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Montag, 12. Oktober 2026

Oper Frankfurt a.M.: OTTONE - Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel

Paula Murrihy
(Bildnachweis: Barbara Aumüller)
 


















Premiere  

OTTONE 

Oper
in drei Akten von Georg Friedrich Händel 

Text von Nicola Francesco Haym nach Stefano Benedetto Pallavicini 
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln 
 
Musikalische Leitung: Václav Luks 
Inszenierung: Jetske Mijnssen 
Bühnenbild, Kostüme: Ben Baur 
Choreografie: Dustin Klein 
Licht: Jan Hartmann 
Chor: Manuel Pujol 
Dramaturgie: Mareike Wink 
 
Ottone: Yuriy Mynenko 
Teofane: Monika Buczkowska-Ward 
Gismonda: Paula Murrihy 
Adelberto: Iurii Iushkevich 
Matilda: Cecelia Hall 
Emireno: Jonas Müller  
 
Frankfurter Opern- und Museumsorchester 
 
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper 
 


Jetske Mijnssen
(Bildnachweis: Keke Keukelaar)
Georg Friedrich Händels (1685–1759) Oper Ottone zählt zu den Meilensteinen des Barocktheaters. Das Werk, das im Januar 1723 in London uraufgeführt wurde, entstand in einer Phase, in der Händel als musikalischer Leiter der frisch gegründeten Royal Academy of Music den Starkult an der Themse auf ein neues Niveau hob. Auf seinen Casting-Reisen verpflichtete Händel die begabtesten Sänger Europas. In Ottone entfaltet der Komponist ein psychologisch dichtes Beziehungsgeflecht, das auf einer historischen Eheschließung des Jahres 972 n. Chr. basiert. Aus dem weltgeschichtlichen Stoff schufen die Librettisten ein fiktives, hochdramatisches Verwechslungsspiel. Händels Partitur besticht durch eine Ansammlung aus eleganten, innigen Arien, deren Melodien im Kopf bleiben. Bis heute gilt das Werk als einer der größten Kassenschlager des Komponisten, der zu seinen Lebzeiten nur noch von Rinaldo an Wiederaufführungen übertroffen wurde. 
 
Zum Inhalt: Ottone soll die junge Teofane heiraten und mit ihr seine Überlegenheit gegenüber Adelberto besiegeln. Doch man hat die Rechnung ohne die ehrgeizige Gismonda gemacht. Sie intrigiert im Hintergrund, um ihren Sohn Adelberto in Position zu bringen. Da Ottone und Teofane sich noch nie gesehen haben, ist es ein Leichtes, dass Adelberto sich als Teofanes gerade abwesender Bräutigam Ottone ausgibt. Doch der Schwindel fliegt bald auf…
 

Václav Luks
(Bildnachweis Petra Hajská)

Dirigent Václav Luks, ein wahrer Experte für Alte Musik, kehrt nach einer erfolgreichen Premierenserie von  Amor vien dal destino zurück nach Frankfurt. 2005 gründete er das Prager Barockorchester Collegium 1704 und das Vokalensemble Collegium Vocale 1704. Die Ensembles treten unter seiner Leitung bei renommierten Festivals und in namhaften europäischen Konzertsälen auf. 2022 wurde Václav Luks für seine kulturellen Leistungen der französische Ordre des Arts et des Lettres verliehen. Regisseurin Jetske Mijnssen debütiert mit ihrer Lesart von Händels Ottone an der Oper Frankfurt. In der vergangenen Spielzeit inszenierte sie unter anderem Ariodante am Royal Opera House Covent Garden in London, Dialogues des Carmélites an der Semperoper in Dresden und Simone Boccanegra an De Nationale Opera in Amsterdam. Weitere Arbeiten führten sie bereits zum Festival in Aix-en-Provence und nach Glyndebourne. Yuriy Mynenko, der in der vergangenen Spielzeit als Cesare überzeugte, verkörpert die Titelpartie des Ottone. Die Rolle der Teofane singt Monika Buczkowska-Ward, die noch im Juni die Partie der Bellezza in Händels Der Triumph von Zeit und Erkenntnis gestaltete. Paula Murrihy (Gismonda) und Iurii Iushkevich (Adelberto) kehren als Gäste an die Oper Frankfurt zurück. Murrihy, bis 2017 Mitglied des Ensembles, sang am Haus bereits verschiedene Partien wie Dido in Purcell’s Dido and Aeneas, Octavian in Strauss’ Der Rosenkavalier, und zuletzt Dejanira in Händels Hercules. Iushkevich gastiert regelmäßig auf den großen Bühnen in Europa. Dass sein Repertoire von Barock bis hin zu modernen Opern reicht, wird er abermals unter Beweis stellen. In der vergangenen 
Spielzeit brachten ihm die Partien 1st Angel / The Boy in Written on Skin große Anerkennung ein. Cecelia Hall verkörpert die Partie der Matilda, Jonas Müller komplettiert als Emireno die Besetzungsliste der ersten von drei Händel-Opern der Spielzeit 2026/27 in Frankfurt. 

