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Freitag, 30. November 2012

Fantasien zur Nacht: BUTTERFLY von Ute Annemarie Schuster

Art-by-Joy     (c) Reiner Helmrich







































Butterfly

Die Zartheit Deiner weichen Flügel,
das Zittern, das mir Sorge macht.
Ich habe Angst Dich zu verletzen,
so wie ich es schon oft gemacht.

Die Sanftmut Deiner schönen Augen,
das Beben, um den weichen Mund.
Ich habe Angst Dich zu verletzen,
doch fand ich immer einen Grund.

Die Schönheit Deines ganzen Wesens,
das Lächeln, das mir Flügel schenkt.
Doch hab ich Angst Dich zu verletzen,
weil Eifersucht mein Denken lenkt.

© Ute AnneMarie Schuster

Ebenfalls heute Abend in Neunkirchen: Lemke - Nendza - Hillmann ( Jazz)

Heute Abend in der Stummschen Reithalle Neunkirchen, 20:30 Uhr:

Das Trio Lemke - Nendza - Hillmann zeigt neben kreativen, fantasievollen Kompositionen eine immense Dichte im improvisatorischen Zusammenspiel. Moderner urbaner Jazz verschmilzt mit Elementen aus ethnischer Musik zu einer eigenständigen Klangsprache. Ihre Musik gewinnt vom Aufeinanderprallen der unterschiedlichsten stilistischen Elemente und lebt von Allianzen zwischen kantigem Jazz und lyrischen Klanglandschaften. Höhepunkte ihrer zahlreichen Konzerte waren die Auftritte bei der German Jazz Night im Rahmen der jazzahead! 2011 und dem Vive le Jazz-Festival 2011. André Nendza erhielt zudem den Echo Jazz 2012 in der Kategorie „Instrumentalist des Jahres national Bass“. Mit ihrem aktuellen Programm gehen Lemke - Nendza - Hillmann ihren Weg konsequent weiter und werden ihr Publikum auch „live“ unterhaltsam, kurzweilig und doch anspruchsvoll „in ihren Bann ziehen“ (Rheinische Post).

Besetzung: Johannes Lemke (Saxophon); André Nendza (Bass) & Christoph Hillmann (Drums & Percussion)


trialingvo.de

Ab heute Abend in Neunkirchen: JEDERMANN (Musical)


Text und Regie: Ellen Kärcher und Dieter Meier

Musik: Francesco Cottone, Andreas Puhl, Amby Schillo


Premiere am 30. November 2012

weitere Vorstellungen: 1./2./4./5./7./8. und 9. Dezember jeweils um 20.00 Uhr

Gebläsehalle Neunkirchen

 Tickets unter 0231-9172290 oder www.proticket.de

Heute Abend im Bergzaberner Land: Falk Zenker und Freitagskrimi


20.30 Uhr Musikantebuckl Oberotterbach
Falk Zenker – Die magische Gitarre
Fantasievolle Klangmalerei zwischen Mittelalter, Klassik, Flamenco und abgedrehter Weltmusikmoderne. Mit seiner innovativen Mischung aus virtuosem Gitarrenspiel mit spanischem Flair, spontanen Improvisationen, raffiniertem Livesampling und seinem charmanten Entertainment hat sich Falk Zenker in der obersten Liga der deutschen Gitarrenszene einen vielbeachteten Namen erspielt.
Das Publikum kann bei magischen Klängen voller Fantasie, Rhythmus und Imagination seine Gedanken auf Reisen gehen lassen und dabei einem Virtuosen zuschauen, der mit Händen und Füßen leidenschaftlich musiziert.
Eintritt 11,00 EUR, Tel. 0 63 42 / 2 40 oder 01 52 – 02 137 459

20.00 Uhr Freitagskrimi im Hotel Petronella
mit Gina Greifenstein – Kurze Krimis – 1 Glas Pfälzer Wein + Leckeres für den kleinen Hunger – Tatort: Hotel Petronella, Kurtalstraße 47, 76887 Bad Bergzabern, Tel. 06343 / 700110, Schutzgebühr: 18,00 Euro

Betroffene gesucht


netzwerkB wurde von der Redaktion “Menschen bei Maischberger ”gebeten,
folgende Suchanzeige zu veröffentlichen. Ich multipliziere das hier:


Die Talkrunde “Menschen bei Maischberger” im ARD sucht für Dienstag, den
11. Dezember 2012 eine Frau, die Opfer sexueller Belästigung von
Vorgesetzten am Arbeitsplatz wurde.
Weitere Informationen auf unserer Homepage unter
http://netzwerkb.org/2012/11/27/menschen-bei-maischberger-sucht-opfer-sexueller-belastigung-von-vorgesetzten-am-arbeitsplatz/

Heidis Gedichtetipps : LASST UNS von Rose Ausländer


Laßt uns

Laßt uns sein
was wir sind

Poeten

Laßt uns
unsern Wortwillen
unsere Gesinnung

Gebt unsern Worten
nicht
euren Sinn

Laßt uns
in unserm Zeitnichts
traurig oder selig sein

ihr hart-herzigen
Verteidiger der Vernunft


(c) Rose Ausländer

Donnerstag, 29. November 2012

Wort zur Woche von Severin Groebner (Kabarettist)





Liebe Mitmenschenskinder! 

