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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 26. Juni 2019

World of FPV: Flammenkueche im Elsaß von Petit Soldat





ECM auf Vinyl 04: In Praise of Dreams

“The past isn’t dead. It isn’t even past,” observed William Faulkner – and how true this is of ECM’s back catalogue, an edition of music which remains thoroughly contemporary. Five best selling titles from the 1990s and early 2000s, that were previously only available on CD and through the digital domain, are now available on audiophile vinyl.




   






In Praise of Dreams
Jan Garbarek

ECM 1880

“In Praise of Dreams” – Jan Garbarek’s first new album in six years - features two musicians with whom the great Norwegian saxophonist shares some history – American-Armenian violist Kim Kashkashian and African-French drummer Manu Katché. Garbarek, Kashkashian and Katché span a lot of idioms between them, but the music sings with a focussed sense of purpose, in the context that Jan has shaped for it. If dreams are movies for the mind, the album is aptly titled - its atmospheres are evocative and decidedly ‘filmic’.


Initially published on CD in September 2004, vinyl is issued in June 2019.
Background Press Reactions

FEATURED ARTISTS
Jan Garbarek   Saxophones
Kim Kashkashian   Viola
Manu Katché   Drums

Dienstag, 25. Juni 2019

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre...



(statista/fsuhr) Die Grünen setzen ihren Höhenflug fort. Mit Umfragewerten zwischen 25 und 27 Prozent in der Sonntagsfrage der Meinungsforschungsinstitute zur Bundestagswahl bekommt die Ökopartei zurzeit doppelt so viel Zustimmung wie die SPD. Die Union legt bei Emnid gegenüber der letzten Woche leicht zu, von 25 auf 27 Prozent. Die AfD gewinnt bei Emnid ebenfalls einen Prozentpunkt dazu und liegt nun bei 14 Prozent (Allensbach: 12 Prozent).

Die Sonntagsfrage zeigt den aktuellen Wahl-Trend in der Bundesrepublik und wird regelmäßig von den Meinungsforschungsinstituten erhoben.


Infografik: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre... | Statista 

Hildesheim: Kürung der besten Nachwuchs-Filmemacherinnen und -Filmemacher aus ganz Deutschland

(c) KJF, Katrin Chodor


Bundes.Festival.Film. 2019


23. Juni 2019 – Am Samstagabend wurden im Thega Filmpalast in Hildesheim die insgesamt 30 Wettbewerbspreise (10 Hauptpreise, 20 Auszeichnungen) zu den Wettbewerben Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis vergeben. Im Rahmen des Bundes.Festival.Film. fanden die beiden bundesweit ausgetragenen Filmwettbewerbe damit ihren glanzvollen Höhepunkt in beeindruckender Kino-Kulisse. Die Veranstaltung für jüngere und ältere Filmschaffende gehört zu den größten und bedeutendsten Veranstaltungen ihrer Art in Deutschland.


Grußworte und Glückwünsche

In seinem Grußwort hatte Peter Joseph, Leiter des Referats Jugend und Bildung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den einzigartigen Charakter des Festivals hervorgehoben, der sich vor allem im Bestreben widerspiegele, die Entwicklung junger Menschen zu verantwortungsbewussten, emanzipierten und teamfähigen Persönlichkeiten zu begleiten und zu fördern.
„Die Summer der Filme, die ich während der drei Festivaltage gesehen habe, ist ein wahrer Schatz im Hinblick darauf, wie wir die Anliegen junger Menschen kennenlernen und danach handeln“, so Joseph.
Sein Ministerium fördere seit über 30 Jahren die Filmwettbewerbe, weil damit drei Begriffe untrennbar verbunden seien: Begeisterung, Begegnung und am Ende vielleicht sogar ein eigenständiger Berufsweg.
Dirk Schröder, Leiter der Abteilung Migration und Generationen im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, freute sich, dass mit dem Bundes.Festival.Film. abermals bewiesen worden sei, dass in Hildesheim die Kultur zu Hause ist. „Die Stadt hat in den beiden Jahren, in denen das Festival hier gastierte, neue Impulse für die eigene filmkulturelle und medienpädagogische Arbeit erhalten.“ Medienkompetenz sei, so Schröder, eine der zentralen Qualifikationen der Zukunft. Seinen Dank richtete er deshalb an das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum als Veranstalter und die Partner vor Ort – die Stiftung Universität Hildesheim sowie die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst.

Das Besondere am Bundes.Festival.Film. ist die Verbindung von jugendlichen Filmteams mit älteren Filmemacherinnen und Filmemachern. Insbesondere im Wettbewerb Deutscher Generationenfilmpreis arbeiten Teams generationenübergreifend zusammen an Themen, die für beide Altersgruppen von Relevanz sind. Die eingereichten Filme bilden regelmäßig die ganze Bandbreite jugendkultureller und gesellschaftspolitischer Themen ab. Während des dreitägigen Festivals wurden in Hildesheim die 44 besten von insgesamt 767 eingereichten Filmen dieses Jahrgangs präsentiert und prämiert. Rund 300 Festivalgäste zeigten sich beeindruckt von der Kreativität und thematischen Vielfalt, die die Filmemacher und Filmemacherinnen in ihren Produktionen gezeigt hatten.



Hochkarätige Filmexpertinnen geben wertvolle Tipps
Das Bundes.Festival.Film. war am Freitagnachmittag gestartet. Höhepunkt war die feierliche Preisverleihung im Thega Filmpalast. Zudem wurden den Teilnehmenden in insgesamt drei Gesprächspanels wertvolle Einblicke und Anregungen zu verschiedenen Aspekten des Filmemachens vermittelt. Alle Screenings und die Panels waren öffentlich und kostenfrei zugänglich.
Thomas Hartmann, Leiter des Bundes.Festival.Film., zeigte sich in seinem Resümee begeistert von der Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort: „Zwei wunderbare Festivaljahre liegen hinter uns und Hildesheim hat sich als perfekter Gastgeber für das Bundes.Festival.Film. erwiesen. In Kooperation mit der Universität und der HAWK ist die Stadt ihrem Ruf als Kultur- und Medienstadt mehr
als gerecht geworden. Uns als Veranstaltern wird Hildesheim in bester Erinnerung bleiben. Mein Dank geht an unsere Partner vor Ort, die diese beiden großartigen Festivals ermöglicht haben. Wir hoffen, dass wir mit der Veranstaltung einen Impuls für die weitere Filmarbeit geben konnten.“
Das Bundes.Festival.Film. – als Wanderfestival konzipiert – wird 2020 weiterziehen und dann in Wuppertal gastieren.

