den vergangenen Jahren häufig, die akustischen Möglichkeiten der Orgel ertastet, ihre Besonderheiten in melodischen und harmonischen Improvisationen erkundet. Im November 2016 begleitete der Produzent Sun Chung den Musiker in drei englische Kirchen – die Snape Church of John the Baptist und die Bromeswell St Edmund Church in Suffolk, sowie die Union Chapel Church in Islington, London. Im Stück „Modern Gods” wird er dabei von einem vertrauten Partner, dem Tenor-Saxophonisten Tom Challenger, unterstützt.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Tag des Kusses bis zum Dancefestival





15 . 16 . 17 . 18 . Februar 2018 --- Berlin

ICT Development Index 2017: Die bestvernetzten Länder weltweit


Deutschland liegt im ICT Development Index 2017 (ICT = englisch für Informations- und Telekommunikationstechnik (IKT)) auf Platz zwölf. Das von der ITU Ranking zeigt, basierend auf elf verschiedenen Indikatoren aus den Bereichen ITK-Zugang, -Nutzung und -Fähigkeiten, wie gut Länder vernetzt sind. In diesem Jahr hat Island Südkorea von der Spitze verdrängt. Auf Platz drei liegt die Schweiz. Deutschland, das gegenüber 2016 einen Platz gut gemacht hat, hat zwar offenbar noch Nachholbedarf in Punkto Vernetzung, steht aber zumindest besser da als andere große Volkswirtschaften wie Frankreich (Platz 15) oder die USA (Platz 16).


Infografik: Die bestenvernetzten Länder weltweit | Statista

Dienstag, 26. Dezember 2017

Videokunst: Ökologie





Ecology

Das Hamburger Miniatur Wunderland - weltweit die größte Modellwelt mit Modelleisenbahnen, Fahrzeugen, Flugzeugen etc.






 
Das Wunderland befindet sich in der historischen Speicherstadt Hamburgs.
Ca. 1500 Quadratmeter große Anlagenfläche
15,4 Kilometer Gleise im Maßstab 1:87 (in der Realität etwa 1340 Kilometer Gleise)
Rund 1040 digital gesteuerte Züge
360 Mitarbeiter

Montag, 25. Dezember 2017

Schneemassen: Kampf gegen Verkehrskollaps und Schneekatastrophe






Videos aus aller Welt, 
darunter Kanada, USA, Schweiz, Russland und einige mehr

Digitale Weihnachten: Die Do's und Dont's


Ein Foto vom prächtig geschmückten Baum an die Freunde schicken, die Kinder beim Geschenke auspacken filmen und am Ende einen Weihnachtsfilm schauen – auch Weihnachten kommt kaum mehr ohne digitale Technik aus.

Eine aktuelle Umfrage von Bitkom zeigt, welche Rolle Technik bei den Deutschen zu Weihnachten spielt: Jeder Dritte gibt an, zu Weihnachten mehr Fotos und Videos mit dem Smartphone zu machen. Damit das Telefon nicht den ganzen Abend dominiert, haben 68 Prozent allerdings klare Regeln für die Smartphone-Nutzung aufgestellt, bei 16 Prozent ist das Telefon an Heiligabend verboten.

Wie die Grafik von Statista zeigt, testet jeder Fünfte seine neue Spielekonsole oder sein geschenkt bekommenes Tablet noch am selben Abend. Acht Prozent gaben an, die Gunst der Stunde zu nutzen und sich von Freunden und Familie die neue Technik erklären zu lassen. Allerdings geben nur vier Prozent an, ihren Liebsten in Technikfragen auch gern zu helfen. 

Infografik: Digitale Weihnachten: Die Do's und Dont's | Statista

Video: Iceland in winter

Iceland in winter

Sonntag, 24. Dezember 2017

Weihnachtsstunde mit dem London Symphony Orchestra





Livestream: Sør-Varanger - Kirkenes - Himmelstigen // Norwegen






Weiße Weihnachten? Gab es früher auch nicht öfter! Nur im Romantikfilm oder der Werbung



Weiße Weihnachten! - das wünschen sich jedes Jahr viele Menschen. Doch statistisch gesehen ist Schneefall an Heiligabend in den meisten Regionen Deutschlands ziemlich unwahrscheinlich. Trotzdem haben viele Menschen das Gefühl: Früher hat es doch viel öfter zu Weihnachten geschneit. Doch dieser Eindruck trügt.

Eine Auswertung des Internetportals Wetter.com zeigt, dass weiße Weihnachten auch früher nicht häufiger vorkamen. Darin vergleicht das Portal historische Wetterdaten aus dem Zeitraum 1981 bis 2010 mit denen von 1951 bis 1980. Zwar gab es in München in dem jüngeren Zeitraum 4 mal weniger weiße Weihnachten als früher, in Berlin 3 mal seltener. Doch für Nürnberg und Hannover blieb die Schneewahrscheinlichkeit gleich und in Frankfurt gab es sogar dreimal öfter weiße Weihnachten als früher.

Die Datenauswertung zeigt: Früher war vielleicht mehr Lametta, aber sicher nicht häufiger weiße Weihnachten als heute. Der Wunschtraum wird lediglich entsprechend vermarktet.


Infografik: Weiße Weihnachten? Gab es früher auch nicht öfter! | Statista

Die gefährlichsten Schienenwege der Welt







This list consists 12 of the most dangerous and extreme railways in the world! From railways that deep gorges and near vertical descents, to a 100 year old railway bridge built on sea. These are some of the most amazing, unbelievable and incredible railway routes around the world. These Railways offer daring experience to those who ride them.The Trains needs to pass through the most dangerous railroads along their journey. However, one can enjoy the scenic beauty while travelling on them.