 Heute schreiben wir den 21.11. 2012 und natürlich ist uns allen klar, daß in einem Monat die Welt untergeht. Sowieso. Ganz bestimmt! Und wer die Zivilbevölkerung in Gaza, Israel, im Kongo, Somalia oder in Syrien fragt, der erfährt auch, wie sich das in etwa anfühlen wird. Aber Gott sei Dank gibt es in Mitteleuropa noch Kräfte, die wissen, was gut für uns alle ist. Nein, nicht der Verfassungsschutz. Der schreddert lieber interessante Akten und weiß sonst nichts, sofern man ihm nicht das Gegenteil beweisen kann. Schriftlich. Mit Akten. Die er natürlich gleich gern wieder schreddern würde. Nein, ich meine natürlich: Die CSU. Diese grundsympathische Partei hat nicht nur auf ihrem Parteitag klar gemacht, daß man eigentlich nur glücklich sein kann, wenn man vom größten Horst aller Horstens (oder Hörster? Horstensien?)... also wenn man vom größten Horst aller Zeiten regiert wird, sondern die weiß auch, was die Zuschauer des ZDF interessiert - und was nicht. Der Parteitag bayrischen SPD zum Beispiel, der interessiert wirklich niemanden. Deshalb muss man auch gar nicht darüber berichten. Wie? Pressefreiheit? Jaja, schon, wenn man mal wieder in China mahnend den Zeigefinger erheben will, aber zu Hause? Geh, des hamma do no nie wirkli braucht... trink man noa Hoibe! Oans, zwoa... Überhaupt Informationen und Öffentlichkeit. Da hat auch die bayrische Justizministerin Merk ihre ganz eigene Methode. Wenn etwa jemand sagt, in einer Nürnberger Bank wird systematisch Geld am Fiskus vorbei ins Ausland geschafft, also klassische Steuerhinterziehung betrieben, dann wird dieser Mensch... in die Psychatrie verfrachtet. Also, der der sowas öffentlich macht, und nicht der, der hinterzieht. Logisch! Man muss doch in Ruhe sein Geld illegal am Staat vorbeischmuggeln dürfen. Deswegen hat man auch eine Justizministerin, die solche Vorgänge vor dem Zugriff der Justiz schützt. Mit Einweisungen in die Klapse. Das sind gute, alte Methoden, die der historisch interessierte Mensch noch aus der Sowjetunion kennt. 


 Der Begriff „Merkwürdig“ bekommt da einen ganz neuen Beigeschmack. Aber, keine Sorge, wir Wähler sind ja Volldeppen und werden uns das sicher nicht bis zur kommenden Wahl merken. Dabei wählt ja meine Wenigkeit nur in Österreich. Und nicht in Ungarn. Aber in Ungarn darf bald sowieso nicht mehr jeder wählen. Der Herr Orban macht‘s möglich: Denn wer krank oder arm ist oder sich aus anderen Gründen nicht vor der Wahl auf eigene Kosten registrieren lassen kann, der wählt einfach nicht. Ja, wo kommen wir denn auch hin, wenn die Armen auch noch wählen dürfen. Das muss doch nicht sein. Dabei ist der Herr Orban natürlich ein lupenreiner Demokrat, da ihm ja schon der Herr Strasser der ÖVP vor ein paar Jahren für seinen „Kampf gegen den Kommunismus“ gedankt hat. Und wer könnte die Worten des Herrn Strasser anzweifeln, schließlich ist der Mann ein ehemaliger österreichischer Innenminister und per Video überführter Gesetzesverkäufer. Obendrein ein ÖVPler und die Volkspartei ist bekanntlich eine Truppe, die die Sauberkeit und Transparenz in der Politik erst erfunden hat. Vor allem nachdem sie zusammen mit der SPÖ, der FPÖ und dem BZÖ den parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss erfolgreich abgewürgt hat. Aber egal, das merkt sich auch keiner bis zur Wahl nächstes Jahr. Und wir singen alle: Glücklich ist, wer vergisst, was ja nicht zu ändern ist. Was ist also sonst noch passiert? George Lucas hat seine Rechte an Star Wars Disney verkauft, was wohl bedeutet, daß in den kommenden Krieg-der-Sterne-Filmen der Imperator gegen Bambi und Britney Spears antritt. „Bambi, ich bin dein Vater!“ - „Nein, der ist ein Hirsch, deswegen bin ich auch ein Reh“. Wem das alles zuviel wird und sich nun denkt „Nichts wie weg!“, dem sei gesagt: es gibt Hoffnung! Ein - wahrscheinlich - belebbarer Planet wurde entdeckt! Schlappe 41 Lichtjahre entfernt. Also, wenn man sich nur ein bißchen Zeit lässt und hin und wieder zurück fliegt (mit dem Darth-Vader-Shuttle-Service, dessen Besitzer jetzt aussieht wie Goofy) kommt rechtzeitig zum 300. Geburtstag von Richard Wagner wieder. Denn nächstes Jahr ist der 200. und damit Richard-Wagner-Jahr. Oder wir haben Glück und es geht vorher doch noch die Welt unter. Und bis dahin spiel ich auch noch ein bisschen, um dem Fiasko ein Lächeln abzuringen, mein absolut völkerverständigendes Programm

„Servus Piefke“.
Besprechung von Servus Piefke! bei viereggtext



Kurt-Wolff-Preis 2013 für den Wallstein Verlag


Der Kurt-Wolff-Preis 2013 geht an den Wallstein Verlag, der seit gut einem Vierteljahrhundert in sorgfältigen und gestalterisch anspruchsvollen Editionen die deutsche Literatur seit dem 18. Jahrhundert mit der Zeit- und Wissenschaftsgeschichte verknüpft und zugleich der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur eine herausgehobene Plattform bietet.

http://wallstein-verlag.de/

Der Kurt-Wolff-Förderpreis geht an den Berliner Verlag binooki, der sich facettenreich und mit großer Lust an Entdeckungen der türkischen Literatur annimmt und dabei demonstriert, wie sich türkische und deutsche Kultur ganz ohne Klischees miteinander in Verbindung bringen lassen.

http://binooki.com

Der Hauptpreis ist mit 26.000 EUR dotiert, der Förderpreis mit 5.000 EUR.
Die Kurt Wolff Stiftung dankt dem Staatsministerium für Kultur und Medien für die Unterstützung.

Die Jury der Preisvergabe ist das Kuratorium der Kurt Wolff Stiftung; dessen Zusammensetzung finden Sie auf unserer Website.

http://www.kurt-wolff-stiftung.de/index1.htm

Die Preisverleihung findet am 15. März 2013 um 13 Uhr auf der Leipziger Buchmesse statt (Berliner Zimmer), die Laudatio hält Maja Haderlap.

Und noch ein Hinweis auf zwei Daten: Im Februar 2013 würde der Kurt Wolff Verlag 100 Jahre alt, und der 21. Oktober 2013 ist Kurt Wolffs 50. Todestag.

Bisherige Preisträger:
2012: Dem Verlag Das Wunderhorn aus Heidelberg wurde 2012 der mit 26.000 Eurodotierte Kurt-Wolff-Preis zuerkannt. Mit dem Förderpreis wurde die
Literaturzeitschrift BELLA triste aus Hildesheim geehrt. Die Laudatio hielt
Ulrich Greiner (Die Zeit).

