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Montag, 26. Oktober 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #115 - Du sollst Dich, Du darfst Dich, Du kannst Dich… nicht wundern.

 

Orange? Freudenfeuer sehen anders aus. ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



















Du sollst Dich, du darfst Dich, du kannst Dich… nicht wundern

Ich weiß nicht, von wem der Satz ist, aber ich hab ihn sofort geklaut.
Ich weiß also mit Sicherheit: Von mir ist er nicht. Umso besser ist sein Inhalt.
Es geht um Gesetze:
„Das religiöse Gesetz sagt Dir, Du sollst nicht. Das staatliche Gesetz sagt Dir, Du darfst nicht. Und das naturwissenschaftliche Gesetz sagt Dir, Du kannst nicht.“
Und tatsächlich haben wir ja alle - zumindest die, die es mitbekommen wollten - diesen Sommer gemerkt, wie das so ist, wenn Naturgesetze mal ihre Macht zeigen. Alle Bauern mit Bewässerungsproblemen und alle Menschen mit Dachwohnungen (und ohne Klimaanlagen) wissen, was ich meine. Und die geschätzten 10 000 Menschen, die in Europa als Hitzetote angenommen werden, die wissen es überhaupt am besten.
Können aber nur mehr schlecht ihre Meinung dazu ausdrücken.

Zu diesen drei Gesetzen (religiös, staatlich, naturwissenschaftlich) würde ich allerdings noch ein viertes dazu aufnehmen:
Das soziologische.
Das da heißt: Du darfst Dich… nicht wundern.

Wenn Du etwa ein Land regierst in dem einerseits Schulen zerbröseln, andererseits aber das Leben teurer wird (also so Sonderwünsche etwa wie Essen, Heizen, Wohnen und sich bewegen) und auf der dritten Seite das Luxussegment der Geschäfte immer weiter anwächst, dann - hier kommt das soziologische Gesetz - darfst Du Dich nicht wundern, wenn (nach etwa 20 Jahren) junge Leute Menschen wutentbrannt alles kurz und klein schlagen.
Isso.
Kann man nichts machen.

Einfach logisch.
Haben wir schon in den 2010er Jahren in Großbritannien gesehen. Und davor auch schon in den Vororten von Paris.
Ist ein Gerechtigkeitsproblem.
Wenige sehr reiche Menschen und viele sehr arme.
Das führt zwangsläufig nach einer gewissen Zeit zu… Bumm!

Da helfen auch keine Streetworker, schon gar nicht mehr Polizei und auch keine lauwarmen Ansprachen von Präsidenten.

Und auch schöne Worte helfen nicht.
Diese wolkigen Begriffe wie die „Abgehängten“, die „sozial Schwachen“, die in irgendwelchen Gegenden mit „schlechter Infrastruktur“ leben.
Wenn man das so hört, denkt man sich: Ach, diese Bemitleidenswerten wohnen in einem dunkelgrauen Lummerland, wo ein alternder Zauberer die wenigen Leute, die er kennt, vergisst von der Wäscheleine zu nehmen.

Nun, es ist nicht so.
Diese Leute wohnen nicht irgendwo in der Ferne, sondern nur wenige Kilometer entfernt.
Und den Zauberer gibt’s auch nicht.
Wenn ich das also hier mal kurz übersetzen darf.
Zum Mitschreiben. Fürs antikapitalistische Vokabelheft.

Die Abgehängten - Gibt es nicht.
Zumindest nicht mehr. Denn dazu müsste man sie vorher aufgehängt haben.
Abgehängte Gegenstände dagegen kennt man: Bilder, Wäsche, Christbaumschmuck.
Abgehängte Personen aus der Weltgeschichte kennt man auch.
Sie sind auch mehr oder minder berühmt.

Sehr berühmt:
Jesus Christus (Sozialrevoluzzer im antiken Nahen Osten, abgehängt vom Kreuz, an das ihn römische Soldaten genagelt hatten)
Weniger berühmt:
Theodor Baillet de Latour (Kriegsminister im verblichenen österreichischen Kaiserreich, abgehängt von einer Gaslaterne, an die ihn revolutionäre Wienerinnen und Wiener aufgeknüpft hatten)

Was eigentlich mit „abgehängt“ eigentlich gemeint ist, sind Menschen, deren Kaufkraft unter einen bestimmten Wert gefallen ist. Ein Wert, der zulässt, dass sie zwar noch mit Werbung zugeballert werden, es sich aber nicht rechnet die Lebensmittelversorgung für sie ohne Automobil aufrecht zu erhalten.
Denn sie wohnen in sogenannten Gegenden mit „schlechter Infrastruktur“ (siehe dort).

