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Dichterhain, Bände 1 bis 4

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Dichterhain, Bände 5 bis 8

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Samstag, 27. Juli 2013

Roman: Alfred Franz Dowrak - „Wer Liebe mit Eifer sucht" (Leseprobe 1)

Alfred Franz Dowrak: Leseprobe aus seinem Liebesroman „Wer Liebe mit Eifer sucht" (Teil 1, Teil 2 +3 folgen), E-Book bei Amazon

Als ich am letzten Arbeitstag abends tropfnass meine Haustür aufsperrte, klingelte plötzlich mein Smartphone. Hastig zog ich die Jacke aus und blickte aufs Display. Der Vampir-Makler-Avatar. Was wollte die Moldenhauer noch so spät? Ich drückte auf Annehmen und meldete mich mürrisch: »Frau Moldenhauer, was gibt`s?«
Doch anstatt Frau Moldenhauers rauchige Stimme zu hören, erreichte mich dies:
»Hier Sibylle Fahrenholz!«
Sibylle Fahrenholz! Ich begann zu Schnappatmen. Die Beine wurden weich, ich musste mich setzen.
»Herr Ambach, sind sie noch dran?«
In der Aufregung hatte ich vergessen zu antworten.
»Ich, ich bin nur pitschnass.«
Ich Vollpfosten, was zum Teufel soll das die Fahrenholz interessieren.
»Soll ich später anrufen?«
Hilfe, was soll ich nur machen? Cool bleiben!
»Nein, passt schon!«
»Ähm, wie soll ich jetzt am besten beginnen!?«
Das sind ja ganz neue Töne. Frau Fahrenholz ist unsicher.
Meine Chance, ich wurde frech.
»Am besten von Anfang an!«
Ich hörte sie tief durchatmen. »Gut, ich habe ihr Objekt verschiedenen Bauträgern angeboten und mit einigen die Immobilie besichtigt.«
Freundchen, spiel jetzt bloß den Abgeklärten.
»Ja, das hatte mir Frau Moldenhauer bereits mitgeteilt.«
»Einer würde sich dafür interessieren, allerdings müssten wir die Kosten für den Abriss noch abziehen.«
Ich brauchte Kohle, daher stimmte ich zu.
»Gut, dann machen Sie den Vertrag fertig!«
Je schneller das Ganze abgeschlossen war, desto eher konnte ich sie anbaggern. Doch sie zögerte.
»Es ist nur so, ähm … ich habe noch einen weiteren Interessenten!«
»Ja!?«
»Ja, ich habe entgegen den Vorgaben meiner Chefs eine Annonce geschaltet. Daraufhin hat sich eine Familie mit zwei kleinen Kindern gemeldet.«
Wow, Sibylle Fahrenholz, du bist ja doch ein menschliches Wesen. Meine Sympathiewerte für diese Frau stiegen auf der Skala ins Unermessliche. Und somit mal war meine anfängliche Coolness wieder wie weggeblasen.
»Einziger Haken ist, sie können weniger bezahlen als der Bauträger!«
»Um wie viel weniger?«
»50.000.«
Puh, was sollte ich jetzt darauf antworten? 50.000 Euronen sind ein Haufen Moos. Da kann ich zwei Jahre von leben. Auf der anderen Seite hat sie entgegen der Anweisungen ihrer Chefs gehandelt. Und was am Wichtigsten ist, sie hat menschliche Züge gezeigt. Hat sie etwa gespürt, dass sie mich mit diesem Maklergeschwafel abschreckt?
»Herr Ambach, sind Sie noch dran?!«
»Ja sicher!«
Nun brauchte ich etwas Zeit, um Klarheit für mich zu bekommen.
»Kann ich noch eine Nacht darüber schlafen?«
»Natürlich Herr Ambach, das ist eine wichtige Entscheidung fürs Leben. Doch bedenken Sie, den Bauträger kann ich locker ein paar Tage hinhalten. Nur die Familie wird sich nicht ewig vertrösten lassen!«
»Bis morgen Abend haben Sie meine Entscheidung, Frau Fahrenholz!«
»Gut, dann rufen Sie mich morgen Abend an, welcher Partei ich zusagen soll. Einen schönen Abend noch, Herr Ambach!«
»Einen schönen Abend ebenfalls!«
Als ich aufblickte, schlotterte ich am ganzen Körper. Ob vor Aufregung oder Kälte konnte ich nicht genau definieren. Ich ging ins Bad, zog den Rest der tropfnassen Kleidung aus und stellte mich unter die Dusche. Schock, das Wasser war wider Erwarten eiskalt und wurde auch nicht wärmer. Verdammter Mist, hatte jetzt auch noch der Warmwasserboiler seinen Geist aufgegeben? Ich bin gleich wieder aus der Duschkabine rausgesprungen, habe mich abfrottiert, sofort trocken geföhnt und Vaters alten Daunenmantel übergezogen. Dann das Smartphone rausgekramt und Rikscha angerufen.
»Kennst du dich mit Warmwasserboilern aus?«