Publikumspreis vergeben
Neben den 30 Jurypreisen waren die Festivalgäste aufgerufen, ihren Favoriten aus allen Filmbeiträgen des Veranstaltungswochenendes zu wählen und einen Publikumspreis zu vergeben. Die Wahl fiel auf: „Two tracks“ von Oldřich Justa aus Berlin.


Informationen zu allen Preisträgerinnen und Preisträgern unter:

www.bundesfestival.de

Montag, 24. Juni 2019

Internationaler Literaturpreis: Saison der Wirbelstürme



Die Preisträgerinnen Angelica Ammar und Fernanda Melchor
© Laura Fiorio/HK
W


Der Internationale Literaturpreis 2019 geht an die Autorin und die Übersetzerin von Saison der Wirbelstürme. „Fernanda Melchor hat den Roman der Armut im Globalkapitalismus des 21. Jahrhunderts geschrieben, den Roman aus Armut geborener Gewalt gegen Frauen, gegen Homosexuelle, gegen Schwächere“, urteilt die Jury. „Die titelgebenden Wirbelstürme zeugen nicht nur von den [...] herrschenden Verhältnissen, sie brechen dank der sprachlichen Ausdruckskraft der Autorin über uns herein. Angelica Ammar hat [diese] erfindungsreich ins Deutsche übertragen.“


Jurykommentar:
Foto: Kaspar Lerch 

Fernanda Melchors Buch handelt in wuterfüllten, mitreißenden Sätzen von der Geschichte eines Frauenmords im ländlichen Mexiko. Erzählt wird von Menschen, die mit dem Opfer – der Hexe – Umgang pflegten bis zu ihrem Tod: von jungen Männern, die auf der Suche nach billigem Sex und Kokain sind, und noch jüngeren Frauen, die sie wegen des staatlichen Abtreibungsverbotes aufsuchen. Indem Melchor den Ereignissen nachspürt, die zu diesem grausamen Verbrechen geführt haben, entblößt sie die psychologischen und sozioökonomischen Mechanismen, die den von Zuckerrohr umgebenen Ort La Matosa prägen. Die titelgebenden Wirbelstürme zeugen nicht nur von den dort herrschenden Verhältnissen, sie brechen auch dank der sprachlichen Ausdruckskraft der Autorin über uns herein. Angelica Ammar hat die Wirbelstürme dieser Prosa hervorragend erfindungsreich ins Deutsche übertragen.
                                                                                                   Daniel Medin



Fernanda Melchor, 1982 im mexikanischen Bundesstaat Veracruz geboren, schreibt Romane und Reportagen (crónicas), für die sie bereits mehrere Preise gewonnen hat. Sie lebt in Puebla und gilt als eine der talentiertesten Autor*innen ihrer Generation. 2013 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Falsa liebre sowie eine Sammlung von crónicas Aquí no es Miami. Ihr zweiter Roman Saison der Wirbelstürme erscheint gleichzeitig in mehreren Ländern, u. a. in den USA, Italien, Frankreich und Großbritannien.

Angelica Ammar ist in München geboren und aufgewachsen. Nach einem längeren Aufenthalt in Ghana studierte sie Romanistik und Ethnologie in München, Madrid und Paris, wo sie zehn Jahre lebte. 2007 zog sie nach Barcelona. Für ihren Debütroman Tolmedo erhielt sie 2006 den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung, 2010 erschien ihr zweiter Roman Die Zeit der grünen Mandeln. Sie übersetzte u. a. Sergio Pitol, Mario Vargas Llosa, Rita Indiana,Gioconda Belli, Eduardo Galeano und Horacio Quiroga aus dem Spanischen.



LAUDATIO

Sonntag, 23. Juni 2019




Kommentar bei "IG Bürger denken mit"


"Machtverschiebungen" im Visier




Video: Wenn Präsidenten skaten




MASK OFF PRESIDENTS

MPK Kaiserslautern: Golden Girls


Entwurf von Elisabeth Treskow, Ausführung von Gertrud Weber-Vogel:
muschelförmige Brosche mit Granulation und Steinen von
1967 aus Gold, Granulit, Saphier- und Feuercabochon,
Museum für Angewandte Kunst Köln, Inventarnummer Ov 020, Köln
(Foto und © Rheinisches Bildarchiv, Marion Mennicken)


 Neue Ausstellungsreihe

Golden Girls

Gold- und Silberschmiedearbeiten von Elisabeth Treskow 

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) zeigt vom 26. Juni bis 8. September Gold- und Silberschmiedearbeiten von Elisabeth Treskow (1898-1992), darunter die Meisterschaftsschale des Deutschen Fußballbundes sowie zahlreiche Entwurfszeichnungen aus dem Deutschen Kunstarchiv des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Eröffnet wird die außergewöhnliche Schau am Dienstag, 25. Juni, um 19 Uhr.

Elisabeth Treskow zählt in vielfacher Hinsicht zu den „Golden Girls“. Der Titel der neuen Ausstellungsreihe des mpk zitiert mit einem Augenzwinkern den Grundgedanken einer witzigen amerikanischen Fernsehserie der 1980er Jahre: Ältere Damen diskutieren über sämtliche und so auch emanzipatorische Themen der Gesellschaft. „Golden Girls“ wurde zu einer Marke für einen – ungeachtet aller harten Alltäglichkeit – ungebeugten Geist. Im mpk widmet sich die Ausstellungsserie dem Schaffen von Kunsthandwerkerinnen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Dabei werden auch historische Zusammenhänge deutlich, die insbesondere Frauen auf dem Weg ihrer Emanzipation begleiteten.

Aufgenommen in Essen um 1924/25:
Elisabeth Treskow als junge Meisterin
(Foto: Gertrud Hesse, © Rheinisches Bildarchiv)
„Die Treskow“ gilt als Grande Dame der Goldschmiedekunst des vergangenen Jahrhunderts: Ihre Colliers, Armreifen, Broschen und Ringe bestechen durch ein raffiniertes Arrangement der Materialien. In virtuoser Perfektion verbindet sie die Strahlkraft von Edelsteinen mit dem Glanz polierten Goldes, elegant unterbrochen durch ein von Goldkügelchen hervorgerufenes Spiel von Licht und Schatten. Die ausdrucksstarken Schmuckwerke überzeugten die feine Gesellschaft. So reichte ihr Auftraggeberkreis von den Vorständen der Firmen Krupp und RWE über den Leiter des Folkwang-Museum bis hin zu Schauspielerinnen wie Magda und Romy Schneider.