Die Sozial Schwachen - Die gibt es.
Sind aber nicht unbedingt jene Menschen, die mit diesen Begriffen bezeichnet werden.
„Sozial schwach“ sind Leute, die wenig andere Leute kennen.
Oder mit wenig anderen Mitmenschen Kontakt haben.
Das können alte Menschen sein, die in sogenannten „Seniorenresidenzen“ (dazu das nächste Mal… oh, ich glaube das wird eine Reihe) ohne Besuch dem Tod entgegen vegetieren.
Oder Eingewanderte, die alle Menschen, die sie kennen, samt der Gegend, aus der sie stammen, zurücklassen mussten.

Oder aber auch sehr vermögende Menschen, die in einem Smart-Home leben, sich mit einem Haufen Elektronik und sogenanntem „Sicherheitspersonal“ (oh ja, das wird definitiv eine Reihe!) und anderen - meist technischen - Vorkehrungen weniger vermögende Menschen vom Leib halten. Mit allen Mitteln.
Und das alles nur um ihren Reichtum (siehe auch: „Investitionskapital“ in: Wahre Worte - Groebners Wörterbuch des Spätkapitalismus, Band 1, 2027) ohne schlechtes Gewissen verprassen zu können.

Die Menschen, die üblicherweise „sozial schwach“ genannt werden, müssen das nicht unbedingt sein. Denn sie kennen durchaus Leute. Wenige aus der Politik, kaum welche aus den Medien und schon gar nicht die oben beschriebenen „sozial Schwachen“ aus den Reichenghettos.
Dafür meist Leute, denen es so geht wie ihnen selbst.
Die sind also nicht sozial schwach - oder gar „sozial benachteiligt“-, sondern finanziell.
Vielleicht sogar: einkommensschwach.
Oder auch einfach: arm.
Umgangssprachlich: pleite.
Im Wiener Dialekt auch: stier.  
(Apropos diesen Newsletter kann man auch unterstützen. Infos siehe unten.)

Und das sehr häufig nicht, weil sie zu wenig arbeiten (im Gegenteil). Sondern weil ihre „Jobs“ (siehe „Arbeit“ oder „Beruf“ in: Noch mehr wahre Worte - Groebners Wörterbuch des Spätkapitalismus, Band 3, 2029) viel zu schlecht bezahlt sind.

Die schlechte Infrastruktur - Gibt es auch.
Sie ist aber nicht, wie schlechtes Wetter, schlechte Neuigkeiten oder schlechter Charakter, das Ergebnis eines natürlichen Prozesses, sondern Ergebnis bewusster, politischer Entscheidungen der letzten dreißig Jahre, in der gewählte „Volksvertreter“ (siehe auch: „Demokratie“, Letzte wahre Worte - Groebners Wörterbuch des Spätkapitalismus, Band 7, 2036) sich im Verdauungstrakt der „Finanzindustrie“ (siehe auch: „Parasiten“, Allerallerletzte wahre Worte, Groebners Wörterbuch des Spätkapitalismus, Band 9, 2039) bequem gemacht hatten.
Und - kleiner Tipp - Mund, Magen oder Speiseröhre waren’s nicht.

All diese Phänomene sind also nicht Gottes Wille, Folge eines Meteoriteneinschlags oder Langzeitwirkung der Plattentektonik, sondern könnten behoben werden.

Und zwar - und das wird jetzt die ur-arge Neuigkeit sein für alle Vertreter des politischen Liberalismus, für drei Viertel aller Wirtschaftsjournalisten und sämtliche Absolventen der Frankfurter School of Finance - durch sogenannten „Vermögenssteuern“ (siehe auch „Teufelszeug“, Woran ich glaube - es aber nicht beweisen kann, Gefühlte Wahrheiten des Spätkapitalismus, Autor unbekannt, Hrsg.: Milton Friedman, 1990).

Wenn man diese Vermögenssteuern allerdings nicht einführen will (letzter gescheiterter Versuch 2025 in Frankreich) erntet man automatisch - ebendort - brennende Innenstädte.
Denn - wie schon Heerscharen von schlauen Soziologinnen und Soziologen beschrieben haben - Armut macht die erste Generation stumm vor Scham. Weil sie sich selbst die Schuld gibt.
Die zweite Generation allerdings - also deren Kinder - macht sie wütend, weil sie da hineingeboren wurden.

Isso.
Logisch.
Denn es ist eben ein - Menschen gemachtes - Gerechtigkeitsproblem.
Oder anders gesagt:
Wenige sehr reiche Menschen und viele sehr arme, führt nach einer gewissen Zeit zu … Bumm!

Du darfst Dich nicht wundern.

