liest Monika Böss
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Montag, 11. Mai 2026
Lesung anlässlich der Bücherverbrennung im Mai 1933 in Kirchheimbolanden
liest Monika Böss
Severin Groebners Neuer Glossenhauer #104 - Das Nullsummenspiel
Es muss zuerst mal ordentlich Schwarz-Weiss sein, um sich im Grauen zu verlieren. © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl
Das Nullsummenspiel
Die Politik hat ja eigentlich zwei Aufgaben:
Die erste ist es, Gesetze zu erlassen, die das Zusammenleben unter den Menschen regeln.
Damit wir einander nicht den Schädel einschlagen, nur weil der eine dem anderen den Parkplatz, den Liegeplatz im Freibad oder Platz in der Warteschlange weggenommen hat.
Wobei es natürlich bei der Warteschlange auch ein bisschen darauf ankommt, worauf gewartet wird. Essensmarken wegen Lebensmittelknappheit, so wie das unsere Großeltern erlebt haben? Oder doch die besten Plätze beim Eurovisionssongcontest?
Bei ersterem wissen alle, die sich anstellen:
Wir müssen zusammenhalten, weil die Versorgungslage für alle schlecht ist.
Bei zweiterem wissen alle, die sich anstellen:
Hier kämpft jeder für sich allein, weil die Musik in der Beschallungsanlage für alle schlecht ist.
Aber es geht bei dem Event ja gar nicht um Musik.
Sondern um den Jubel.
Das Gekreische.
Und seine Einschaltquoten.
Wie auch immer: Politik schaut darauf durch das regelmäßige Verhandeln, Gesetze zu erlassen, die das Miteinander eben erträglich machen.
Oder wenigstens jene zufrieden zu stellen, die am meisten gezahlt haben.
(Apropos gezahlt: diesen Newsletter kann man auch finanziell unterstützen.
Dank an bisherige und Infos für zukünftige Unterstützer - siehe unten.)
Deswegen gibt es ja etwa in Deutschland - im Gegensatz zu vor zwanzig Jahren - auch keine ordentliche Wind- und Solarindustrie mehr. Weil freundliche Herren und Damen dafür gesorgt haben, dass fossile Drecksschleudern weiter und weiter und weiter (wider besseren Wissens und Prognosen) unterstützt wurden.
Dass eine dieser Damen und Herren von damals heute Wirtschaftsministerin in Germanien ist, ist sicher… hust, hust, röhr, Töff töff,… Zufall.
Jetzt wird die Deutsche Autoindustrie überrannt von chinesischen Elektro-Modellen und kann selber ihre Verbrenner nur mehr an lobotimierte Benzinschnüffler wie Donald „Drill, Baby, drill“ Trump verkaufen.
Und der will dafür auch noch Zölle.
Man könnte ja stundenlang lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Denn so treibt man eine „Deindustrialisierung“ tatsächlich voran: Jegliche Innovation verhindern und Zukunftsbranchen aus dem Land und dem „Systemrivalen“ in die Arme treiben. Und das nennt man dann auch noch „Wirtschaftspolitik“. Oder „Technologieoffenheit“. Oder „Hocheffiziente Verbrenner“. Oder „charakteristisch-dämliche Unterwerfungsgeste“ kurz: CDU.
Oder auch „Cash, Spezln & Unintelligenz“ kurz: CSU.
So oder so: Die Historiker werden sich in ein paar hundert Jahren Diskussionen liefern, wie man eine blühende Industrienation in so kurzer Zeit an die Wand fahren konnte.
Und da wird es ganz unterschiedliche Forschungsansätze geben. Die einen werden sagen, es war Gier, die anderen werden meinen, dass es sich nur um Bequemlichkeit handeln konnte, und die dritten werden sich sicher sein, dass so etwas Radikales nur durch blanke Blödheit bewerkstelligt werden konnte.
Während vierte wiederum der Meinung sein werden, dass schon Gier, Bequemlichkeit und Blödheit zusammen spielen müssen - ummantelt von blankem Hochmut -, um so destruktiv zu wirken.
