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Dienstag, 12. März 2024

Kaiserslautern: „…überall weht die schwarz roth goldene Freiheitsfahne“ in der Pfalzbibliothek

 Demokratie ist kein Selbstläufer


Spielte Revolutionslieder: Siebenpfeiffer Duo
(von links: Karl Kemmerer und Paul Reinig)
(Fotos: Bezirksverband Pfalz)

Großes Interesse für Pfälzer Revolution in der Pfalzbibliothek

 

„Ich freue mich, dass die Ausstellung so großes Interesse findet“, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Eröffnung der Schau „…überall weht die schwarz roth goldene Freiheitsfahne“ zur Pfälzischen Revolution 1848/49 in der voll besetzten Pfalzbibliothek Kaiserslautern. Dies sei „ein ganz zentrales Thema unserer Gesellschaft und vielleicht auch unserer Gegenwart“. Vormärz und Revolution seien Wesenselemente der deutschen Demokratie gewesen. „Wir stehen heute wieder in der Situation, dass wir uns ernsthaft Gedanken über unsere Demokratie machen müssen“, so Wieder. Und er mahnte: „Sie ist kein Selbstläufer, sondern muss immer wieder erneuert werden.“ Daher sei es wichtig, wählen zu gehen. Er wies auch auf die Bedeutung der Farben schwarz-rot-gold der deutschen Flagge hin: Das Schwarz stehe für die dunkle Nacht der Besatzungszeit, das Rot für das Blut, das für die Befreiung vergossen worden sei, und das Gold für die Morgenröte am Horizont.

 

In seiner lebendigen Einführung teilte Dr. Klaus Kremb so manches Wissen. Das Problem der großen Revolutionen sei gewesen, dass Minderheiten sie vorangetrieben hätten und es sei schwierig gewesen, die revolutionären Gedanken weiter zu transportieren, so dass sie zur allgemeinen Bewegung werden. Die Hauptakteure seien Juristen und Journalisten gewesen; politisch sei es auch in den Vereinen, den Gesang-, Turn- und Karnevalvereinen, zugegangen. „Die Ziele waren: Versammlungs-, Rede-, Presse- und Vereinsfreiheit sowie Menschenwürde“. Die schwarz-rot-goldene Fahne, die man beim Hambacher Fest 1832 geschwenkt habe, sei wieder herausgeholt worden. Ein riesiges Kommunikationsproblem seien die 38 deutschen Einzelstaaten gewesen. Daher habe man auch die Nationaleinheit gefordert. Bei allen Revolutionen seien politische, soziale und wirtschaftliche Diskrepanzen zusammengekommen. In der Pfalz habe es Versorgungsengpässe und bittere Armut gegeben, was die Menschen in die Auswanderung getrieben habe.

 

Nach dem allgemeinen Einstieg ging Kremb auf die Revolution im deutschen Südwesten ein. Im März 1848 sei ein frei gewähltes Parlament aus 450 Abgeordneten in der Frankfurter Paulskirche zusammengekommen, um eine Verfassung für Deutschland auszuarbeiten, wobei es auch um eine Trennung von Legislative und Exekutive gegangen sei. Mit den Pfälzer Abgeordneten, darunter die drei Republikaner Friedrich Schüler, Nikolaus Eduard Heinrich Schmitt und Joseph Martin Reichard, habe die Pfalz eine besondere Stellung innegehabt. Neben Einigkeit und Recht und Freiheit sei auch sozialstaatliches Denken wichtig gewesen. Ein Jahr später, im April 1849, hätten sich 28 Staaten mit der Verfassung einverstanden erklärt, zehn hätten sie abgelehnt. Das habe zu Gewalt geführt. Die Freischärler in der Pfalz hätten sich meist aus Abenteurern, Idealisten und bitterarmen Leuten zusammengesetzt. In der Fruchthalle Kaiserslautern habe sich die Pfälzer Regierung etabliert. Einen Monat, nachdem sich am 18. Mai 1849 die Pfalz für unabhängig erklärt habe, seien die Preußen in die Pfalz eingerückt und hätten die Revolution niedergeschlagen.

 

Mit zeitgenössischen Revolutionsliedern begleitete das Siebenpfeiffer Duo die Eröffnung, wobei alte Musikinstrumente zu Gehör kamen: Paul Reinig spielte neben der Gitarre eine Knopfgitarre und Karl Kemmerer die Drehleier. Konzipiert wurde die Schau vom Institut für geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz als Wanderausstellung. Neben den 14 Tafeln, die die Vorgeschichte, den Verlauf und die Folgen der Revolution auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz beleuchten, ergänzen Objekte sowie Material aus dem Bestand der Pfalzbibliothek die Ausstellung. Sie ist bis 27. April in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 12 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr zu sehen.

 

 



In der Ausstellung (von links): Dr. Klaus Kremb,
Pfalzbibliotheksleiterin Claudia Germann und
Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder

 


 

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