——

groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal.
Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wurde gerade mit dem
„Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.
Wir waren - unter sehr viele anderen - sogar in den Hauptabendnachrichten des ORF.
G’schamster Diener.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Zum Beispiel:

23.10.
Oberhaching Bibliotheksaal
24.10.
München Schlachthof
25.10.
Merkendorf Steingruberhaus

3.-5.11.
Wien Theater Drachengasse
6.11.
Kaisheim Kleinkunstbrauerei Thaddäus
7.11. F
rankfurt/Heddernheim Habel-Elf
10.11.
Linz Posthof
13.& 14.11.
München Lach&Schiess im TamS
19.11.
Wolkersdorf BaBü

Und meinen Jahresrückblick gibt es auch wieder:
27.11. in Offenbach im Filmklubb

Und mein
neues Buch ist jetzt auch endlich heraussen.
Es heißt wie das Programm
„ICH BIN DAS VOLK!“
Denn das ist ja ein Manifest, also muss man das auch in der Hand halten können, sonst wäre es Maniflux (kleiner Witz für Lateiner)

Und das Werk wird  am 21.10. in Wien in der
Buchhandlung Analog das Licht der Welt erblicken
Die Wiedergeburt folgt dann am 30.10. in Frankfurt. Natürlich im
Buch&Wein

Da freu ich mich schon sehr.
Was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man und Frau und mensch übrigens
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich
hier anhören.

Auch zu hören:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“.

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was das Gletschereis alles so beherbergt. Oder eben nicht mehr.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
Und der Zeitung „Die Presse“ auch.

——-

Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

DEUTSCHLAND UNTER DRUCK: AfD gewinnt die Bundestagswahl und ruft nach Putin

Wildes Chaos durch Einmischung Putins



 

DEUTSCHLAND UNTER DRUCK

Vier Akte über den möglichen Versuch, die Demokratie mithilfe einer ausländischen Macht zu beseitigen

Ein politisches Gedankenexperiment



Erster Akt: Der geheime Pakt

Die AfD hat die Bundestagswahl gewonnen und stellt die Bundesregierung. Ein Verbot durch gerichtlichen Beschluss wurde zuvor unterlassen aus Gründen der Selbstregulierung. Nach außen verspricht sie einen grundlegenden politischen Wandel: weniger europäische Integration, ein Ende der bisherigen Russlandpolitik und eine neue Sicherheitsarchitektur für Deutschland. Die Regierung spricht von Frieden und nationaler Souveränität.

Hinter verschlossenen Türen entwickelt sich in diesem hypothetischen Szenario jedoch eine andere Strategie. Einzelne führende Politiker der Rechtsextremen kommen zu der Überzeugung, dass eine parlamentarische Mehrheit allein nicht genügt, um ihre Macht dauerhaft zu sichern. Solange freie Wahlen, eine unabhängige Justiz, kritische Medien und eine handlungsfähige Opposition bestehen, bleibt ihre Herrschaft grundsätzlich gefährdet.

Sie suchen deshalb den Kontakt zu Moskau. Ihr Kalkül: Eine schwere außenpolitische Krise könnte die deutsche Bevölkerung verunsichern, die politischen Gegner unter Handlungsdruck setzen und die Voraussetzungen für einen dauerhaften Ausnahmezustand schaffen. Putins Lieblingsszenario, um fremde Staaten zu besetzen. Kaum ein demokratisch denkender Mensch zieht das in Erwähnung. Würde unsere alte Regierung bei den ersten Anzeichen einer Annäherung und prophylaktisch schon reagieren? Würde eine Außerkraftsetzung der neuen Regierung bereits durch Notmaßnahmen in die Wege geleitet werden wollen? Oder hätten die Neuen noch die Gelegenheit, eine zuvor vereinbarte Kooperation mit Teilen des Militärs auszunutzen?

In dieser fiktiven Entwicklung wird nicht offen über eine Besetzung Deutschlands verhandelt. Stattdessen geht es um politische Signale, strategische Zugeständnisse und für die AfD um die Frage, wie eine Krise herbeigeführt oder verschärft werden könnte, ohne dass ihre Urheber unmittelbar erkennbar wären. 

Wladimir Putin hätte seinerseits eigene Interessen. Ein militärisches Vorgehen gegen Deutschland wäre mit erheblichen Risiken verbunden, denn Deutschland ist Mitglied der NATO. Ein Angriff könnte eine militärische Reaktion des Bündnisses auslösen und einen weitreichenden europäischen Krieg nach sich ziehen. Moskau müsste daher abwägen, ob eine solche Eskalation überhaupt seinen strategischen Zielen dienen würde.

Der entscheidende Punkt dieses ersten Aktes ist die mögliche Interessengemeinschaft: Eine autoritär regierende Macht könnte daran interessiert sein, die westliche Allianz zu schwächen. Eine deutsche Regierung, die ihre demokratischen Kontrollmechanismen beseitigen wollte, könnte umgekehrt versuchen, eine solche Schwächung für sich auszunutzen. Es gibt Vorboten.

Ob eine solche Verständigung tatsächlich zustande käme, wäre eine offene Frage. Im Szenario existiert sie zunächst nur als (teilweise nicht mehr) geheime Absicht weniger Akteure.


Zweiter Akt: Die provozierte Krise

Die außenpolitische Lage verschärft sich. Deutschland gerät in eine Folge schwerer Konflikte mit seinen europäischen Partnern. Die neue Bundesregierung blockiert gemeinsame Entscheidungen, stellt bestehende Sicherheitsvereinbarungen infrage und schwächt das politische Vertrauen innerhalb der NATO. Die Fassade der Neuen bröckelt.

