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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Montag, 27. April 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #103 - Wahlwitz


Manchmal ist alles so blau, dass man da einfach durchtauchen muss… © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


Wahlwitz

Schon gehört?
Elon Musk setzt jetzt auf Robotaxis. Noch sind die in der Probephase. Es gibt Probleme mit der Steuerung. Im Moment fahren sie nämlich ständig im Kreis, weil sie dauernd rechts abbiegen.

Nein, das war nur ein Witz!

Muss man heute dazu sagen, weil einerseits manche Leute das nicht gleich verstehen. Witze.
Und andererseits gibt es Meldungen, die liest man und denkt sich: Das ist doch ein Witz!
Etwa: Ein Kärntner Polizist schießt sich in Krumpendorf ins rechte Bein.
Das klingt wie ein Witz.

Ist aber keiner.
Schon deshalb, weil nicht alle Kärntner irgendwie ein Problem mit Rechtsextremismus haben.
Im Gegenteil. Ich kenn total freundliche, weltoffene Kärntner. Die können sogar slowenisch!
Gut, so betrachtet haben die dann natürlich auch ein Problem mit Rechtsextremismus, aber nicht weil sie den von Zuhause kennen, sondern, weil der von außen in Zuhause reingetragen wird.
Wie letztes Jahr am Peršmanhof, wo die Kärntner Polizei dieses Treffen von Antifaschisten… sagen wir mal… „besucht“ hat.
Aber natürlich sind auch nicht alle Kärntner Polizisten so.

Auf keinen Fall!
Schon gar nicht in Krumpendorf.
Nein! Nur weil auf dem Gemeindegebiet von Krumpendorf der Ulrichsberg liegt, wo sich ehemalige Mitglieder der Waffen-SS über Jahrzehnte regelmäßig getroffen… aber nein!
Das wäre eine zu verkürzte Darstellung.

Und nur, weil sich der arme Gesetzeshüter jetzt in sein rechtes Bein geschossen hat, heißt das nicht, dass ihm in diesem Wahrnehmungsbereich die Tiefenschärfe fehlt. Nein. Oder gar, dass er auf dem rechten Auge blind ist.

Es zeigt vielmehr, dass die Kärntner Polizei durchaus gewillt ist, gegen rechtsextreme Gliedmaßen selbst in den eigenen Reihen vorzugehen. Ha! Daran sieht man, dass Kärnten gar nicht so ist, wie es uns die Vorurteile von uns Wiener Bazi glauben machen wollen.

Es ist ja vieles anders als man denkt.
Die Ungarn zum Beispiel haben ja auch bei der letzten Wahl gezeigt, dass sie ganz anders sind als gedacht. Wenn man diese Bilder vom Budapester Donauufer (eines der wenigen Worte mit Doppel U, übrigens) gesehen hat, dann hat man sich da ja schon gefragt: Ist das noch Wahlberichterstattung oder der Live-Bericht von der ungarischen Loveparade?
So sehr haben sich die Leute gefreut in Ungarn.

Jetzt fragen sich die Ungarinnen und Ungarn nur, wie sie die ganze Kohle, die der Wahlverlierer Orban und sein Kumpel aus dem Installateurs-Business zur Seite geschafft haben, wieder kriegen.
(Wegen Kohle: Diesen Newsletter kann man auch finanziell unterstützen. Details weiter unten.)

Aber wenn wir schon von Wahlen reden:
Timmy. Der Wal. (Ja, das musste auch einmal kommen.) Der Wal, der da in der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns herumliegt. Der mag nicht schwimmen. Und sterben lässt man ihn nicht. Oder doch. Und wenn nur, weil finstere Mächte hier am Werk sind, wie führende Meeresbiologen auf TikTok und YouTube wissen. Das sind dieselbe, die vor fünf Jahren noch Virologen waren.
Denn die haben den Durchblick. Normalerweise leben nämlich Wale ewig, transportieren biblische Propheten, betreiben in ihrer Freizeit einen Wal-O-Mat (bei dem immer rauskommt, dass man die örtlichen Rechtsextremen unterstützen soll) oder heißen Willy und tauchen in Hollywoodfilmen auf.
Die wissen alles, diese Walforscher.

Dort oben an der Küste (also von der Seehöhe eigentlich unten, aber egal, das ist schon wieder zu kompliziert für die dortigen Waliser), in Mecklenburg-Vorpommern, für Freunde: Meck-Pomm (was immer so klingt, als ginge es um frittierte, in längliche Stücke geschnittene Kartoffeln eines multinationalen Systemgastronomen mit M im Namen, dort hat man nämlich Zeit für so eine gigantische Verschwörung. Donald Trump hat seine - angeblich - gestohlene Wahl und sowas wollten die dann eben auch haben. Den gestrandeten Wal. Durch sinistre Netzwerke angespült. Durch Meeres-Ökologie etwa.

