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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 21. Januar 2026

Trumps kommerzieller UN-Club als parallele Deal-Veranstaltung

Palästinenser
AI, gemeinfrei
Die Idee eines von Donald Trump propagierten „Friedensrats für Gaza“, der perspektivisch als eine Art
zweiter UN-Rat fungieren könnte, jedoch ohne demokratische Wahl, sondern auf Grundlage finanzieller, politischer oder sicherheitspolitischer Beteiligung, stellt einen tiefen Bruch mit den Grundprinzipien der bestehenden internationalen Ordnung dar. Ein solches Gremium würde seine Autorität nicht aus völkerrechtlich legitimierten Verfahren oder der Gleichheit souveräner Staaten beziehen, sondern aus Macht, Kapital und Durchsetzungsfähigkeit. Damit würde Legitimation durch Mandat ersetzt durch Legitimation durch Ressourcen.

Das ist keine multilaterale Politik im klassischen Sinn, sondern eine Form globaler Patronage, in der Einfluss gekauft und politische Teilhabe substituiert wird.

Gerade im Kontext Gazas hätte ein solcher Rat eine deutlich neokoloniale Struktur. Die palästinensische Bevölkerung wäre nicht Träger politischer Souveränität, sondern Objekt internationaler Verwaltung. Entscheidungen über Sicherheit, Wiederaufbau, Infrastruktur, Ressourcen und politische Zukunft würden extern getroffen, vermutlich von einer Koalition aus westlichen Staaten, regionalen Mächten, Investoren und sicherheitspolitischen Akteuren. Selbstbestimmung würde durch Management ersetzt, politische Aushandlung durch technokratische Steuerung. 

Der Frieden erschiene nicht als Ergebnis eines politischen Prozesses, sondern als Verwaltungszustand.

Historisch erinnert dieses Modell an Mandatsverwaltungen oder Treuhandregime, die sich humanitär legitimierten, tatsächlich aber Herrschaft ohne Repräsentation ausübten.

Zugleich würde ein solcher Friedensrat die Vereinten Nationen nicht reformieren, sondern faktisch entwerten. Er würde signalisieren, dass multilaterale Institutionen dann umgangen werden, wenn sie zu langsam, zu konfliktreich oder zu normativ unbequem erscheinen. Die Schaffung einer parallelen Struktur würde einen gefährlichen Präzedenzfall setzen.

Wenn internationale Ordnung nicht mehr über allgemein akzeptierte Regeln, sondern über ad-hoc-Gremien der Mächtigen organisiert wird, verwandelt sich die regelbasierte Weltordnung in ein marktbasiertes Machtmanagement. Andere Konflikte – von der Ukraine über den Sudan bis hin zu Taiwan – könnten nach derselben Logik behandelt werden: Wer zahlt oder durchsetzt, entscheidet.

Diese Logik entspricht präzise Trumps außenpolitischem Weltbild. Politik erscheint darin als Deal, Frieden als Transaktion, Legitimität als Ergebnis, nicht als Prozess. Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Teilhabe sind in diesem Denken keine konstitutiven Voraussetzungen, sondern variable Größen, die je nach Zweckmäßigkeit berücksichtigt oder beiseitegeschoben werden. Frieden wird so zu einem Geschäftsmodell: Stabilität gegen Investitionen, Ruhe gegen Infrastruktur, Ordnung gegen politische Entmündigung. Transparenz, Rechenschaftspflicht und institutionelle Kontrolle spielen dabei eine untergeordnete Rolle.

Besonders problematisch ist die Wirkung eines solchen Modells auf universelle Normen. Menschenrechte würden funktionalisiert, Völkerrecht selektiv angewandt, politische Gewalt entpolitisiert. Fragen nach Kriegsverbrechen, Besatzung oder Verantwortung könnten als störend für den Wiederaufbau oder die Stabilisierung abgetan werden. Politische Partizipation würde nicht als Voraussetzung für Frieden gelten, sondern als potenzielle Gefährdung der Ordnung. Normen würden damit verhandelbar und abhängig von Macht und Kapital, nicht mehr von universeller Geltung.

Kurzfristig könnte ein solcher Friedensrat durchaus Effekte erzielen: Gewalt könnte reduziert, humanitäre Versorgung verbessert, eine gewisse Ordnung hergestellt werden. Langfristig jedoch würde ein Frieden ohne politische Repräsentation, ohne Gerechtigkeit und ohne Perspektive auf Souveränität entstehen. Die Geschichte zeigt, dass solcher „stabile Stillstand“ keine nachhaltige Lösung ist. Entpolitisierte Gesellschaften werden nicht befriedet, sondern angestaut. Wo Konflikte nicht gelöst, sondern verwaltet werden, entstehen neue Radikalisierungen.

In der Gesamtbewertung wäre ein nicht demokratisch legitimierter, faktisch eingekaufter Friedensrat für Gaza kein Beitrag zu einer besseren internationalen Ordnung, sondern ein Schritt in Richtung ihrer Aushöhlung. Er würde nicht Frieden durch Recht schaffen, sondern Ordnung durch Macht etablieren. Nicht multilaterale Verantwortung, sondern selektive Kontrolle. Damit wäre er weniger ein Instrument des Friedens als ein Symptom einer Welt, in der normative Bindungen zunehmend durch ökonomische und militärische Durchsetzung ersetzt werden.

HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM FEBRUAR 2026

v.l.n.r. Lisa, Erster SS-Mann (mit dem Rücken
zum Betrachter) sowie Marta und Vlasta
Bildnachweis: Barbara Aumüller


















Sonntag, 1. Februar 2026, um 18 Uhr im Opernhaus 
Zweite Wiederaufnahme 

DIE PASSAGIERIN 

Oper in zwei Akten von Mieczysław Weinberg 

In mehreren Sprachen mit deutschen und englischen Übertiteln 

Musikalische Leitung: Leo Hussain; Inszenierung: Anselm Weber
Mitwirkende: Katharina Magiera (Lisa), AJ Glueckert (Walter), Amanda Majeski (Marta), Mikołaj Trąbka (Tadeusz), Julia Stuart (Katja), Corinna Scheurle (Krystina), Zanda Švēde (Vlasta), Kelsey Lauritano (Hannah), Younji Yi (Yvette), Judita Nagyová (Bronka), Juanita Lascarro (Alte),     Aleksander Myrling (1. SS-Mann), Alfred Reiter (2. SS-Mann), Abraham Bretón (3. SS-Mann), Jarrett Porter (Steward), Morgan-Andrew King (Passagier), Barbara Zechmeister (Oberaufseherin), Annabelle Krukow (Kapo) 

Weitere Vorstellungen: 8. (18 Uhr), 13., 21. Februar 2026 
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr. 

