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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Freitag, 20. Februar 2026

Warum schafft es der Bund nicht, die Preisbremse im Miet- und Wohnungsmarkt zu treten?

Stadtbegrünung (ai)
Der deutsche Miet- und Wohnungsmarkt steht seit Jahren unter erheblichem Druck. Steigende Mieten, ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum und wachsende soziale Ungleichgewichte treffen längst nicht mehr nur Großstädte, sondern zunehmend auch Mittel- und Kleinstädte. Diese angespannte Lage bildet den Hintergrund für politische Maßnahmen, kommunale Überforderung und einen spürbaren Vertrauensverlust vieler Menschen in die Steuerungsfähigkeit des Staates.


1) Rechtlicher Rahmen: Bund vs. Kommunen - Bundesgesetz gibt den Rahmen vor

Instrumente wie die Mietpreisbremse oder Förderprogramme für Wohnungsbau basieren auf Bundesgesetzen und Landesverordnungen. Die Kommunen sind nicht frei, eigene Mietpreisgrenzen zu erfinden, sondern müssen sich an die Rechtslage halten, die Bund und Länder vorgeben.

Beispiel Mietpreisbremse:

Die Regelung wird auf Bundesebene bestimmt, die Bundesländer legen per Verordnung fest, in welchen Städten und Gemeinden sie gilt – weil dort ein „angespannter Wohnungsmarkt“ vorliegt.

Die Kommunen selbst haben hier keine freie Entscheidungsgewalt, sondern setzen um, was ihnen rechtlich zugestanden wird.


2) Kommunen als wichtigste Umsetzungsebene - Mietspiegel und Durchsetzung

Viele Entscheidungen hängen davon ab, wie gut Städte und Gemeinden Mietspiegel erstellen und pflegen, weil dieser Vergleichsmaßstab für die Mietpreisbremse ist. Das ist zwar rechtlich möglich, aber personal- und datenintensiv.

Der Mietspiegel wird oft lokal erhoben – dafür brauchen Kommunen Fachpersonal und Ressourcen.

Für die Durchsetzung gilt: Mieter müssen in der Regel selbst aktiv werden, wenn Vermieter zu hohe Mieten verlangen – oft mit rechtlicher Unterstützung. Kommunen sind hier nur indirekt beteiligt.


3) Bauen von neuem Wohnraum – große Herausforderung: Planungs- und Bauverfahren

Kommunen haben bei der Bauplanung, Flächennutzung und Vergabe von Baugrund Gestaltungskraft. Sie können Bauland ausweisen, Bebauungspläne aufstellen und Investoren steuern.

Allerdings stocken viele Bauvorhaben – Baugenehmigungen sind zeitaufwendig, Baukosten hoch und oft fehlt es an geeignetem Bauland. Den Kommunen fehlen hier oft finanzielle Ressourcen und Fachpersonal, um Projekte schnell umzusetzen.

Fördermittel und Bundesprogramme

Der Bund stellt Fördermittel für sozialen Wohnungsbau und beschleunigte Verfahren zur Verfügung (z. B. Bau-Turbo-Gesetz), aber die eigentliche Umsetzung vor Ort liegt bei Kommunen. Auch hier hängt der Erfolg von personellen Kapazitäten ab.

4) Finanzielle Begrenzung vor Ort

Kommunen haben begrenzte Einnahmen (z. B. Grundsteuern, Gewerbesteuern). Große Bauvorhaben oder soziale Wohnprojekte benötigen oft Bundes- und Landesmittel, weil allein kommunale Haushalte sie kaum stemmen können. Wenn die Fördermittel nicht ausreichen oder kompliziert beantragt werden müssen, verzögert das Projekte.

5) Praxis: Unterschiedliche Leistungsfähigkeit

Großstädte (z. B. Berlin, München, Hamburg) haben größere Verwaltungskapazitäten, häufig eigene Wohnungsämter und können schneller reagieren.

Kleinere Gemeinden haben oft nicht genügend Personal oder Fachwissen, um komplexe Wohnungs- oder Bauprojekte zu steuern.

Das führt zu einem Flickenteppich in der Umsetzung: Manche Städte nutzen Mietpreisbremsen und Bauinstrumente intensiv, andere kaum.

6) Kann die Bundesregierung ihre wohn- und kostendämpfenden Ziele durchsetzen?

Ja - auf dem Papier. Der Bund schafft den rechtlichen Rahmen und stellt Mittel bereit. Aber die eigentliche Umsetzung hängt stark von den Kommunen und Ländern ab. Und dort – wegen begrenzter Ressourcen, bürokratischer Hürden, unterschiedlicher Marktdynamiken und politischer Prioritäten – klappt es nicht überall gleich gut oder gleich schnell.

Die Effizienz hängt deshalb davon ab, wie gut Länder und Gemeinden personell, finanziell und organisatorisch ausgestattet sind, um die Vorgaben umzusetzen.


Erfolgsgeschichten

1. Wien als Referenz – kommunaler Wohnbau wirkt

Auch wenn Wien nicht in Deutschland liegt, dient es vielen Kommunen als Vergleichsfolie: Über 60 % der Bevölkerung leben dort in gefördertem oder kommunalem Wohnraum. Die Stadt agiert selbst als Bauherrin, hält Grund und Boden langfristig in öffentlicher Hand und entzieht große Teile des Marktes der Spekulation.
Lehre für Deutschland: Wo Kommunen dauerhaft bauen, besitzen und vermieten, bleiben Mieten stabil.

2. Hamburg – Bündnis für das Wohnen

Hamburg setzt seit Jahren auf feste Bauziele, Quoten für sozial geförderten Wohnungsbau und Kooperationen mit Genossenschaften. Jährlich werden mehrere tausend neue Wohnungen genehmigt, ein relevanter Anteil davon preisgebunden.
Erfolg: Der Mietanstieg ist messbar langsamer als in vergleichbaren Metropolen.

3. Leipzig – kommunale Wohnungsunternehmen stabilisieren

Leipzig hat frühzeitig seine kommunalen Wohnungsbestände nicht verkauft und nutzt sie aktiv zur Mietdämpfung. Trotz starkem Zuzug blieben Bestandsmieten lange vergleichsweise moderat.
Erfolg: Öffentliche Akteure wirken als Preisanker im Markt.