Gleichzeitig wächst die Unsicherheit in der Bevölkerung. Nachrichten über militärische Bewegungen an den Grenzen, diplomatische Drohungen und mögliche Angriffe auf kritische Infrastruktur bestimmen die öffentliche Debatte. Ob einzelne Ereignisse auf tatsächliche russische Aktivitäten, eigenständige Eskalationen oder gezielte Desinformation zurückgehen, ist zunächst nicht immer eindeutig zu erkennen.

Die neue Bundesregierung nutzt die Verunsicherung, um weitreichende Sicherheitsmaßnahmen zu fordern. Sie möchte das Militär aktivieren. Und sie erklärt, Deutschland müsse handlungsfähiger werden. Kritiker werfen ihr vor, die Krise nicht zu entschärfen, sondern politisch auszunutzen. 

In diesem Moment entsteht das zentrale Dilemma: Wie soll ein demokratischer Staat reagieren, wenn eine Regierung möglicherweise selbst zur Verschärfung der Bedrohung beiträgt?

Die Opposition verlangt parlamentarische Aufklärung. Journalisten untersuchen Kontakte zwischen Regierungsvertretern und russischen Akteuren. Sicherheitsbehörden prüfen Hinweise auf unzulässige Absprachen. Gerichte müssen angerufen werden, sofern konkrete Rechtsverletzungen vorliegen.

Doch die politische Auseinandersetzung wird zunehmend härter. Die Regierung bezeichnet ihre Kritiker als unverantwortlich und wirft ihnen vor, die nationale Sicherheit zu gefährden. Die Opposition warnt vor einer Instrumentalisierung der Krise.

Noch ist die demokratische Ordnung nicht aufgehoben. Aber das Vertrauen, auf dem sie beruht, beginnt zu erodieren.


Dritter Akt: Der Ausnahmezustand

Dann erreicht die Krise ihren Höhepunkt. Russland unternimmt in diesem hypothetischen Szenario eine militärische Aktion, die Deutschland unmittelbar bedroht. Ob daraus tatsächlich ein Einmarsch in deutsches Staatsgebiet wird, hängt von weiteren Entscheidungen ab. Für die Dramaturgie nehmen wir an, dass russische Streitkräfte die deutsche Grenze überschreiten.

Die Nachricht verbreitet sich innerhalb weniger Minuten. Die Bundesregierung tritt vor die Öffentlichkeit. Sie spricht von einer existenziellen Bedrohung und verlangt umfassende Befugnisse, um den Staat zu schützen. Das ist der Plan.

Die Bevölkerung reagiert mit Angst, Wut und Verunsicherung. Viele Menschen erwarten, dass die Regierung die territoriale Integrität Deutschlands verteidigt. Andere fragen, warum die außenpolitischen Beziehungen zu Russland zuvor derart eskaliert sind und ob die Regierung Hinweise auf eine mögliche Bedrohung ignoriert oder sogar begünstigt hat.

In dieser Lage könnte die Regierung versuchen, die Krise zur dauerhaften Veränderung der politischen Ordnung zu nutzen. Sie könnte Einschränkungen bestimmter Versammlungen verlangen, die Kontrolle über staatliche Kommunikationswege ausweiten oder politische Gegner unter dem Vorwand der Gefahrenabwehr unter Druck setzen. Sie könnte auch zugeneigte militärische Verbände aktivieren, obwohl dies ein Verstoß gegen die Beschlussordnung wäre. Die Bundeswehrspitze käme ins Rotieren.

Doch eine militärische Bedrohung setzt das Grundgesetz ja nicht einfach außer Kraft. Auch im Verteidigungsfall bleiben verfassungsrechtliche Bindungen bestehen. Die besonderen Befugnisse des Staates und des Militärs sind an gesetzliche Voraussetzungen gebunden und unterliegen parlamentarischen und rechtlichen Kontrollen.

Entscheidend wäre deshalb, ob Bundestag, Bundesrat, Gerichte, Sicherheitsorgane und Länderregierungen ihre jeweiligen Aufgaben wahrnähmen. Würden sie rechtswidrige Maßnahmen zurückweisen? Würden sie die Verantwortlichkeit der Regierung untersuchen? Würden sie darauf bestehen, dass militärische Verteidigung und innenpolitische Machtsicherung nicht miteinander verwechselt werden? AfD-Länderregierungen würden ihre demokratischen Aufgaben nicht wahrnehmen... 

Die Krise wäre damit nicht nur eine militärische, sondern zugleich eine verfassungsrechtliche Bewährungsprobe. Die Nichtkooperation der Länder würde Entscheidungswege aushebeln. 


Vierter Akt: Die Entscheidung über Deutschland

Die russische Aggression und die innenpolitische Krise haben das Land verändert. Menschen verlassen bedrohte Regionen. Die Wirtschaft leidet unter Unsicherheit. Die europäischen Staaten beraten über gemeinsame Gegenmaßnahmen. Die NATO steht vor der Aufgabe, auf einen Angriff gegen einen ihrer Mitgliedstaaten zu reagieren.

Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf mögliche Kontakte zwischen Regierungsvertretern und russischen Akteuren. Untersuchungsausschüsse, journalistische Recherchen und Ermittlungen könnten nun klären müssen, ob tatsächlich versucht wurde, eine ausländische Macht zur Intervention zu bewegen, um die eigene Herrschaft abzusichern.

Sollten sich solche Vorwürfe erhärten, wäre die politische Dimension erheblich. Es ginge nicht mehr lediglich um eine umstrittene Russlandpolitik oder um diplomatische Fehlentscheidungen. Es ginge um den Verdacht, dass Verantwortliche die Sicherheit des eigenen Landes für ihre innenpolitischen Machtinteressen aufs Spiel gesetzt hätten.

Die Folgen wären von den nachweisbaren Handlungen und den geltenden Rechtsvorschriften abhängig. Verantwortliche könnten sich parlamentarischen Untersuchungen, Ermittlungen und gegebenenfalls Strafverfahren gegenübersehen. Politische Ämter würden ihre Träger nicht vor rechtsstaatlicher Prüfung schützen. Innerhalb der Bundeswehr käme es zu zu massiven Auseinandersetzungen hinsichtlich der Struktur und Verpflichtung.

Für die Bevölkerung bliebe eine schwierige Aufgabe: die Verteidigung des Landes nicht mit der bedingungslosen Unterstützung seiner Regierung zu verwechseln. Ein Staat kann sich gegen einen äußeren Angriff verteidigen und zugleich die eigene Regierung kontrollieren. Patriotismus verlangt nicht, auf kritische Fragen zu verzichten. 

Das Ende dieses Szenarios ist deshalb bewusst offen. Vielleicht behaupten sich die Institutionen, legen die Vorgänge offen und ermöglichen einen erneuten demokratischen Wettbewerb. Vielleicht gelingt es den Verantwortlichen, die Krise zur Schwächung ihrer Gegner zu nutzen und die politischen Verhältnisse langfristig zu verändern. Wir stünden in jedem Fall mitten in einem gravierenden, spaltenden Konflikt, parlamentarisch, politisch, gesellschaftlich und militärisch.

Welche Entwicklung einträte, hinge von konkreten Entscheidungen und vom Verhalten der staatlichen Institutionen und der Gesellschaft ab.

Die entscheidende Frage lautet am Ende nicht nur, ob ein fremder Staat in Deutschland einmarschiert. Sie lautet, ob politische Verantwortliche bereit wären, die Sicherheit und Freiheit des eigenen Landes aufs Spiel zu setzen, um ihre Macht gegen den Willen der Bürger abzusichern.

Denn ein äußerer Angriff bedroht die territoriale Souveränität eines Staates. Der Versuch, einen solchen Angriff zur Beseitigung der demokratischen Ordnung zu benutzen, würde zusätzlich dessen innere Souveränität angreifen: das Recht der Bürger, ihre Regierung frei zu wählen, zu kritisieren und wieder abzuwählen. Entfällt diese Souveränität haben wir ein diktatorisches Einbahnstraßenprinzip. Dem gilt es vorzubeugen.



Freitag, 23. Oktober 2026

Oper Frankfurt a.M.: Vertragsverlängerung Bernd Loebe und Thomas Guggeis

Ina Hartwig (Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt), Mike Josef (Oberbürgermeister
der Stadt Frankfurt; mit Krawatte), Bernd Loebe (Intendant der OperFrankfurt; graues
 Jackett) und Thomas Guggeis (Generalmusikdirektor der Oper Frankurt; rotes Jackett)



Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig verlängert das Vertrauen in die Doppelspitze der Frankfurter Opernführung: „Mit der Verlängerung von Bernd Loebe und Thomas Guggeis bis 2031/32 sorgen wir für Kontinuität an einem Haus, das zu den renommiertesten Opernhäusern Europas zählt. Bernd Loebe prägt die Oper Frankfurt seit 2002/03 mit exzellentem Ensemble und spannenden Produktionen aller Epochen. Zugleich investiert er mit dem Opernstudio in die Stimmen von morgen. Für die musikalische Qualität steht seit 2023/24 Generalmusikdirektor Thomas Guggeis. Was er mit dem Opern- und Museumsorchester leistet, lässt mich immer wieder staunen.“

Es sei auch sein Verdienst, dass das Orchester zum dritten Mal in Folge als Orchester des Jahres ausgezeichnet wurde. Den Mut zu Raritäten zeigt der November: Mit Chaussons „Le roi Arthus“ unter Guggeis gibt es eine weitere Frankfurter Erstaufführung.