Preise: € 16 bis 121 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr 

       

Die Oper Die Passagierin von Mieczysław Weinberg (1919-1996) gelangte erst 2010, also 42 Jahre  nach  ihrer  Vollendung,  bei  den  Bregenzer  Festspielen  zur  szenischen  Uraufführung. Weinberg,  den  eine  langjährige  Freundschaft  mit  dem  Komponisten  Dmitri  Schostakowitsch verband, litt unter der Gewalt der SS als auch danach unter dem stalinistischen Terrorregime. Das auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman der Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz (1923-2022) basierende Werk erlebte am 1. März 2015 seine Frankfurter Erstaufführung. 2016 wurde die Produktion von Regisseur Anselm Weber auch bei den Wiener Festwochen und im Jahr darauf an der Semperoper Dresden gezeigt. Nun kehrt die Inszenierung aus der Spielzeit 2014/15 zum zweiten Mal nach Frankfurt zurück. Der Widerhall bei Publikum und Presse rund um die Premiere war gewaltig. So konnte man im Opernmagazin Orpheus lesen: „Anselm Weber ist das  gelungen,  was  man  einen  großen  Wurf  nennt.  Eine  naturalistische  Weltinnenschau  von packender Dramatik und feinfühliger Personenführung. Ein Glücksfall für die Oper Frankfurt.“  

Ein Schiff auf dem Weg nach Brasilien, Ende der 1950-er Jahre; Lisa und ihr Mann Walter sind auf dem Weg in eine neue Zukunft, als eine Begegnung Lisas Vergangenheit als KZ-Aufseherin  in  Auschwitz  heraufbeschwört.  Sie  meint  in  einer  mitreisenden  Passagierin  die ehemalige Gefangene Marta zu erkennen, von deren Tod sie überzeugt war und die ihr nun gegenüber zu stehen scheint. Walter, der nichts vom Vorleben seiner Frau wusste, ist entsetzt und sieht seinen Ruf als Botschafter in Gefahr. Die Vergangenheit bricht über Lisa herein und zwingt sie, sich in Form von Rückblenden zu erinnern und sich dem Erlebten zu stellen. 

Musikalisch geleitet wird die zweite Wiederaufnahme von Leo Hussain, der auch die Premierenserie im Jahr  2015 dirigierte.  Der  Brite,  der  bereits  mit  zahlreichen  internationalen  Orchestern  große  Erfolge verzeichnete, war in dieser Spielzeit auch für die Premierenserie von Mitridate, re di Ponto musikalisch verantwortlich. Die Hauptpartie der Lisa singt Katharina Magiera, seit 2009/10 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo sie zuletzt u. a. als Auntie (Peter Grimes) zu erleben war. In dieser Spielzeit singt sie auch die Partie Disinganno in einer Neuproduktion von Händels Der Triumph von Zeit und Erkenntnis. AJ Glueckert, dem Haus ebenfalls seit mehreren Spielzeiten verbunden, übernimmt die Partie des Walter. Die amerikanische Sopranistin Amanda Majeski ist als Marta zu hören; sie gastierte bereits an namhaften  Opernhäusern  wie  der  Metropolitan  Opera  in  New  York  und  am  Teatro  Real  Madrid. Mikołaj Trąbka, Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, gestaltet die Partie des Tadeusz. Weitere Rollen sind  mit  Julia Stuart  (Katja),  Corinna Scheurle  (Krystina),  Zanda Švēde  (Vlasta),  Kelsey Lauritano (Hannah), Younji Yi (Yvette), Judita Nagyová (Bronka), Juanita Lascarro (Alte), Aleksander Myrling (1. SS-Mann), Alfred Reiter (2. SS-Mann), Abraham Bretón (3. SS-Mann), Jarrett Porter (Steward), Morgan-Andrew King (Passagier) und Barbara Zechmeister (Oberaufseherin) besetzt. 

  


Cio-Cio-San, genannt Butterfly,
sowie Das Kind
Bildnachweis: Barbara Aumüller





Freitag, 6. Februar 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Zweite Wiederaufnahme 

MADAMA BUTTERFLY
Japanische Tragödie in zwei Akten von Giacomo Puccini 

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln 

Musikalische Leitung: Lorenzo Passerini; Inszenierung: R.B. Schlather
Mitwirkende: Anna Princeva (Cio-Cio-San), Gerard Schneider / Kudaibergen Abildin (Leutnant B. F. Pinkerton), Domen Križaj (Konsul Sharpless), Kelsey Lauritano / Karolina Makuła (Suzuki), Peter Marsh (Goro), Ruby Dibble (Kate Pinkerton), Taehan Kim (Fürst Yamadori), Kihwan Sim (Onkel Bonzo), Jonas Müller (Der kaiserliche Kommissar) u.a. 

Weitere Vorstellungen: 14. (18 Uhr), 22. Februar (18 Uhr); 8. (18 Uhr), 14., 20. März 2026 
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 121 zzgl. 12,5% Vorverkaufsgebühr 

Nach  der  Uraufführung  seiner  Tosca  1900  in  Rom  machte  Giacomo  Puccini  (1858-1924) anlässlich  eines  Aufenthalts  in  London  die  Bekanntschaft  mit  David  Belascos  Erfolgsstück  Madame Butterfly. Obwohl er der englischen Sprache nicht mächtig war, zeigte sich Puccini von dieser „japanischen Tragödie“ ergriffen, und der Stoff für seine nächste Oper war damit gefunden. Ein weiterer Grund für Puccinis Interesse mag auch die Vorliebe des damaligen Publikums für exotische Sujets gewesen sein. Seine bewährten Librettisten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica richteten  ihm  den  Text  ein,  den  er  in  seinem  gewohnt  melodienreichen  Stil  vertonte.  Dabei verwendete  er  aber  auch  wenige  Phrasen  japanischer  Originalklänge,  u.a.  etwa  aus  der japanischen  Nationalhymne.  Am  17.  Februar  1904  kam  es  an  der  Mailänder  Scala  zur Uraufführung des Werks, die jedoch auf große Ablehnung stieß. Erst im Laufe von insgesamt drei weiteren Fassungen (1904, 1905 und 1906) erhielt Madama Butterfly jene Form, welche sie zu einer der bekanntesten Opern weltweit machte.  