Misserfolgsgeschichten

1. Berlin – regulatorische Brüche

Der gescheiterte Mietendeckel führte zu jahrelanger Rechtsunsicherheit. Nach seiner Aufhebung stiegen Mieten teils sprunghaft, Investitionen wurden verschoben oder verteuert.
Misserfolg: Symbolpolitik ohne dauerhafte rechtliche Absicherung verschärfte die Lage.

2. München – Markt außer Kontrolle

Trotz Förderprogrammen, Mietpreisbremse und Baulandmodellen zählt München zu den teuersten Wohnungsmärkten Europas. Baukosten, Grundstückspreise und Renditeerwartungen überlagern jede Regulierung.
Misserfolg: Kommunale Instrumente reichen nicht gegen extreme Marktdynamiken.

3. Frankfurt am Main – Wohnen als Anlageprodukt

In Frankfurt wurden zahlreiche Neubauten primär für Kapitalanleger errichtet. Hochpreisige Mikro-Apartments, Leerstand und möblierte Kurzzeitvermietung verdrängen Normalverdiener.
Misserfolg: Fehlsteuerung bei Neubau und Nutzungskontrolle.


Fazit

Erfolg entsteht dort, wo Kommunen dauerhaft Verantwortung übernehmen: durch eigenen Wohnungsbestand, aktive Bodenpolitik und verlässliche Rahmenbedingungen.
Scheitern droht dort, wo Marktlogik dominiert, Regulierung inkonsequent bleibt oder politische Instrumente nicht rechtssicher und langfristig angelegt sind.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Wie teuer kommt den Steuerzahler die Duldung von Extremisten im Deutschen Bundestag?

AI, gemeinfrei







Die Kosten für den deutschen Steuerzahler, wenn eine extremistische Partei, z. B. eine im Bundestag vertretene Partei wie die AfD, die aus inhaltlichen Gründen nicht an der Regierung beteiligt werden kann, aber ein Drittel der Wähler erreicht, im Bundestag vertreten ist, setzen sich aus mehreren großen Posten zusammen. Man kann keinen einzigen festen Betrag nennen, weil die Gesamtkosten von der Anzahl der Abgeordneten, Fraktionsstärke und Aktivitäten abhängen, aber man kann die wichtigsten Steuerzahler-Kostenpunkte grob aufschlüsseln:

Diäten und laufende Kosten für Abgeordnete

Jeder Bundestagsabgeordnete erhält:

  • eine monatliche Abgeordnetenentschädigung von ca. 11.833 € (Stand 2025/26) als Grundgehalt. (Deutscher Bundestag)

  • kostenfreie Pauschalen für Büro, Reise, Wohnsitz und Mitarbeiterbudget (mehrere tausend Euro pro Monat), zudem BahnCard 100, 1. Klasse etc. (Connections News)

Beispielrechnung aus journalistischen Quellen:

Für 152 Abgeordnete:

  • Gesamte jährliche Bezüge + Pauschalen + Mitarbeiter-Budget zusammen 80 Mio.–120 Mio. € 

  •  oder mehr, je nach Zählweise. (Amadeu Antonio Stiftung)

Das ist Geld, das der Bund unabhängig von Regierungsteilnahme für die parlamentarische Mandatsausübung bezahlt.


Fraktionsfinanzierung (Parlamentsgruppe)

Fraktionen – also organisierte Abgeordnetengruppen – erhalten eigene staatlich bereitgestellte Budgets:

  • Grundbetrag pro Fraktion: ca. 512 553 €/Monat.

  • Plus ca. 10 700 € je Fraktionsmitglied/Monat.

  • Oppositionsfraktionen bekommen zusätzliche Zuschläge. (Deutscher Bundestag)

Für eine größere Oppositionspartei kann das jährlich rund 20–30 Mio. € und mehr ausmachen. (Amadeu Antonio Stiftung)

Diese Mittel dienen z. B. zur Finanzierung von Mitarbeiterinnen, Referenten, Büros, Öffentlichkeitsarbeit etc.


Beteiligung an der staatlichen Parteienfinanzierung

Zusätzlich zur Parlamentsarbeit erhalten Parteien staatliche Zuschüsse:

  • Die Bundespublikation legt für 2024 eine Obergrenze von rund 219 Mio. € für alle Parteien zusammen fest. (Deutscher Bundestag)

  • Eine Partei wie die AfD bekommt auf diesem Wege einige Millionen Euro pro Jahr (z. B. ~12,8 Mio. € im Jahr 2025). (Yahoo Nachrichten)

Diese Gelder fließen unabhängig davon, ob die Partei in der Regierung ist oder nicht – sie sind Teil der normalen Parteienfinanzierung im politischen System.


Regierungsbeteiligung ist für die staatliche Finanzierung irrelevant: Jede Partei im Bundestag produziert Ausgaben für den Steuerzahler durch Mandate und Fraktionstätigkeit – auch wenn sie nicht regiert.

✅ Die größten Kostenblöcke sind:

  • Gehälter und Pauschalen der Abgeordneten,
  • Budgets der Fraktion,
  • staatliche Parteienfinanzierung.

✅ Eine größere parlamentarische Partei kann zusammen Hunderte Millionen Euro Steuergelder pro Wahlperiode „verbrauchen“, wenn man alle Posten über Jahre zusammenzählt (Mandate × Jahre). Sie kann dabei in komplettem Gegensatz zur Regierungspartei stehen und Inhalte fordern, die demokratische Parteien nicht gutheißen. Ist das gewollt? Hier ist ja ein direkter Hebel zum Ausschalten der Demokratie - alles für Dutzende/Hunderte von Millionen Euro!


Beispiel: Vereinfachte Grob-Rechnung
Für eine Partei mit ca. 150 Abgeordneten über ein Jahr
Kostenblock Ca. Betrag pro Jahr
Abgeordnetenentschädigungen & Pauschalen ~80–120 Mio. €
Fraktionsbudget ~20–30 Mio. €
Staatszuschüsse (Parteienfinanzierung) ~10–15 Mio. €
Gesamtsteuerkosten (jährlich) ~110–165 Mio. €

Hinweis: Diese Zahlen sind Schätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten und können je nach Rahmenbedingungen variieren. Quelle: Deutscher Bundestag.



