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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Montag, 6. April 2015

Was tut sich bei ECM?

Downbeat vergibt für Vijay Iyers Break Stuff die in diesem Magazin seltene Höchstwertung von fünf Sternen („the trio’s most compelling date so far“), und Mike Hobart von der Financial Times empfindet das posthum veröffentlichte Kenny Wheeler-Album Songs for Quintet als „bewegendes Testament“ des großen Trompeters. Als „Sternstunde für Kenner“ wiederum wertet Manfred Papst in der ‚NZZ am Sonntag‘ Jack DeJohnettes Made In Chicago, und Martin Johnson vom Wall Street Journal konstatiert auf Imaginary Cities von Chris Potters Underground Orchestra „ein komplexes und bemerkenswert vielfältiges Spektrum an Klängen.“

Frisch auf dem Markt

Gefion ist das erste ECM-Album des dänischen Gitarristen Jakob Bro als Leader, nach Alben mit Paul Motian und Tomasz Stanko, auf denen Bro als Sideman vertreten war. Die offenen Formen von Bros Kompositionen lassen seinen Mitspielern – Schlagzeuglegende Jon Christensen und den kreativen Bassisten der Stunde, Thomas Morgan – reichlich Raum für ihre Statements.Gefion wurde im November 2013 im Rainbow Studio in Oslo aufgenommen und von Manfred Eicher produziert.

Sinikka Langeland vertont auf ihrem vierten Album für ECM “The Half-Finished Heaven” und andere Gedichte von Tomas Tranströmer. Sie prägen auch die Tonlage für Langelands Kompositionen mit ihren markanten Mischungen der Klangfarben. Lars Anders Tomter ist einer der profiliertesten Klassiksolisten in Norwegen, hat aber auch viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Musikern anderer Genres. So war er auch auf Sinikkas Album „Maria’s Song“ und auf ECM-Alben von Terje Rypdal und Ketil Bjørnstad vertreten. Saxofonist Trygve Seim und Schlagzeuger Markku Ounaskari waren beide Mitglieder von Sinikkas Quintett auf den Alben „Starflowers“ und „The Land That Is Not“  und spielen unter anderem auch im Kuára Trio zusammen.

Die Jubiläumskonzerte zu Eberhard Webers 75.Geburtstag und dier Veröffentlichung seiner Autobiografie haben ein enormes Medienecho gefunden. Das nun erscheinende Album Encore ist eine Art Begleiter zu Resumé, dem allenthalben gelobten Weber-Soloalbum aus dem Jahr 2011. Erneut wendet sich Weber den vielen Live-Aufnahmen aus seiner Zeit in der Jan Garbarek Group zu: Er isoliert seine Bass-Soli aus diesen Aufnahmen und arbeitet sie in neue Stücke ein, ergänzt um eigene Keyboard-Parts. Sein Special Guest ist diesmal der holländische Flügelhorn-Spieler Ack van Rooyen, der schon auf Webers ECM-Album The Colours of Chloë vor 40 Jahren mitgewirkt hatte. Gemischt und editiert wurde die Musik im November 2014 in den La Buissonne Studios in Südfrankreich.

Die deutsch-iranische Sängerin Cymin Samawatie und ihre Band Cyminology setzen ihren unverwechselbaren Weg fort, indem sie die subtilen und doch dynamischen Klänge und Rhythmen persischer Dichtung auf ihre Kompositionen und Improvisationen einwirken lassen.Phoenix ist ihr drittes Album für ECM, wie seine Vorgänger (As Ney, 2008, und Saburi, 2010) von Manfred Eicher im Rainbow Studio in Oslo produziert. Cymins Kern-Band aus Pianist Benedikt Jahnel, Bassist Ralf Schwarz und Schlagzeuger Ketan Bhatti wird hier erstmals um Martin Stegner, den Bratscher der Berliner Philharmoniker, ergänzt. Das Album ist dem modernen iranischen Dichter Forough Farrokhzaad gewidmet. Cymin stellt ihre Vertonungen seiner Lyrik neben eigene Texte, Verse von Nima Yuschij und klassische Sufi-Dichtung von Hafiz.

Gustavo “Cuchi” Leguizamón (1917-2000) war eine einzigartige Figur in der Musikkultur Argentiniens. Geboren in der Provinz Salta (wo Gitarrist Pablo Márquez aufwuchs) war Leguizamón gleichzeitig Dichter, Komponist, Pianist und Gitarrist, ein populärer Künstler und hoch kultivierter Musiker. Er war in der Musiktradition Argentiniens verwurzelt, führte aber eine neue harmonische Freiheit in sie ein, inspiriert von klassischer Musik und von Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Debussy, Ravel und Schönberg. El Cuchi Bien Temperado, der Titel von Márquez‘ Album, bezieht sich auf Bachs „Wohltemperiertes Clavier“ – und der Gitarrist arrangiert hier dementsprechend Cuchis Musik für alle 24 Dur- und moll-Tonarten.

