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Posts mit dem Label Severin Groebners Neuer Glossenhauer #108 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Sonntag, 2. August 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #108 - Heißer Scheiß

 
Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach Hintergrundfarbe daraus
© Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



Heißer Scheiß

„Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, dann mach Limonade daraus!“, so geht ein häufig zitierter Spruch von Menschen, die nicht wissen, wie man Zitronenkuchen macht. Oder Limoncello. Oder Linguine à la Sophia Loren. Die serviert man nämlich mit einer Zitronen-Butter-Sauce, die köstlich ist. Aber jetzt gerade kann man das nicht essen. Denn es ist dafür: zu heiß.

Also wenn dir das Leben Hitze gibt, dann mach - was? - daraus?
Einen Wäschetrockner? Eine Spiegelei-Braterei, auf den still vor sich hinglühenden Autos?
Oder eine Eigen-Schweiß-Therapie?

Das dürfte ja noch erlaubt sein. Die Eigenbluttherapie dagegen - so hat es der Bundesverfassungsgerichtshof in Deutschland gerade festgestellt - bleibt Heilpraktikern, Wundtheoretikern, Reichsschamanen und anderen Akrobaten der Unwissenschaftlichkeit verboten. Denn das Hantieren mit dem roten Saft bleibt Ärzten vorbehalten.

Aber es gäbe ja auch noch andere Körpersäfte, die man zu unmedizinischen Menschenversuchen heranziehen könnte. Neben dem erwähnten Schweiß, gäbe es freilich noch die Eigenurintherapie (bereits sehr erfolgreich in der Geschichte der Schifffahrt von Schiffbrüchigen angewandt) oder die Eigentränentherapie. Kann jeder beim Zwiebel schneiden mal ausprobieren.
Wer aber auf das Blut aus therapeutischen Gründen nicht verzichten will, dem sei gesagt: Fremdblut-Therapie ist immer noch erlaubt!
Sogar Arten-übergreifend. Nennt sich „Blutwurst“ und ist bei diesem Wetter nicht zu empfehlen. Denn es ist dafür: zu heiß.

Was macht man also bei diesen Temperaturen?
„Gibt Dir das Leben eine Hitze-Welle/
Dann mach Dein Gemüt mit Witze helle!“
Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten jetzt den echt „heißen Scheiß“ zu machen.
(Ja, das war jetzt ein schlechter Wortwitz, aber keine Angst, es wird jetzt nicht der letzte sein.)

Wenn etwa der Pegelstand Deines örtlichen Lieblingsflusses (Rhein, Main, Donau, etc… egal) sich einem rekordverdächtigen 500jährigen Niedrigst-Stand nähert, dann auf keinen Fall über Klimapolitik nachdenken. Nein, lieber eine Flussdurchquerung auf Instagram posten.
Brauchte man für die noch vor Wochen sportliche Fähigkeiten (Schwimmen z.B.), Ausdauer und vielleicht sogar einen Neopren-Anzug, reicht jetzt eine kurze Hose und Badeschlapfen.
Und schon ist man am anderen Ufer angekommen. Und zwar so wie der Weißwein bei diesen Temperaturen wird: halbtrocken.

Was aber tun, wenn Du in Frankreich oder Spanien oder Portugal oder Korsika oder Griechenland oder sonst wo in Südeuropa bist (Tirol ist mit gemeint) und die Wälder brennen so sehr, dass der Campingplatz, auf dem Du urlaubst, geschlossen werden muss?
Einfach ins nächste Hotel und die Klimaanlage voll aufdrehen. Danach ins Pool. Anschließend ein Bier. Und dann holst Du mal die Kinder aus dem Auto, das Du vor dem Campingplatz in der Sonne abgestellt hast. Oder das, was von Ihnen noch übrig ist.
Aber schließlich liebst Du deinen Verbrenner schon mehr als Deinen Nachwuchs, sonst wärst Du ja schon vor Jahren auf ein anderes Verkehrsmittel umgestiegen.

Apropos Auto:
Wenn Du draufkommst, dass Dein Lieblingsfamilienmitglied (nein, nicht der Hund, sondern: Das Auto) bei diesen Temperaturen nicht mehr fahrbereit ist, weil die Reifen wegschmelzen oder das Wasser für die Kühlung nicht mehr ausreicht, und obendrein die Flammen immer näher kommen…
… dann spring einfach auf eins der fliehenden Wildtiere und entdecke Deinen Urlaubsort ganz neu. Mit einem Ritt auf einem vor dem Waldbrand Reiß-aus-nehmenden Wildschwein, Reh oder Wiesel wirst Du in Gegenden kommen, wo es Dein SUV niemals hingeschafft hätte, weil er bei der ersten brennenden Pinie schon hängen geblieben wäre.

Gemeinsam mit der rennenden Fauna durch die brennende Flora kannst Du dann noch darüber nachdenken, ob es jetzt nicht doch die beste Gelegenheit ist, in ein Weingut in der Gegend zu investieren. Asche soll ja ein ausgezeichneter Dünger sein. Klingt zynisch, faktisch ist es aber so: Bei Waldbränden sind Opportunisten im Vorteil, denn wer sein Fähnchen in den Wind hängt, weiß früher, wo es brennt.