Nicht allein ihre Schmuckstücke begeistern, auch als Silberschmiedin war sie überaus erfolgreich und ist es bis heute. Einen ihrer Entwürfe kennt in Deutschland nahezu jeder: die Meisterschale des Deutschen Fußballbundes. Treskow entwarf die Trophäe 1949, zu einer Zeit, in der der Fußball noch viel stärker eine Männerangelegenheit war als heute. Der Auftrag für diesen Siegerpreis war damit eine der öffentlich wirksamsten Auszeichnungen ihrer Arbeit und prominenter Beleg einer herausragenden Karriere. Das mpk zeigt ein Exemplar, das der Deutsche Fußballbund beispielsweise im Jahr 2000 an Bayern München überreichte. Da vor dem letzten Spieltag der Bundesliga der jeweilige Meister noch nicht feststeht, müssen in mehreren Stadien Schalen zum Überreichen vorhanden sein.

Treskow wurde 1898 in Bochum geboren. Nachdem sie die Hagener Silberschmiede und die Kunstgewerbeschule Essen besucht hatte, begann sie 1916 in Schwäbisch Gmünd eine Gold- und Silberschmiedelehre, die sie zwei Jahre später in München mit der Gesellenprüfung abschloss. Im darauffolgenden Jahr machte sie sich in Bochum selbstständig und zog 1923 mit ihrer Werkstatt nach Essen auf die Margarethenhöhe um – der vermutlich wichtigste Schritt Treskows zu einer Laufbahn, die bis ins hohe Alter von zahlreichen Auszeichnungen gekrönt ist, denn Margarete Krupp hatte dort eine Gartenstadt gestiftet, die sich für Künstler zu einer avantgardistischen Kolonie entwickelte.

Über 50 Preziosen, darunter Leihgaben aus dem Schmuckmuseum Pforzheim, dem Museum für Angewandte Kunst in Köln und dem Diözesanmuseum Kolumba Köln, dem Klingenmuseum Solingen sowie aus kirchlichem und privatem Besitz, sind im Museum des Bezirksverbands Pfalz über Sommer zu sehen. Ergänzt wird die Schau mit bislang unpublizierten Archivalien und Entwurfszeichnungen aus dem Nachlass Elisabeth Treskows, den das Deutschen Kunstarchiv des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg beherbergt. Zur Ausstellung „Golden Girls – No. 1“ erscheint ein Begleitheft mit einem Text von Ausstellungskuratorin Dr. Svenja Kriebel. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist dienstags von 11 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.mpk.de.



Morgengruß: danse 1618 from Nadia Vadori-Gauthier





Une minute de danse par jour 19 06 2019
danse 1618
(One Minute of Dance a Day)
from Nadia Vadori-Gauthier 

Samstag, 22. Juni 2019

Fantasien zur Nacht (Video): 18+ [MMAXIMФV]





18+ [MMAXIMФV]

Fantasien zur Nacht (Video): Very short




Balmain SS19 // In her Element // Hero 

ECM auf Vinyl 03: Le Pas du Chat noir

“The past isn’t dead. It isn’t even past,” observed William Faulkner – and how true this is of ECM’s back catalogue, an edition of music which remains thoroughly contemporary. Five best selling titles from the 1990s and early 2000s, that were previously only available on CD and through the digital domain, are now available on audiophile vinyl.










LE PAS DU CHAT NOIR
ANOUAR BRAHEM

Release date: 07.06.2019
ECM 1792
Format : CD 2-LP


Hypnotic, magnetic new album by Anouar Brahem which adds a new dimension to our knowledge of this exceptional Tunisian musician. 'Le pas du chat noir' gives the clearest indication yet of the work of Brahem as composer and features a spacious 'chamber music' that resonates with the freshness of improvisation. The instrumentation is unique: oud, piano, accordion. Brahem's writing for this combination is highly evocative, meticulously controlled and sparse. Half of the magic, as he notes, resides in the not-played, in the marvellous mingling of overtones, sounds that rise from the piano to blend with the warm tones of the oud and the breath of the accordion's bellows.

Initially published on CD in September 2002, vinyl is issued in June 2019.
Background Press Reactions


FEATURED ARTISTS
Anouar Brahem   Oud
François Couturier   Piano

Jean-Louis Matinier   Accordion

Freitag, 21. Juni 2019

Fantasien zur Nacht (Video): UGLY (Weltflüchtlingstag)






UGLY

'UGLY' released for World Refugee Day 2019. A collaboration with
 painter Melissa Kitty Jarram. Poem and VO by the incredible Warsan Shire. 

MIGRATION: Wo die meisten Geflüchteten leben



(statista/mjanson) EU-weit leben in Schweden pro 1.000 Einwohner gerechnet die meisten Flüchtlinge und Asylbewerber (28,1). Das zeigen neue Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Es folgen die Länder Zypern, Malta, Österreich, Deutschland und Griechenland mit Werten zwischen 10 bis 24,9. In allen anderen Ländern liegt die Zahl unter 10. Die Zahl der in Deutschland neu registrierten Flüchtlinge nimmt seit dem hohen Flüchtlingsaufkommen im Jahr 2015 wieder ab und lag zuletzt unter dem Niveau von 2014. Die Zahl der weltweiten Flüchtlinge, Binnenflüchtlinge und Asylbewerber hat im vergangenen Jahr jedoch mit über 70 Millionen ein neues Allzeithoch erreicht.

Infografik: Wo die meisten Geflüchteten leben | Statista 

Donnerstag, 20. Juni 2019

Kaiserslautern: Lesesommer in der Pfalzbibliothek von 17.06-17.08.2019



In die Welt der Bücher eintauchen
Lesesommer in der Pfalzbibliothek

Unter dem Motto „Flash deine Eltern und lies ein Buch“ geht der „Lesesommer Rheinland-Pfalz“ in der Pfalzbibliothek in Kaiserslautern bereits in die vierte Runde. Junge Menschen werden durch diesen landesweiten Lesewettbewerb animiert, die Nase zwischen zwei Buchdeckel zu stecken. Vom 17. Juni bis 17. August können Jugendliche ab der ersten Klasse bis zum Alter von 16 Jahren Kinder- und Jugendbücher kostenfrei ausleihen und lesen. In einem kurzen Interview beantworten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Rückgabe Fragen zu den gelesenen Büchern. Statt eines Interviews kann auf der Lesesommer-Seite im Internet eine Online-Bewertung abgegeben werden. Wer drei oder (viel) mehr Bücher gelesen hat, darf an der Abschlussparty am Samstag, 31. August, teilnehmen, erhält eine Urkunde und gewinnt tolle Preise. Je mehr Seiten verschlungen wurden, desto höher die Platzierung. Außerdem gibt es eine landesweite Verlosung. Der Hauptpreis dabei ist ein zweitägiger Aufenthalt im Europapark Rust mit vier Personen. Im vergangenen Jahr haben rund 130 Kinder und Jugendliche insgesamt etwa 1.150 Bücher bei der Pfalzbibliothek ausgeliehen und gelesen.