2011: Der Berliner Transit Verlag ist Träger des Kurt Wolff Preises.
Den Förderpreis der Stiftung erhielt der Lilienfeld Verlag aus Düsseldorf.
Lothar Müller (Redakteur Süddeutsche Zeitung und Kuratoriumsmitglied der
Kurt Wolff Stiftung) hielt anlässlich der diesjährigen Verleihung die Laudatio.
Die Dankesrede von Rainer Nitsche für den Transit-Verlag können sie hier nachlesen.

2010: Die Kurt Wolff Preise wurden im Rahmen der Leipziger Buchmesse im Berliner Zimmer verliehen.
Lesen Sie die Gründe der Preisvergabe durch die Stiftung hier
Lesen Sie die Laudatio auf Klaus Wagenbach hier
Lesen Sie die Laudatio auf Voland & Quist hier




Die Stiftung

Die Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene wurde am 17. Oktober 2000 von unabhängigen Verlegern und dem damaligen Kulturstaatsminister Dr. Michael Naumann gegründet. Der Name der Stiftung erinnert an den bedeutenden Verleger des deutschen Expressionismus, der von 1887 bis 1963 lebte und mit dem Kurt Wolff Verlag unter anderem in Leipzig wirkte.

Die Stiftung wurde im Dezember 2000 als gemeinnützig anerkannt und eingetragen. Im Januar des folgenden Jahres konnte sie ihre Arbeit aufnehmen. Seit März 2002 hat die Kurt Wolff Stiftung ihren offiziellen Sitz im Haus des Buches in Leipzig.

Unterstützt wird diese Einrichtung vom Börsenverein des deutschen Buchhandels, von der Bundesregierung, vom Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig.

Das Anliegen der Stiftung, das heißt die Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene in Deutschland, wird auf verschiedene Weise umgesetzt, unter anderem durch: Die regelmäßige Verleihung des Kurt Wolff Preises in Höhe von 26.000 Euro auf der Leipziger Buchmesse für das Lebenswerk, für das Gesamtschaffen oder ein herausragendes Verlagsprogramm eines deutschen oder in Deutschland ansässigen unabhängigen Verlegers.

Die Vergabe von Auszeichnungen für vorbildhafte Einzelprojekte von deutschen oder in Deutschland ansässigen unabhängigen Verlegern in Höhe von 5.000 Euro, die für die Vielfalt in der Literatur einen besonderen Beitrag leisten.

Die Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Einrichtungen im In- und Ausland, vor allem aus dem Verlagswesen, dem Buchhandel, Bibliothekswesen sowie mit Schriftstellern, Künstlern und Journalisten.

Die Herstellung internationaler Kontakte, Erarbeitung von Analysen, Konzepten und Empfehlungen sowie politischen Forderungen im Verlagsbereich.

Den Vorstand bilden seit dem August 2010 Monika Bilstein vom Peter Hammer Verlag, Stefan Weidle vom Weidle Verlag (Vorsitzender) und Dietrich zu Klampen (zu Klampen Verlag).

Das Kuratorium bilden die Buchhändlerin Renate Georgi (Buchhandlung Kohlhaas & Company), der Rechtsanwalt Joachim Kersten (Vorsitzender), Antje Landshoff-Ellermann (Landshoff-Entertainment). Dr. Jochen Meyer, ehemaliger Leiter der Handschriftenabteilung im Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Journalist Dr. Lothar Müller von der Süddeutschen Zeitung, Rosa Schmitt-Neubauer als Vertreterin des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Sortimenterin Annegret Schult von der Felix Jud GmbH & Co. KG Buchhandlung, und der Leiter des Brecht-Archivs Dr. Erdmut Wizisla.

Morgen Abend in Darmstadt: RICHARD MARTIN & VERA SPILLNER - "TALES AND MUSIC"

ArtistRICHARD MARTIN & VERA SPILLNER:"TALES AND MUSIC"

Neue Geschichten zum Lachen, Staunen zum Schmunzeln

am Fr, 30.11.12, Beginn: 20:30 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr


halbNeun Theater + Sandstr. 32 + 64283 Darmstadt  + Tel.: 06151 23330 (AK)


I'll tell you a tale! - kündigt Storyteller RICHARD MARTIN seit 15 Jahren seine Geschichten auf der halbNeun Theater Bühne an: jedes Jahr gibt es ein neues Programm mit neuen Geschichten zum Lachen, zum Schmunzeln, zum Staunen.
Natürlich sind alle seine Erzählungen wahr - sonst würde Richard sie nie erzählen!
Der Engländer RICHARD MARTIN begeistert durch seine unnachahmliche Kunst des Erzählens und führt sein Publikum durch (fast) alle Höhen und Tiefen menschlicher Empfindungen.

Auch in diesem Jahr wird er von VERA SPILLNER virtuos auf Blockflöten und Violine begleitet.
Gäste, die RICHARD MARTIN zum ersten Mal erleben, sind stets positiv überrascht, wie leicht die englische Sprache aufgrund seiner außergewöhnlichen Erzählweise zu verstehen ist.
RICHARD MARTIN erzählt nicht nur in ganz Deutschland, sondern inzwischen auch weltweit, von Asien bis Amerika seine Geschichten. Aber das Heimatpublikum im halbNeun Theater ist für ihn immer noch das Beste - und das ist wahr!

Dichterhain: DEIN KUSS von Ute AnneMarie Schuster


















Dein Kuss

Dein Kuss ist süßer als der Blütenhonig,
den ich im Traum gekostet hab.

Dein Mund viel sanfter als die Sternendecke,

die meinem Körper Wärme gab.

Die Lippen zarter als Papiliofalter,

die schweben durch den Fliederbaum.

Mit wachen Augen nehm ich dich gefangen,
befreie uns aus unserem Traum.

(c) Ute AnneMarie Schuster, Weiz. Aus: Ein Lächeln für die Liebe

Mittwoch, 28. November 2012

Wie war's bei Thomas Reis' „Gibt’s ein Leben über 40?“


Eine wirklich sehr gute und überzeugende Begegnung war die mit Thomas Reis auf der Bühne des halbNeunTheaters in Darmstadt am 17.11.2012. Als eine »bizarre Mischung aus Kafka, Heine und Gene Kelly« beschrieb die ZEIT ihn, der mit mehr als zehn Literatur-, Kleinkunst- und Kulturpreisen ausgezeichnet wurde. 
Er gründete früh in Freiburg ein Kabarettduo, dann noch einige neue danach und ging 7 Jahre später, 1992, mit seinem ersten Soloprogramm „Als die Männer noch Schwänze hatten“ auf Tour. Das hält er jetzt seit 20 Jahren durch, daneben 3 Jahre eine NDR-Kolumne und seit 2008 die Kolumne “Reis’ Parteitag“ bei der Frankfurter Rundschau. Der gebürtige Freiburger wird nächstes Jahr 50.