Intendant Bernd Loebe: „Ich danke der Stadt für das Vertrauen. Die zahlreichen Auszeichnungen – zuletzt drei Mal Orchester des Jahres und Thomas Guggeis als Dirigent des Jahres – zeigen, was wir gemeinsam mit Ensemble, Chor, Orchester und allen Kolleg*innen erarbeitet haben. Diesen Weg wollen wir weitergehen.“ Die Entscheidung sei aus Überzeugung gefallen: „Künstlerisch wie menschlich sind wir ein Wunsch-Team. 2032 werde ich dreißig Jahre Intendant gewesen sein und habe noch viele Ideen, an denen wir nun mit Hochdruck arbeiten.“ Sein Anspruch bleibe unbedingte Exzellenz und neugierige Spielpläne.

„Wenn Frankfurt als ‚deutsche Hauptstadt der Opernpremieren‘ mit elf Premieren, darunter zwei Uraufführungen, gilt, verdanken wir das auch unserem treuen Publikum und unseren Förderern. Das ist Ansporn, so weiterzumachen“, so Loebe.

Generalmusikdirektor Thomas Guggeis ergänzt: „Ich freue mich, die glückliche Zusammenarbeit mit Bernd Loebe als neugierigem Kreativpartner, dem ausgezeichneten Orchester, Chor und allen Mitarbeiter*innen fortzusetzen. Unsere Musiker*innen leisten täglich Großartiges von Frühbarock bis Uraufführung. Ich werde mich mit der Stadt für eine auskömmliche Finanzierung einsetzen, um dieses Niveau langfristig zu sichern.“

Montag, 19. Oktober 2026

Schauspiel: „Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“ von Jan-Christoph Gockel holt den Nestroypreis für Beste Aufführung

„Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“ von Jan-Christoph Gockel ist für den diesjährigen NESTROY-Preis in der Kategorie „Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum“ nominiert.

 

Die Jury begründet ihre Nominierung wie folgt:

„Mehr als zwei Jahre hat Regisseur Jan-Christoph Gockel an seinem opulenten Theatermarathon „Wallenstein“, einem „Schlachtfest in sieben Gängen“, gearbeitet. Schillers Drama über den skrupellosen Feldherrn aus dem Dreißigjährigen Krieg verflechtet Gockel grandios mit der Gegenwart und der Geschichte von Söldnerführer und Kriegsunternehmer Jewgeni Prigoschin, Chef der russischen paramilitärischen Wagnergruppe.

Beide wurden für ihren „Kaiser“ zu mächtig und bezahlten ihren politischen Machtanspruch mit dem Leben. Damals wie heute geht es um Verrat, Intrigen, Abhängigkeit, Größenwahn, um Krieg und die scheinbare Unmöglichkeit von Frieden.

Virtuos spielt Jan-Christoph Gockel mit den Genres des Theaters: klassisches Versdrama, Dokumentarrecherche, mitreißende Live-Musik, Puppenspiel und ein gemeinsames, alle Sinne ansprechendes Kochhappening – nach dem Schiller-Motto „Der Krieg ernährt den Krieg“ wird das Heerlager als riesige Feldküche inszeniert. In der Hauptrolle als Wallenstein eindrucksvoll der querschnittgelähmte Schauspieler Samuel Koch, ein leiser, aber gefährlicher Souverän.

„Es ist der Geist, der sich den Körper baut“, sagt dieser Wallenstein und hängt einige Zeit später doch als Marionette im Weltgefüge, an Fäden hochgezogen, im Raum. Am Ende wird das Publikum zum Festmahl gebeten, um sich gemeinsam die Frage zu stellen: Wie konnte es so weit kommen? Wie schaffen wir es da wieder raus? Der siebenstündige überbordende Theaterabend über Aufstieg und Fall eines Machtmenschen ist ein Highlight dieser Spielzeit!“ (Susanne Schwarzer)


Die Nestroy-Gala findet am 22. November 2026 im Volkstheater Wien statt.

Weitere Informationen zu den Nominierungen finden Sie auf der Website des Nestroy-Preises.

>> Nestroy Preis

 

 

Die nächsten Vorstellungstermine von „Wallenstein“ in München, Kammerspiele:                                                

Sonntag, 22. November 2026, 15:00–22:15 Uhr
Samstag, 28. November 2026, 15:00–22:15 Uhr
Sonntag, 6. Dezember 2026, 15:00–22:15 Uhr

Freitag, 16. Oktober 2026

Severin Groebners Neuer Gossenhauer #114 - Taubenweiße Einsichten

 
















Farbenfroh, damit wenigstens die Kolorierung gute Laune hat.
©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Taubenweiße Einsichten

Kennt Ihr schon diesen Witz?