Sonntag, 8. Februar 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #95 - The Joker










Im Oberstübchen gut rosa beleuchtet. © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl


The Joker

Wenn man 8 mal 7 Jahre alt ist wie ich, passiert es einem, dass man sich selbst bei der Retrospektive ertappt.

Überraschend stürme ich dabei in den „Relaxroom“ meines „Mindsets“, reiße also ungefragt die Tür zu meinem Oberstübchen auf, in dem ich es mir gerade bequem gemacht habe, und frage mich forsch: „Was machst Du da?“
Oder: „Woran denkst Du gerade?“
Oder: „Wo hast Du schon wieder Deinen Kopf?“
Dann mach ich einen Scherz mir selbst gegenüber und versetze darauf keck:
„Auf meinen Schultern. Hoffentlich.“
Aber das lass ich mir nicht durchgehen. Ich kenn mich ja. 

Deshalb sag ich auch zu mir: „Nein, nein… so nicht! Du hängst gerade Deinen Gedanken nach. Das seh ich doch! Und wo waren die?“
Darauf ich wieder, mit leiser Stimme: „Die waren in …. äh … früher.“
Und schließe ich peinlich berührt die App, auf der ich gerade das Kinoprogramm studiert habe.
Oder ich nehme sogar die Nadel von der Schallplatte, die gerade den Raum mit Prince beschallt hatte.
Also dem Prince aus Minneapolis. Ein Prince ohne Epstein. Und ein Minneapolis ohne ICE.
Ja, es könnte sogar sein, dass ich mein Buch (mit Seiten - ohne E) beschämt weg lege und brav wieder zum Smartphone greife.

„Früher?“ sag ich dann streng zu mir, „Das sollst Du doch nicht! Sonst verpasst Du den Anschluß!“
„Aber den Anschluß woran?“, frag ich mich dann.
„Das ist egal. Der Österreicher in Dir weiß, dass er keinen Anschluß verpassen darf!“ rüge ich mich.
Nicht ohne auch noch anzumerken: „Das ist ein sehr guter Witz übrigens. Den musst Du posten! Auf dieser Plattform und da und da und da und da und da… und da am besten auch noch.“
„Das muß diese Postmoderne sein.“ sag ich mir dann. Worauf ich mit den Augen rolle und sag: „Schlechter Witz. Braucht Bildungshintergrund. Sowas will keiner. Besser was mit Katzen, Brüsten oder Rennautos.“
„Ah ja… wie wärs mit Katzen, die in zwei Sekunden auf 300 kmH beschleunigen können und Körbchengröße D haben?“
„Sehr gut!“, sag ich dann zu mir. „Das gibt Likes! Den Anschluß nicht vergessen!“

Und dann lass ich mich wieder alleine, worauf ich heimlich weiter einen Kinofilm (ohne Sequel oder Prequel) schaue, Platten höre, auf der Menschen selber Musik machen, oder ein Buch lese, indem ich Seiten umblättere. Seiten aus Papier.
Und all das ohne mein Smartphone zu beachten.
Ja, so mach ich das.
Einmal im Jahr gönne ich mir diese 20 Minuten.

Und dann denke ich an „früher“.

Und dabei komm ich drauf:
Der Unterschied zwischen der Zeit, aus der ich komme und die mich geprägt hat, und dem heute lässt sich eigentlich an einem Namen fest machen: Steve. Genauer gesagt: Stephen. Mit Nachnamen: Miller.
Also eigentlich besteht der Unterschied nur in drei Buchstaben. Auf der einen Seite ein Steve Miller mit V und auf der anderen ein Stephen Miller mit P, H und einem N.

Das „V“ klingt ja gerne mal weich. Fast wie ein W. Im Englischen zumindest.
Beziehungsweise im amerikanischen Englisch, das ja so etwas ist, wie das Schweizer Deutsch unter den Englisch-Arten.
Immer, wenn man so jemanden reden hört, denkt man sich: Das meint der doch nicht erst?
Oder man denkt sich: Das muss doch mit einem Logopäden in den Griff zu kriegen sein.
Oder man denkt sich: Will der nicht anders… oder kann der nicht?
Dann aber zeigt einem der Schweizer sein Bankkonto* oder der Amerikaner seine Waffensammlung und dann behält man alle diese Gedanken für sich.
(* apropos Bankkonto: Diesen Newsletter kann man auch finanziell unterstützen. Alle Infos dazu unten)

Obwohl man sich bei Stephen auch so einiges denkt.
Das ist der mit dem P, dem H und dem N. Gemeinsam also: „Phn!“
Das klingt nicht weich, eher verächtlich. „Phn!“
So als würde man schnell Luft ausstoßen, um seinen Missfallen zu auszudrücken. Aber ohne inhaltlich argumentieren zu müssen.
Einfach mal in die Gegend, in die Runde, in die Luft phn-en, dann hat man den anderen seine Verachtung ausgedrückt und den Tag vermiest.
Und so ist der Stephen auch. Der Miller.

Die Gemeinsamkeit mit Steve Miller besteht aber nicht nur im fast identischen Namen, sondern darin, dass beide Autoren von „The Joker“ sind. Allerdings ist „The Joker“ beim einen eine coole Blues-Rock-Nummer aus den 70ern und beim anderen eine lebendig gewordene Comicfigur, die gerade US-Präsident ist. Und der Stephen, der auch selbst noch aussieht wie der Helfershelfer von einem Bösewicht (was er ja im Prinzip auch ist), schreibt völlig wirre Sachen: Paranoide Gewaltphantasien (mit P und H und N!) über weiße Vorherrschaft.
Oder drischt Phrasen (mit P und H und N), dass die Sturmabteil… nein… Einwanderungsbehörde ICE nicht genügend Menschen festnimmt.
Kurz gesagt: Wer Donald Trump als Problem ansieht, für den muß Stephen Miller erst recht ein phuckin’ Problem sein.