In Darmstadt allein auf der Bühne, ohne Musik und ohne Pause 2 Stunden atemlos dichtes Kabarett, scharfzüngige Gags, provokantes Stehgreiftheater und bohrende Grimassen vom Feinsten anlässlich des Programms „Gibt’s ein Leben über 40?“, das sage und schreibe schon 500-mal auf der Bühne war, da es bereits 2003 Premiere hatte und seit dieser Zeit gespielt wird.

Thomas Reis war damals gerade 39/40 und konnte sich diese Frage zu Recht stellen, aber heute? Was ist mit der 50er-Schwelle? Wie wird die ausfallen? Genauso übel, was die Stimmung betrifft? Es ist ja alles Merkel-erfrischend wortkarg im Moment, was soll da schon passieren? Immer diese Pfarrerstöchter, die alles durcheinander bringen, Ensslin, Merkel, Müntefering …;-) Die Politik ist ja schon eine Langzeitzumutung, Schröder sorgte für Stimmung und schaffte es vom Fulltimeschwätzer zum Teilzeitschweizer, Steinbrück dagegen autsch - schon das Buch ein Fragezeichen. Aber auch unsere Bundespräsidenten erschreckend. Der cholerische Köhler, der Schnarchzapfen Wulff, der pädophile Rassist Rau. Bei einem solch illustren Gemisch, ergänzt mit einem asiatischen Findelkind, einem Schwulen, denke man unwillkürlich an den Fallschirmsport, als Empfehlung für die meisten Politiker. 

40 Jahre alt sein, was tun, wenn es so weit ist? Die Feindbilder sind weg, alle vermerkelt. Und die Leute sind dann eben schon alt, da sie ja mit einem altern. Die alten Alten und die jungen Alten, alles alt! Kabarett mutiert zu einer humoristischen Altenpflege, zu einer Selbsthilfegruppe für Alte. Unten kommt nix mehr und oben geht nichts mehr, das ist eben unser demografisches Schicksal. Während die Leute früher starben, fangen sie heute an zu studieren. Heute sind sie auf Inlinern schneller als Essen auf Rädern und der Tod. Es beginnt eine lange Alterungszeit, die sich schon auf Partys hässlich zeigt, das Desinteresse am Mitmensch und Schadenfreude über andere und deren Schicksale. Die Geldanlage ein Flop, denn wer auf die hochgelobte T-Aktie setzte, setzte wieder mal daneben und erhielt so wenig Geld zurück, dass es günstiger gewesen wäre, jahrelang Bier zu trinken und allein durch das Pfand 100 EUR mehr einzunehmen. Also angekommen bei 40, und dann? 

Das Programm ist eine hintersinnige Satire auf das bürgerliche Leben, das hohlen Statussymbolen und Denkschablonen hinterherjagt. Pointe an Pointe, Face to Face, atemlos den Zuschauer fixierend, treibt er uns durch den Nonsens des Tagesgeschehens der jungen Senioren mit 40 ...

Sind wir dann Cordanzug-Rouladen mit Ärmelschonern wie unser Kabarettist auf der Bühne? Brauchen wir Calgon wie die Waschmaschinen? Mist, das hilft nicht ... Es fällt einfach nichts mehr vor, nur die Bandscheiben. Sex findet im Höchstfall wenn, dann nur noch zu zweit statt. (War das früher anders?) Rasenmähen wird zum Extremsport, das Häuschen pflegen zur Pflichtkür.

Ganz übel die Kinder, die mit 20 statt die Altstadthäuser das Elternhaus besetzen, wie der eigene Filius, der gar nicht mehr zur Tür rausgeht. Ein Meisterdialog zwischen Vater und Dennis, dem lahmarschigen, völlig gelangweilten und downgecoolten Sohn, der Papa zur Weißglut bringt. Auch die Beziehungsprobleme zu Frauen (meist die eigenen) nehmen überhand, sie brauchen den klaren Kommandoton …, der mir übrigens am Vorabend bei Severin Groebner auch begegnete, jetzt aber! Ist die Lizenzgebühr bezahlt?
Wenn gar nichts mehr geht, nur Alpträume von Ulla Schmidt trampend mit der Kettensäge, Geisterfahrer auf der A5, Banküberfällen in Unterhosen, dann eben die Kur bei Dr. Rosenstolz, Lebenslust pur aus Geilenkirchen. Nur Mut, der tägliche Wahnsinn geht weiter!


Ich habe selten einen so bissig-dichten Abend ohne Atempause, mit viel Selbstpräsenz und schauspielerischem Können erlebt und bin gespannt auf seine weiteren Programme. 

Regionalevent-Potpourri von 28.11. bis 30.11.2012


„The Italien Job" Das Konzert von Antonio Siena und Nils Becker. Mi., 28.11., Einlass 19 Uhr, Schatzkistl, Mannheim,    www.schatzkistl.de
„Mika & Rino: Der Zauberlehrling" Das Theaterstück für Kinder ab fünf Jahren. Fr., 30.11., 16 bis 17 Uhr, Stadtbibliothek, Bad Kreuznach.    www.bad-kreuznach.de
„FAUSTkampf" Ein Monolog unter Verwendung von Goethe. Fr., 30.11., 20 Uhr, Sparte4, Saarbrücken.    www.sparte4.de
Weihnachtsmarkt mit einer Winter-Cocktail-Bar, Live-Musik sowie einem Kinderkasperltheater.Fr., 30.11., 18 bis 22 Uhr, und Sa., 1.12., 15 bis 21 Uhr, Innenhof des Schlossgutes Schmitt, Guntersblum.    www.gewerbetreibende-guntersblum.de
"Freitags um 6" Das Kammerkonzert mit der bekannten Solistin Antje Weithaas (Violinie). Fr., 30.11., 18 Uhr, CongressForum, Frankenthal.    www.congressforum.de

Heute Mittag um 15 Uhr in Mutterstadt: Schneewittchen für Kinder

Mittwoch, 28. November 2012, 15:00 Uhr
Palatinum + Bohligstr. 1 + 67112 Mutterstadt
Telefon: 06234-927050
Telefax: 06234-9270530
E-Mail: palatinum-mutterstadt@t-online.de
Internet: www.palatinum-mutterstadt.de