Zehn Minuten später stand Rikscha mit seiner Werkzeugtasche in meinem Bad und begann mit einem Schraubenzieher an der Abdeckung des Boilers herumzuschrauben. Er hob die Abdeckung an, Kabel kamen zum Vorschein. Er nesteltet ein Messgerät aus seiner Werkzeugtasche, wollte, wie er mir fachmännisch mitteilte, prüfen, ob Spannung anläge.
Das soll er bei mir mal messen, da liegt eine Riesen(an)spannung an.
Rikscha schüttelte mit dem Kopf.
»Keine Spannung da! Wo sind bei dir die Sicherungen?«
Meine Sicherungen sind im Kopf, wegen der Fahrenholz leider alle durchgebrannt.
»Im Keller!«
»Gibt es dort unten Licht oder brauche ich ne Taschenlampe?«
»O. k., das Haus ist zwar alt, aber nicht Jungsteinzeit!«
Rikscha grinste und ging zur Tür, die zum Kellerabgang führte.
»Ach, da haben wir ja den Schalter.«
Eine 15-W-Funzel beleuchtete schwach die Treppe. Aber unten blieb der Keller dunkel.
»Links neben der Tür ist der andere Lichtschalter für unten », ergänzte ich beinahe schuldbewusst.
»Und ich dachte, ich müsste jetzt eine Fackel anzünden und mich mit dem Buschmesser durch meterdicke Spinnweben schneiden«, blaffte Riksc»Pass auf, dass dich kein Säbelzahntiger aufschlitzt«, konterte ich spaßig.
Unten angekommen schaltete Rikscha das Kellerlicht an. Vorne links hing der alte Sicherungskasten an der Wand. Rikscha schüttelte den Kopf und meinte flapsig: »Elektrojungsteinzeit, Schraubsicherungen!«
»Na und!«
»Hat doch schon seit 40 Jahren jeder Haushalt Kippsicherungen!«
Wie sich auf meine Nachfrage hin herausstellte, hatte Rikscha auch schon mal als Elektrohelfer auf dem Bau gearbeitet. Daher also sein ›profundes‹ Fachwissen.
»Hast du Ersatzsicherungen?«
Ich zuckte mit den Schultern: »Weiß nicht … nö!«
Rikscha verdrehte die Augen und tippte auf eine andere Sicherung: »Kochst du heute noch?«
Jetzt verdrehte ich die Augen und grinste: »Nö, lass mir ne Pizza kommen.«
Rikscha schraubte die Sicherung für den Herd raus, und drehte sie in die Lücke für den Warmwasserboiler, wartete einen Moment und meinte dann zufrieden: »Gut, bleibt drin!« Dann wischte er sich demonstrativ die Hände aneinander, als wolle er imaginären Dreck und Staub abstreifen. »In ’ner halben Stunde kannst du duschen.«
Als wir dann kurze Zeit später bei einem Bierchen im Wohnzimmer saßen, kam Rikscha auf den Job zu sprechen: »Und ist Rikschafahren was für dich?«
Mich fröstelte bei dem Gedanken, von früh bis spät in der Eiseskälte rumzugurken.
»Ähm, eher nicht!«
Rikscha blickte mich leicht enttäuscht an.
»Wär halt schön gewesen, wir beide …«

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