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| Marlen an der Bar (generiert mit KI) |
Marlen hat Bühnenbild in Leipzig studiert. Im zweiten Semester hatten sie Dada. Der Professor stand vorne und sagte diesen einen Satz, den alle Kunst-Professoren sagen: "Wenn alles Kunst sein kann, weil nichts mehr Kunst sein muss, wozu dann noch Kunst?" Und alle nickten, obwohl verheerend für die Kunst. Wir haben ja auch noch viel, viel echte Kunst!
Marlen fand es faul. Sie saß in der letzten Reihe und dachte: Wenn ihr alles Kunst nennt, müsst ihr euch ja nie mehr anstrengen. Irgend etwas hinklatschen, drapieren, Slogan, fertig. Nein, sie hat das Outfit deshalb selbst genäht. Aus Theaterfundus, Karnevalsresten, billigem Tüll. Überall drauf: ANTI ART - DADA IS DEAD. Nicht weil sie Kunst hasst - sie liebt Kunst. Sondern weil sie es leid war, dass Kunst oft nicht im Alltag benutzt wird.
An diesem Abend ist sie allein hier. Sie wollte eigentlich nur zwei Wochen weg, nachdem in ihrem Atelier das Licht ausgefallen war. Sie wollte jemanden kennenlernen, aber nicht über eine App, wo man nur wischt - kann weg oder Herz. Sie wollte, dass jemand stehen bleibt und liest. Sie durch die Transparenz betrachtet bis hoch zu ihren Augen. Ein magischer Tiefenblick.
Elias bleibt stehen. Er ist der Barkeeper, tagsüber baut er die Bühne für das kleine Festival am Strand. Er stellt ihr einen Eistee mit Limette hin und sagt nicht "Geiles Outfit", sondern: "Starkes Statement. Aber stimmt nicht."
Marlen zieht interessiert die Augenbrauen hoch. "Was stimmt nicht?"
"Dass Dada tot ist", sagt er. "Dada scheint nur in Urlaub gefahren zu sein." Damit hat er sie.
Sie setzen sich an die Seite der Bar, wo die Lichterkette summt. Und Elias erzählt ihr das, was ihr Professor gar nicht erwähnt hatte, weil er voraussetzte, dass Studenten das nachlesen würden.
"Dada war 1916 in Zürich. Erster Weltkrieg. Eine Handvoll Künstler saßen im Cabaret Voltaire, hatten die Nase voll von Logik und Vernunft, weil genau diese Vernunft sie in den Krieg geführt hatte. Also machten sie das Gegenteil. Sie machten Unsinn. Mit Absicht. Sie klebten eine Gabel an eine Muschel, sie schrieben Gedichte aus zufälligen Zeitungsschnipseln, bastelten sich Hüte und Kostüme. Sie sagten: 'Wenn die Welt keinen Sinn mehr macht, dann machen wir eben Kunst, die auch keinen Sinn macht.' Nicht weil sie dumm warn. Sondern als Protest. Als Überlebensstrategie."
Marlen hört zu. Das Wort Überlebensstrategie bleibt hängen.
"Siehst du", sagt Elias und deutet auf ihren Rock, "dein Rock ist totaler Dada. Du nimmst ein ernstes Statement - 'Kunst ist tot' - und machst es bunt, durchsichtig, tragbar und ziehst es an einen Ort an, wo niemand über Kunst nachdenken will, sondern nur einen Drink will. Das ist absurd. Das genau ist Dada. Du hast Dada nicht getötet, Marlen. Du hast ihn an den Strand gebracht."
Unten in der Ecke ihres Rocks, in einer kleinen Sprechblase, steht ganz klein, fast wie ein Hilferuf, den sie selbst reingenäht hat, ohne es zu merken: DADA DADA DADA DADA. Marlen lacht. Zum ersten Mal an diesem Abend nicht höflich, sondern richtig. Häufiger konnte man es gar nicht sagen. Aber es gibt tatsächlich Modeschöpfer, die Pop-Art so zitieren.