Samstag, 23. Dezember 2017

Werbung: Christmas is coming





Fantasien zur Nacht (Video): Une minute de danse par jour 21 12 2017/ danse 1073 (One Minute of Dance a Day)





Une minute de danse par jour 21 12 2017/ 
danse 1073 (One Minute of Dance a Day). 
from Nadia Vadori-Gauthier

HKW Berlin - Parapolitik: Kulturelle Freiheit und Kalter Krieg


Parapolitik: Kulturelle Freiheit und Kalter Krieg

Fr, 03. November 2017 — Mo, 08. Januar 2018

Didactic Exhibition, Panel No. 40 (Hans Arp, The Glove, collage), detail, group of authors (Depolo, Picelj, Putar, Ravlić, Richter, Šegvić, Kovačević, Barbić), 1957 | Courtesy Museum of Contemporary Art Zagreb


Der Kampf der Systeme nach dem Zweiten Weltkrieg verwickelte auch Kunst und Kultur in ein symbolisches Wettrüsten. Dafür steht beispielhaft der Kongress für kulturelle Freiheit (Congress for Cultural Freedom, CCF), von einer Gruppe Schriftsteller*innen im Juni 1950 in West-Berlin gegründet zur Stärkung eines „antitotalitären“ Bündnisses Intellektueller. Ausgehend vom Pariser Hauptquartier unterstützte der CCF zahlreiche Kulturprogramme in Lateinamerika, Afrika und Südostasien und spann ein Netzwerk von Zeitschriften, Konferenzen und Ausstellungen, um die „universelle“ Sprache der Moderne in Literatur, Kunst und Musik zu fördern. 1967 stellte sich heraus, dass der CCF im Verborgenen von der CIA finanziert worden war, um den antikommunistischen Konsens und damit die hegemonialen Interessen der USA in einem Kalten Krieg der Kultur zu befördern. Mit der Enthüllung des CIA-Skandals war der Ruf des CCF ruiniert. Zu offensichtlich waren die ideologischen Widersprüche und die moralisch zweifelhafte Verteidigung von Freiheit und Transparenz mit Mitteln, die sich ihrerseits der demokratischen Rechenschaftspflicht entzogen.

Parapolitik widmet sich der globalen Dimension der Kulturpolitik im Kalten Krieg und den sich wandelnden Bedeutungen und Zielen, die mit der Moderne assoziiert wurden. Ausgehend von einer Untersuchung der Interdependenzen der politischen und ästhetischen Auseinandersetzungen der Ära, thematisiert die Ausstellung die ideologischen Grundlagen der Konfliktlinien globaler Gegenwartskunst.

Das Verhältnis von ideologischer Inanspruchnahme und künstlerischem „Autonomieverhalten” ist zentrales Thema der Ausstellung. Die gezeigten Arbeiten und Archivmaterialien setzen sich mit den ideologischen Widersprüchen und dem Widerhall der US-„Freiheitsoffensive“ der Nachkriegsjahre auseinander. Zeitgenössische Beiträge thematisieren das Erbe des Kalten Krieges und erkunden die Beziehung zwischen politischem Engagement und kritischer Distanz. Daneben stehen Werke aus den 1930er Jahren bis heute, die den ideologisch geprägten Kontrast zwischen Abstraktion und Realismus reflektieren und die Frage nach der künstlerischen Freiheit und ihren Formen stellen. Archivmaterialien — darunter bedeutende, vom Kongress für kulturelle Freiheit gegründete oder finanzierte internationale Journale der Nachkriegszeit — illustrieren, wie die Moderne zum Bedeutungsträger für individuelle Freiheit wurde und so die kulturelle Hegemonie des Westens im 20. Jahrhundert beförderte.

Kuratiert von Anselm Franke, Nida Ghouse, Paz Guevara und Antonia Majaca

Mit Arbeiten von Art & Language, Doug Ashford, Michael Baers, Antonina Baever, Alessandro Balteo-Yazbeck (mit Media Farzin & Paolo Gasparini), Romare Bearden, Samuel Beckett, Lene Berg, Broomberg & Chanarin, Fernando Bryce, Daniel Buren, Annett Busch, Luis Camnitzer, Alice Creischer, Didactic Exhibition, Liu Ding, Charles & Ray Eames, Peter Friedl, Liam Gillick, Sheela Gowda, Philip Guston, Gruppe Gummi K, Chia-Wei Hsu, Iman Issa, Voluspa Jarpa, David Lamelas, Norman Lewis, İlhan Mimaroğlu, Moiseyev Dance Company, Museum of American Art in Berlin, Irving Norman, Guillermo Nuñez, Branwen Okpako, Boris Ondreička, Nam June Paik, Décio Pignatari, Howardena Pindell, Sigmar Polke, Rebecca H. Quaytman, Walid Raad, Steve Reich, Ad Reinhardt, Gerhard Richter, Faith Ringgold, Norman Rockwell, Peter Roehr, Martha Rosler, Charles Shaw, Yashas Shetty, Francis Newton Souza, Frank Stella, The Otolith Group, Endre Tót, Suzanne Treister, Twins Seven Seven, Josip Vaništa, Wolf Vostell, Susanne Wenger u. a.

