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Mittwoch, 11. März 2009

Fotografie: Aleksey Petrosian


....ganz tolle Bilder aus Russland von Petrosian bei Liisa gesichtet, Aus dem Leben der Russen, das uns fast vorkommt, wie vor Jahrzehnten.... einfaches, ursprüngliches Leben.... fern der High-Tech-Zeit...

Galerie



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Donnerstag, 5. März 2009

Wer ist der bessere Zuhörer? Ein(e) Musiker(in)!


Haben wir uns nicht schon oft gefragt, wer uns wirklich versteht und unsere kleinsten Regungen am besten interpretiert? Die Forscher der Northwestern University (?) entdeckten in einer Studie jetzt erstmals Beweise, dass musikalisch-instumentale Geschultheit die Fähigkeit erhöht, Emotionen im Klangbild zu erkennen. Und diese Fähigkeit zählt nicht nur in der Musik. Das Identifizieren von Gefühlen im Klang ist eine Fähigkeit, die im gesamten Leben eine Rolle spielt. Ob das Schule, Beruf oder Partnerschaft ist, die Ergebnisse im „European Journal of Neuroscience“ legen nahe, dass je mehr musikalische Erfahrungen die Probanden besaßen und je früher sie mit der musikalischen Ausbildung begonnen hatten, desto mehr in der Lage waren, Gefühle aus dem Klang herauszuhören. Sind sie die besseren Partner?
Ob jemand authentisch ist oder nicht, können wohl Musiker am besten heraushören. Also, beim nächsten Krach oder Streit bzw. zur Einschätzung von Absichten im Vortrag einfach einen Musiker dazusetzen! ;-)

Film: Benjamin Buttons 20. Jh. und Hanna Schmitz, die KZ-Aufseherin

Die letzten Tage war ich zweimal im Kino und habe mir interessante Filme angeschaut: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" und "Der Vorleser". Beide sind sehenswert und fesseln den Zuschauer. Was passiert?

a) "Der seltsame Fall des Benjamin Button", eine Verfilmung unter Regie von David Fincher nach dem Drehbuch von Eric Roth, der eine von Autor F. Scott Fitzgerald (bekannt durch „Der große Gatsby“) 1921 erschienene Kurzgeschichte aufgriff und der Frage nachgeht, wie sich das Leben eines Mannes abspielen würde, der rückwärts altert, also als Greis auf die Welt kommt und als Säugling stirbt.

Eine große Metapher für Vergänglichkeit und Unabwendbarkeit des Todes, egal in welcher Richtung, mit der symbolischen Bahnhofsuhr in New Orleans, die 1918 von einem blinden Uhrmacher, der seinen Sohn im WK I verloren hatte, gebaut wird, der aus Schmerz über den Verlust die Uhr rückwärts laufen lässt, was erst bei der Einweihung mit dem Präsidenten festgestellt wird. Dies ist das Vor- bzw. Begleitzeichen für Benjamin Button, der zu dieser Zeit auf die Welt kommt und seine Ermordung als Säugling nur nicht erleben musste, weil sein Vater ihn in einem Altenpflegeheim aussetzte. Der lange Weg zurück zum mentalen Greisenalter und Babyaussehen füllt den Film und lässt einen immer wieder gegen diese Zeitumkehrung anfühlen oder andenken.
Es gibt kein Entkommen. BB = Brad Pitt lebt gegen die Zeit, bis er innerlich etwa 83-jährig und äußerlich als Säugling stirbt.


b) „Der Vorleser“ ist ein Film von Stephen Daldry, der ganz toll das Berlin-Klischee Großstadt, naturalistische Szenerie, eine arme Schaffnerin in der karg möblierten Wohnung, ein unerfahrener, aber sexuell erwachender Junge, Ungewöhnliches, Abenteuer mit Geschichte und großen Schauspielern (Kate Winslet als Hanna Schmitz, Bruno Ganz, Matthias Habich als Vater von Michael Berg, ebenfalls total gut David Kross als junger Michael Berg, später Ralph Fiennes) verbindet.


Die Analphabetin Hanna Schmitz um die 30, die eine Gier und Lust nach Sprache hat und nach ihrem "Jungchen" Michael Berg, 15 Jahre, dem sie die ersten Begierden aufbaut und Schritte im Sexualleben machen lässt, später wortlos verlässt, als er voll entflammt und absolut ihr hörig sich nicht mehr anderen Frauen zuwenden kann. Die aber auch einen Hass auf alle hat, die das Lesen und Schreiben beherrschen wie das Jungchen, einen Willen zur starken emotionalen Verletzung, später sogar zur Vernichtung all derer, die das beherrschen.
Nie würde sie es zugeben, dass sie Analphabetin ist, und so geht sie auch für 20 Jahre ins Gefängnis, obwohl sie als freiwillige Aufseherin in Auschwitz niemals den gefälschten SS-Bericht zu einem Massenmord am Rande des riesigen Verbrechens Holocaust verfasst haben konnte, es aber zugab. Sie hatte angeblich angeordnet, bei einer Verlegung von Gefangenen die Tür zu einer bombardierten und brennenden Kirche mit 300 Gefangenen darin nicht zu öffnen. Es war ein Mord, nicht jedoch ein Unglück. 5 Mitaufseherinnen belasteten sie schwer, um sich selbst zu schützen. Das Unglück überlebten nur eine jüdische Mutter mit Tochter, die 15 Jahre später gegen sie vor Gericht aussagten. In diesem Prozess saßen Studenten, um zu lernen. Michael Berg war dabei. Er rettete sie nicht, half ihr nicht, obwohl er es anstrebte, und "rächte" sich durch Schweigen über ihren Analphabetismus. Hanna Schmitz musste 20 Jahre leiden, bevor er sie wieder ansprach. Auch in Auschwitz ging sie ihrer seltsamen Neigung nach und ließ Totgeweihte am Abend vor deren Ermordung ihr vorlesen.
Kurz vor ihrer Entlassung aus der Haft mit über sechzig Jahren schickt der fünfzigjährige Michael Berg ihr Cassetten mit den Texten aus seiner Jugendzeit, die er ihr vorlesen musste, bevor sie ihn vernaschte, und Hanna denkt, er kehrt zurück und hilft ihr. Seine Liebe war jedoch schon lange tot, die innere Bindung jedoch nicht. Hanna erkennt dies und beendet ihr Leben mit Selbstmord. Dieser Film prägt sich ein, er arbeitet im Kopf, durch Kontroverses, Liebe und Gewalt, Schuld und Sühne.


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