"Weißt du, was ich eigentlich will?", sagt sie dann. "Ich will nicht immer die sein, die alles selbst näht, selbst baut, selbst erklärt. Ich will mal die sein, die jemand anderem beim Bauen zuschaut. Ich möchte ihn betrachten, und er soll mich betrachten... Ich will jemanden kennenlernen, ohne gleich einen Lebensplan mitzubringen."
Elias schmunzelt und nickt übertrieben. "Ich sammle morgen um sechs bei Ebbe Treibholz. Für eine Bank. Keine Kunst. Nur eine Bank. Zwei Plätze. Willst du mit? Kein Date. Nur Holz."
Marlen sagt ja.
Am nächsten Morgen ist der Strand leer. Marlen trägt ein einfaches Kleid, das Pop-Art-Kleid hängt im Bungalow. Sie hat es nicht mehr angezogen - es hat seinen Job getan und hilft vielleicht noch mehrere Male.
Sie sammeln Holz. Er zeigt ihr, welches trägt und welches nur schön aussieht. Sie zeigt ihm einen Knoten, der auch nass hält. Da staunt Elias. Sie reden nicht viel. Elias betrachtet sie, schaut ihr auf die Beine, ihre Formen und in die Augen. Marlen lässt erst ihre Augen über seinen entblößten Oberkörper gleiten, dann über seine Muskeln und Beine und die engen Hosen. Und genau deshalb funktioniert es.
Mittags sitzen sie auf dem Sand, vor sich einen Haufen Holz, der vielleicht mal eine Bank wird.
Marlen hat nichts gegen Dada. Sie hatte nur lange niemanden getroffen, der verstehen wollte, dass ihr ANTI ART - DADA IS DEAD in Wirklichkeit heißt: "Frag mich, was danach kommt."
Kritische Auseinandersetzung mit den Plänen der AfD. Es gibt noch mehr Widersprüchliches ...
Lesen für alle - das freie Wort Lesen und Kultur für alle e.V.
Bei einer Recherche in den Medien ergeben sich deutliche Gründe für das abtrünnige Wählerverhalten, das letztendlich auch stark durch den Populismus der AfD beeinflusst wird.
Lesen Sie hier die Einzeldarstellungen:
Wählerabkehr 01: Der Sinkflug der SPD
Wählerabkehr 02: Der Absturz der CDU/CSU
Wählerabkehr 03: Die GRÜNEN - nur leichter Rückgang mit Bruchlinie im Osten
Wählerabkehr 04: Der Niedergang der FDP
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| Foto: Stefan Vieregg, mit KI kreiert |
Sonntag, 23. August 2026, um 18 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
COSÌ FAN TUTTE
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
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| Così fan tutte (2026-2027) Bildnachweis:Barbara Aumüller |
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 18.30 Uhr.
Preise: € 16 bis 127 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Mit freundlicher Unterstützung der DZ-Bank
Così fan tutte ist nach Le nozze di Figaro und Don Giovanni die letzte der drei Opern von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), die in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte entstanden. Nach Mozarts Tod fiel das Werk bald in Ungnade: Zu frivol sei die Geschichte, zu konstruiert die Handlung. Aber vielleicht war die Lehre, die in der „Schule der Liebenden“ unterrichtet wird, für das 19. Jahrhundert einfach zu hart? Erst Richard Strauss und Gustav Mahler gewannen die Oper wieder als Kernstück fürs Repertoire zurück.