Premiere: Sonntag, 11. Oktober 2026, um 18 Uhr im Opernhaus 
Weitere Vorstellungen: 18. (18 Uhr), 24. Oktober, 1. (15.30 Uhr), 7., 12., 15. (18 Uhr), 21. November 2026 

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr. 

Preise: € 16 bis 198 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) 




OTTONE - Ensemble
(Bildnachweis: Xiomara Bender)



 



 
 

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #113 - Wo die Liebe hinfliegt

 

Die Liebe fliegt in Punk… äh Pink. ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl










Wo die Liebe hinfliegt

In Zeiten wie diesen sucht man Lustiges bisweilen vergeblich.
Kurz kann man sich natürlich darüber erheitern, dass ausgerechnet Donald Trump zu einem „Super Intelligence Luncheon“ geladen hat - also zu einem - „Super Intelligenz Mittagessen“.
Da merkt man schon, dass Anspruch und Wirklichkeit schon bei der Vorspeise auseinander klaffen, wenn da der Donald mit am Tisch sitzt.
Leider ist das nur kurz lustig, weil das Ergebnis dieses Mittagessens ist ein bisschen schlimmer als eine Magenverstimmung oder eine Gabel im Oberschenkel.
Es lautet nämlich: „Hey Jungs! Ihr passt eh auf, dass die KI uns nicht alle umbringt. Oder?“ - „Sicher, Donald! Machen wir. Oder haben wir jemals etwas getan, was der Menschheit schaden würde?“
So antworten die Herrn Zuckerberg, Musk und Konsorten und hätten dann doch noch gern einen Nachschlag vom zweiten Gang.

Genauso halblustig sind auch die Nachrichten aus Russland, wo jetzt für den Krieg (den man
 nicht so nennen darf) überraschenderweise weitere zehntausende Soldaten eingezogen werden, was quasi eine Mobilmachung ist (die man aber nicht so nennen darf). Und das nur wenige Tage nach den Parlamentswahlen, die man aber auch nicht so nennen darf - einfach, weil es da keine echte Auswahl gab.

Auf der Suche nach Humor schaut man also nach Deutschland. Und was findet man da?
Eine Bundesregierung, die einen milliardenschweren Tankrabatt beschließt (damit weiter viele Menschen viel CO2 in die Luft blasen können) und gleichzeitig das Deutschland-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel verteuert. Da soll noch einer sagen, die Deutschen hätten keinen Humor! Das ist so lustig, so verrückt, so total irre, aber leider auch wahr.
Dass der Tag der Deutschen Einheit dann noch in Bremen gefeiert wird, dem Bundesland also, von dem man nicht weiß, ob es zuerst von seinem Schuldenberg erdrückt oder von den steigenden Meereswassern verschluckt werden wird, rundet das Bild ab.

Bleibt das Land, das an der Humorfront immer seinen letzten Mann steht. Oder Frau. Oder Sozialdemokrat. Österreich!
Denn die Sozialdemokratie in Österreich hat gerade - anscheinend ist es in letzter Zeit zu gut gelaufen - endlich wieder eine Führungsdebatte! Das brauchen die. Wenn die nicht alle zwei Jahre ein Obmann-Diskussion haben, fühlen die sich schlecht.

Obwohl die Diskussion diesmal eher von außen in die Partei hineingetragen wurde.
Auch wenn die Partei gerne dafür alle Türen aufgemacht hat.

