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Samstag, 30. Oktober 2010

Tourneedaten Joe Cocker


Foto: Olaf Heine
Joe Cocker
“Hard Knocks Tour 2010”
09.10. Oberhausen, König-Pilsener Arena
23.10. Saarbrücken, Saarlandhalle                     31.10. Freiburg, Rothausarena
02.11. Augsburg, Schwabenhalle
05.11. Leipzig, Arena
07.11. Friedrichshafen, Rothaus Halle
09.11. Regensburg, Donau-Arena 
11.11. Frankfurt, Festhalle
13.11. Nürnberg, Arena Nürnb.Versicherung
21.11. Bielefeld, Seidenstickerhalle               23.11. Bremen, Arena
24.11. Hannover, AWD Halle               26.11. Hamburg, 02 World
27.11. Berlin, O2 World                                     29.11. Erfurt, Arena
30.11. Zwickau, Stadthalle                                  02.12. Olympiahalle, München
03.12. Mannheim, SAP-Arena


Im TV
Datum                       Sender    Sendung
12-11-2010, 19:30    HR          Hessenschau
19-11-2010, 22:00    NDR       NDR Talkshow
22-11-2010, 18:00    RTL        Guten Abend RTL Nord

Bücher zum 150. Todestag von Arthur Schopenhauer 3

Arthur Schopenhauer
Über das Mitleid
Das Mitleid hebt die Mauer zwischen du und ich auf.
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Franco Volpi
München 2005/2009, Paperback, 160 Seiten, 7 €, dtv


Mit einer ansprechenden Faksimile-Prägung auf dem Cover bietet sich dieses Büchlein zur Erforschung der Frage an, was es mit Mitleid auf sich hat. "Liebe ist Mitleid" und "Verletze niemanden, vielmehr hilf allen, soviel du kannst" sind beides Aussprüche und Schlussfolgerungen von Schopenhauer. Der kategorische Imperativ Kants („Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ - Akademie-Ausgabe Kant, Band IV, S. 421) hat für Schopenhauer keine Wirkkraft auf die Leidenschaft, das Gefühl... Daher eignet sich der Ansatz der "Kritik der reinen Vernunft" auch gar nicht zur Erläuterung von Moral. Sie fußt im Emotionalen, im Grundgefühl des Mitleids. Gerechtigkeit, Menschenliebe, Toleranz und Solidarität entstehen aus dem Mitleid, nicht aus dem abstrakten Denken. Wer das Mitleid will, der entwickelt Moral und Humanität, im anderen Fall nicht.


Arthur Schopenhauer
Ich bin ein Mann, der Spaß versteht
Einsichten eines glücklichen Pessimisten
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Lutger Lütkehaus
München 2010, Paperback, 160 Seiten, 8,90 €, dtv


Ein sehr, sehr erbauliches Buch, Gedanken des Philosophen zu allerlei Schlagwörtern und Themen, die man so (neu) für sich klären kann. Vom Denken und der Subjektivität bzw. Objektivität, vom Leben, der Gesellschaft, Nähe und Distanz in derselben (im Prinzip wie bei den Stachelschweinen, viel Wärme, aber Achtung, der Schmerz) dem Unterschied von Mensch und Tier und gar ein großes Kapitel über den Geschlechterunterschied, die Liebe, das Lustprinzip und die damit verbundenen Wirbel im Leben ("Es handelt sich ja bloß darum, dass jeder Hans seine Grethe findet."). Schopenhauer hat auch die Bedeutung des Images damals schon erkannt und philosophiert über Lebensglück und Gesundheit. Ein herrliches Kompendium für jeden Tag, Schopenhauer in Pillenform.

Vortrag von Rainer Hauer, Rezitator, Schauspieler, Prof. für Rhetorik, am 5.11.2010 in Rotenburg a. d. Fulda



Sprich, damit ich Dich sehe!                                                                               - Rainer Hauer in Rotenburg

In seinem Vortrag geht der Wiener Burgschauspieler und Professor für Rhetorik an der Kunst-Universität Graz Rainer Hauer auf verschiedene Fragen ein, die sich mit dem Thema Sprache auseinandersetzen:


  • Kennen wir überhaupt die Bausteine unserer Sprache?
  • Welchen Unterschied gibt es zwischen tierischer und menschlicher Sprache? 
  • Wie erlernen Babys und Kleinkinder Sprache? Was machen danach die Schulen? 
  • War unsere letzte Rechtschreibreform ein Rohrkrepierer? 
  • Gereichen die Erfindungen der Schrift mit der nachfolgenden Buchdruckerkunst und die Entdeckung der elektronischen Verarbeitungssysteme von Sprache dem Menschen nur zum Segen?
  • Warum ist vom berühmten, weisen Rhetoriker Sokrates kein einziges selbst geschriebenes Wort erhalten?
  • Wie gehen unsere Sinnesorgane mit Sprache um? Wie ist ihre Wirkung auf unser Gehirn? Sind Ohr und Auge vom Wert her messbar und zu vergleichen?
  • Welche Tugenden haben gute Sprecher? In welchen Räumen kann man sie gut verstehen? 
  • Welche Bedeutung hat die sogenannte Körpersprache? 
  • Wo steht das heutige Theater im Spannungsfeld zwischen Dramatik, Theatralik und Sprachgestaltung?
  • Kann ein Gespräch Therapie sein?