Schneewittchen


Nach den großen Erfolgen mit „Dornröschen“ und „Die kleine Meerjungfrau“ wurde auch diesmal bewusst ein klassisches, traditionelles Märchen gewählt. Auch die heutigen Kinder lassen sich vom Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ faszinieren, vom Konkurrenzkampf der heranwachsenden Tochter und der älter werdenden (Stief-)Mutter, von den Gefahren auf dem Weg zum Erwachsenwerden, die auch Schneewittchen zu bestehen hat, weil sie nicht auf die Warnungen der Zwerge hört. Kinder spüren, dass die Märchen Themen ansprechen, die sie betreffen, die ihnen auf indirekte Weise helfen, ihre Entwicklungsprobleme zu lösen. Deshalb lieben und brauchen Kinder Märchen, auch heute. Märchen bleiben immer modern. Zwei der sieben Zwerge werden aus den Reihen des Ensembles besetzt, die anderen fünf Zwerge werden - in bewährter Praxis der Musikbühne Mannheim- von Zuschauerkindern gespielt werden. Dabei werden die Zwerge ein leichtes Liedchen zu singen haben, wenn sie von ihrer Arbeit im Berg heim- und morgens wieder fortmarschieren. Auch einige Waldtiere werden von Zuschauerkindern gespielt.

Kinder 8,-- € / Erwachsene 12,-- €

Wissen Sie's noch? DIE LEISTUNGEN EINER 100 JAHRE ALTEN BUCHE von Marita Gerwin


Leistungen einer 100 Jahre alten Buche


Diese etwa 100 Jahre alte Buche sollten Sie sich etwa 20 Meter hoch und mit 20 Meter Kronendurchmesser vorstellen. Mit mehr als 600.000 Blättern verzehnfacht sie ihre 120 m² Grundfläche auf ca. 1200  Blattfläche. Durch die Lufträume des Blattgewebes entsteht eine Gesamtoberfläche für den Gasaustausch von etwa 15 000   also von zwei Fußballfeldern!

9400 Liter =18 Kilogramm Kohlendioxyd verarbeitet dieser Baum an einem Sonnentag.

Bei einem Gehalt von 0,03 Gramm Kohlendioxyd in der Luft müssen ca. 36 000 m³ Luft durch diese Blätter strömen. Die in der Luft schwebenden Bakterien, Pilzsporen; Staub und ähnliche schädliche Stoffe werden dabei ausgefiltert. Gleichzeitig wird die Luft angefeuchtet, denn etwa 400 Liter verbraucht und verdunstet der Baum an demselben Tag. Die 13 Kilogramm Sauerstoff, die dabei vom Baum durch die Fotosynthese als Abfallprodukt vom Baum gebildet werden, decken den Bedarf von 10 Menschen.

Außerdem produziert der Baum an diesem Tag 12 Kilogramm Zucker, aus dem er alle seine organischen Stoffe aufbaut. Einen Teil speichert er als Stärke, aus dem anderen Teil baut er sein neues Holz.

Wenn der Baum nun gefällt werden soll, weil eine Straße neu gebaut wird, oder weil sich jemand beschwert, dass der Baum zu viel Schatten wirft, oder ausgerechnet dort ein Geräteschuppen hin soll, so müsste man etwa 2000 junge Bäume mit einem Kronenvolumen von jeweils 1  pflanzen, wollte man ihn vollwertig ersetzen.

Die Kosten dafür würden etwa 150.000 Euro betragen. Ein spannende Rechnung, oder?

(c) Marita Gerwin, Arnsberg

Dienstag, 27. November 2012

Samstagabend in Mutterstadt: Galanacht der Travestie

Samstag, 1. Dezember 2012, 20:00 Uhr
Palatinum + Bohligstr. 1 + 67112 Mutterstadt


Telefon: 06234-927050
Telefax: 06234-9270530

E-Mail: palatinum-mutterstadt@t-online.de
Internet: www.palatinum-mutterstadt.de
Die Galanacht der Travestie




Vollkommene Stille herrscht – Spot an – die Spannung steigt – Vorhang auf für die "Galanacht Der Travestie!"
Es wird nicht zu viel verraten, aber so viel sei als Vorankündigung für dieses Revue-Ereignis der Extraklasse gesagt: Ein prächtiges Bild aus Gesang, Tanz und Show erwartet Sie, gemalt von edlen Herrendamen, welche die Kunst der Verwandlung aufs Allerfeinste beherrschen. Die charmanten Diven entführen Sie in eine glitzernde Welt: Üppige Kostüme, perfektes Make-up und eine strahlende Lightshow geben diesem Event den einzigartigen Rahmen.
Exquisite Soloauftritte der ausnahmslos deutschsprachigen Künstler wechseln sich ab mit Showbildern der gesamten Gruppe. Erleben Sie live und hautnah herrliche Parodien aus der Welt der Stars. Eine pikante Mischung aus Comedy vom Feinsten und überraschenden Interpretationen populärer Songs wird das Publikum von Lachsalve zu Lachsalve tragen. Humor auf hohem Niveau, aber auch leise Töne und Nachdenkliches klingen an und geben diesem Show-Highlight die Tiefe, die es verdient. Ein Hauch von Pariser Lido liegt in der Luft!
Lassen Sie sich berühren, betören und entführen in eine Welt voller Charme, Witz und Erotik.
Eine glamouröse Revue voller Highlights, die das Publikum mitreißen wird.


37,50/ 34,50/ 31,50 /27,50 €

Benefiz-Auktion endet am 30.11.2012


Bis 30.11.2012 sind in meiner GALLERIA ARTISTICA noch die Werke von Gabriele Springer zu sehen und käuflich zu erwerben.  

Der Endspurt zur Benefiz-Auktion - der Meistbietende erhält das Werk LIEBE DER FRAUEN von Gabriele Springer - läuft. Am 30.11. endet auch die Versteigerung.

Der Erlös geht in voller Höhe an den HORIZONT e.V., der sich um obdachlose Frauen und Kinder kümmert, deren Zahl in Großstädten zunimmt.