Und das hat alles ganz bestimmt nichts mit den österreichischen Boulevardmedien zu tun, denen der zuständige sozialdemokratische Minister und Partei-Vorsitzender Geld weg nehmen will.
Weil er der Überzeugung ist (Überzeugung! Schon das ist ja marxistischer Mist!), dass man mit Steuergeld vielleicht keine Millionären finanzieren sollte. Nur, weil die bedrucktes Papier vertreiben. Papier, das sich allerdings sehr gut dazu eignet das Katzenklo auszulegen.

Deshalb kommen diese Medien auf die glänzende Idee einen millionenschweren sogenannten „Medienmanager“ aus den Neunziger Jahren auszubuddeln, ihm ein Mikro unter die Nase zu halten, seine Eitelkeit zu entfachen und ihn sagen zu lassen: „Ich bin der Richtige!“

Und das ist er auch. Sicher.
Aber wofür?
Für den Pensionistenverband Wien-Umgebung? Für den Vorsitz des Kleingartenvereins Kürbisblume? Als Patientensprecher der Geriatrie-Abteilung?
Das Manöver ist so durchsichtig, dass man als Partei eigentlich nur sagen sollte:
„Wisst’s wos? Frotzelt’s wen andern.“
(Zu deutsch: „Ein interessanter Vorschlag, aber für unsere aktuellen Bedürfnisse leider ungeeignet.“)
Und genau das passiert… nicht.
Sondern alle reden darüber. Und das alles nur, damit die Millionäre weiter ihr Geld vom Medienminister kriegen sollen, weshalb sie einen Millionär an die Spitze einer „Arbeiterpartei“ haben wollen.
(Apropos Geld: Man kann diesen Newsletter auch unterstützen. Details siehe unten.)

Man möchte sich schon mit Grausen umdrehen, aber da…, da ist doch noch was Lustiges.
Also zumindest Seltsames.
Einem ehemaligen Schispringer wurde sein Helikopter geklaut.

Da fragt man sich zuerst natürlich: Warum braucht der einen Heli? Der kann doch nur mit Ski an den Füßen fliegen? Aber dann schaut man genauer hin:
Denn zuerst hat man den Ski-Springer gar nicht erkannt. Der Mann hat tatsächlich mittlerweile etwas Fleisch auf den Rippen. Wahrscheinlich fliegt er deshalb auch nicht mehr so gut.
Und dann gibt der Flugstar ohne Fluggerät ein Interview, in dem er sagt, was an dem Verlust ihm am meisten weh tut. Nämlich: Dass der Hubschrauber nicht mehr da ist, mit dem man - also er - sehr eng verbunden ist.

Moment, sagt man sich, er ist doch eben nicht mit ihm verbunden. Denn wäre er noch eng verbunden, hinge er ja noch an dem Gerät dran. Unten vielleicht. Mit Ski möglicherweise.
Dann könnte er allerdings keine Interviews geben.
Denn dann wäre er folglich ja mit dem Hubschrauber gemeinsam verschwunden.

Aber wahrscheinlich meint der endlich gut gefütterte Adler etwas anderes:
Eine emotionale Verbindung.
Wenn dem so ist, ist dies der erste mir bekannte Fall von Helikopter-Liebe.
Dass die Leute ihre Autos lieber haben als ihre Kinder, daran hat man sich ja schon gewöhnt. Anders ist es ja nicht zu erklären, dass sie weiter Verbrenner fahren und die Zukunft aufheizen.
Und dass sich andere wiederum in eine KI verlieben - vielleicht bei einem Mittagessen in den USA - ist auch denkbar. Auch die abgöttische Liebe zu einem Präsidenten, der das Land ruiniert und Söhne, Väter und Brüder in einem völlig sinnlosen Krieg dahin schlachtet, ist bekannt.
Und dass es sogar Sozialdemokraten gibt, die die Sozialdemokratie so verachten, dass sie sich in einen Millionär verlieben, ist vielleicht möglich.
Aber das ein Mensch seinen Hubschrauber liebt?
Das ist neu.

„This must be underwater love“ hieß mal ein Hit in den Neunzigern (als der neue Hoffnungsträger der österreichischen Sozialdemokratie noch beruflich tätig war und sich wahrscheinlich Emails ausgedruckt hat… nein… ausdrucken hat lassen).
Zeit wär’s für eine Coverversion:
"This must be helicopter love“

Nur so als Gag.
Damit man dazwischen was zu lachen hat. Im überfüllten Regionalzug.
Über den die Helikopter der Millionäre kreisen.

