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Montag, 12. Oktober 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #113 - Wo die Liebe hinfliegt

 

Die Liebe fliegt in Punk… äh Pink. ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl










Wo die Liebe hinfliegt

In Zeiten wie diesen sucht man Lustiges bisweilen vergeblich.
Kurz kann man sich natürlich darüber erheitern, dass ausgerechnet Donald Trump zu einem „Super Intelligence Luncheon“ geladen hat - also zu einem - „Super Intelligenz Mittagessen“.
Da merkt man schon, dass Anspruch und Wirklichkeit schon bei der Vorspeise auseinander klaffen, wenn da der Donald mit am Tisch sitzt.
Leider ist das nur kurz lustig, weil das Ergebnis dieses Mittagessens ist ein bisschen schlimmer als eine Magenverstimmung oder eine Gabel im Oberschenkel.
Es lautet nämlich: „Hey Jungs! Ihr passt eh auf, dass die KI uns nicht alle umbringt. Oder?“ - „Sicher, Donald! Machen wir. Oder haben wir jemals etwas getan, was der Menschheit schaden würde?“
So antworten die Herrn Zuckerberg, Musk und Konsorten und hätten dann doch noch gern einen Nachschlag vom zweiten Gang.

Genauso halblustig sind auch die Nachrichten aus Russland, wo jetzt für den Krieg (den man
 nicht so nennen darf) überraschenderweise weitere zehntausende Soldaten eingezogen werden, was quasi eine Mobilmachung ist (die man aber nicht so nennen darf). Und das nur wenige Tage nach den Parlamentswahlen, die man aber auch nicht so nennen darf - einfach, weil es da keine echte Auswahl gab.

Auf der Suche nach Humor schaut man also nach Deutschland. Und was findet man da?
Eine Bundesregierung, die einen milliardenschweren Tankrabatt beschließt (damit weiter viele Menschen viel CO2 in die Luft blasen können) und gleichzeitig das Deutschland-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel verteuert. Da soll noch einer sagen, die Deutschen hätten keinen Humor! Das ist so lustig, so verrückt, so total irre, aber leider auch wahr.
Dass der Tag der Deutschen Einheit dann noch in Bremen gefeiert wird, dem Bundesland also, von dem man nicht weiß, ob es zuerst von seinem Schuldenberg erdrückt oder von den steigenden Meereswassern verschluckt werden wird, rundet das Bild ab.

Bleibt das Land, das an der Humorfront immer seinen letzten Mann steht. Oder Frau. Oder Sozialdemokrat. Österreich!
Denn die Sozialdemokratie in Österreich hat gerade - anscheinend ist es in letzter Zeit zu gut gelaufen - endlich wieder eine Führungsdebatte! Das brauchen die. Wenn die nicht alle zwei Jahre ein Obmann-Diskussion haben, fühlen die sich schlecht.

Obwohl die Diskussion diesmal eher von außen in die Partei hineingetragen wurde.
Auch wenn die Partei gerne dafür alle Türen aufgemacht hat.

Und das hat alles ganz bestimmt nichts mit den österreichischen Boulevardmedien zu tun, denen der zuständige sozialdemokratische Minister und Partei-Vorsitzender Geld weg nehmen will.
Weil er der Überzeugung ist (Überzeugung! Schon das ist ja marxistischer Mist!), dass man mit Steuergeld vielleicht keine Millionären finanzieren sollte. Nur, weil die bedrucktes Papier vertreiben. Papier, das sich allerdings sehr gut dazu eignet das Katzenklo auszulegen.

Deshalb kommen diese Medien auf die glänzende Idee einen millionenschweren sogenannten „Medienmanager“ aus den Neunziger Jahren auszubuddeln, ihm ein Mikro unter die Nase zu halten, seine Eitelkeit zu entfachen und ihn sagen zu lassen: „Ich bin der Richtige!“

Und das ist er auch. Sicher.
Aber wofür?
Für den Pensionistenverband Wien-Umgebung? Für den Vorsitz des Kleingartenvereins Kürbisblume? Als Patientensprecher der Geriatrie-Abteilung?
Das Manöver ist so durchsichtig, dass man als Partei eigentlich nur sagen sollte:
„Wisst’s wos? Frotzelt’s wen andern.“
(Zu deutsch: „Ein interessanter Vorschlag, aber für unsere aktuellen Bedürfnisse leider ungeeignet.“)
Und genau das passiert… nicht.
Sondern alle reden darüber. Und das alles nur, damit die Millionäre weiter ihr Geld vom Medienminister kriegen sollen, weshalb sie einen Millionär an die Spitze einer „Arbeiterpartei“ haben wollen.
(Apropos Geld: Man kann diesen Newsletter auch unterstützen. Details siehe unten.)

