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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 31. Januar 2018

Drohnenperspektive: Harmony of the Seas (weltgrößtes Kreuzfahrtschiff)






Worlds Largest Cruise Ship (Harmony of the Seas)

Ein recht gewagtes Abenteuer von einem Drohnenpiloten, die Harmony of the Seas einmal zu umkreisen und auch dezent zu überfliegen. Vielleicht hat er die 100 m Sicherheitsabstand eingehalten, aber ohne Sondererlaubnis aus fotografischen Gründen wäre die Überquerung bei uns nicht erlaubt. Jedenfalls spannend wie sich der Filmer anschleicht, mit beachtlichem Tempo von ca. 70km/h schätze ich, und welche Ansichten er eingefangen hat. Die Multifunktionsbühne am Heck, die Schwimmmöglichkeiten an Deck samt Ball-/Tennisspielfelder, und vor allem die imposante Mehrstöckigkeit und generell die Bauweise der schwimmenden Kleinstadt mit Kapazität von an die 7.000 Menschen. 

Dienstag, 30. Januar 2018

Heidelberger Poetikvorlesungen 2012: Innen - Amerika - Nacht (4)






»Die vermählende Kamerafahrt«, 3. Poetikvorlesung 

Unmittelbar nach dem Abschluss seines großen Romans »Sunrise. Das Buch Joseph«, an dem er sechs Jahre gearbeitet hatte, zieht Patrick Roth in drei Vorträgen eine vorläufige Bilanz seiner amerikanischen Jahre (1975-2012). 
Im Mittelpunkt seiner Rückschau steht das Erzählen in Bildern. Filmszenen, die den Jungregisseur faszinierten, und innere Bilder, die in den eigenen Träumen erscheinen, bilden seit je den charakteristischen Kern des Erzählens von Patrick Roth. 
Seine Vorlesungen spüren der numinosen Qualität dieser mythischen Bilder nach und erzählen von ihrer transformierenden Wirkung auf das eigene Leben.

Montag, 29. Januar 2018

Bastelstunde: Ein Propellerboot selbst basteln






RC Propellerboot Version 7 Super speed -
Benötigt werden 

 mind. 2-Kanal-Sender, 
-Empfänger
1 Lipo 2S 7.4v

1 Ladegerät B6 Charger https://goo.gl/avM7Xu
2 x DC 5V Motoren - 180

2 x Propeller 10,5cm
Kartonierte Epp-Platten oder vergleichbar,
biegsam und stabil

Sonntag, 28. Januar 2018

Mousonturm Frankfurt a.M.: Displacements. Andere Erzählungen von Flucht, Migration und Stadt

Displacements. Andere Erzählungen von Flucht, Migration und Stadt
Do. 18.01. — So. 04.02.2018

Trotz aller Debatten in Politik und Medien um die Begrenzung von Zuwanderung ist Migration in Deutschland längst Normalität, Alltag und vielschichtige Wirklichkeit in beständigem Wandel. In Großstädten wie Frankfurt leben mittlerweile mehr Menschen mit Migrationsgeschichte als ohne. Forderungen nach einseitiger Integration von Geflüchteten und Immigrierten in eine vermeintlich unveränderliche deutsche Gesellschaft und Leitkultur führen leicht zu Stigmatisierung, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Wie aber haben Migration und Flucht die Menschen, die Stadt und Stadtgesellschaften tatsächlich längst verändert? Wer erzählt die neuen, anderen Geschichten, und wie? Mit „Displacements“ versammelt der Mousonturm diese Erzählungen von Flucht, Migration und Stadt, die Künstlerinnen, Künstler und Kollektive aus Frankfurt, Berlin, Paris, London und Damaskus, aus Beirut, Kapstadt, Curitiba und Tokio in Form von Theaterstücken, Performances, Projekten, Festen, Konzerten, Diskussionen, Filmen und Videoinstallationen aufgreifen und weiterführen. Visionen der Stadtgesellschaft stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie kritische Fragen nach der Repräsentation von Migrantinnen, Geflüchteten und in Deutschland Geborenen. Denn „Displacements“ ist zugleich ein Festival der ungewohnten Spielformate und szenischen Konstellationen, der direkten und individuellen Erzählweisen, Begegnungen und Perspektiven.


Restprogramm:
Mobilalbanisches Wohnzimmer
28.1.-3.2., Mousonturm, Eintritt frei

1.2. Film "Madgermanes", 19:30 Uhr

ROSHANI: Licht und Erleuchtung für das neue Jahr
روشنی ورخشندگی در سال نو
28.1., 15-20 Uhr

Fest mit Zan e.V. und dem Ensemble „Hamnawa“, Farsi und Deutsch, Eintritt frei
Mousonturm
Marcio Abreu / Companhia Brasileira de Teatro (Curitiba)
Preto
Performance
Portugiesisch mit deutschen Übertiteln
30. & 31.1., 20 Uhr; 30.1. Gespräch im Anschluss, Saal

Les Filles De Illighadad
Konzert
1.2., 20:30 Uhr, VVK € 18,60 / AK € 21
Saal

Akira Takayama / Port B
McDonald’s Radio University
Business Lunch / ビジネス・ランチ
Essen/Gespräch, Englisch
4.2., 11–17 Uhr, Mousonturm, Eintritt frei

Video: Russland


Russia

Samstag, 27. Januar 2018

Fantasien zur Nacht (Video): TEASE





Tease

Jeans, Jeans, Jeans - die logische Fortentwicklung

Quelle: The Ragged Priest
Unser geliebtes multifunktionales Imageidol, mal zu eng bis zur Unfruchtbarkeit, mal zu weit bis zum Stolpern, mal aufgerissene Knie oder einfach Löcher, stonewashed, chemisch und maschinell gepeitscht sowieso schon lange, hat jetzt ein neues Modell bekommen, worauf wir schon lange gewartet haben.

