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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Mittwoch, 28. Januar 2026

250 Jahre USA: Gründung der USA und die ersten 100 Jahre

Hier eine verkürzte Darstellung der Gründung der USA und der ersten 100 Jahre ihres Bestehens (ca. 1763–1876) – mit politischem, sozialem und ideengeschichtlichem Fokus.

1. Vorgeschichte: Kolonien zwischen Loyalität und Rebellion
(ca. 1763–1775)

Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) war Großbritannien hoch verschuldet. London versuchte, die 13 nordamerikanischen Kolonien stärker zu besteuern und politisch enger zu kontrollieren.

Zentrale Konfliktpunkte:

  • Steuern ohne Mitbestimmung (Stamp Act, Tea Act = Der Stamp Act (1765) war eine britische Steuer auf gedruckte Materialien in den Kolonien, während der Tea Act (1773) der East India Company ein Monopol auf den Teehandel in Amerika verschaffte und damit die koloniale Protestbewegung massiv verschärfte. Aufständische enterten in der Boston Tea Party die Schiffe der East India Company und versenkten den gesamten Tee – insgesamt 45 Tonnen – im Meer.) 

  • Grundsatz: „No taxation without representation“

  • Einschränkung kolonialer Autonomie

  • Stationierung britischer Truppen

Die Kolonisten sahen sich nicht als Rebellen, sondern als Träger englischer Freiheitsrechte, die ihnen verweigert wurden.


2. Unabhängigkeit und Revolution (1775–1783)

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg

  • Der Unabhängigkeitskrieg der amerikanischen Kolonien begann am 19. April 1775 mit den

    AI, gemeinfrei


    Gefechten von Lexington und Concord in Massachusetts. Diese beiden Zusammenstöße gelten als der offizielle Auftakt des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Britische Truppen marschierten aus Boston, um koloniale Waffenlager zu sichern. In Lexington kam es zum ersten Schusswechsel – oft als „shot heard ’round the world“ bezeichnet. 

    In Concord leisteten Milizen stärkeren Widerstand und zwangen die Briten zum Rückzug nach Boston. Diese Ereignisse markierten den Übergang von politischen Spannungen zu offenem bewaffnetem Konflikt.
  • Führungspersönlichkeiten: George Washington, Thomas Jefferson, John Adams
  • Unterstützung durch Frankreich ab 1778 entscheidend

Unabhängigkeitserklärung (4. Juli 1776)

Verfasst maßgeblich von Thomas Jefferson.

Zentrale Ideen:

  • Naturrechte: Leben, Freiheit, Streben nach Glück
  • Volkssouveränität
  • Recht auf Widerstand gegen Tyrannei, „All men are created equal“, revolutionär gedacht, aber nicht umgesetzt (Sklaverei, Frauen, Indigene ausgeschlossen).
Ergebnis:
  • 1783: Vertrag von Paris
  • Großbritannien erkennt die Unabhängigkeit an

3. Staatsgründung und Verfassung (1783–1800)

Probleme der frühen Republik

  • Schwacher Zentralstaat (Articles of Confederation - Die Articles of Confederation waren die erste Verfassung der Vereinigten Staaten, in Kraft 1781–1789, und schufen einen sehr lockeren Staatenbund mit einer schwachen Zentralregierung. Sie dienten als Übergangslösung zwischen der Unabhängigkeitsbewegung und der späteren, deutlich stärkeren US‑Verfassung von 1787.)
  • Schulden, Handelskonflikte, innere Unruhen (z. B. Shays’ Rebellion = war ein bewaffneter Aufstand von überwiegend verschuldeten Farmern in Massachusetts (1786–1787), ausgelöst durch hohe Steuern, harte Schuldenpolitik und wirtschaftliche Not. Die Erhebung zeigte die Schwächen der Articles of Confederation und wurde zu einem wichtigen Auslöser für die spätere US‑Verfassung.)

Verfassung von 1787

  • Föderaler Staat
  • Gewaltenteilung: Legislative – Exekutive – Judikative
  • Checks and Balances (= bezeichnet ein politisches Prinzip, bei dem sich die drei Staatsgewalten – Legislative, Exekutive und Judikative – gegenseitig kontrollieren und ihre Macht begrenzen, um Machtmissbrauch zu verhindern. Dieses System wurde 1787 in der US‑Verfassung verankert und gilt als Kernmerkmal der amerikanischen Demokratie.) 
  • Starke, aber begrenzte Zentralmacht

Bill of Rights (1791)

  • Erste 10 Zusatzartikel
  • Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit

Die USA werden zum ersten modernen Verfassungsstaat auf republikanischer Grundlage.