Fragen über Fragen, die zu erstaunlichen Erkenntnissen führen – und zur Diskussion anregen, zu der sich auch jeder Zuhörer im Anschluss an den Vortrag aufgefordert fühlen sollte. 

Freitag, den 5. November, um 20.00 Uhr, in Göbels Posthotel Rotenburg, Poststraße 20, 36199 Rotenburg a. d. Fulda 
Eintritt: 12 € / ermäßigt 8 €
Kartenvorverkauf: Hoehlsche Buchhandlung Bad Hersfeld und Bebra,
Buchgalerie Rotenburg, 
Buchhandlung A. Bernecker in Melsungen
Weitere Informationen zu Rainer Hauer 
http://www.rainer-hauer.de/rainer-hauer.html

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Buchbesprechung: Bis später - Ventil Verlag (Unabhängige Verlage in Deutschland)

Sabine M. Krämer
Bis später 
Roman
Mainz 2010, 138 S., Paperback, (Hardcover geplant)
14,90 €, Ventil Verlag

"Der Ventil Verlag wurde 1999 als Zusammenschluss des Verlags Jens Neumann, der Literaturzeitschrift Ventile - Texte & Bilder (amanita-media) und der Buchreihe testcard - Beiträge zur Popgeschichte gegründet. Der Verlagssitz ist in Mainz. Im Jahre 2004 kam es zum Zusammenschluss von Ventil Verlag und dem 1999 gegründeten und von Theo Bender geführten Bender Verlag." (wikipedia). Zu den Veröffentlichungen zählen Bücher über Hip-Hop, Free Jazz, Popjournalismus, Popliteratur, Punk, Hardcore Punk sowie rechte und reaktionäre Tendenzen in der Popkultur, Feminismus und Queer Studies.

In sehr eindringlicher und äußerst feinfühliger Art hat Sabine Krämer hier verschiedene Momentaufnahmen am Ende des Lebens entworfen. Innere Monologe von Todgeweihten, Greisen, Menschen, die oft noch nicht abgeschlossen haben mit ihrem Leben und nicht verstehen, warum sie jetzt im Hospiz sind, gehen sollen, oder unklare, wirre Vorgänge erleben. Sich fragen, weshalb dies und das mit ihnen passiert oder nicht passiert, mit ihnen getan wird oder unterlassen wird zu tun. 
Die Vergangenheit, die Gegenwart und die ungewisse Zukunft greifen ineinander, der Blick schwenkt zurück, in die Jetztzeit und in die Zukunft - hin und her. Die Innenschau verschiedener Menschen ist der Autorin sehr gut gelungen. Viele Senioren werden sich in ähnlicher Lage wiedererkennen oder Jüngere werden verstehen, was in einem alten Kopf vorgehen kann.
In der letzten Geschichte der Blick von der anderen Seite: Die Pflegekraft, die in verschiedene Räume geht, ganz Unterschiedliches erlebt, Patienten mit sich selbst beschäftigt sieht oder mit überraschend gestorbenen Menschen konfrontiert wird, teilweise erschreckende Situationen, weil Menschen im Todeskampf oder durch einen Unfall unnatürliche Positionen im Sterbebett einnehmen. 
In diesem kleinen Bändchen mit großer Wirkung hat Sabine Krämer die Übergänge von Leben zu Tod in der Pflegesituation erlebbar und nachfühlbar gemacht.


"Diesmal ist es wirklich der Anfang. Ich werde nicht mehr aufstehen können, meine  Knochen werden nicht mehr heilen. Es dauert nur wenige Tage, bis sich auf diesen Knochen nichts als nur noch Haut spannt. Es ist Sommer geworden. Die Mittags- und Nachmittagssonne knallt auf die Hauswand, auf die zugezogenen Fensterläden, hinter denen mein  Bett steht, die Luft dick und heiß, sie riecht nach Erde.


Ich muss aufstehen. Ich habe zu tun. Ich muss packen. Ich werde abgeholt! Meine Hände greifen nach dem  Koffer, nach den Kleidern, den Geschenken ins Leere. Meine Füße finden keinen Boden. Und dann ist da dieses Fest draußen vor meinem  Fenster. Die Musik: Wir kommen alle alle alle in den Himmel. Weil wir so lieb sind."


"Sie haben mich aus dem Haus geführt und hierher gebracht. Hier hat man mich am selben Abend in den Keller,in dieses Bett gebracht. Ich habe nur eine Nacht hier drin geschlafen und am nächsten Morgen schon habe ich nicht mehr aufstehen können. Seitdem liege ich hier. Ich komme nicht mehr raus, im Leben nicht mehr. Aber du, du kommst jetzt zu mir. Steig über das Gitter. Komm, leg dich zu mir. Ich hab hier Platz nur für dich. Ich deck dich zu mit meinem weißen Hemd.