Steve ist da ganz anders.
Er ist bescheiden. Er dreht sich auf meinem Plattenteller und singt:
„Some call me the Space Cowboy, some call me the Gangster of Love…“
Und auch wenn ich nicht Maurice heiße, weiß ich - wenn ich das höre - daß ich trotzdem hier, genauer gesagt „right here, right here, right here“ at home bin. In meinem Oberstübchen. Und jetzt les’ ich weiter.

Und das Smartphone (mit P, H und N) lass ich auch liegen.

————

groebner live:


Donnerstag 19.2. Frankfurt, 
Stalburg Theater
Freitag 20.2. Stuttgart, 
Rosenau
Dienstag 24. - Donnerstag 26.2. Wien, 
Theater Drachengasse
Freitag 27. 2. Steyr, 
Akku Kulturzentrum
Samstag 28.2. Gutenbrunn, 
Truckerhaus
Freitag 6.3. Nürnberg, Burgtheater
Samstag 7.3. Neustadt a.d. Weinstraße, Hambacher Schloß
Sonntag 8.3. Düsseldorf, Kommödchen

Und, und, und…alle Termine gibt es 
hier.

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort
 eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

Der freundliche Sender 3Sat hat übrigens mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“

Zusammen mit den sehr lieben, aber auch geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle… mindestens drei Jahre jünger) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poeten“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei jetzt auch, nämlich 
hier.

Das „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek, wo ich zum Beispiel darüber nachdenke, was der Unterschied zwischen 
Krapfen und Berliner ist. Oder isst.

Einen neuen Song (ist die Zugabe vom neuen Programm, aber psst!) kann man direkt 
auf der Homepage hören.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf 
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

 

Freitag, 6. Februar 2026

Die AfD gesichert extremistisch, aber aus demokratischen Gründen geduldet ...

 

Die AfD im Parlament: Ab wann ist ein Parteienverbot wirklich geboten?


Es ist soweit: Wie wird Deutschland mit dem AfD-Extremismus umgehen?



ECM: „While I Was Away“ (CD), Julia Hülsmann Octett


Nach den hochgelobten Quartett-Aufnahmen „Not Far From Here“ (2019), „The Next Door“ (2022) und „Under The Surface“ (2025) hat die deutsche Pianistin Julia Hülsmann beschlossen, neue Wege zu gehen und mit einem neu formierten Oktett aus preisgekrönten Instrumentalisten und Vokalisten noch einen draufzusetzen. Auf „While I Was Away“ kombiniert Julia die Besetzung eines klassischen Trios (Violine, Cello, Klavier) mit einem klassischen Jazz-Klaviertrio und lädt drei Sängerinnen ein, sich einem Programm aus abenteuerlichen Eigenkompositionen, einer individuellen Interpretation von Ani DiFrancos Hit „Up Up…“ aus dem Jahr 1999 und einem luftigen brasilianischen Stück der Songwriterin Zélia Fonsesca anzuschließen. 

Die Musik wird oft mit Texten bekannter Autoren kombiniert, beispielsweise von Emily Dickinson, Margaret Atwood und E.E. Cummings. Es entfaltet sich eine breite Palette musikalischer Konnotationen, während brasilianischer Tanz, musicalartige Erzählungen, kammermusikalische Dynamik und Passagen dichter, freier Improvisation ein fluoreszierendes Bild eines leidenschaftlichen Ensembles zeichnen.

„Hülsmanns Kompositionen zeichnen sich stets durch einen großen Respekt vor der Melodie aus, der ihren besten Werken Tiefe und Beständigkeit verleiht, die mit jeder neuen Veröffentlichung in ihrer ECM-Diskografie weiter wachsen.“ – Jazzwise Magazine


Groebners Neuer Glossenhauer #94: Adel verdichtet

 


      Vor lauter Freude wird man rot © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Adel verdichtet

Macht Ihr Euch auch solche Sorgen?

Solche Sorgen um das norwegische Königshaus. Ja, denen geht’s so schlecht, dass einem schwindlig wird.
Warum? Na weil rausgekommen ist: Die Kronprinzessin hat regelmäßigen Kontakt gehabt mit Jeffrey Epstein, so wie ihr Adelskollege der Prinz formally known as Prince Edward. Und Ihr Sohn, also der Sohn zukünftig sicherlicherweise not known as Prince, ist angeklagt wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und anderen Sachen, für die wiederum Jeffrey Epstein known war.

Wobei der junge Mann ja Pech hat. Der ist einfach im falschen Jahrhundert geboren. Die Gnade der späten Geburt kennt man ja. In Adelskreisen handelt es sich eher um das „Schade der späten Geburt“. Denn gerade Adelige konnten sich vor zwei, drei, vierhundert Jahren sicher sein, dass eine Vergewaltigung noch als „starkes männliches Temperament“ abgebucht wurde.

Ein Verhalten, das damals sicher keinen Skandal ausgelöst hätte, weil Individuelle Menschenrechte - in der viel beschworenen guten alten Zeit - so bekannt waren wie CGI, MRT oder Instagram-Posts über Multitoolwerkzeug. Und Frauenrechte im speziellen waren überhaupt - wenn es sich dabei nicht um ausgesuchte Individuen wie Maria Theresia, Königin Victoria oder um weibliche Mitglieder eines skandinavischen Königshauses gehandelt hat - so verbreitet wie das Wissen um die Erdkrümmung in der Flat-Earth-Society.

Dafür gab es damals Eigentumsverhältnisse… ein Wahnsinn.
Also die Art und Weise wie das Vermögen in der Gesellschaft verteilt war, das kann man sich heute… sehr gut vorstellen. Schließlich ist es heute mittlerweile fast genau wieder so.
Laut dem französischen Ökonomen Piketty haben wir nämlich wieder Vermögensverteilungen wie zuletzt Anfang des 19. Jahrhunderts.

Und das war ja eine lustige Zeit damals:
Nannte man Spät-Absolutismus. Oder Restauration. Oder Ich-Chef-Du-Nix. Oder Biedermeier. Wobei man sich bis heute in der Forschung nicht ganz einig ist, ob man das Biedermeier jetzt wirklich Biedermeier schreibt, oder nicht doch Biedermaier, Biedermeyer oder gar Biedermayer.