Der  amerikanische  Marineleutnant  Pinkerton  verliebt  sich  während  seiner  Stationierung  in  Japan  in  die  junge  Cio-Cio-San,  genannt  Butterfly.  Im  Wissen,  nach  seiner Rückkehr eine amerikanische Frau zu heiraten, geht er trotzdem mit der jungen Japanerin die Ehe ein. Die Warnungen seines Freundes Konsul Sharpless, Butterfly nehme sein Versprechen ernst, schlägt er in den Wind. Drei Jahre später ist Pinkerton in die USA zurückgekehrt, und Butterfly  –  inzwischen  Mutter  eines  Sohnes  –  wartet  sehnsüchtig  auf  seine  Rückkehr.  Als Pinkertons Schiff endlich im Hafen von Nagasaki einläuft, sieht sich die junge Frau am Ziel ihrer Träume. Nachdem sie jedoch erfährt, dass der Geliebte lediglich gekommen ist, um das Kind abzuholen, begeht sie Selbstmord. 

Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme hat Lorenzo Passerini inne, der seit September 2024  auch  Chefdirigent  der  Jyväskylä  Sinfonia  in  Finnland  ist.  Der  italienische  Musiker war zuletzt  an  Häusern  wie  der  Wiener  Staatsoper  sowie  der  Deutschen  Oper  Berlin  tätig. Die Titelpartie der Cio‑Cio‑San gestaltet die Sopranistin Anna Princeva, sie debütiert an der Oper Frankfurt.  Die  Partie der  Cio-Cio-San interpretierte sie in dieser Spielzeit bereits in Stuttgart. Weitere Engagements führten sie an die Deutsche Oper am Rhein, die Staatsoper Hamburg, das Royal Opera House in London sowie an die Sydney Opera. Gerard Schneider debütiert als Leutnant B. F. Pinkerton;  der  österreichisch-australische  Tenor  ist  seit  der  Spielzeit 2018/19 Ensemblemitglied  der  Oper  Frankfurt.  In  der  aktuellen  Spielzeit  debütiert  er  auch  als Macduff (Macbeth) und  als  Mann  mit  Esel (Die  Kluge).  In  den  März-Vorstellungen  gestaltet Kudaibergen Adilbin, ebenfalls  Mitglied  des  Ensembles,  die  Partie  des  Leutnants.  Auch in weiteren Partien sind Ensemblemitglieder der Oper Frankfurt besetzt: Der slowenische Bariton Domen Križaj interpretiert Konsul Sharpless, Kelsey Lauritano und Karolina Makuła (in den März-Vorstellungen) sind als Suzuki zu erleben. Peter Marsh (Goro), Taehan Kim (Fürst Yamadori) und  Kihwan  Sim  vervollständigen,  neben  den  Opernstudio-Mitgliedern  Ruby  Dibble (Kate Pinkerton)  und  Jonas Müller  (Kaiserlicher Kommissar)  die  Besetzung  der  zweiten Frankfurter Wiederaufnahme. 

              

Patrick Grahl (Tenor)
Bildnachweis: Guido Werner


Dienstag, 24. Februar 2026,
um 19.30 Uhr im Opernhaus


Liederabend 

PATRICK GRAHL, Tenor
KLARA HORNIG, Klavier  

Lieder von Hanns Eisler, Johannes Weyrauch, Wilhelm Weismann  

Preise: € 16 bis 109 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)               

Patrick  Grahl  hat  sich  mit  einer  vorzüglichen  Diktion  und  einer  eleganten  Stimmführung  als international gefragter Oratorien- und Konzertsänger einen Namen gemacht. Seit dem Gewinn des  1. Preises  beim  Internationalen  Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb 2016  ist  Patrick Grahl international  gefragt  –  seine  Engagements  reichen  von  der  Wiener  Staatsoper  und  dem Teatro La Fenice in Venedig bis zur Opéra National de Lyon und weiteren Orten wie Helsinki oder Budapest. Regelmäßig arbeitet der Tenor mit Klangkörpern wie dem  Leipziger Gewandhausorchester, der NDR Radiophilharmonie, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia sowie dem London Symphony Orchestra zusammen. Dabei musiziert er mit Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Sir Simon Rattle oder Philippe Herreweghe. Der in Leipzig geborene Künstler, einst Mitglied des renommierten Thomanerchores, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik  und  Theater  „Felix Mendelssohn Bartholdy“  bei  Berthold Schmid,  die  er  mit  dem Meisterklassenexamen  mit  Auszeichnung  abschloss.  Einen  besonderen  Platz  in  seinem künstlerischen Schaffen nimmt der Liedgesang ein. Gemeinsam mit der Pianistin Klara Hornig präsentiert Grahl in Frankfurt Werke von Komponisten wie Wilhelm Weismann, Hanns Eisler und Johannes  Weyrauch.  Echte  Raritäten,  denen  das  Duo  bereits  auf  seiner  vielgelobten Aufnahme Das ferne Lied neues Leben eingehaucht hat. 


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online  unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 - 212 49 49 4 erhältlich. 
 


Mittwoch, 14. Januar 2026

250 Jahre USA: Amerikaner in Frankreich im WW I

D-AV7, AI, gemeinfrei
US-M1917, AI, gemeinfrei

Krieg vor über 100 Jahren in Europa, ein extremes Massensterben von Soldaten aller Nationen. Die ersten Panzer waren unterwegs, der deutsche AV7 ein 30-Tonnen-Monster, die amerikanischen nur 6 Tonnen und schwächer bewaffnet, auf einem Renault-Chasis, um die Unterstützung der US-Soldaten schneller herzustellen. Ambulanzpanzer kamen erst gegen Mitte/Ende des Kriegs, bis dahin und bis zum Schluss wurden LKW mit offenem Führerstand, sogar noch Pferdefuhrwerke eingesetzt.  