Da drüben bist du, mein Schatz, nicht zu fassen. Steig über den Zaun. Komm zu mir in den Garten. Siehst du die kleinen roten Lichter überall, die Blumen, die Steine? Mein Häuschen so groß wie ich und du. Meine Hände sind braun, sagst du, mein Mund  ist braun. Was ich gemacht habe, fragst du. Ich bin im Garten, es ist feucht. Herbst ist, hier im  eckigen Untergeschoss. Es ist dunkel. Ich will nichts, nur dich."



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Dienstag, 26. Oktober 2010

Kunst im öffentlichen Raum: Daniel Moriz Lehr, Pfalz, Baden, Bayern

Daniel Moriz Lehr  

Begehbare Löwenskulptur im Atriumhof der Rennbuckelschule in Karlsruhe
Entwurf und Ausführung: Daniel Moriz Lehr, 1999
Material: Beton
© Lehr/Wegmann
Brunnenanlage vor dem Bayr. Schulmuseum in Ichenhausen
Entwurf und Ausführung: Daniel Moriz Lehr und Lucie Wegmann - 2006
Material: Aluminiumguss, Edelstahl, Bronze, Beton
© Lehr/Wegmann
Klappmeter, Maikammer bei Landau, Südliche Weinstraße
Entwurf und Ausführung: Daniel Moriz Lehr und Lucie Wegmann - 2000
Material: Beton, Edelstahl, Cortenstahl, Hart-PVC, Buntlack
© Lehr/Wegmann

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(Andere Gemeinschaftsprojekte mit Lucie Wegmann bei viereggtext)

Link zur Künstler-Website mit weiteren Erklärungen 

Sonntag, 24. Oktober 2010

Buchbesprechung/Autorenlesung (26./27.10.10): Kim Kwang-Kyu (Unabhängige Verlage in Deutschland)

Kim Kwang-Kyu
Botschaften vom grünen Planeten
Gedichte
Aus dem Koreanischen von Chong Heyong  und Birgit Mersmann,
Nachdichtungen  von Heinz Ludwig Arnold.
Göttingen 2010, 96 S., Hardcover mit Schutzumschlag,
18,- €, Wallstein Verlag
            
Charakteristisch für Kim Kwang-Kyus Gedichte ist die moderne unverschörkelte Sprache mit großer Nähe zur Prosa. Thematisch drehen sich seine Gedichte um Menschliches - um die Beziehungen von Menschen untereinander, von Menschen  zu Göttern und zur Natur.
In dem Titelgedicht »Botschaften vom grünen Planeten« geht es um die Vergänglichkeit des Menschen. Die Natur hingegen wird ihn überdauern: Denn so hochmütig der Mensch  ist, so blind ist er auch für seine Umgebung.
Der Autor liebt die Natur, beschreibt sie als das schneller als die Erddrehung sich entwickelnde Grün im Frühjahr - eine Metapher für die schnell vergehende Zeit des beschäftigten oder nicht mehr viel wahrnehmenden Menschen. Er verbindet Naturbilder auch mit Zerstörung, so die Wüste und der Völkermord, die Verwüstung des Menschlichen. Unter der geschickten Verwendung von ironischen und lakonischen Elementen spricht er Kritik an falschen Entwicklungen der Gesellschaft, an Unterdrückung, Leid und Erpressung aus. Hier kann Zeit bedrohlicher sein als normal, eine Todesdrohung in falschen politischen Verhältnissen, so in dem Gedicht "Unaufhaltbare Zeit".
In den Anmerkungen  finden sich Erläuterungen zu einzelnen Begriffen sowie eine Notiz
zur Vorgehensweise der Übersetzer: Heinz Ludwig Arnold hat nach Rohübersetzungen
Nachdichtungen unternommen. Eine interessante Begegnung über Ländergrenzen hinweg ...

Habenichtse
Sie besitzen nichts
nur Gummischuhe an den nackten Füßen
Jacken und Hosen Blusen und Röcke
aus Baumwolle
Aber sind sie nicht liebenswert
wie sie so dasitzen, nebeneinander
Jungen und Mädchen
auch wenn  sie nichts besitzen?
Diese Habenichtse
haben ein gutes Herz, sind kräftig
und arbeiten fleißig
Unter ihren Händen                                         
sprießen bunte Blumen aus der Erde                      
gedeihen prächtige Kürbisse auf dem Dach                 
Der frische Wind kühlt ihren Schweiß
und am  Himmel leuchten Sonne Mond und Sterne
Arm  in Arm
gehen sie als vertraute Freunde
Wange an Wange
werden sie ein zärtliches Paar
Erinnern wir uns:
Haben  unsere Eltern
mit klugem Kopf und kräftigen Händen
nicht viel erreicht
obwohl  sie nichts besaßen
als sie geboren wurden?
Da  sitzen sie nun
unsere lieben Töchter und Söhne

Unaufhaltbare Zeit                                 
Es war falsch, dass ich zur Rinderlende und zum Salat
eine ganze Flasche Rotwein getrunken habe.
Nun  sind sie gekommen.
Sie knallten mir eine Liste mit den Namen meiner noch
lebenden Schulfreunde unter die Nase und verlangten,
ich solle zehn davon ausstreichen.
Ein Zehntel meiner Schulfreunde hatte bereits die Welt
verlassen, doch sie verlangten von mir, dass ich noch
zehn streiche. Das konnte ich nicht.
Und musste es doch.
Ich strich mich selbst, weigerte mich aber, noch neun an-
dere zu streichen. Obwohl sie mich unter Druck setzten,
strich ich keinen mehr.
Die Zeit, die unaufhaltbare, rückt naher.
Für einen Augenblick wusste ich nicht, ob ich schlief
oder wachte.