___

groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal.
Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem
„Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Auf jeden Fall am - erstmals in meiner über 30jährigen Bühnenhistorie - in Innsbruck.
Am
4. Oktober im Treibhaus.

Weiters:
23.10. Oberhaching Bibliotheksaal
24.10. München Schlachthof
25.10. Merkendorf Steingruberhaus

3.-5.11. Wien Theater Drachengasse
6.11. Kaisheim Kleinkunstbrauerei Thaddäus
7.11. Frankfurt/Heddernheim Habel-Elf
10.11. Linz Posthof
13.& 14.11. München Lach&Schiess im TamS
19.11. Wolkersdorf BaBü

Und meinen Jahresrückblick gibt es auch wieder:
27.11. in Offenbach im Filmklubb

Und mein neues Buch stelle ich auch vor. Es heißt wie das Programm „ICH BIN DAS VOLK!“
Denn das ist ja ein Manifest, also muss man das auch in der Hand halten können, sonst wäre es Maniflux (kleiner Witz für Lateiner)

Und das Werk wird  am 21.10. in Wien in der Buchhandlung Analog das Licht der Welt erblicken
Die Wiedergeburt folgt dann am 30.10. in Frankfurt. Natürlich im Buch&Wein

Da freu ich mich schon sehr.
Was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man und Frau und mensch übrigens
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich
hier anhören.

Auch zu hören:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“.

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was das Gletschereis alles so beherbergt. Oder eben nicht mehr.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Samstag, 10. Oktober 2026

Was bedeutet es in Europa, einen geflohenen Russlandgegner in russische Hand zurückzuschicken?

Blick auf Kaliningrad (mit KI erstellt)

Ein 68-jähriger Mann namens Igor Jurjewitsch Odinzow sollte vom Militärgericht der Baltischen Flotte wegen "öffentlicher Rechtfertigung von Terrorismus" schuldig erklärt werden. Er habe eine "negative Einstellung gegenüber den Staatsorganen der Russischen Föderation" und lehne den Krieg Moskaus gegen die Ukraine ab, den die russische Regierung als "militärische Spezialoperation" bezeichnet. Am 17. September wurde das Verfahren ausgesetzt, weil Odinzow untergetaucht war.

An diesem Tag schwamm der Mann von Kaliningrad nach Litauen durch die Memel, um Asyl zu beantragen. Die litauischen Behörden schickten ihn jedoch wieder zurück. Odinzow habe versucht, der Verfolgung zu entkommen, er habe außerdem ein Verfahren am Laufen und wollte sich retten. Ganz genau! Odinzow soll erklärt haben, er sei aus Russland geflohen, weil er wegen seiner Aktivitäten in sozialen Netzwerken verfolgt werde. Nach Prüfung der Umstände und der möglichen Gefahr, die von ihm ausginge, entschieden die Behörden jedoch, ihn zurückzuschicken. Die litauischen Behörden hätten keine ausreichende Grundlage gehabt, ihn dazubehalten, weil das Verfahren in Russland noch nicht abgeschlossen gewesen sei (!).  Die russischen Behörden nahmen ihn vier Tage später fest und das Militärgericht verurteilte ihn zu 6 Jahren Lagerhaft und anschließend drei Jahre Internetsperre, keine Mitteilungen und Stellungnahmen.

Für Europäer ein Skandal, denn die Ablehnung stellt einen Bruch mit der Genfer Flüchtlingskonvention, widerspricht dem Non‑Refoulement‑Prinzip (keine Abschiebung bei politischer Verfolgung) und den eigenen europäischen Werten. Litauen bestärkte hier ein autoritäres System, das Dissidenten verfolgt, durch Bestätigung, und Russland erhält durch diesen Vorgang das fatale Signal "Selbst die EU liefert uns Oppositionelle aus." Das unterstützt Repressionsmechanismen, die politische Propaganda, die Abschreckung gegenüber anderen Dissidenten. Es zeigt, dass autoritäre Staaten durch Einschüchterung und Druck selbst europäische Demokratien beeinflussen können.