Treffen sich zwei Satiriker. Sagt der eine: „Mir fällt nichts mehr ein.“
Darauf der andere: „Aber geh, wie wärs, mach doch was mit dem amerikanischen Präsidenten, der geht immer.“
Wieder der erste: „Und was?“
Der Zweite: „Na ja, sagen wir, er kauft Diesel beim russischen Präsidenten, damit er die Verbraucherpreise in seinem eigenen Land runter kriegt, die er mit seinem Krieg gegen den erdölexportierenden Iran erst in die Höhe getrieben hat.“
Der erste beginnt langsam Feuer zu fangen: „Und dass, obwohl er im Wahlkampf das Ende der Kriege und niedrige Lebenshaltungskosten versprochen hat.“
Der zweite: „Und weil er… jetzt pass auf! Das wird geil!… weil er in Venezuela den Staatschef entführen hat lassen und den Krieg gegen den Iran angezettelt hat, erwartet er jetzt… was zu bekommen?“
Der Erste: „Eine Gratismitgliedschaft in der OPEC?“
Der Zweite: „Nein, den Friedensnobelpreis!“
Der Erste: „Jajajajaja.. genau! Den kriegt dafür aber eine …. sagen wir….äh… eine Richterin vom Internationalen Strafgerichtshof. Weswegen die USA daraufhin den Gerichtshof verklagen!“
Zweite: "Einen Gerichtshof verklagen?! Sehr super!! Aber damit nicht ist noch nicht Schluss. Der russische Präsident kauft mit dem Geld von den Amerikanern auch noch neue Drohnen für seinen Krieg gegen die Ukraine - und zwar von… na?“
Der Erste: „China?“
Der Zweite: „Nein, besser: dem Iran! So, dass die USA mit dem Kauf vom Diesel indirekt ihren eigenen Kriegsgegner finanzieren.“
Der Erste: „Hahahahahaha! Genau! Und dann sagt der amerikanische Präsident auch noch: ‚Die Ukraine bräuchte einen neuen Präsidenten!‘“
Der Zweite: „
Das kannst nicht machen. Das ist zu hart….hahaha!“

Dann greifen die beiden gut gelaunt zu ihren Smartphones und sehen, dass alles, was sie sich gerade Verrücktes ausgedacht haben, Realität geworden ist. Daraufhin heben sie die Blicke von ihren Telefonen, schauen einander an, stehen wortlos auf und… springen aus dem Fenster.

Landen aber - wie einst die kaiserlichen Beamten von der Prager Burg - nur auf einem Misthaufen. Genauer gesagt: Elektroschrott. Kullern davon gemütlich hinunter, überschlagen sich mehrmals und landen schließlich in einer Hüpfburg. Und zwar kurz vor dem Zeitpunkt als eine Gruppe französischer Schüler, die sich von den anstrengenden Protesten erholen wollen, sich auf die andere Seite der Hüpfburg wirft. Die beiden Satiriker werden dadurch soweit in die Luft geschleudert, dass sie kurz an der Stratosphäre kratzen und sogar einen schönen Blick über das Hurrikan- & Wettergeschehen im Golf von Mexiko… äh… Amerika…äh… Golf von Kuba haben.

Daraufhin verlieren sie wieder an Höhe. Und noch mehr. Und mehr. Und mehr.
Die Erde hat sich unter ihnen weiter gedreht und sie landen - Plumps! Plumps! - direkt auf zwei Drohnen.
Auf denen steht „From Russia with Love“, und sie steuern direkt auf das ohnehin schon brennende Kyiv zu. Man sieht wie Menschen verzweifelt davon rennen. Die Satiriker schauen einander an. Da fragt der erste den zweiten:
„Liegt das an uns? Oder an den Drohnen?“
Darauf der zweite: „Vielleicht ist es einfach Comedy-Publikum?“

Doch kurz bevor sie einschlagen, werden sie von einem Vogel gepackt und weg vom Kriegsgeschehen gen Westen getragen.
Sagt der erste Satiriker zum Vogel: „Wer bist denn Du?“
Darauf der Zweite: „Das siehst Du doch, das ist der heilige Geist!“
Der Erste: „Der heilige Geist ist eine weiße Taube, die in Rom wohnt. Dieses Federvieh aber ist…“
„…kohlrabenschwarz!“, sagt darauf der Vogel.
„Aha!“, sagt darauf der Zweite, „Wahrscheinlich eine Taube aus einem dieser extrem umweltfreundlichen Kohlekraftwerke!“
„Vielleicht“, meint der erste „ist es aber auch ein schwarzer Schwan, der nach diesem extrem trockenen Sommer auf der verzweifelter Suche nach Nahrung ist!“
„Oder es ist ein Papagei aus einem CO2-Speicher. Deshalb ist er so schwarz.“
„Ich bin ein Rabe!“ sagt darauf der Vogel.
„Wie hätten wir denn darauf kommen sollen?“, sagt der eine der beiden Satiriker.
„Genau! Zu naheliegend.“, darauf der andere.
„Oder sogar zu nahe-fliegend!“, sagt der andere und kichert über diesen sehr guten Wortwitz.
„Obwohl das hier schon eine Fernflugreise ist. Hihihi!“
„Aber keine Gern-Flug-Reise! Höhöhö!“
Die Satiriker haben sichtlich ihre gute Laune
wie im Flug wieder gefunden.

