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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Dienstag, 5. Februar 2019

Phänomen Wolfsheim: Was will wer und wohin? Brauchen wir einen Führer?


















Ein Zauber von Faszination und Leichtigkeit, aber auch völliger Unlösbarkeit von allem, reines Beobachten von Zuständen und Hoffnungslosigkeit prägt diese Synthie-Pop-Welt. 

Im letzten Song die verblüffende Frage auf Deutsch in englischsprachigem Text 
wie eine wichtige Botschaft: "Wo ist der Führer, der mich führt?"

Braucht es einen Führer, oder ist nicht die Eigenlenkung entscheidend?
Welcher Führer, in welcher Angelegenheit? Im Museum, in den Bergen, für's Sightseeing, in einer Beziehung? Woher diese Orientierungs-, Perspektivlosigkeit, Passivität? Soll es der Alte vom Berg sein, der Super-Dealer, ein spiritueller oder religiöser oder politischer? 



Pressestimmen

2009 

Hamburg (thk) - Laut einer Pressemitteilung von Markus Reinhardts Rechtsanwalt hat das zuständige Landgericht Hamburg Peter Heppner untersagt, öffentlich zu verbreiten, dass Reinhardt seit vier Jahren im Urlaub oder nach Griechenland ausgewandert sei und dort "sicher ziemlich gut" lebe. Per einstweiliger Verfügung darf Heppner darüber hinaus nicht mehr behaupten, Reinhardt habe ihm gesagt, dass der Sänger auf eigene Faust ein neues Wolfsheim-Album aufnehmen solle.

Vorsätzliche Vernachlässigung?
Seit Januar 2008 versucht Reinhardt vor Gericht durchzusetzen, dass Heppner aus der Wolfsheim GbR ausgeschlossen wird, weil er das gemeinsame Projekt Wolfsheim aufgrund seiner Soloaktivitäten vernachlässige. In diesem Punkt liegt die Entscheidung nun beim Hanseatischen Oberlandesgericht.
"Heppner verbreitet ungeniert sein Soloalbum"
"Misslich an der eingetreten Situation ist, dass Peter Heppner sein Soloalbum ungeniert verbreitet und dazu Interviews gibt, während ich mit dem von mir seinerzeit ins Leben gerufenen Projekt Wolfsheim bis auf Weiteres auf Eis gelegt bin, da ich zunächst die Auseinandersetzung mit Peter Heppner abschließen muss", teilt Reinhardt mit.
Reinhardt will insbesondere rechtliche Klarheit darüber haben, ob er seine musikalischen Visionen auch ohne Heppner weiterhin unter dem Namen Wolfsheim verwirklichen darf. "Nachdem Peter Heppner es vorgezogen hat, seine Songideen solo umzusetzen, obgleich er verpflichtet gewesen wäre, diese Wolfsheim und damit mir ebenso anzubieten, wie ich meine Songideen und Layouts vor drei Jahren Peter Heppner angeboten habe, muss ich wohl abwarten, wie das gerichtliche Verfahren endet", so Reinhardt zum Stand der Dinge.
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LAUT.DE-KRITIK

Am Rande von Mitternacht rettet dich der Flüsterer

Review von 

Schon erstaunlich: Was hat er nicht bereits alles für Nebenprojekte in Angriff genommen, neben seiner eigentlichen Heimat Wolfsheim, dieser Peter Heppner. Kollaborationen mit u. a. Joachim WittPaul Van DykSchiller - doch eine gänzlich eigene CD war in all den Jahren noch nie darunter. Bis jetzt, woran gewiss auch der Disput mit seinem bisherigen Partner Markus Reinhardt seinen Anteil besitzt. Bahnbrechende Überraschungen in der Umsetzung seiner Eigen-Ambitionen bleiben indes aus: Heppner wandelt nicht auf artfremden Stil-Pfaden. Wozu auch? "Solo" fügt sich vielmehr rund und angenehm ins eigentliche Wolfsheim-Umfeld ein.
Ein wenig von Gaston Leroux' Erik, dem tragischen Phantom der Oper, hat Heppners Porträt auf dem CD-Cover schon: Die eine Gesichtshälfte von einem Tuch verdeckt, schaut dafür umso eindringlicher sein verbliebenes Auge dem Betrachter scharf fixierend ins Gesicht. Doch Peter Heppner verlangt nicht nach einer verzauberten Christine Daaé als Muse für seine Kunst - seine einzigartige, charismatische Stimme benötigt von jeher kein ergänzendes Medium. Und natürlich taugt der Sänger nicht zum rachsüchtigen Phantom - er verbleibt lieber in der Rolle des tröstlichen Flüsterers im Dunkeln.
Entwarnung also schon in den ersten Anklängen des zurückhaltend inszenierten Alben-Openers "Easy": Das ist eindeutig Peter Heppner-Sound in vertrauter Stilistik. Ausgelassene Heiterkeit war niemals ein Markenzeichen des Künstlers Doch mit der Single-Auskopplung "Alleinesein" gelingt Heppner ein Schlag gegen alle Klischees: Musikalisch geradezu mit heiteren Purzelbäumen ausgestattet, von flirrenden und leuchtenden Synthie-Kaskaden flankiert, tanzt der Song in unwiderstehlicher Manier durch die kalt glitzernde Starre eines - einst mit Goethes Erben besungenen - Glasgartens. Freilich: In den Lyrics schwingen sie stets mit, die dunklen Schatten, und vergessen ihre Aufgabe nicht.
Und so dominieren überwiegend Moll-Akkorde das Album, etwa in "Suddenly" oder dem unwiderstehlichen "Being Me", das mit seiner herzgreifenden Hookline hoffnungsvolle Morgensonnen-Strahlen über düstere Horizonte sendet. Ein Song wie "Vorbei" schließt nahtlos an vergangene Wolfsheim-Prunkstücke wie "Kein Zurück" an. Die "Künstlichen Welten" sind noch immer da, lauern und bedrohen nach wie vor, doch was können sie gegen den Schmelz und die bewegende Wahrhaftigkeit von Heppners Stimme ausrichten? Nichts bleibt ihnen übrig als der Rückzug, wenn der Sänger "Walter (London Or Manchester)" anruft, und mit dem schwelgerischen "Wherever" entgültig zum siegbringenden Schlag gegen die nimmermüden, nimmersatten Mächte der Finsternis ausholt.
Das Prinzip Hoffnung schwebt selbst durch dunkelste Akkorde und entführt auf sanften Synthie-Wogen vorbei an samtenen Vorhängen aus verwehten Techno-Klängen zurück ins rettende Licht. "Solo" tänzelt gefühlstrunken durch die Widrigkeiten der Welt, der Seele, des Herzens - doch wenn du stolpern solltest, sei ohne Furcht. Peter Heppner ist schon da, ergreift deine Hand, bevor du tatsächlich rettungslos hinabstürzt in unergründliche, schwarze Tiefen, an jenem unbarmherzigen und entgültigen Rande jenseits von Mitternacht.

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