Così fan tutte – So machen’s alle, ist das nüchterne Fazit einer Wette, welche die Offiziere Guglielmo und Ferrando mit dem Philosophen Don Alfonso abschließen. Um den von diesem propagierten Wankelmut aller Frauen, dem die Freunde die unverbrüchliche Treue ihrer Bräute Fiordiligi und Dorabella entgegenhalten, auf die Probe zu stellen, fassen die Herren einen Plan: Als Türken verkleidet erscheinen die Offiziere – kurz zuvor noch tränenreich in einen fiktiven Krieg verabschiedet – bei den Geliebten und bieten alle Verführungskünste auf, um die Damen zu erobern. Nicht zuletzt durch den Einfluss der in Liebesdingen versierten Zofe Despina kann anfänglicher Widerstand der Umworbenen schließlich gebrochen werden. Bevor es jedoch zu einer Hochzeit der beiden „über Kreuz“ verbundenen Paare kommt, wird das Verwirrspiel aufgedeckt. Doch damit sind noch längst nicht alle Fragen geklärt ...
Studienleiter Takeshi Moriuchi übernimmt das Dirigat der Wiederaufnahmeserie von Così fan tutte alternierend mit Kapellmeister Alden Gatt. Moriuchi ist der Oper Frankfurt seit 2018 verbunden, als Dirigent und Liedbegleiter tritt er seither immer wieder auch für das Publikum in Erscheinung. Gatt dirigierte in Frankfurt bereits Die Zauberflöte, Ascanio in Alba und Le nozze di Figaro von Mozart. Die Partie der Fiordiligi singt Karolina Bengtsson. Die Sopranistin ist seit der Spielzeit 2023/24 ein Teil des Ensembles und überzeugte am Haus schon in diversen Partien. 2025 sang sie beim Festival d’Aix-en-Provence Camille (Louise) und bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik Dori (Iphigénie en Tauride). Bengtsson ist mehrfach preisgekrönt u.a. beim Internationalen Haydn-Wettbewerb für Klassisches Lied und Arie, sowie beim Internationalen Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“. Kelsey Lauritano und Karolina Makuła alternieren als Dorabella.
Neben ihrer Partie in Così fan tutte wird Lauritano in dieser Spielzeit auch in Händels Flavio und in der Premierenserie von Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen auftreten. Eine Besonderheit ihrer Saison wird der Liederabend im großen Haus gemeinsam mit Kapellmeister Alden Gatt sein. Auch Makuła ist an zahlreichen Produktionen beteiligt, unter anderem auch bei den Wiederaufnahmen von Richard Wagners Das Rheingold und Die Walküre. Taehan Kim und das neue Opernstudio-Mitglied Finn Sagal alternieren in der Partie des Guglielmo. Kim wurde zur Spielzeit 2025/26 in das Ensemble der Oper Frankfurt aufgenommen und gab mit der Partie des Guglielmo seinen Einstand. Zuvor war der südkoreanische Bariton Mitglied des Internationalen Opernstudios der Berliner Staatsoper. Sagal ist seit dieser Spielzeit Mitglied des Frankfurter Opernstudios und wird nun ebenfalls seinen Einstand hier am Haus als Guglielmo feiern. Matteo Ivan Rašić als Gast und das neue Ensemble-Mitglied Andrew Kim alternieren in der Partie des Ferrando. Kim verstärkte in den Jahren 2023 bis 2025 das Opernstudio der Oper Frankfurt und war im Anschluss eine Saison freischaffend tätig. In dieser Zeit gab er u.a. sein Debüt als Edgardo in Lucia di Lammermoor. Als Despina wechseln sich, wie auch schon in der Premierenserie, die Ensemblesängerinnen Elizabeth Reiter und Bianca Tognocchi ab. Liviu Holender und Sebastian Geyer verkörpern alternierend die Partie des Don Alfonso. So zeigt auch die zweite Wiederaufnahme der Saison die Bandbreite des Ensembles der Oper Frankfurt.
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| Foto von Hanna Ivaniv |
Mara war nicht wie die anderen im Dorf unten am Fluss. Jeden Morgen setzte sie ihren Helm mit dem kleinen Licht darauf auf, steckte den Hammer in die Tasche ihres ockerfarbenen Anzugs und verschwand in der Edelsteinmine. Während die anderen schürften und von Reichtum träumten, lauschte Mara. Denn die Steine sprachen. Nicht laut. Sie summten.