Man möchte sich schon mit Grausen umdrehen, aber da…, da ist doch noch was Lustiges.
Also zumindest Seltsames.
Einem ehemaligen Schispringer wurde sein Helikopter geklaut.

Da fragt man sich zuerst natürlich: Warum braucht der einen Heli? Der kann doch nur mit Ski an den Füßen fliegen? Aber dann schaut man genauer hin:
Denn zuerst hat man den Ski-Springer gar nicht erkannt. Der Mann hat tatsächlich mittlerweile etwas Fleisch auf den Rippen. Wahrscheinlich fliegt er deshalb auch nicht mehr so gut.
Und dann gibt der Flugstar ohne Fluggerät ein Interview, in dem er sagt, was an dem Verlust ihm am meisten weh tut. Nämlich: Dass der Hubschrauber nicht mehr da ist, mit dem man - also er - sehr eng verbunden ist.

Moment, sagt man sich, er ist doch eben nicht mit ihm verbunden. Denn wäre er noch eng verbunden, hinge er ja noch an dem Gerät dran. Unten vielleicht. Mit Ski möglicherweise.
Dann könnte er allerdings keine Interviews geben.
Denn dann wäre er folglich ja mit dem Hubschrauber gemeinsam verschwunden.

Aber wahrscheinlich meint der endlich gut gefütterte Adler etwas anderes:
Eine emotionale Verbindung.
Wenn dem so ist, ist dies der erste mir bekannte Fall von Helikopter-Liebe.
Dass die Leute ihre Autos lieber haben als ihre Kinder, daran hat man sich ja schon gewöhnt. Anders ist es ja nicht zu erklären, dass sie weiter Verbrenner fahren und die Zukunft aufheizen.
Und dass sich andere wiederum in eine KI verlieben - vielleicht bei einem Mittagessen in den USA - ist auch denkbar. Auch die abgöttische Liebe zu einem Präsidenten, der das Land ruiniert und Söhne, Väter und Brüder in einem völlig sinnlosen Krieg dahin schlachtet, ist bekannt.
Und dass es sogar Sozialdemokraten gibt, die die Sozialdemokratie so verachten, dass sie sich in einen Millionär verlieben, ist vielleicht möglich.
Aber das ein Mensch seinen Hubschrauber liebt?
Das ist neu.

„This must be underwater love“ hieß mal ein Hit in den Neunzigern (als der neue Hoffnungsträger der österreichischen Sozialdemokratie noch beruflich tätig war und sich wahrscheinlich Emails ausgedruckt hat… nein… ausdrucken hat lassen).
Zeit wär’s für eine Coverversion:
"This must be helicopter love“

Nur so als Gag.
Damit man dazwischen was zu lachen hat. Im überfüllten Regionalzug.
Über den die Helikopter der Millionäre kreisen.

___

groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal und nochmal und nochmal.
Solange bis sie keine Neuigkeiten sind, sondern Altigkeiten:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem
„Österreichischen Kabarettpreis 2026“ ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Auf jeden Fall am - erstmals in meiner über 30jährigen Bühnenhistorie - in Innsbruck.
Am
4. Oktober im Treibhaus.

Weiters:
23.10. Oberhaching Bibliotheksaal
24.10. München Schlachthof
25.10. Merkendorf Steingruberhaus

3.-5.11. Wien Theater Drachengasse
6.11. Kaisheim Kleinkunstbrauerei Thaddäus
7.11. Frankfurt/Heddernheim Habel-Elf
10.11. Linz Posthof
13.& 14.11. München Lach&Schiess im TamS
19.11. Wolkersdorf BaBü

Und meinen Jahresrückblick gibt es auch wieder:
27.11. in Offenbach im Filmklubb

Und mein neues Buch stelle ich auch vor. Es heißt wie das Programm „ICH BIN DAS VOLK!“
Denn das ist ja ein Manifest, also muss man das auch in der Hand halten können, sonst wäre es Maniflux (kleiner Witz für Lateiner)

Und das Werk wird  am 21.10. in Wien in der Buchhandlung Analog das Licht der Welt erblicken
Die Wiedergeburt folgt dann am 30.10. in Frankfurt. Natürlich im Buch&Wein

Da freu ich mich schon sehr.
Was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man und Frau und mensch übrigens
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Anläßlich des Kabarettpreises hat Ö1 den Beitrag über mich und mein Programm „Ich bin das Volk“ erneut in die Audiothek gestellt.
Kann man sich
hier anhören.

Auch zu hören:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“.

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was das Gletschereis alles so beherbergt. Oder eben nicht mehr.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64