Ein Anmeldeformular lässt sich vorab unter www.lesesommer.de ausdrucken, das dann in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, abgegeben werden kann. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es unter www.lesesommer.de und unter www.pfalzbibliothek.de.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Fantasien zur Nacht (Video): Metanoia





metanoia 

ECM auf Vinyl 02: Voice in The Night

“The past isn’t dead. It isn’t even past,” observed William Faulkner – and how true this is of ECM’s back catalogue, an edition of music which remains thoroughly contemporary. Five best selling titles from the 1990s and early 2000s, that were previously only available on CD and through the digital domain, are now available on audiophile vinyl.










Voice In The Night
Charles Lloyd

Charles Lloyd's sixth ECM album is both a departure and a homecoming for the Memphis-born and California-based tenorist, introducing new music and revisiting archive favourites (including the epic 'Forest Flower'), and featuring an all-star line-up. With his 'Scandinavian' band currently on hold,this is Lloyd's first all-American album in a long while - Dave Holland qualifies as an honorary American by now - with all the differences of cultural emphasis that this implies. ECM veteran John Abercrombie and legendary drummer Billy Higgins are in great form throughout as they lock in with Lloyd to tackle material ranging from Billy Strayhorn's 'A Flower Is A Lovesome Thing' to the Elvis Costello/Burt Bacharach-penned 'God Give Me Strength' or dig deep into the roots music of the 'Island Blues Suite'.

Initially published on CD in February 1999, vinyl is issued in June 2019.


FEATURED ARTISTS
Charles Lloyd   Tenor Saxophone
John Abercrombie   Guitar
Dave Holland   Double-Bass
Billy Higgins   Drums, Percussion

Dienstag, 18. Juni 2019

Oper Frankfurt: Doppeloper THE MEDIUM / SATYRICON von Menotti / Maderna

THE MEDIUM / SATYRICON
GIAN CARLO MENOTTI 1911-2007 
BRUNO MADERNA 1920-1973


JUN 2019DO 20.   SA 22.  MO 24.  DO 27.  SA 29.


v.l.n.r. Meredith Arwady (Madame Flora) und Louise Alder (Monica)
(c) Barbara Aumüller





THE MEDIUM
Tragödie in zwei Akten
Text vom Komponisten
Uraufführung am 8. Mai 1946, Brander Matthews Theater, Columbia University, New York

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln





Musikalische Leitung   Nikolai Petersen
Madame Flora   Meredith Arwady
Monica   Louise Alder
Mrs. Gobineau   Barbara Zechmeister
Mr. Gobineau   Dietrich Volle

Mrs. Nolan   Kelsey Lauritano



Ensemble     (c) Barbara Aumüller




SATYRICON
Oper in einem Akt
Text vom Komponisten nach Satyricon (um 60 n. Chr.) von Petronius
Uraufführung am 16. März 1973, Circustheater, Scheveningen

Mehrsprachig mit deutschen Übertiteln


Musikalische Leitung   Simone Di Felice
Trimalchio   Peter Marsh
Fortunata   Susanne Gritschneder 
Habinnas   Theo Lebow
Scintilla   Ambur Braid
Criside   Karen Vuong
Eumolpus   Mikołai Trąbka



Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot


Madame Flora inszeniert Séancen, die sie sich gut bezahlen lässt. Ihre tagträumende Tochter Monica und der stumme Waisenjunge Toby, für den Monica liebevolle Gefühle hegt, helfen ihr dabei. Floras Klienten sind fest davon überzeugt, durch sie Kontakt mit verstorbenen Angehörigen aufnehmen zu können. Sie selbst hält wenig vom Übernatürlichen — bis zu dem Tag, an dem sich ihr aus dem Nichts eine kalte Hand um den Hals zu legen scheint. Die verunsicherte Flora macht Toby dafür verantwortlich, und das Unglück nimmt seinen Lauf … Gian Carlo Menottis Begegnung mit einer englischen Baronesse, welche regelmäßig »Kontakt zu ihrer verstorbenen Tochter aufnahm«, hatte den Komponisten so tief erschüttert, dass er das Thema zum Sujet seiner Oper machte. Nachdem sich Arturo Toscanini als großer Fan des Werks entpuppte, gelang Menotti mit The Medium der internationale Durchbruch. Allein in New York wurde das Werk im Jahr 1947 rund 200 Mal gespielt. Kurz darauf kam aus Rom der Auftrag zu einer Verfilmung, die der Theaterenthusiast Menotti selbst realisierte und die bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1952 ausgezeichnet wurde. Kritische Stimmen bezeichneten die musikalische Sprache Menottis immer wieder als »banal« oder »oberflächlich«. Die immense Popularität des Komponisten sowie seine Verwurzelung in der Tradition schienen ihnen in die Hände zu spielen. Dem hielt Menotti gelassen entgegen: »Die Tonalität mag vielleicht nicht notwendig sein, aber ihre dramatische Funktion ist bisher durch kein äquivalentes Mittel ersetzt worden. Wie die Schriftsteller und Lyriker der Gegenwart bediene ich mich lieber einer ›gesprochenen Sprache‹.«

Wenn Trimalchio zum Diner lädt, dann wird aus dem Vollem geschöpft, als gäbe es kein Morgen. Der ehemalige Sklave, inzwischen auf unlauterem Weg zu Reichtum gelangt, frönt ganz unverschämt Ekstase und Überfluss. Seine Frau Fortunata, ein zügelloses Luxusweib, findet unter den Gästen schnell einen Lustknaben, während der Hausherr seine Unersättlichkeit mitteilsam auskostet. Die große Fresserei mit ihren lebensumarmenden Geschmacklosigkeiten kann jedoch über die Verfallszeit in einer Wohlstandsgesellschaft nicht hinwegtäuschen. Petronius' Romanfragment Satyricon um einen Haufen dekadenter Römer ist ein wahres Kaleidoskop erotischer Freizügigkeit und frivoler Verderbtheit. Nachdem Federico Fellini mit einer schillernd-grotesken Adaption 1969 sein großes Kinocomeback feierte, zog kurz darauf der italienische Avantgarde-Komponist und Dirigent Bruno Maderna nach und kreierte auf Basis der »Cena Trimalchiones« sein letztes Musiktheater. Indem er 16 autonome Nummern und 5 Tapes zusammenstellt, die variabel angeordnet und kombiniert werden können, fordert er die Interpreten auf, eine eigene Form für seine Kammeroper zu entwickeln. Mit der Gegenüberstellung von Szenerien aus dem antiken Rom und der eigenen aktuellen Wirklichkeit intendiert Bruno Maderna einen »politschen Akt«. Der Offenheit und Freiheit des Materials entspricht auf musikalischer Seite der Einsatz von Aleatorik und die immense Vielfalt an Allusionen und Zitaten. 
Wie der Komponist selbst schmücken sich seine Figuren mit fremden Federn und Sprachen. Zugunsten des theatralen Experiments verabschiedet sich Maderna von der Idee eines fixen Werks und formuliert mit seinem wilden Ritt durch die Musik(theater)geschichte, der auch längst überhörte »Klassiker« nicht verschmäht, einen Kommentar auf die Institution Oper.