"Wir sind müde", summten die großen, milchigen Brocken. "Niemand will uns."
Die Menschen wollten nur das, was glitzerte - die grünen Smaragde, die rosa Turmaline, die blauen Aquamarine wie gefrorenes Himmelswasser. Genau solche, wie sie jetzt in Maras Lore lagen, wie auf deinem Bild. Schwer und stolz. Jeder im Dorf hätte sie am liebsten heimlich eingesteckt.
Mara aber hatte einen anderen Traum. Kein Schloss. Kein Gold. Sie wünschte sich ein kleines Haus am Waldrand. Mit einem gelben Fensterladen, einer Bank vor der Tür und einem Dach, unter dem es im Winter warm war. Ein Haus, das ihr gehörte. Ganz ohne Schuld.
"Wie soll das je wahr werden?", seufzte sie eines Abends in den dunklen Stollen hinein. "Ich kann die funkelnden Steine nicht nehmen. Sie gehören dem Berg. Und dem Dorf."
Da antwortete ihr der Berg. Oder besser: der Alte vom Berg. Ein kleiner Wicht mit Bart aus Moos, der Hüter der Mine, den nur die hören, die nicht gierig sind.
"Du hast recht, Mara", krächzte er. "Wer stiehlt, baut sein Haus auf weichem Grund. Es wird immer einstürzen. Aber du - du hast das andere gehört."
"Das andere?"
"Die Steine, die niemand will."
Er zeigte auf die Haufen von taubem Gestein, auf das milchig-weiße Muttergestein, das die Bergleute achtlos zur Seite warfen. Für sie war es Abfall. Für Mara aber begann es zu leuchten.
In den nächsten Wochen tat Mara etwas Seltsames. Während die anderen die Lore mit den großen Kristallen füllten, sammelte sie die unscheinbaren Brocken. Die rauen, weißen, leicht glitzernden. Sie wusch sie im Bach, schliff sie am Flussufer glatt, legte sie in der Sonne zum Trocknen aus.
Die Dorfkinder kamen und halfen. "Was baust du?", fragten sie. "Ein Märchen", sagte Mara und lächelte.
Aus den Steinen baute sie kein Haus aus Edelsteinen - sondern ein Haus mit Edelsteinen. Sie verkaufte die geschliffenen weißen Steine an Gärtner für Wegeinfassungen, an Künstler, an Maurer, die daraus wunderbar kühle Mauern bauen konnten. Und für jeden verkauften Wagen tauben Gesteins durfte sie sich, so war die alte Abmachung mit der Berggenossenschaft, einen Eimer voll kleiner Splitter und Staub mitnehmen - den Edelsteinstaub, der beim Schlagen abfiel und sonst im Boden versickerte.
Diesen Staub rührte sie in ihren Kalk. Und so geschah das Wunder.
Als ihr kleines Haus am Waldrand endlich stand - Stein für Stein selbst gemauert, mit der Bank vor der Tür - da begann es bei Sonnenuntergang zu schimmern. Das Dach funkelte nicht protzig. Es glitzerte leise. Grün, rosa und blau, wie tausend kleine Sterne im Putz. Weil Mara nicht die großen Kristalle gestohlen, sondern das Kleine, Vergessene geehrt hatte, hatte der Berg ihr seinen Segen geschenkt.
Und wenn heute Wanderer vorbeikommen und fragen: "Sag, Bergfrau, warum leuchtet dein Haus so schön?", dann sagt Mara: "Weil ein Traum, der ehrlich gebaut ist, von selbst zu leuchten beginnt. Man muss nur lernen, den Wert in dem zu sehen, was andere liegen lassen."
