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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Posts mit dem Label Aber bitte mit Lyrik! kurz vor Abschluss Kaiserslauterner Literaturfests werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Sonntag, 5. Februar 2023

Aber bitte mit Lyrik! kurz vor Abschluss des Kaiserslauterner Literaturfests

Am Samstag, den 4. Februar 2023 war mal wieder einer dieser Events angesetzt, den man sich als Literaturliebhaber wünscht: Dichter der Region, Newcomer und Profis, lesen aus ihren Werken und verbreiten diese gespannte Stille und Aufmerksamkeit für Gedichtetes, das man sonst nicht oft erlebt. Nicht alle Lesungen faszinieren, aber wenn die Texte stimmen und die Vortragsweise ist schon vieles auf der sicheren Seite. Wie so oft finden die Lesungen in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern statt, gestern als eine der letzten Veranstaltungen des Literaturfestivals Kaiserslautern.


v.l.n.r. Alessandro Stephan, Natalia Sonnenfeld, Birgit Heid und Thomas Mayr
Foto: Peter Herzer



Es lasen 
Birgit Heid, die in Landau Pfalz lebt und arbeitet

Birgit Heid
Foto: Peter Herzer

 
. Sie ist 1. Vorsitzende des Literarischen Vereins der Pfalz und schon seit vielen Jahren literarisch engagiert. Neben vielen Einzelveröffentlichungen in Anthologien hat sie bereits mehrere Gedichtbände herausgebracht, zuletzt „Lass uns ein Eis essen“ von 2022. Birgit Heid trug aus dem Band "Und anderswo | Krisengedichte" vor, ein Beispiel daraus thematisiert Mädchen als Opfer der Klitorisbeschneidung. Ferner Kriegserlebnisse oder Menschen in Ausbeutungssituationen. Sie erzählte außerdem von dem Zustand der Bochumer Zeche, die 1994 noch unberührt wie am letzten Arbeitstag waren. Sie machte damals Fotos, entwickelte sie zu Hause nach alter Art und sprach nun über die Eindrücke, die sie auch zeigte. 

MÄDCHEN (SÜDAFRIKA UND ANDERSWO)

Sie kamen nachts in meine Hütte Taschentücher steckten sie mir in den Mund zerrissen das Moskitonetz mein Vater schlug die Decke fort & presste seinen Messerschmerz in mich hinein er schrie dann machten es die anderen ebenso & nach dem letzten war das Lager voller Blut es bleibt an jedem Tag Erinnerung der Schreie Splitterfetzen brechen in mich ein ich bin ein Kind noch wird mein Körper fruchtlos bleiben eine neue Nacht beginnt  mit angstbesetzten Träumen


Thomas Mayr
Foto: Peter Herzer

Geladen war auch Thomas M. Mayr aus Kirchheimbolanden. Unterwegs im literarischen Bereich seit vielen Jahren und immer aktiv als 
Vorsitzender des Donnersberger Literaturvereins und Mitorganisator der Donnersberger Literaturtage. Er schreibt und veröffentlicht seit geraumer Zeit, sein neuestes Werk „Zwei+50“ erschien 2021. Lassen wir Journalist und Autor Peter Herzer zu Wort kommen: "Mayr las zunächst aus seinen Vexier- und Kippgedichten, eine selbstgeprägte Stilform. Diese sind kompliziert, mehrdeutig in der Form, beeinhalten ein Binnengedicht oder Gegenteiliges, Doppeldeutiges aus entsprechenden Bildern, die gern Psychologen verwenden. Dafür lieferte er sehr viele Erklärungen und sagte die Gedichte 3,4,5x auf. Ein Gedicht anderer Form spielt zur Zeit des Prager Frühlings, dann folgten Gedichte im Stil von Hilde Domin. Zum Ende etwas Humoristisches: 'Auf Freiersfüßen', und dann noch Poetry Slam zum Well Good Feeling." 

Natalia Sonnenfeld
Foto: Peter Herzer

Natalia Sonnenfeld lebt und arbeitet als freie Künstlerin und Autorin in Kaiserslautern. Als Jugendliche absolvierte sie eine langjährige künstlerische Ausbildung an der Karatanov-Kunstschule in der Millionenstadt Abakan/Chakassien (Südsibirien)Später folgte das Studium der Philologie in Kasan/Tatarstan und Bochum. 

2020 veröffentlichte sie ihren Gedichtband "Sieh mich als Pilger" mit eigenen Illustrationen. In ihren Gedichten bearbeitet sie bevorzugt intensive Gefühle und Erlebtes, macht sich Gedanken über das Leben im Allgemeinen und ihren persönlichen Weg darin. Eine direkte und bildhafte Sprache ist ihr wichtig. Sie las aus ihrem Gedichtband, in dem sie ihre Gedichte mit ihren Gemälden in Beziehung setzt:  

              Natalia Sonnenfeld                                   
www.natalia-sonnenfeld.de 
Insta: natalia.sonnenfeld

                        

Dieser Weg ist nicht zu finden Kein zurück Gesichter, Augen, Stimmen - Phantome aus der Ferne

Vergangene Tage - ausgeflogene Vögel Nur in Träumen kommen sie für eine Weile Ich wache auf Und die Käfige bleiben leer

Die neuen Tage vergehen Und tragen mich weiter


Alessandro Stefan                       
Foto: Peter Herzer




Der junge, sehr talentierte Autor Alessandro Stephan stammt aus Landau und studiert zurzeit Germanistische Linguistik an der Universität Tübingen seit 2022. Auch davor betrieb er Studien, und zwar an der Uni Landau, in Erziehungswissenschaft, Betriebspädagogik, Germanistik sowie Kultur, Medien und Kommunikation. Er war dort auch Redaktionsmitglied und zeitweise Chefredakteur der La-Uni, dem Campusmagazin. Er hat 2022 seinen zweiten Gedichtband „Eigene Engel erschaffen“ veröffentlicht.


KEIN TAG HEUTE

Heute ist kein Tag
zu leben,
kein Tag,
um etwas zu bewegen.

Heute ist kein Tag
zu sein,
kein Tag,
an dem ich mich kenn‘.

Heute ist ein Tag
zu scheitern,
doch kein Tag,
um alles aufzugeben.

Heute ist kein Tag
zu sterben,
denn morgen ist ein Tag
zu leben.

(aus: Eigene Engel erschaffen, erschienen 2022)