Aber so einfach kann es nicht sein!
Nicht in Meck-Pomm. Denn Meck-Pomm hat zwar zahlreiche Probleme, dünne Besiedlung bei gleichzeitig hoher Arbeitslosigkeit, Nazi-Aufmärsche, fragwürdige Deals der Landesregierung mit der russischen Gas-Mafia und und und… Man könnte sich da also wirklich um einiges kümmern, gerade weil da demnächst Wahl ist (also Landtagswahl und nicht Strandlagswal) und deshalb kümmern sie sich dort auch um… was?

Um Timmy. Timmy, den Wal. Manche nennen ihn auch Hope.
Vielleicht nennen ihn auch dritte: Fisch, Delphin, Giraffe der Meere oder größter Mehlwurm der Welt. Oder vielleicht auch Balthasar. Oder Jonas. Oder Willy, weil sie das im Kino gesehen haben.
Wobei das eigentlich ein ganz ein anderer Wal war, aber egal:
Wer den Wal hat, hat die Qual.

Letztlich sind all diese Namen  genauso richtig für Timmy, wie sein Name Timmy.
Denn Timmy weiß gar nicht einmal, dass er Timmy heißt.
Denn eigentlich heißt er wahrscheinlich: Biiiiiuuuuuuuuuuuuuuuuoooooooooooooy!

Oder so ähnlich.
Ich bitte um Verzeihung für Tippfehler. Ist mein erster Versuch Walgesänge zu verschriftlichen.
Ist aber ein Trend, der im Kommen ist.

Und eigentlich gehört das Riesen-Vieh gar nicht in die Ostsee. Schon gar nicht so nah in die Lübecker Bucht, wo man im letzten Jahrhundert fröhlich Atommüll versenkt hat.
Sondern in die Nordsee. Dort in der Nordsee, wo täglich in der Deutschen Bucht Schweinswale verenden. Das interessiert aber keinen. Weil die sind klein, weit draußen am Meer, und man kann keine Insta-Story daraus machen.

Aus Timmy dagegen sehr wohl.
Auch weil man sich mit ihm so gut identifizieren kann.
Ein übergewichtiges, einsames Wesen am Strand, das schlecht Luft kriegt, … da erkennt sich schon der eine oder andere Wähler natürlich wieder.

Apropos Wiedererkennung am Strand:
In Zypern treffen sich die Spitzen der EU.
Warum dort? Weil sich in Zypern die schönsten Konflikte der Welt gut beobachten lassen.
Iranische Drohnen treffen dort britische Militäreinrichtungen, mit dem Fernglas kann man auf einen zerstörten Südlibanon oder den in Schutt und Asche liegenden Gazastreifen schauen und Abends trifft man dann im Restaurant die fröhlichsten, korruptesten russischen Oligarchen, die hier abwarten, ob die russische Wirtschaft demnächst schon krachen geht - oder doch erst in einem Jahr.

Und mit denen kann man dann ökonomische Fachgespräche führen.
Wie das mit dem Ölpreis ist. Oder ob man nicht doch langsam in die Elektromobilität investieren sollte. Und wenn ja: Wo? In China? In Deutschland? Oder gar in den USA?
Beim electronic-lunatic-oligarchic Nationalist, kurz: Elon?

Dass dem seine Autos dann alle einen Rechtsdrall haben, dürfte ja nicht so stören.
Weil es ja nur ein Witz war.

——


groebner live:

Freitag 8.5. München, 
Schlachthof
Donnerstag 14.5. Wien, 
Kabarett Niedermair
Dienstag 19. und Mittwoch 20.5. Graz, 
Theatercafé
Donnerstag 21. - Samstag 23.5. Regensburg, 
Statt-Theater
Freitag 29.5. Frankfurt, 
die KÄS

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man 
hier lesen.

Und meinen Vierteljahresrückblick 
„Quartalsweise“ in der Frankfurter Buchhandlung „Buch&Wein“ gibt es auch wieder
Am Donnerstag 12.3.!

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

In der Abendschau im BR gab es sogar einen eigenen Premierenbericht.
Den kann man sich 
hier anschauen.

groebner gehört:
Ganz frisch heraussen!!!! Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records

Kennt Ihr schon mein Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“?
Es ist sehr gut.

In der wunderbaren Sendung „
Satire Deluxe“ war ich zu Gast und habe - live ! - ein Liedchen zum Besten gegeben.

Zusammen mit den sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger, als sie eigentlich sind) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poet:Innen“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei auch, aber 
hier.

Das „Ende der Welt“ gibt es auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek zu hören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, etwa wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte. Oder warum es den Wiener Opernball wirklich gibt. All das erfährt man. Und zwar hier.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein 
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64 

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