Der Autor:
Kim  Kwang-Kyu,  geb. 1941, Studium der Germanistik in Seoul ab 1960; in den 1970er Jahren längere Deutschlandaufenthalte. Promotion über Günter Eich; bis 2006 Professur für Germanistik an der Hanyang-Universtität Seoul. Er ist einer der wichtigsten Kulturmittler und  Übersetzer aus dem Deutschen. Seit 1979 veröffentlichte er acht, auch international viel beachtete Gedichtbände sowie einen Band mit Prosa.

Heinz Ludwig Arnold ist seit 1995 Honorarprofessor an der Georg-August-Universität Göttingen und hat sich mit etlichen Herausgeberschaften und Buchveröffentlichungen, vor allem im Zusammenhang mit Gegenwartsliteratur einen Namen gemacht. 1963 gründete er die Zeitschrift für Literatur "text + kritik", seit 1978 ist er außerdem Herausgeber des "Kritischen Lexikons zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG)" und von 1983 bis 2008 des "Kritischen Lexikons zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur (KLfG)". Von 1995 bis 2000 gab er die elfbändige Anthologie "Die deutsche Literatur seit 1945" heraus.    

+++ AKTUELL +++ AKTUELL+++AKTUELL +++ AKTUELL+++AKTUELL 

Lesung mit Kim Kwang-Kyu Moderation: Sylvia Bräsel
Termin:26.10.2010 um 11:30 Uhr
Leipzig, Gutenbergschule, Gutenbergplatz 8

Lesung mit Kim Kwang-Kyu Moderation: Sylvia Bräsel
Termin:26.10.2010 um 20:00 Uhr
Halle, Raum Hellrot, Mühlweg 22

Dialogische Lesung mit den Lyrikern Kim Kwang-Kyu und Jan Volker Röhnert Moderation und Einführung: Sylvia Bräsel und Chong Heyong
Termin:27.10.2010 um 19:00 Uhr
Jena, Schiller-Gartenhaus in Jena

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.wallstein-verlag.de/9783835307476.html

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Samstag, 23. Oktober 2010

Zum Todestag von Pablo Neruda, 23.10.1973

"1973 - Pablo Neruda stirbt. Der Verbrecher General Pinochet ordnet eine dreitägige Staatstrauer für den toten Nobelpreisträger an. Eine Stunde später erfährt Matilde, die Frau des Dichters, dass ihr Haus in Valparaiso zerstört worden ist.


1983 - Am zehnten Todestag von Neruda hält seine Frau Matilde Urrutia eine mutige Rede im Teatro Cauplican von Santiago. Unter anderem sagt sie: »Pablo lebt ... Darum bitte ich hier nicht, dass wir mit einer Schweigeminute an ihn denken. Nein! Ich bitte euch für Pablo um eine Minute der Freude, des Lärms, des lauten Beifalls.«" 


       " Matilde,  ich nenn dich Pflanze, Stein oder Rebe,
        du bist, was aus der Erde wächst und währt,
        Wort  in dessen Dehnung erwacht,
        in dessen Hitze aufspringt das Licht der Limonen.


        In deinem Namen fahren Schiffe aus Holz,
        umschwärmt von manneblauem Feuer,
        m  seinen Buchstaben die Wasser eines Flusses,
        der in meinem verdorrten Herzen mündet,


        Oh Name unter einer Ackerwinde gefunden.
        Du  gleichst der Tür zu einem unbekannten Tunnel,                                                                    
        der mit den Düften der Erde kommuniziert!
      
         Oh dringe in mich mit deinem brennenden Mund,
         erkunde mich, wenn du magst, mit deinen nächtlichen Augen,
         nur laß mich in deinem Namen zur See fahren und schlafen.
                                             
                                                                                       Pablo Neruda
                               (Aus Pablo Nerudas »Liebessonette« an Matilde)
                                                       (übersetzt von Fritz Rudolf Fries)"


(Quelle: Poesie-Agenda 2010, orte verlag)

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Unabhängige Verlage in der Schweiz: Die Geschichte hinter dem Gedicht - orte 164

orte - Schweizer Literaturzeitschrift 
(hrsg. von Werner Bucher, seit 1975, bis dato 164 Nummern, zzt. 5-mal jährlich)



 orte 164:


