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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Samstag, 17. September 2011

Buchbesprechung: Vitamine & Co erneut beleuchtet


Dr. Dirk Klante
Mir geht's gut!
Was Vitamine und Co wirklich leisten
Marburg 2011, 176 Seiten, Broschur
16,- €, FAZIT:GESUND Verlag

Das erste Buch im Fazit:Gesund-Verlag möchte Schluss machen mit falschen Vorstellungen über Vitamine und stellt eine Verbindung her zu einer Vielzahl gesundheitlicher Beeinträchtigungen.
Es möchte belegen, warum und wie natürliche Substanzen wirken und Angaben machen, nach denen jeder entscheiden kann, ob und was er selbst davon braucht. Der Autor Dr. Dirk Klante begründet, dass die offizielle Empfehlung, eine ausgewogene Ernährung versorge gesunde Menschen mit allem, was sie brauchen, unrealistisch und unzureichend ist, und kritisiert die Ignoranz von medizinischem Establishment und Medien gegenüber den Forschungserfolgen mit Vitaminen & Co.

Diese Diskussion hält schon lange an, die orthomolekulare Medizin fordert das ja auch schon lange und behandelt mit hohen Dosen von Vitaminen. Dennoch bleiben wir im Zweifel, da neutrale Forscher vorsichtig bleiben und nicht viel versprechen wollen. Die Nahrungsmittelergänzungsindustrie hat obendrein schon Etliches auf den Markt geworfen, das keinen Sinn macht oder gar nicht wirksam dosiert ist. Die vielen Placebos im Supermarkt oder auch in der Apotheke sprechen Bände. Es geht nur ums Geld.
Bei Vitamin B12 fiel mir eine zu kurze Behandlung des Vitamins im Buch auf, denn die gesamte B-Gruppe, kann bei Fehldosierungen oder nicht entdeckten Mangelsituationen, insbesondere ein B12-Mangel,  so extreme Zustände hervorrufen, dass sie fast einer Multiple-Sklerose- oder Parkinson-Erkrankung gleich kommen. Neurologische Praxen sind voll davon, weil Patienten mit partiellen Lähmungen in Gesicht oder an den Extremitäten dorthin überwiesen werden, manchmal mehr, um den Psychiater zu konsultieren, weil unklar ist, was vorliegt. Leider sind manche Hausärzte und Neurologen/Psychiater gar nicht in der Lage, den Mangel von sich aus zu erkennen.

„Aus chemischen und biochemischen Gründen sind Vitamine und andere Substanzen in hohen Dosierungen unabdingbar, wenn man gesund sein will.“ So lautet das praktische Resümee des Autors. Klante leitet seine Beweisführung aus der Analyse von Studien – guter wie schlechter – ab und illustriert sie mit überzeugenden Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart. Er deckt unlogische Argumentationen und unzulässige Schlussfolgerungen auf und zeigt anhand gut erklärter chemischer und biochemischer Vorgänge, wann Nahrungsergänzung nötig ist. Zu Langzeiterfahrungen der Forschung steuert er seine eigenen bei: Vor mehr als 20 Jahren begann er das zu substituieren, was sein Körper während einer schweren Erkrankung zusätzlich benötigte. Er wurde ohne Operation gesund und passt seitdem die Einnahme verschiedener Substanzen seinem aktuellen Bedarf an. Nicht umsonst präsentiert er stolz tolle persönliche Laborwerte. Er ist aber auch erst 40 Jahre alt. Auf internationalen Forschungsergebnissen und eigenen Erfahrungen aufbauend ist seine Präventionsstrategie inzwischen so ausgefeilt, dass auch Erkältungen keine Chance haben.

Wie ist das möglich? Bei allen Stoffwechselvorgängen in unserem Körper werden ständig Vitamine und andere Substanzen verbraucht. Sind wir erkältet, stehen unter Stress, haben eine Entzündung, müssen Medikamente nehmen oder gar Krebs abwehren, steigt der Bedarf. Aber auch bei Genuss-Lastern wie Rauchen, dem Gläschen zu viel oder fettem Essen wird mehr gebraucht. Denn bilden sich Unmengen an freien Radikalen, jene Stoffe, die uns schneller altern und krank werden lassen. Vitamine und andere Substanzen „neutralisieren“ sie. Bleibt den freien Radikalen das Feld überlassen, werden Schäden chronisch, und es kann Krebs entstehen.

Dass Vitamine und Mineralstoffe einen hohen Stellenwert in unserer Ernährung haben sollen ist heute unumstritten. Das bei Kindern und Jugendlichen beliebte Junk-Food verzichtet dagegen zu großen Teilen darauf, weswegen dieses Essen auch völlig minderwertig, aber dennoch wegen all der Werbung, den Öffnungszeiten und weiten Verbreitung "in" ist. Aber sinnvoll ist immer einen Arzt zu haben, der mit Vitaminen arbeitet, denn selbst loszulegen und die Speisekammer mit Vitaminpräparaten zu füllen ist nicht ratsam...Alles braucht sein Gleichgewicht im Organismus und leicht gerät es in Schieflage.