Untertitelt Játékok – Games and Transcriptions for piano solo and four hands, zeigt die DVD/Blu-ray disc In memoriam Haydée  einen Film, den die Regisseurin Isabelle Soulard von einem Kurtág-Konzert in der Cité de la Musique in Paris drehte. Die Duo-Auftritte von Márta und György Kurtág zeichnen sich durch straffe Neue-Musik-Präzision aus, die durch aufmerksame Zuwendung grundiert wird. Játékok ist ein Kompendium kleiner Hommagen an Komponisten von Scarlatti bis Stravinsky, und Tribute an Kollegen und Einflüsse geworden. In diesem besonderen Fall ist das gesamte Programm der Erinnerung an einen guten Freund der Kurtágs, der Musikwissenschaftlerin Haydée Charbagi (1979-2008) gewidmet. Zwischen die Játékok-Stücke sind György Kurtágs Bach-Transkriptionen eingestreut.

Neuheiten des Julia Hülsmann Quartet with Theo Bleckmann, Savina Yannatou & Primavera en Salonico, Anders Jormin mit Lena Willemak und Karin Nakagawa, dem Giovanni Guidi Trio, Mathias Eick und Paolo Fresu stehen an oder sind schon erschienen. 

EVENT: jazzahead! clubnight

Zur fünften jazzahead! clubnight im Sendesaal  Bremen hat die jazzahead! in diesem Jahr ECM eingeladen, einige der neuesten Produktionen live vorzustellen: das Trio des dänischen GitarristenJakob Bro, das Mathias Eick Quintet aus Norwegen, das italienische Giovanni Guidi Trio und das Quartett des englischen Saxophonisten Andy Sheppard werden bei der ECM clubnight am 25. April ihre in diesem Frühjahr bei ECM erscheinenden Neuheiten präsentieren.
Die Konzerte können sowohl mit einem Sendesaal-Ticket als auch mit einem clubnight-Ticket besucht werden. Weitere Informationen und Tickets: https://www.sendesaal-bremen.de/index.php?id=3

Donnerstag, 23. August 2012

Neues von ECM: SLEEPER von Keith Jarrett


In den 1970er Jahren wurde Keith Jarrett durch seine atemberaubenden, improvisierten Solokonzerte bekannt, die er bei dem damals jungen Münchner ECM-Label herausbrachte. Er spielte mit Dewey Redman, Charlie Haden und Paul Motian, aber auch mit Jan Garbarek, Palle Danielsson und Jon Christensen. Die letztgenannte Besetzung brachte vier Alben heraus, die natürlich auch Jan Garbarek ins internationale Scheinwerferlicht rückten. Im Juli 2012 brachte ECM auf der Doppel-CD “Sleeper” Live-Aufnahmen heraus, die damals entstanden, aber nicht verwertet wurden. Die Fans von Jarretts hämmerndem Endlosspiel mit seinem typischem Gesang dazu werden auf ihre Kosten kommen.
(c) Terje Mosnes, ECM

“Sleeper” erweitert die Diskographie des Quartetts, “Belonging” (1974), “My Song” (1977), “Nude Ants” (1979) und “Personal Mountains” (aufgenommen 1979, veröffentlicht aber erst 1989) um einen weiteren Posten. Die Nummern, die das Quartett am 16. April 1979 im Nakano Sun Plaza in Tokio spielte, waren bis auf eine Ausnahme Kompositionen, die Jarrett eigens für diese Besetzung geschrieben hatte: freies und ausgelassenes Spiel, außergewöhnliche improvisatorische Konversationen, dynamische Episoden von impulsiver Energie und lyrische Passagen von wilder Schönheit. Das Zusammenspiel zwischen Jarrett und Garbarek ist beeindruckend. In den Linernotes zu seiner “Selected Recordings”-Kollektion schrieb Jan Garbarek vor ein paar Jahren: “Es war eine äußerst wichtige Zeit für mich, da ich als junger und relativ unerfahrener Musiker so eng mit jemandem zusammenarbeiten konnte, der musikalisch so fortgeschritten war wie Keith. Ich habe davon unglaublich profitiert. Sein Anschlag, seine Akkordprogressionen, der stets präsente Rhythmus, die überraschenden melodischen Wendungen, die Fähigkeit, sein Klavier in solch einer einzigartigen Weise singen zu lassen... Komplexität und Einfachheit sowie Abstraktion und Natürlichkeit gingen bei ihm Hand in Hand...Ich musste damals aufpassen, dass ich nicht in Ehrfurcht vor ihm erstarrte. Manchmal wollte ich mich gar nicht in die Dinge einmischen, die Keith, Palle und Jon spielten. Mir machte es einfach unglaublich viel Freude, ihnen zuzuhören! Doch da gibt es eine Sache, die sich ganz besonders in mein Gedächtnis eingegraben hat: das war die Art, wie wir Melodien unisono spielten. Tatsächlich fühlte ich mich vollkommen in Einklang mit der Art, wie Keith generell Musik machte... es war, als ob ich dazugehörte...”

Nach der Japan-Tournee, in deren Rahmen das Live-Album “Personal Mountains” und die Aufnahmen von “Sleeper” entstanden, gastierte das Ensemble noch im New Yorker Village Vanguard, wo das Live-Album “Nude Ants” aufgezeichnet wurde. Danach war die Geschichte des Quartetts abgeschlossen.