Eine englischsprachige Publikation mit Essays und umfangreichem Bildmaterial erscheint im Frühjahr 2018. Vorbestellungen unter publikationen@hkw.de

Freitag, 22. Dezember 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Manda Kay - Unspoken Ecstasy




Manda Kay

Für Bahnfahrer: Schneller und etwas teurer durch Deutschland


Alle Jahre wieder ändert sich bei der Bahn im Dezember der Fahrplan und einhergehend damit Preise und Strecken. In diesem Jahr ist es am 10.12. soweit und das Unternehmen rühmt sich mit der „größten Angebotsverbesserung in der Geschichte der Deutschen Bahn“. Gemeint ist der Start der Schnellfahrstrecke Berlin-München. Welche Auswirkungen das auf einige Verbindungen hat, zeigt die Grafik von Statista. Die Strecke Erfurt-München wird demnach um 2 Stunden und 15 Minuten schneller, von Dresden nach München kommen Reisende künftig 1 Stunde und 15 Minuten schneller.

Die Preise erhöhen sich um durchschnittlich 0,9 Prozent. Die größte Steigerung gibt es bei den Flexpreisen in der ersten Klasse. Sie steigen um 2,9 Prozent, Sparpreise und die Preise für Bahncard 25 und 50 bleiben hingegen unverändert.


Infografik: Was sich bei der Bahn ändert | Statista

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Heute in Neunkirchen / Saar gestartet: DIE PÄPSTIN als Musical



Musical DIE PÄPSTIN               © Big Dimension GmbH


Die Päpstin ist eigentlich ein Roman von Donna Woolfolk Cross (USA). Er verarbeitet die Geschichte der legendären Päpstin Johanna, von der niemand weiß, ob sie jemals passiert ist. Die Autorin lässt eine junge Frau mit Intelligenz und Wunsch nach Wissen die Männerdominanz austricksen, indem sie sich eine männliche klösterliche Identität in Verkleidung gibt, um an das Wissen der Zeit zu gelangen.

Eine Verkettung von Zufällen führt letzten Endes dazu, dass sie sich auf dem Papstthron wiederfindet. Sie wird sogar schwanger und stirbt bei einer Prozession bei der Geburt ihres Kindes. Das Musical ist seit 2011 erfolgreich auf dem Markt und bietet eine spannende Gesamtschau des Geschehens.


Weitere Termine in Neunkirchen 23., 26., 27., 28., 29., 30.(ausverkauft), 31., 1., 2.

Kurios: Das Gay-Badehaus des Vatikans







Europas größtes Special Interest-Badehaus
wurde mit 30 Millionen Dollar 2008 finanziert.

https://eskify.com

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Weihnachtszeit ganz schokoladig




143 Millionen Schoko-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner hat die deutsche Süßwarenindustrie nach eigenen Angaben für das diesjährige Weihnachtsfest produziert. Davon gehen knapp 47 Millionen in den Export nach Europa, die USA, Japan und viele andere Länder. So beeindruckend die Produktionszahlen klingen, im Vergleich zum Schoko-Osterhasen ist der Weihnachtsmann eine kleine Nummer. So wurden für das Osterfest 2017 über 200 Millionen der süßen Osterhasen produziert. Interessant wären noch die restlichen Süß- und Schokoartikel, um einen Gesamtverbrauch an Zucker im Inland anzuzeigen.


Infografik: So viele Schokofiguren produziert die Süßwarenindustrie | Statista

20./21.01.18 - Hamburg: Kunst(Vermittlung) dekolonisieren

Kunst(Vermittlung) dekolonisieren
Ein Zugang über kreative Methoden und Körperarbeit
Sa, 20.01.2018, 10:00 bis So, 21.01.2018, 10:00
2-teilige Fortbildung
Mit Serfiraz Vural (Soziologin und Theaterpädagogin)

Was heißt es (meine) Kunst und mein Wissen zu dekolonisieren?
Wie können eurozentrische ästhetische Praktiken verlernt werden? Was heißt das für meine (künstlerische/pädagogische) Arbeit? Aber auch: Was ist Rassismus, was macht Rassismus mit mir und was mache ich mit Rassismus? Die Annäherung an das Thema findet methodisch über Textarbeit, kreatives Schreiben und vor allem über Körperarbeit statt. Bitte bringt bequeme Kleidung und Lust an Bewegung mit.
Das Seminar richtet sich an Personen, die im Bereich der kulturellen Bildungs- und Vermittlungsarbeit tätig sind, Kunst- und Kulturschaffende und Interessierte.

Serfiraz Vural ist Soziologin und Theaterpädagogin. Sie studiert an der Universität Hamburg Performance Studies (MA) und arbeitet freiberuflich als Empowerment- und Antirassismustrainerin.



ACHTUNG: neue Termine
Sa 20. – So 21. Januar 2018, 10 – 17 Uhr
Folgetermin wird noch bekannt gegeben
Anmeldung und Infos unter: inszene@w3-hamburg.de oder 040 398053-64

Ort: Gängeviertel (Fabrique), Seminarraum, Valentinskamp 34a (Hof), 20355 Hamburg
Preis: 120,- (Ermäßigung möglich)

Dienstag, 19. Dezember 2017

Die besondere Ausstellung: Hubert Fichte (1935 –1986), Schriftsteller und Ethnologe


© bpk/ S. Fischer Stiftung/ Leonore Mau
Der Schriftsteller und Ethnologe Hubert Fichte (1935 –1986) gilt als früher deutscher Stichwortgeber für neue Disziplinen wie Queer Studies und Postcolonial Studies. In seinen Schriften werden Ökonomiekritik, (Homo-)Sexualität und Selbstreflexion zu methodischen Werkzeugen. Durch Ausstellungen und die Übersetzungen seiner Romane in die Sprachen der Orte, die Hubert Fichte mit seiner Lebensgefährtin Leonore Mau bereiste, versucht das Projekt dort erstmalig eine Rezeption seines Werks anzuregen.