Donnerstag, 12. August 2010

Buchbesprechung: Macht Liebe sehend?

Thomas M. Schmidt (Hrsg.)
Macht Liebe sehend?
Mit Beiträgen von Chiara Piazzesi, Stanislas Bigirimana und Jannis Oberdieck
Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover
Göttingen 2010, 142 Seiten, Paperback, 19 €, Wallstein Verlag



"Macht Liebe nicht eher blind?", müssen wir uns im Gegenzug fragen. Der Volksmund und die traditionelle Philosophie kennen es nur so.

Reingefallen... War doch klar, hätte er/sie doch merken müssen... Oder mal aus psychoanalytischer Sicht: Im sexuellen Verlangen überlagert das Begehren alle rationalen Gründe gegen einen Menschen, im Moment des Erwachens dagegen, wenn Es sich verflüchtigt, kehren Ich und Über-Ich zurück. Sie wollen uns sagen: "Ich bin Ich! Ich verteidige meine Vorstellungen! Das habe ich nicht bemerkt! Oder: Das darfst du nicht! Das gehört sich nicht! Das ist keiner von uns!".

Der andere hat seine Macken und Ticks, je mehr davon erkannt werden und wirken, desto komplizierter für die Beziehung und deren Dauer, so die Psychologie. Je mehr wir dagegen Ähnlichkeiten wahrnehmen, desto lieber ist uns der andere, desto länger kann eine Beziehung dauern. Merken, wir, dass die Gegensätze krass sind, dass wichtige Komponenten wie Vertrauen und Intimität fehlen, kommt der besagte Punkt des Erwachens. Wir können es streckenweise durch erhöhte Acht- und Aufmerksamkeit vermeiden, oft holen uns jedoch die Gene und die individuelle Sozialisation ein.

Was sagt aber die Philosophie dazu? Die Frage, ob Liebe sehend macht, irritiert erst einmal, wenn sie philosophisch beantwortet werden soll. Die (teilweise nihilistische) Tradition in der Philosophie sagt genau das eher nicht. Philosophische Reflexion erscheint kühl und rational, bemüht um Einsicht und Distanz.

Die philosophischen Essays in diesem Buch stellen die Spannung zwischen subjektiver Liebe und objektiver Erkenntnis nicht als unversöhnlichen Gegensatz dar. Philosophie, wie sie hier betrieben wird, verknüpft das naturwissenschaftliche, auf Objektivität und Erklärung ausgerichtete Bild vom Menschen mit unserer Selbsterfahrung als fühlende, handelnde und erlebende Wesen. Denn wir erkennen in der Liebe uns selbst in unserem Mangel und in unserer Fülle. Sie öffnet neue Wege und macht sehend, bei aller anderen Anfälligkeit.

Die drei Preisträger des letzten Wettbewerbs des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover belegen in diesem Buch sehr überzeugend, dass Philosophie nicht nur rationale Aufklärung sucht, sondern die Leidenschaft der Erkenntnis liebt - sie  i s t  Liebe zur Weisheit. In diesem zwar sehr wissenschaftlichen Buch, das dem Laien dennoch Raum und Anregungen für mitschweifende Überlegungen beim Lesen lässt, begegnen uns die sehr überzeugenden Preisträger Dr. Chiara Piazzesi, 33 Jahre, Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Philosophie der Universität Greifswald, mit dem Schwerpunkt praktische Philosophie sowie Liebe als Form der Selbst- und Fremderfahrung, Stanislas Bigirimana aus Burundi (MA, MBA, Heidelberg) und von Dr. Jannis Oberdieck (Bremen).

Chiara Piazzesi postuliert: "Liebe bedeutet nicht, dass ich eine Situation aushalten muss, die unerträglich ist und  die mein Leben zerstören würde. Das wäre in meinen Vorstellungen keine Liebe.  Also Liebe muss nicht unbedingt Opfer bedeuten oder Selbstzerstörung. Aber wir haben jetzt die Erfahrung gemacht, dass diese Beständigkeit vielleicht nicht wesentlich zur Liebe gehört und ein Bestandteil der Liebe ist." (DRadio Kultur)

Stanislas Bigirimana macht darauf aufmerksam, dass es auch die romantische Liebe gibt, "wie wir sie aus Rundfunk und Fernsehen kennen. Aber es gibt auch eine Form der Liebe, die wir nicht häufig in der heutigen Welt sehen, zumindest nicht in den dominierenden Medien und im Mainstreamdenken. Das ist die sich selbst verschenkende Liebe, zum Beispiel, dass man für andere Opfer bringt." (Übersetzung aus dem Engl. durch DRadio Kultur)

Joannis Oberdieck bleibt mehr in der Tradition und kritischer: "Mir ging es in erster Linie darum, daran zu erinnern, dass Liebe nicht so etwas Rundes und Schönes ist, sondern dass Liebe auch sehr viele verstörende Seiten hat. Und wenn wir fragen wollen, was Liebe uns zu sehen gibt, dann müssen wir uns auf diese Seiten einlassen und fragen, was sie uns eigentlich über die Liebe mitteilen." (DRadio Kultur)

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