Apropos Gier, Bequemlichkeit und Dummheit:
Das führt uns zur zweiten Aufgabe der Politik.
Denn diese besteht darin all jene Gesetze, die sie selbst geschrieben, beraten und erlassen hat, zu umgehen.
Weil nämlich irgendwer aus der Partei, der Familie, der Nachbarschaft oder dem Kleingartenverein an die Politikerinnen und Politiker mit einer Bitte heran tritt.
Ob sie da nicht da etwas machen könnten… ein bisschen helfen…etwa bei der Erlangung eines Parkplatzes.
Oder eines Liegeplatzes im Freibad.
Oder eines Platzes in der Warteschlange.
Vielleicht auch bei der Besetzung von dem Posten eines Leiters eines Atomkraftwerks. Man hätte ja - so der Bittsteller - ausreichend Fachwissen. Schließlich habe er alle Folgen von „The Simpsons“ gesehen, da hat Homer bereits sämtliche Fehler gemacht, die man in so einem Kontrollraum nur machen kann. Und wenn dort was schief gehen würde, gäbe es auch sicher keine Warteschlange, um einen Platz in der Verantwortlichkeit zu ergattern.
Oder man wünscht sich vom Politiker einen Posten zur Leitung eines Finanzamts.
Wie in Österreich. Und dann wird der Posten eben vergeben an allen Gesetzen, Erlassen und Bestimmungen vorbei. Und zwar von einem Vertreter der Fraktion „Öffentliche vergebene Posten" (ÖVP).
Politik ist also ein Nullsummenspiel, da Politiker für alle Gesetze beschließen, um sie anschließend für einige weniger zu umgehen.
Politik ist quasi wie ein Slalom, wo man zuerst die Slalomstangen steckt, um anschließend rundherum zu fahren.
Hauptsache am Schluss gibt es Jubel.
So ist es im Kleinen, wie im Großen.
Deshalb ist es auch völlig logisch, dass das neue Ziel des weißen Hauses - laut US-Außenminister Rubio - im Krieg mit dem Iran darin besteht, in jenen Zustand zurück zu kehren, der bestanden hat, bevor der Krieg von den USA und Israel begonnen wurde.
Ach ja, ein paar tausend Tote und zerstörte Infrastruktur und eine demolierte Weltwirtschaft gibt es auch, aber egal:
Hauptsache - Jubel in der Zieleinfahrt.
———
groebner live:
Donnerstag 14.5. Wien, Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, die KÄS
Samstag 13.6. München, Lach&Schießgesellschaft
Und, und, und…alle Termine gibt es hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man hier lesen.
Auch die jüngste Empfehlung der Wiener Stadtzeitung Falter etwa.
groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.
In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich hier anschauen.
groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records
Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album „Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.
In der wunderbaren Sendung „Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.
Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, etwa wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte.
Was passiert, wenn die Mächtigen dieser Welt zu Satirikern werden.
Oder warum es den Wiener Opernball wirklich gibt.
All das erfährt man.
groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.
groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch nachlesen.