Bist Du aber zuhause geblieben, ist eins wichtig: kein Wort über Klimapolitik.
Oder gar über die Mobilitätswende. Schon gar nicht in Deutschland. Oder Österreich. Oder sonstwo, wo alte Männer in brumm-brumm-tucker-tucker Karren die Meinungsmacher stellen.

Denn auch wenn niemand - egal ob nationaler oder religiöser Faschist - es schaffen könnte, mit einem Lastenfahrrad einen Terroranschlag zu verüben, darf das Automobil als Verkehrsmittel angezweifelt werden! Niemals!
Denn es ist als Projektionsfläche, wie auch als Projektil ein echtes Dual-Use-Produkt.

Nein, lieber die Hitzewelle dazu nutzen in den sozialen Medien herumzuhängen, Verschwörungstheorien mit Siegheilpraktikern teilen und schnell noch Freundschaft mit Dänen, Schweden und Norwegern schließen. Denn dort ist es vielleicht nicht: so heiß.

Aber es gibt Hoffnung: Island denkt gerade darüber nach, ob es der EU beitreten soll.
Sollte das nicht klappen, wird wohl die EU Island beitreten. In der Erwartung, dass dann in ganz Europa die Durchschnittstemperaturen runter gehen. Ja, Statistik ist einfach was schönes.
Und wir haben dann alle im Sommer ein Ausweichquartier im hohen Norden. Und zwar solange… bis dort wieder ein Vulkan ausbricht.

Und wenn Dir das Leben einen Vulkanausbruch gibt, dann…
… mach ein Pompeji daraus.

Oder so. Ich weiß ja auch nicht.
Denn mir ist einfach: zu heiß.


——

groebner live:

Die heißen Neuigkeiten, hab ich letztes Mal schon verbreitet, aber ich wiederhole sie einfach nochmal, für alle, die sie überlesen haben:
Mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“ wird mit dem
Österreichischen Kabarettpreis 2026 ausgezeichnet, was mich natürlich sehr freut.
Aber ich freu mich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man
hier lesen.

groebner gesehen:
Über das demnächst ausgezeichnete Programm hat das Bayerische Fernsehen einen Bericht in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

Das vorherige Programm (das auch sehr gut ist. Finde ich zumindest. Und ich bin da sehr objektiv mit mir) „ÜberHaltung“ kann man demnächst im ORF Sommerkabarett sehen. Und zwar am 25. August.
Dann, wann es hoffentlich nicht mehr so heiß ist.
 
groebner gehört:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“?

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
was die
Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man echte Freunde finden kann, oder was auf das Bargeld eigentlich drauf sollte.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64

Freitag, 10. Juli 2026

Severin Groebners Neuer Glossenhauer #108: No Witz in the Hitz

Vor lauter Freud’, wechsel I die Farb’ ©Foto: Dominic Reichenbach / Artwork: Claus Piffl



















 

No Witz in the Hitz


Jetzt muss ich den Neuen Glossenhauer schon wieder mit einer Entschuldigung anfangen.
Die Pause war jetzt echt schon zu lang. Viel zu lang. Es war quasi eine Sommerpause vor dem Sommer. Andererseits war da auch dieser Sommer vor dem Sommer mit Temperaturen um die 40 Grad.

Und während dessen bin ich draufgekommen, warum die Spanier immer so dunkle Wohnungen haben.
Und warum die Leute in Süditalien von 12h bis 17h gar nichts tun.
Oder wie schnell Wäsche trocknen geht.
Oder welche Emotion hinter der Bezeichnung „die gelbe Sau“ für unser aller Lieblingsfixstern steckt.
Oder dass ich nicht in meinem Kühlschrank schlafen kann.

Und was ich noch draufgekommen bin: Ich mag das nicht.
Und ich kann auch bei solchen Temperaturen nur sehr schlecht schreiben. Und lustig sein.
„Humor“ kommt bekanntlich von dem französischen Wort für Körperflüssigkeiten und wenn man soviel schwitzt, also bereits soviel Flüssigkeit abgibt, bleibt für den Spaß, den Witz, den Schmäh nichts mehr übrig.

Dabei ist gerade soviel Spaß in der Welt.
Donald „the Joker“ Trump hat etwa kürzlich zum gezählten 40. Mal erklärt, dass er (ich weiß nicht, ob die USA oder nicht doch er ganz alleine) den Krieg gegen den Iran gewonnen hätte.
Zum 40. Mal innerhalb eines Jahres, das gerade mal im Juli angekommen ist.
Dann sagt er, der Iran möchte dringend ein Abkommen. Und damit der Iran das auch weiß, wird er von den USA bombardiert.
Das ist ja die alte diplomatische Regel, wenn jemand nicht verhandeln will, hau ihm eine auf den Schädel.
Lernt man auf der Neandertaler-Akademie.
Und dass Trump die besucht hat, steht außer Zweifel.
Denn: Welche andere hätte er sonst besucht haben sollen?