Der Augenblick, in dem ein Dichter den Einfall zu einem Gedicht hat, gehört, so schreibt Erwin Messmer  in der Einführung zum neusten orte-Heft, zu den intimsten, mit niemandem zu teilenden in seinem Leben überhaupt. Mindestens für den Moment. Denn anders sieht es im Nachhinein aus, da erzählen die Poeten sehr gerne, wie sie dazugekommen sind, diesen oder jenen Text zu schreiben. Nur bleiben derartige Geschichten meist als Anekdoten den persönlichen Freunden vorbehalten. orte-Heft 164 macht solche Berichte von 14 Lyrikerinnen und Lyrikern auch den Lesenden zugänglich. Da erfahren wir, wie ein Hirsch in die Strassen von Paris kommt und welche Beziehungen eine Coloradokröte zur Musik unterhält, wir sehen, wie die Lyriker sich mit Kunstwerken auseinandersetzen, mit den Resultaten einer Tomographie, mit einer Flasche Absinth oder mit einer unscharfen alten Foto, die tief in die Abgründe des eigenen Herkommens  zurückführt. Und je weiter man liest, desto deutlicher wird, dass hier nicht einfach private Episoden zum Besten gegeben, sondern grundsätzliche Fragen des Dichtens, der „Poetik" für einmal anders behandelt werden: ohne theoretischen Ballast, sondern erzählend und ganz aus der unmittelbaren Erfahrung der Autoren heraus, orte 164 eröffnet damit einen faszinierenden neuen Zugang zu lyrischen Gedichten von heute.





"Schreiben Sie Gedichte? Wenn ja, dann kennen Sie den Moment. Einen der
geheimsten und verschämtesten Augenblicke, die es im Leben eines schrei-
benden Menschen gibt, einen, der zum Glück immer wieder mal eintritt!
Sie sind in Gesellschaft. Man isst und trinkt, plaudert und diskutiert.
Und Sie haben einen Einfall!
Paul Klee 1938: Anfang eines Gedichtes
Oder Sie sitzen mit Ihrer Liebsten oder ihrem Liebsten beiTisch, sie oder er liest die Zeitung. Sie schielen über ihre Brillengläser, vergewissern sich,
dass Sie unbeobachtet sind, zücken den Stift, haben die Papierserviette oder den Bierdeckel zum Notat bereit, vielleicht sogar auf ihrem Knie.
Denn Sie haben einen Einfall!
Der Anfang eines Gedichts ist immer ein intimer Moment. Mit keinem Menschen zu teilen, auch nicht mit dem vertrautesten." 


Erwin Messmer in orte 164

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Unabhängige Verlage in der Schweiz: CD zur bunten, schrägen Welt der Alpen bei orte

Malcolm Green, Werner Bucher
Spazieren mit dem gelbgrünen Puma
CH-Oberegg AI 2010, CD mit Booklet, 
71 Min. Laufzeit, 19 EUR, orte verlag

Werner Bucher, 1938 in Zürich geboren und aufgewachsen, heute in Oberegg wohnend, den orte verlag auf Rütegg unterhaltend, ist ein ungewöhnlicher Lyriker. Schon die Gedichtesammlung "Wenn der Zechpreller gewinnt" zeugt davon. Bucher, der bei der journalistischen Zunft landete und als Kultur- und Inlandsredakteur bei einer Tageszeitung arbeitete, hat bislang zwei Bände "Schweizer Schriftsteller im Gespräch", mehrere Gedichtbände, einen Roman ("Im Schatten des Campanile") und etliche Erzählungen veröffentlicht.  Seit 3 Jahren gibt es in Wald AR und in der Wirtschaft Rütegg seiner Frau Irene die "Appenzeller Literaturtage". Und die von ihm herausgegebene Schweizer  Literaturzeitschreift "orte" erreicht dieses Jahr ihre 166. Ausgabe.
Auf der vorliegenden CD "Spazieren mit dem gelbgrünen Puma" präsentiert der Autor 28 Gedichte, die sich gegen eine allzu leichte Verinnerlichung wehren. Er verliest sie wie ein Wald- und Bergbewohner, ein Fabelwesen, laut, fordernd, abwechslungsreich. Nichts ist rund und gefällig, eher übertrieben, närrische Metaphern, schrille Töne und Bilder bevorzugend, bisweilen die absolute Versöhnung im ruhigen Bild und der Selbstkritik, in der Resignation suchend. Die Welt ist schon lange nicht mehr heil, das Leben, die Welt "im Eimer", von wegen großartig, wie der Titel eines Gedichtes vermuten ließe. Die Aufbegehrer eine Art "Stauffenbergs" gegen die Diktatur des Absurden ...
Gott hat die Welt vergessen und sie ihn. Höchstens noch in der Perfektion der Natur ist etwas von ihm zu spüren. So erscheint dem lyrischen Ich, das oft in einer Art Dialog mit sich und einem Du zu stehen scheint, die alpine Landschaft zwar wie eine nackte Frau, die rechte Brustwarze des Säntis eine Wirtschaft, deren Tür sich am Ende öffnet, aber die Umweltschäden sind allgegenwärtig  fühlbar. Skifahrerschäden, Flora und Fauna beeinträchtigt, auch globale Bedrohung durch Tschnerobyl und Raketen, der geschundene Leib. Dieses Mal eine Frau?
In "Morgen fällt kein Schnee" sind es nur noch die kleinen Tiere, nicht Flöhe "eher Propellertiere", die noch existieren. Kaum noch beschreibbar, fast unwichtig, aber irgendwie interessant. Das Dasein eine verbogene, trügerische Angelegenheit, das Natürliche zurückgedrängt, erniedrigt, verfremdet.
"Überall lügen Politiker, fern jeglicher Scham" heißt es in "Weitere Stürme sind angesagt". Immer wieder taucht das Schicksal auf, das bestimmt. Statt Karriere der Treppensturz, wie bei Fritz Wunderlich in den 60er-Jahren, dem Startenor aus Kusel, der alles zunichte macht, die Liebe unerwidert. Ein Dichter, fast so wie der große Schweizer Poet Blaise Cendras, bemüht sich um die Gunst Gottes, hält sich für Blaise, aber es wird wie vieles andere nicht abgesegnet. Manchmal die Nähe noch zu Gott, etwas spürbar, erträumt trotz aller Kritik an ihm, macht Zungen reden, auch Kritik an ihm selbst, als ob "Göttliches sie gestreift hat".
In dem kleinen Manifest "Ich erwarte" dann die Hoffnung, dass Gott weder Amerikaner noch Schweizer, sondern einer aus Benin sei, dass Politiker stürben, bevor sie geboren seien, dass wir nach dem Tode "wiederkommen", "ohne den Dreck im Bauch" als eine Art "Supermann". Dass Aphrodite mit allen schliefe, die von Schönheit träumten und nachts alleine wären, und schließlich die Erwartung, dass Ehe durch Liebe und Liebe durch Offensein ersetzt werde. Dass Kinder geboren würden.
All diese Feststellungen, Beschreibungen, Forderungen und Hoffnungen pointierend, zäsierend und untermalend die mal schrägen, mal wohlklingenden, bisweilen wimmernden Saxophontöne Malcolm Greens, einem studierten US-Saxophonisten, prämierten Jazzmusiker und Lehrer für Jazzgesang, der heute in St. Gallen wohnt.
Ein Hörwagnis, das sich rentiert...