——-
Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64
Neues im Kino: Der verlorene Mann, Verflucht Normal und The Love That Remains
![]() | Der verlorene Mann Regie: Welf Reinhart Besetzung: Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer, August Zirner Kinostart: 07. Mai 2026 |
![]() | Meine Freundin Conni - Abenteuer mit Kranich Klaus Regie: Dirk Hampel Animationsfilm Kinostart: 14. Mai 2026 |
![]() | Vivaldi und Ich Regie: Damiano Michieletto Besetzung: Tecla Insolia, Michele Riondino Kinostart: 21. Mai 2026 |
![]() | Neu eingestellt Born to Fake Regie: Erec Brehmer & Benjamin Rost Dokumentarfilm Kinostart: 28. Mai 2026 |
![]() | Verflucht Normal Regie: Kirk Jones Besetzung: Robert Aramayo, Maxine Peake, Shirley Henderson, Peter Mullan Kinostart: 28. Mai 2026 |
![]() | Good Boy - Wir wollen nur dein Bestes Regie: Jan Komasa Besetzung: Anson Boon, Stephen Graham, Andrea Riseborough, Kit Rakusen Kinostart: 04. Juni 2026 |
![]() | Neu eingestellt Sommer auf Asphalt Regie: Simon Ostermann Besetzung: Mala Emde, Christoph Maria Herbst, Aaron Hilmer, Gina Haller, Jenny Schily, Moritz Führmann Kinostart: 04. Juni 2026 |
![]() | Neu eingestellt Sounds Of Paris Regie: Laurent Slama Besetzung: Agathe Rousselle, Alex Lawther, Suzy Bemba, Jonas Bachan Kinostart: 11. Juni 2026 |
![]() | Manipulation Regie: David Balda Besetzung: Pawel Lawrynovicz, Féodor Atkine, Heino Ferch, Arnaud Binard, James Faulkner Kinostart: 11. Juni 2026 |
![]() | The Love That Remains Regie: Hlynur Pálmason Besetzung: Saga Garðarsdóttir, Sverrir Gudnason, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Grímur Hlynsson, Þorgils Hlynsson Kinostart: 18. Juni 2026 |
![]() | The Death Of Robin Hood Regie: Michael Sarnoski Besetzung: Hugh Jackman, Jodie Comer, Bill Skarsgard Kinostart: 18. Juni 2026 |
![]() | Couscous und Geheimnisse Regie: Amine Adjina Besetzung: Younès Boucif, Clara Bretheau, Hiam Abbass Kinostart: 25. Juni 2026 |
![]() | Neu eingestellt Viva La Vida - So klingt das Leben Regie: Daniel Sánchez Arévalo Besetzung: Javier Gutiérrez, María Vázquez, Judith Fernández, Tamar Novas, Carlos Blanco, Fer Fraga Kinostart: 16. Juli 2026 |
![]() | Neu eingestellt Im Spiegel meiner Mutter Regie: Jutta Brückner Besetzung: Corinna Harfouch, Carla Juri, Hildegard Schmahl Kinostart: 20. August 2026 |
![]() | Korrektur Kinostart Runner Regie: Scott Waugh Besetzung: Alan Ritchson, Owen Wilson Kinostart: 17. September 2026 |
![]() | Neu eingestellt Bruno - Der junge Kreisky Regie: Harald Sicheritz Besetzung: Nils Arztmann, Maya Unger, Soi Schüssler Kinostart: 01. Oktober 2026 |
Angélique Letitzia: Das Teuerste, was du je kaufen wirst, ist das Leben, das du nie wirklich wolltest
![]() |
| Impulskäufe und falsche Wunschbilder (AI, gemeinfrei) |

Starr Films
http://www.angeliqueletizia.com/
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https://www.facebook.com/photo/?fbid=10161716512336511&set=pb.734121510.-2207520000
https://www.youtube.com/@angeliqueletizia
Donnerstag, 7. Mai 2026
Menschen wie der Leipziger Amokfahrer brauchen kontrollierte Übergangseinrichtungen
Die aktuelle Amokfahrt in Leipzig macht sehr deutlich, was Fachleute seit Jahren beschreiben: Deutschland hat für sogenannte Dauergefährder – also Personen, die über lange Zeiträume hinweg immer wieder Gewalt ausüben, eskalieren oder schwere Sachschäden verursachen können – keine funktionierende, abgestufte Betreuungs‑ und Kontrollstruktur. Diese Menschen fallen zwischen Psychiatrie, Sozialhilfe, Polizei und Justiz hindurch.
Jede Institution sieht das Problem, aber keine hat die passenden Instrumente, um es dauerhaft zu bearbeiten.
Der Leipziger Amokfahrer ist ein typisches Beispiel für dieses strukturelle Versagen: wiederholte Auffälligkeiten, bekannte Gefährlichkeit, aber keine Einrichtung, die ihn längerfristig hätte halten, stabilisieren oder kontrollieren können. Psychiatrien dürfen nur bei akuter Gefährdung festhalten, Wohneinrichtungen können ihn bei Gewalt sofort rauswerfen, und die Polizei greift erst ein, wenn bereits etwas passiert ist. Genau diese Lücke führt dazu, dass Menschen mit hohem Gefährdungspotenzial immer wieder in den öffentlichen Raum zurückkehren, obwohl alle Beteiligten wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es erneut eskaliert. Das gilt natürlich auch für Zehn- und Hunderttausende frei herumlaufende Körperverletzer und Sachbeschädiger, bei denen die Taten nicht so krass brutal sind, aber ebenfalls pathologische Züge tragen.