Und ihre Lore? Die schiebt sie noch immer. Aber jetzt weiß jeder, dass das größte Vermögen nicht in der Lore liegt, sondern in den Händen, die sie schieben.
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| Alter Sack im Auge der Jugend von heute: So viel Rosa, dass es weh tut. © Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl |
Nachdem ich jetzt drei halbfertige Newsletter geschrieben und wieder verworfen habe, habe ich beschlossen, dass es ein neues Museum braucht. Das Museum für unfertige, unveröffentlichte Online-Satiren. Da kommen dann meine Textbaustellen rein und die - selbstgeschriebenen - Reden diverser AfD- und FPÖ-Abgeordneter, bevor die Partei-PR-Abteilung drüber gegangen ist.
Aber ich gebe nicht auf und habe jetzt endlich das Thema gefunden, das satirisch von einem 56jährigen weißen Mann bearbeitet gehört, nämlich: die Jugend.
Denn die Jugend macht weltweit auf sich aufmerksam. In Indien rebelliert sie unter dem Leben der „Kakerlaken“, in Vietnam verehrt sie dagegen einen Baum. Nicht aus spirituellen Gründen, sondern weil an diesem Baum eine junge Frau zu Tode gekommen ist.
Was wiederum deshalb passiert ist, weil sie auf ihrem Moped einem BMW eines regierungsnahen Geisterfahrers ausgewichen ist, und dann ihr Lebensende an dieser verholzten Pflanze gefunden hat.
Aber auch in Nepal sind die Jungen nicht sehr glücklich und auch in Albanien nicht.
Dort werden schließlich auch die Flamingo-Proteste von vielen jungen Menschen getragen. Das sind Proteste dagegen, dass die Familie Trump bzw. Kushner im letzten unberührten Küstenabschnitt Europas ein Ressort errichten möchte.
Wie ich jung war (Zuhören, Ihr Jungen, der alte Sack spricht von früher! Das ist spannend! Für ihn.) stand „Ressort“ noch für einen Fachbereich in Verwaltung oder Wissenschaft, in dem - und jetzt wird’s crazy, Ihr Youngsters! - eine kompetente Person mit passender Ausbildung im Rahmen der gesetzlich gesteckten Grenzen gewirkt hat.
Das ist aber mittlerweile Past-Fiction und deshalb steht Ressort heute für eine Ansammlung von Häusern, die zugunsten - wie ich als Wiener sagen würde - von "überfinanzierten Beidlbracker“ errichtet werden soll. Wem das zu seltsam klingt, kann auch es auch auf Bayerisch sagen, dass das Hütten für „geldgeile Zipfelklatscher“ sind. Oder wir bleiben sachlich neutral und sagen einfach Zweit- oder Dritt- oder Viert-Wohnmöglichkeiten für der Selbstbefriedigung zuneigende Überreiche.
(Apropos: Knedl, also Gerschtl, vulgo: Kies. Man kann diesen Newsletter auch unterstützen. Siehe unten)
Wie auch immer: Auch diese Proteste in Albanien werden von jungen Leuten getragen. Genauso wie die Proteste in Serbien gegen Aleksander Vučić, der wiederum ein Busenfreu… nein… ein Popokamerad von Waldemar Steck-Rein (Mafiaboss und Kriegsverbrecher mit Zweitjob an der Spitze der russischen Verwaltung) ist.
Also die jungen Leute sind weltweit auf der Straße und protestieren gegen ein System, dass mal so und mal so heißt, aber überall dieselben Ausformungen hat. Nämlich, dass Geld aus der Öffentlichkeit und dem Allgemeingut abgezogen wird, um es in Projekte zu stecken, von denen nur ganz, ganz wenige, relativ alte Leute und ihre Familien profitieren. Meistens sind es Herrn, und obendrein gehen all diese Projekte auf Kosten der Zukunft. Und damit vor allem auf Kosten der Jungen.