US-Ambulance mit Sanitäter

Das Jahrbuch der University of Nebraska, „The Cornhusker“, war 1918 den „Nebraskanern – Studenten, Absolventen, Fakultätsangehörigen – hier und dort“ gewidmet, die im Ersten Weltkrieg dienten. Es enthielt eine Reihe von „Camp Sketches“ (Skizzen aus dem Lager), bestehend aus Briefen und Berichten von Soldaten, die mit der Universität in Verbindung standen. Sgt. John Leslie Putt aus Omaha, der mit den American Expeditionary Forces 1917/1918 in Frankreich als Sanitäter stationiert war, beschrieb einen Besuch in Paris während der Neujahrsfeiertage:

„Als ich am Pariser Bahnhof ankam, packte mich ein US-Marine und verlangte meinen Pass. Dann ging ich auf die Straße, um mir wie angewiesen ein Taxi zu nehmen, aber zu dieser Nachtstunde gab es in der Umgebung keine Taxis und auch keine U-Bahnen oder Straßenbahnen.” Ein Polizist empfahl ihm das YMCA-Hotel, das etwa acht Blocks entfernt lag. Als sich herausstellte, dass es geschlossen war, kehrte Putt zum Bahnhof zurück „und saß bis 5 Uhr in der Kälte herum. Ich fühlte mich wie der einzige Amerikaner in Frankreich. Um 5:30 Uhr kehrte ich zum Hotel zurück, nahm mir ein Zimmer (vier Francs pro Tag) und schlief ein paar Stunden.“ Bald traf Putt zwei Soldaten aus Nebraska, Frank S. Proudfit und Charles L. Whedon, beide aus Lincoln, und die Gruppe ging ins Casino de Paris, „um wieder eine gute Show zu sehen. Es war ein wunderbares Orchester, und etwa die Hälfte der Show war auf Englisch, mit einem wunderbaren Chor und Tanz, mit einer echten amerikanischen Jazzband.“

Putt versuchte, Souvenirs zu kaufen, und „kaufte ein paar Schuhe (50 Francs) und Handschuhe (32 Francs) und schaute mir den Rest der Zeit die Schaufenster an. Hier gibt es nichts, was man nicht auch zu Hause kaufen kann, und zwar billiger, also werde ich nicht versuchen, etwas nach Hause zu schicken. Ich werde ein paar Souvenirs mitbringen, wenn ich zurückkomme. Paris hat wunderschöne Gebäude aller Art, Statuen, Parks usw., aber Omaha würde mir auch ganz gut gefallen.“ Putt war von Silvester in Paris enttäuscht: „Es war nicht wie zu Hause – keine Trillerpfeifen, Glocken oder sonst etwas.“ Aber das Abendessen am nächsten Tag mit Proudfit und Whedon „in einem noblen Restaurant“ war unvergesslich. „Es hat viel Geld gekostet, aber es war es wert (83 Francs für uns drei): ein wunderbares Omelett, gegrilltes Hähnchen, Pommes frites, Eis, Kuchen usw.“ Putt verließ Paris am nächsten Tag. 
  



Montag, 12. Januar 2026

Will Deutschland in einer langen Flaute verharren? Wir werden zu Eis so wie Grönland!

AI, gemeinfrei
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnt vor einer anhaltenden wirtschaftlichen Flaute in Deutschland, falls keine tiefgreifenden Reformen umgesetzt werden. Er betont die Notwendigkeit von mehr Engagement seitens Politik und Bevölkerung, um eine strukturelle Stagnation und deren negative Folgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität abzuwenden.



A   Was muss im Arbeitsleben passieren, damit es aufwärts geht?

Das ist eine dieser Fragen, die viele Menschen spüren, aber selten klar aussprechen. „Damit es aufwärts geht“ – das meint nicht nur mehr Geld, sondern bessere Bedingungen, mehr Sinn, mehr Stabilität. Und genau dort liegt der Kern: Es braucht Veränderungen auf drei Ebenen, die ineinandergreifen müssen.

1. Strukturen, die Menschen nicht bremsen, sondern befähigen

Weniger Bürokratie, mehr Handlungsspielraum. Viele Jobs ersticken an Formularen, Prozessen und Abstimmungsschleifen.
Klare Prioritäten statt Dauerfeuer. Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig.
Digitale Werkzeuge, die wirklich helfen. Nicht mehr Tools, sondern bessere Tools.

2. Eine Arbeitskultur, die Leistung ermöglicht statt erschwert

Respektvolle Führung, die Orientierung gibt statt Druck zu erzeugen.
Fehlerfreundlichkeit, damit Innovation überhaupt möglich wird.
Transparente Kommunikation, damit Menschen wissen, woran sie sind.
Realistische Arbeitslast, denn Überlastung ist kein Zeichen von Stärke, sondern von schlechtem Management.

3. Individuelle Entwicklung, die nicht dem Zufall überlassen wird

Weiterbildung als Normalfall, nicht als Ausnahme.
Karrierewege, die sichtbar und erreichbar sind.
Faire Bezahlung, die Leistung anerkennt und Lebensrealitäten berücksichtigt.
Zeit für Fokusarbeit, damit Qualität entsteht.

AI, gemeinfrei
Warum das alles zusammengehört

Ein einzelner Faktor reicht nie. 
Gute Bezahlung ohne gute Kultur bringt Burnout. 
Gute Kultur ohne klare Strukturen bringt Chaos. 
Strukturen ohne gute Bezahlung und Entwicklungsmöglichkeiten bringen Stillstand, und noch einmal Stillstand! 
Aufwärts geht es erst, wenn Menschen, Prozesse und Perspektiven gleichzeitig verbessert werden.






B   Was muss im Privatleben passieren, damit es aufwärts geht?