4. Expansion und innere Spannungen (1800–1848)

„Manifest Destiny“

Glaube an die gottgewollte Ausdehnung nach Westen.

Folgen:

  • Louisiana-Kauf (1803) – Verdopplung des Staatsgebiets

  • Vertreibung und Vernichtung indigener Völker

  • Landnahme, Siedlerbewegungen, Goldrausch

Grundkonflikt:

Freie Staaten vs. Sklavenhalterstaaten

Kompromisse:

  • Missouri-Kompromiss (1820)

  • Kompromiss von 1850

Diese verschieben den Konflikt, lösen ihn aber nicht.


5. Sklaverei, Bürgerkrieg und Neubeginn (1848–1877)

Sklaverei als Kernproblem

    AI, gemeinfrei
  • Wirtschaftlich zentral im Süden

  • Moralisch und politisch zunehmend umstritten

  • Abolitionismus im Norden

Amerikanischer Bürgerkrieg (1861–1865)

  • Auslöser: Wahl Abraham Lincolns

  • Südstaaten treten aus der Union aus

  • Krieg fordert ca. 620.000 Tote

Ergebnisse:

  • Sieg der Union

  • Abschaffung der Sklaverei (13. Zusatzartikel)

  • Staatsbürgerschaft & Gleichheit vor dem Gesetz (14./15. Zusatzartikel)

Reconstruction (1865–1877)

  • Versuch der politischen und sozialen Neuordnung des Südens

  • Kurzfristige Fortschritte für Afroamerikaner

  • Langfristig Scheitern → Rassentrennung, Entrechtung


6. Die USA nach 100 Jahren (1876)

Zum hundertjährigen Bestehen:

  • Territorial geeinter Kontinentstaat

  • Demokratische Institutionen gefestigt

  • Wirtschaftlich auf dem Weg zur Industrienation

Aber:

  • Tiefe soziale Ungleichheit

  • Rassismus institutionell verankert

  • Gewaltgeschichte bleibt Teil der nationalen DNA


7. Grundspannung der amerikanischen Geschichte

Von Anfang an prägend:

Ideale von Freiheit und Gleichheit
vs.
Realität von Ausgrenzung, Gewalt und Machtinteressen

Diese Spannung macht die USA aus:

  • zugleich Vorbild und Problemfall

  • revolutionär in der Idee, unvollständig in der Umsetzung


Dienstag, 6. August 2013

Ausstellung: Des Weißen Mannes Bürde (Kolonisation Afrikas)



Montag -  Donnerstag, 09.00 - 16.00 Uhr , Freitag, 09.00 - 14.00 Uhr     I     Stiftung Demokratie Saarland, Bismarckstr. 99, 66121 Saarbrücken, +49 (0) 681 906260

Des Weißen Mannes Bürde
Die Kolonisation Afrikas als Höhepunkt und Abschluss der Europäischen Welteroberung


In großen Teilen der Welt herrschen willkürliche Gewalt des Staates gegen Bürger, Gewalt zwischen Bürgern und Gewalt zwischen Staaten. Dagegen leben die Bürger der demokratischen Rechtsstaaten in historisch nie dagewesener Sicherheit.

Die an Gewalt armen Länder sind fast ganz oder überwiegend von Europäern oder aus Europa herstammenden Menschen bewohnt, die an Gewalt reichen von Menschen dunkler Hautfarbe. Bei oberflächlicher Betrachtung scheint dies die Lehre von der Ungleichheit der Rassen zu bestätigen: Je hellhäutiger die Menschen, desto besser die Verhältnisse, und umgekehrt.

Gegen diesen Trugschluss setzt die Ausstellung zivilisationsgeschichtliche Aufklärung. Ihr liegt dieser Gedanke zugrunde: In der Neuzeit haben die Europäer einerseits in einem langen, widersprüchlichen und immer wieder zurückgeworfenen Prozess schließlich – nach der Überwindung der Zivilisationskatastrophen des 20. Jahrhunderts – die Herrschaft der Menschen- und Bürgerrechte und den zwischenstaatlichen Frieden für sich und unter sich durchgesetzt. Dagegen haben sie in den von ihnen unterworfenen Regionen in Übersee entweder Demokratien auf dem Land vernichteter Urbevölkerungen errichtet oder traditionale Gesellschaften erschüttert und untergraben, ohne ihnen die sozialen Voraussetzungen zur Entwicklung gewaltarmer Staatsformen zu schaffen.