„Ruhe!“, sagt der Rabe plötzlich scharf „wir fliegen jetzt nach Deutschland und dort stimmt ihr zwei für den ‚Vogel des Jahres‘ beim NABU ab… und zwar für mich. Sonst gewinnt wieder wer anderer.“
„Wer denn?“
„Der Trauerschnäpper vielleicht“, versetzt der Rabe mit Melancholie in der Stimme.
„Ist der in der CDU?“, meint einer der beiden Satiriker ironisch.
„Oder die Mehlschwalbe!“, krächzt der Vogel verächtlich.
„Bei den steigenden Getreidepreisen? Könnte sein.“, witzelt der andere.
„Vielleicht sogar die Wasseramsel!“, flucht der Rabe mehr als er spricht.
„Ist das so eine kleine Dürre?“ - „Der war gut! Hühühü!“
„Oder am Ende…“, der Rabe fliegt ein steile Kurve nach unten, „der Kranich, diese Trottellumme!“
„Ist der nicht bei der Lufthansa?“ - „Nein, der arbeitet für einen gewissen Ibikus!“ - „So oder so: Eine schillernde Existenz!“ - „Wow, das ist aber die ganz spitze… Feder!“ - „Hehehehehe!“ - „Harharhar!“
Zwischen den Satirikern fliegen die Pointen nur so hin und her.

„Ruhe!“, faucht der Rabe scharf, „ich gewinne den Vogel des Jahres! Ich bin nominiert, und ich hab es verdient. Nach Jahrhunderten des schlechten Leumunds fordere ich jetzt mal Gerechtigkeit!“
„Vielleicht sogar“, flüstert der eine Satiriker dem anderen ins Ohr, „GerechtICHkeit.“
Der Rabe hat das aber nicht gehört und fährt fort:
„Schluss mit ‚Rabenvater‘ und ‚Rabenmutter‘! Ich kümmere mich sehr liebevoll um meinen Nachwuchs! Ich will nichts mehr hören vom ‚Aasfresser‘, wer lässt denn die ganzen Kadaver herumliegen? Obendrein bin ich intelligent und kann sprechen…“
„Naja. Die Kombination ist nicht immer von Vorteil in dieser Welt.“, sagt der eine Satiriker.
„Und noch dazu in Zeiten von anwachsendem Rassismus… dieses schwarze Federkleid… sagen wir mal: ungünstig“, darauf der andere.
„Für Deine Chancen seh’ ich - ehrlich gesagt - schwarz… kohlrabenschwarz.“
„Ja, Du bist einfach ein Unglücksrabe!“
Die beiden lachen voll Begeisterung über ihre Pointen.

Der Rabe jedoch seufzt nur:
„Ihr seid einfach zwei Idioten.“, öffnet seine Krallen und lässt die beiden Spieß… äh… Spaßgesellen fallen.

Und so stürzen die beiden zu Boden und landen - Platsch! Platsch! - in der Donau. Bei Wien.
Dort schwimmen sie ans Ufer, und gerade als sie dieses erreichen, sagt der eine Satiriker zum anderen:
„Weißt Du, was mir gerade eingefallen ist? Der US-Präsident könnte doch noch einen Ozean nach sich benennen wollen.“
„Ja! Hahaha!“, sagt der andere „Das ist wirklich gut! Das ist völlig gaga.“

„Ich muss Euch enttäuschen…“, sage ich zu den beiden Kollegen, während ich sie aus dem Wasser ziehe und unergründlich mit grünem Veltliner und Sachertorte trocken reibe, „das hat er tatsächlich gerade vorgeschlagen.“
Dann herrscht Stille.
Danach der erste: „Ich sag ja: Mir fällt nichts mehr ein.“
Dann der zweite: „Ich stimme… für den Raben.“

——

groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal.
Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem
„Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Zum Beispiel:

23.10.
Oberhaching Bibliotheksaal
24.10.
München Schlachthof
25.10.
Merkendorf Steingruberhaus

3.-5.11.
Wien Theater Drachengasse
6.11.
Kaisheim Kleinkunstbrauerei Thaddäus
7.11. F
rankfurt/Heddernheim Habel-Elf
10.11.
Linz Posthof
13.& 14.11.
München Lach&Schiess im TamS
19.11.
Wolkersdorf BaBü

Und meinen Jahresrückblick gibt es auch wieder:
27.11. in Offenbach im Filmklubb

Und mein neues Buch stelle ich auch vor. Es heißt wie das Programm „ICH BIN DAS VOLK!“
Denn das ist ja ein Manifest, also muss man das auch in der Hand halten können, sonst wäre es Maniflux (kleiner Witz für Lateiner)

Und das Werk wird  am 21.10. in Wien in der
Buchhandlung Analog das Licht der Welt erblicken
Die Wiedergeburt folgt dann am 30.10. in Frankfurt. Natürlich im
Buch&Wein

Da freu ich mich schon sehr.
Was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man und Frau und mensch übrigens
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich
hier anhören.

Auch zu hören:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“.

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was das Gletschereis alles so beherbergt. Oder eben nicht mehr.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64