Montag, 17. Juni 2019

Deutschland bei Digitalisierung nur Durchschnitt


(statista/mjanson) Im EU-Vergleich ist Deutschland in Sachen Digitalisierung nur Mittelmaß. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis des Digital Economy and Society Index (DESI) der EU-Kommission. Der Grad der Digitalisierung variiert in den Mitgliedstaaten der EU stark, dabei gibt es ein Nord-Süd-Gefälle: An der Spitze liegen Finnland (69,9), Schweden (69,5), die Niederlande (68,9) und Dänemark (68,8). Schlusslichter sind Griechenland (38,0), Rumänien (36,5) und Bulgarien (36,2). Durch den Einsatz digitaler Technologien können Unternehmen und Staat effizienter arbeiten und Kosten senken.

Das mittelmäßige Ergebnis Deutschlands (54,4) kommt u.a. durch das schlechte Abschneiden in der Dimension „Öffentliche Dienste“ zustande. Hierbei wird der Fortschritt der Länder im Bereich auf E-Government und E-Health gemessen. In diesem Bereich ist Deutschland weit abgeschlagen auf dem fünftletzten Platz. Bei den weiteren Dimensionen (Ausbau des Breitbandinternets, der Internetnutzung und dem Digitalisierungsgrad der Wirtschaft) erreicht Deutschland jeweils mittelmäßige Ergebnisse. Der DESI-Index wird von der EU-Kommission seit 2014 jährlich veröffentlicht.



Sonntag, 16. Juni 2019

ECM auf Vinyl 01: Khmer


“The past isn’t dead. It isn’t even past,” observed William Faulkner – and how true this is of ECM’s back catalogue, an edition of music which remains thoroughly contemporary. This time sees the vinyl release of five best selling titles from the 1990s and early 2000s, that were previously only available on CD and through the digital domain.

    






Khmer
Nils Petter Molvaer

Massive beats and throbbing grooves underpin the Norwegian trumpeter's fiery solos in a project that forms a bridge between ECM's improvised soundscapes and the brave new world of trip-hop, drum'n'bass, ambient/illbient, techno, industrial, electronica and samples. Nils Petter Molvær may be best known for his jazz work - with most of the leading Scandinavian players and with Elvin Jones, Gary Peacock, and George Russell  - but he also has vast experience as a rock sessioneer. Khmer brings jazz's freedom and pop/rock's sound potential together.

Initially published on CD in October 1997, vinyl is issued in June 2019.

FEATURED ARTISTS
Nils Petter Molvaer   Trumpet, Guitar, Bass Guitar, Percussion, Samples
Eivind Aarset   Guitars, Treatments, Talk Box
Morten Molster   Guitar
Roger Ludvigsen   Guitar, Percussion, Dulcimer
Rune Arnesen   Drums
Ulf W.O. Holand   Samples
Reidar Skar   Sound Treatment

 


Samstag, 15. Juni 2019

Fantasien zur Nacht (Video): Konqistador — Hamazan X Meryem Saci

Konqistador — Hamazan X Meryem Saci 

Oper Frankfurt: KRÓL ROGER / KÖNIG ROGER von KAROL SZYMANOWSKI



v.l.n.r. Gerard Schneider (Der Hirte; in weißem Anzug), Łukasz 
Goliński (König Roger) und Sydney Mancasola (Roxana) -
Foto: Monika Rittershaus



KRÓL ROGER
KÖNIG ROGER
KAROL SZYMANOWSKI 1882-1937
Oper in drei Akten
Text von Jarosław Iwaszkiewicz und vom Komponisten
Uraufführung am 19. Juni 1926, Teatr Wielki, Warschau

In polnischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer

JUNI 2019

SA 15. MI 19. SA 22. DO 27. SA 29.


Musikalische Leitung Sylvain Cambreling
König Roger   Lukasz Goliński
Roxana   Sydney Mancasola
Der Hirte   Gerard Schneider
Edrisi   AJ Glueckert 
Der Erzbischof   Alfred Reiter
Die Diakonissin   Judita Nagyová

Wie können die Kräfte von Chaos und Ordnung, Vernunft und Triebhaftigkeit zusammenwirken und kreativ gestaltet werden? Diese Fragen, verbunden mit Zweifel, Experiment, Rausch und Niederlage begleiteten das Leben des polnischen Komponisten Karol Szymanowski. Er gilt als Schlüsselgestalt der Musik des 20. Jahrhunderts, dennoch werden seine Werke viel zu selten aufgeführt.

Król Roger nutzt Szymanowski die Zeit der Herrschaft des Normannenkönigs Roger II. auf Sizilien als Folie für die Gestaltung einer symbolistischen Handlung, einer ins christliche Umfeld transponierten Variante der Bakchen des Euripides: Roger herrscht über mehrere Kulturen, hält sich einen arabischen Intellektuellen als Berater, gibt sich als Rationalist aus und stützt sich gleichzeitig auf die starre, byzantinisch geprägte Kirche. Diese Machtsituation wird von einem unbekannten Hirten, einer Mischung aus Erdgeist und Wanderprediger, Christus und Dionysos infrage gestellt. Er gründet seinen eigenen Kult und zieht mit seinen Anhängern über das Land. Mit Reden über einen schönen, jungen Gott verführt der Hirte erst das Volk und dann Königin Roxana.

Die dionysische und rauschhafte Musik bei seinem Erscheinen bestimmt den gesamten zweiten Akt und steigert sich mit einem Mänadentanz zur Ektase. Gleichzeitig etabliert sich eine musikalische Gegenwelt als Vertreterin der erzkatholischen Tradition, von Szymanowski durch die harmonische Strenge der mittelalterlichen Kirchenmusik charakterisiert. Die beiden Welten geraten in Konflikt, es werden gegensätzliche Kräfte exponiert, die auf die Seele, auf das Dilemma der Titelfigur einwirken. Eine dramatische Entwicklung im herkömmlichen Sinne gibt es erst in den letzten beiden Minuten des Werkes, als Roger seine eigenen Abgründe erkennt, den Rausch hinter sich lässt und sich dem Tag, dem Leben und dem Bewusstsein zuwendet. Die Musik von König Roger besticht durch überwältigende Momente, die ein faszinierendes Psychogramm der Hauptfigur zeichnen. Die Klangvision eines suchenden Menschen, der am Ende durch Selbsterkenntnis eins mit sich wird.