Die Fussball-Akademie sicher nicht, da er sonst wüsste, was eine rote Karte bedeutet.
Aber mit seinem Unwissen ist er nicht allein.
Der FIFA-Präsident Intriganto… nein… Infamino…auch nicht… Infantino - so heißt die Glatze zum Spesenkonto - der weiß ja auch nichts.
Gar nichts. Egal was man ihn fragt (Geldflüsse, Telefongespräche, Auswahlverfahren, o.ä.), der hat keinen blassen Schimmer.

Aber da schweige ich auch lieber, schließlich kenn ich mich beim Fußball so gut aus, wie eine Ente beim Klavierspielen.
Hab da selbst nur rudimentäres Wissen. Ich weiß nur, dass es um Geld geht.
(Apropos Geld: Diesen Newsletter kann man auch sehr gut unterstützen, Infos unten)
Aber nicht sehr viel Geld.
Sondern sehr sehr sehr viel Geld. Vielleicht sogar sehr sehr sehr sehr sehr viel.
Währenddessen rennen ein paar Millionäre einem Ball hinterher und am Ende schreit einer: „Bist. Du. Deppert.“
Aber nur in Österreich.
In Deutschland ist das anders, da sind am Schluss alle sauer, bis es plötzlich „Klopp!“ macht.
Und in der Schweiz… passiert gar nichts, denn: die spielen noch. Streber.
Die wissen auch nicht, wann Zeit ist zu gehen.

Dafür müssen sie jetzt gegen Argentinien antreten. Und das passt ja auch irgendwie.
Die einen haben nach 1945 die ganzen alten Nazis aufgenommen, die anderen das Gold von den alten Nazis.
Das nennt der Engländer: A perfect Match.
Und zwar während er gegen Norwegen spielt.

Das letzte große Match von diesen beiden wiederum ist ja keine 960 Jahre her.
1066 hatten die beiden Teams unter ihren Trainern Harald (dem Zweiten) und Harald (Hardråde) an der Stamford Bridge ja ihre letzte „Begegnung“. Gewonnen hat damals übrigens England.
Kurz darauf aber gegen Frankreich unter Guillaume (dem Eroberer) verloren.
Klingt wie eine Prognose, aber: Es ist ja nur ein Spiel.

Auch wenn viele dafür brennen. So richtig.
Also brennen wie Öl-Raffinerien in Russland. Oder Wohnhäuser in der Ukraine. Oder Wälder in Südwesteuropa. Oder der Nahe Osten.
Und all diese Brände hängen ja auf die eine oder andere Art mit der Erdölindustrie zusammen.
Jetzt weiß man auch, warum es „Petro-Dollar“ heißt, weil - neben der Zukunft - hier auch sehr viel Geld verbrannt wird.

Kein Witz.
Würde ich mich nicht trauen.
Dafür ist die Lage viel zu… heiß.

——

groebner live:
Wo ich aber dann doch witzig bin, ist mein Programm „ICH BIN DAS VOLK!“.
Und das sag nicht nur ich, sondern die Jury des
„Österreichischen Kabarettpreis’“ , weshalb die Leute auch so freundlich waren, mir diese Auszeichnung für das Jahr 2026 angedeihen zu lassen. Was mich sehr freut.
Aber ich freu mich natürlich für alle anderen Ausgezeichneten ebenso.

Wann und wo man das im wahrsten Sinn des Wortes „ausgezeichnete“ Programm sehen kann, erfährt der interessierte Mitmensch
hier.
Und was die Presse über das Programm „Ich bin das Volk!“ schreibt, kann man
hier lesen.

groebner gesehen:
Das Bayerische Fernsehen hat sogar einen Bericht über mich in der Abendschau gemacht.
Den kann man sich
hier anschauen.

groebner gehört:
Meine neue Single: „
Das Lied der neuen Zeit“ powered by monkey records. Die ist übrigens die Zugabe vom Programm.
Wem das gefällt, gefällt vielleicht auch mein Satire-Pop-Album
„Nicht mein Problem“?

Zwischendurch arbeite ich aber auch weiter für d
as „Ende der Welt“ auf Bayern 2 und in der ARD-Audiothek gibt es das zum Nachhören.
Dort denke ich immer wieder über Sachen nach, zum Beispiel:
Was die Menschen für Ihre Haustiere tun, wo man
echte Freunde finden kann, wie man den US-Vizepräsidenten gut einsetzen könnte oder was passiert, wenn die Mächtigen dieser Welt zu Satirikern werden.
All das erfährt man.

groebner gefolgt:
Videos und Fotos und Zeug gibt’s auf
YouTube, auf Instagram oder auf Facebook zu sehen.

groebner gelesen:
Dem Falter hab ich übrigens ein
großes Interview gegeben. Und das kann man immer noch Nachlesen.
——-


Der „Neue Glossenhauer“ ist ein Projekt der freiwilligen Selbstausbeutung.
Wer es dennoch materiell unterstützen will, hier wäre die Bankverbindung für Österreich:
Severin Groebner, Bawag, IBAN: AT39 6000 0000 7212 6709
Hier die jene für Deutschland:
Severin Groebner, Stadtsparkasse München, IBAN: DE51 7015 0000 0031 1293 64