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Wie ist der Stand?
Trump hat erneut erklärt, die USA müssten die Kontrolle über Grönland bekommen, notfalls „auf die harte Tour“, und lässt Szenarien von Kauf bis hin zu militärischem Vorgehen prüfen. Dänemark und die Regierung Grönlands haben klar gemacht, dass die Insel nicht zum Verkauf steht und jede gewaltsame Annexion kategorisch abgelehnt wird.
Warum ist das nicht „einfach“?
Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb Dänemarks; völkerrechtlich liegt die Souveränität bei Dänemark, und ein Statuswechsel wäre nur mit Zustimmung Grönlands und Dänemarks möglich. Die UN‑Charta verpflichtet Staaten, auf Drohung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit anderer Staaten zu verzichten; eine erzwungene Übernahme wäre daher klar rechtswidrig. iowauna
Reaktion Europas
Europäische Staaten stellen sich demonstrativ hinter Dänemark und betonen, dass allein Dänemark und Grönland über das Gebiet entscheiden dürfen. nytimesInnerhalb Europas wird diskutiert, wie man auf mögliche US‑Schritte reagieren könnte, etwa durch verstärkte NATO‑Präsenz im Nordatlantik oder verhandelte Zugangsrechte zu Ressourcen statt eines Gebietswechsels. aljazeera
Reaktion Russlands
Offizielle russische Stellen halten sich auffallend zurück und vermeiden scharfe öffentliche Kritik. cnbcAnalysten verweisen darauf, dass ein Bruch zwischen USA und europäischen Verbündeten Russland politisch in die Karten spielen würde, weil er die NATO schwächt und sein eigenes Vorgehen gegenüber Nachbarstaaten indirekt legitimiert. aljazeera
Reaktion Chinas
China weist Trumps Argument zurück, man müsse Grönland vor Russland und China schützen, und spricht von einer Instrumentalisierung eines angeblichen „China‑Risikos“.dwPeking kritisiert den US‑Anspruch auf Kontrolle über Grönland als Ausdruck einer machtpolitischen Agenda, verfolgt aber gleichzeitig eigene wirtschaftliche und polare Interessen im arktischen Raum. chathamhouse
Wäre Grönland nicht eine gemeinsame Verwaltung und Verteidigung durch die EU und USA wert?
Eine formelle gemeinsame Verwaltung Grönlands durch EU und USA wäre politisch und rechtlich extrem schwierig, aber eine engere gemeinsame Verteidigungs‑ und Sicherheitskooperation im Nordatlantik ist realistisch und wird bereits diskutiert. Für Grönland selbst ist entscheidend, dass jede Lösung seine Autonomie und das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung respektiert.
Rechtlicher und politischer Rahmen
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Grönland gehört zum Königreich Dänemark und hat weitgehende innere Autonomie; die Souveränität liegt bei Dänemark, sodass jede „Mit‑Verwaltung“ nur mit Zustimmung Kopenhagens und Nuuks denkbar wäre.
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Eine gemeinsame Hoheitsgewalt von EU und USA wäre völkerrechtlich Neuland und würde vermutlich Verfassungsänderungen in Dänemark sowie komplexe Verträge mit EU, USA und Grönland erfordern.
Gemeinsame Verteidigung statt Mit‑Verwaltung
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Schon heute ist der Schutz Grönlands in die NATO eingebettet; US‑Basen (z.B. Thule) und dänische Kräfte sichern das Gebiet, während europäische Staaten verstärkt über eine größere Rolle im Nordatlantik nachdenken.
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Wahrscheinlicher als eine gemeinsame Verwaltung ist eine vertiefte militärische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit (gemeinsame Übungen, Radar‑ und U‑Boot‑Überwachung, abgestimmte Arktis‑Strategien), bei der Grönland politisch Teil Dänemarks bleibt.
Chancen und Risiken einer EU‑USA‑Lösung
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Chancen wären etwa: Abschreckung gegen Russland, klarere Regeln für Rohstoff‑ und Schifffahrtsnutzung, gemeinsame Investitionen in Infrastruktur und Klima‑Forschung in der Arktis.
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Risiken: Grönland könnte sich zwischen Großmächten „eingeklemmt“ fühlen; zudem könnten Russland und China eine formalisierte EU‑USA‑Kontrolle als Konfrontationssignal werten und mit Gegenmaßnahmen im Arktisraum reagieren.
Rolle Grönlands und Dänemarks
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Grönländische Politiker betonen, dass jede Zukunftsoption – mehr Eigenstaatlichkeit, engere Bindung an USA oder EU‑Kooperation – vom Willen der Bevölkerung abhängen muss.
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Dänemark versucht, einerseits die eigenen und europäischen Interessen zu schützen, andererseits aber auch US‑Sicherheitsbedenken ernst zu nehmen, ohne in ein Nullsummenspiel um Territorium einzutreten.

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