Freitag, 14. Juni 2019

Fantasien zur Nacht (Video): Animale



Animale

Fantasien zur Nacht (Video): Study 2



RHINO'S HORN studio performance - study 2

Wie war's bei DAS HEERLAGER DER HEILIGEN in den Frankfurter Kammerspielen?

"Das Heerlager der Heiligen", ganz nach ihrer biblischen Definition ein Haufen dekadenter, moralisch verkommener Menschen, die glauben, dass sie gut seien, das Beste für andere, und vor allem sich selbst wollen, wird eines Tages in Jean Raspails gleichnamigem Roman (1975) von 800.000 Indern bedroht, die sich mit einem alten Riesenschiff in Kalkutta aufmachen, den Suezkanal nicht passieren dürfen, und schließlich um das Kap der Guten Hoffnung, wo sie vertrieben werden, über den Atlantik ins Mittelmeer an die Küsten Südfrankreichs gelangen.

In der biblischen Apokalypse, "Die geheime Offenbarung des Johannes", 20. Kapitel, ist die Bedrohung von satanischer Natur. Nach 1000 Jahren losgelassen, kriecht er aus dem Gefängnis und umzingelt und peinigt die Heiligen. Ein krasses Bild für die aktuelle, seit Jahrzehnten in den europäischen Kernländern andauernde Einwanderung, mit kriegsbedingten Höhepunkten zwischen 2015-2018. Die Zahl der Eintreffenden insgesamt ein Mehrfaches von Raspails Vision, die eine starke Bedrohung ausmalt - auf den Schultern eines Inders gelangt eine "Missgeburt" mit der Kapitänsmütze an der Spitze der großen Menge auf französischen Boden und beginnt sich auszubreiten.

Hermann Schmidt-Rahmer führt Regie bei der Frankfurter Inszenierung (2019) und übersetzte zusammen mit Marion Tiedtke den Text. Die Bedrohung wird auf eine Million Einwanderer angehoben und die Zusammenschau der verschiedenen Meinungen im Buch zu der Einwanderung wird in ständig wechselnden Rollen bei gleichbleibendem Schaupielerkontingent recht chaotisch dargeboten. Gemischt werden rechtsextreme, linke, gemäßigte und psychopathologische Stimmen, ein reichliches Durcheinander, eine Orgie nach dem Gemeinsamen geordneten Mahl, ein Verdichten und Näherrücken der Bedrohung draußen, die Reaktionen des französischen Staates, des Präsidenten und der Medien.
Eine Meisterleistung von Katharina Bach, Xenia Snagowski, Michael Schütz, Daniel Christensen, Stefan Graf und Andreas Vögler.

Im gedachten Frankreich ziehen sich die Bürger in Karawanen vom Süden in den Norden vor Angst vor Plünderung und Vergewaltigung zurück, andere bleiben, das Militär wird nur von linken Demonstranten angegriffen. Und über allem die große Botschaft: Wir sind zu schwach, wir sind aus Scham, dass wir die erste Welt nach unserer eigenen wirtschaftlichen Definition sind oder sein wollen, und die restlichen, vor allem dritte und vierte Welt eben am unteren Ende der Hierarchie stehen, voller Mitleid und vor allem Schuldgefühle, denen "unten" etwas zu wenig haben zukommen lassen, nicht mehr in der Lage, die Forderungen abzuwehren. Wir empfangen sie, bewirten sie kostenlos, geben ihnen Wohnung, Kleider und Geld, statt sie zu stoppen! Und das ist erst der Anfang, denn die Weltbevölkerung nimmt zu, sie wird bald 10 Milliarden erreichen, und am Ende des Jahrhunderts eventuell 28 Milliarden!

Alleine die Eingetroffenen werden Fluten von Kindern gebären, während wir, die Besuchten, sie eher wegmachen lassen oder nur 0,75 Kinder wollen, weil der Alltag, das Leben so streng und unerträglich seien. Die Kosten, das Hochdienen und -schleimen, Schwelgen in Genuss und Reichtum, all das geht nicht gut mit kinderreichen Familien. Was für eine Logik! In ihr gedacht ist alle scheinbare Hilfe geheuchelt und gespielt, keiner will wirklich was von seinen Errungenschaften abgeben, sein Essen und Arbeit dauerhaft teilen. Selbst wenn staatliche Integrationsmaßnahmen anlaufen, wollen die wenigsten sie wirklich. Gerade weil unser Staat versagt, zu schwach ist zu handeln, sogar seinen Bürgern verbietet dagegen zu sein, verlieren wir alle Widerstandsstärke und ergeben uns einer aufgezwungenen Willen- und Aktionslosigkeit. Wir müssen wider die Vernunft handeln.

Am Ende nehmen einige Bürger, Staatsorgane, Rechtsextreme, Konservative, Militärs im Stück das Gewehr in die Hand und versuchen sich mit einer Art Hasenjagd gegen Wehrlose im aktiven Abwehren.

Diese Haltung hebt sich ab vom politischen Common Sense zurzeit und wurde sofort in den letzten Jahrzehnten von der europäischen äußersten  Rechten aufgenommen als ein kultiges Zeichen: Ein Literat hat formuliert, was uns schon lange unter den Nägeln brennt.

In diesem Stück wird nicht an Integrationswegen und -möglichkeiten gearbeitet, die Möglichkeiten zur Reintegration in Heimatländern erörtert, zwar das fulminante Überalterungsproblem betrachtet, das Aussterben durch Handlungslosigkeit, sondern vor allem wird orgiastisch gejammert, resigniert und geblockt, fratzenhaft getobt. Wunderbar hier Katharina Bach und Xenia Snagowski als empörte laszive Vamps und Gebieterinnen. Wer einmal die Gegenstimmen deutlich hören will muss auch erkennen, dass die bewahrende Denkweise schon lange obsolet ist, sie hat noch weniger Zukunft als eintreffende Einwanderer auf der Suche nach einem besseren Leben für alle zum Nulltarif.



Sivan Ben Yishai wird in der Spielzeit 2019/20 neue Hausautorin am NTM


Sivan Ben Yishai, Autorin und Theaterregisseurin, wird in der Spielzeit 2019/20 neue Hausautorin am Schauspiel des Nationaltheaters Mannheim. Seit 1996 ermöglicht der Verein der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim die Position einer Hausautorin. Sie hat ihre Wurzeln in Friedrich Schillers Mannheimer Zeit, als der berühmte Dichter 1783/84 der erste Hausautor am Nationaltheater war.

Zur Reihe der bisherigen Hausautor*innen zählen unter anderen Albert Ostermaier, Feridun Zaimoglu, Rebekka Kricheldorf, Ewald Palmetshofer, Theresia Walser sowie die Gewinner des Mülheimer Dramatikerpreises von 2017 bzw. 2018 – Anne Lepper und Thomas Köck – und der US-amerikanische Dramatiker Noah Haidle. Die auch als Essayistin höchst erfolgreiche Enis Maci, Hausautorin der laufenden Spielzeit, ist aktuell für den Mülheimer Dramatikerpreis 2019 nominiert.