1. Die persönliche Ebene – Haltung, Wissen, Integrität

Informiert bleiben, kritisch prüfen, Quellen vergleichen.
Widerspruch wagen, wenn Unwahrheiten, Hass oder Geschichtsverzerrung verbreitet werden.
Eigene Werte leben – im Alltag, im Beruf, im Umgang mit anderen.
Empathie zeigen, besonders gegenüber Menschen, die weniger gehört werden.

2. Die soziale Ebene – Wirkung im direkten Umfeld

Gespräche führen, auch schwierige. Viele Meinungen entstehen aus Unwissen, nicht aus Böswilligkeit.
Vorbild sein: Kinder, Kollegen, Freunde orientieren sich an dem, was sie sehen.
Solidarität zeigen: Unterstützung für Betroffene von Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt.
Netzwerke stärken: Vereine, Initiativen, Nachbarschaften – dort entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt.

3. Die gesellschaftliche Ebene – demokratische Teilhabe

Wählen gehen und andere motivieren, es ebenfalls zu tun.
Sich engagieren: Bürgerinitiativen, NGOs, lokale Projekte.
Politische Entscheidungen hinterfragen und Abgeordnete direkt kontaktieren – sie reagieren stärker auf Bürgerstimmen, als viele glauben.
Kulturelles Gedächtnis bewahren: Geschichte erzählen, erinnern, weitergeben.

Deutschland hilft Syrien nach einem langen Krieg humanitär. Es unterstützt dabei eine islamismusnahe Regierung, was viele verstört

Souk Al-Hamidiyah,
Basar in Damaskus,
AI, gemeinfrei
Deutschland hilft weiterhin im Syrienkonflikt, vor allem diplomatisch, mit humanitärer Hilfe und mit Mitteln für den Wiederaufbau und die Stabilisierung der Gesellschaft. Ein militärisches Engagement spielt aktuell praktisch keine Rolle, stattdessen steht Unterstützung über die UN, NGOs und politische Prozesse im Vordergrund. 

Diplomatische Rolle

Die Bundesregierung unterstützt einen politischen Übergangsprozess nach dem Sturz des Assad-Regimes und betont die Einheit, territoriale Integrität und Souveränität Syriens. Vertreter Deutschlands nehmen an internationalen Formaten (z.B. arabische Kontaktgruppe, UN‑Rahmen) teil und sprechen mit der Übergangsführung sowie mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, um einen inklusiven Dialog und eine Friedensordnung zu fördern. bundesregierung

Humanitäre Hilfe

2024 stellte das Auswärtige Amt über 200 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in und um Syrien bereit, etwa für Lebensmittel, Unterkünfte, medizinische Versorgung und Schutzprojekte über UN-Organisationen und Hilfswerke. auswaertiges-amt Zusätzlich wurden kurzfristig weitere Millionenbeträge mobilisiert, um akute Notlagen nach dem Machtwechsel und die Versorgung der Bevölkerung mit dem Nötigsten zu verbessern. deutschland

Entwicklungszusammenarbeit und Wiederaufbau

Das Entwicklungsministerium (BMZ) finanziert längerfristige Projekte zu Wasser- und Energieversorgung, Bildung, Gesundheit und kommunaler Infrastruktur; allein 2024 flossen über 120 Millionen Euro in solche Vorhaben. Diese Programme werden bewusst über UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen umgesetzt, um lokale Strukturen zu stärken, ohne Konfliktparteien direkt zu legitimieren. bmz

Sicherheit und Chemiewaffen

Deutschland unterstützt internationale Bemühungen zur Sicherung und Vernichtung verbliebener Chemiewaffenbestände des früheren Regimes über die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW). ​ Ziel ist es, den Einsatz von Chemiewaffen dauerhaft zu verhindern und so die regionale und internationale Sicherheit zu erhöhen. deutschland

Unterstützung für syrische Geflüchtete

In Deutschland leben weiterhin Hunderttausende syrische Schutzsuchende; ein Teil der Politik zielt darauf, deren Integration (z.B. durch Sprachkurse, Bildung, Arbeitsmarktprogramme) zu fördern. Parallel wird über migrationspolitische Maßnahmen diskutiert, etwa zur zukünftigen Aufnahme und möglichen Rückkehrperspektiven in bestimmte Regionen Syriens, was im Bundestag kontrovers verhandelt wird. bundestag

Auch Hilfe aus der EU für die Übergangsregierung unter Ahmed al‑Shaara

Die EU kündigte für 2026 und 2027 rund 620 Mio. Euro für Wiederaufbau, humanitäre Hilfe und institutionelle Stabilisierung in Syrien an. Die Gelder sollen laut EU‑Kommission:
den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur unterstützen,
humanitäre Versorgung sichern,
syrischen Flüchtlingen eine Rückkehrperspektive geben,
eine neue politische Partnerschaft mit der syrischen Übergangsregierung fördern.
Geld ist auch für internationale Partner wie UNHCR und Nachbarstaaten eingeplant, die syrische Flüchtlinge aufnehmen. europäische kommission

Sonntag, 11. Januar 2026

Oper Frankfurt am Main: Liederabend mit Nikola Hillebrand

Nikola Hillebrand
Bildnachweis: Miina Jung
STATT CORINNE WINTERS  
BESTREITET DIE DEUTSCHE SOPRANISTIN
NIKOLA HILLEBRAND

DEN DRITTEN LIEDERABEND DER SPIELZEIT 2025/26 AN DER OPER FRANKFURT 

Der dritte Liederabend der Spielzeit 2025/26 wird anstatt von Corinne Winters bestritten von der deutschen Sopranistin Nikola Hillebrand am 

Dienstag, dem 13. Januar 2026, um 19.30 Uhr im Opernhaus. 

Aufgrund von Terminüberschneidungen ist es Corinne Winters leider nicht möglich, den Abend wahrzunehmen. 

