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Donnerstag, 26. Februar 2015

Schwierige Frauen: Käthe Dorsch (die Ohrfeigerin) // 1908 bis 1911 Operettensoubrette in Mainz



Erinnerung an ein enfant terrible des Theaters


Käthe Dorsch 1946
Die Schauspielerin Käthe Dorsch war von 1908 bis 1911 als Opernsoubrette am Stadttheater Mainz engagiert. Die später als enfant terrible des Theaters bekannt gewordene Künstlerin wurde am  29. Dezember 1890 in Neumarkt in der Oberpfalz geboren. Gestorben ist sie am 25. Dezember 1957 in Wien. Katharina Dorsch war das Kind des Lebkuchengehilfen Christoph Dorsch und seiner Ehefrau Magdalena Dorsch geborene Lindl. 1893 zog die Familie Dorsch von Neumarkt nach Nürnberg, wo der Vater bereits 1901 starb. Bereits während des Schulbesuchs erhielt sie Klavierunterricht und sang im Extrachor des Stadttheaters Nürnberg bei einer Aufführung von Die Meistersinger von Nürnberg.
Ihre erste große Rolle als Ännchen in Max Halbes Drama Jugend erhielt sie als Einspringerin für eine erkrankte Kollegin. Ungeachtet ihrer eigentlich ablehnenden Haltung gegen die Operette und aus rein wirtschaftlichen Gründen entschloss sich Käthe Dorsch 1908 zum Engagement als Operettensoubrette in Mainz. Es folgten ab 1911 Engagements in Berlin am Neuen Operettentheater, am Residenztheater, am Lessingtheater, am Deutschen Theater und am Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. 1927 wechselte Käthe Dorsch sie als Schauspielerin nach Wien und spielte dort vor allem am Volkstheater. 1936 holte sie Gustaf Gründgens ans Staatstheater Berlin. Von 1939 bis zu ihrem Tod war sie Mitglied des Burgtheaters.
1913 begann ihre Karriere als Filmschauspielerin mit einer Nebenrolle in dem Stummfilm “Wenn die Taxe springt”. Bis 1921 wirkte sie in mehreren Stummfilmen mit.  Ab 1931 spielte sie in den ersten Tonfilmen bedeutende Frauenfiguren wie Maria Theresia in “Trenck”, der Pandur und Caroline Neuber in “Komödianten”.
1920 heiratete sie ihren Filmkollegen Harry Liedtke, von dem sie sich jedoch nach einigen Jahren wieder scheiden ließ. Ihre zeitweilige enge Beziehung zu ihrem Jugendfreund Hermann Göring nützte sie für Interventionen zugunsten „rassisch“ bedrohter oder politisch verfolgter Kollegen (Ludwig Berger: Käthe Dorsch. Berlin 1957; Werner Finck: Der brave Soldat Finck. Berlin 1975, S. 27).
1946 ohrfeigte Käthe Dorsch den Berliner Kritiker und Philosophen Wolfgang Harich. 10 Jahre später lauerte Käthe Dorsch, am 13. April 1956, dem österreichischen Theaterkritiker Hans Weigel vor dem Café Raimund, vis-à-vis vom Wiener Volkstheater auf, verabreicht ihm zwei schallende Ohrfeigen und beschimpft ihn als “Dreckskerl” und als “Dreckfink”. Grund für diese Tat der Käthe Dorsch war Weigels Kritik zu einer Burgtheateraufführung von Christopher Frys Komödie “Das Dunkel ist licht genug”. Darin hatte Weigel geschrieben: “Alles, was erlebt sein sollte, blieb Andeutung – wie Stars oft auf Verständigungsproben sind oder bei der 300. Vorstellung.” In dem Prozess Weigel gegen Dorsch wurde diese zu einer Geldstrafe von 500  Schilling (ca. 36 Euro) verurteilt, hilfsweise 3 Tage Arrest.
Am 25. Dezember 1957 erlag Käthe Dorsch im Alter von 67 Jahren in einer Wiener Klinik einem Leberleiden. Ihren Nachlass widmete sie der Errichtung einer „Stiftung zur Unterstützung von bedürftigen Angehörigen künstlerischer Berufe“ (Käthe-Dorsch-Stiftung in Berlin-Charlottenburg).

(Quelle: Theaterfreunde Mainz)

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