Denn natürlich muss man mit einem Siebzigjährigen nicht mehr über Zukunft diskutieren. Schließlich berechnet der „Zukunft“ nicht in Jahrzehnten, sondern in Monaten. Sollen 120 Monate sein, aber viel länger wird’s statistisch nicht.
Deshalb ist die Jugend zu Sachen Zukunftsfragen seltsamerweise immer am meisten betroffen und dementsprechend sauer. Weltweit.
Moment! Weltweit?
Nein, ein kleiner Fleck der jugendlichen Weltbevölkerung hört nicht auf, keinen Widerstand zu leisten.
Denn in der deutschsprachigen Jugend sehe ich nichts, was sich in ähnlicher Weise darstellt.
Deshalb gibt es jetzt auch diesen Newsletter, weil der ein Bedürfnis befriedigt, dass die Jugend immer schon hegt, hegen wird und gehegt hat. (Vielleicht sogar gehogen.)
Heimlich, aber intensiv.
Denn nichts will die Jugend mehr, nach nichts mehr dürstet sie mit feurigem Herzen (um das mal in Jugendsprache zu sagen) als gute Ratschläge von älteren Herrn zu empfangen. Empfangen zu dürfen, um genau zu sein.
Ich weiß das. Früher hab ich das anders gesehen, aber heute, wo ich einer dieser älteren Menschen bin, weiß ich das ganz, ganz genau. Denn - und jetzt kommt die Credibility-Phrase, die mich direkt in das Mindset der Chilling Youth katapultiert - „ich war auch mal jung!“
Echt. Und deshalb kenn ich mich aus mit Widerstand und Revolution und so Zeug. Schließlich war ich jung in den Achtziger Jahren, und da haben wir all das …
nicht gemacht. Dafür gab’s Schulterpolster, Vokuhila und Aerobic. Und das alles ummantelt von Selbstmitleid und Frottee-Stirnbändern. Das musste man erstmal aushalten!
Deshalb bin ich Experte für Jugendrebellionen.
Weil ich keine erlebt hab.
Klingt unlogisch? Im Gegenteil: Das ist so wie in der katholischen Kirche. Da erzählt einem auch der Pfarrer, Bischof, ja sogar der Papst, immer was über Sex, und wie man und frau was machen soll und mit wem und was nicht. Und selbst pflegen die Ratschlaggeber frommste Enthaltsamkeit.
Angeblich.
Deshalb hier die Top 3 Tipps für die gelungene Jugendrevolte:
Erstens braucht man ein Thema. Und was fasziniert die jungen Menschen am meisten? Wenn man sich umschaut, wollen sie nichts wissen von Klimawandel, Grundwasserspiegel, Ernährungssicherheit, Ausbildungsplätzen, leistbarem Wohnen, Vermögens- oder Erbschaftssteuer, Menschenrechten oder ähnlichem unwichtigen Kasperltheater, nein, junge Menschen interessieren sich für: ihre Handys!
Insofern jetzt Rebellionen für das, was euch am meisten interessiert: Handytarife und Netzabdeckung.
Eine Rebellion für Handytarife ist auch deshalb sehr gut, weil sich jeder angesprochen fühlen kann. Und wenn nicht, ruft man ihn einfach an und spricht ihn an.
Oder schickt ihm eine Sprachnachricht.
Zweitens, wenn schon die Rebellion um sowas Wesentliches geht, braucht sie natürlich auch klares Image. Eine PR-Strategie. Also wenn die indische Jugend sich mit Kakerlaken identifiziert, braucht die deutschsprachige Jugend natürlich auch etwas, was so einschlägt.
Wie wär’s mit dem Bild eines stilisierten USB-Anschlusses? Oder einem ironischen Chai-Latte-Emoji?
Oder dem Meme von einem Hipster-Bart? Einem Bart, der so klein ist, dass man nicht weiß: Ist das eine Gesichtsfrisur oder eine Intimrasur?