Mit der Uraufführung eines neuen Stücks von Sivan Ben Yishai wird am 26. September 2019 die neue Spielzeit des Schauspiels am NTM eröffnet. Gemeinsam mit der Dramaturgie des Schauspiels und Partner*innen aus der Stadt gründet Sivan Ben Yishai außerdem das »Supranationaltheater Frauheim«, das sich als ist Ideenraum, Begegnungsort und »soziale Plastik« zugleich versteht. Das »Supranationaltheater Frauheim« dient der Auseinandersetzung mit den vielfältigen Formen der Kunst, mit Politik, Geschlecht, Herkunft, Sprache, Angst, Beruf und Berufung, Anpassung und Ungehorsam.

Christian Holtzhauer, Schauspielintendant, zur Auswahl der neuen Hausautorin: »Sivan Ben Yishai bringt in ihren Stücken Geschichte, Politik und eigene Biografie auf eine neue, auch formal ungewohnte Weise zusammen und scheut mit ihrem gesellschaftskritischen und feministischen Zugriff nicht die Auseinandersetzung mit der harten Wirklichkeit, mit Zerstörung und Unterdrückung. Bei den Freunden und Förderern bedanke ich mich herzlich für die Unterstützung und die großartige Zusammenarbeit.«

Prof. Dr. Achim Weizel, Vorsitzender der Freunde und Förderer des NTM, begrüßt die Entscheidung: »Die Freunde und Förderer unterstützen die Institution der Hausautorenschaft am Nationaltheater Mannheim seit über 20 Jahren. Der Werdegang der bisherigen Hausautorinnen und -autoren zeigt, wie erfolgreich und sinnvoll diese Zusammenarbeit ist – für das Theater genauso wie für die Nachwuchsdramatiker, die auf diese Weise Erfahrungen im Austausch mit dem Theater sammeln und sich weiterentwickeln können. Mit der Israelin Sivan Ben Yishai ist es gelungen, eine besonders interessante Autorenstimme zu gewinnen – in Berlin lebend, auf Englisch schreibend, mit einer gehörigen Portion Sprachwitz begabt und mit einem weiblichen Blick auf Geschichte und Politik.«

»Mit meinem Umzug nach Deutschland habe ich nach und nach das Regieführen als meine hauptberufliche Tätigkeit aufgegeben«, so Sivan Ben Yishai. »Je weiter ich mich von meiner Sprache entfernt fühlte, desto ausschließlicher beschäftigte ich mich mit dem geschriebenen Wort. Parallel dazu addierten sich mehr und mehr Stunden zu der Zeit, die ich damit verbrachte, eine neue Sprache zu lernen, zu sprechen, zu stottern. Sich für mich, die Stotternde, als Autorin – als Autorin des Hauses – zu entscheiden, ist ein Statement zur zeitgenössischen Sprache, zum zeitgenössischen Erzählen und zu Identitätspolitiken. Die Stotternde als Hausautorin einzuladen, könnte einen Aufruf ans Publikum bedeuten: einen Aufruf zum ›unlearning‹, zum Verlernen. Unlearning wovon? Unlearning eines ›Wir‹, zum Beispiel. Unlearning der Hochsprache als Ausdruck eines ›Wirs‹. Unlearning von Kunst und Autorschaft, Vätern und Überlegenheit. Unlearning von Geniekult.«


Vita

Sivan Ben Yishai, Autorin und Theaterregisseurin, geboren 1978 in Tel Aviv, lebt seit 2012 in Berlin. Sie studierte Theaterregie sowie Schreiben fürs Theater an der Universität Tel-Aviv und an der Schule für Visuelles Theater Jerusalem.

Ihr Stück »Your very own double crisis club« entstand als erster Teil ihrer Tetralogie »Let the blood come out to show them« und wurde bei den Berliner Autorentheatertagen 2017 uraufgeführt. Die Uraufführungen des zweiten und dritten Teils fanden jeweils als Auftragsarbeiten am Maxim Gorki Theater Berlin statt, wo auch der vierte und letzte Teil »Oder: Du verdienst deinen Krieg (Eight soldiers moonsick)« im Oktober 2018 als szenische Lesung beim Festival »Krieg im Frieden« erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Ihr Stück »Die tonight, live forever oder Das Prinzip Nosferatu« hat die Autorin für das Theater Lübeck geschrieben. Uraufführung war im November 2018. Für den WDR schrieb sie ihr erstes Hörspiel: »40 Grad im Schatten (aber kein Schatten hier)« wurde 2018 produziert. Sivan Ben Yishai schreibt auf Englisch und wird von Maren Kames ins Deutsche übersetzt.

http://sivanbenyishai.com





Ermöglicht wird der Aufenthalt der Hausautorin durch die freundliche Unterstützung der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e. V.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Die besondere Aufführung: Mannheim 2.480 oder die subjektive Sicherheit von Clemens Bechtel

Mannheim, Multihalle Herzogenriedpark (c) Mannheim



Mannheim 2.480 oder die subjektive Sicherheit
Clemens Bechtel


Mi, 19.06.2019, 21.00 Uhr, Startpunkt: Bushaltestelle Nationaltheater vor dem Theatercafé 
Voraufführung
Do, 20.06.2019, 21.00 Uhr, Startpunkt: Bushaltestelle Nationaltheater vor dem Theatercafé 
Premiere

Ein szenischer Parcours durch die Multihalle im Herzogenriedpark 


Der allmächtige Überwachungsstaat hat Einzug gehalten. Als Immunisierung gegen das vorherrschende Gefühl der Unsicherheit wurde 2018 ein intelligentes Kamerasystem in der Mannheimer Innenstadt installiert. Anhand »verdächtiger« Verhaltensmuster kann das System ab sofort Verbrechen melden, die noch gar nicht begangen wurden. »Mannheim 2.0« heißt dieses für Deutschland einzigartige Pilotprojekt, das die Bürger*innen schützen und ihr subjektives Sicherheitsgefühl erhöhen soll.
»Mannheim 2.480« nimmt die Zuschauer*innen mit auf die Reise in eine Welt der totalen Kontrolle. Ein Bus bringt das Publikum vom Nationaltheater in die von dem bekannten Architekten Frei Otto errichtete Multihalle im Herzogenriedpark. Mit Kopfhörern ausgestattet werden die Zuschauer*innen in verschiedene Räume und Ebenen des ungewöhnlichen Gebäudes geführt. Hier erleben sie die unterschiedlichen Blickwinkel von Polizei, vermeintlichen Verbrecher*innen, besorgten Bürger*innen und von Menschen, denen die umfassende Beobachtung Unbehagen bereitet. Was und wer macht uns Angst? Was ist wirklich bedrohlich? Was ändert sich, wenn Kameras ständig auf uns gerichtet sind? Und was macht das mit der Stadt?
»Mannheim 2.480« wirft einen Blick in die Zukunft des öffentlichen Raums. Die Multihalle, ein »visionäres, architektonisches Meisterwerk«, wird dabei zum begehbaren Überwachungsraum und zum Spielort unserer Ängste.