Jetzt lassen die Jeanshersteller teilweise das Hüftteil bis auf einen Gürtelsaum ganz oben weg, sparen den Hintern komplett aus oder kombinieren viel zu kurzen Mini mit angeketteten Hosenbeinen. Was für Ideen! Bestens geeignet für die Schule, Haupteinsatzort in der Nachtschicht :-) Die Unternehmen konfrontieren die armen wilden Jungs oder verstörten Mädels mit ... natürlich!! ... noch mehr Unterwäsche. Die Zeiten der Knasthosenfahnentechnik für wenig bis ganz Schwule ist vorbei, jetzt das Schaufenster wahlweise 4K 360° View für Selfie-Videos oder nur von hinten! Halt! Hier fehlt etwas. Noch nicht gesichtet die Jeans ohne Hüfttextilstück vorne! So geht's ja nicht. Liebe Hersteller, bitte nachbessern!
Die Lustquelle mal versteckt keusch unterm Langshirt, mal schwer sexy mit Reizwäsche, ja, genau: Ganz Offene können alles weglassen! Was das für eine Freude macht ... Für die Träger(innen) weniger bei Blasenentzündung. Der neueste Dukatenesel steht also bereit. Gibt es einen Run auf die Shops? Lassen sich die Youngsters und Ältere drauf ein?

Quelle: The Ragged Priest

Freitag, 26. Januar 2018

Fantasien zur Nacht (Video): "Do You Like Me Now?"






"Do You Like Me Now?" 

28.01.18 im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern: Gemeinsam ein Familienversteck gestalten

Aus gebeiztem Ahorn: Holzkästchen mit Geheimfächern
aus Süddeutschland, 17. Jahrhundert
(Foto und © Schell Collection, Graz)


Gemeinsam ein Familienversteck gestalten
Kreatives Kunst(früh)stück für Familien im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern 

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, lädt am Sonntag, 28. Januar, um 11 Uhr Familien zu einem kreativen Kunst(früh)stück ein. Jeder hat Geheimnisse: Erwachsene, Kinder, Familien, Länder... Da stellt sich die Frage, mit wem man seine Geheimnisse teilt und wo man sie versteckt. In der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss. Chancen und Risiken von Big Data“ vergleichen die Besucher zusammen mit  Andrea Löschnig und Sabrina Noß Verstecke in alten Möbelstücken, Verschlüsselungen durch Drehscheiben und Maschinen sowie Schlüssel und Schlösser mit heutigen Medien und ihren Möglichkeiten der Verschlüsselung und des Versteckens. Danach gestalten Kinder und Erwachsene gemeinsam ein „Familienversteck“ – was da wohl hineinkommt? Das anschließende Familienfrühstück bildet den Höhepunkt und gemeinsamen Ausklang im Museum. Eine Anmeldung ist erforderlich bis spätestens Donnerstag, 18. Januar unter der Telefonnummer 0631 3647-201; Karten sind ausschließlich im Vorverkauf an der Museumskasse erhältlich oder können unter info@mpk.bv-pfalz.de verbindlich bestellt werden. Erwachsene zahlen für Eintritt, Material und Frühstück 15 Euro, Kinder sechs Euro und Familien (zwei Erwachsene mit 2 Kindern bis 12 Jahren) 35 Euro.

Donnerstag, 25. Januar 2018

Premiere in Frankfurt a.M.: ENRICO von Manfred Trojahn (Oper)

v.l.n.r. Sebastian Geyer (Barone Tito Belcredi), Samuel
Levine (Bertoldo), Holger Falk (Enrico; sitzend),
Björn Bürger (Arialdo) und Frederic Jost (Ordulfo)
(c) Barbara Aumüller

Premiere / Frankfurter Erstaufführung

ENRICO
Dramatische Komödie in neun Szenen von Manfred Trojahn
Text von Claus H. Henneberg
nach dem Drama Enrico IV (1922) von Luigi Pirandello
Mit Übertiteln

Musikalische Leitung: Roland Böer
Regie: Tobias Heyder
Bühnenbild: Britta Tönne
Kostüme: Verena Polkowski
Licht: Marcel Heyde
Dramaturgie: Mareike Wink
Enrico: Holger Falk
Marchesa Matilda Spina: Juanita Lascarro
Barone Tito Belcredi: Sebastian Geyer
Frida: Angela Vallone
Carlo di Nolli: Theo Lebow
Dottore: Dietrich Volle
Landolfo: Peter Marsh
Bertoldo: Jaeil Kim
Arialdo: Björn Bürger
Ordulfo: Frederic Jost
Giovanni: Doðuþ Güney
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper


Enrico ist die erste Oper des deutschen Komponisten Manfred Trojahn (*1949), entstanden als Auftragswerk des Süddeutschen Rundfunks und der Musikfestspiele in Schwetzingen, wo sie am 11. April 1991 im Schlosstheater unter Mitwirkung des Ensembles der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wurde. Das von Claus H. Henneberg eingerichtete Libretto beruht auf dem 1922 in Mailand uraufgeführten Schauspiel Enrico IV von Luigi Pirandello. Die Kammeroper steht auf der einen Seite in der Tradition der Literaturvertonungen, weist aber auch musikalische Einflüsse verschiedener Opernkomponisten von Rossini über Verdi bis Puccini auf. Die Titelpartie verlangt neben dem Sprechgesang nach lyrischen musikalischen Ausdrucksformen bis hin zu dramatischen Ausbrüchen. Mit dieser Produktion im Bockenheimer Depot erlebt das Werk nun seine Frankfurter Erstaufführung.