2017 nahm das Kooperationsprojekt mit dem Goethe-Institut seinen Anfang mit der Ausstellung Mistake! Mistake! said the rooster… and stepped down from the duck im Kunstraum Lumiar Cité in Lissabon (23. September – 5. November; Ko-Kurator: Jürgen Bock). Es folgen die Ausstellungen Implosão: Trans(relacion)ando Hubert Fichte zunächst im MAM – Museum of Modern Art in Salvador de Bahia (7. November - 17. Dezember 2017) und dann in Rio de Janeiro im Centro Municipal de Arte Hélio Oiticica (25. November 2017 – 13. Januar 2018; Ko-Kuratoren: Max Jorge Hinderer Cruz und Amilcar Packer), Stationen in Santiago de Chile, New York, Dakar und schließlich im HKW in Berlin.

Konzipiert von Diedrich Diederichsen und Anselm Franke in Zusammenarbeit mit weiteren Kurator*innen

Ein Webjournal begleitet das Ausstellungsprojekt und bietet Einblick in Fichtes Schreiben auf Deutsch, Portugiesisch, Spanisch, Französisch, Wolof und Englisch: projectfichte.org
Hubert Fichte: Liebe und Ethnologie ist ein Kooperationsprojekt von Goethe-Institut und Haus der Kulturen der Welt mit Unterstützung der S. Fischer Stiftung und des S. Fischer Verlages. Teil von Das Neue Alphabet, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

23.09.–05.11.2017
Lissabon

07.11.–17.12.2017
Salvador de Bahia

25.11.2017–07.01.2018
Rio de Janeiro


Samstag, 16. Dezember 2017

Fantasien zur Nacht (Video): Nackte Musen 2017




  2017 Nu Muses

Das Wort des Jahres 2017




Das Wort des Jahres 2017 ist „Jamaika-Aus“. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) bekannt gegeben. Das Wort stehe nicht nur für die schwierige Regierungsbildung, sondern sei auch sprachlich interessant, so die GfdS zur Wahl. Auf dem zweiten Platz liegt „Ehe für alle“, den dritten vergab die Jury an "#metoo". Auf dem vierten Platz landete „covfefe“, die bis heute in ihrere Bedeutung ungeklärte Wortneuschöpfung von US-Präsident Donald Trump auf Twitter.

Seit 1977 kürt die GfdS regelmäßig Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres besonders bestimmt haben. Für die Auswahl ist dabei nicht unbedingt die Häufigkeit der Verwendung ausschlaggebend, sondern eher die Signifikanz und Popularität, so die GfdS. 2015 war das Wort des Jahres „Flüchtlinge“, wie die Grafik von Statista zeigt.


Infografik: Das Wort des Jahres | Statista

Neues von Patrick Roth

Das im Zeitalter digitaler Medien in Vergessenheit geratene
Schreiben mit der Hand ist Gegenstand zweier neuer Essays 

von Patrick Roth.

In »Faszination Handschrift« spürt Roth ausgehend von eigenen
Kindheitserinnerungen Geheimnissen nach, die beim Schreiben mit der
Hand offenbar werden, etwa die »Geburt des Gedankens in Schrift«.

»Faszination Handschrift« finden Sie in dem Band
»Welch kleiner Teufel führt ihre Hand? Autoren der Gegenwart im
Dialog mit Handschriften der Romantik«
, herausgegeben von
Konrad Heumann und Karoline Sinur.

 »Simsons Quell - Vom Übersetzen heiliger Bilder« handelt vom 
Übersetzen heiliger Bilder, das Roth als »Lebendigmachen« von 
Inhalten der Bibel versteht. Das Essay schildert u.a., wie das 
gänzlich ungewohnte handschriftliche Kopieren eines Kapitels 
der Bibel zu einer sinnerhellenden Erfahrung werden kann.
Sie finden es in »Communio. Internationale Katholische Zeitschrift«

Heft 6, November/Dezember 2017
http://www.communio.de/inhalte.php?jahrgang=2017&ausgabe=6&artikel=4
Mit Leseprobe


Weihnachten steht vor der Tür. Alle Geschenke-Sucher seien auf die
Kommentierte Neuausgabe der »Christus Trilogie« verwiesen. Und
natürlich sollte »Lichternacht Weihnachtsgeschichte« aus der
Insel-Bücherei unter keinem Christbaum fehlen ...
 

---> Schauen Sie im Internet, aber kaufen Sie bei lokalen Buchhändlern.

  
Patrick Roth bei Social Media:
Die »Christus Trilogie« in Auszügen von Patrick Roth gelesen
https://www.youtube.com/watch?v=SnUk4-3k8OI
www.facebook.com/PatrickRoth.Riverside

Ansprechpartner für Lesungen oder andere Events:
Prof. Dr. Michaela Kopp-Marx
Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg
Hauptstr. 207-209
D-69117 Heidelberg
michaela.kopp-marx@gs.uni-heidelberg.de

Freitag, 15. Dezember 2017

Fantasien zur Nacht (Video): 1190




1190

Neunkirchen / Saar: DIE PÄPSTIN als Musical



Das Musical

Die Päpstin

Donnerstag - 21.12.2017 19:30 - Premiere in Neunkirchen / Saar / Neue Gebläsehalle
Folgetermine: 26., 29., 31.12.17, 01., 02.01.2018


Musical von Dennis Martin nach dem Roman von Donna W. Cross mit u. a. Anna Hofbauer & Matthias Stockinger

Das erfolgreiche Musical „Die Päpstin“ mit der Musik von Dennis Martin kommt zurück auf die deutschen Bühnen. Am 21. Dezember feiert das Historiendrama rund um eine bemerkenswerte Frau, die um Selbstbestimmung, Liebe und für eine bessere Welt kämpft, in der saarländischen Musicalstadt Neunkirchen Premiere. Hauptdarstellerin ist Anna Hofbauer. Sie ist einem Millionenpublikum als Bachelorette aus der gleichnamigen TV-Serie bekannt.