Donnerstag, 2. Mai 2013

Wie war's bei CISNE NEGRO (schwarzer Schwan) DANCE COMPANY in Neunkirchen / Saar?

Die Cisne Negro Dance Company aus dem brasilianischen São Paulo, die Tanzgruppe "Schwarzer Schwan", wurde von Hulda Bittencourt gegründet. Sie genießt das Ansehen, eine der besten Tanzcompagnien Brasiliens zu sein. Als sie die Company 1977 gegründet hat, war das Ensemble tatsächlich das Ergebnis eines Experiments: Bittencourt wolllte eine Symbiose zwischen klassischem Ballett und der Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft von Sportstudenten herstellen. Sie brachte die Schülerinnen des bereits berühmten Ballettstudios Cisne Negro mit einigen Athleten der sportpädagogischen Fakultät der Universität von São Paulo (USP) zusammen. Die Annäherung dieser beiden Welten gab der Gruppe ihr charakteristisches und überzeugendes Hauptmerkmal: ein spontaner, energievoller, kraftgeladener und ästhetischer Tanz mit viel Ausdruck auf hohem technischem und künstlerischem Niveau.
Die Konzentriertheit, Körperbeherrschung und Leistungsbereitschaft zweier verschiedener Disziplinen fließen unter dem gemeinsamen Ziel Ästhetik der Darstellung zu einer energiegeladenen Tanzbotschaft der wohl auch international besetzten Truppe mit
brasilianischem Schwerpunkt zusammen.
Das Programm in Neunkirchen am 27.04.2013 begann mit einer tanzfigurenärmeren Darstellung des klassisch lateinamerikanischen Themas Unterdrückung und Ausbeutung des Arbeiters, wie man es aus Texten Pablo Nerudas in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kennenlernte, was auch allerorten zu Aufständen gegen die Misstände und Machtergreifungen des Militärs zur Aufstandszerschlagung führte. Die Ausbeutung war damit nicht beendet, sondern zementiert. Brasilien hat 21 Jahre Diktatur hinter sich und entwickelte sich ab 1984 zum mittlerweile wirtschaftlichen Boomland. Getanzt wurde zu bekannten Liedern der Argentinierin Mercedes Sosa, die viele Jahrzehnte die Leute weltweit begeisterte, bevor sie 74-jährig 2009 in Buenos Aires starb. Cisne Negro tanzte nach den Liedern Todavia cantamos, Todo cambia, Gracias a la vida etc. 









Diese Tanznummer bewusst bildreduzierter, aber - trotz der eindringlichen Musik von Mercedes - nicht sehr stark. Das 

beschwerliche Leben der Feldarbeiter wurde mit mühsamen Pflanz- und Erntearbeiten mit Kartoffeln angedeutet, das Sterben in der Sklaverei mit maschinenhaftem Weiterrücken verstorbener Arbeiter auf dem Feld. Die zweite Nummer nach Strawinskis Feuervogel freier, offener, stärker, die Bühne im Eiltempo durchtanzend, vom Pas de deux bis hin zum großen Ensemble, der Drang nach Weite. Im zweiten Teil des Abends mehr brasilianische Musik, nicht folkloristisch, Samba etwa, aber traditionelle Elemente wie afrobrasilianische Rhythmen in moderner Musik aufgehend, den Zeitgeist in der Postmoderne oder in der Gegenwart tangierend. Ein sehr überzeugendes Stück zeigte zum Beispiel Stillstand in Vibrationen, Durchgeschütteltwerden und hektische Besessenheit der Figuren wie durch Stress und Ansprüche des Lebens, funktionierende Einheiten auch die Liebespaare. Der "Hochzeitstanz" zwischen dem schwarzen Schwan und dem weißen ein Leckerbissen für Augen und Ohren, gerade wenn der weiße Schwan sein Gefieder zeigt.
Die Stücke wurden von so berühmten Choreografen wie dem Franzosen Patrick Delcroix oder dem Portugiesen Vasco Wellenkamp beigetragen, auch dabei dieses Jahr der israelische Choreograf Idan Cohen. Die künstlerische Leitung hatte Hulda Bittencourt.
Ein sehr ansprechender Tanzabend mit bewegenden Figuren und Szenenbildern.