Nikola Hillebrand wuchs bei München auf. Schon früh wurde ihr musikalisches und künstlerisches Talent sicht- und spürbar. Ballett, Querflöte, Chorgesang und Musizieren im Schulorchester prägten ihre musikalische Kindheit. Heute hat sie sich als eine der begehrtesten und vielseitigsten SängerInnen ihrer Generation etabliert und ist sowohl im Koloratur- als auch lyrischen Fach und gleichermaßen in der Oper, im Konzert sowie als Liedinterpretin international gefragt. Ihr Repertoire reicht von Adele (Strauß‘ Die Fledermaus) bis zu Cunegonde (Bernsteins Candide). Konstanze (Mozarts Die Entführung aus dem Serail) und Musette in Puccinis La Bohème führte sie an die Dresdner Semperoper und Gretel (Humperdincks Hänsel und Gretel) an die Münchner Staatsoper. Regelmäßig singt sie Susanna (Mozarts Le nozze di Figaro) und Zdenka (Strauss‘ Arabella). Zu ihren Plänen gehören Sophie (Strauss‘ Der Rosenkavalier) in Berlin und Wien. Sie ist auf der Opernbühne ebenso zuhause wie auf dem Konzertpodium; so sang sie kürzlich in der Londoner Wigmore Hall ein Schubert-Programm mit Malcolm Martineau am Flügel. Für ihre leuchtende Stimme, ihr schauspielerisches Können und ihre außergewöhnliche Bühnenpräsenz wird sie regelmäßig von der Fachpresse gefeiert. Über ihre Darstellung der Susanna bei einer Aufführung in der Elbphilharmonie im März 25 schreibt das Hamburger Abendblatt: „Nikola Hillebrand singt eine Susanna zum Verlieben, mit unwiderstehlich ausdrucksstarkem Sopran.“ 

Begleitet von Simon Lepper am Klavier präsentiert Nikola Hillebrand anlässlich ihres ersten Frankfurter Liederabends Werke von Franz Schubert. 

Karten zum Preis von € 16 bis 109 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich. 


Weitere Liederabende in dieser Saison: 

Patrick Grahl, Tenor     24. Februar 2026
Alice Coote, Mezzosopran     10. März 2026
Joseph Calleja, Tenor     07. April 2026
Simon Bailey, Bassbariton     05. Mai 2026
Dagmar Manzel, Gesang     02. Juni 2026  

Samstag, 10. Januar 2026

Wird Trump Grönland so einfach übernehmen? Kooperation wäre auch möglich

AI, gemeinfrei
Trump kann Grönland völkerrechtlich nicht „einfach so“ übernehmen, weil die Insel Teil des Königreichs Dänemark ist und die Menschen in Grönland ein Recht auf Selbstbestimmung haben. Die Drohung mit Gewalt würde zudem gegen das Gewaltverbot der UN‑Charta verstoßen und die NATO in eine schwere Krise stürzen. cnbc

Wie ist der Stand?

Trump hat erneut erklärt, die USA müssten die Kontrolle über Grönland bekommen, notfalls „auf die harte Tour“, und lässt Szenarien von Kauf bis hin zu militärischem Vorgehen prüfen. 

Dänemark und die Regierung Grönlands haben klar gemacht, dass die Insel nicht zum Verkauf steht und jede gewaltsame Annexion kategorisch abgelehnt wird. 

Warum ist das nicht „einfach“?

Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb Dänemarks; völkerrechtlich liegt die Souveränität bei Dänemark, und ein Statuswechsel wäre nur mit Zustimmung Grönlands und Dänemarks möglich. 
Die UN‑Charta verpflichtet Staaten, auf Drohung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit anderer Staaten zu verzichten; eine erzwungene Übernahme wäre daher klar rechtswidrig. iowauna

Reaktion Europas

Europäische Staaten stellen sich demonstrativ hinter Dänemark und betonen, dass allein Dänemark und Grönland über das Gebiet entscheiden dürfen. nytimes
Innerhalb Europas wird diskutiert, wie man auf mögliche US‑Schritte reagieren könnte, etwa durch verstärkte NATO‑Präsenz im Nordatlantik oder verhandelte Zugangsrechte zu Ressourcen statt eines Gebietswechsels. aljazeera

Reaktion Russlands

Offizielle russische Stellen halten sich auffallend zurück und vermeiden scharfe öffentliche Kritik. cnbc
Analysten verweisen darauf, dass ein Bruch zwischen USA und europäischen Verbündeten Russland politisch in die Karten spielen würde, weil er die NATO schwächt und sein eigenes Vorgehen gegenüber Nachbarstaaten indirekt legitimiert. aljazeera

Reaktion Chinas

China weist Trumps Argument zurück, man müsse Grönland vor Russland und China schützen, und spricht von einer Instrumentalisierung eines angeblichen „China‑Risikos“.dw
Peking kritisiert den US‑Anspruch auf Kontrolle über Grönland als Ausdruck einer machtpolitischen Agenda, verfolgt aber gleichzeitig eigene wirtschaftliche und polare Interessen im arktischen Raum. chathamhouse

Wäre Grönland nicht eine gemeinsame Verwaltung und Verteidigung durch die EU und USA wert?


Eine formelle gemeinsame Verwaltung Grönlands durch EU und USA wäre politisch und rechtlich wahrscheinlich extrem schwierig, aber eine engere gemeinsame Verteidigungs‑ und Sicherheitskooperation im Nordatlantik ist realistisch und wird bereits diskutiert. Für Grönland selbst ist entscheidend, dass jede Lösung seine Autonomie und das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung respektiert. 

Rechtlicher und politischer Rahmen

  • Grönland gehört zum Königreich Dänemark und hat weitgehende innere Autonomie; die Souveränität liegt bei Dänemark, sodass jede „Mit‑Verwaltung“ nur mit Zustimmung Kopenhagens und Nuuks denkbar wäre.

  • Eine gemeinsame Hoheitsgewalt von EU und USA wäre völkerrechtlich Neuland und würde vermutlich Verfassungsänderungen in Dänemark sowie komplexe Verträge mit EU, USA und Grönland erfordern.

Gemeinsame Verteidigung statt Mit‑Verwaltung

  • Schon heute ist der Schutz Grönlands in die NATO eingebettet; US‑Basen (z.B. Thule) und dänische Kräfte sichern das Gebiet, während europäische Staaten verstärkt über eine größere Rolle im Nordatlantik nachdenken.

  • Wahrscheinlicher als eine gemeinsame Verwaltung ist eine vertiefte militärische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit (gemeinsame Übungen, Radar‑ und U‑Boot‑Überwachung, abgestimmte Arktis‑Strategien), bei der Grönland politisch Teil Dänemarks bleibt.