Natürlich steht Litauen unter realem Druck der geografischen Nähe zu Kaliningrad, den ständigen russischen Drohgebärden, hybriden Angriffen wie überall in dieser Gegend und militärischer Unsicherheit. Aber Angst darf nicht zur Grundlage von Asylentscheidungen werden. Wenn ein Staat aus Furcht vor Russland Menschenrechte relativiert, dann verliert er seine moralische Souveränität. Dieser Fall sendet eine gefährliche Botschaft: "Wenn ihr aus Russland flieht, könnt ihr selbst in der EU zurückgeschickt werden." Das untergräbt Vertrauen in europäische Asylsysteme, die Glaubwürdigkeit westlicher Werte, die Schutzfunktion demokratischer Staaten. Ein Präzedenzfall, der Dissidenten weltweit verunsichert.

 

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Kino: DER MIT DEM WOLF TANZT / Zum 35-jährigen Jubiläum restauriert in 4K





Ab 05. November 2026 in ausgewählten Kinos

im Verleih von LEONINE Studios


DER MIT DEM WOLF TANZT

mit

Kevin Costner, Mary McDonnell, Graham Greene, Rodney A. Grant u.v.m.

Regie: Kevin Costner

Drehbuch: Michael Blake basierend auf seinem eigenen Roman „Der mit dem Wolf tanzt“

Kamera: Dean Semler

Musik: John Barry

Schnitt: Neil Travis

Produzenten: Kevin Costner & Jim Wilson


Leutnant John Dunbar (Kevin Costner) lässt sich 1863 an die äußerste Grenze der Zivilisation an einen einsamen Posten im Gebiet amerikanischer Ureinwohner versetzen. Er will den Wilden Westen erleben, bevor es ihn nicht mehr gibt. Einsamkeit und die Angst vor den Sioux prägen seinen Alltag, doch ein Stamm der Lakota-Sioux nimmt ihn in seinen Kreis auf und gibt ihm den Namen „Der mit dem Wolf tanzt". Die scheinbare Friede hat jedoch ein abruptes Ende, als die Armee ihn aufspürt...

 

Kevin Costner schuf mit seinem Regiedebüt ein ebenso emotionales wie bildgewaltiges Meisterwerk, ein Westernepos, das mit 7 Oscars® ausgezeichnet wurde, u. a. in den Kategorien Bester Film und Beste Regie. Das auf Englisch und in der Sprache Lakota gedrehte Westernepos ist ein berührendes Porträt einer bedrohten Lebensweise und ein zeitloses Plädoyer für Menschlichkeit.


 

Mittwoch, 7. Oktober 2026

AfD in Sachsen-Anhalt und humane Kriegsführung durch Roboter in der Ukraine

 

>>> Kommentar: Die 10 Stimmen, die die Brandmauer in Sachsen-Anhalt am 06.10.2026 einrissen


>>> Innovationskraft der Ukraine: Waffen, die effektiv und preiswert sind (Teil 2: Bodenroboter und ihre Einsatzmöglichkeiten)

Severins Groebners Neuer Glossenhauer #112 - Demenz in corpore insanus

Hellbraun im grünen Bereich, Hauptsache: Farbfernsehen ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Demenz in corpore insanus

Die Wahlen sind geschlagen, und meine Krankenkasse schreibt mir:
„Demenz darf kein Tabuthema sein!“

Verständlich. Sichtlich bin ich nicht der Einzige, der das Gefühl hat, dass die Demenz gerade um sich greift. Menschen leiden unter historischer Demenz und wiederholen zwanghaft geschichtliche Gegebenheiten.

Kommt mir zumindest so vor.
Bin aber auch ein spezieller Fall. Denn als Österreicher, der in Deutschland lebt, leide ich quasi am Gegenteil: an chronischem Deja-Vu.

„Warum kommt mir das so bekannt vor?!“, frag ich mich, wenn ich die Wahlplakate der AfD zu sehen bekomme.
Dabei drücke ich leicht den blauen „Jörgi-Bär“, den ich seit dem Unfalltod Jörg „Prost!“ Haiders immer mit mir führe und der immer leicht nach Schnaps riecht.

Und nicht nur das. Auch die Reaktionen auf die Partei sind mir schon bekannt. Dieses hilflose „Das sind Nazis! Ganz böse Nazis! Mit denen spielt man nicht! Man übernimmt nur ihre Forderungen und wundert sich dann, warum sie immer mehr Stimmen kriegen“-Geschrei. Das kenn ich auch schon.