Die beliebtesten Gedichte der Kalenderwoche 47

Die Besucher hat besonders angezogen die Gedichte ("Das Fenster" ist Kurzprosa, Die "Fundstücke" ein Sinnspruch):

1.   Fantasien zur Nacht: NACHTIDYLL von Stefan Vieregg
2.   Dichterhain: DAS FENSTER von Walter Brusius
       Ankes Fundstücke: HANDLE IMMER
3.   Dichterhain: RÄUME von Birgit Heid
        
Fantasien zur Nacht: LUSTSCHMERZ von Saskia Pasión

Diesen Samstag in Obermohr: Adventsallerlei


St. Johannes-Kirche, Obermohr


Aus dem Programm:  

Rudolf das kleine Rentier, Süßer die Glocken nie klingen, It's christmas time, Titanic, Someone like you von Adele, Bethany, Father & Son, War is over, Es ist ein Ros entsprungen, over the rainbow ... Lassen Sie sich überraschen durch neue und ungewöhnliche Interpretationen.


Diesen Freitagabend in Pirmasens: Hörbuchpräsentation und Ausstellung Emmy Hennings


Hugo Ball und Emmy Hennings
"Das Märchen ist zu Ende ..." - Annäherungen an Emmy Hennings
Hörbuchpräsentation und Ausstellung

Freitag, 30. November 2012, 19.00 Uhr - Carolinensaal, Buchsweiler-Tor-Platz, Pirmasens

Eine gemeinsame Veranstaltung der Geschäftsführung Hugo-Ball-Preis, der Hugo-Ball-GesellschaftKarmers und der Edition Apollon.


»Ich finde es unanständig, vorsichtig zu leben, ich kann‘s nicht«, schrieb Emmy Ball-Hennings.
Rastlos, heimatlos, vielseitig begabt, melancholisch und stets selbstreflektierend verdichtete sie ihr Leben als Tänzerin, Schauspielerin, Dichterin, Autorin, Morphinistin, Gelegenheitsprostituierte, Revoluzzerin und früher Bohemien zwischen Berlin, München und Zürich in einer schieren Sucht nach Leben als Abenteuer.
An der Seite Hugo Balls legt sie mit der Gründung des Cabaret Voltaire in Zürich den Grundstein zur Erschaffung des Dadaismus und findet erst Ruhe in der späten Freundschaft zu Hermann Hesse und ihrer selbstgewählten Heimat im Schweizer Tessin.
Der Hamburger Künstler und Regisseur Karmers vollzieht mit dem neuen Hörbuch "Emmy Hennings - Das Märchen ist zu Ende" eine fragmentarische Annäherung an das „Verdichtungswunder“ Emmy Hennings in einer Collage aus Texten, Gedichten und Briefen von und über Emmy Hennings.
Die Vorstellung des Hörbuchs in Pirmasens wird begleitet von der Präsentation des Zeichnungszyklus "Liebe Emmy", der nur an diesem Abend in Pirmasens zu sehen sein wird.
Die Premierenveranstaltung zum neuen Hörbuch, das im Herbst 2012 erscheint, und zur Ausstellung "Liebe Emmy" ist eine crossmediale Annäherung an eine der schillerndsten Frauenfiguren der Moderne.

___________________
Eintritt: 5 € / ermäßigt 3 €.
Karten: Kulturamt der Stadt Pirmasens, Rathaus am Exerzierplatz, Tel. 06331 - 84 23 52 oderkartenvorverkauf@pirmasens.de

Dichterhain: ORTE 1 - Stadtmarathon von Volker Friebel












Orte

Stadtmarathon
Im einen Ohr
der Sprecher vom Stadtmarathon,
im anderen, hergeweht von den Stufen
der Alten Oper Frankfurt,
die Dixielandkapelle
der Polizei.
Wenn dein Blick hochschweift,
siehst du über der Inschrift
Dem Guten Wahren Schönen“
nur blauen Himmel,
von keinem Ungenügen der Menschen,
von keinem deiner Zweifel berührt.

Aus: Nachricht von den Wolken. Gedichte und Haiku. 2. Ausgabe 2009

Volker Friebel wurde an einem Schneesonntag gegen Ende des Jahres 1956 in Holzgerlingen geboren, mitten in Schwaben. Er ist Psychologe (promoviert) und tätig als Ausbilder, Autor, Musiker. Er lebt in Tübingen.

Montag, 26. November 2012

Buchbesprechung: DIE UNVOLLENDETEN von Reinhard Jirgl

Reinhard Jirgl 
Die Unvollendeten
dtv

»30 Minuten Zeit – mit höchstens 8 Kilo Gepäck pro Person – am Bahnhof sich einzufinden – diejenigen, die gegen diesen Befehl verstoßen, werden nach den Kriegsgesetzen bestraft.« 

Sommerende 1945. Die tschechischen Behörden nehmen ihre Vertreibungen vor, und die deutsche Minderheit flieht aus dem Sudetenland. Vier Frauen – die einzigen Mitglieder einer großen Familie, die den Krieg überlebt haben – stehen im Mittelpunkt: Johanna, deren Töchter Hanna und Maria sowie die siebzehnjährige Enkelin Anna. Ihre Geschichte der Vertreibung, der Verlust der Heimat, die Entwurzelung und das neue Leben in der Fremde – in einem kleinen ostdeutschen Dorf nahe der Zonengrenze – bis in die Gegenwart des Jahres 2002 in Berlin lässt Jirgl auch den Urenkel erzählen. Er trägt zusammen, was ihm Mutter, Großmutter, Großtante und Urgroßmutter erzählt haben, um endlich auch sich selbst 
zu verstehen.


Reinhard Jirgl, der große Chronist deutscher Vergangenheit und Gegenwart, erzählt die Geschichte von vier Frauen aus der Kleinstadt Komotau, die nach dem Zweiten Weltkrieg übrig geblieben sind: die siebzigjährige Johanna, deren Töchter Hanna und Maria und die siebzehnjährige Enkelin Anna. Eine Familiensaga von Heimatlosen, die der Verlust bis heute 

nicht los lässt.
Jirgl hat 2010 den Georg-Büchner-Preis bekommen. Er habe in einem Romanwerk "von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet", heißt es in der Begründung. Dabei lasse er die historischen Umbrüche aus unterschiedlichsten Perspektiven alltäglichen Erlebens gegenwärtig werden und mache so zuletzt in den großen Romanen "Die Unvollendeten" und "Die Stille" die Stimmen der Vergessenen und Verschütteten wieder hörbar.