Zum Inhalt: Nachdem Enrico anlässlich eines historischen Festumzugs als Heinrich IV. verkleidet vom Pferd stürzte, glaubt er tatsächlich, jener Salierkaiser zu sein, dessen Gang nach Canossa inzwischen sprichwörtlich ist. Zwanzig Jahre später hat Enrico seinen Verstand längst wiedergefunden, aber er lässt die ihn umgebenden Menschen darüber im Ungewissen. In einer Art Schocktherapie will ihn sein Umfeld – darunter auch die von ihm ehemals verehrte Matilda – mit seiner Vergangenheit konfrontieren und „heilen“. Doch als es tatsächlich um Leben und Tod geht, bleibt Enrico kaum mehr eine andere Wahl, als weiterhin die Identität Heinrichs IV. aufrecht zu erhalten.

Die musikalische Leitung liegt bei Roland Böer, der ab 1996 für drei Jahre als Solorepetitor und von 2002 bis 2008 als Kapellmeister an der Oper Frankfurt tätig war. Seither fungiert er – anfangs als musikalischer Leiter – seit 2015 auch als künstlerischer Leiter des von Hans Werner Henze gegründeten Cantiere Internationale d’Arte in Montepulciano. Daneben geht er einer regelmäßigen Gastiertätigkeit an bedeutenden Opernhäusern nach. Auch der Regisseur Tobias Heyder kann als „Frankfurter Gewächs“ bezeichnet werden, da er von 2009 bis 2015 als Regieassistent an der Oper Frankfurt tätig war. Hier inszenierte er 2014/15 die Uraufführung von Rolf Riehms Sirenen. Danach entstanden Arbeiten u.a. an den Theatern von Coburg, Aachen, Magdeburg und Saarbrücken. Der Bariton Holger Falk (Enrico) gilt als Spezialist für Neue Musik, die er mit renommierten Ensembles an Theatern weltweit zur Aufführung bringt. In Frankfurt war er u.a. ab 2014 in der im Bockenheimer Depot uraufgeführten Oper Der goldene Drache von Peter Eötvös zu erleben. Die übrigen Partien sind fast ausschließlich mit Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt.

Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Sonntag, 21. Januar 2018, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot

Weitere Vorstellungen: 23., 25., 27., 29., 31. Januar, 2., 4. Februar 2018
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr


Preise: € 20 bis 70 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Wie war's bei IWAN SUSSANIN - EIN LEBEN FÜR DEN ZAREN von Glinka in der Oper Frankfurt?

Iwan Sussanin (Dmitry Belosselskiy)
(c) Barbara Aumüller

Eine Premiere in Frankfurt a.M. aus dem Jahre 2015 zog erneut als Wiederaufnahme ins Programm und begeisterte die Zuschauer ein weiteres Mal. IWAN SUSSANIN, Ein LEBEN FÜR DEN ZAREN - eine Oper von Michail Glinka mit Uraufführung im Bolschoi-Theater St. Petersburg 1836, ist ein Stück russische Seele, Liebe zur Heimat, Leid in Kriegszeiten und wunderbare Musik mit kräftigen Stimmen. Die Authentizität der Gefühle, das tiefe Leiden und poetische Sprechen darüber, die Kraft und Ausdauer des leidensfähigen Bauernvolkes, sein beständiger Kampfeswillen, und sei es sogar nur mit dem Dreschflegel und Panjekarren gegen Stahl, sind es, die diese Oper unvergesslich machen und aus allem auch herausheben. Der Untertitel der Oper stammte vom Zaren selbst, der das so vom Komponisten wünschte. Das Libretto schrieb  Baron Jegor Fjodorowitsch von Rosen.
Wanja (Katharina Magiera) und Antonida (Kateryna Kasper)
verstecken sich vor den eindringenden
Deutschen (Hintergrund Chor der Oper Frankfurt)
(c) Barbara Aumülle
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Harry Kupfer, altgedienter und hochdekorierter Regisseur in der DDR und in Deutschland, überraschte Frankfurt mit vielen erfolgreichen Inszenierungen, auch Prokofjews DER SPIELER ein großartiges Beispiel. Sein SUSSANIN wurde aus dem Jahr 1600 ins Jahr 1942 verlegt, so wie die Frankfurter Inszenierung von Richard Strauss' CAPRICCIO (UA 1942, München) das Geschehen ebenfalls in die 1940er Jahre verlegte. Zeigt die Glinka-Inszenierung den Krieg und die Bedrohung Moskaus durch den Hitler-Angriff, debattieren Strauss' Protagonisten über die Kunstgenres mitten in der Kriegszeit. Historisch war Hintergrund der Oper der Angriff Polens und Litauens vor über 400 Jahren, um den Thron in Moskau zu ergattern, neu inszeniert sind es die Hitler-Truppen, die in weißer Tarnkleidung und in deutscher Sprache singend einfallen (von Buhrufen der Zuschauer verfolgt) und ihre Niederlage statt in Stalingrad (Februar 1942) in den Sümpfen vor Moskau finden. Die schnieken Deutschen mit Polen und Litauern in Uniform, die ihren Angriff planen und mit Tanz feiern wie auf einer Rüstungsmesse mit dem neuesten Panzertyp im Hintergrund - fehlt nur noch der große Mercedes für die Generalität, so wie Erdogan sich heute mit seinem gepanzerten Mercedes-Maybach 600 führermäßig durch die Lande fahren lässt. Auf der anderen Seite die Moskowiter Bauern, Partisanen, die eine fürchterliche Bedrohung für Moskau und den Zaren, ihre Familie sowie Leib und Leben fürchten.
Sussanin führt sie weg vom Aufenthaltsort des neu gewählten Zaren, um ihm die Krönung
Iwan Sussanin (Dmitry Belosselskiy) einziger Trost vor seinem Tod
ist die Heirat von Antonida (Kateryna Kasper) und
Bogdan Sobinin (Anton Rositskiy)
(c) Barbara Aumüller
zu ermöglichen. Und zwar so nachhaltig tief in die Wälder und Sümpfe, dass sie nicht mehr herausfinden werden. Die Irregeführten bemerken den Trick nach einer langen, langen Wanderung in die Nacht hinein erst am nächsten Morgen. Vor lauter Wut erschlagen sie Sussanin. Sein Sohn Wanja konnte unterdessen den Zaren warnen und kommt mit Soldaten in den Wald, können aber nur noch den toten Sussanin finden. Sussanin wird in Moskau vor dem Kreml als Held der Sowjetunion für einige Minuten von den Sowjetbonzen unter ihren riesigen Schirmmützen gefeiert, dann wieder vom normalen Volk, zu seiner historischen Zeit durch den Zaren und den obersten Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche.