Sicher falsch geschrieben ist: Biedermair.
Das schreibt man nämlich Niedermair. Und ist ein Kabarett-Theater in Wien.
Aber ich schweife ab. Die neusten Spieltermine gibt es erst unten zu sehen.

Im Biedermeier jedenfalls war alles ganz alles anders als heute: Da kämpften Mächte um die Vormachtstellung auf dem einen oder anderen Kontinent und in der Welt. Eine technische Revolution war dabei Fahrt aufzunehmen. Und die Adeligen hatten damals soviel Asche… also Kies, im Sinne von Moos, vulgo Gerschtl oder Pinke-Pinke, kurz gesagt Moneten, Grundbesitz und anderes Vermögen, dass die breite Masse davon sich gar keine Vorstellung machen konnte.
Weil es einfach jenseits Ihrer Fantasie lag.

In etwa so als würde sich heute der Typ vom Lieferservice vornehmen, mit dem Fahrrad jene Strecke entlang zu fahren, die Jeff Bezos oder Elon Musk oder Wladimir Putin mit Ein-Dollar-Scheinen auslegen könnten, wenn man all ihren Besitz in so etwas unsicheres wie Bargeld umtauschen täte. Da würde er - oder sie - sich sehr wundern, wie lange man da radeln muss.

(Apropos Geld: Man kann diesen Newsletter auch finanziell unterstützen, Infos siehe unten)

Aber da hör ich schon besorgte Bürger der besitzenden Business-Bros-Biomasse:
Man darf doch nicht die Leistungsträger…

Nein, darf man nicht. Man darf sie nämlich nicht…. erwähnen.
Die Menschen, die von Leistung reden sind nämlich sehr um Diskretion bemüht.
Deswegen haben sie auch Helfershelfer. Die helfen beim Schweigen und beim Leisten.
Denn diese schweigenden Helfer und ihre Leistungen, die muss man sich erst leisten können.

Die Deutsche Bank zum Beispiel. Das ist so eine Ansammlung von schweigenden Leistungen. Finanzdienstleistungen. Und die hat übrigens gerade ein Rekordergebnis eingefahren.
Ist das nicht schön?
Einen Tag vor dieser finanziellen Frohbotschaft allerdings war zu lesen, dass es eine Razzia in der Deutschen Bank gab: Wegen Steuerhinterziehung. Beziehungsweise Mithilfe zur Steuerhinterziehung. Wer nicht weiß, was das ist: Das ist ein anderer Name für Finanzdienstleistung. Das ist der Begriff, den man im Strafrecht gerne dafür verwendet.

Nein. Natürlich nicht immer. Aber immer öfter. Man kann natürlich auch Investment dazu sagen.
Und die Menschen, die das Betreiben sind dann Investmentbanker.
Und jetzt kommt’s. Die Hunderttausendeuro-Frage (also die Frage für die Fahrradboten): Was war Jeffrey Epstein, der Sexualstraftäter, von Beruf? Genau: Investmentbanker!

Ist das nicht ein wahnsinnig komischer Zufall? Wie sich da Adel, Geldadel, Steuerhinterziehung und Sexualstraftäter irgendwie treffen? Man kommt sich vor wie… in der guten alten Zeit.
Und wenn einem dabei jetzt schwindlig wird, dann ist es sicher nur der Walzer.
Und sei es auch der Niederwalzer.

——

groebner live:

Deutschland-Premiere!
Das Regierungsprogramm „Ich bin das Volk!“ ist erstmals zu sehen:

Freitag 6.2. München Lustspielhaus

Samstag 7. 2. Traunstein, Nuts

Donnerstag 19.2. Frankfurt, Stalburg Theater

Freitag 20.2. Stuttgart, Rosenau

Dienstag 24. - Donnerstag 26.2. Wien, Theater Drachengasse

Freitag 27. 2. Steyr, Akku Kulturzentrum

Samstag 28.2. Gutenbrunn, Truckerhaus

Und, und, und…alle Termine gibt es hier.

groebner gesehen:
In der wunderbaren Sendung „Schlachthof“ im Bayerischen Fernsehen war ich zu Gast.
Und durfte dort eine Kostprobe meines Regierungsprogramms „Ich bin das Volk!“ geben.

Der freundliche Sender 3Sat wiederum hat mein voriges Programm „
ÜberHaltung“ ausgestrahlt.
Für alle, die es noch nicht gesehen haben, die haben jetzt in der Mediathek (Achtung Wortwitz) 
das Nachsehen.

groebner gehört:
Satire-Pop-Album 
„Nicht mein Problem“

Zusammen mit den sehr lieben, aber auch geschätzten Kolleginnen und Kollegen Fine Degen, Ella Carina Werner, Jess Jochimsen und Sascha Bendiks (ich schätze alle mindestens drei Jahre jünger) war ich auf Schloß Kapfenburg und habe dort bei für SWR Kultur die
 „Nacht der Poeten“ mit lustigen Texten bestritten.
Teil eins könnt Ihr Euch hier 
anhören.
Teil zwei jetzt auch, nämlich 
hier.

Das „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek, wo ich zum Beispiel darüber nachdenke, was der Unterschied zwischen Krapfen und Berliner ist. Oder isst.

Einen neuen Song (ist die Zugabe vom neuen Programm, aber psst!) kann man direkt 
auf der Homepage hören.

groebner gefolgt:
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YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Samstag, 31. Januar 2026

Werner Fröhlich: Gelesen, gesehen, gehört (2026, 1)

  • Ist denn ein langes Leben gut? Interview mit dem indischen Historiker Dipesh Chakrabarty, ZEIT 11.12.2025
  • Der Tod steht ihr gut (Death becomes her). Film von Robert Zemeckis. 1992

  • Cormac McCarthy: Die Straße. Roman. 2006

(Leider sind hier so starke Formatierungen vorhanden, dass sie nicht löschbar sind.)

Im Interview mit dem Chikagoer Universitätsprofe Themessor Chakrabarty kommt die ZEIT-Redakteurin Elisabeth von Thadden aufn, die „fast unmöglich auszusprechen“ sind: Den hohen Ressourcenverbrauch durch Maßnahmen zur Lebensverlängerung und die Auswirkungen auf das Weltklima.