(c) ddp: Reinhard Jirgl
Reinhard Jirgl wurde am 16. Januar 1953 in Berlin (Ost) geboren. Nach einer Lehre als Elektromechaniker studierte er ab 1971 Elektronik an der Berliner Humboldt-Universität. Als er 1985 sein erstes, umfangreiches Manuskript »Mutter Vater Roman« beim Berliner Aufbau-Verlag einreichte, wurde ihm eine »nichtmarxistische Geschichtsauffassung« vorgeworfen und die Veröffentlichung des Romans verweigert. Jirgl jedoch setzte das Schreiben fort. Bis zur Wende 1989 lagen sechs fertige Manuskripte vor - ohne dass ein einziges Buch von ihm veröffentlicht worden wäre. Erst 1990 konnte »Mutter Vater Roman« bei Aufbau erscheinen. 
1996 gab Jirgl die Tätigkeit als Techniker an der Berliner Volksbühne auf und arbeitet seitdem als freier Schriftsteller in Berlin. Seit 2009 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Neben dem Alfred-Döblin-Preis wurde sein Werk mit zahlreichen anderen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Anna-Seghers-Preis (1990), der Johannes-Bobrowski-Medaille (1998), dem Josef-Breitbach-Preis (1999), dem Kranichsteiner Literaturpreis (2003), dem Rheingau Literaturpreis (2003), dem Dedalus-Preis für Neue Literatur (2004), der Eugen Viehof Ehrengabe der Deutschen Schillergesellschaft von 1859 (2004), dem Bremer Literaturpreis (2006), dem Lion-Feuchtwanger-Preis (2009), dem Grimmelshausen-Literaturpreis (2009) und zuletzt mit dem Georg-Büchner-Preis (2010). 2007 war er Stadtschreiber von Bergen-Enkheim.

Große Premiere des Musicals JEDERMANN und Eröffnung der Gebläsehalle als neuer Kulturarena, Teil 2


Text und Regie: Ellen Kärcher und Dieter Meier

Musik: Francesco Cottone, Andreas Puhl, Amby Schillo


Premiere am 30. November 2012

weitere Vorstellungen: 1./2./4./5./7./8. und 9. Dezember jeweils um 20.00 Uhr

Gebläsehalle Neunkirchen

 Tickets unter 0231-9172290 oder www.proticket.de

Warum "Jedermann"?
Hugo von Hofmannsthal beschreibt im Vorwort zum Jedermann die Geschichte von Jeder-manns Ladung vor Gottes Richterstuhl, das das Mittelalter hindurch an vielen Orten in vielen Fassungen erzählt wurde, um dann von Hans Sachs als Komödie vom sterbenden reichen Mann aufgeschrieben zu werden. Damit es nicht vergessen wird, habe er, Zitat:
„versucht, dieses allen Zeiten gehörige und allgemeingültige Märchen abermals in Beschei-denheit aufzuzeichnen. Vielleicht geschieht es zum letztenmal, vielleicht muß es später durch den Zugehörigen einer künftigen Zeit noch einmal geschehen.“

Das Stück
Natürlich geht es bei der Neunkircher Version auch um das Leben und Sterben eines reichen Mannes, wobei die Fallhöhe durch das Verschwinden allgemeingültiger Werte noch gewachsen ist. Im Neunkircher Jedermann treten neben den Menschen von heute auch abstrakte Figuren wie Gott, Teufel und Tod auf. Der wohlhabende Jedermann sieht sich mit dem unerwarteten Tod konfrontiert, der ihn vor seinen Schöpfer führen will. Weder sein treuer Diener, weder seine Freunde und Familie, noch sein Geld wollen ihn ins Grab begleiten.
Erst die Reflektion seiner Taten bringt ihn dazu, sich zu seiner eigenen Wahrheit zu bekennen und in der Hoffnung auf Frieden gehen zu können.


Die Musik und mehr

Musikalisch bieten die Neunkircher Songs eine große Bandbreite. So gibt es das eher klassische Musical- Repertoire, wie große Ensemble-Nummern oder auch getragene Balladen. Dazu gesellt sich dann aktuelle elektronische Musik, wie z. B. Dancefloor und Dub Step, Rap-Gesang. So wird die Musik den wahrhaftigen Pathos der Ur-Geschichte weiter in die Moderne tragen.

Es wird auch bunt, knallig und humorvoll durch überdrehte Partyszenen oder die so genannten dicken und dünnen Vetter. Choreographie und Tanz werden bei der Neunkircher Inszenierung eine wichtige Rolle spielen.

Die beliebtesten Gedichte der KW 46

In der vorvergangenen Woche wurden die Männer häufiger gevotet. Dazwischen Birgit Burkey.

1.   Dichterhain: LIEBESERKLÄRUNG von Anner Griem
2.   Dichterhain: ZEIT HINTER GLAS von Birgit Burkey
3.   Dichterhain: ZU MIR KOMMEN von Andreas Noga

Dichterhain: EIN VIRUS von CG Ohsa


















ein virus
geschrieben, hingelogen, vielfach kopiert
in blindem vertrauen
geglaubt.
ein virus
schleicht sich durchs netz
infiziert
schlägt erbarmungslos zu
tritt gefühle mit füßen
hinterlässt narben und

unsichtbare blaue flecken auf der seele.
doch das netz hat große maschen,
die buchstaben fallen,
sie fallen
durch
einfach durch und
verblassen ...
verblassen...
ver ...
schwinden
wenn du den stecker ziehst.
du erkennst ...
nichts!
alles weg!
alles war ...
war das alles?
nichts war – da war nie etwas!
da war nur
virtuelle illusion
großer irrtum der displays
eine wertlose kopie!
du bist frei!
bist plötzlich
schwindelfrei
siehst du?
du siehst!
und stehst auf!


(c) cg ohsa

Sonntag, 25. November 2012

Wie war's bei Severin Groebner in Darmstadt?


Im Januar dieses Jahres war die Premiere von „Servus Piefke!“ in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Seit dieser Zeit hat Severin Groebner etliche Auftritte absolviert. Am 16.11.2012 war der Österreicher und Wahldeutsche auf der Traditionsbühne halbNeun Theater in Darmstadt, in dem seit vielen Jahren alle Kabarettisten von Rang und Namen auftreten.