Die beeindruckende Kulisse auf der Bühne von Hans Schavernoch wird durch einen großen Triumphbogen in zerstörter Schräglage und eine zerbrochene Glocke bestimmt. Sie wird eine Anspielung auf die zerbrochene Zarenglocke sein, die seit ihrer Urform von 1599, der Großen Uspenski-Glocke mit 18 Tonnen, mehrmals neu gegossen, schwerer und stabiler wurde und jedesmal wieder zerbrach, auch das letzte Mal in Aktion durch einen Brand wieder abstürzte und zerschlug. Die allerletzte Form der Zarenglocke wurde nie eingesetzt. Sie steht als Denkmal vor dem Kreml, typisch ist das wieder herausgebrochene Stück. Gazevorhänge als Leinwände, Baumattrappen und Video-/Lichtprojektionen schaffen eine beeindruckende Atmosphäre vom tiefen Wald im Schneesturm.

Unter der musikalischen Leitung von Justin Brown haben wir es mit einer poetischen, epischen und patriotisch-kämpferischen Musik von Glinka zu tun. Die Chorszenen sind einfach sehr, sehr gelungen. Chorleiter Tilman Michael hat mit Yan Tax (Kostümen) authentisches altes Russland heraufbeschworen. Im Original Glinkas gibt es sogar noch mehr Aufmärsche und Chorszenen, die hier entfielen. Iwan Sussanin wird ganz hervorragend von dem weltweit gefragten Bassisten Dmitry Belosselskiy gesungen. Ob es die Liebe zu seinem übermütig-verspielten, von Heldentum schwärmenden Sohn Wanja (Katharina Magiera, Alt), seiner Tochter Antonida (Kateryna Kasper, Sopran, Ukraine) oder zu ihrem Verlobten und zukünftigen Schwiegersohn, der Partisanenführer Bogdan Sobinin (Anton Rositskiy, Tenor, RU) ist, oder zu dem Anführer der russischen Soldaten bzw. dem zu krönenden Zaren, er stellt in mächtigem Gesang seine großen Gefühle für seine Liebsten und das Vaterland Russland dar. Unvergesslich diese Leidensszene des mutigen Vaters in den frühen Morgenstunden vor aufkommender Dämmerung. Er will nicht sterben, denkt voller Wehmut an die Geburt seiner Tochter, ihr Aufwachsen, tröstet sich mit der Heirat und weiß, dass er den Zaren schützen musste.


Unvergesslich, eindringlich und ergreifend.

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Dienstag, 23. Januar 2018

Jazz- und Weltmusik-Legende Hugh Masekela gestorben

Hugh Masekela (rechts) mit Larry Willis (2016)
Von Vanellus - Eigenes Werk, GFDL,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49450529
Die große Jazz- und Weltmusik-Legende Hugh Ramopolo Masekela (geb. am 4. April 1939 in Witbank) ist heute, den 23. Januar 2018 in Johannesburg gestorben. 

Der südafrikanische Musiker (Trompete, Flügelhornist, Kornettist, Pianist, Sänger und Komponist) hat sehr viele Songs mit Beschreibungen und Kritik an den widrigen Lebensumständen während der Apartheid geschrieben. Er wurde mehrfach ausgezeichnet und gewann unter anderem zwei Grammys, den ersten Grammy Award für GRAZING IN THE GRASS als Best Contemporary Pop Performance – Instrumental und den zweiten 2012 für JABULANI als Best World Music Album.

Sein Vater Thomas Selema Masekela hatte mehrere Berufe, von pädagogischen, über Gesundheitsinspektion, Bergmann bis zum Künstler und seine Mutter Pauline war Sozialarbeiterin. Masekela war das älteste Kind von vier Geschwistern und wuchs in Johannesburg auf. Der Hollywood-Film Young Man with a Horn mit Kirk Douglas brachte ihn zur Trompete und zu Musikschulen. 1956 bekam er eine Trompete von Louis Armstrong als Anerkennung seines Talents. Mit Dollar Brand und anderen afrikanischen Könnern formierten sich 1959 die Jazz Epistles, die das erste Modern-Jazz-Album Südafrikas einspielten. Das Massaker von Sharpeville 1960 erschütterte seine Leben, er ging für viele Jahre ins Exil und lernte viele wichtige Menschen kennen, die ihm halfen, so Yehudi Menuhin in London, in den USA dann u.a. Miriam Makeba, Harry Belafonte, Dizzy Gillespie. Er studierte an der Manhattan School of Music und veröffentlichte 1963 TRUMPET AFRICAINE sein erstes Soloalbum, 1964 bis 1966 war er mit Miriam Makeba verheiratet, 1967 Konzerte mit den Byrds und 1968 seinen ersten Grammy-Hit mit dem Instrumentalstück Grazing in the Grass, das auf Platz 1 der Billboard Hot 100 landete. Er entwickelte sich weiter zwischen Fusion-Jazz, Rhythm and Blues, Afrobeat und Mbaqanga zu einem individuellen Stil. Sein Weg führte ihn nach Afrika zurück, er lebte zunächst in Guinea, dann in Zaire und Nigeria. 1980 trat er zusammen mit Miriam Makeba in Lesotho auf, zog ein Jahr später nach Gaborone in Botswana, und verließ das Land nach einem Anschlag der South African Defence Force auf seine Musikschule mit 16 Toten wieder. Er produzierte in den Folgejahren das Broadway-Musicals SARAFINA!, tourte 1987 mit Paul Simons GRACELAND, veröffentlichte den Song BRING HIM BACK HOME, der die Freilassung Nelson Mandelas aus dem Gefängnis forderte. Er durfte in Südafrika nicht gespielt werden, wurde jedoch nach Mandelas Freilassung regelmäßig als Hymne bei dessen Auftritten gespielt.