Morgen fällt kein Schnee


 Über den Nagelfluhfelsen
 das nicht zu übersehende Zittern der Tiere, du
 gehst trotzdem, gleitest gelegentlich aus
 auf den feuchten Rillen, die Biker
           --- frech wie sie sind --—
 in den schwarzen Boden gedrückt haben, hier
 Könnt's trotzdem Wölfe geben, Bären, Wildsauen, Luchse
 ohnehin, aber du siehst nur winzige Tierchen, denen
 gar einer wie Malet* nie einen Namen geben könnte. Entzückt
hätt er dafür hier auf Baumstrümpfen lauter närrische Gedichte
geschrieben, vor dem dunklen, von Bäumen
                                     überdachten Pfad. Du
schreibst nicht eines, denkst
an die seltsame Luzernerin, die
dir keine Antworten schickt. Du
lässt sie dennoch nicht im Stich, und
wenn sie deine neuen Sätze liest, wird
sie/vor Freude in die Luft springen, du
bist jung, du bist alt, die Tierchen
sind kaum von einem anderen Planeten, Flöhe
jedenfalls sind's keine, eher Propellertiere. Als
die Schöne von der Uhlandhöhe vor Jahren
jenes Haus betrat, das du so mochtest, hüpften
in diesem Garten ähnliche Viecher. Du gibst aber
nicht auf, bist auf gemächliche Tempi eingestellt.


Morgen, da hab ich nicht den geringsten Zweifel, wird
                                               kein Schnee fallen. Das Leben
                                                                                         ist nicht aufzuhalten.
* Léo Malet, franz. Surrealist, der zuerst närrische Gedichte schrieb, später Krimis.

Montag, 18. Oktober 2010

Kunst im öffentlichen Raum: Jürgen Waxweiler


Vier Versuche über das Sehen
(Polyphem, Empedokles, X, Teiresias)
Landesgartenschau in Bingen am Rhein
Material: Udelfanger Sandstein
Maße: H. 270 x B. 430 x T. 100 cm
April - Oktober 2008
© Jürgen Waxweiler


Weitere Projekte (siehe BBK, Rheinland-Pfalz):




Sprichwörtliche Sitzgruppe
Sieben beschriftete Sitzsteine mit Skulptur, Regionale Schule Sohren-Büchenbeuren
Material: Udelfanger Sandstein, Maße: Sitzsteine H. 50 x B. 50 - 130 x T. 50 cm, 
Skulptur H. 140 x B. 90 x T. 70 cm 
August 2006-Mai 2007

Labyrinthbrunnen
Altenheim "Maria vom Siege", Koblenz-Wallersheim 
Material: Basalt, Monolith; Maße: D. 220 cm H. 80 cm
Februar-Juni 2006