76.000 Besucher begeisterte das auf dem Bestsellerroman von Donna W. Cross basierende Musical im Jahr 2011, als es in Fulda uraufgeführt und dann 110-mal en suite gezeigt wurde. Viele Fans warten seitdem auf eine Wiederaufnahme. Eine Neuinszenierung in Starbesetzung toppt diese Erwartungen nun.

Im Jahr 814 anno Domini kommt als Tochter eines Dorfpfarrers und einer sächsischen Heidin ein Mädchen zur Welt: Johanna. Das Kind ist außergewöhnlich klug und lernt heimlich und gegen den Willen seines Vaters lesen und schreiben. Durch eine Verkettung von Zufällen bekommt Johanna schließlich die Gelegenheit, die Klosterschule zu Dorstadt zu besuchen. Doch als junge Frau hat sie es dort nicht leicht, immer größer werden die Anfeindungen von allen Seiten. Ein grausamer Normannenüberfall ereilt Dorstadt und wie durch ein Wunder überlebt Johanna das Massaker als einzige.

Vom Schicksal sich selbst überlassen trifft sie eine einsame Entscheidung: Sie verlässt Dorstadt, legt ihre Frauenkleider ab, schneidet sich das Haar und gibt sich fortan als Mann aus. Aus Johanna wird Johannes Anglicus, der als Mönch ins Kloster Fulda eintritt. Es beginnt ein jahrzehntelanges Versteckspiel, das Johanna zur Gejagten macht ...

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Wintersport: Ski schlägt Snowboard


Schnee, Alpenpanorama und blauer Himmel – für viele ist der Winterurlaub die schönste Zeit des Jahres. Zahlreiche Sportbegeisterte zieht es in den kommenden Wochen in die Berge. Laut einer aktuellen Statista-Umfrage ist die beliebteste Wintersportart der Deutschen noch immer ganz klassisch Ski. Die Mehrheit von 64 Prozent gab in der Befragung an, regelmäßig Ski zu fahren. Snowboard fahren dagegen nur 15 Prozent regelmäßig. Noch weniger verbreitet sind die kürzeren Snowblades, eine Sonderform von Skiern.

Wer öfter in den Winterurlaub fährt, für den lohnt sich, eine eigene Ausrüstung anzuschaffen. Laut der Statista-Umfrage nutzen 56 Prozent der Personen, die für dieses Jahr einen Skiurlaub planen, ihr eigenes Material. Rund 30 Prozent nutzen teilweise ihre eigene Ausrüstung und leihen sich einzelne Komponenten wie einen Helm oder ein Snowboard dazu.

Ob Snowboard oder Ski - eins wünschen sich alle Winterurlauber: Eine schöne Zeit in den Bergen mit möglichst viel Schnee.


Infografik: Ski schlägt Snowboard | Statista

Modellbau extreme: RC Kalinin K-7 CCCP





RC Kalinin K-7 CCCP
6m Wingspan and 7 Motors at Kulmer Air Show 2014 
Pilot is Rainer Mattle

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Wie war's bei "Les Vêpres siciliennes" / "Die sizilianische Vesper" von Verdi in Frankfurt a.M.?

Leonardo Caimi (Henri) und Barbara Haveman (Hélène)
versöhnen sich wieder, als Hélène erfährt, dass Montfort
Henris Vater ist                                (c) Barbara Aumüller
Um es gleich vorwegzunehmen: Die Sizilianische Vesper von Guiseppe Verdi (1855) ist eine vorzügliche Oper in französischer Sprache, die Spannung, Geschichte, Liebe und dramatische Konflikte sehr bühnentauglich vereint und zu den besten und kurzweiligsten Opern gehört, die man auf den Bühnen geboten bekommt. Verdi hat einen Vater-Sohn-Konflikt mit politischen Machtkämpfen und einer die politisch-restriktiven Grenzen überschreitenden Liebe konfrontiert und schafft ungeheure Zwiespalte im Erleben der Dramatis Personae.

Die Frankfurter Inszenierung von Jens-Daniel Herzog in letzter Wiederaufnahme (die szenische Leitung liegt bei Hans Walter Richter) verschiebt das Geschehen vom ursprünglichen Konflikt zwischen Sizilien und dem Hause Anjou, vertreten durch Karl I., um runde 700 Jahre in die Zeit der Studentenrevolten in den 1960er Jahren, das mit einem tödlichen Schuss beginnt und mit tödlichen Schüssen endet. Mit einem Schlag ist der Zuschauer mitten drin in einem brutalen Geschehen. Als ob es Rudi Dutschke oder Benno Ohnesorg gewesen wäre oder ein Opfer der Mafia. Auf offener Straße niedergestreckt, in einer städtischen Umgebung mit einem quadratischen Hochhaus und anonymen Straßen, wo im Gegensatz von Kapital und Proletarier nur das Innere und der Laternenschein wirklich bewohnt zu sein scheinen. Der Sitz des Guy de Montfort, der von innen und außen aussieht wie das Domizil eines Banken- oder Medienimperiums (unweigerlich landen die Assoziationen bei Deutscher Bank und Springer), ist und bleibt auch der Mittelpunkt der gesamten Oper.