Nach 1990 und der Abschaffung der Apartheid lebte er wieder in Südafrika und den USA, heiratete 1999 die Ghanaerin Elinam Cofie. Sein Sohn Selema (1971) stammt aus einer anderen Beziehung. 2010 eröffnete er die Fußball-Weltmeisterschaft musikalisch, 2011 hatte er einen großen Auftritt mit U2 in Johannesburg, 2016 im Weißen Haus in Washington, D.C. und 2017 führte er das Theaterstück GONE NATIVE – THE LIFE AND TIMES OF REGINA BROOKS auf und schrieb auch die Musik dazu.



Heidelberger Poetikvorlesungen 2012: Innen - Amerika - Nacht (3)







»Der Stimmen-Brunnen«,  2. Poetikvorlesung 

Unmittelbar nach dem Abschluss seines großen Romans »Sunrise. Das Buch Joseph«, an dem er sechs Jahre gearbeitet hatte, zieht Patrick Roth in drei Vorträgen eine vorläufige Bilanz seiner amerikanischen Jahre (1975-2012). Im Mittelpunkt seiner Rückschau steht das Erzählen in Bildern. Filmszenen, die den Jungregisseur faszinierten, und innere Bilder, die in den eigenen Träumen erscheinen, bilden seit je den charakteristischen Kern des Erzählens von Patrick Roth. Seine Vorlesungen spüren der numinosen Qualität dieser mythischen Bilder nach und erzählen von ihrer transformierenden Wirkung auf das eigene Leben.

Montag, 22. Januar 2018

Deutsche sind ärmer als vermutet, nur die Betroffenen haben es schon lange geahnt

Irgendetwas stimmt hier nicht. Angeblich hätten die Deutschen Billionen ungenutzt auf der hohen Kante, dabei sind sie ärmer als andere EU-Bürger. Eine EZB-Studie hat, wie die FAZ darauf hinweist, durch eine große Haushaltsbefragung vor einem Jahr herausgefunden, dass das sog. Median-Vermögen (Mittelwert) bei nur 60.000 Euro liegt, und das seit 2014. Weder die höheren Immobilienpreise noch die gekletterten Börsenwerte haben daran etwas geändert.

Diese Stagnation sollte man noch in die Vergangenheit verfolgen, um herauszufinden, wann der große Gewinnspike für die Mehrheit aufgetreten ist, wenn er denn aufgetreten ist. Die Deutschen liegen mit diesem "statistischen Medianvermögen" nur knapp vor Polen (!) und werden ordentlich überholt von Belgiern (218.000 Euro), Spaniern (160.000) und Italienern (146.000). Auch die Franzosen liegen noch fast doppelt so hoch (113.000 Euro). Über ein höheres Vermögen verfügen ebenfalls die Österreicher, Niederländer und Portugiesen, sogar die Slowenen. 


Der sog. Durchschnittswert errechnet sich wieder anders, da wären es immerhin 214.000 Euro pro deutscher Nase, durch die Reichen nach oben verzerrt. Aber auch beim Durchschnittswert liegen viele andere europäische Länder und die USA vor den Deutschen. Welchen darf man jetzt für die Planung heranziehen und trifft den Bedarf an Kapital im Alter besser? Insgesamt liegen die Bürger erstaunlich weit zurück gegenüber den anderen Ländern. Liegt es an der hohen Akzeptanz des sozialamtsgestützten Müßiggangs, oder ist es bei uns einfach zu teuer?

Drohnenperspektive: Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Miami





Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Miami

Warnhinweis: Der Sicherheitsabstand für Hobbypiloten in die Weite und Höhe darf in Deutschland 100 m (fern von neuralgischen Gebieten wie Flughäfen, Militär, Industrie, Wohngebieten etc.) nicht überschreiten. Das Überfliegen von Menschenansammlungen (wie hier auf dem Deck) ist aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, es sei denn es liegt eine Sondergenehmigung für Luftaufnahmen mit Überfliegen vor.

Sonntag, 21. Januar 2018

Der Faltsch-Wagoni-Wetterfrosch: 2018

Liebe Freunde,

2018 - dass ich das noch erleben darf! Geht's euch auch so: als junger Hupfer wurde einem bei solchen Jahreszahlen schwindelig, und jetzt ist es plötzlich da, dieses Jahr, unfassbar. Ich habe mir wieder so einiges vorgenommen 2018 - wie jedes Jahr zuvor auch. Vorsätze nennt man Sätze, aus denen nichts wird, dummerweise, aber ich habe mir vorgenommen, mir bestimmte Vorsätze so lange und immer wieder vorzunehmen, bis sie Realität werden:
  • Weniger Cloud - mehr Wolkenkuckucksheim.
  • Weniger online - ich bin ein freier Frosch, kein Hündchen, das sich anleinen lässt.
  • Support your local dealer - mehr Tante Ämma, weniger Ämazon.
  • Mehr Bewegung, auch auf dem Konto, das Gute an Kontobewegungen ist, dass man sich selbst nicht zu bewegen braucht.
  • Keine Arztbesuche mehr, weil das mit Besuchskultur absolut nichts zu tun hat, man kriegt nichts angeboten, im Gegenteil, man kriegt was abgenommen, vor allem Blut.
Lebewesen wie ich pflegen die Winterpause, das hält gesund. Amphibien und Reptilien gehören zu den ältesten Arten auf diesem Planeten. Das gilt auch für eine Art namens Groko. Das Groko lebt in Deutschland und ist leicht an seiner schwarz-roten, zähen Lederhaut zu erkennen. Es gilt allgemein als langweilig, doppelzüngig, ein bisschen dumm und vor allem als träge - deswegen wird es auch zurecht als Kriechtier bezeichnet. Es bewegt sich nur äußerst ungern, was beim Betrachter dauerhaft zu Ermüdungserscheinungen führt. Es häutet sich alle vier Jahre in Form einer Sondierung, was so viel heißt wie: aus Alt mach Alt. Dann geht der Zyklus wieder von vorne los.