Clemens Bechtel, in Heidelberg geboren, ist freier Regisseur und vor allem für seine dokumentarischen Arbeiten bekannt. »Mannheim 2.480 oder die subjektive Sicherheit« entwickelt er eigens für die 20. Internationalen Schillertage.

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Mittwoch, 12. Juni 2019

Petition gegen die Flut von Kassenzetteln - ab 2020 neues Umsatzsteuergesetz

Es gibt andere Wege, Einkäufe, Transaktionen digital für zweckgebundene Speicherung zu nutzen. Wir brauchen nicht noch mehr Kassenzettel, Belege, Flatterwerk und weiteren Belege-, Akten-, Trenn- und Verwaltungsmüll in der Wohnung!


Michelle Bourguignon hat diese Petition an Finanzminister Olaf Scholz gestartet:

Millionen Kassenzettel werden jeden Tag in Deutschland gedruckt. Ob in Supermärkten, Restaurants, Tankstellen oder Kaufhäusern: Egal wo wir für Einkäufe oder Dienstleistungen bezahlen, kriegen wir die Quittung dafür auf Papier. Und das, obwohl die meisten Belege danach eh direkt im Müll landen!

Doch statt eine digitale, nachhaltige Alternative für die vielen Papierbons zu fördern, hat die Politik ein Gesetz erlassen, das noch mehr Kassenzettel produzieren wird! Diese unsinnige Verordnung müssen wir stoppen! Bitte helft uns dabei, indem ihr diese Petition unterstützt, denn gedruckte Kassenzettel sind nicht nur überflüssig, sondern auch gesundheits- und umweltschädlich!

Wir fordern daher: Stoppt den Papierquittungswahnsinn!

Wir wollen diese Zettelwirtschaft auf Kosten unserer Umwelt und unserer Gesundheit beenden. Lasst uns also gemeinsam die Politiker und die Händler in ganz Deutschland zum Umdenken bewegen:
- Papier ist eine wertvolle Ressource. Stoppt ihre Verschwendung zum Druck von Kassenzetteln!
- Kassenzettel schaden unserer Umwelt und Gesundheit. Stoppt die Verwendung giftiger Chemikalien in ihrer Produktion!
- Kassenzettel sind ein Relikt aus alter Zeit. Investiert in digitale Alternativen!

Eine reine Papierverschwendung zu Lasten der Umwelt

Schon jetzt ist Deutschland laut WWF das Land mit dem höchsten Papierverbrauch (250 Kilogramm pro Kopf jährlich!) der Welt. Das Ausdrucken von Milliarden Kassenzetteln jährlich verschwendet noch mehr dieser wertvollen Ressource und belastet unser gesamtes Ökosystem. Fast jeder zweite industriell gefällte Baum wird zu Papier verarbeitet!

So sind zum Beispiel immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, weil die Abholzung der Wälder ihren Lebensraum bedroht und auch der Klimawandel wird von der Papierproduktion, die neben Holz auch enorm viel Wasser und so viel Energie wie die Herstellung von Stahl benötigt, beschleunigt.

Somit ist jedes eingesparte Papier Wald-, Tier-, Wasser- und Klimaschutz gleichzeitig!

Kassenzettel schaden der Umwelt aber auch noch auf anderem Wege, denn sie werden häufig auf Thermopapier gedruckt, das mit giftigen Chemikalien belastet ist. Laut einer Untersuchung des BUND enthalten 14 von 19 Kassenbons die schädlichen Bisphenole A (BPA) oder S (BPS). Deshalb gehören die Bons eigentlich in den Restmüll. Viele entsorgen sie aber als Altpapier. Über den Recyclingkreislauf gelangen die Schadstoffe darin dann in die Natur und belasten unser Ökosystem.

Kassenzettel verursachen Krankheiten wie Krebs und Diabetes

Was viele nicht wissen: Auch für den Menschen sind diese Substanzen in Kassenzetteln gefährlich. Bisphenol A wurde von der EU als „besonders besorgniserregend“ eingestuft und gilt als Mitauslöser für Hoden-, Prostata- oder Brustkrebs, Diabetes, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunschwächen und Lebensmittelallergien. Ab 2020 ist der Stoff glücklicherweise verboten. Nur: Für das ähnlich gefährliche Bisphenol S gilt das Verbot nicht!

Was soll das neue Kassengesetz?

Mit dem „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ will die Bundesregierung eigentlich Umsatzsteuerbetrug verhindern. Die sogenannte Belegausgabepflicht soll diesem Treiben ein Ende bereiten. Sie zwingt Händler ab 2020 dazu, jedem Kunden für jede Transaktion einen Kassenbon auszustellen, ob gewünscht oder nicht!

Während alle Bereiche der Wirtschaft digitalisiert werden, setzt der Gesetzgeber hier also darauf, weiter milliardenfach Papierzettel in den Umlauf zu bringen. Denn pro Jahr werden durch die Belegausgabepflicht eine Milliarde mehr Kassenzettel ausgestellt! Allein die zusätzlichen Papierkosten dafür beziffert der Bundesrat auf 5,5 Millionen Euro. Mit den Folgen für die Umwelt hat sich die Politik nur leider nicht beschäftigt…

Dabei leben wir im Zeitalter der Digitalisierung. Von E-Mails bis E-Books: So vieles, was es früher nur auf Papier gab, gibt es heute auch digital. Warum nicht also auch Kassenzettel?

Warum mir, Michelle Bourguignon, diese Petition so am Herzen liegt:
Aus beruflichem Hintergrund recherchiere ich täglich zum Thema Umwelt, Kassenzettel und Digitalisierung. Dabei sind mir immer mehr Details begegnet, von denen ich vorher nichts gewusst habe. Der Klimawandel, das Waldsterben und die zunehmenden Krebserkrankungen beunruhigen mich sehr. Und jeder sollte dort anfangen, etwas zu ändern, wo er es kann. Daher starte ich diese Petition. Lassen Sie uns zusammen den Papierwahnsinn stoppen!

Unterstützen Sie diese Petition und helfen Sie jetzt die Umwelt und die Gesundheit zu schützen!
Unterschreiben Sie diese Petition mit einem Klick