Die historische "Vesper" am 30. März 1282 fand an einem Ostermontag zum Zeitpunkt der Vesper zunächst in Palermo und Corleone statt, die uns heute noch durch blutige Attentate der Mafia ein Begriff sind. Vier Wochen später kam Messina dazu. Der wegen französischer Belästigung der Frau eines sizilianischen Kirchgängers früher als geplant ausgebrochenen Erhebung unter dem Kommando von Giovanni da Procida gegen die französische Herrschaft unter Karl I. fielen 8000 französische Soldaten zum Opfer. Die Aufständischen hatten bereits Kontakt zum und Unterstützung vom König von Aragonien, außerdem aus Byzanz, das von einem römisch-deutschen Vertreter regiert wurde. Karl I. hatte den letzten Herrscher der Staufer Konradin nach einem Sieg enthaupten lassen, was die Römischen-Deutschen erzürnte. Da die Aragonier aber bei den Staufern einheirateten, blieb die Herrschaft über Sizilien bestehen. Auch die Päpste waren an Sizilien sehr interessiert. Die sizilianische Vesper beendete die Herrschaft der Franzosen, vertrieb sie nach Neapel und später ganz. Die spanischen Könige übernahmen bis 1713 die Herrschaft, danach fiel Neapel an die Habsburger und Sizilien an das Haus Savoyen. Byzanz konnte sich gegen die Osmanen nur noch 150 Jahre nach der Vesper weiter halten.

Verdi und seine Librettisten hielten sich nun nicht gerade genau an die Geschichte. Bei dem großen italienischen Komponisten und den Vorlagen von Augustine E. Scribe und Charles Duveyrier zählen dramatische Momente und Mythen.

Die historischen Verschiebungen der Künstler schaffen eben das erwähnte Spannungsfeld mit historischen Figuren, das so ideal aus der Geschichte nicht generiert werden konnte. Die Verschiebungen lassen Sizilien von Guy de Montfort aktuell erobert, Friedrich von Österreich ermordet sein, der mit Konradin schon 20 Jahre früher getötet wurde, und Hélène, die "Schwester" des aktuell ermordeten "Statthalters" Friedrich, Anführerin des Widerstandes gegen die Franzosen werden, bis der tatsächlich historisch beteiligte Procida die Führung übernimmt. In Wahrheit war Hélène die Witwe Manfreds von Sizilien, des vorletzten getöteten staufischen Herrschers in Sizilien, und starb Jahrzehnte früher in französischer Haft.

Leonardo Caimi (Henri; stehend) versucht
Christopher Maltman (Montfort) zu töten
                               (c) Barbara Aumüller
Was das ganze Geschehen antreibt ist die Liebe zwischen Henri (ganz hervorragend dargestellt vom Tenor Leonardo Caimi) und Hélène (etwas trist verloren in Alltagskleidung, aber stimmlich ein Phänomen, das imposante Koleraturen bietet). Henri ist Sohn des Guy, was beide aber erst später erfahren, und zwar kurz vor Ausbruch des Aufstandes. Sein Vater (sehr, sehr stimmstark und überzeugend der Bariton Christopher Maltman, GB) ein strenger Herrscher, der die Gefolgsleute der Geliebten seines Sohnens verfolgt, erfährt im dritten Akt durch einen Brief seiner Exfrau, die ihn wegen seiner Grausamkeiten verließ, dass Henri sein leiblicher Sohn ist. Der Guy bittet ihn in den Palast, was Henri nicht versteht und ablehnt, dann von der Garde hingebracht wird. Dort erfährt er die Wahrheit, wobei er ursprünglich geplant hatte, den Despot zu töten. Das kann er nun nicht mehr. Sein Dilemma beginnt, der neu entdeckte Vater auf der einen Seite, Gehorsam und Ehrerbietung ihm gegenüber, und auf der anderen Seite die Liebe zu einer Revolutionärin, die mit allen anderen Aufständischen seinen Vater ebenfalls töten will. 

Mordpläne hat auch Procida (eine ebenfalls sehr beachtliche und einprägsame Bassbaritonstimme von Kihwan Sim, KOR), der sein Land für immer befreien möchte und die Revolte anführt. Auf einem Fest bei Montfort treffen sich die drei, und Henri versucht vergeblich Procida von seinen Plänen abzubringen, Montfort will er in Sicherheit bringen, ihn vom Fest entfernen, der aber bleibt, und eine Messerattacke Hélènes kann er nur knapp durch Dazwischenwerfen verhindern. Die Verschwörer werden inhaftiert, sie verurteilen Henri schließlich als Verräter. Gerade Hélène rauft sich die Haare, verdammt ihre Liebe zu ihm. Erst als sie hört, das der Guy de Montfort sein Vater ist, versteht sie alles und vergibt ihm. Henri verhindert die Exekution seiner Geliebten und Procidas, indem er auf die kleine Erpressung seines Vaters eingeht, ihn "mon pere/mein Vater" zu rufen. Der ist überglücklich, seinen Sohn gewonnen zu haben, und kippt vom alten Extrem ins neue. 