Das Land ist kalt, der Himmel grau
Man ist genervt und steht im Stau
Im Stau steht auch die Politik
Es gibt kein Vor und kein Zurück
Vorbei der Traum von der Karibik
Die Lage - lustlos und beliebig
Wo ist der Wurf? Wo ist das Ziel?
Weggeschnappt vom Groko-Deal
Wenig rührt sich, nur Orkan
"Friederike" zeigt Elan


Tja, ein Sturmtief jagt das nächste, und nur der Trottel in Übersee mit der blonden Sturmfrisur würde das als normal bezeichnen.

Nicht verzagen - kontra sagen!

rät euer Wetter-Frosch

 
Zur Aufheiterung in der Tristesse des politischen Tagesgeschäfts empfehle ich einen Blick in die brandneue Video-Collage >>> Auf in den Kampf, Amore!

1000 Dank an Michaila Kühnemann für Kameraführung, Bearbeitung und Schnitt www.michaila.de


Übrigens, ab jetzt liegt das Booking von Faltsch Wagoni wieder in den Händen von Faltsch Wagoni selbst, respektive Silvana Prosperi >>> mail

Faltsch-Wagoni-Termine
Fr 19.01. Bad Neustadt Bildhäuser Hof  >>> Auf in den Kampf, Amore!
Sa 20.01. Schweinfurt Disharmonie >>> Auf in den Kampf, Amore!
Fr 02.02. Memmingen PIK >>> Auf in den Kampf, Amore!
Sa 03.02. München Hofspielhaus >>> Auf in den Kampf, Amore!
Fr 16.02. Duisburg Die Säule >>> Der Damenwal - Meer als Glück
Sa 17.02. Köln Bürgerhaus Stollwerck >>> Auf in den Kampf, Amore!
Fr 23.02. Waldshut-Tiengen Ali Theater >>>
tickets >>>
Auf in den Kampf, Amore!
Sa 24.02. Freiburg Vorderhaus >>> Auf in den Kampf, Amore!
Sa 03.03. Seefeld Sudhaus >>> Derniere
Der Damenwal - Meer als Glück
Do 08.03.
Fr 09.03.
Sa 10.03.
Mainz Unterhaus >>> Auf in den Kampf, Amore!
Ostern
Fr 30.03.
Sa 31.03.
München Lach & Schieß
Fr >>>
Sa >>>
Auf in den Kampf, Amore!
Sa 07.04. Hannover TAK >>>
Auf in den Kampf, Amore!
So 08.04. Berlin ufa fabrik >>> Auf in den Kampf, Amore!
Mi 11.04. Hamburg Theaterschiff >>> Auf in den Kampf, Amore!
Fr 13.04. Dießen Maurerhansl Auf in den Kampf, Amore!
So 15.04. CH - Bern La Cappella >>> Auf in den Kampf, Amore!
Fr 20.04. Stuttgart Theaterhaus >>> Auf in den Kampf, Amore!
Sa 21.04. Rottweil Musikpavillon
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So 22.04. Gottmadingen St. Georgshaus >>> Auf in den Kampf, Amore!
Fr 27.04. Darmstadt Halb-Neun-Theater >>>
tickets >>>
Auf in den Kampf, Amore!
Sa 28.04. Aschaffenburg Hofgarten Kabarett >>> Auf in den Kampf, Amore!

Samstag, 20. Januar 2018

Fantasien zur Nacht (Video): SUNNY





Emanuel Gat Dance & Awir Leon - 
SUNNY [Full Version]

WhatsApp ganz unverhüllt?

Anscheinend, wie schon lange gemunkelt bzw. bekannt, kann WhatsApp mitgelesen, auch die Sprachnachrichten abgehört werden. Kaspersky Lab hat die Malware für WhatsApp jetzt benannt. Sie heißt Skygofree. Die Software verfügt über Funktionen, die so woanders noch nicht gesehen wurden. Dritte, wie Insider, Fachleute, Polizei und Geheimdienste können so  die verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten mitlesen und haben auch Zugriff auf das Mikrofon des Geräts. Nach Berichten von Spiegel Online werde das Tool jedoch nur für die spezifische Observierung von Verdächtigen eingesetzt, es finde keine Massenüberwachung statt.

Freitag, 19. Januar 2018

Fantasien zur Nacht (Video): Mit dem Kopf durch die Wand ...





golpes y cuerpo

Wiederaufnahme heute in der Frankfurter Oper: SUSSANIN von Michail Glinka

(c) Barbara Aumüller
WIEDERAUFNAHME
Freitag  19. Januar 2018
Beginn  19.30 Uhr
Dauer    ca. 2 1/2 Std. inkl. 1 Pause

IWAN SUSSANIN
MICHAIL I. GLINKA 1804-1857
Oper in vier Akten mit einem Epilog
Text von Jegori F. Baron von Rosen, Sergei M. Gorodeckii
Epilog von Wassili A. Schukowski

Uraufführung der ersten Fassung Ein Leben für den Zaren am 9. Dezember 1836, Bolschoi Theater, Sankt Petersburg
Frankfurter Bearbeitung von Norbert Abels und Harry Kupfer

Premiere am 25. Oktober 2015

In russischer und deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

BESETZUNG
Musikalische Leitung  Justin Brown
Regie  Harry Kupfer
Szenische Leitung der Wiederaufnahme  Orest Tichonov
Bühnenbild  Hans Schavernoch
Kostüme  Yan Tax
Licht  Joachim Klein
Video  Thomas Reimer
Chor, Extrachor  Tilman Michael
Dramaturgie  Norbert Abels
Choreografie Krakowiak  Irene Klein
Iwan Sussanin  Dmitry Belosselskiy
Antonida  Kateryna Kasper
Bogdan Sobinin  Anton Rositskiy
Wanja  Katharina Magiera
Hauptmann  Thomas Faulkner
Ein Bote  Thomas Charrois