Und diese Diskussionen danach: Geht es um Inhalte? Geht es um Köpfe? Geht es um Emotionen?
Welchen Inhalt sollten wir jetzt emotional köpfen?
Kenn ich alles. Und scheine dabei der Einzige (oder einer der wenigen) in Deutschland zu sein.

Eine sehr seltsame Kombination. Du hast das Gefühl in einer Fernsehserie gefangen zu sein, wo Du jede Folge voraussagen  kannst, während alle anderen sich zu Dir neigen und sagen:
„Irres Drehbuch. Hätt’ste nicht gedacht, oder?“

Es ist so, als ob Du in Moskau Deine Stimme abgibst, nicht die Regierungspartei wählst, niemand kennst, der die Regierungspartei gewählt hat, und nach drei Wahltagen sind alle total überrascht darüber, dass die Regierungspartei einen großen Sieg errungen hat. Und nur Du denkst Dir:
„Äh… ja was habt Ihr denn geglaubt, dass rauskommt?“

Oder so:
Du leitest die Entwicklungsabteilung eines deutschen Autokonzerns und alle Deine Modelle, die platzsparend, abgasfrei, leise und vor allem elektrisch unterwegs sind, werden… nie gebaut.
Und zwar solange bis plötzlich dein Absatzmarkt, wo Millionen Menschen teilweise auf engstem Raum bei schlechter Luft zusammen wohnen, deinem Konzern weg brechen.
Und das gesamte Management samt Geschäftsführung fragt sich, warum die da drüben keine riesigen spritzfressenden, stinkenden, lauten Stadtpanzer kaufen wollen.
Und Du denkst Dir: „Naja, was habt Ihr denn geglaubt?“
Und das in Zeiten, in denen der Ölpreis steigt und steigt und steigt und steigt.

Deshalb sage ich: nicht schweigen beim Steigen.
Schließlich hat mir das ja meine Krankenkasse empfohlen: „Demenz darf kein Tabuthema sein.“

Weder historische Demenz. Noch politische Demenz. Oder gar wirtschaftliche Demenz.
Letztere ist besonders gefährlich, weil sie die einzige Demenz ist, die nicht Vergangenes (wie die historische) oder Gegenwärtiges (wie die politische) verschwinden lässt, sondern eine physikalisch durchdachte, ökonomisch durch gerechnete und ökologisch tragbare Vorstellung von der Zukunft aus den Gehirnen löscht.

Und ist diese Vorstellung von der Zukunft einmal weg, dann folgen der futuralen Demenz auch als bald Arbeitsplätze, Volksparteien, Wirtschaftsmodelle, Staatsformen.

Am Schluss bleibt einem nur noch ein kleiner, blauer Jörgi-Bär zum Streicheln. Egal wie der heißt. Ulrich. Herbert. Giorgia. Oder Alice.
Man verschwindet in einem Wunderland, wo alles gut ist, die Kaninchen auch während eines Waldbrands mit einem reden können und die Königin aus dem Kartenspiel schreit: „Köpfen!“
Du drückst das Kuscheltier fest an Dich und freust Dich, dass er immer noch nach Schnaps riecht.

Darum wählen dann Menschen folglich Abziehbilder, die auf einem Mofa mit Verbrennungsmotor unterwegs sind, Freunde haben, die möglicherweise aus Russland finanziert werden und deren Gedankenwelt von vorgestern stammt, und die gegenseitig ihre Verwandten anstellen. Logisch. Bei der Bevölkerungsdichte! Wen denn sonst? Was haben wir denn geglaubt?

Nichts?
Oder können wir uns nicht mehr daran erinnern?
Wie auch immer - schnell Hilfe holen.

Denn: Demenz darf kein Tabuthema sein!

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groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal. Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem
„Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Auf jeden Fall am
2. Oktober 2026 in Kneiting

Und - erstmals in meiner über 30jährigen Bühnenhistorie - in Innsbruck.
Am 4. Oktober im Treibhaus.

Da freu ich mich schon sehr.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

Das vorherige Programm (das auch sehr gut ist. Finde ich zumindest. Und ich bin da sehr objektiv mit mir) „ÜberHaltung“ war im ORF Sommerkabarett zu sehen. Und zwar nur in Österreich. Ich hoffe, Ihr habt es geschaut.

groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich
hier anhören.

Auch zu hören:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“.

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was das Gletschereis alles so beherbergt. Oder eben nicht mehr.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
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groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
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