Müssten wir womöglich kürzer leben, damit unsere Nachkommen ein besseres Klima erleben?
Der 2006 erschienene dystopische Roman des Pulitzer-Preisträgers Cormac McCarthy schildert in
drastischer Weise, wie eine Welt aussehen könnte, in der alles, restlos alles, was das menschliche
Leben heute ausmacht, verbrannt, verschwunden, vernichtet ist. Ohne elektrischen Strom gibt es
nichts mehr, keine Produktion, keine Lebensmittel, keine Landwirtschaft, keinen Verkehr, keine Medien, keine Verwaltung, keine Gesetze, keine Zivilisation. Zwei Überlebende, ein Junge und sein Vater, schleppen sich durch ein eiskaltes, verwüstetes Land. Sie durchsuchen Müllhalden und verlassene Häuser nach Essbarem, nach dem, was von der früheren Zivilisation erzeugt wurde und übrig geblieben ist. Was sie mehr noch fürchten als das Verhungern, sind andere Menschen, „die Bösen“, die
auf der Jagd sind nach Menschen, die sie töten und aufessen wollen.

Chakrabarty weist im Interview darauf hin, dass die heutige Gesundheitsversorgung ohne Strom
nicht möglich wäre. Ohne Strom keine Kühlschränke für Medikamente, keine Klimaanlagen, keine
geheizten Zimmer für Kinder und alte Menschen. Nicht nur das - eine Unterbrechung der Stromproduktion oder Stromlieferung auch nur für wenige Tage hätte den Zusammenbruch der Zivilisation zur Folge und würde sofort zu lebensgefährlichen Zuständen führen.

Die Wohltaten der modernen Zivilisation beruhen – so Chakrabarty – auf den vier Stoffen Zement,
Plastik, Stahl und Ammoniak zum Düngen. Diese vier Stoffe werden durch das Verbrennen fossiler
Energien hergestellt. Dafür wird ein Viertel des Primärenergieverbrauchs eingesetzt. „Wir haben uns
zu Gefangenen dieses energiehungrigen Lebensstils gemacht“ – so seine Schlussfolgerung.

Menschen wünschen sich ein möglichst langes Leben. Das ist verständlich und war schon immer so,
seit es Menschen gibt. Aber erst die Fortschritte in der Medizin und in der Nahrungsmittelerzeugung
in den letzten hundert Jahren haben es möglich gemacht, dass die durchschnittliche Lebenserwartung - zumindest in den Industrie- und Schwellenländern – auf 80 Jahre und mehr gestiegen ist. Einen so ho

Dass ewiges Leben (auf Erden, nicht im Himmel) für Menschen nicht wirklich erstrebenswert ist, gehört zum Allgemeinwissen und wurde schon viele Male künstlerisch verarbeitet. Zum Beispiel in der
bitterbösen Komödie „Der Tod steht ihr gut“ mit dem famosen Trio Meryl Streep, Goldie Hawn und
Isabella Rossellini. Die Zauberin im Film sagt: „This is life's ultimate cruelty. It offers us a taste of youth and vitality, and then it makes us witness our own decay.“ (Das ist die größte Grausamkeit des
Lebens. Es schenkt uns einen Geschmack von Jugend und Lebensfreude und macht uns dann zum
Zeugen unseres eigenen Zerfalls).

Wo aber sind die Grenzen des Lebens und wer ist berechtigt, sie festzulegen? Darf ich frei über mich
selbst bestimmen und gehört alles, was in mir ist und entsteht, mir und nur mir allein? Muss die
Krankenkasse für die Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs bezahlen? Darf alles, was technisch möglich ist, realisiert werden? Ich nehme, um einer Diskussion mit Religionslehrern und Philosophen auszuweichen, die einfachste Entscheidungshilfe: Das Gesetz. Verfassung und Gesetz bestimmen, was erlaubt und was verboten ist.

Das Essen von menschlichem Fleisch (mit dem Begriff „Kannibalismus“ nur unscharf umschrieben) ist
eines der stärksten Tabus. Es wurde in der darstellenden Kunst und in der Literatur schon häufig
thematisiert. Erinnert sei nur an das Märchen vom Machandelbaum, an Jonathan Swifts „Bescheidenen Vorschlag“ oder Poes Roman „Arthur Gordon Pym“. Nach dem Motto „Was verboten ist, macht
uns gerade scharf“ ist das Brechen der stärksten Tabus genau der Inhalt von kommerziellen Exploitation-, Splatter- und Zombiefilmen. Im Roman „Die Straße“ unterscheidet der Autor die „Guten“ von den „Bösen“. Die „Bösen“ essen Menschenfleisch, die „Guten“ nicht. Diese Unterscheidung wirkt
allerdings nicht sehr durchdacht. Wer nämlich, z.B. in einer existenziellen Notsituation, das Fleisch
gestorbener Menschen isst, tötet niemand und fügt niemand ein Leid zu, im Unterschied zu denjenigen, die lebende Menschen töten, verletzen oder foltern. Wie es in jedem Krieg täglich geschieht.

Strafrechtlich gesehen ist Kannibalismus kein schwerwiegender Tatbestand. Ein Mensch, der gestorben ist, wird rechtlich eingestuft als herrenlose Sache. Ein toter Mensch hat keinen Willen und keine
eigenen Rechte. Wer Leichenteile entnimmt und aufisst, handelt verabscheuungswürdig, kann aber
lediglich wegen Störung der Totenruhe bestraft werden, mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu
drei Jahren. Jagdwilderei zum Beispiel wird härter bestraft.

Die Verwendung von Körperteilen verstorbener Menschen wird ethisch unterschiedlich beurteilt. Die
Übertragung von Gewebeteilen toter auf lebende Menschen ist eine anerkannte und weit verbreitete Therapiemethode, z.B. die Transplantation von Augenhornhaut, Blut, Herzklappen, Knochen, Sehnen, Nieren oder Herzen. Gewebe- oder Organ-„Spenden“ werden ethisch hoch bewertet und moralisch und in manchen Ländern sogar gesetzlich zur Pflicht gemacht. Die Verwendung von Leichenteilen zum Ernährungszweck wird dagegen ethisch als verwerflich betrachtet, selbst dann, wenn sie in
Extremfällen das einzige Mittel zum Überleben wäre.