Eine Hochzeit wird ausgerufen, noch am Ostermontag zur Vesperstunde soll sie stattfinden.
v.l.n.r. Barbara Haveman (Hélène), Christopher Maltman
(Montfort) und Leonardo Caimi (Henri) sowie im Hinter-
grund Chor und Extrachor der Oper Frankfurt. Die Rebellen
kurz vor dem Angriff                             (c) Barbara Aumüller
Friede und Freude, Tanz und Ausgelassensein für alle. Das Ganze wird vorbereitet, die Braut in Weiß, der Bräutigam im Frack, als Hélène von Procida erfährt, dass die Hochzeitsglocken das Signal zum Sturm sein werden. Die Braut stürzt in seelische Abgründe, fürchtet um ihren Mann und lehnt die Hochzeit ab. Henri entsetzt, fragt den Vater Montfort, der sich wieder durchsetzt und die Hochzeit fatalerweise befiehlt. Im Moment des Glockenläutens stehen Hélènes Nachfolgerin Ninetta (wundervolle Mezzospranistin Nina Tarandek, CRO, im kecken Faltenminirock mit hohen Stiefeln) und Procida hinter dem Brautpaar und erschießen es. Ihre Liebe wird im Tod verewigt, das Haus Anjou umgestoßen.

Verdi hat hier eine ganz eigene Oper geschaffen, ohne die Vorgängerkollegen zu zitieren, mit italienisch-sizilianischen Belcanto-Arien, einmal von Hélène, einmal von Procida, auch Henri, die ihre Vaterlandsliebe aus voller Brust besingen oder ihren Willen zur Freiheit. Er hat auch, um seinen früheren Mosaikstil einzudämmen eine einheitlichere Klangfarbe verwirklicht, die "tinta musicale", die sich u.a. in einem Todesmotiv ausdrückt, dass die Aufständischen beschreibt und signalisiert. Vom Lied der Hélène im 1. Akt, das zum Kampf aufruft, bis zu allen Zeichnungen und aufkommenden Aktionen der Aufständischen und dem Aufstand schließlich selbst.

Kinderfilm: ENTE GUT! Mädchen allein zu Haus (Weltkino)


Die elfjährige Linh und ihre kleine Schwester Tien sind plötzlich auf sich allein gestellt, als ihre Mutter nach Vietnam muss, um sich um die kranke Oma zu kümmern. Doch das darf niemand erfahren – vor allem nicht das Jugendamt. Linh ist jetzt nicht nur für Tien verantwortlich, sondern muss sich neben der Schule auch um den Haushalt und den vietnamesischen Imbiss ihrer Mutter kümmern. Doch die selbsternannte Spionin Pauline aus dem Wohnblock gegenüber entdeckt das Geheimnis und droht, die beiden Mädchen zu verraten. Aus der anfänglichen Erpressung wächst bald eine Freundschaft, die jedoch immer wieder auf die Probe gestellt wird. Denn auch die Polizei und Frau Trost vom Jugendamt sind nah dran, hinter das Geheimnis zu kommen ...

(c) Kevin Lee Film, Meike Birck
Mit Humor, Herz und voller Abenteuerlust erzählt Norbert Lechners neuer Kinderfilm von der außergewöhnlichen Freundschaft dreier Mädchen, die kulturelle Unterschiede spielend überwinden. Der Gewinnerfilm der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ ist in seiner Aktualität und mit seinen hervorragenden Darstellern ein überzeugendes Plädoyer für Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Toleranz. ENTE GUT! MÄDCHEN ALLEIN ZU HAUS lief im Wettbewerb „Generation Kplus“ der Berlinale 2016.



Deutschland 2016
Regie: Norbert Lechner

Montag, 11. Dezember 2017

Birkenfeld/Nahe: In Zeiten der Stille

 
Monddieb           (c) Christoph M Frisch © 2017


Maler-Zang-Haus

Kunst & Begegnungen

Einladung zur Ausstellungseröffnung
Sonntag 17. Dezember 2017 |.11.00 Uhr

Grußwort: Landrat Dr. Matthias Schneider
Künstlergespräch: Helmut Schmid



Die menschliche Figur steht im Zentrum des malerischen und grafischen Werkes von Christoph M Frisch. Die ART GALLERY 64 präsentiert erstmals einen Quer­schnitt aktueller Arbeiten des deutschen Künstlers.

Zur Eröffnung dieser Ausstellung, die in Kooperation mit dem Maler-Zang-Haus entwickelt wurde, lade ich Sie, Ihre Familie und Freunde in unsere Galerie im Herzen von Birkenfeld ein.

Sima Khosharay


Art Gallery 64
Hauptstraße 26-28
55765 Birkenfeld  

Telefon: 06782 854 99 59

info@art-gallery64.com

www.art-gallery64.com

Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 9.00-19.00 Uhr
Sa.-So. 10.00-18.00 Uhr
24.-26. Dezember geschlossen

Sonntag, 10. Dezember 2017

Wie war's bei der 1. Neunkircher Christmas Gala im Saarland?