Atelier in Traben-Trabach,
Foto: Jürgen Waxweiler
 













Die Künstlerseite: www.waxweilerskulpturen.de



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Sonntag, 17. Oktober 2010

Neue Klassik-CDs: Alondra de La Parra - Mi Alma Mexicana/My Mexican Soul

Alondra de La Parra - Mi Alma Mexicana/My Mexican Soul






  • Audio CD (2 CDs), erschienen am 27. August 2010, Preis: 21,99 €
  • Genre: Klassik
  • Label: Sony Classical (Sony Music)



Alondra de La Parra, 29-jährige Stardirigentin, wurde für ihr Debütalbum bei Sony Classical – „MI ALMA MEXICANA” – mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Allein in Mexiko verkaufte sich das Album in den ersten 8 Wochen nach seiner Veröffentlichung mehr als 30.000-mal. Mit ihrem Orchester, dem Philharmonic Orchestra of the Americas (POA) widmet sie sich auf der Doppel-CD dem 200. Geburtstag des Staates Mexiko. Es sind Orchesterwerke mexikanischer Komponisten aus zwei Jahrhunderten zu hören.


Reinhören ...



Samstag, 16. Oktober 2010

Special: Vor 100 Jahren gestorben - MARK TWAIN




„All of American literature comes from one book by Mark Twain called Huckleberry Finn … There was nothing before. There has been nothing as good since.
(Die gesamte amerikanische Literatur stammt von einem Buch von Mark Twain mit dem Titel Huckleberry Finn ab. Vorher gab es nichts. Seitdem gab es nichts Vergleichbares mehr.)“





Ernest Hemingway



Sein Leben:
Mark Twain (30.11.1835 -21.04.1910) hieß mit bürgerlichem Namen Samuel Langhorne Clemens. Aus einer englischen Familie stammend wuchs er in Florida auf einer Farm auf, später ab 1939 in Hannibal am Mississippi, zwischen Urwald, Flussleben und Sklaverei. Als sein Vater starb, wurde er Buchdrucker, arbeitete zum Teil beim Bruder Orion in dessen Buchdruckerei, und war ab 1857 bis zum Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865) Lotse, dann Steuermann auf einem Mississippidampfer. Dort entdeckte er auch den Namen, den wir heute kennen. Der Ruf der Lotsen "mark twain" bedeutete "zwei Faden Tiefe". Ab 1863 verwendete er dieses Pseudonym. Beim Ausbruch des Sezessionskrieges kam die Schifffahrt zum Erliegen, Clemens-Twain war 2 Wochen Soldat bei den Südstaaten und setzte sich dann in den "Wilden Westen" ab. Es folgten Jahre als Goldsucher mit seinem Bruder zusammen. Erste Briefe an die "Gate City" brachten ihm Reporterruhm ein. 1864/65 hielt er sich in San Francisco auf. Seine "Geschichte vom hüpfenden Frosch" macht ihn berühmt. 1869 erschien sein erstes Buch, ein Reisebuch, "The Innocents Abroad" ("Die Arglosen im Ausland"), dem noch etliche andere folgten. Er lernte seine Frau kennen, heiratete, pflegte sie mit einem früheren Unfallleiden so gut, dass sie wieder laufen konnte, bekam 3 Töchter mit ihr, von denen nur eine den Vater überlebte. Auch seine Frau starb vor ihm. Er wohnte zu dieser Zeit in Connecticut, schrieb u.a. seine Welterfolge, "Tom Sawyers Abenteuer" und "Die Abenteuer des Huckleberry Finn". Zu seinen familiären Schicksalsschlägen kam ein wirtschaftlicher Bankrott als Verleger hinzu. Eine defekte Setzmaschine fraß das ganze Geld auf, während er gleichzeitig als Autor bis zum Tod und darüber hinaus stürmisch gefeiert wurde.




Mark Twain
Post aus Hawaii
Herausgegeben und aus dem Amerikanischen
übersetzt von Alexander Pechmann
Hamburg 2010, 368 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
und Lesebändchen, 24 €, mareverlag



Im Jahr 1866, lange vor dem Erscheinen seiner berühmten Romane und Reiseberichte, verbrachte Mark Twain, mit bürgerlichem Namen Sam Clemens, mehrere Monate als Korrespondent auf den Inseln von Hawaii, seinerzeit noch ein unabhängiges Königreich. Die Artikel, die er dort schrieb, begründeten seinen Ruf als Autor und rasender Reporter, als ebenso genauer wie respektloser und origineller Beobachter seiner Zeit. Mit unermüdlichem Interesse und unvergleichlichem Humor schreibt Mark Twain über die Sitten und Unsitten der Eingeborenen, die königliche Familie und ihre mehr oder weniger ruhmreiche Geschichte, Walfänger und übereifrige Missionare, über die Katzenkompanien von Honolulu, die haarsträubende Odyssee einiger Schiffbrüchiger und den absurden Zeitvertreib der ersten Touristen. Nebenbei verteidigt er die Mörder von Kapitän James Cook, prüft die Schönheit hawaiischer Frauen und ihrer bunten Wickelkleider, die »passen wie ein Zirkuszelt auf einen Zeltpfosten«, und erfindet neuartige Mittel gegen Seekrankheit.
Erstmals nun erscheinen seine hinreißenden Reiseberichte vollständig in deutscher Sprache, ergänzt durch ausführliche Anmerkungen, ein Vor- und ein Nachwort sowie einen Brief und eine Tagebuchnotiz Mark Twains, die der Herausgeber während seiner Recherchen entdeckte.