McCarthys Roman ist eine düstere Parabel auf das Leben. Wir erfahren nichts Neues. „Der Mensch ist
des Menschen Wolf" - das wissen wir seit der Antike. In einer toten Umwelt beneiden die Lebenden
die Toten. Trotzdem hängen die Lebenden mit rücksichtslosem Egoismus am Leben. Ist das nackte
Überleben in jeder Situation und um jeden Preis dem Sterben vorzuziehen? Auf diese Frage geben
uns der Romanschriftsteller McCarthy und der Professor Chakrabarty keine Antwort.

(Werner Fröhlich, Neustadt an der Weinstraße)

Literarisches in der Pfalz im Februar 2026

Literarischer Salon
01.02. 15.00 Uhr Eine Begegnung mit Ingo Siegner in Speyer Historisches Museum der Pfalz, Domplatz 4, 67346 Speyer
Der Erfinder des "Kleinen Drachen Kokosnuss" liest und zeichnet.
Eintritt 12,00 €, Kinder 9,00 €

01.02. 18.30 Uhr Natascha Hoefer liest in Landau
Bistro „Visite ma Tante“, Pestalozzistraße 21, 76829 Landau
Jedes Leben ist ein kleiner Roman. Zumal eines mit zwei Kulturen. In ihrem Buch „Dazwischen“ nimmt die deutsch-französische Autorin die Gäste mit.
Musikalische Begleitung: Jens Schneider, Mandoline.
Galette, Crêpes und mehr werden gereicht.
Eintritt 9,00 €

02.02. 17 Uhr Literaturtreff „Lesezeichen“ in Landau
Haus am Westbahnhof, An 44 Nr. 40a, 76829 Landau
Wir nehmen uns Zeit zum Vorlesen und Zuhören, Erzählen und Stöbern, Zeit für Begegnung und Austausch.
Eintritt frei

02.02. 19.00 Uhr "Tiere in der Weltliteratur" in Speyer
Vortragssaal der Villa Ecarius, Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer
Eine Veranstaltung der VHS Speyer.
Eintritt 7,00 €

05.02. 19.30 Uhr Kathrin Bach liest aus ihrem Roman "Lebensversicherung" in Speyer
Alter Stadtsaal, Kleiner Saal, Rathaushof, Maximilianstr. 12, 67346 Speyer
Veranstaltung im Rahmen von Speyer.LIT.
Eintritt 12,00 €

05.02. 19.30 Uhr Marion Tauschwitz liest in Ludwigshafen
Stadtbibliothek Ludwigshafen, Bismarckstr. 44, 67059 Ludwigshafen
Unter dem Thema „Ich will leben“ liest die Biografin Selma Merbaums über
Leben und Werk der jungen Poetin. Am 5. Februar 2026 jährt sich der Geburtstag
der Lyrikerin aus Czernowitz zum 102. Mal. Musik von Adax Dörsam.
Eintritt frei

06.02. 19 Uhr Silke Scheuermann tritt in Edenkoben auf
Klosterstraße 101, 67480 Edenkoben
Die Autorin liest aus „Zweites Buch der Unruhe". Im Gespräch mit Prof. Dr. Björn Hayer.
Eintritt 10,00 €

07.02. 17 Uhr Elisabeth Singh-Noack liest in Heidelberg
Murx, Oberbadgasse 6, 69116 Heidelberg (Altstadt)
Die Autorin liest zusammen mit Elke Barker zum Thema „Momente mit sich
und in der Gesellschaft“.
Eintritt frei, Spenden erbeten

09.02. 19 Uhr Davide Coppo gastiert in Speyer
Gymnasium am Kaiserdom, Orchesterraum (3. OG), 67346 Speyer
Der Autor liest und spricht mit Schüler:innen über „Der Morgen gehört uns“.
(SchülerInnen der GaKtiv-AG im Gespräch mit dem Autor.).
Anmeldung unbedingt erforderlich: ticket@li-mu.org.
Freier Eintritt für alle Schülerinnen und Schüler.
Erwachsene 15,00 €

10.02. 10 Uhr Lesung mit Edith Brünnler in Ludwigshafen
Am Lutherplatz / Lutherturm, Maxstr. 33, 67059 Ludwigshafen
Lesung am Frühstückstisch aus der Reihe „Der Kaffee ist fertig – Geschichten mit Biss“
zum Thema „Trost“. Edith Brünnler liest hochdeutsch und pfälzisch.
Eintritt 6,00 € für Lesung und ein Backwerk (Preis ohne Getränke).
Anmeldung erforderlich unter baerbel.baehr-kruljac@evkirchepfalz.de (0155-60642127)

10.02. 19 Uhr Edith Brünnler liest in Neustadt Mußbach
Weingut Klohr, An der Eselshaut 67, 67435 NW-Mußbach
Das Thema lautet „Friehlingsduft liggt in de Luft“.
Musik: Charly Weibel
Eintritt 15,00 €.
Anmeldung unter Tel. 06321-66439 oder E-Mail info@weingut-kl ohr.de. Einlass ab 18 Uhr

10.02. 19 Uhr Elisabeth Singh-Noack tritt in Mannheim auf
Buchladen Lindenhof Meerfeldstraße 38, 69263 Mannheim
Die Autorin liest zusammen mit Elke Barker zum Thema „Begegnungen mit Natur und Menschen“. Beginn ist um 19 Uhr,
Eintritt 15,00 € inkl. Getränk

10.02. 19 Uhr Lesung und Gespräch über Rainer Maria Rilke in Karlsruhe
PrinzMaxPalais 10, 67133 Karlsruhe
Prof. Dr. Sandra Richter spricht über ihr Buch „Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben“. Eine Biographie.
Eintritt 8,00 €

12.02. 19 Uhr Lesung und Gespräch über Literaturgeschichte in Karlsruhe
PrinzMaxPalais 10, 67133 Karlsruhe
Prof. Dr. Steffen Martus über sein Werk:
"Erzählte Welt. Eine Literaturgeschichte der Gegenwart. 1989 bis heute."
Eintritt 8,00 € 