Oder man nimmt einfach die drei Balken, die auf jedem Handy zu finden sind, und die stehen für die drei Säulen der Gesellschaft: Netz-Empfang, freier Download und Akku-Laufzeit.
Denn das ist das Grundrecht. Das wissen auch Thea oder Benny, die gerade während des Starkregens in eine U-Bahn Station geflüchtet sind. Das ist die Mission dieser aufrichtigen Konsumenten einer Wisch & Weg-Kultur! Drei Balken! Am besten alle drei im Auge.
Drittens: konkrete Forderungen!
Also 24 Stunden lang gratis Streaming - aber ökologisch korrekt. Das heißt: Die Streaming Server werden mit Bio-Limonade gekühlt. Und eine Bluetooth Box für jede und jeden. Denn unbegründete, nervige Lautstärke war immer schon ein Vorrecht der Jugend.
Sieht man, wenn man nach hinten schaut: Rock’n‘ Roll - laut. Zweiter Weltkrieg - extrem laut! Davor: Nazi-Aufmärsche, erster Weltkrieg, Dreißigjähriger Krieg, Kreuzzüge, Völkerwanderungen…. alles wurde von jungen Leuten betrieben - und war nicht leise.
Und dann müssen natürlich die konkreten, politischen Forderungen, die die deutschsprachige Jugend erhebt, so gestellt werden, damit sie in das passen, was am Schluss auch rauskommt.
Nämlich ein: Beirat.
Der Beirat ist das Höchste, was die demokratischen Gesellschaften Europas an Flexibilität und Reformwillen zu Stande bekommen. Denn, wenn man eine Gruppe jahrzehntelang verarscht und ausgebeutet hat und auch weiter verarschen und ausbeuten will, aber ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht mehr „so arg“ ausgebeutet und verarscht werden, dann bekommt die Gruppe einen Beirat. Deshalb gibt es Ausländer-Beiräte, Frauen-Beiräte, Elternbeiräte und natürlich auch Kinderbeiräte.
Das ist alles wahnsinnig schön, und die Betroffenen haben was zum Reden, aber nichts zu sagen.
Denn die dürfen ein Statement abgeben, woraufhin alle Entscheidungsträger und -Innen interessiert „danke“ sagen und dann das beschließen, was Ihnen der Lobbyisten-Verband ihres Vertrauen aufgeschrieben hat.
Der Beirat ist also schön. Er ist eine Mischung aus Unrat und Hausrat. Schön… aber es geht auch ohne ihn.
Und wenn diese Jugend dann das endlich bekommen hat, den Mobilfunkbeirat, dann kann sie in zerbröselnden Schulen bei nichttrinkbarem Trinkwasser und steigenden Lebensmittelpreisen fern von leistbaren Wohnungen „ein Wörtchen" mitreden.
Aber halt auch nur ein Wörtchen.
Ach ja, noch einmal jung sein, das wär… ein Horror!
Also lieber was streamen, man kann ja eh nix machen.
Und mit diesen Aussichten weiß man plötzlich auch, warum die Altersgenossen in Indien sich das Image einer Kakerlake gewählt haben.
Weil dieses Tier hat - zusammen mit den Brombeeren und den Ratten - die beste Chance, die ganze Scheiße zu überleben.
Also Lächeln: Selfie!
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groebner live:
Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal. Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem „Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.
Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man hier lesen.
groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich hier anschauen.
Das vorherige Programm (das auch sehr gut ist. Finde ich zumindest. Und ich bin da sehr objektiv mit mir) „ÜberHaltung“ kann man demnächst im ORF Sommerkabarett sehen. Und zwar am 25. August. (Also sehr bald!)
groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich hier anhören.
Auch zu hören:
Meine neue Single: „Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album „Nicht mein Problem“.
Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für das „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
was die Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was auf das Bargeld eigentlich drauf sollte.
groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.
groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
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Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64