Mark Twain
Tom Sawyers Abenteuer
Mit einem Nachwort von
Rudolf Beck
Aus dem Amerikanischen von Lore Krüger
Neuausgabe München 2010, 320 Seiten, 
Paperback, 7,90 €, dtv

10 Jahre nach der "Post aus Hawaii" wird in London dieser wunderbare Abenteuerklassiker der Weltliteratur von Mark Twain veröffentlicht. Die berühmte Geschichte des cleveren Waisenjungen, der in dem Städtchen St. Petersburg am Mississippi lebt, wurde von Millionen von Menschen, Jugendlichen und Kindern verschlungen. Es gab etliche Verfilmungen des Romans. Vorlage für den literarischen Ort „St. Petersburg“ war die Stadt Hannibal in der Nähe von St. Louis, in der Twain selbst aufwuchs. Viele Orte des Romanes - wie zum Beispiel die Höhlen – kann man heute noch besuchen. 
Tom lebt bei seiner Tante Polly, die nicht gerade zimperlich mit ihm umgeht, mit seinem Halbbruder Sid, seiner Cousine Mary und dem Sklaven Jim zusammen. Sid ist brav, Tom der Bengel. Sein Halbbruder verpetzt ihn immerfort. Der hat jede Menge Gelegenheiten dazu, ob es das Naschen an der Marmelade ist oder das Schwänzen der Schule. Außerdem treibt sich Tom mit seinem Freund Huckleberry Finn herum, der keinen festen Wohnsitz hat, die Mutter bereits verloren, der Vater ein Trunkenbold.
Jeder kennt die Geschichte mit dem Zaun, den Tom zur Strafe streichen muss, Tom schwärmt so davon, dass Jungs, die vorbeikommen, ihn bezahlen, um auch mal streichen zu dürfen. Oder die gruselige Szene nachts auf dem Friedhof, wo beide Freunde Zeuge eines Mordes werden, zu dem beide vor Gericht aussagen müssen. Tom sagt die Wahrheit, obwohl sie sich Schweigen geschworen haben, Da der unschuldige Muff Potter gehängt werden soll, wird ihm klar, dass er aussagen muss. Allerdings muss er jetzt die Rache des flüchtigen Indiana-Joes fürchten ...
Die berühmten Abenteuer der herrlich unkonventionellen Freunde Tom Sawyer und Huckleberry Finn in einer hochwertig ausgestatteten Sonderedition der berühmtesten Abenteuerklassiker der Weltliteratur bei dtv.

»Mark Twain ist der bei weitem bedeutendste amerikanische Schriftsteller. Amerika hat zwei literarische Aktiva: Edgar Allan Poe und Mark Twain. Poe vergessen die Amerikaner manchmal, aber Mark Twain gibt ihnen kaum Gelegenheit dazu, ihn zu übersehen.« 
George Bernard Shaw


Mark Twain
Tom Sawyer
Wien 2005/2009, 2 CDs, 9,95 € 
Carl Ueberreuter
Sprecher: Bodo Primus

In der Reihe der Ueberreuter  "Klassiker" (Hörbücher für Jugendliche) sind die beiden Bestseller von Twain "Tom Sawyer" und "Huckleberry Finn" in einer gekürzten Fassung von 158 Minuten selbstverständlich auch vertreten. Schöne knisternde Spannung und Weitergabe der unbeschwerten Jungenatmosphäre sorgen für viel Hörvergnügen.


Mark Twain
A Couple of Truly Wonderful Stories
Ein paar wirklich wunderbare Geschichten
München 2001/2009, 166 Seiten, Paperback,
7,90 €, dtv


In diesem zweisprachigen Bändchen findet man neben neun anderen "humoristischen" Geschichten die Geschichte vom "berühmten Springfrosch der Provinz Calaveras", die Mark Twain berühmt machte.

Der berühmte Springfrosch des wettsüchtigen Jim Smiley sprang bei einer wichtigen Wette nicht mehr, weil der Gegner in einem unbemerkten Augenblick den Frosch mit Schrotkugeln im Maul "beschwerte", sodass dieser wie angegossen sitzen bleiben musste. Solche Geschichten über Smiley waren alles, was Twain bei einem Recherchebesuch in Erfahrung und zu Papier brachte. Seine Recherche löste sich in einer Art humorvollem "Jägerlatein" auf. Geschichten dieser Art begegnen einem dauernd in diesem Buch. Flachs aus dem Wilden Westen oder sonstwoher. Pointen, überraschende Wendungen, ein Knall ... Sie sind quasi die Essenz der Amerikaner in ihrem Leben und natürlich in dem des Wilden Westens und dessen (un-)möglichen Figuren.







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