Chor und Extrachor der Oper Frankfurt

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

»Mir gefällt vor allem die Fabulierfreude der Russen. Sie haben eine ganz andere Vorstellung vom musikalischen Theater und eine ganz andere Dramaturgie. Ausgewählt sind oft nicht die dramatisch kräftigsten Szenen, sondern diejenigen, die die Möglichkeit bieten, Musik in großen poetischen Tableaus und folkloristischen Szenen auszubreiten.« Harry Kupfers Charakterisierung trifft für diese Oper, die er in Frankfurt erstmals inszenierte, ohne jede Einschränkung zu. Die Handlung ist klar und einfach: Nach einem Machtwechsel und dem vermeintlichen Sieg über die Feinde, beginnen die Hochzeitsvorbereitungen des heimgekehrten Sobinin und seiner Verlobten Antonida. Als die Gegner erneut zum Angriff ausholen und im Hause des Vaters der Braut, Iwan Sussanin, einfallen, wird diesem schnell bewusst, dass er sofort handeln muss, um das Vaterland zu retten. Noch mitten in der Nacht schickt er seinen Ziehsohn Wanja mit der Warnung vor dem einmarschierenden Heer zu dem geheimen Ort, an dem sich das neue Oberhaupt aufhält. Sussanin selbst führt die Feinde in die Irre und nimmt dafür den eigenen Tod in Kauf. Michail Glinka, der »Vater der russischen Oper«, zeigt in den imposanten Chorpassagen des Werkes eine innige Nähe zu den Menschen auf dem Lande. »Es schafft das Volk die Musik, wir Musiker arrangieren nur.«

JAN 2018
FR19. SO21. DO25. SA27.





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Benötigt werden:
3-Kanal-Sender, Empfänger 3-Kanal, 2x 180er Motoren, passende Regler, 2x Propeller 9,5 cm (CW und CCW, rechts- und linksdrehend), 2x Servo SG90/9g, 2 Ruderhörner, 2S 7,4-Volt-Akku, Fahrgestell, kartonierter Hartschaum

Donnerstag, 18. Januar 2018

Wie war's in CAPRICCIO von Richard Strauss in der Oper Frankfurt?



Olivier und Flamand mit den Dienern                      (c) Monika Rittershaus

Ensemble                                        (c) Monika Rittershaus

v.l.n.r. AJ Glueckert (Flamand),
Daniel Schmutzhard (Olivier)
und Camilla Nylund (Gräfin Madeleine)
(c) Monika Rittershaus
Brigitte Fassbaender hat für die Frankfurter Oper eine interessante Inszenierung von Richard Strauss' letztem Werk CAPRICCIO vorgenommen. Premiere war am Sonntag, den 14.01.2018. Ein gespanntes Publikum wartete darauf, wie dieses Werk mit einer Entstehungsgeschichte von 1934 bis 1941 und einer Erstaufführung im Nationaltheater München im Jahr 1942, dem Jahr des Untergangs der 6. deutschen Armee im tödlichen Februarfrost von Stalingrad und der bereits auf Hochtouren laufenden nationalsozialistischen Vernichtung aller Andersdenkenden, von sog. "lebensunwerten" bis Menschen jüdischen Glaubens und "minderer Rasse", sich wohl heute präsentieren lässt.

Die vielgesichtige Figur Richard Strauss, der 1933 zum Präsidenten der Reichsmusikkammer ernannt wurde, 1934 sozusagen eine Petition der Kulturschaffenden zum Zusammenschluss der Ämter Reichspräsident und Reichskanzler in persona Adolf H. unterschrieb, sich auch dafür einsetzte, und wiederum ein Jahr später wegen seiner Zusammenarbeit und Korrespondenz mit (dem Juden) Stefan Zweig auf Betreiben der Gestapo wieder seines Amtes enthoben wurde. Seine Musik wurde vom Führer dennoch weiter geschätzt, er ernannte Strauss zu einem der drei wichtigsten deutschen Musiker.

Strauss' Partner in Kreativität war auch bei Capriccio Stefan Zweig, der die thematische Idee dazu hatte und später im Monat des Stalingrad-Infernos in Brasilien Selbstmord begann. Er erlebte die Uraufführung in München im Oktober nicht mehr.

Strauss hatte scheinbar ganz unverfänglich das Geschehen in den Gartensaal eines Rokokoschlosses in der Nähe von Paris, um das Jahr 1775 herum, verlegt. Künstler treffen sich im Schloss der Gräfin Madeleine, um deren Geburtstag zu planen. Wie so häufig bestimmt die selbstbezogene Eitelkeit der Kreativen den Diskurs. Im Vordergrund steht das verliebte Werben des Dichters Olivier (eifrig für Prima le parole kämpfend AJ Glueckert, Tenor) und des Komponisten Flamand (völlig pikiert und emsig Prima la musica fordernd Daniel Schmutzhart, Bariton) um die Gräfin - beide wollen ihr Erstlingswerke, ein Sonett und eine Komposition übereignen - und die Vorstellung des Geburtstagsgeschenks des Theaterdirektors La Roche, der ein Huldigungsfestpiel aufführen möchte und eine radikal neue Oper fordert. Ferner kommen hinzu an Künstlern Clairon, die Schauspielerin (Tanja Arina Baumgartner, Mezzosopran), ein italienisches Sängerpaar, eine junge Solotänzerin und weitere drei Musiker. Der gealterte Souffleur dazu führt eine Randexistenz und wird als witzige Figur ausstaffiert. Haushofmeister und acht Diener runden die adlige Ausstattung ab. Das beeindruckende Bühnenbild in Frankfurt zeigt einen Wintergarten mit Bühne - eine klassische Illusionsbühne, die am Ende noch vierfach in die Tiefe und gähnende Leere erweitert wird, als die Gräfin gedenkt ihr Geburtstagssouper ohne Gäste einzunehmen.