Chancen und Risiken einer EU‑USA‑Lösung

  • Chancen wären etwa: Abschreckung gegen Russland, klarere Regeln für Rohstoff‑ und Schifffahrtsnutzung, gemeinsame Investitionen in Infrastruktur und Klima‑Forschung in der Arktis.

  • Risiken: Grönland könnte sich zwischen Großmächten „eingeklemmt“ fühlen; zudem könnten Russland und China eine formalisierte EU‑USA‑Kontrolle als Konfrontationssignal werten und mit Gegenmaßnahmen im Arktisraum reagieren.

Rolle Grönlands und Dänemarks

  • Grönländische Politiker betonen, dass jede Zukunftsoption – mehr Eigenstaatlichkeit, engere Bindung an USA oder EU‑Kooperation – vom Willen der Bevölkerung abhängen muss.

  • Dänemark versucht, einerseits die eigenen und europäischen Interessen zu schützen, andererseits aber auch US‑Sicherheitsbedenken ernst zu nehmen, ohne in ein Nullsummenspiel um Territorium einzutreten.


Europäische Taschendiebe weiterhin aktiv - beliebtes Tätigkeitsfeld für Geschickte aus prekärem Milieu NEU: Schweiz auf dem Pickpocketing Index 2024

AI, gemeinfrei
Die Schweiz zählt ab sofort für die britische Regierung zu den Ländern, die ein Maß an Sicherheitsrisiken zeigt, dass den Engländern bereits zu hoch ist. Großbritannien hat eine dringende Reisehinweismeldung herausgegeben, die neben Ländern wie Italien, Kroatien, Portugal, Deutschland, Estland und Finnland nun auch die Schweiz betrifft. Hintergrund sind steigende Sicherheitsrisiken, etwa durch Terrorismus, eine Zunahme von Kleinkriminalität sowie verschärfte Identifikations- und Einreisebestimmungen. 

Verfügbare, aktuell recherchierbare Zahlen zu Diebstählen und Kleinkriminalität in touristischen Hotspots für Schweiz, Italien, Kroatien, Portugal und Deutschland liefert der European Pickpocketing Index 2024 von Quotezone sowie ergänzende Kriminalitätsstatistiken aus Europa.

Die Datenlage zu touristenspezifischen Diebstählen ist in Europa generell lückenhaft, aber der Pickpocketing‑Index liefert einen vergleichbaren Maßstab: Er misst die Anzahl der Pickpocketing/ Taschendiebstahl-Erwähnungen pro 1 Mio. Besucher an Top‑Sehenswürdigkeiten. Das sind sozusagen nur die erwischten Diebe.

Italien führt die Rangliste an

Diebstähle in Europas Ferienparadiesen: Neue Zahlen zeigen deutliche Unterschiede mit großem Abstand an. Laut dem Pickpocketing‑Index werden an Sehenswürdigkeiten wie dem Kolosseum, dem Trevi‑Brunnen oder dem Mailänder Dom 478 Diebstähle pro einer Million Besucher erwähnt – der höchste Wert in Europa. In Mailand beträgt das Risiko, Opfer von Taschendiebstählen zu werden, durchschnittlich 1 zu 162 Touristen. Jährlich werden mehr als 21.500 Fälle von Taschendiebstählen gemeldet.

Rom gilt seit Jahren noch als „Hauptstadt der Taschendiebe“, doch auch Venedig, Florenz und Mailand melden steigende Fallzahlen. Die Polizei verweist auf überfüllte Gassen, Massentourismus und gut organisierte Banden.

Deutschland: Mittelfeld mit Schwerpunkt Berlin

Deutschland liegt mit 111 Diebstahlmeldungen pro einer Million Besucher im europäischen Mittelfeld. Besonders betroffen ist Berlin, wo das Brandenburger Tor und der Alexanderplatz als Brennpunkte gelten.

Die Behörden registrieren seit der Pandemie eine Zunahme von Kleinkriminalität, die sie auf wachsende Besucherströme und eine höhere Mobilität internationaler Tätergruppen zurückführen.

England: Auch dort wird gestohlen

Großbritannien meldet für London etwa jeden 367. Tourist als Opfer von Dieben. Besonders gefährdete Gegenden sind Westminster und der Camden Markt. In Edinburgh wird rund jeder 450. Tourist Opfer von Diebstählen.

Schweiz: Sicher, aber nicht sorgenfrei

Die Schweiz taucht in europäischen Risikorankings kaum auf – ein Hinweis auf vergleichsweise geringe Diebstahlraten an touristischen Orten. 

Zürich, Luzern und Genf melden zwar saisonale Anstiege, doch im internationalen Vergleich bleibt das Niveau niedrig. Die Schweizer Polizei führt dies auf hohe Präsenz, strenge Gesetze und gut organisierte Sicherheitskonzepte zurück.

Portugal: Beliebt und weniger betroffen

Portugal gehört zu den Gewinnern des europäischen Tourismusbooms, ohne dass die Diebstahlzahlen explodieren.

Lissabon und Porto verzeichnen zwar Taschendiebstähle in Straßenbahnen und Altstädten, doch im europäischen Vergleich bleibt das Risiko unterdurchschnittlich. Die Behörden warnen jedoch vor zunehmenden Fällen in Strandregionen während der Hochsaison.

Kroatien: Saisonale Spitzen, aber kein Hochrisikoland

Kroatien, besonders Dubrovnik und Split, erlebt im Sommer einen starken Zustrom internationaler Gäste.

Die Polizei meldet saisonale Anstiege von Kleinkriminalität, doch das Land erscheint in europäischen Risikostudien nicht unter den Hotspots. Die meisten Fälle betreffen klassische Taschendiebstähle in überfüllten Altstädten oder an Stränden.

Samstag, 3. Januar 2026

Kreativ ins neue Jahr mit Nicole Johänntgen




                                                                                    Photo by Daniel Bernet


Am Freitag, 2. Januar, spielte Nicole Johänntgen Solo um 15 Uhr in der Wasserkirche in Zürich. Vorab spielte Florian Haupt am Saxophon ein Konzert am gleichen Ort. Am 3. Januar geht es weiter mit einem Solo-Konzert in der Pfarrkirche in Stans um 11:30 Uhr bis ca. 11:50 Uhr.