13.02. 14 Uhr Büchertreff in Kaiserslautern
Pfalzbibliothek, Bismarckstr. 17, 67655 Kaiserslautern
Info „Auf ein Buch“ trägt im Februar den Schwerpunkt „Ich lese gerade …“.
Keine Anmeldung erforderlich, Eintritt frei

15.02. 11 Uhr Lesung in Landau zu Leben und Werk von Maxim Gorki
Frank-Loebsches Haus, Kaufhausgasse 9, 76829 Landau
Unter dem Titel „Sturmvogel“ lesen Erica Risch und Jürgen Reitz.
Eintritt frei

17.02. 15.11 Uhr Edith Brünnler liest zum Kehraus in Ludwigshafen
Prot. Gemeindehaus, Badgasse 19, 67069 Ludwigshafen
Edith Brünnler hält im Lauf der Veranstaltung eine Büttenrede.
Eintritt frei

19.02. 19 Uhr Elisabeth Singh-Noack tritt in Ludwigshafen auf
Buchladen Leseecke, Edigheimer Straße 5, 67069 Ludwigshafen
Die Autorin liest Kurzprosa und Gedichte zum Thema „Buchstaben und Bücher, Sprache und Schrift“

19.02. 19.30 Uhr Thomas Melle liest aus seinem Roman "Haus zur Sonne" in Speyer
Alter Stadtsaal, Kleiner Saal, Rathaushof, Maximilianstr. 12, 67346 Speyer
Veranstaltung im Rahmen von Speyer.LIT.
Eintritt 12,00 €

25.02. 19.30 Uhr Christoph Poschenrieder liest aus seinem Roman "Fräulein Hedwig"
Alter Stadtsaal, Kleiner Saal, Rathaushof, Maximilianstr. 12, 67346 Speyer
Veranstaltung im Rahmen von Speyer.LIT.
Eintritt 12,00 €

26.02. 19 Uhr Sebastian Mirow gastiert im Rahmen des „Scheffel-Tages“
PrinzMaxPalais 10, 67133 Karlsruhe
Dichterstunde auf den Spuren Joseph Victor von Scheffels.
Sebastian Mirow liest aus Brief aus Venedig und andere Reisebilder.
Eintritt frei

27.02. 16.00 Uhr Ulrich Bunjes liest aus seinem Roman "Die edelste Tochter der Grafik"
Seniorenbüro, Maulbronner Hof 1a, 67346 Speyer
Eine Veranstaltung der Literaturfreunde des Seniorenbüros Speyer.
Eintritt frei

27.02. 18.00 Uhr Premierenlesung des Krimis "Weinfluch" von Uwe Ittensohn
Historisches Museum der Pfalz, Domplatz 4, 67346 Speyer
Veranstaltung mit Weinprobe.
Eintritt 20,00 €

27.02. 19 Uhr Neue Stipendiat*innen im Künstlerhaus Edenkoben
Klosterstr. 181, 67480 Edenkoben
Dr. Helen Roth stellt die neuen Stipendiat*innen Lara Rüter, Stefania Smolkina und Paula van Well vor. Eintritt 10,00 € 

27.02. 19 Uhr Lesung mit Ute Bales in Reute
Försterhaus Reute, Hauptstraße 4, 79276 Reute
Ute Bales liest aus dem Roman "Großes Ey". https://foersterhaus-reute.de/de/termine.php (Kultur im Försterhaus e.V.)


Freitag, 30. Januar 2026

Diebstähle in Westpfalz und Saarland

 

Taschendieb am Werk,
KI, gemeinfrei

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) gibt für Taschendiebstähle in der Westpfalz und im Saarland keine separaten Zahlen heraus, sondern fasst diese in größeren Kategorien wie „Diebstahl ohne erschwerende Umstände“ zusammen. polizei.rlp

Westpfalz (PKS Polizeipräsidium Westpfalz 2024)

  • 5.114 Fälle von Diebstahl ohne erschwerende Umstände (Rückgang um 6,8% gegenüber 2023), wozu Taschendiebstähle zählen. polizei.rlp

  • 2.077 Diebstähle unter erschwerenden Umständen (+2,3%), ebenfalls inklusive möglicher Taschendiebstähle mit Waffen oder Bandenanteil. polizei.rlp

Saarland (PKS 2024)

  • 1.097 erfasste Taschendiebstähle (basierend auf regionaler Auswertung der PKS). facebook

  • Gesamte Diebstahldelikte werden nicht detailliert in den öffentlichen Berichten aufgeschlüsselt, aber Taschendiebstahl gehört zu den häufigen Eigentumsdelikten. facebook

Allgemeine Einordnung

  • Bundesweit sanken Taschendiebstähle leicht von 109.314 (2023) auf 107.720 Fälle (2024), mit einer Aufklärungsquote von 6,9%. aktion-tu-was

  • Detailliertere Aufschlüsselungen zu Taschendiebstählen nach Region sind in der PKS nicht öffentlich tabelliert und erfordern direkte Anfragen bei den Präsidien. bka


- Taschendiebstähle fallen unter Schlüssel *90*** und beziehen sich ausschließlich auf physische Entwendung von Gegenständen aus Kleidung oder körperlichem Gewahrsam (z.B. Geldbeutel aus der Tasche). polizei.rlp

- Digitale Delikte wie unbefugter Datenzugriff (§ 202a StGB), Ausspähen oder Identitätsdiebstahl werden separat als Computerkriminalität (Cybercrime) oder unter spezifischen EDV-Schlüsselnummern geführt.

Wo digitale Diebstähle (Daten, Bitcoin) landen ...

Solche Fälle erscheinen in der PKS unter Cybercrime im engeren Sinn, z.B. Ausspähen von Daten, Phishing oder Computersabotage, nicht bei klassischen Diebstählen.

In Westpfalz- oder Saarland-Statistiken bleiben sie daher unsichtbar in den genannten Diebstahlszahlen.

Hardware-Schutzfunktionen können physischen Diebstahl nicht völlig verhindern, aber sie schrecken ab, verzögern den Diebstahl und erleichtern die Ortung oder Sicherung des Geräts. In der Praxis kombiniert man meist mehrere dieser Maßnahmen. polizei-beratung