Regisseurin Fassbender hat verschiedene Kunstgriffe zur Überzeitlichkeit implantiert. Sie hievt alles in das besetzte Frankreich des Jahres 1942, lässt das Disputieren in eine politische Entscheidung der Gräfin gegen die beiden politisch blinden Schwärmgeister und gegen die geplante Aufführung in Entstehung münden, die einer Französin würdig ist, wunderbar mit physischer und stimmlicher Präsenz verkörpert von der finnischen Sopranistin Camilla Nylund. Zeitzeichen sind Kleidung der Vierziger Jahre, ein kleiner Junge, der mit einem Panzer auf dem Boden spielt und einmal schön deutlich bühnenmittig Klein-Adolf mimt und den Hitlergruß vor Publikum zeigt. Filmreif tauchen im späteren Teil der Oper Geigenkästen als Futterale für Maschinenpistolen auf.

Die ganze bunte Truppe entwickelt im Verlauf der Oper einen Konsens, den die Gräfin stiftet und der sich auch im musikalischen Geschehen artikuliert. Bis zu dem Punkt, an dem La Roches (den voreingenommenen Theaterdirektor, der eine Spur lächerlich wirkt wegen der Diskrepanz seiner Ideale und seiner  Fehleinschätzung von Können, singt amüsant und authentisch Alfred Reiter, Bass) Forderungen nach einer Kunst, die sich um die Menschen kümmert, so wie sie in der Gegenwart agieren und zusammenkommen, und nicht wie sie in der Antike als Heroen und Götter existiert haben sollen (was die Nazis ja extrem und bewusst für ihr Modell Übermensch aufgriffen), verläuft alles leicht chaotisch, immer ein Hauch von Modernität und Chaos in der Musik. Das Durcheinander der Wettbewerber, das Herunterputzen der anderen Genres, das Gegenläufige von Geschehen, Gesang und der orchestralen Vituosität wird in musikalischen Kapriolen, lärmenden Phasen, Klangmalerei und mächtigen stimmungsvollen Arien, vor allem der Gräfin, gespiegelt. Wie immer meisterhaft gemanagt vom Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Sebastian Weigle. Nachdem La Roche nicht nur die neue Oper ausruft, die Gräfin seine Pläne unterstützt und quasi eine Synthese der Stimmungen herstellt, der Vortrag La Roches über den Untergang Karthagos als Mahnmal der Geschichte alle verwirrt (gezeigt werden vom aktuellen Weltkrieg zerstörte Städte in einer Video/Diaprojektion), entsteht eine andere Musik, sie wird harmonisch und beruhigend, majestätisch und ästhetisch.  


Camilla Nylund (Gräfin Madeleine)     (c) Monika Rittershaus
Die Idee einer gemeinsamen Aufführung wird geboren und voller Tatendrang stürzen die Gäste der Geburtstagsfeier davon, um für selbige zu üben. Zurück bleibt die Gräfin, die weiß, dass sie sich weder für den einen noch den anderen entscheiden wird, sondern für den Kampf in der Resistance. Das Ablegen der pompösen Garderobe verkörpert die Metamorphose, das Schlüpfen aus dem Kokon. Ihr monströses Kleid fällt zu Boden, im Unterrock schlüpft Madeleine in einen Militärmantel, setzt sich ein Barett auf und zieht mit ihren Bediensteten in den Kampf. Die Adligen im Widerstand gegen Hitler. Und so wird ein Antifaschismus suggeriert, welcher der Oper gut steht, von dem aber nicht klar ist, ob er bei Strauss je so vorhanden war. Viele Zeitgenossen hielten Strauss trotz seines Euphemismus und seiner Affirmationen eigentlich für unpolitisch und schwärmerisch. Jedenfalls wird seine verdeckte Kritik am nationalsozialistischen Heroenmythos mitten im Krieg deutlich heraus-gearbeitet, obwohl auch er die antiken Mythen ausgekostet hat. Gegner des Faschismus sind dann offensichtlich andere.

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Statistik: Lebenslanges Lernen ist Realität in der Schweiz



Für die Mehrheit der Schweizer ist das Lernen auch nach dem formellen Bildungsabschluss noch lange nicht vorbei. Das zeigen neue Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) zur Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen. Demnach nahmen im Jahr 2016 über zwei Drittel (67,8 Prozent) der Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren an nichtformalen Weiterbildungsaktivitäten teil. Diese umfassen sowohl berufliche als auch allgemein orientierte Weiterbildungen. Nichtformal bedeutet, dass die Aktivitäten nicht auf einen bestimmten Bildungsabschluss bezogen sind.

Männer (69,1 Prozent) nahmen Weiterbildungen dabei etwas häufiger wahr als Frauen (66,6 Prozent). Deutlicher sind die Unterschiede im Hinblick auf Alters- und Bildungsgruppen: Während die Beteiligungsquote bei den 25- bis 34-Jährigen mit 76,4 Prozent am höchsten war, sinkt sie mit zunehmendem Alter ab. Allerdings bildete sich auch von den 55- bis 64-Jährigen noch mehr als jeder Zweite (57,1 Prozent) fort. Personen mit einer höheren Berufsbildung oder einem Hochschulabschluss waren mit Quoten über 80 Prozent deutlich aktiver als solche mit einem obligatorischen Schulabschluss als höchstem Ausbildungsgrad – hier lag die Beteiligung lediglich bei einem Drittel (33,4 Prozent). Bestehende Bildungsunterschiede scheinen sich dadurch im Laufe des weiteren Lebens sogar noch zu vertiefen. 


Infografik: Lebenslanges Lernen ist Realität | Statista