Bühne mit Frank Nimsgern, Thomas Siffling, Oliver Strauch
und
Kevin Naßhan's Silent Explosion Orchestra

Oliver Strauch als Lehrer von Kevin Naßhan
und das Silent Explosion Orchestra
Wenn es in Neunkirchen / Saar in der Neuen Gebläsehalle weihnachtet, dann oft sehr unkonventionell und fern von Kitsch. Tatsächlich stand die 1. Neunkircher Christmas Gala mit dem Silent Explosion Orchestra unter der Leitung von Kevin Naßhan, ferner die saarländische Drummerweltgröße Oliver Strauch, das Jazzmultitalent Frank Nimsgern, den viele von den Neunkircher Musicalhighlights kennen und sehr oft spontan mit dem Musical "SnoWhite" verbinden, und der Jazztrompeter Thomas Siffling, der zwischen Saarbrücken und Mannhein / Stuttgart in Sachen Jazzmusik als Dozent, Komponist, Bandleader und Musiker unterwegs ist, ganz im Zeichen der vergangenen Jahrzehnte, besonders dem Bigbandsound ab 1938 mit Benny Goodman. Der gebürtige Karlsruher Thomas Siffling moderierte auch den Abend, nicht ohne die Königin der Instrumente und ihre begnadeten Spieler humorvoll in den Mittelpunkt zu stellen.
Als Jazzsinger stolz in High Heels Svenja Hinzmann und der flippige Andreas Braun als saarländischer Interpret u.a. von Sammy Davis Jr.

Und hier leistete das Silent Explosion Orchestra wirklich Hervorragendes. Junge Musiker,
Cindy Berger
die die 40ties, 50ties, 60ties etc. sehr gekonnt heranzoomen und Benny Goodman, Frank Sinatra ebenso perfekt interpretieren wie Songs von Frank Nimsgern, Titel von Thomas Siffling oder Hits von Cindy Berger, die als Special Guest an diesem Abend geladen war. "Cindy und Bert" im Schlagersektor ein vielgeliebtes Duo, das sich mit dem Tod von Norbert Berger im September 2012 auf Cindy (eigentlich Jutta Gusenberger) reduzierte. Die beiden waren allerdings schon 1988 entzweit, kehrten aber beruflich in den 90er-Jahren als Duo auf die Bühne zurück. Einige der größten Hits waren „Der Hund von Baskerville“ (1970), eine deutschsprachige Adaption von "Paranoid" der Hard-Rock-Band "Black Sabbath", „Ich fand eine Hand“ und "Immer wieder sonntags" sowie am Galaabend dargeboten "Im Fieber der Nacht" (1978), eine deutsche Adaption von "Saturday Night Fever" (1977) mit John Travolta in der New Yorker Diskoszene, die Millionen von Ohren und Augen (als Film) eroberte. Cindy versetzte damit mit ihren 69 Lenzen ganz viele Zuschauer einen Moment in ihre Jugendzeit zurück. Wir fragen uns, wie "Der Hund von Baskerville" mit 79 Jahren bei der 10. Neunkircher Christmas Gala wohl klingen mag, wenn man das hier mal vorbestellen darf.

Frank Nimsgern, der in den letzten Jahren ganz viel Musicalwind in die Hallen von
Svenja Hinzmann und Andreas Braun
Frank Nimsgern und Thomas Siffling
Neunkirchen gebracht hatte, kann lange Jazzerfahrung vorweisen, er orientierte und bildete sich u.a. aus bei John Abercrombie, Chaka Khan, Gino Vannelli, Billy Cobham, Pete York, Jon Hiseman, Barbara Thompson, The Supremes und Klaus Doldinger. Die Frank Nimsgern Group holte im Auftrag des Goethe-Instituts weltweit Awards ein, 1996 war er Musical Director und Gitarrist für Chaka Khan. Seit 1998 Musicals, Musicals, Musicals für Klassik Open Air Berlin, Friedrichstadt-Palast, London West End, Saarländisches Staatstheater, Oper Bonn, Tollwood München, Theater Chemnitz, Theater Trier oder TUI Cruises. Frank Nimsgern bot Jazzgitarrensoli, dabei Bachs Fuge in d-Moll verjazzt, und ließ Svenja Hinzmann den Song "Frei wie der Wind" aus "SnoWhite" interpretieren. Eine beachtliche Jazzstimme bei Svenja H. auch bei ihren anderen Darbietungen, so auch bei Andreas Braun, der wirklich perfekt u.a. "Mr Bojangles" (ursprünglich Jerry Jeff Walker, 1968) in der Version von Sammy Davis Jr. interpretierte.

Thomas Siffling, ausgezeichnet klar, episch emotional und eben jazzig an der Trompete, ist schon lange Jahre Leiter der formidablen SAP Big Band. Tätig in der Jury des Jazzpreises Baden-Württemberg, Dozent für Jazztrompete an der Hochschule für Musik Saar schuf er auch Ballettmusik für das Kevin O´Day Ballett des Nationaltheaters Mannheim. Seine 2. Ballettmusik "2 Gents" nach einer Novelle von William Shakespeare hatte 2015 im Opernhaus des Nationaltheater Mannheim Premiere. Seine klassische Trompete ist u.a. gemeinsam mit Claus Boesser Ferrari auf "Songs" (Musik aus 5 Jahrhunderten) zu hören.

Was nicht fehlen darf bei einer Christmas Gala, die sonst nicht viel mit klassischem
Weihnachtssound zu tun hat, ist das Together mit den Bürgern. Und so gab's auch "Neunkirchen singt zusammen mit den Profistimmen 'White Christmas' ". Ein unterhaltsamer Abend, der eine hoffentlich erfolgreiche Reihe von Angeboten im Dezember eines jeden Jahres eröffnete und auf die weiteren Gäste und Darbietungen gespannt macht. Eine Zeit des Rückblicks, manchmal erschreckend, wie schnell das Leben vergeht und wie weit Highlights vergangener Jahre schon zurückliegen, auch eine Zeit des Neuanfangs. Der Gestaltung sind alle Tore offen, der kreative Neunkircher Geist wird hier noch einiges auf die Beine stellen.

                       SNOWHITE