Ein gestuftes ordnungsrechtliches System – von kommunalen Übergangseinrichtungen über landkreisweite Stabilisierungseinheiten bis hin zu landesrechtlich betriebenen, hochgesicherten Unterbringungen – würde genau diese Lücke schließen. Es würde ermöglichen, Dauergefährder frühzeitig zu binden, kontrolliert zu stabilisieren und bei Bedarf über längere Zeiträume unter Aufsicht zu halten, ohne gleich den Maßregelvollzug zu bemühen. Der Leipziger Fall zeigt, dass es nicht an Erkenntnis fehlt, sondern an Strukturen, die konsequent und rechtsstaatlich zugleich sind.
Um Gewalttäter und Sachbeschädiger auch bei Verweisen aus Psychiatrien oder betreuten Wohngemeinschaften noch zu kontrollieren, fehlen eigentlich Übergangseinrichtungen. Machen sie Sinn, wie können diese Einrichtungen aussehen, wie lange sollten Gefährder dort bleiben?
Übergangseinrichtungen für gewaltbereite oder hochbelastete Personen nach Psychiatrie‑ oder WG‑Verweisen machen Sinn, aber nur, wenn sie klar definiert, rechtsstaatlich und tatsächlich wirksam organisiert sind. Sie schließen eine reale Lücke zwischen „zu gefährlich für eine offene Einrichtung“ und „zu ungefährlich für eine geschlossene Unterbringung“ bzw. Kontrolle des Verhaltens statt einfach Laufenlassen.
Eine gestaffelte Struktur von der kommunalen bis zur Landesebene ergibt bei einem ordnungsrechtlichen Übergangssystem für gewaltbereite oder hochbelastete Personen besonders viel Sinn, weil sie Verantwortlichkeiten klar trennt, Eingriffsbefugnisse sauber verteilt und Eskalationsstufen definiert. So entsteht ein System, das flexibel genug ist, um auf kommunale Problemlagen zu reagieren, aber stark genug, um bei schweren Gefährdungen landesweit handlungsfähig zu bleiben.
Gestaffelte Struktur von kommunaler bis Landesebene Ein wirksames ordnungsrechtliches Übergangssystem sollte mehrstufig aufgebaut sein, damit Kommunen, Ordnungsbehörden und Länder abgestimmt handeln können. Auf der kommunalen Ebene liegt die erste Verantwortung: Hier werden Personen erfasst, die durch wiederholte Gewalt, Bedrohungen oder Sachbeschädigungen auffallen und von Einrichtungen nicht mehr getragen werden können. Die Kommune ordnet eine kurzfristige Aufenthaltsverpflichtung in einer lokalen Übergangseinrichtung an, die der unmittelbaren Gefahrenabwehr dient und eine schnelle Stabilisierung ermöglicht. Diese Einrichtungen arbeiten eng mit Polizei, Sozialpsychiatrischem Dienst und Ordnungsamt zusammen und dienen als niedrigste Eingriffsstufe, bevor schwerere Maßnahmen notwendig werden. Wenn die Gefährdungslage über das kommunale Maß hinausgeht oder sich zeigt, dass eine Person dauerhaft nicht steuerbar ist, greift die Landkreisebene bzw. die Ebene der kreisfreien Städte. Hier können mittelfristige Unterbringungen angeordnet werden, die mehrere Monate dauern und eine intensivere Kontrolle sowie strukturierte Maßnahmen zur Risikoreduktion ermöglichen. Diese Stufe entlastet die Kommunen und verhindert, dass einzelne Städte oder Träger überfordert werden. Für Fälle, in denen eine Person trotz Maßnahmen weiterhin eine erhebliche und anhaltende Fremdgefährdung darstellt, ist die Landesebene zuständig. Das Land betreibt hochgesicherte Übergangseinrichtungen oder spezielle Gefährderunterbringungen, die rechtlich klar geregelt und gerichtlich überprüft werden. Diese Einrichtungen sind kein Maßregelvollzug, aber deutlich sicherheitsorientierter als kommunale Angebote. Sie dienen der langfristigen Gefahrenabwehr und ermöglichen Aufenthalte von einem Jahr oder länger, stets unter rechtsstaatlicher Kontrolle und mit regelmäßigen Überprüfungen der Verhältnismäßigkeit. Durch diese gestaffelte Struktur entsteht bei Verwirklichung ein System, das flexibel, verhältnismäßig und zugleich wirksam ist: Kommunen können schnell handeln, Landkreise können stabilisieren, und das Land kann bei schweren Fällen dauerhaft schützen. So wird verhindert, dass gefährliche Personen unkontrolliert zwischen Einrichtungen wechseln oder im öffentlichen Raum landen, während gleichzeitig klare Zuständigkeiten und rechtsstaatliche Sicherungen bestehen.