Severin Groebner wurde am 20.10.1969 in Wien geboren. Aus dem Wunsch, die beiden Berufsziele Rockmusiker und Radiomoderator zu vereinen, entstand „logischerweise“ die Kabarettisten-Laufbahn. 1992 bis 1999 Musik-Kabarettist zusammen mit Klaus Gröll als Gröll & Groebner, 6 Soloprogramme und ein Jahr Lach- und Schießgesellschaft München von 2010 bis 2011. Er erhielt etliche Auszeichnungen und war dieses Jahr auch in „Otis Schlachthof“.


Es geht ja schlichtweg nur um den berühmten Gegensatz der Ösis und der Piefkes. Oder doch mehr? Mit wenig Wiener Charme und viel Schmäh geht er an den Vergleich ran und ist ganz schön bissig dabei. Jeder macht sich seit Jahren über die andere Nation lustig, Groebner mal in einem Atemzug von 2 Stunden über beide! Das beginnt schon mit seiner netten Begleitung, einer Übersetzungsmaschine, namens … war's jetzt Adolf oder Roland? Auf alle Fälle ein echter Deutscher, drückt man auf die Taste, tut er, was er soll. Auch die Wiener haben ein Geschichtsproblem. Manche rechnen noch mit dem Außenposten Triest, obwohl der schon seit 1918 nicht mehr dabei ist. Der Kabarettist führt uns in das ehemalige Weinhauerdorf Grinzing, ein Bezirk in Wien, unweit der Donau. Da gab es schon in den 80ern immer Piefkes, so den wortkargen „Da hast du Recht“-Typ oder die Dresdnerin 1988, die tatsächlich mit ihrer seltenen Ausreisegenehmigung nach Wien wollte. Aber erst 1989 ging es rund. Eine Piefke-Schwemme!

In seinem sehr dichten Programm, das den Zuschauer fast keine Sekunde loslässt, mit Gesangs- und Tanzeinlagen, Monosketchen und Verdeutlichungstheatralik kriegt jeder sein Fett ab. Sein Rückblick führt uns auch das Osttiroler Bergbauerntheater vor mit Wolfgang Schüssler in der Hauptrolle, der mit seiner ÖDP (Sturheit der CDU und Blödheit der FDP) Bundeskanzler wurde. Ein Gollum der „Herr der Ringe“, hässlicher Zwerg, hier mit Anzug und Brille. Auch die Zeit des Jörg Haider, der den Untergang des Abendlandes zu seinem UniqueSellingPoint machte. Nach 1989 machte sich der Künstler nach Deutschland auf und fand Chaos und Missstände, steigende Preise, sinkende Reallöhne und ein heilloses Durcheinander, weil die Ministerien dezentral und mit irrsinnigem Verkehrsaufkommen arbeiten. Es wird einfach viel gereist, um Alltagsarbeiten zu erschweren und Steuergeld zu vernichten. „Diese Unruhe in diesem Land“ sei auffällig. Der süße Müßigang schmecke dem Deutschen wie bitteres Essigwasser. Er bevorzuge brachialen Fleiß, was Groebner in einer genialen Szene als Presslufthammergewüte an Stein darstellte … Die Arbeitswut sei typisch, der Baumarkt! Wiener tun dagegen lieber nichts, und selbst das nicht gern – kein Wunder für die Weltmeister der schlechten Laune.

Die Beschwerde beim Herrn Kunze ist eine ins Groteske übersteigerte Satire auf den Kundenservice der Supermärkte. Unsere Bühnenfigur treibt den armen servilen Herrn Kunze in den Wahnsinn und verfolgt ihn bis nachts um 0:30 Uhr, obwohl sämtliche Beschwerden nichts mit den Waren zu tun haben! Das schlechte TV-Programm und das Wahlergebnis führt zu Beschwerdeexzessen. Herr Kunze begeht Suizid, Herr Mittelhuber tritt in seine Stapfen ...

Groebner ganz lasziv als Wienerin im Lieder der Wienerinnen kommt hernach zum Schluss, dass die besten Deidschen, die sind, die zu Hause bleiben. Schließlich gäbe es genug „schiache“ Leute in Wien selbst , etwa den Österreicher, der nur Grünen Veltliner trinkt und Sachertorte isst, bis er eines Tages aus der Bewegungslosigkeit ins Tageslicht tritt und sich einfach schiach fühlt = scheußlich, grauenhaft, hässlich. Wir lernen im Laufe des Abends auch seinen zweiten Begleiter kennen, die Krise, eine Art diabolischer Verstärker und Wegweiser zu Negativentwicklungen. Im Deutschland-Rap, einem krassen schnellen und sehr gelungenen Konsum-Rap begegnet uns ein Spiegel der allgemeinen Misslage. Im Rückgriff auf die Vergangenheit gelangen wir dann auch zur Piefke-Definition. Während viele Österreicher die Nazis lediglich für verrückt gewordene Pfadfinder halten und auch so wählen, zieht sich der Deutsche auf jene Flecken im Vergangenen zurück, die eher dunkel und unbekannt sind, um sie nach Belieben positiv auszuschmücken. Man liebt das Mittelalter, die Märkte, das Verkleiden, die Speisen, obwohl viele erst sehr viel später entdeckt wurden. Analog dazu das Oktoberfest als Fasenacht, wo sich die Deutschen extrem der Würdelosigkeit hingeben. In Wien ist man unbeteiligter und ergötzt sich an den Opernbällen der Obrigkeit.

Was bleibt zur Definition des Piefkes? Das typisch Deutsche: Schwarzbrot, Fußball, Schrebergärten, verbissene Humorlosigkeit und einiges mehr. Piefkes sind einfach froh, keine Ausländer zu sein! 


Eine Show, die Spaß macht, herrlich absurd sein kann und völlig übertreiben, sehr viele Muntermacher des Kabaretts einsetzt plus Grimassen und Gestik ordentlich.

BLICK INS ATELIER: CYBERDOG von Jacqueline Ditt
























Cyberdog, 2000, Gemälde, Acryl auf Grassgewebe, 50 x 60 cm


Jacqueline Ditt - Malerin und Grafikerin. Geboren 2.4.1960 in München. 
Graphik-, Design- und Reprographie-Studium an der Blocherer Schule. 
Hauptbestandteil ihrer Arbeit ist neben dem handwerklichen Kunstdruck 
und der Computergrafik die expressive Malerei. 
Ihre Stilrichtung bezeichnet sie als "INTRO EXPRESSIONISMUS" - die 

Kunst des seelischen Ausdrucks im zeitlichen Kontext.