Danach Auftritte mit der Robin-Band an folgenden Daten:

  • 09.01. Bern, Mahogany
  • 10.01. Karlsruhe, Jazzclub (Eintritt nur als Mitglied)
  • 11.01. Kusel, Horst-Eckel-Haus

„Musik wie ein behagliches Tuch“ , Bieler Tagblatt zum Solo III Album/Tobias Graden.

Hier könnt ihr in Nicoles neues Solo-Werk  reinhören oder es auch gleich kaufen als LP oder als CD: Website.

Braucht ihr noch ein Geschenk an euch selbst für das neue Jahr? Ihr Jahreskalender 2026 zum Aufhängen 5 Euro/5 CHF, 14,8 x 14,8 cm. Monatliche Übungen zum Selbstlösen.

Vor allem Gesundheit und viel Herzwärme wünscht Nicole Johänntgen, und natürlich viel Live-Musik! Vielleicht will ja jemand ein neues Instrument lernen? Meldet euch! 


On tour
02.01. Zürich, Wasserkirche
03.01. Stans, Pfarrkirche
09.01. Bern, Mahogany
10.01. Karlsruhe, Jazzclub
11.01. Kusel, Horst Eckel Haus
14.01. Solothurn, Alte Spitalkirche
15.01. Bregenz, Seekapelle
17.01. Baden, Royal Baden
28.01. Winterthur, Peter Kirche


Der Austritt Chaim Nolls aus dem Autorenkreis der Bundesrepublik - Warum?

Chaim Noll, AI
(---->Mehr über den Autorenkreis?
Nach unten scrollen im Blog.)

Noll verließ den Autorenkreis der Bundesrepublik, weil er wahrgenommene deutschnationale
Tendenzen
in der Gruppierung ablehnte.

„Chaim Noll, ehemaliges Mitglied des Autorenkreises, begründete seinen Austritt mit – seiner Wahrnehmung nach – deutschnationalen Tendenzen in der Gruppierung.“
(de.wikipedia.org)

Hier zeigt sich ein inhaltlicher Dissens, nicht nur ein persönlicher Streit. Nolls Haltung ist pluralistisch‑kritisch: Er akzeptiert keine politische oder kulturelle Homogenisierung innerhalb literarischer Gruppen. Der Konflikt illustriert die Spannung zwischen kollektivistischen, national definierten Positionen und individuell‑kritischer, pluralistischer Sichtweise.

1) Debatten um Israel, Identität und öffentliche Diskurse

Noll kritisierte öffentlich vereinfachte Stereotype über Israel und jüdische Identität, was in literarischen Kreisen teilweise Spannungen erzeugte, da einige Autoren ideologisch oder nationalpolitisch orientiert argumentierten.

„… das Israel‑Bild in den Medien ist sehr simpel, stereotyp und unzutreffend …“ (backend.oek.uni-heidelberg.de)

In der Gruppe führten solche Positionen zu ideologischen Differenzen, weil Noll auf komplexe kulturelle und historische Kontexte pochte, während andere Autoren eher vereinfacht oder national identitätszentriert argumentierten.

2) Konflikt im weiteren literarischen Feld (Beispiel Monika Maron)

Nicht direkt im Autorenkreis, aber exemplarisch für Nolls Umgang mit Konflikten:



„Ich schreibe nichts, was nicht sowieso bekannt wäre … Dieses Buch ist nicht bösartig … die Debatte erscheint mir ziemlich bizarr.“ (deutschlandfunkkultur.de)

Noll scheut sich nicht, bestehende Autoritäts- und Publikationsstrukturen zu kritisieren; er verteidigt intellektuelle Freiheit gegen institutionellen Druck.

3) Themen in seinen Texten

  • Noll beschreibt oft, wie Gesellschaften individuelle Freiheit durch Konformitätsdruck zerstören:

„… das Mitläufertum als individuelles und gesellschaftliches Ideal …“ (taz.de)
  • In literarischer Form zeigt er dies in autobiografisch geprägten Romanen, etwa Der goldene Löffel oder Der Schmuggel über die Zeitgrenze, wo Figuren unter ideologischen Systemzwängen leiden, ohne persönliche Autonomie zu verlieren.
  • Demokratie vs. formale Institution

Noll unterscheidet zwischen gesetzlich existierender Demokratie und real gelebter, pluralistischer Praxis:

„… Demokratie in der Bundesrepublik stirbt de facto …“ (punkt-preradovic.com)

  • Literarisch illustriert er dies durch Charaktere, die sich von gesellschaftlicher Mehrheit oder Normdruck entfremdet fühlen, als Kommentar zur politischen Realität.

  • Individuelle Selbstwerdung

  • Zentrale literarische und philosophische Leitlinie:

„… ich wusste, dass ich auch so etwas wert bin.“
Bedeutung: Selbstbestimmung ist möglich, selbst in repressiven Systemen. (taz.de)
  • Kritik an Medien und Diskurs

Noll thematisiert, wie vereinfachte Medienbilder Konformismus und falsches Volksbewusstsein fördern:


„… das Israel‑Bild in den Medien ist sehr simpel, stereotyp …“ (backend.oek.uni-heidelberg.de)
  • Literarisch: Er verwendet Figuren, die zwischen öffentlicher Meinung und individueller Erfahrung balancieren müssen.


DimensionNolls PositionLiterarischer Ausdruck
Autorität / KonformismusAblehnung von Unterwerfung, Kritik an ideologischen MachtmechanismenFiguren unter ideologischen Zwängen
DemokratieFormalrechtliche Demokratie ≠ lebendige Praxis; Kritik an gesellschaftlicher MitläuferschaftGesellschaftsdiagnosen in Essays, kritische Romane
Identität / Nation / ReligionPluralistisch, nicht ethnisch definiert; Religion als kulturelle und normative GemeinschaftReflexion in Essays und Interviews
DiskurskulturKritik an medialer Vereinfachung und StereotypisierungNarrative Spannungen zwischen öffentlicher Meinung und individueller Wahrnehmung