Der entscheidende Punkt
Solche Einrichtungen funktionieren nur, wenn sie nicht als Verwahranstalt, sondern als hochstrukturierte, therapeutisch orientierte Sicherheitswohnform gedacht werden. Sie müssen gleichzeitig Sicherheit gewährleisten, Therapie ermöglichen, Perspektiven eröffnen, Kommunen entlasten, wiederholte Gewalt verhindern. Rechtsgrundlage (mögliches Modell) Ein solches System könnte sich an bestehenden ordnungsrechtlichen Instrumenten orientieren:
- §§ 1–3 der Landespolizeigesetze (Gefahrenabwehr)
- Aufenthaltsverpflichtung analog zu ordnungsbehördlichen Unterbringungsregelungen
- Gerichtliche Bestätigung innerhalb kurzer Fristen (z. B. 48–72 Stunden)
- Regelmäßige Überprüfung (alle 4–8 Wochen)
- Damit bleibt es verhältnismäßig, aber wirksam.
Wie die Einrichtung konkret aussehen müsste
Sicherheitsarchitektur, kleine Einheiten (max. 8–10 Personen), 24/7‑Sicherheits‑ und Fachpersonal, Videoüberwachung in Gemeinschaftsbereichen, Zutrittskontrolle, Besuchsregelungen, Klare, sanktionierbare Hausordnung, Möglichkeit zur zeitweisen Separierung bei akuter Eskalation (rechtsstaatlich eng begrenzt).
Ordnungsrechtliche Befugnisse Aufenthaltsverpflichtung (nicht frei wählbar), Meldepflicht innerhalb der Einrichtung, kontrollierte Ausgänge (z. B. begleitet oder zeitlich begrenzt), sofortige Rückführung bei Verstößen, polizeiliche Unterstützung bei Eskalationen, kein Gefängnis — aber auch keine offene Wohngruppe. Wer kommt dort hinein?
Ordnungspolitisch sinnvoll für Personen, die:
- wiederholt Gewalt gegen Mitbewohner, Personal oder Dritte ausüben,
- Einrichtungen zerstören oder unbewohnbar machen,
- ständig polizeiliche Einsätze auslösen,
- nicht akut psychiatrisch einweisbar sind,
- aber realistische Fremdgefährdung darstellen.
- akute Gefährdung eindämmen
- Lage klären
- Risiko einschätzen
- Verhalten kontrollieren
- erneute Gewalt verhindern
- Perspektive entwickeln
Langfristige Gefährderunterbringung (1–3 Jahre) Nur bei:
- wiederholter, erheblicher Gewalt
- fehlender Steuerungsfähigkeit
- dauerhafter Gefährdungslage
Warum das ordnungsrechtlich funktioniert?
Weil es keine Strafe ist, sondern Gefahrenabwehr, Schutz der Allgemeinheit, Schutz der Betroffenen selbst, Entlastung von Polizei, Psychiatrien und Kommunen. Und weil es rechtsstaatlich kontrolliert wird.

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